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Abg. von Vollmar mir meine Tonart vorwarf in demſelben Augenblick, Augenbli, wo mir ein Artikel unterbreitet wurde, der von einer dem Herrn Abg. von voa Vollmar, ich ih will nicht ſagen, beſonders naheſtehenden Seite, aber doch in einem Blatts Blatte der Partei veröffentlicht iſt, ift, zu der ſich ſi< der Herr Abg. von Vollmar re<net, rechnet, und in dem wörtlich wörtli<h ſteht _ ich — ih bitte um die Erlaubnis, dieſen kurzen Artikel Verleſen verleſen zu dürfen _: .Die konſerVJtiven — : „Die konſervativen Wegelagerer (große Heiterkeit), die Zentrumßgauner Zentrums8gauner (erneute große Heiterkeit), die nationallibcralkn Jeſuitrn nationalliberalen Jeſuiten (große Héiterke'it) Heiterkeit) und als der odcrſte oberſte der Philiſter Eugen Richter . Nichter . . . (LTULUte Hsiti'rkeit), _ (erneute Heiterkeit), — meine Herren, der Herr Abg. Richter, Von von dem neulich neulih Herr von Kardoxff Kardo:f mit Recht geſagt hat, daß wir ihn zu unſer aller Bedauern ni<t nicht an ſeinem Plays Plate ſehen, Von von dem wir alle hoffen, daß er ſeinen gewohnten Platz Play bald wieder einnehmen möZe (allſeitiger möge (alifeitiger Beifall) _ der parlamentariſ<e Strolcb (ſtürmiſche Heiterkrit) _ ich parlamentariſ<he Strolh (ftürmiſche Heiterkeit) — ih bitte um Vérzeibung _ Verzeihung — der parlamentaxiſche Strolcb won parlamentariſ<he Strolh von Kardorff (ſchallends (\<hallende Heiterkeit) majzte maŸte den Regiſſeur. Negiſſeur. Der Reichs,:erichtsrat Spahn _ ich Reichsgerihtsrat Syahn — i< bitte nochmals no<hmals um Entſchuldigung _ illuſtriert? illuſtrierte die deutſcheKlaffi-„niuſtiz deutſche Klaſſenjuſtiz in Psrmanenz durch Permanenz dur einen niedrr- tr5<tigen Staatl-ſtreich, mid dsr brſcbäftigungßloſe Addokat nieder- trähtigen Staatsſtreih, und der beſhäftigungsloſe Advokat und Streber Baffxrmann (Hcitcrkkit) Baſſermann (Heiterkeit) gab zum erſten Male in ſéincm chkn ſeinem Leben einen juriſtiſchen juriſtiſhen Kommentar. Es iſt hauts überflüſfiz, Gs ift heute überflüſſiz, an die ſ<4mloſen Bubenſtücke, {<hamloſen Bubenſtü>ke, an die infame Affsnbosbeit Affenbosheit dieſes Parlamentariſchen Gefindels parlamentariſ{<en Geſindels- zu erinnern, (große Heiterkeit) das damals wir wie eine Sauberde Sauherde (große Heitsrkcit) Heiterkeit) in die Geſchäftéordnung Geſchäftsordnung und Verfaſſnng hereinbracb Verfaſſung hereinbra<h und nieder- trampelte, was ihm im Wege War.“ tar.“ (Große Heitrrkeit.) Heiterkeit.) Und die Herren, kik? fich Liner die ſi< einer ſo geſchmackvollen geſ<hma>vollen Ton- art befleißigen, di? machen die mahen mir Vorhaltungen über meinen Ton! (H:ite>keit.) Ton ! (Heiter keit.) Der Herr Abg. VM von Vollmar hat weiter grmeint, ich gemeint, ih hätte kxin Verſtändnis kein Verſtäntnis für dir Sozialdemokratis. I> Vérfolge die Sozialdemokratie. Ich verfolge im Gegsnteil Gegenteil mit Aufmerkſamkeit die Vorgänge in dcr: ſozialdemokratiſcl'en der ſozialdemokratiſcen Partei und mit ganz beſdiidrrer beſonderer Aufmerkſamkeit die Halturig.eines Haltung, eines ſo gé- ge- wiegten Politikers und Parlamentariers, wie es der Herr Abg. Von von Vollmar iſt, i\t, und ſein;"r nähersn Freunds. ſeiner näheren Freunde. Vor zwei Jalzren, Jahren, meine Herrkn, wurlen Herren, wurten ja in manchen man<hen Kreiſen Erwartungen an den Rcviſionißmus RNeviſionismus geknüpft. Wie der edle Poſa in Schillers Sthillers Don Carlos vor den böſkn böſen König Philipp, ſo fo trat damals der Neviſionißmus Vor Meviſionismus vor den Führer der ſozialdemokratiſcheu Partei: .Gebsn fozialdemokratiſchen Partci: „Geben Sie Gedankenfrsiheit, Sire!“ Gedankenfreiheit, Sire!" (Große Heitxrkeit.) De'r Heiterkeit.) Der dachte abrr: „Sonderbarrr Schwärmer!“ (Ernsute aber: „Sonderbarer Shwärmer!“ (Erneute große Hcitrrksit.) Heiterkeit.) Er gab keine Gedanksnfrcibeit, feine Gedankenfreiheit, er ließ durch ſeinen Frxund, dur< jeinen Freund, Herrn Kautskv, Erklärrn, Kautsky, erklären, in der ſozialkemokratiſcben fozialdemokratiſ<en Partei ſei ſogar das Anzweifeln der gerade hsrrſ<endcn herrſ{<henden Meinung gefährlich und nicht nit erlaubt. (Zuruf bsi dkn SozialdLMOkraten.) _ Ich Werde bei den Sozialdemokraten.) — Ih werde Ihnen, .Hrrr Wehrl, Mnn Herr Bebel, wenn Sie gßſtattcn, dsn geſtatten, den Artikel überſmden, ich habs ilm nicht mrdr wörtlich in; Gxdächtnis. Jsdcnfalls überſenden, i< habe ihn ni<t mehr wörtlih im Gedähhtnis. Jedenfalls war damals die Haltung des HSM: Herrn Abg. Vrbsl eim' ſol<c, Bebel eine ſolche, daß ſelbſt ein an- geſehencö fr'awzöſiſches ſozialdszxiokr-xtiläöcs geſehenes franzöſiſhes ſozialdemokratiſWes Blatt, dis die Hu- manité- odcr Aurorc Von manité oder MAurore von dem UUZWZÜZUIG immléraob, PDogmatisme - intolérant, dem und::[dſamen Dogmatixmus, unduldſamen Dogmati#mus, der dsutſchen Sozialdsmdkratie deutſhen Sozialdemokratie ſprach. Da duckte fick; dcr Revifionismus (Hxikrksit), du>kte {< der Reviſionismus (Heiterkeit), da überlii'ß überlie* er die Füßruns Führung den iikoyiſtiſrhrn Politikcrn, utopiſtiſhen Politikern, da wich wih er zurück zurü> vor d.“:ijc'nizrsi, di: denjenigen, die das mit ſc'ltrnem ſeltenem Scharfſinn und ſeltsncr Dsnkkraft, ſeltener Denkkraft, mit UnszwölUjiiäxcri Kenntmiſſsn ungewöhbnlihen Kenntniſſen und mit noch ungewöhnlichcrer no<h ungewößnliherer Dialektik konſtrUieri-Z, «dr durch konfſtruierte, abcr dur<h die geſchichtliche Eixtwicklur-tg dsr T'irige in ſkinym Fundamrnt rrſ<iitt€rte geſhihtlihe Entwi>klung der Dinge in ſeinem Fundament erſ<ütterte Syſtem Von von Marx für ein Dogma thtcn, ſd halten, \o ſtarr Und und ſo unanfsrhtbar, unanfehtbar, wie nur irgknd irgend ein afitiiſéhcs ngma. aſiatiſ<hes Dogma. Und als der Reviſionismus fich ih zurückzog, fich ſc) duckte, ka ſchaltrts “31" fich cb-xn ans ans der ZaHl derj-Znigen Faktorkn, 'die Rkakpolitik treibkn. ſih fo du>te, da ſchaltete er ſih eben aus aus der Zahl derjenigen Faktoren, die Realpolitik treiben. (Sehr richtig! links.) Gcwiß, Gewiß, die BsbandlUr-g, Behandlung, die ihm damals zuteil wurde, konnte Vkit- gofirl)l MMM, Mun, rrieHerr Hon Mit- gefühl erregen, wenn, wie Herr von Vollmar treffend ſagt?, ſagte, die Politik nicht bis zu einen: gékViffkil einem gewiſſen Grade dak: Mitleidausſchlöffe. (*ÖLithkkit.) das Mitleid aus\{lö}ſe. (Heiterkeit.) Aber auck) au<h die Art Und und Weiſe, wie damals der RWiſioniStnus rkaxzierte, NReviſionismus reagierte, oder viclmr-br, wir vielmehr, wie er nicht reagierte, au< au<h die konnte ein gewiſſks Mitgrfähl hctdorrnfsn. Dcsbalb gewiſſes Mitgefühl hervorrufen. Deshalb hat EI kcinen es keinen Wert, wenn die -H€rren don jcncr Herren von jener Richtung fich ſi< mit einer _ i< — ih gebrauche wiederum Linsn Außdruck, einen Ausdru>,- deſſen fich Hkrr Von ſi< Herr von Vollmar ſoeben be- diente _ mit einer XClatiVLU relativen Mäßigung ausſprechen, ſolange ſie nicht im ſtande find, fich won dcmjsnigsn ſind, ſich von demjenigen Herrn zu Emanzipieren, dtn ich nicht emanzipieren, den ih nit beim Namen nennkn nennen will, den aber vor zwci zwei Jahren mit feinem Wiſs Wit der Hcrr Herr Abg. yon Voümar Verglicky von Vollmar vergli<h mit dem Lordprotektor Cromrvell. Gromwell. Solange ſie fich fie ſi< nicht auf eigene Füßc' Füße ſtellen, ſo lange Haben ihrs haben ihre relativ gemäßigterkn gemäßigteren Anſchauungen auch au< nur einen akadsmiſcbcn akademiſhen Wert, und daß in der ſozialdemokratiſÖSn Partci \ozialdemokratiſhen