die Monarchie im Laufe der
dmiralität, die Regiments: Komma! N hiesigén Truppentheile , zierkorps
Grenadier-Regiments Nr. 2. Anwesend waren ferner viele erren und Damen der österreichisch-ungarishen Kolonie. Vor der Kirche hatte cine Ehren-Kompagnie des Kaiser Franz _Garde-Grenadiér-Regiments mit Fahne und Musik Aufstellung genommen, die bei der Ankunft Jhrer Kaiserlichen Majestäten präsentierte. Seine Majestät der Kaiser, Aller öchstwelcher über dem Mantel die Kette des Schwarzen Adler-Ordens trugen, und Jhre Majestät die Kaiserin wurden am Portal der Kirhe von dem österreih \{ - ungarishen Botschafter und der Geistlichkeit empfangen und betraten sodann das Gotteshaus unter Vorantritt von Chorknaben mit Kirchen- fahnen und der Geistlihen. Jhre Majestät die Kaiserin wurden von der Gemahlin des Botschafters von Szögyény- Marich geleitet, Seiner Majestät dem Kaiser folgte der Bot- \chafier, und das Gefolge Ahrer Majestäten {loß sih an. Das Hochamt zelebrierte Propst Neuber, assistiert von dem Pfarrer Faber und den Kaplänen Barthel und Sonne; auch der E Dr. Aßmann war zugegen. Chor und Orchester, unter Leitung des Musik-Direktors Wecker, führten die Messe von Mitterer aus, mit den Einlaaen eines Jubilate von Aiblinger und cines Benedictus von Schaller, sämmtlich österreichische Komponisten. Mit dem Te deum von Haydn \hloß die erh-bende Feier. Seine Majestät der Kaiser ließen beim Heraustreten aus der Kirche die Ehren-Kompagnie defilieren.
Die vereinigten Ausschüsse des Bundesraths für
E und Verkehr, für Justizwesen und für Rehnungswesen
owie die vereinigten Ausschüsse für Eisenbahnen, Post und
. Telegraphen und für das Landheer und die Festungen hielten heute Sißungen. i
Der Bevollmächtigte zum Bundesrath, Bürgermeister der freien und Hansestadt Hamburg Dr. Versmann ist in Berlin angekommen.
Der Regierungs-Rath Neubaur zu Merseburg ist der Königlichen Regierung zu Marienwerder zur weiteren dienst- lichen Verwendung überwiesen worden. *
Dem Regierungs-Assessor Steinmeister ist die Ver- tretung des Landraths von Pelken im Kreise Koschmin, Re- gierungsbezirk Posen, übertragen worden.
Der Regierungs-Assessor Heidborn zu Oppeln is der Königlichen Regierung zu Mons und der Regierungs- Assessor Schhlegelberger zu Goslar a. Harz der Königlichen
“Negterung zu Wiesbaden zur weiteren dienstlihen Verwendung überwiesen worden. :
Der Regierungs-Assessor Dr. jur. Wagner zu Domäne Warmsdorf bei Güsten in Anhalt ist dem Landrath des Kreises Goslar, Regierungsbezirk Hildesheim, zur Hilfeleistung in den landräthlihen Geschäften zugetheilt worden.
Laut telegraphisher Meldung an das Ober-Kommando der Marine sind S. M. Y. „Hohenzollern“, Kommandant: Kontre-Admiral Freiherr von Bodenhausen, und S. M.S. „Hela“, Kommandant: Korvetten-Kapitän Sommerwerck, am 30. November in Cadiz und S. M. S. „Schwalbe“, Kommandant : Korvetten-Kapitän Hoepner, am 30. November in Natal eingetroffen. S. M. Y. „Hohenzollern“ beab- sichtigte gestern nah Kiel, S. M. S. „Hela“ heute nah Wilhelmshaven und S. M.S. „Schwalbe“ am 9. Dezember nach Mocambique in See zu gehen.
Kiel, 1. Dezember. Das Erste Geschwader hat, wie die „Nord-Ostsee-Zeitung“ meldet, heute die Winterreise nach der Nordsee und Schweden angetreten. — Das neue Kanonenboot „Zltis“ ist heute mit Flaggenparade in Dienst gestellt worden.
Hefen. hre Kaiserlihen Hoheiten der Großfürst und die Großfürstin Sergius von Rußland haben gestern die Rückreise von Darmstadt nah Moskau angetreten.
Oesterreich-Ungarn.
Der Kaiser hat, wie die „Wiener Ztg.“ von heute meldet, mittels Handschreibens den Erzherzoginnen Stephanie, Maria Theresia, Maria Josepha,
Gisela und Marie Valerie das Großkreuz des Elisabeth- Ordens und mittels weiterer Handschreiben dem Erzherzog Reiner, dem österreichishen Minister für Landesvertheidigung Grafen Wel sersheimb sowie dem Feldzeugmeister Grafen Grünne das Militär-Verdienstkreuz in Brillanten verliehen. Außerdem werden nach Tausenden zählende Auszeihnungen an Mitglieder der Armee, des Klerus, Hofstaatswürdenträger, Ho aatsbeamte, Mitglieder beider Häuser des Reichsraths,
eamte und Be welche sich um Kunst, Wissenschaft und Schulwesen Verdienste erworben oder sich um Publizistik, Handel und Gewerbe verdient gemacht haben, bekannt gegeben.
