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Die Sammlung Desbillon

Francois-Joseph Terrasse Desbillons
Über den Bestand

Die Sammlung Desbillons ist die bedeutendste und umfangreichste historische Sammlung der Universitätsbibliothek Mannheim, die auf den französischen Jesuitenpater François-Joseph Terrasse Desbillons (1711–1789) zurückgeht.
Desbillons verließ 1764 nach dem Verbot seines Ordens Frankreich und siedelte auf Einladung des Kurfürsten Carl Theodor nach Mannheim über. Er war dem zeitgenössischen Publikum als Fabeldichter bekannt, verstand sich selbst als Gegner der Aufklärung und brachte eine große Büchersammlung mit nach Mannheim, die er stetig erweiterte.
Seine Sammlung umfasst alle Gebiete des damaligen Wissens und beinhaltet Bücher zu den Themen Geschichte sowie Ethnographie, Theologie, Rechtswissenschaften und Literatur. Die zeitgenössische Klassifikation ist noch vorhanden und ermöglicht eine Browsen über den Bestand.


Über das Projekt "Digitalisierung von Reiseberichten der Sammlung Desbillons"

Eine Besonderheit der Sammlung sind die Reisebeschreibungen und ethnographischen Beschreibungen. Das Interesse Desbillons an diesen Texten erklärt sich aus seiner Ordenszugehörigkeit: Für die Jesuiten war die globale Missionstätigkeit ein wichtige Aufgabe, über die sie aus ihren überseeischen Standorten an die Ordenszentrale berichteten. Diese Reiseberichte und zeitgenössische ethnographische Studien sind wichtige Texte für die Kulturwissenschaften, die sich mit den Möglichkeiten und Grenzen des Verstehens fremder kultureller Zusammenhänge und kulturellen Transformationsprozessen beschäftigen.

Mit finanzieller Unterstützung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft werden zwischen 2012 und 2014 ca. 800 historische Reisebeschreibungen digitalisiert. Das Projekt wird von der Universitätsbibliothek Mannheim betreut. Die Digitalisierung wird durch die Firma Herrmann & Kraemer durchgeführt.