Partei das Akademiſche nicht Akademiſhe ni<t allzu bock) (:cwcrtet hoh bewertet wird, das wiſſen wir ſeit dem Drssdenkr Dresdener Parteitag. (Heitsrkeit) (Heiterkeit.) Nun, meine Herren, hat ſich ſi< der Herr Abg. von Vollmar ein- gebknd gehend mit unſerm Verhältnis zu Rußland beſchäftigt. Er hat zu- nächſt gemeint, es ſri ein ſei cin Unterſchied zwiſ<sn zwiſchen dem Aufirrten Auftreten einer Partei und zwiſchen drr der Haltung (“iner einer Regierung. Das, meine Hkrrkn, Herren, kann ich ih nicht zugcben. zugeben. Die Annahme, es ſei glsichgültig, wir gleichgültig, wie die Parteien, die Preſſe, das Parlament fich ſich zu den großen Fragrn Fragen der außwärtigen auëswärtigen Politik ſtsllan, ſtellen, trifft Heutc nicht heute ni<ht mehr zu. Wir gcwinnen nicht gewinnen nit an Anſehen, wenn ſchnuikrige, ſchwierige, ver- wickelte, widelte, heikle Fragen der internationalen Politik lediglich vom Parteiſtandpunkt aus behandelt wrrden. werden. Gerade ſo, wie man wäbrsnd während des ſüdafrikaniſchen ſüdafrifaniſ<hen Krieges auf falſchem Wage falſ<hem Wege war, als man ſich ſi{< vom Gefühl leiten ließ und das Vermeint- li<e moraliſche Recht vermeint- liche moraliſhe Ret oder Unrecht wrrwechſelte Unreht verwe<ſelte mit dem nationalen Vorteil ode; odex. Nachteil, ſo iſt man auch au heute im Irrtum, wenn man ſich wenn,man ſi in der außwärtigen auswärtigen Politik von GefühlSwallungen Gefühl8wall ungen oder von Fraktions- rückſichten rü>ſihten beſtimmen läßt. Ich - Jh wiederhole noch einmal: no< einmal : wir beob- achten Rußland gegenüber die vollkommen loyale Neutralität, die unſerem traditionellen Verhältnis zu dieſer Macht entſpri<t, entſpricht, ohne daß wir damit den anderen Mächten, die mit uns im Allianz- oder Freundſchaftsvkrbältnis Freundſchaftsverhältnis ſtehen, irgend welchen wel<hen Grund zu berechtigtem Mißtrauen bere<htigtem Mißirauen oder zu berechtigter bere<htigter Beſchwerde geben. Ich I< kann nur wünſ<en, wünſchen, daß alle Parteien, daß die öffentliche Meinung und die Preſſe dieſelbe Linie einhalten mögen. Wir Deutſche _ ich — i< will das offen ausſprechen _ ofen ausſprehen — haben eine unglückliche unglüd>lihe Sucht, einen unglücklichen unglü>lihen Hang, bei fremden Händeln Partei für den einen oder andern zu nehmen, uns mit unſerem Urteil in fremde Streitigkeiten einzumiſchen. Sehr richtig.) einzumiſhen. (Sehr rihtig.) Dabei kommt praktiſch nicht praktiſ nit viel heraus. Es iſt ein Mangel an Erziehung, Wenn wenn bei uns weite Kreiſe fich bineinſckßreiben ſh hineinſchreiben und bineinreden hineinreden laſſen in eine ſolche heftige Parteinahme und dabei womögli< noch womögli<h no< denken, das ſchxde {hade nichts, wenn die Regierung fich ſi nur korrekt Verhalte. verhalte. (Sehr richtig! links.) Je größer der Einfluß der Organe der öffentlichen öffentlißen Meinung, der Abgeordneten wie der Preſſe gsworden geworden iſt auch au< für Fragen der auswärtigen auêwärtigen Politik, um ſo mehr müffen müſſen ſie fiel) fi< der Ver- antwortlichkeit antwortlihkeit bewußt werden, die auf ihnen ruht, für Schwierigkeiten, die aus der Erregung von Volksleidenfchaften Volksleidenſchaften für drn den Gang unſrer auswärtigen Politik erwachſen. Ich erwahſen. JI<h will gern anerkennen, daß unſere große Tagespreſſe, von der Kreuzzeitung bis zur Frankfurter Zeitung, ſich ſh gegenüber dem gegenwärtigen oſtaſiatiſchen Krisge oftaſiatiſhen Kriege einer anerkennenswerten ane:kennenêwerten Ruhe und Beſonnenheit befleißigt. Da mich aber der Herr Abg.t)on Abg. von Vollmar genötigt hat, dieſes Thema noch no< einmal anzuſcbneiden, anzuſhneiden, ſo füge ich ih hinzu, daß ich i< zu meinem Bsdauc-rn' ni<t Bedauern“ nit das gleiche Von gleihe von unſerer Wiypreffe Wiypreſſe ſagen kann. Gerade ſo, wie unſere Wiyvreffe Wiypreſſe während des ſüdafrikaniſchen ſüdafrikaniſhen Krieges maßlos bsftig heftig und uuderſtändig War, unverſtändig war, und ihr Wiß oft in Schmähungen ausartkte, S<hmähungen außsartete, ſo läßt ſich fich auch jetzt jeßt beobachten, wie ſie gegenüber dem oſtaſiatiſchen oftaſiatiſhen Kriege den einen der beiden Gegner wegen ſeiner bisherigen Unglücks- Unglü>s8- fälle mit einem Hohn und Spott verfolgt, der doppelt bedauerlich bedauerli<h iſt angefickyts angeſi<hts der yon von dieſem Gegner bewieſenen Tapferkeit. (Brady! rechts.) (Bravo ! re<hts.) Die Freiheit, die ich i< der Wißpreſſe Witpreſſe im übrigen gern gönne _ über mich mi< mögen ſie ſchreiben, ſ<reiben, was ſie wollen (Heiter- keit), da gebe ich ih ihnen Maßkenfreibeit Maskenfreiheit (Heiterkeit) _, —, dieſe Freiheit muß ihre Grenze finden in einem gewiſſen Maß Von Politiſcher von politiſher Einſicht, das verbietet, beim Unglück Unglü>k anderer ſchadenfrol) \chadenfroh zu ſein, das Verhindert, verhindert, dem Auslande durcb bösQrtige dur< bösartige Illuſtrationen Matsrial Material zu Heßcreien Hetzereien gegen das deutſche Volk zu likfern. (Ssbr liefern. (Sebr wahr! rechts, re<ts, in dsr der Mitte und bei den National- libsralkn.) liberalen.) Solche bösartigen Illuſtratiorien, ſolche roöen Witze Illuſtrationen, ſol<he roßen Wite können _ das kann ich fann ih Sie Verſichern _ verſihern — oft Mehr S<aden mehr Schaden anrichten als Ein leidenſchaftlicber ein leidenſhaftliher Leitartikel oder ſelbſt ſfelbſt als Reden, Neden, wie wir fie ſie bisweilen Von dsr von der äußerſten Linken gehört haben. Jeb wermag auch Fch vermag au<h keinen mildernden Umſtand darin zu erkennen, daß ſolche Z€i<nungen ſolhe Zeichnungen bei uns, wie ich wobl ih wohl weiß, meiſt von blutigsn blutigen Nichtpolitikern entworfen oder inſpiriert werden. Was der Deutſäye Deutſche in der Bundestagszeit über ſeine Nachbarn dachte, das war dieſen ziemlich ziewlih egal, das hatte in der Tat auch keine große Be- deutung. Heute iſt das anders. Heute t'nuß muß die Nation die Fenſter erſcßen, erſeßen, die ihre Preſſe einſ<meißt. Dieſes Gefühls der Mit- vsrantwortlicbkeit verantwortlihkeit für den (Hang unſerxr Gang unſerer auswärtigen Politik müſſen wir uns noch no< mehr bewußt Werden. (Bsifall r2<ts.) D.:r Herr werden. (Beifall rechts.) Der Hérr Abg. von Vollmar hat auch gemsint, au<h gemeint, die Sozialdrmokratie Sozialdemokratie wolle keinen Krieg mit Rußland. Nußland. Ja, dann mußte dsr err der H?z?rr Abg. Don von Vollmar aber damit anfangen, den Herrn Abg. Bkbcl Bebel zu Verbindern, verhindern, ſo gegen Rußland zu ſprechen, \prehen, wie „er er das nun ſchon {hon bei wiederholten Malen getan hat. (Sehr Wahr! rechts wahr! re<ts und in der Mitte.) Wi? Wie weit ſein Einfluß in dicſkr Rickytxmg Wicht, dieſer Nichtung reicht, das wriß ich freilich nicht (Heiterkcit), trotz dEr ritt€rli<€n weiß ih freili< niht (Heiterkeit), troy der ritterlihen Art, mit der rr. cHsn er. eben“ für ilm Lingetreten ihn eingetreten iſt. Eins iſt ficher: jemebr Si? ift ſicher: jemehr Sie gegen Rußlarid Nußland zu Fcldc ziedcn, umſo Felde ziehen, um ſo mehr mußicb mich muß ih mih bemühen, die Vszicbungen Beziehungen zu Rußland in friedlichrn friedlichen und freundlichsn freundlißhen Bahnen zu halten. Eins möchte ich noch Hinzufügen: i< no< hinzufügen: Angriffe, aus d€n€n nicht denen nit die nötigen kriegkriſchen kriegeriſ<hen Konſequenzen gezogrn Wkrdkn, gezogen werden, ſind frkmden VölkSrn gkgénübär immkr fremden Völkern gegenüber immer vom Uxbel. Uebel. Der axxdere andere wird da- durch gcrrizt, gereizt, und man ſelbſt blamiert fick), Mm: ſi, wenn man ſeinsn ſeinen Worten keine