Die „Wiener Zeitung“ veröffentlicht ferner einen Armee- befehl, in welchem der Kaiser des Jahrestages, an welchem
. Allerhöchstderselbe vor E an die Spitze der Kriegsmacht
trat, gedenkt und sagt: „Jh wußte und weiß mi geeint mit
-Hunderttausenden wackerer Kriegsleute, die ihren Treueid stets
es die das eherne Gebot der Pflicht gegen das theure aterland, in deren Erfüllung wir stehen oder fallen, verbindet “
__ Der Kaiser spriht ferner der Wehrmacht seinen herzlichsten ‘ Dank aus : für den in [Mute ingebung oft glänzend be- währten Todesmuth, gedenkt dankbar der verstorbenen Braven
«Und spendet dem leßten siegreichen Feldmarschall und den l Peingegon enen Führern ein Lorbeerreis. Troß des herben
____KLeids und der shweren PEUSGen welche die Vorsehung über
1 Zahre verhängt habe, sieht
der Kaiser, wie heute, jo auch in der Dun die Wehrmacht
Oesterreih-Ungarns aufrecht als Schuß und Schirm des Thrones
der er unablässig die wärmste Fürsor Des weiteren bringt die „Wiener lihe Entschließun
zur Kenntniß, betressend eine Amnestie für alle Angehörigen der Länder der R Krone und der ungarish?en Landwehr, welhe wegen Stellungsfluht bezw. Nichtb. folgung des Einberufungsbefechls zur Waffenübung verurtheilt sind. |
Die Stadt Wien ist heute, obwohl auf Wunsch des Kaisers eine offizielle Feier des Regierungsjubiläums nicht flatlfindet, dem „W. T. B.“ zufolge in groß- artiger Weise beflaagl. Jm Laufe des gestrigen Tages hielten bereits zahlreiche Korporationen Huldigungs-Festsißungen ab. Der Erzherzog Ludwig Victor überreichte im Namen des Weißen Kreuzes dem Kaiser persönlich eine Huldigungs- Adresse der Gesellschaft. Eine Abord- nung von acht österreihishen Börsenräthen überbrachte dem Minister - Präsidenten Grafen Thun eine Huldigungs- Adresse für den Kaiser. Die Veteranen- und Feuerwehrvereine veranstalteten gestern Abend einen Lampionfackelzug, welcher die ganze Ningstraße durchzog. Ein zahlreiches Publikum be- gleitete den Fug. Ferner fand am Abend ein Zapfenstreich sämmtlichèr Negiments-Musikkapellen statt, welche mit klingendem Spiele die Straßen durchzogen. Die Musikfapellen begleitete ebenfalls eine große Menschenmenge, welhe fortwährend in begeisterte Hochrufe auf den Kaiser ausbrach.
Nus allen Landeshauptstädten, zahlreichen Provinzstädten sowie aus Ungarn liefen, wie „W. T. B.“ weiter meldet, heute in Wien ununterbrochen Meldungen über enthusiastishe Kund- gebungen ein. Jn einigen Städten fanden schon gestern Flluminationen statt. Militär-Musikkapellen durhzogen Abends mit klingendem Spiele die Straßen. Uebergll wurde die Volkshymne von der begeisterten Bevölkerung mit Hochrufen auf den Kaiser begleitet.
Sämmtliche Wiener Blätter veröffentlihen heute Fest- artikel. Der „Wiener Zeitung“ liegt ein künstlerisch ausgeïtattetes Jubiläumsblatt mit einem Festgediht und einem Festartikel bei, in welhem es heißt: Der Kaiser habe mit tiefem, sittlihem Ernst, klarem, ungetrübtem Blicke und begeisterter Energie durch cin halbes Jahr- hundert die Zügel der Regierung geführt, 4 thatenreiches Leben, seine reihen Geistes- und Herzensgaben stets in den Dienst der Wohlfahrt aller Völker gestellt; er sei ein Wohl- thäter des Reiches, ein Förderer jeglihen Aufshwunges, ein Tröster der Armen und Kranken gewesen. Geftüht auf die achtunggebietende, einen den gewaltigsten Heeren Europas gleihwerthigen Machifaktor darstellende Wehrkraft und zu- gleih auf das ausschließlich friedlihen O dienende Bündniß mit den beiden Nachbarstaaten in Nord und Süd — das als eine der größten Schöpfungen der thatenreichen Regierung des Kaisers gelten müsse —, habe der Monarch seinen Völkern die Wohlthaten des Friedens seit zwei Jahrzehnten ungefährdet zu erhalten vermocht. Der Artikel gedenkt sodann des Auf- \chwunges der Monarchie, des Wetteifers der Bevölkerung und der Armee in inniger huldigender Verehrung für den Kaiser und s{chlicßt: „Der Zwist der politishen Parteien \{hweigt ; der Hader der nationalen und sozialen Gegensäße ist ge- shwunden vor der einigenden Licbe zu dem gefeierten Monarchen. Möge dies ein segenbringendes Zeichen für das theure Vater- land sein. Möge es dem Kaiser vergönnt sein, die Völker der Monarchie mit. ihm gemeinsam an der Vollendung des Prachtbaues des geliebten Vaterlandes zusammen arbeiten zu schen, eingedenk seines Wahlspruhes „viribus unitis“. — Sämmtliche Blätter ohne Unterschied der Parteirichtung feiern den Kaiser als Hüter des curopäishen Friedens, als in der Erfüllung seiner Pflichten aufgehenden Monarchen , dessen Thron die Völker jedweden Namens gleih nahe stechen, der sich als Politiker nie vollständig einer Partei hingab, als Zweck seiner Politik stets die unveränderte Einheit der Monarchie betrachtete.
Der Ausgleihsaus\chuß des österreichischen Ab- geordnetenhauses nahm gestern den Artikel 7 des Zoll- und Handelsbündnisses, betreffend die Flußschisfahrt, sowie Artikel 8, betreffend den Betriéb und die Verwaltung der Eisenbahnen, mit einer Resolution des Referenten Kaftan an, in welcher die Regierung aufgefordert wird, die Verstaat- lihung der österreihishen Nordwestbahn und der Linien der Staatseisenbahn-Gesellschaft einzuleiten ; ferner wurde eine Zusaß- Resolution des Abg. Kern, betreffend die Verstaatlihung der Südbahn, angenommen.
Das ungarische Oberhaus hat geftern einstimmig den Antrag des Präsidenten Grafen Karolyi angenommen: das Haus móöge anläßlich des fünfzigjährigen Regierungs- jubiläums des Kaisers seinen innig empfundenen, aufritgen Glückwünschen in dem Protokoll Ausdruck geben.
Frankreich.