feine Tat folgen läßt. (Sehr wahr!) Meine Herren, dsr Hkrr der Herr Abg. don von Vollmar iſt aui) noch auÿ no< einmal auſ auf den Königsberger Prozrß zurückgekommsn. Ich Ksnigsberger Prozeß - zurü>kgekommen. Ih habe ſchon geſagt, daß ich ih über den Königsberger Prozsß nicht Prozeß ni<ht als Juriſt, ſondern (ils fondern als Politiker gCſprdchcn babe. geſprochen habe. Ich kaiin kann nur wiederholén: wiederholen : alles, was der Herr Abg. Von von Vollmar hierübcr hierüber geſagt bat, ändsrt nichts hat, ändert ni<ts an der Von von mir konſtatirrtkn fonſtatierten Tatſache, daſ; daß die Sozialdrmokratie Sozialdemokratie mit wollem Bewiißtſein vollem Bewußtſein und mit allen ihr zur Verfügung ſtebenden ſtehenden Mitteln J:“grn gegen die ruſſiſche ruſſiſhe Regierung arbeitst. Dadurch arbeitet. Dadur<h aber ſchädigt ſie? ſie unſer Vkrbältnis Verhältnis zu Rußland, das in friudlichen friedlißen Bahnen zu halten die Aafgabc unſerrr Aufgabe unſerer Politik ſein Muß. (Es muß. Es hat mich gefreut, daß dsr der Herr Abg. Von von Vollmar ſosben ſoeben die nationale the bLtont Note betont hat, daß er für ſeine Partei die Eigknfcbaft Eigenſchaft des Patriotismus reklamicrt reklamiert hat; daß er ſeiner Partei einen nationalen Mantel umgebänxzt umgehängt hat. Wenn der Herr Abgeordnete won von Vollmar mit Bebarilickykcit Bebar:lichkeit und Zähigkeit auf dieſem W:ge dieſen W-ge weiter fortſchreitet, ſo kann cr ſich vielleicht noch er ſi< vielleiht no< zu einem Kutſchen Ixuréxs entwickeln. (Heit-srkeit.) deutſhen Jaurès entwid>eln. (Heiterkeit.) Das würde ich ih ihm aafrichtig wünſchen. aufrihtig wünſhen. Vorläufig aber muß i< konſtatieren, daß in kkinem keinem Lande dEr der Welt die Sozialdemokratie gegknüber gegenüber Rußland eine ſo feindliche, lärmende, und ich i< muß hinzufügen, ungeſchickte binzufügen, ungeſhi>te Propaganda tkéibt, treibt, wie das bei uns der Fall iſt, ift. Der Herr Abgrordnete Abgeordnete von Vollmar hat auch au<h dunkele An- deutungen gemacht, oder vielmehr er hat ſich \fi< auf Andeutungen des Hkrrn Abgödrdneten Herrn Abgeordneten Bebel bezogen, die wir mir darauf hinausznkommen ' hinauszukommen ſchienen, als ob wir Rußland gegenüber duxéb du:< irgend einen als kaäsnäum Pudendum zu bebandelndsn behandelnden Vertrag gebunden wären. In Jn dem offiziellen Organ der ſozialdemokratiſchen ſozialdemokratiſ<hen Partei W? W habe i< dieſelbe Behauptung geleſen. Mit Erlaubnis des Herrn Präſidenten möchte ich ih dieſe wenigen Zéilen Vorleſen. Zeilen vorleſen. Da heißt es; .Das Verhalten es: „Das Virhalten des Reichskanzlers Grafen Bülow im Reichstag gegenübcr gegenüber den kurzen Andeutungen, die Genoffe BLÖLT Genoſſe Bebel über den Königsberger Prozeß gemacht bat, beWeiſt hat, beweiſt zur Genüge, daß die gegenwärtige Regierung im Nuſſendienſt NRuſſendienſt völlig verſtockt verſto>t und un- rettbar verſtrickt verſtri>t iſt. Der langjährige frühere engliſche engliſ<he Botſchafter in Berlin, White, hat neulich neuli<h in einer engliſchen engliſhen Zeitſchrift be- hauptet, daß er ganz ficher wiffe, ſicher wiſſe, es ſei ein geheimer Vertragzwiſchen Vertrag zwiſchen Rußland und Deutſchland abgeſckploffan abgeſ<loſſcn worden. Alle Anzeichen ſpre<en ſpre<hen dafür, daß ein ſolcher ſolher Vertrag in der Tat exiſtiert, und daß er einen ſo ſkandalöſen, auch au< die inneren Verhältniſſe der beiden Länder berührenden Inhalt hat, daß Deutſchland durch dieſen Vertrag an Rußland ſflaviſck) \klaviſ< gebunden iſt. Man hat faſt den Eindruck, Eindru>, als ob die erſtaunliche, bis zur Würdeloſigkeit geſteigerte Willfährigkeit [egen- gegen- über Rußland daraus zu erklären iſt, ift, daß man vor unangenehmen Ent- Gnt- hüllungen Rußlands ſicb fürchtet. fi< fürhtet. Man hat, ſo fo ſcheint es, mit dem Geheimvertcag Rußland Geheimvertrag Nußland eine Waffe gegen Deutſchland ſelbſt ſelbt in die Hand gegeben _ Meine Herrcn, ich Herren, i< bin kein unbeſcbeidener unbeſcheidener Menſch, aber halten Sie mich wirklich mi<h wrirkli<h für einen ſo koloffalen fo koloſſalen Ochſen? (Große, allgemeine Heiterkeit.) _ Rußland eine Waffe gegen Deutſchland ſelbſt in die Hand gegeben, die uns nicht niht nur zu den ſchändlichen Ruſſendienſten \{ändli<hen Nuſſendienſten verpflichtet, ſondern auch fondern au< der Regierung die Möglichkeit nimmt, ſich ſi< von dem Joch zu löſen. Vielleicht gewinne'n Vielleiczt gewinnen die Freiſinnigen wenigſtens die Enxrgie, Energie, bei dieſer Gelegenheit nach nah dem geheimen Vertrag, der zwiſ<en zwiſchen Preußen 1118) Rußland abgsſchloſſen und Nußland abgeſ<löfſen iſt, ſich ſih zu erkundigen.“ Meine Herren, was die Herren von der Freifinnigen Freiſinnigen Partei tun werden, das weiß ich nicht. Ich ih nit. Jch ſelber möchte aber das Nachſtehende ſagen. Was die Behauptung angeht, nämlich, nämli, daß eine ſolche ſolhe Mitteilung aus- gegangrn gegangen wäre „yon „von dem langjährigen früheren engliſchen engliſhen Botſchafter in Berlin, White“, ſo hat es allerdings einmal einen engliſ<en_Bot- engliſ<hen Bot- ſchafter gegeben, der White Hieß; hieß; der war aber nicht niht Botſchafter in Berlin, ſondern fondern in Konſtantinopsl. (Heiterkeit) Konſtantinopel. (Heiterkeit.) Dann hat es auch au einmal einen Botſchafter in Berlin gegebén, gegeben, der White bicß. hiefi. Der war aber nicht engliſchkr engliſ<her Botſchafter, ſondern amerikaniſcher. (Heiterkeit) (Heiterkeit.) Auf der Höhe dieſer Sachkenntnis, die mich wirklich ſchon mi<h wirkli< {hon an Pichelswerder (Heiterkeit) erinnert, ſteht auch au< der übrige Inhalt dieſes Artikel?; Artikels oder ähnlicher _ ich — i< will nicht ni<t ſagen _ Jnſinuationen, — Inſinuationen, aber ähnlicher Andeutungen. Für „die die große Mehrheit dieſes hoben hohen Hauſes brauche ich ih wohl nicht nit zu ſagen, daß ein ſolcherVertrag nicbt exiſtikrt. ſolcher Vertrag nicht exiſtiert. Meine Herren, und endlich endli<h hat der Herr Abgeordnete von Vollmar aucb au gemeint, die auswärtige Lage ſei ſo friedlich, daß er nicht ni<t einſehe, weshalb wir unſere Webrkraft Wehrkraft zu Verſtärken brauchten. verſtärken brauhten. Wir haben keinen Grund, an der Aufrichtig- keit der Frikdensvsrſicherungcn Friedensverſiherungen zu zw-Zifeln, zweifeln, die die Regierungen der Großmächte wiederholt abgegeben haben. Die Regierungen, Fürſten und Staatslenker ſmd, ſind, wie ick) i< glaube, alle von dem aufrichtigen Wunſche erfüllt, den Frieden aufrecht aufre<t zu erhalten. Ich Jch kann auch hinzufügen, daß die zwiſchen zwiſhen den Mächten beſtehenden Allianzen fich ſich mehr und msbr mehr als In:“truments Inſtrumente des Friedens [);-währt bewährt haben. Wie ſehr das Von von dem Drsidund Dreibund gilt, babe ich Hier habe i< hier mehr als einmal dargelegt. Aber auch die franzöfiſth- ruſſiſche franzöſiſch - ruſſiſhe Allianz hat ſich ih als friedenerbaltend bswährt, friedenerhaltend bewährt, indem fie ſie auf weniger friedliche friedlihe Elemente in Frankreich Linen einen moderierenden Einfluß außgeübt auêsgeübt hat. Wir hoffen, daß auch auh die franzöſiſch-engliſchs franzöſiſh-engliſhe Annäherung friedenerhaltend wirken wird. Für Deutſchland dürfkn dürfen wir das Verdienſt in Anſpruch nehmen, daß es, dank der weiſen Politik unſeres alten Kaiſers und ſeines großen Kanzlers, den Grand Grund zu einer langen Friedenöepoche Friedensepoche gelegt hat. Ich Ich“ würde aber meinen Pflichten Pflihten als Auswärtiger Miniſter nicbt gcnügen, niht genügen, wenn ich ih die Augen