Jn dem Aen Vormittag abgehaltenen Ministerrath wurde, wie „W. T. B.“ meldet, beschlossen, die Vorschriften der Konferenz in Venedig bei den auf Madagaskar fest- gestellten Fällen von Pest genau in Anwendung zu bringen.
Der Senat nahm gestern einen Antrag des Senators Constans an, wonach das Gesey von 1897, betreffend die Auf- hebung der geheimen Untersuchung, auch auf die Vilitärgerichte Anwendung finden soll. Der Senator Marc ère brachte einen Abänderungsantrag ein, welcher dahin ging, es solle die geheime Untersuchung im Falle nationaler Gefahr aufrehterhalten leiben. Der Kriegs-Minister de Freycinet bekämpfte diesen Antrag, den er für unzulässig erklärte, worauf derselbe mit 196 gegen 52Stimmenabgelehnt wurde. DerSenatorWaldeck-Rouf fe au beantragte, den Artikel 445 dcr Strafprozeßordnung i abzu- ändern, daß dem Kassationshofe das Recht zustehen solle; die Vertagung aller Strafverfolgungen zu verfügen, welche einer ein- geleiteten Revision Hindernisse bereiten könnten. Waldeck- Rousseau verlangte für Cs Antrag die Dringlichkelt. Der Justiz-Minister Lebret sprach sih gegen die Dringlichkeit aus, da durch diese dem E der Charakter eines Gelegenheits- geseßes gegeben würde. Die Dringlichkeit wurde mit 113 gegen 118 Stimmen abgelehnt.
_ Die Bureaux der Deputirtenkammer wählten gestern eine Seen pon von 33 Mitgliedern zur Prüfung der Vorlage, betreffend die Einkommensteuer. Die Mehrheit der Kommission verhielt sich der Vorlage gegenüber ablehnend, obwohl sie von der Nothwendigkeit der Verbesserung des Steuers ystems überzeugt war. — Ferner wurde eine Kommission von833 Mitgliedern sür Prüfung der iee v0 Lagen Les ie Vorlage, welche den Universitäten das Unterrichts-Monopol gewähren will, wurde von der Mehrheit der Kommission bekämpft; der Staat ne aber gewisse Garantien haben, namentlich hinsichtlih der
uswahl und Ernennung der Lehrkräfte.
eitung“ eine Kaiser-
9 _ des Dreyfus- Prozesses hielten bivp Abend ein Meeting ab, um gegen die Verfolgung Plequart's zu protestieren. Die Versammlung nahm eine agesordnung M in welcher die Einstellung des Verfahrens
hänger der Revision
gegen Picquart, 1 Bestrafung der Ankläger Dreyfus? gefordert wird.
Spanien. :
Der französishe Botschafter Patenôtre übergab gestern, wie „W. T. B.“ aus Madrid meldet, der Königin- Regentin das Großkreuz der Ehrenlegion.
„Im Ministerrath verlas gestern der Minister des Aeußern Herzog von Almodovar éin Telegramm Montero Rios’, in welchem dieser über mehrere Punkte des Friedens- vertrages Instruktionen verlangt. Die Minister faßten die Ant-
wort ab. Türkei.
Wie „W. T. B.“ aus Konstantinopel meldet, ist der forte gestern Nachmittag von den Dragomanen der rus- sischen, britishen, französishen und italienishen Bol- schaft die Notifikation, betreffend die Ernennung des Prinzen Georg von Griechenland zum Ober- Kommissar von Kreta, überreicht worden. Die Notifikation ist von einer Note begleitet, in welcher erklärt wird, die vier Mächte würden die Jnteressen der öffentlichen ottomanischen Schuld auf Kreta wahren.
Aus Kanea berichtet das Wiener „Telegr.-Korresp.- Bureau“, daß die Jnsurgenten von Akrotiri und Halepa gestern Vormittag einen feierlihen Einzug in die Stadt gehalten hätten, um die Waffen abzuliefern. Die Be- völkerung habe den Jnsurgenten lebhafte Ovationen bereitet. Die Admirale und Konsuln hätten dem Einzuge beigewohnt.
Amerika.
Der „Times“ wird aus Philadelphia gemeldet : Die Wiederherstellung freundshaftliher Beziehungen zu Spanien sei im Gange. Da Spanien den amerikanischen Wünschen so schnelles Entgegenkommen gezeigt habe, bestehe die Absicht, ein volllommenes Einvernehmen herzustellen, durhch welches die vorhandenen Streitpunkte so bald. als möglich würden aus der Welt geschafft werden.
Das Scheitern des Planes, einen zentral-amerikani- \héèn Staatenbund zu gründen, wird, wie „W. T. B.“ aus New York erfährt, dem Umstande zugeschrieben, daß die Truppen von Honduras vergeblich versucht hätten, den in San Salvador gegen die Gründung des Bundes mit Honduras und Nicaragua ausgebrochenen Aufstand zu unterdrücken.
Jn New York eingelaufene Privatdepeshen aus San Francisco melden, daß der General Regalado, welcher die Präsidentschaft von San Salvador an sich gerissen, Aranjo zum geschäftsführenden Minister AUIeN habe. Die Regierung sei nunmehr in den Händen der Revolutionspartei.
Asien.
Jnfolge der Situation im Swat- Thale sollen, wie
dem „Reuter'schen Bureau“ aus Bombay gemeldet wird, so- fort zwei Brigaden unter dem General - Major Waterfield als Verstärkung nah der Grenze beordert werden. __ Nah einer Meldung der „Agence Havas“ aus Madrid sind dort Nachrichten von den R HiltoB igen eingetroffen, denen zufolge die Aufständischen die amerikani]che Herrschaft zurückweisen würden ; sie würden die Amerikaner bis aufs äußerste bekämpfen und wollten 10 000 Mann spa- nischer Truppen als Gefangene zurückhalten, um sie zu zwingen, gegen die Amerikaner zu kämpfen.