dagegen Verſchließen verſchließen wollte, daß es in Europa auch au< Unterſtrömungen gibt, die zu kriegeriſchen Verwicklungen Fkriegeriſhen Verwi>klungen drängen. Wenn Sie an die Revanchegelüſte Nevanchegelüſte in Frankreich Frankreih denken _ wir haben den innigen Wunſch, daß dieſelben fich mrbr ſi<h mehr und mrhr mehr verflüchtigen mögex; möge ; aber ſo optimiſtiſch, optimiſtiſ<h, wie drr Hsrr der Herr Abg. Von von Vollmar, Vermag ich vermag i< die Stimmung jenſeits der Vogsſen uicht Vogeſen ni<t anzuſehen _, Wenn —, wenn Sie denkén denken an die kürzlich Von fkürzli<h von mir berührten Heßereien Hetereien gewiſſer engliſcher Zeitſ<rift€n nnd “ Zeitſhriften und Journale und an manche man<he analoge Erſcheinungen dcutſchfeindlicher deutſchfeindlizer Treibereien in Europa, ſo werden Sie mir zugkben, zugeben, daß es in der Welt weder an Züi;dſtdff fkblt noch Zündſtoff fehlt no< an Leuten, die Luſt hätten, den Zünd- ſtoff zur Flamme zu entfachen. entfahen. Eins iſt ſicher, meine Herren: Herren : wenn Dcutſchland Deutſchland ſeit eincm Ménſchenalter einem Menſchenalter der Mittelpunkt der FkikdéüÖthiNZLU uud Friedenstendenzen und ein Bollm'rk Bollwerk des Frieders geweſen iſt, ſo konnte es diess mr ſkin dies nur ſein dank 'ſkincr ſeiner Stärke! (Sehr wahr rechts re<ts und bei den Nationallibkralen.) Cin ſchwaches Nationalliberalen.) Ein ſ>{wa<hes Deutſchland würde ſofort krieg«-riſ<e chirkrlicbkcit, kriygcriſchr: kriegeriſWe Vegebrlichkeit, kriegeriſ<e Neigungen groß wkrdcn werden laſſen. Ein ſchwachrs ſ<waches Deutſchland _ Und — und- damit will ich ſchließen _ ih {ließen — würde nicht niht nur für uns xine eine Gefahr ſsin, ſondkrn auch ſein, ſondern au< für drn den europäiſchen und den letfrisdcn, Weltfrieden, den wir alle aufrecht aufre<t zu erhalten wünſchen! wünſchen ! (Lebhafter Béifall.) Abz.Dr. Spahn (Zentr) Beifall.) Abg. Dr. S pahn (Zentr.) iſt bei der im Hauſe nach nah der Rede dcs Réicbskanzlkrs des Reichskanzlers auftretenden allgemeinsn allgemeinen Unruhe ſehr ſchwer {wer ver- ſtändlich. ſtändlih. Er polemificrt polemiſiert gegen den Abg. Von Vollmxr von Vollmar und ſtellt zu- nä<ſt feſt, nächit fet, daß die zitieéi'te Acherung dez Zentrumsabgyordnrtsn übsr die Witwen: imd WÜffMVZLÜÖEkUUiZ durchaus zitierte Aeußerung des Zentrumsabgeordneten über die Witwen- und Waiſenverſicherung durhaus entſtellt ſei. Auch die übrigcn übrigen Vorwürfe des Abg. von Vollmar gegen das Zentrum ſeien unbkrechtigt unberechtigt. Der Königx-berger Königéberger Prozeß ſei allerdings keinRuk-mesblatt kein Rubmesblatt in dcr Geéchichte drr prEiißjycbi'n Juxtiz. der Geſchichte der preußiſ<en Juſtiz. Die heutigen Ausführungen des SchaHſekrltärs gegrn Schaßſekretärs gegen die Matrikularkeiträgc Matrikularbeiträge könnten ni<t obne Widerſprncb bl-Tiben. niht ohne Widerſpruch bleiben. Man könnteßcky könnte ſih darauf vsrſtändigen, verſtändigen, die Aus- gaben, die durch dur< die erhöhten *).kéilitärfordérungen chöhten Yüilitärforderungen entſtehen, auf die Znſ<ußanleibe Zuſchußanleihe zu übcrnrbmen; übernehmen; eine ſolche fol<he Löſung müßte ja im Sinne des, Säyatzſskretärs lirgcn. des Schatzſekretärs liegen. Seine Aeußerung über die Ueber- zabl Üeber- zahl der Braunen Beamten im Rcicbdamt dss JanCrn Reichéamt des Junern ſei 13011 Hkrrn von Herrn Bebel mißMrftandcn word-xn. Dcr Zolltcirif brauche nach ſcim-r Anfcbauang mißverſtanden worden. Der Zolltarif braue na ſciner Anſchauung keine Weitere VZrteuerung weitere Verteuerung der LebenSmittel Lebensmittel zu Erzeugen; erzeugen; aber des- wegen ſei nicht ausgeſchloſſen, niht ausgeſhlofſen, daß die Ernährung dcr der arbeitenden Klaſen gcgenübrr Klaſſen gegenüber dem Auslande dadurch dadurh relativ teurkr teurer werde, daß die Preiſe im Auslande nsch nc< mehr ſinken. Die Denkſchrift über die Kolonien enthalte zwar ſehr virl interkſſantes Material, viel intereſſantes Matertal, aber v:"xllizxe völlige Aufklärung bringe ſie richt; niht; man Werde ſich werte < in der Kommijſion Kommiſſion weiter darüber zu unterhalten haben. In drm dem Bericht Wien ſeien zwei wichtige wihtige Schriftſtücke dcr rheiniſchen Miiſion der rheiniſhen Miſſion mitgeteilt, die man dem Reickrstage ſchon Reichstage hon 1903 hätte zugänglich zugänglih machen müſſen. In einem dieſer Schriftſtücke ſei bereits der Vorſchlag emacbt, gemacht, die Eingeborenen in Rsſervate überzufübren. Reſervate überzuführen. Dieſer ſéhr t-ciHaUSwürdige (Hedane ſehr bélfallawücdige Gedanke ſollte ſo ſchleimig fo ſ{<leunig wie Mößlkck) Verwirklicht mögli verwirkliht werden. Ueber Ueher die Fxgge rer Exricbtung Frage der Errichtung eines eigenen Kolonialamts werde man fick) ſi auch die deſmitiVE Stellar nahme definitive Stellungnahme vorbehalten müſſen. Zu dcr Ent- ſckyädigungsſrage der Gnt- {hädigungsfrage an fick) Jabs ſi< fich bäbe ih der Reichstag Neichstag in früheren Jahren keineswegé unfreundlich feine8rvegs' unfreundlih verhalten; auch au die weiteren Kreditforderungen wurden würden wohlwollend gevrüft werden.* geprüft werden. - Wenn der Kanzler nur die 1200 Millionen jährlicher EtatSausgaHen jährliher Etatsausgaben für unſere Rüſtung Rüſtunz angebe imd und dieſe Zahl" Zahl den 3 Milliardi'n Milliarden gegenüberſtelle, Wklche welhe jährlich in IFUUchland tur M für Getränke aussegebrnwerden, ſo ſei, ausgegeben werden, fo ſei dieſe Gegen- ukxer LÜUUJ nicht überſtellung ni<t ganz genau, denn mrt mit den 1200 Millionen werde kemechgs erſ<öyft, keineswegs erſ<öpft, was das drutſcbe deuiſche Volk für ſein Heer angebe. ausgebe. Wenn der Kanzler ferner meine, Es es ſei kein neues Material in der Diäten- frage bktgsbracbt wordsn, beigebraht worden, ſo werde damit die Frage ſelbſt nicht nit aus der Welt geſchafft. geſchaft. Nicht auf neue Gründe, ſondern auf Erfüllung dieſer diefer Forderung komme es an. Die Revifioniten Reviſioniſten ſeien nicht niht der Parteileitung, ſondern dem Reichskanzler unterlſegen, lireligen, an ekommen ſeien feien mit dxr der Forderung der Gedankenfreibeit; ZFUW ſi? ab elebnt. Die. Partetzc-„ntrale l_rabe Gedankenfreiheit ; g M V ſié abgelehnt. Die Parteizentrale habe erklärt, wenn ein ge- wiſſer revi'ſionftiſchsr Karzdtdat gewahlt wurde, reviſion ſtiſ<er Kandidat gewählt würde, ſo erhalte er keine arteidiäten, und darauf habe der Betreffende zurücktrcterz zurü>ktreten müſſen. Gerade die Bevölkerung der Staaten jrnſeits jcnſeits der Mainlmie Mainlinie müßte endlich in die Lage verſetzt verſeßt werden, im Rex<Ytage Reichstage dauernd beſſer ver- treten zu ¿u ſein als es jetzt jegt der Fall ſei. Nicht die Yrſten ſeien flieſten ſeten die Träger des deutſchen Einbeithedankens, Einheitsgedankens, ſondern der ercbrtag 'ſei Reichëtag fet es. Man ſollte jedes Mittel anwendén, „urn anwenden, um zu erreichen, daß die Zu- ſammenfetzung dés fammenſeßung des Hauſes eine gleichmaßtgxre wxrde gleihmäßigere werde aus allen Gaara. Gauen. Was bxute heute anders qewordgn, 1ei, geworden, ſei, daß die Sozialdemokraten in viel größerer Zahl anweſend ſeren ſcien und Yartetdiateq zahlten; dadurck) Parteidiäten zahlten ; dadur ſci der Abſenkiémus Abſentismus zu einer kaahr 7er Gefahr für den Rer<stag Reicstag geworden, urid und das ſei eine cine neue Tatſaéhe auch Tatſache av< nur fur dtn, der_ſie nicht für den, der ſie niht immer htxr vor hier por Augen habe. Das ſollte ſich auch ſi< au der Reichskanzler zu Gemut fabrng. Stoecker (wirtſcb. VW.)“: Gemüt E Stoe>er (wirth. Vgg.): Wenn bervts ſ<01_1 heute {hon ſo viel datüdcr darüber gejammert wird, daß wir in die Weltpolitik enigetreten find eingetreten ſind, ſo dürfen wir doch nicht Vergeſſen, do nit vergeſſen, daß es'unklug ware Ulid dem, deutſchen es unklug wäre und dem deutſhen Charakter nicht entſprach» ryenn niht entſpräche, wenn wir etwas, was unt; nicht uns nit gleich gelin t, gelingt, wieder aufgeben. W'tr dürchi auch Wir dürfen au< nicht die günſtigeRückrVir ung an günſtige Rückwirkung auf unſere Induſtrie verrenen Jnduſtrie verçceſſen und auf die Entwickelung des dkutſchn Gewßrbeflelßrs; deutſhen Gewerbefleißes. Die Sozialdc-Znokraten Sozialdemokraten weiſen zwar darauf hin, daß ſie dieſe Pdlitrk diefe Politik von Hornberem vornherein abge- lehnt hätten, aber was lehnen dieſe nicht niht ab! Sl? Sie lehnen ſelbſt das ganze Reichsbudart Reichsbudget ab und kön'nen können alſo nicht verlangen), ni<t verlangen, daß wér wir auf ihre Ablehnung auch au< nur c-men einen Pfifferling geben. Die Aüfregutlg Aufregung über die Stellungnahme „dEr der Herren ,iſt Hanz iſ ganz umſonſt, wenn inan man bedenkt, welcbe, welhe Stellung die außerſtr äußerſte Linke uberhaupt dem Vaterland überhaupt dém Naterland gegenüber einnimmt. linter dyn Unter den Mitteln zurkHebuna zur Hebung der Reicbsfinanzen Reichéfinanzen ſcheint mir eine Reichsixmkdmmenſteusr xvemger Neichscinkbommenſteuer weniger paſſend, weil dadurch dadur die StaatSeinkommevſtUzer m marzchxn Landsrn gcbindert Staatseinkommenſteuer in manchen Ländern gehindert wird. Vikl eber Viel eher würde ich ih eine Reickpsxrbſckyaſtsjteuec empfevlsn, Neichserbſchaftsſteuec empfehlen, die unter allen Umſtänden viel bsqucmer, Viel angknehrner bequemer, viel angenehmer und ſchmerz- ſ{<merz- loſer iſt. Es iſt xine gerechte eine gere<te Forderung, irenn wenn jemand, der ter unter dem Schutz Schuß des Staates rei< reih geworden iſt, am „Ende ſenxks Ende ſeines Lebens ein gut Teil des Erworbexien a11_ dén Stadt Erworbenen an den Staat wieder abgibt. ' Daß wir ſo \o viel unſerer Webrbartkn'Manner auöbtlden müffen, wehrhaften Dänner ausbilden müſſen, als trgknd irgend möglich iſt, das iſt eine natürlich; Folge, unſxrc's'vortrefflrckoen Webr- natürliche Felge unſeres vortrefflien Wehr- ſyſtems. Ich Jh möchte dcn thſt-Ir “dringsnd den Miniſter dringend bitten, Veranſtaltung zu treffen, daß nicht ni<ht an gewiſſen , Punlten Punkten unſeres Heéres Heeres die Vermehrung übertrieben wird. Eine Brrſtarkung Verſtärkung und _B_e Yrikng Beſſerung unſeres Unteroffizierkorvs Unteroffizierkorps iſt diircbaus dur<haus zu billigen. Der ruzfiy qapa- rufſiſch-japa- niſche Krikg erheiſclyt Krieg erheiſ<t immerhin große Beachtuyg. Beachtung. Wir diirfenzncbt dürfen nicht annehmen, daß wir mit unſerem Ysera nicht auſ dur Heere niht auf der Hut ſem muſſen. ſein müſſen. Was Rußland anbetrifft, ſo dürfen wir nicht "oergyſſcn, daſ; ,es unſsre deutſche vergeſſen, daß es unſere deutſhe Einigungspolitik nicbt niht nur zugelqffen, ſondern zugelaſſen, fondern dazu mitgeholfen bat, hat. Einem ſolchen Lande ſollte man nt<t niht in ſchweren ſ{<weren Zeiten Spott und Hohn xu zu teil Waden werden laſſen. Man ſpreche nichtfvon den_ inrzerkn- ſpre<he niht von den inneren» Zuſtänden Rußlands, [)in hier handelt es „fich ſi< nur um ſein Vſérhalthzn Verhältnis zu uns. (Es Es iſt zu hsffen, heffen, daß die gegenwartigen ſ-Ywerkn S<rck1alsſ<lage gegenwärtigen {weren Schikſalsfläge für R-xſzland Rußland das bkwirken bewirken werden, wastna fur Prcufzen was Jena für Preußen bewirkt hat, eine Erncusrung Erneuerung des Volkslebens, Volkélebens, die m Rußlaxid in Rußland ohne Zweifel pyt- rot- wendig iſt. Ja Ju der Kolonialpolitik ſehen Viele Line großeTorbeit, 1< ?böle nicht viele eine große Torheit, ich ehôre niht zu dieſen. Alle Länder Europas, faſt alle Großmachte reibkn Großmächte reiben Weltpolitik und Kolonialpolitik, und ſollten Wir follten wir alle Hoffnungen und Autſichten drr [Lyten der leßten 20 Jahre L"" begrabßn? nun begraben ? Der Aufſtand in SüdWeftafrika Südweſtafrika bereitet uns grdgk große Schmerzen und hohe Koſten. Es iſt dankenswert, daß uns diE die Denkſchrift Auf- klärung gibt, wv wo Fehler gemacht ſitzd, ,ich ſind, i< kann abrr aber nicht der Auf- faſſung zuſtimmen, daß der Krieg ]owreſo ?ekommen xvare. ;Wenp ſowieſo S unen wäre. Wenn man zur rechten re<ten Zeit Meſswationkn ge chaffen hatte, Reſervationen geſchaffen hätte, daß die Hkrero Herero für ihre Zukunft ni<t niht hätten bange zu ſem ¿zu ſein brauchen, dann wäre der Aufſtand vermieden worden. Kenner des Landes fagyn, ſagen, daß eine roße Geſamtbe'wegung große Geſamibewegung der ſckzwarzen Raffe gkgen ſ{warzen Raſſe gegen die Weiße weiße im nzuge iſt. Wirlönnen Anzuge iſ. Wir können nur wunſcben, wünſchen, daß die Ratſchläge der rheiniſchen rheiniſ<en Miſſion 'bcſdlgt wcrden, kbe befolgt werden, ehe es zu ſpät iſt. Es bleibt zu bedenken, daß wrr 1m_Gr;nid_€ wir im Grunde doch die Schuyherren Schutzherren ſind, das möchte ich ih denjenigen gegenuber bejonders (x_n- fübrrn, gegenüber befonders an- führen, die mrinen, meinen, man könnte tubizlz L'QZQ' chbkn "",d tabula rasa machen und den Em- Ein- eborenen alles nehmen. Die Frage iſt für, nnch jetzt„ ift für mi jeßt, wie ſoll man Jie die Hererobanden, die durch dur< das chnd ſtretfer), zur_N:Lderlrſ«u:;g rer Land ſtreifen, zur Niederlegung ter Waffen bringen, daß ſie einſebrn, einſehen, ihr Widerſtand Ut ge'broclyezx, iſt gebro<en, daß ße endlich ſie endlih Frieden machen. Eine exemplariſche Beſtrafitzig „Ut exemplariſhe Beſtrafung iſ am Platze, dann abrr aber ſoll man dxn Leutkn wreder Frrundltcbke'tten ex- weiſrn, den Leuten wieder Freundlichkeiten er- weiſen, damit ſie wieder Luſt behalten, deutjcbe Untsrtanxn zuſem deutſ<he Üntertanen zu ſein und ſich ſi< als Farms: wiedxr Farmer wieder anzuſiedeln. Radner Polrmißcrt drinn Redner polemiſiert dann gegen die Sozialdemokratie, Von von der man_7agen könns: man fagen könne: Sozial- demokratie ſchlägt ſich, ſ{<lägt ſi<, Sozialdemokratie Verträgt fick), De-r Pait-Iitag verträgt ſi. Der Pazrteitag in Brrmen babs Bremen habe die Dresdenkr Verhandlungen nicht Dresdener Verbandlungen niht gut gxmackpt. Di? gemacht. Die Sozialdemokratie trage die Schuld, Wenn wenn man dsn den Zolltarif nicht niht mit der wünſchenswerten wünſhenswerten Sorgfalt babe dur<arlZ€itxn Fönnkn. habe durcarbeiten fönnen. Jetzt beginne noch no< die Sozialdsmokſratie Sozialdemokiratie die Jugend bis ins innerſte LTU en zu Vergiften vergiften und ihr Religion, Sitte und Gemxht „zi raubea. Gemüt zun rauben. ie Bckämpfung Bekämpfung der Sozialdemokratie ſei eine der wrckyttgſtrn wihtigſten Auf- Tuben gaben in ganz “Deutſchland, Veutſchland, denn es handle ſich ſh hier um Sein oder 5 ii<tſein S tichtſein des deutſchcn deutſhen Volkes und Vaterlandes. Dix Einzige Die einzize Mög- lichkeit, wie man hoffen könnk, derſſozialdemokratiſchen „Volks- këönne, der ſozialdemokratiſhen Volks- verderbnis wirkſam entaeqcsnzytretrn, entgegenzutreten, ſei die, daß man die Arbeiter,„die Arbeiter, die mit dm den andern bürgerlichen Kreiſen in Frieden [eden leben wollen, untrrſtutze, unterſtüße, und wenn ſie berxchtigte bere<htigte Forderungen aufſtéllen, ihlnen helfe; aufſtellen, ihnen helfe. Es müßlé, müßte, fährt Redner fort, viel mehr geſchehen, tt_m um die <xtrtli<-na_twnal? Arbkiterbewegung <riſtlih-nationale Arbeiterbewegung zu .fördrrn, „fördern, wie ſie nir- Frankſurtkr Kopgreß Wieécrhall gkfunden Hat“ im Frankfurter Kongreß Wiederhall gefunden hat: Ausbau d:“I Koalitionßrechts, Freiheit d:8 Koalitionsre<ts, Freiteit der Berufswereine Berufsvereine uſw. iſt das Ykindeſtmaß, Was 7131: _zu Mindeſtmaß, was wir zu fordern haben, ferner Arbeitskammern, nicht Arbeitrrkammern, namlich nit Arbeiterkammern, nämli Kammern, be- ſtkbénd ſtehend aus Arbeitgebern und Arbsitern. Arbeitern. Das ſind («danken, Gedanken, wie fie <on in der alten Kaiſerlichxn Kaiſerlihen Botſchaft zum,?lxtsdruck zikkvmyzen zum Ausdru> gekommen nd. Wir wünſchcn wünſchen Korporationen, die yon <llſtlilbkm Gerit erfiillt von <riſtlihem Geiſt erfüllt nd. Gewinnen wir dieſe chriſtliche <riſtlihe Grundlage für unſer Volk nicht wieder, ſo geben gehen wir d€n den größten (Gefahren Gefahren entgegen. Der Ab . Abg. Spahn ſprach \pra< von Gleichberecbtiaung. Dre Vorausjcßun?1ſt dr: „, Gleichberehtigung. Die Os iſt doch, daß auch die katboliſche Kirche katboliſhe Kirhe Toleranz übt. _Dcxr Papt übe. Der Papſt will die Welt wieder zum Chriſtentum führen.