Nr. 41 des „Etisenbahn-Verordnungsblatts*, heraus- gegezen im Ministerium der öffentliten Arbeiten, vom 30. November, at folgenden Inhalt : Erlasse des Ministers der öffentlichen Arbeiten : vom 19. November 1898, betc. Aenderung vorläufig festgestellter Eisen- bahn-Bauentwürfe im Enteigaungsverfahren; vom 20, November 1898, betr. Stellenverzeihniß für Militäranwärter; vom 22, November 1898, betr. Beseßung der Werkmeisterstellen; vom 23. November 1898, betr. Besoldungsdienstalter der Militäranwärter für mittlere Beamten- stellen ; vom 23. November 1898, betr. Vertretung der Handelekammer in ed in den Bezirkseisenbahnräthen zu Berlin und Erfurt. — Nachrichten.
Statistik und VolkZ8wirthschaft.
Das soeben erschienene vierte „Vierteljahrsheft zur Statistik des Deutschen Reichs“ enthält die Konkurs- Statistik für das Jahr 1897 in ausführlicher Darstellung und für das 3 Vierteljahr 1898 in vorläufiger Mittheilung. Zur Justi z- Statistik werden die Hauptzahlen der Are See und zur Kriminal-Statistik die vorläufigen Zahlen der Verurtheilten für das Jahr 1897 gegeben. Dasselbe Heft bringt ferner, cpredera dem Beschlusse des Reichstages vom 6. Juni 1896, ein Verzeichniß der im Jahre 1897 bei den deutschen Börsen zur Einführung zugelassenen Werthpapiere, ferner Beiträge zur Statistik der deutshen Lebensversicherungsgesellshaften im Jahre 1897, sowte der deutschen Privat, Véuer erter angege alten in den Jahren 1896 und 1897 und eine Darstellung der Organisation der Strike- Statistik in außerdeutschen Ländern. Aus dem Gebiete der Volkswirths{aft werden ferner gebracht die Montan-Statistik für 1897, die Saatenstands- und Ernte-Statistik [nt 1898 und eine Reihe von Nachweisen zur Statistik der indirekten Steuern, betreffend Salz, Bier, Zucker, Tabak, außerdem eine Anzahl kleinerer Mittheilungen.
_ Die über seeische Auswanderung aus dem Deutschen Rei über deutshe Häfen, Antwerpen, Rotterdam und Amsterdam belie ch nah den Zusammenstellungen des Kaiserlichen Statistishen Amts n den Monaten Januar bis September 1898 auf 15 840 Personen. Pleves kamen aus der Provinz Hannover 1637, Brandenburg mit Berlin 1520, aus Bayern rechts des Rheins 1305, der Provinz Posen 1156, Schleswig-Holstein 984, der Rheinprovinz 905, aus dem Königreih Sachsen 868, Württemberg 858, der Provinz Westpreußen 660, Pommern 594, aus dem Großherzogthum Baden 525, der Provinz Dessen-iasiau 490, Schlesien 468, Westfalen 410, aus der rovinz Sachsen 319, der Rheinpfalz o Nrovina Ostpreußen 250, aus dem Großherzogthum J en 21, Oldenburg 164, Mecklenburg-Schweriu 117. Der Rest von 2129 Personen entfällt auf die übrigen Gebietstheile des Reichs. An der Beförderung dieser Auswanderer sind die deutschen Häfen mit 13 039 Personen betheiligt, und zwar gingen über Bremen 6641, mburg 6221, - Stettin 177. Von Antwerpen reiften 2339, von oiterdam und Amsterdam 462. Ueber deutsche Häfen wurden außer den 13 039 Deutschen noch 63 491 Auswanderer aus rew en Staaten, und ee über Bremen 39591, Hamburg 23 467, Stettin 433 be-
förd
für Da e
ie Revision des Dreyfus-Prozesses sowie die -
gen Ergebuissen der Kriminal-Statifst s ) für N A m Me ae wegen n gehen gegen Ketd/Sgeleße 4 Personen ver- Bi unte 45 21 unter 18 Jahre alt. Die Verurtheilung erfolgte bei 82688 Personen wegen Verbrechen und Vers ehen gegen Staat, öfentlihe Ordnung und Religion, bei 195 759 wegen Verbrechen und Vergehen gegen die Person, bei 183 806 wegen Verbrechen und Vergehen gegen das Vermögen und bei 1331 wegen Amtösdelitte. Beim Verglei mit den Vorjahren sind die Verurtheilungen wegen Verbrehen und Vergehen gegen die Person stetig und zwar wesentlih gestiegen, die Zabl der Ver- urtheilten “dieser Kategorie betrug 1892: 157 928, 1894: 181 977, 1897 : 196 759, ebenso haben ftetig zugenommen dte Verbrechen und Vergehen gegen Staat, öfenutlihe Ordnung und Religion, welhe von 66 392 im Jahre 1892 auf 82 688 im Jahre 1897 ge- stiegen sind. - Die Zahl der wegen Verbrechen und Vergehen gegen das Vermögen Verurtheilten betrug 1892: 196 437, fiel bis zum Fahre 1896 auf 179136 und stieg im Jahre 1897 auf 183 806, gegenüber 1892: 12631 weniger. :
Für einige besondes wichtige Delikte- stellen stch die Zahlen des Jahres 1897 folgendermaßen: Zahl der Personen, welche verurtheilt wurden wegen ( Bebtecti Widerstand gegen Voll- ehlere
reckunasbeamte . . . 15979 | Betrug. .
N Ses Urkundenfälshung . .
sfriedensb Q OD8 fon N Sachbeshädigung
4786 Sei 2 671 | Brandstiftung Meineid
Beleidigung 54 144 N Gefährlichher Körper- Mord, Todtschlag und 86022 Kindesmord
verleßung . . 8 93 416 | Vergehen gegen die Ge-
Diebstahl erStackna A O T6I werbeordnung . . . . 19710
Von den 45 %1 „Jugendlichen“, d. h. 12 bis unter 18 Jahre alten Personen wurden unter Anderen verurtheilt: 22 544 wegen Dieb- ftahl, 7537 wegen Körperverleßung, 2852 wegen Sachbeschädigung, 9111 wegen Üntershlagung, 3667 wegen Betrug, Heblerei und Urkundenfälschung, 1170 wegen Sittlichkeitsvergehen, 22 wegen Mord, Todtschlag und Kindesmord, 175 wegen Brandstiftung und 50 wegen
Meineid.
ckch den
Arbeiterversicherung.