“ führen. Das iſt em iſ ein großer Gedanke, dann muß aber die katholiſche Kirche , anerkennxxt, fkatholiſhe Kirhe anerkennen, daß 'der ProteſtantiSMus der Proteſtantismus eine berechtigte bere<tigte Art det; Chriſtrntums. Ut. GeſYncht des Chriſtentums ift. Geſchieht das ni<t, niht, ſo kommen wir jrnem jenem Ziel nicht naher. niht näher. Die Uvntxrſtutsung Unterſtüßung der chriſtlicb-ſozialen chriſtlich, ſozialen Arbeiter iſt'durcbaus iiothndig. Frtnſzsvn Ilb- ZTordrwte iſt-durbaus notwendig. Fünfzehn Ab- rort dieſer chriſtlich-nationalen chriſtli<h-nationalen Partei muſſen mmdxſtexß „im ei<stage müſſen mindeſtens im eihstage vorhanden ſein. Wir Werden “den werden den Kampf gegen die Sozial- demokratie mit aller Entſchiedenheit fortfahren. . fortführen. i Abg. yon von Gerlach (fr. VW.): Veg.): Wenn es_ es dem Rei<§ſ<aß- Reicsſhaß- ſekretär gelänge, eine Reichsvermögtnsſtxuer cinzufuern, Reichsvermögensſteuer cinzuführen, ſo wurde Er würde er den Namen eines Reichs-Miquel verdienen. Die Kölniſche „Kölniſhe Volks- Éitung' tuns! hat ebenfalls einen ſolchen ſolhen Vorſchlag gexnacht. gemacht. Die „Deutſche agkszeitung' ageß8zeitung® hat dem zugeſtimmt, aber gemeint, nur das, das mobile Kapital müffe müſſe herangezogen Werden, ni<t dieNdeutſche werden, niht die deutſ<e Landwirtſchaft. Dies Verlangen würde dazu führen, daß die Steuer erheblich Weniger einbräcbte erheblih weniger einbrähte, und dann würden die vielen Liebesgaben, die der Landwirt- LÖaft {aft zufallen, ſich der Beſteuerung entziehen. Der Staatrſekretar Staateſekcetär at ſich ziemlich ſkeptiſch ſh ziemli< \fkeptiſ< geäußert über die Ertrage Erträge aus den neuen öllen. Ueber die Handelswerträge Handelsverträge können xvir wir uns ja joyt jeßt leider ni<t niht unterhalten. Zur Steuer dcr Wabrhcrt der Wahrheit muß ich i< aber dem Abg. Stoecker Stoe>er ſagen, daß es die Wahrheit auf den 57fo Kopf ſtellen beißt, wexm heißt, wenn er ſagte, die gründliche gründlihe Beratung des Zolltartfs ſei Zolltarifs fei an dem Widerſtands Widerſtande der Sozialdemokratie aeſchxitert. Meme geſcheitert. Meine Partei und die Sozialdemokratie haben beim Zolltarif zuſammengeſtanden, um ſeine gründliche gründlihe Beratung zu ermöglichen. ermöglihen. Auch ich ih glaube nicht an einen swbarras 60 rj0b6856; embarras de richesse; darum möchte ich mödte i< die Einführung einer ReichSerbſchaftSſteuer Reichserbſchafts\teuer empfehlen. Was die Agitation gegen neue Heeres- und lottenforderungen Heeres. und. Flottenforderungen ſo ſehr erleichtert, iſt der Umſtand, daß dix AuSgabe ür die Ausgabe für jene Zwecke aufgebaut iſt auf_ indirektcn auf indirekten Steuern. Die Militärverwaltung iſt iſ ja ſogar mit verhaltniSMäßig verhältnismäßig mäßigen orderungen an uns heran etreten. herangetreten. Sie „hätte hätte aber allen Anlaß, Unſerer unſerer Anregung über die oſtendeckung naher Koſtende>ung näher zu treten. Was den iitäreiat ilitäretat im einzelnen betrifft, ſo muß i< i<_ ſagen, daß das be- ?Ynlite Dcffauer Kriegs ericbWUrteil bes e Deſſauer Kriegsgerichtsurteil in allen Schichten der ter Bevölke- rung die allergrößte erſtimmung Verſtimmung und Verurteiluna Verurteilung hervorgerufen bat. hat. Worum handelte hantelte es ſich ſi< denn? YM Litzen Tanzbodknſtreit; Um einen Tanzbodenſtreit ; und dafür tafür 5 Jahre Zuchtbuuß! Zuchthaus! Wir muffen eme Herabſkßung müſſen eine Herabſeßung der Strafen für ſolche ſolhe Fälle fordern und verhindern, daß ſo barbariſcbe Ungereckptigkeiten aufrecht barbariſhe Ungerechtigkeiten aufre<t erhalten bleiben, und daß Vorgeſetzte Vorgeſeßte und Untergebene mit ſo ſ<reiendem Unrk<t ungletcb behaxidelt werden. \<reiendem Unre<ht unglei<h behandelt werten. Die beiden Deſſauer Soldaten haben ſo gehandelt, wte geßandelt, wie fie als anſtändige Menſäxen Menſchen handeln mußten- _ mußten. Unſere (Folitiſche R Lage iſt nicht nit ſo, daß man ganz leichten Herzens daruber ſpre en darüber ſprehen kann. Gewrß Gewiß wird von allen Staaten die FriedenSliebe Friedensliebe betont. Dad Das war aber immer ſo und hat nicht gehindert, daß acht a<t Tage nach ciner ſolehen Verſicherung nah einer folchen BVerſicherung ein Krisg Krieg ausbrach. Deutſchland hat freundliche freundlihe Ge- fühle gegen die anderen Staaten, aber dl'eſe dieſe Staaten haben nicht dieſelben Gefühle gegen uns. In den offizteUen_Telegrammen offiziellen Telegrammen treten ganz erheblicheVer1<iedenbeiten erhebliche Verſchiedenheiten hervor. Man myßtx all_es vermxiden, müßte alles vermeiden, was ceignet geeignet iſt, das Mißtrauen gegen unſere MÜLtakilYtiz Militärjuſtiz zu ſtarken.“ Dcr ichskanzler ſprach won ſtärken." Der Reichskanzler \ſprah von wohlwollender Neutralitat Neutralität gegen Ruß- land. Nuß- ſand. Mir ſcheint, eint, daß die Re ierurg Regierurg das Wohlwollen gexzenRußland gegen Rußland ſtark unterſtrich. Mirſcheint eutſchlandinſemen Lixbesdiennende'gen Riißland unterſtrih. Mir ſcheint Deutſchland in ſeinen Liebesdienſten gegen Rußland zu rveit weit gegangen zu ſein. In drr der Verurteilung des Konth- Königs- berger Prozkſſes Prozeſſes ſteht die Sozialdxmokratte Sozialdemokratie nicht allem dcr. .Die ggnze allein da. Die ganze Welt hat über die preuZiſcbe Juſtiz Preugide SFuſtiz Hohn gelacht, aber die eigentliche Schmach war, daß über aupt überbaupt ein ſolcher ſolher Prozeß unternommen werdxn konnte. werden fonnte. Redner erinnrrt erinnert ferner an die Verhaftung der ruſſiſ<en ruſſiſ<hen Studentin Baerſon. Auf das Drängen, die Grüxide fur da_s Vorgrhkn Gründe für das Vorgehen gegen dtxſe dieſe Studentin anzugebLn, anzugeben, habe die Polizei geſagt, xene d'a'be jene babe am 18. Marz März die Gräber der Märzgefallenen beſucht. Unjere beſuht. Unſere Politik dem Yusland Ausland gegenüber, fährt er dann fort, können wir nicht nach ni<ht nah dem Geſubl ,der Gefühl der Dankbarkeit einrichten, ſondern nur nach nah den Jntereffexn deSFngenbltcks. Ick) vc-rlange Intereſſen des Augenbli>s. Fch verlange ja nicht, daß wir mit Rußland glricb Handkl gleih Händel ſuchen. Die Gefühle Deutſchlands für Japan erklaren ſich erklären \fih aus der Sympathie mit Japans Kulturböhe. Kulturhöhe. In der Yolitik E darf man den Raffenſtqyd- Raſſenſtand- punkt nicht nit in den Vordergrund zie en. ziehen. In den riiaßgr_bendez1Kret1en herrſcht maßgebenden Kreiſen herrſ{t über die Wißpreffe Wißpreſſe eine zu große Nervdſitat; Nervoſität ; die Wiyblattsr, Witblätter, von denen der Reichskanzler ſprach, koztimxn ſpra, kommen ja garnicht gar ni<t nach Rufz- Ruß- land. Der Reichskanzler wille ſollte die Wtßblatter ſchreibezi Wißblätter ſchreiben laſſen, zvas fie onr-n, was ſie wollen, ſonſt macht er nur Reklame fur für ſie. Wir haben emen einen ganz anderen Kampf zu führen, als den gegen die gelbe Gefahr, nämlich den gegen die reaktionäre Gcfabr. Gefahr. Darauf wird um 53/4 53/4, Uhr die weitere Beratung auf Sonnabend l 1 Uhr vertagt. Preußiſcher Landtag. „Haus Haus der Abgeordneten. 