Dem foeben veröfentlihten Verwaltungsberiht des Vorstandes der Stein ilden Fnvaliditäts- und Alters-Versiche- rungsanstalt in Weimar für das Jahr 1897 entnehmen wir folgende Angaben: Die Beamtenzahl betrug, wie in den Vorjahren, 99, Die Zahl. der Versicherten wird auf mindestens 285 000, d. i. etwa 21 % der Bevölkerung, geshäßt. Für diese Versicherten wurden 13 107 198 Beitragsmarken im Werthbetrage von 2 709 518 A ver- wendet. Die Zahl der aufgerehneten und eingelieferten eigenen Quittungskarten belief sich auf 251 811, darunter befanden ih 98 956, welche die Nummer 1 trugen. L
Aus dem Kreise der Versicherten wurden folgende Ansprüche geltend gemaht: Es wurden eingebracht 1915 Anträge auf Bewilligung von Invalidenrente (gegen 1662 im Vorjahre) und 689 Anträge auf Bewilligung von Altersrente (gegen 757 im Vorjahre). Von wetb- lichen Personen, die die Ehe eingingen, wurde der Anspruch auf Er- stattung der Hälfte der für sie geleisteten Beiträge in 2651 Fällen (gegen 1743 im Vorjahre), von den Hinterbliebenen verstorbener Ver- iherter wurde dieser Erstattungsanspruh in 661 Fällen (gegen 551 m Vorjahre) geltend gemacht.
Bewilligt wurden 1591 Invaliden- und 622 Altersrenten. Der Markenerstattungsanspruch wurde anerkannt in 2464 Heiraths- und 572 Totesfällen. Von der Befugniß, das Heilverfahren für erkrankte Versicherte zu übernehmen, sofern als Folge der Krankheit Erwerbs- unfähigkeit zu besorgen ist, wurde in 333 Fällen Gebrauch gemacht.
Fn den sieben ersten Jahren des Bestehens der Anstalt sind insgesammt bewilligt worden 6037 Inbvalidenrenten, 6887 Alters- renten und wurden anerkannt 4084 Markenerstattungsansprüche in Heirathsfällen, 1129 Markenerstattungsansprühe in „Todesfällen. Daneben wurde das Heilverkahren für 820 Versicherte übernommen.
Am 31, Dezember 1897 waren noch am Leben 3758 Invaliden- rentner und 4348 Altersrentner. Von diesen 8106 Rentnern hatten 4998 das 70., 441 das 80. und 6 das 90. Lebensjahr überschritten ;
* hingegen hatten 3108 das 70., 1630 das 60., 774 das 50., 378 das
40. und 139 das 39. Lebensjahr noch nicht erfüllt. Sine des 50 «e jährli betragenden Rentenzushusses des Reichs be- trug durchschnittlich die Invalidenrente 123 A 68 Z, die Altersrente 127 & 41 4. Auf 100900 Einwohner des Anstaltsbezirks entfielen am selbigen Tage 27 JInbvalidenrentner (gegen 20 Ende 1896) und 32 Altersrentner (gegen 31 Ende 1896). Die Rentner vertheilen fh indessen niht in demselben Verhältniß auf die einzelnen Verwaltungsbezirke. Im Verwaltungsbezirk Sondershausen entfallen auf 10 000 Einwohner 40 Invalidenrentner, im Verwaltungsbezirk Sonneberg deren 17; im Verwaltungsbezirk Neustadt a. O. entfallen auf 10000 Einwohner 54 Altersrentner, im D Sonneberg nur 12. Von 100 JIn- validenrentenbewilligungen betrafen 1897 73 männliche und 27 weiblihe Personen, von 100 Altersrentenbewilligungen betrafen 78 männlihe und 23 weiblihe Personen. Von 100 verwilligten Invalidenrenten entfielen 30 auf Arbeiter der Land- und Forstwirth- schaft, 48 auf Arbeiter der Industrie und 22 auf sonstige Berufs- arbeiter, von 100 verwilligten Altersrenten entfielen 34 auf Arbeiter der Land- und Forstwirthschaft, 35 auf Arbeiter der Industrie und 31 auf fonstige Berufsarbeiter.
Die im Jahre 1897 gezahlten Entshädigungsbeträge, soweit sie der Anstaltskasse zur Last fallen, beliefen sich auf 286 559 #4 Jn- validenrenten, 342 429 Æ Altersrenten, 63 666 4 Beitragserstattungen in Heirathsfällen, 20 150 4 desgl. in Todesfällen, 63 838 Kosten des Heilyerfahrens, 776 642 M Summe der Leistungen. fie die Verwaltung wurden nach Abzug der Strafgelder und
rstattungen verausgabt 177991 A, einschließli 98 990 M Vergütung an Krankenkassen für Einziehung der Beiträge. Den Aus- Sine tehen gegenüber 2 709 518 Markenerlö8 und 471 958 4
insen, Miethe und Pacht, 3 181 476 4 Summe der Einnahmen. n Prozenten der Einnahme betrugen die Verwaltungskofien 5,99 9/9, für den Kopf des Versicherten beliefen sie sich auf 62 4.
Zur verzinslichen Anlage gelangten 1938 169 4, sodaß {ih das zinstragende Vermögen der Anstalt von 12 101 818 4 Ende 1896 auf 14 039 987 4 Ende 1897 erhöht hat. Dasselbe besteht aus Inhaberpapieren, Hypotheken und Schuldverschreibungen kommunaler Korporationen und verzinste sich durchshnittlich mit 3,53 9/ gegen 3,989/0 im Jahre 1896. Zur Befriedigung des landwirthschaftlichen Q ses ines 3 201 808 , zur Förderung gemeinnüßiger Zwecke (Arbeiterwohnungen, Heilanftalten 2c.) sind 97,130 M her- geliehen worben.
Kunft und Wissenschaft.
- Gestern ging aus Hamburg, wie „W. T. B.“ meldet, unter ührung des Rana e Dr. Meyer eine naturwissen- haftlihe pedition nah Südbrasilien und Argen- inien zum Zwet geologisher und anthropologischer rren theil- auf zwei Jahre be-
Forschungen ab. Die Expedition, an LaAE 30 Ei führt einen eigenen Arzt mit und i
Literatur.
In der neuesten Nummer des „Preußif en Berwaltus gs blatts" (Karl Heymann's Bera grit erörtert Landrichter eat u s ta e, mee das N reisen LenoDannE 4
rch die Vorschriften des rgerlihen Geseß- bu chs beeinflußt werde, und führt dabei aus: Nach Art. s des
- shwachen Ertrage die 000 vertret
Gesinder rdnung vom 10. November 1810) im wesentlich aufrecht er len “und nur die Anwendun Ae Delnacen des B. G.-B. (88 104—115, 131, 278, 617—619, 624, 831, 840 Abs. 2 und 1358) angeordnet mit der Maßgabe, a Au dem Gesinde günstigere Bestimmungen des Landesrechts in Kra! bleiben sollen. Auf die HEUIOS Hausoffizianten findet dagegen das B, G.-B. uneinge\chräukt Anwendung, sodaß au das polizeiliche Vermittelungsverfahren (§ 160 Ges.-Ordnung) weagfällt. Ehefrauen Fönnen fi Bétan elbständig als Gesinde vermiethen, jedoch darf der Ehemann unter bestimmten Vorausseßungen den Vertrag fofort auf- kündigen (8 1358). Die Vertragsfähigkeit der Minderjährigen ift vergrößert (§8 104 bis 115). In Krankheitsfällen muß die Herrschaft bis zum Ablauf der Dienstzeit, also unter Umständen länger als 6 Wothen, dem Gesinde die erforderlihe Verpflegung und ärztliche Behandlung gewähren, kann auch diese Kosten nit von dem auf die Krankheitszeit entfallenden Lohn abziéhen. Ist das Gesinde nicht durh den Dienst oder bei Gelegenheit desselben, sondern nur während der Dienstzeit. z. B, auf Urlaub, bei einem Vergnügen erkrankt, so kann die, Herrschaft, falls die Krankheit länger als 6 Wochen dauert, für die überschießende Zeit die zur Fürsorge geseßlich verpflichteten Ver- wandten des Dienstboten im Regreßwege in Anspruh nehmen, auch vom Lohn Abzüge machen (§ 617). Die Herrschaft hat diejenigen Einrichtungen und Anordnungen zu treffen, die mit Rücksicht auf die Gesundheit, die Sittlichkeit und die Religion der Dienstboten erforderlich sind. Jeder Verstoß gegen diese Vorschriften macht die Herrschaft nad den Bestimmungen über unerlaubte Handlungen \chadensersaßz- cs (8 618). Ein Züchtigungsrecht gegenüber dem Gesinde hat die Herrschaft niht (Art. 9% Einf.-Ges. z. B. G.-B.). Ein folches bestand hon nah jeßigem Recht niht mehr. Der § 77 Ges.-Ord- nung, wona die Herr|haft, welhe im Zustande {huldhaft durch Un- gebührlihkeiten des Gefindes hervorgerufener Aufregung fi ¿u Rügen und [leichten Thätlichkeiten hinreißen läßt, deshalb nicht bestraft werden kann, hat dagegen au fortan noch Gültigkeit.
— Rechte und Pflichten der Kaufleute und Gewerbe- treibenden nah den neuen Reichsgeseyen. Von Wilh. Tremyenau. Berlin und Neuwied, Louis Heujer's Verlag. Preis 2 M — In Handelsfahen sind nit allein die Vorschriften des Handelsgesezbuches für das Deutsche Reich, sondern auch diejenigen des Bürgerlihen Geseßbuhes maßgebend. Der Verfasser hat daher in dem vorliegenden Werke die Paragraphen des Se mit den darin angezogenen Paragraphen des
ürgerlihen Geseßbuches, der Zivilprozeßordnung und der Konkurs- ordnung vereinigt, so daß man nicht nöthig hat, sch in zwei, drei oder vier E zu orientieren, sondern alles in einem Buche vo1findet. Ferner enthält dasselbe die für Kaufleute und Gewerbetreibende wihtigen Geseße, welche bereits in neuerer Zeit in Kraft getreten sind, das Nahrungsmittelgeseß, Margartinegeseß, Geseß zur En des unlauteren Wettbewerbes, sowie 60 Formulare verschiedenster Art, nah welhen jeder Kaufmann und Gewerbe- treibende seine Verträge, Klageschristen, Strafanträge sowie Schrift- säße aller Art vorschriftsmäßig felbst anfertigen kann.
— Wirthshaus-Reform in Enzland, Norwegen und S(chweden, auf Grund von Reisen im Auftrage der Gesellschaft für Wobhlfahrts - Einrichtungen zu Frankfurt a, M. geschildert von Dr. Wilhelm Bode. Mit 24 Abbildungen, Berlin, Karl Heymanns Verlag. Preis 1,60 4 — Der bekannte Geschäftsführer des Deutschen Vereins gegen den Mißbrauch geistigec Getränke s{hildert in dieser Schrift nicht nur die behufs Verminderung des Alkoholgenusses in den nordishen Ländern getroffenen Einrihtungen und die einsblägige Gesetzgebung, sondern zeigt namentlich auch, daß die Mäßiakeitswirthschaft auch gewinnbringend ist und zwar fo gut wie die Wirthschaft, die sich E auf den Ausschhank von alkoholischen Getränken ffüßt. In Deutschland denkt man ftets nur an Wohlthätigkeitsanstalten und Einrichtungen von gemeinnützigen Vereinen, wenn von Mäßigkeitswirthschaften die Rede ist; aber in England bestehen solhe Wirthshäuser als kapitalistishe Unternehmungen und werfen zum theil hohen Gewinn ab. Eine Nachahmung jener englishen Reformwirthshäuser anzuregen, ist der Zweck der vorliegenden interessanten Reiseshilderung, deren Drucklegung das von Frank- furt a. M. aus wirkende „Institut für Gemeinwohl“ veranlaßt hat. Eine große Zahl von Abbildungen des Inneren und Aeußeren der Reformwirthshäuser macht das Buch noch werthvoller.