114. Sißung vom 9. Dezember 1904, 11 Uhr. (Bericht Von von Wolffs Telegrapbiſchem Telegraphiſhem Bureau.) Ueber den Beginn der Sißung iſt in der geſtrigen Nummer d. Bl. bsrichtet berichtet worden. Auf der Ta esvrdnung ſtehtdiJBeratung drs Tagesordnung ſteht die Beratung des vom Herren: Herren- hauſe in abgcänJerxer abgeänberter Faſſung zurtxckgclangtcxi zurückgelangten Geſeßentwurfs, betreffend die Koſten der Prufung u_l)_crwa<ungs- Prüfung überwachungs- bedürftiger Anlagen. Das errenhaus Herrenhaus hat diengcordneten- Hausfaſſung die Abgeordneten- hausfaſſung dahin geändert, da 111 ? l daß in è 1 unter die ubcrmdchungs: überwahungs- bedürftigen Anlagen auch die ele triſchen elektriſchen Anlagen eingereiht worden ſind und der §2 $2 dafür geſtrichen iſt, drr m der in beſonderen Beſtimmungen die elektriſchen elektriſhen Anlagen der Prußmg nack) _ Prulung nah 8 1 unterwarf und den Begriff der elektriſchen ? nlagcn na er elektriſhen Anlagen näher ſpezifizierte. Miniſter für Handel und Gewerbe Möller: Meine Herrcn! Herren! Der Herr Vorredner hat auf dir die Regierung einen grwiffén gewiſſen Vorwurf geworfeii, geworfen, daß fie ſie im Herrenbauſe Herrenhauſe die Abfi<t disſes Abſicht dieſes Hauſes nicht in der nötigrn nötigen Weiſe bsfürwortct befürwortet habe. Meine Hsrren, ich Herren, ih glaube Verfichern verſichern zu können, daß meine Kommiffare Kommiſſare in der Kommiiſwn ſich Kommiſſion ſih gegen die Auffaſſung des Herrn Geheimen Rats Slak-r) géwes;det Slakty geweidet und auch au<h erzielt haben, daß ſich ſh die große Mehrheit der Kommiſſion des Hcrrrnbauſe's 979871 Herrenhauſes gegen die Anträge des Hkrrn Herrn Profeſſors Slaby ausgcſvrochcn ausgeſprohen hat. Ich ſelbſt habe im Pirmrm Plenum dringend grbetcn, bci dsn Bsſchlüſſen gebeten, bei den Beſchlüſſen dieſes Hauſes zu blcibén. bleiben. Ich habe allerdings ausgeſprocken, ausgeſpro<en, wie das durchaus durhaus den Tatſachen entſprach, daſ; Tatſacten entſpra<, daß die Reviſion des Herrrnhauſes Herrenhauſes ja im Grunde Eine Wiedsrberſtellung eine Wiederherſtellung der RegierungkvorwJL ſci. Regierungévorlage ſei. Ich habe aber an- erkannt UNd und tue das liier hier auch, daß ich griienübxr dcm i< gegenüber dem Mißtrauen, das in den Kreiſen der Induſtrie entſtanden war, es für gkrechtfsrtigt gerehtfertigt ge- baltrn halten habe, daß hier in dieſcm dieſem Hauſe der Verſuch gsmackyt Verſu<h gemacht iſt, die Volliricictétcn Vollmachten der Regierung einzuſckyränkén Negierung einzuſhränken in Bezug bezug auf die Anlagen, auf die das Geſetz Anwendung findsn Geſey Anwendurg finden kann. Ich habe allerdings im Herrenbauſe Herrenhauſe ausgeführt _ und ich ih glaube: die Berechtigung dazu werden mir die Herren theoretiſch theoretiſ< zugeſtehen müſſen _, —, daß jede kaſuiſtiſche kaſuiſtiſhe Faſſung, namentlich namentli<h auf einem Gebiete wie dem der Elektrizität, auf dem jedes Jahr neuss neues bringt, auch au ihre Nachteile habe, und daß man daher beſſer mit der urſprünglichen Regierunßs- NRegierungs- vorlage hätte auékommen bâtte auskommen können. Jul) Jch kann das hier nur wiederholen. Im übrigen aber iſt durch dur< die Verhandlungen des Hkrrrnbauſes Herrenhauſes zum Außdruck Ausdru> gebracht, daſ; daß auch das ‘das Herrenhaus bei der Ausführung des Geſeßes Geſezes die Mitwirkung Von von Männern der Praxis und der Wiſſenſchaft wünſcht. wünſht. In dieſer Hinſicht erfährt die Faſſung der Geſetzesvorlage durch Geſeßzesvorlage dur den Antrag des Herrn Freiherrn bon Zedlitz von Zedliß meiner Auffaſſung nach eine €rbebli<e Vcrbeffcrung. erhebliche Verbeſſerung. Ich kann daher nur bitten, dieſe Verbeſſerung bier hier anzunehmen. Was der Hsrr Frei- Herr Freis herr Von von Zedlitz über die Schwierigkeiten auégefübrt hat, auëgeführt bat, die, wenn der Antrag des Herrn Volt; Volt unter Nr. ][ Il angenommen werden ſollte, demnäclet demnäcſt beim Erlaß der einzelnen Verordnungen entſtehen würden, kann ich fann i nur unterſchreiben. Dadurch, Dadur, daß Sie die Faſſung des Herrn von Zedlitz Zedliß annehmen, Vereinfachsn vereinfahen Sie die Sa<e nach Sahe nah Auffaſſung der Regierung Negierung ganz ungemein. Um nicht unnötige Arbeit von neuem wieder ſtattfinden zulaſſen, zu laſſen, kann ich jetzt ih jeßt nur bitten, daß Sie nunmehr die Güte haben, doch do< die Faſſung des Herrenhauſes mit dem Anfrage Antrage des Freiherrn von Zedliß anzunehmen und damit die Sache endlich endlih zu Ende zu bringen. Ich Verſi<ere verſichere Ihnen nochmals: ich i< werde alles mögliche möglihe tun, um namentli< namentli in bezug auf die techniſchen tehniſ<en Anforderungen eine Einbeitlicbkeit Einheitlichkeit im ganzen Reiche herbeizuführen. Wenn Sie die Garantie haben _ und die wird Ihnen durch Fhnen dur< den Antrag des Freiherrn Von Zedlitz von Zedliß gegeben _, —, daß in jedem Falle die Sachderſtändigen Sachverſtändigen der Wiſſenſchaft und der Praxis gehört werden, ſo dürfen Sie vkrſichert verſichert ſein, daß nicht ni<t Dinge in die Polizeiverordnungen hineinkommen, die zu einer unnüßen Belaſtung der Induſtrie führen werden. Wir haben den dringenden Wunſch, geordnete Zuſtände Herbeizufübren herbeizuführen und vor allen Dingen zu verhindern, daß fiel) nicht ſi< ni<ht in weitem Maße wilde Private private Prüfungsanſtalten bilden, deren Beſeitigung uns demnächſt große Schwierigkeiten und möglicherweiſe auch au< Koſten bereiten würde. Das Bedürfnis nach nah regelmäßiger Prüfung der im Geſetzentwnrfe Geſetentwurfe genannten Anlagen iſt, ift, glaube ich, jest ziemlich ih, jeßt ziemli allſeitig anerkannt, und daher daber bitte tel) ih dringend, daß die Herren dazu beitragen, nunmehr durch eine beſchleunigte beſhleunigte Be- ſchlußfaſſung \{lußfafſung ein Ende in dieſer Sache herbeizufubren. herbeizuführen. Abg. Vorſier Vorſter (fr. konſ): konſ.): Wir haben _unH yon voinbcrem uns von vornherein be- müht müht, die engſte Füblung Fühlung mit den _SacHVertandtgen Sachverſtändigen zu finden, und wir Haben haben daraufhin unſern Kommrſſionsbzſcbluß qufgebaut. Kommiſſionsb:\{<luß aufgebaut. Unter dieſen Umſtänden bat hat urs die Rede des Gebetuien Regtemngrats Slqby an;, Geheimen Negierungsrats Slaby anz beſonders überraſcht. überraſ<ht. Wir haben 1a beute ja heute inſofern eine ufklärung * erhalten, ufflärung „erhalten, als ſich heraußgeſtellt ſi< herausgeſtelt hat, daß er DaB Cr einen ſehr iſolierten “iſolierten Standpunkt einnimmt. Dre Die uns brate heute zugegangenen Eingaben beweiſen, daß die geſamte deutſche deutſ<e Induſtrie auf einem anderen Standpunkt ſteht wie Herr Slaby. Seine altuxig Haltung erklärt ſ1< ſi< aus dem alten Gegenſatz Von Gegenſay von Praxis und * beorie. Theorie. weifellos bat hat die Autorität des Herrn Slady dkn Slaby den Beſchluß des „errenbauſes verrenhauſes beeinflußt, und Mit Recht Wurde mit Reht wurde im Herrenbauſe Von Herrenhaufe von einem glänzénden laidoyer glänzenden Plaidoyer gegen die Faſſung des Abgkordnetenhcruſes geſprochen. Der5 edn_er Abgeordnetenhauſes geſproten. Der Redner wendet ſich daran 989611 ſih darauf gegen die Aurführungen Autführungen des Abg. Kreitling und befürwortet emdrmgli eindringlih den §2 $ 2 der Abgeordneten- bausb8ſ<lüſſe., _ _ . " " _ , hausbeſhlüſſe. j E ; | Abg. Münſterberg (fr. Vgg.) ſpricht 11< fur ZuruckverrOerſung ſih für Zurückverweiſung und cVentuell eventuell für die Annahme de? -des Antrages won Zedlitz (IUZ. von Zedliß aus. Abg. Macco (nl,): (nl.): Das Geyetz Geſetz in _der der Faſſung des Herrenhauſes greift nicht ni<ht bloß in die Elektrotechnik, 10ndern Elektrotehnik, ſondern in alle Gebiete der menſchlichen menſchlihen Tätigkeit, auch au< in die Laridwirtſcbaft Ein, i_ndem Landwirtſchaft ein, indem es die Polizeiaufficbt omnipotcnt macht. Polizeiaufſiht omnipotent ma<ht. Wie Will will man ein_ iolchs ein ſolches Geſetz zur Durchführung bringsn?