— Das „Neue Frauenblatt“, die von Frau Luise Madsak erau gege Zeitschrift für alle Interessen der Frauenwelt, (Verlag von M. Hartog, Berlin, Potsdamerstraße 20) enthält in der Nr. 45 des, zweiten Jahrgangs wieder eine Reihe interessanter Artikel. Die Einleitung bildet ein biographisher Beitrag über „Prakti- zierende Aerztinnen der. Gegenwart“, ein zweiter Artikel be- handelt „Die Erziehung unserer Töchter“. In den „Ber- liner Plaudereien“ giebt die bekannte Schriststellerin Frau E. Vely eine Uebersiht über die leßte Neuaufführung auf Berliner Bühnen. Ein Bericht über die außerordentliche Generalversammlung des hier bestehenden „Deutschen Frauen-Klubs“, Notizen über „Prak- tishe Interessen“, über „Theater, Kunst und Musik“ und ein Vode- beriht bilden den weiteren Jnhalt der Nummer, welher durch einen fesselnden Efsay „Aus Schiller?!s Liebesleben“ von Alexander Hörlin und die Fortseßung des Romans „Am Fluß der Perlen“ auf das wirksamste vervollständigt wird.
Land- und Forstwirthschaft.
Ernteergebnisse, Saatenstand und Getreidehandel in Rußland.
Odessa, den 25. November 1898. Die Maisernte is seit Ende vorigen Monats beendet, hat aber einen ungünftigen Ertrag ergeben, der kaum auf die Hälfte des vorjährigen veranshlagt wird. Im Gegenfay zum Vorjahre, wo sich diese Frucht dur große Trockenheit auszeihnete, ift der diesjährige Mais ziemlich feuht eingebracht worden und wird desroegen noch längere Zeit niht versandfähig sein.
Die Winterfelder find unter günstigen Umständen bestellt und die bis vor kurzem andauernde milde, frühjahrsähnlihe Witterung hat das Aufgehen der Saaten begünstigt. Der Stand derselben ist meist be- friedigend, in manchen Gegenden nah den eingegangenen Becichten, z. B. der Krim, sogar prachtvoll, nur Clhtbietie wird, wie in einem Theile des Odessaer Kreises, über spärlihes Aufkeimen des Getreides infolge von Regenmangel gee, Jedoch hat der bebaute Flächenraum in dem Odefsaer Bezirk abgenommen.
Troy der befriedigenden Ernte und der guten Aussichten der Wintersaaten will das Getreidegeshäft nicht in Fluß kommen. Die Fusugren sind geringe der in sonstiger Herbstzeit von Schiffen über- füllte Hafen bleibt leer. Durch das frühe Zufrieren der Wolga und ihrer Nebenflüfse wurde die und Mehl nach den von Mißwachs betroffenen - südöstlichen Gouvernements ershwert, die ühlen im Junnern Rußlands wurden genöthigt, ihren Bedarf hier im Süden zu decken, und zahlen höhere Preise für das Getreide als die Abnehmer in West- Europa. Da nun auch die hiesigen Verkäufer und Inhaber Zurük- haltung beobachten, so zeigt die Ausfuhr von Weizen neuer Ernte in den drei Monaten August bis Oktober (9 210 000 Pud), verglichen mit der Ausfuhr der cleiben Periode des Vorjahres (1 990 000 Pud), eine bedeutende Abnahme, währènd die orräthe beinahe den doppelten Betrag erreiht haben. Es betrugen nämlich die Weizenvorräthe — und zwar Winter- und Sommerweizen un- g ähr zu gleihen Theilen — am 13./1. d. M. 10700 000 Pud gegen
05 000 Pud am gleihen Datum des Vorjahres, und die gesammten Getreidevorräthe sind von 7 720 000 Pud im vorigen 12 870 000 en: Roggen ist - darunter jedo bei dem er Feldfruht in der diesjährigen Ernte nur mit
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“ Winterweizen, roth Roggen . e . * . . [} + ; Ma . . . * . T . 5D— 56 o j o ? Seit Anfang d. J. bis zum 5. d. M. betrugen die sämmtlichen
Getreidevershifungen aus Odessa 72 578,0 Tausend Pud, Nikolajew 7 872,0 5
(Fupatoria
Sebastopol
Feodosia
Genit}chesk
Berdjansk
Mariupol
Kertsh . . .
Die preußishen Forst karten. Zusammenstellung der für die preußishe Staatsforstverwaltung geltenden Bestimmungen über Anfertigung, Aufbewahrung und Versendung, sowie Fortführung der Forstkarten. Mit 10 meist farbigen Tafeln und einem Anhang über die Darstellung der Nivellementsprofile und die Führung der Hand- risse zu den Vermessungsmanualen. Von E. Herrmann, König- lihem Forst-Assefsor, zur Zeit beauftragt mit dem Unterricht im Planzeichnen an der Dien Forst-Akademie zu Eberswalde, 49 Seiten. Neudamm, J. Neumann. Preis geb. 6 A — Die für die preußishe Staatsforstverwaltung geltenden Bestimmungen über das Kartenmaterial reichen ¡zurück bis in den Anfang dieses Jahr- hunderts, wo durch G. L. Hartig am 13. Juli 1819 eine allgemeine Instruktion für die Kön glich preußishen Forstgeometer erlassen worden ist. Diese Instruktion is dann weiter ausgebaut worden - bis in die neueste Zeit. Die Ergänzungen und |Erweite- rungen der ersten Instruktion sind meist in Form von Zirkularverfügungen des Ministeriums angeordnet worden, die in den e Fahrbüchern u. |. w. veröffentliht wurden. Da die- elben sonach weit verstreut sind, is es sehr anerkennenswerth, daß der Verfasser die jeßt noch geltenden Bestimmungen in gedrängter Kürze gesammelt darbietet. Einen besonderen Werth erhält das Werk au) noch dadurch, daß auf 10 lithographierten, meist farbigen Tafeln die vorgeschriebenen Signaturen, Kolorierungen u. f. w. zur Darstellung gebracht worden t u Das Werk giebt Bit: eine Uebersicht über das gesammte Kartenmaterial, das zum
ermessung8werk einer Königlich preußishen Oberförsterei gehört und das in den sogenannten Spezialkarten und den fogenannten reduzierten Karten besteht. In je einem besonderen Abschnitt werden sodann die Vorschriften über die Aufbewahrung und Versendung, fowie die Vorschriften über die Berichtigungen (Fortführung) der Spezialkarten auseinandergeseßt. Die reduzierten Karten werden zunächst im AlUge- meinen und sodann im Speziellen behandelt. Die Bestandskarten sollen den Revierzustand namentlih mit Rücksicht auf das verschiedene Alter der einzelnen Bestände zur Darstellung bringen. Je nah dem Alter sind daher die einzelnen Holzarten in verschieden dunklen Farben- tônen angelegt. Jn einem Anhange werden s{ließlich die Vorschriften über die Darstellung der Nivellementsprofile und die Vorsthriften über die Führung der Grundrifse zu den Vermessungèmanualen mit- etheilt. Erläutert werden diese Vorschriften noch durch besondere tusterblätter. Das vorliegende Buh eignet sih vornehmlich für orftbeamte, die mit Taxationsarbeiten beschäftigt find, aber auch den
tudierenden des Forstfahes wird dasselbe bei den geodätischen Uebungen und bei den Kartierungen willkommen fein.
Das 4. Heft 46. Jahrgangs des „Journals für Land- wirthshaft“, welhes im Auftrage der Königlichen Land- wirthschafts-Gesellshaft zu Hannover unter Betheiligung der land- wirth\{haftlihen Institute, Laboratorien und ersuhsanstalten deutsher Hochschulen herausgegeben und unter Mitwirkung der A7 Dr. I. Esser, Direktor des Thierarznei-Instituts, Dr.
. Fleischmann, Direktor des landw. Instituts, Dr. F. Leh- mann, Direktor der landw. Ds, und Dr. C. von Seelhorst, Direktor des landw. Versuchsfeldes zu Göttingen, von dem Direktor des agrikultur-hemischen Laboratoriums daselbst, Brofessor Dr. B. Tollens redigiert wird (Verlag von Paul Parey, Berlin; Abonnementspreis des Jahrgangs 10 4), erschien mit folgendem Inhalt: Versuche zur Ermittelung des Düngerbedürfnisses des Ackerbodens, eingeleitet von Professor Dr. Liebscher - Göttingen: A. Die Feld- Laguna nas 1895, Referent : Professor Dr Edler-Jena, B. Er- mittelung der Düngerbedürftigkeit des Bodens aus der Zusammen- sezung der Erntetrocktensubstanz, von Professor Dr. Liebscher, Dr. Kretshmer, Profefsor Dr. von Seelhorst und J. Wilms, Referent : von Seelhorst-Göttingen; Beitrag zur Lösung der Frage, ob der Wasssergehalt des Bodens die Qusarimenfeaung der Pflanzentrocken- substanz an N und Aschen beeinflußt, von J. Wilms und C. von Seelhorst, Referent: C. von Seelhorst; Literaturbesprehungen.
Verdingungen im Auslande.
Rumänien.
9, Dezember. Ministerium der öffentlichen Arbeiten in Bukare f : Bau einer metallenen Brücke über den Calniftea-Fluß zur Ueber- fahrung der Straße von Bukarest nah Giurjewo. Anschlag
É
10. Dezember. Genetal-Direktion der rumänishen Eisenbahnen
in Bukarest: Lieferung von 41 500 kg galvanisiertem Eisendraht. Norwegen.
Baldigst. Carljohansvärns ärft in von 2 êlteren guten Schiffsrumpfen, welhe fich zu Kohlendepots eignen und P amen etwa 2000 t Kohlen fassen. Angebote mit näheren Mittheilungen, darunter auch, ob die Schiffe mit Kupfer oder mit Zink beschlagen sind, sowie Preisangabe, werden in der Werft entgegengenommen.
Süd -Australien.
31. Januar, 3 Uhr. Supply and Tender Board Office in Adelaide: Lieferung von 6 Millionen rother und 1 Million weißer Karten für Eisenbahnbillets. Kaution 5 9/9.-
Verkehrs-Anstalten.
Bremen, 1. Dezember. (W.T. B.) Norddeutscher Lloyd. Dampfer „Trave“, 1, Dez. v. New York in Bremerhaven angek. eWillehad", 30. Nov. v. Baltimore n. Bremen abgeg. „Wittekind“, n. d. La Plata best., 30. Nov. in Antwerpen angek. „H. H. Meier“ 30. Nov. v. New York in Bremerhaven angek. „Trier“ 30. Nov. Reise v. Antwerpen n. Bremen sortarlene :
— 2, Dezember. S T. B.) ap „Bremen“ 1. Dez. Reise v. Fremantle n. Adelaide fortges. „Stuttgart“ 1. Dez. Reise v. Antwerpen n. Bremen fortges. „Roland“, v. Baltimore kommend, 1. Dez, a. d. Weser angek. „Nürnberg“, v. Ost-Afien kommend, 1. Dez, in Suez angek. „Königin Luise 1. Dez. Reise v. Neapel n. Port Said fortgese Í z
London, 2. Dezember. E T. B.) Castle-Linie. Dampfer „Harlech Castle“ ist heute auf Heimreise in London angekommen.
Theater und Musik.
Me Cl ene E 4 Geftern Abend gelangte das historishe Volksshauspiel , 2 le Stedinger“* von rg Narren zur ale und zreichi Aufführung. Das Werk knüpft an gef R : ige aus dem Stedinger Lande, der engeren an und
behandelt ten heldenmüthigen des volkes der Stedinger, die in den
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