_ bringen? Das Plaidcysr dss Profe_nors__Slaby bat eiiie ZufallSmebrbeit Plaidcyer des Profeſſors Slaby hat eine Zufallsmehrheit für die: Umſwßuiig Unſcrer_de1<lü11e zuſtdnde gebracht. die Umſtoßung unſerer Beſchlüſſe zuſtande gebraht. Die Vorlage muß an die „Kommimwn zurückverwieſen Werden; Kommiſſion zurü>verwieſen werden; der Antrag Von Zedliß bistet kerne genügend? von Zedlitz bietet keine genügende Abhilfe. Geheimer Obeirkqierungsrat Frick fiihrt Oberregierungsrat Fri>k führt aus, daßdik daß die Vertreter der ngierung Regierung in der Kommiſſion, dxs Hrrreiibauſes Kommiſſion des Herrenhauſes für die Faſan,] Faſſung des Abgeordnetenhauſes eingetreten ſeist), ſeien, und daß die Kommiſfion Kommiſſion auch mit Zweidrirtel- Zweidrittel- oder Dreiviertelmebrbett, ſo beſchloſſen babe; Dreiviertelmehrheit fo beſ<hloſſen habe; erſt in) im Plenum ſei eine Veränderte veränderte Stellungnahme emgetretcxn. eingetreten. Mit dem ©6er Werds ſicb aach Geſe werde ch auch arbeiten laſſen, wenn § $ 3 „(Befreiuxxg (Befreiung der Mitgliedcr don Uebsrwachnngwer-inen Von Mitglieder von Ueberwachungkver: inen von den amtlichen Prüſunchn) amtli<hen Prüfungen) geſtrichen wrrd. wird. Es ernpfkble fick) dagkgsn empfehle fih dagegen die Annahme des Antrags des Abg. Boltz Volß Nr. 3 mit der Dom vom Abg. Von Zedle von Zedliß beantragten Modifikation. Abg. von Klißing Klitzing (konſ.) 1<ließt fich die1en {ließt ſi< dieſen Ausführungen r-amkns namens ſeiner Freunde an._ DW Herrenbauéfqffung an. Die Herrenhausfafſung enthalte eine Ver- brfferung, beſſerung, da fie ſie alle elektriſchen eleftriſ<hen Anlagen umfaſſe, während unter § $ 2 in der Abseordnetenbaakſaffuna, Abgeordnetenhauëfaſſung gerade Anlagen nicht fallen können, die ſehr gefährlicb fehr gefährlih ſeien. Die Ueberwachung der elektriſchen elektriſ<en An- lagen durcb einkn UkberwackyungsNrein h_cxbe Lbénſo dur einen Ueberwahungsverein habe ebenfo wenig Schwierig- keitcn Vernrſaäxt, feiten verurſacht, wie die Dampfkeffelrevrxionen durch Dampfkeſſelreviſionen dur< die Daxnpfksffel- überwa<U1igsvereine- Dampffkeſſel- überwahungsvereine. Es empfehle fick) ſih die Annahme der Herrsnbaus- faffung, Herrenhaus» fafſung, eventuell mit dem Antrags yon Zedliß; Antrage von Zedlißz.- Damit ſchließt die' DiSkuſſton. die Diskuſſion. Das Haus beſchließt nach dcm Anfrage Volk), nah dem Antrage Volg, die Vorlage nochmals no<hmals an dre die Kom- miſſion zu uberwerſen. überweiſen. Es folgt die erſte Beratung des (Heſeßsntwurfs, Geſehentwurfs, betreffend die Errichtung SMCS eines Amtsgerichts in Langendreer. Abg. Weſtsrmann (nl) Weſtermann (nl.) ſpricht ſeine Frkude Freude über die Vorlaße Vorlage aus, hätte hâtte aber gewünſckot, daſ; yon Vornbcrein gewünſ<t, daß von vornherein feſtgeſtellt werde, in weſſen Eigentum das Gebäude ſtehen ſolle, in de_m dem das Amts- gericht Errichtet geriht êrrihtet werden würde). Nac!) würde. Nach dem Vertrage zxviycloen zwiſchen Regierung und kaeinde „ſolle Gemeinde ſolle die [Eßtcre leßtere das Gebäude ſélbit errichten. ſelbſt errihten. Der Amtsssrichtsbezirk Bochum Amtsgerichtsbezirk Bohum umfaſſe 231000 Einwobnrr, 231 000 Einwohner, eine Teilung ſei alſo notwendig. Jndeffc-n keſtänden dieſelbrn Bedürfniffe Indeſſen beſtänden dieſelben Bedürfniſſe wie für Langendreer auch ncch au<h nc< für andere Orte in den Bezirksn Bochum Bezirken Bohum und Dortmund. Inſtizminifter Juſtizminiſter Dr. S ch dnftcdt: Schönſtedt: Nach den Eingangswortsn Eingangsworten des Hrrrn Mg. Herrn Abg. Weſtermann darf ich ih wohl annehmen, daß dic Vorlagü, die Vorlage, um die es ſich ſh gegenwärtig handelt, cinem Widerſpruch einem Widerſpru<h innerhalb des Hauſes 1:i<t niht begegnen wird. I>) Jch darf das umſomehr, als ſi< ſchon Vor mehrerrn Jahrsn ſi {on vor mehreren Jahren aus Anlaß einc'r Pctititon einer Petititon der Grmeimké Langsndrser Gemeinde Langendreer ein lebhaftss Jnterrffe lebhaftes Intereſſe für die Crriclytunß dcs Amt§g€ri<ts, Errichtung des Amtsgerichts, das jrßt jeßt ins Leben gerufcn gerufen werden ſoll, bicr hier in dieſem Hauſe gezeigt hat. Drr Der Abg. Weſtrrmann Hat abcr Weſtermann hat aber Beſtimmungen gstadelt odcr Wenigſtens getadelt oder wenigſtens zum Gegenſtands ſriner Gegenſtande ſeiner Kritik gsmacht, gemacht, die in drr der Be- gründirng dss gründung des Entwurfs erwähnt worden ſind, wonach wona< die Gémeinde Gemeinde Langendreer nicht niht nur deri Bauplqß den Bauplay für das Amtßgsricht Amtsgericht hergeben ſoll, ſondern es aU< Übernommén bat, au< übernommen hat, die Gsbäudc Gebäude ſelbſt anf auf ihre eigcnén KVſtLU berjuriclxtsn, eigenen Koſten herzurihten, um ſie drm dem Staate auf die Dauer Von von 30 Jahrcn grgen Jahren gegen eine Verzinſmig dcs Baukapitals Von 4% Verzinſung des Baukapital8 von 40/9 und teil- weiſe Uebernahme dcr Unterhaltungskdſtcn der Unterhaltungékoſten zur Verfügung zu ſtellen. Dieſe Bsſtimmungrn ſmd beworgsgangan Beſtimmungen ſind hervorgegangen aus den Von von der Gemeinde Lapgendrch ſslbſt gcmachtsn Langendreer ſelbſt gemahten Vorſchlägen. Die Gemände Gemeinde hat ſich ſchon ſ|\< hon im Beginn der Ver- handlungen bereit erklärt, disſe dieſe Leiſtungen zu überncbmen, übernehmen, und ich ih glaube nicht, daſ; daß geſagt werden kann, daß fie dadurch ſie dadur< in zu hohem Maße bclaſtet werds. Cine belaſtet werde. Eine Verzinſung des Baukapitals mit 40/0 49/0 wird Vorausſichtlich auSreickxcn, vorausſihtli<h ausreihen, um nicht niht nur das etwa Von von der (Ge- Ge- meinde aufzunehmende Kapital zu Verzinſtn, ſo::dkrn aucb dic verzinſen, ſondern au< die Unter- haltskoſten zu dccken. de>en. Die Befürchtung, Befürchiung, daß durch ein ſolches ſolhes Verhältnis, insbeſondere diirch dur< die Teilung der Unterhaltspflicht zwif<€n Unterhaltspfliht zwiſhen dem Staat und "dcr ter Gemeinde bkſrndxre Unzuträglichk-Iitcn beſondere Unzuträglihkeiten erwachſen würdkn, würden, kann "[> nach i< na< den gcnmchtrn Erfahrungcn nicht tcilkn. gemachten Erfahrungen nit teilen. Wir haben mit zahlreichen zahlreihen Gemeinden dérartige derartige Verträge, und bisher iſt mir wenigſtens nicht bkkannt niht bekannt geworden, daß das zu *:rbeblicben Différensen erheblichen Differenzen in dcr der Ausführung Zefülyrt Hat. geführt hat. Daß aße: aber der Bau für ein neu zu errichtendes A1nt§geri<t§gebäude Von errihtendes Amtsgerichtsgebäude von der Gemeinde über- nommen und nicht dEm niht dem Staate Überlaſſen überlaſſen wird, lisgt liegt inſoweit im Jntereffe Intereſſe der (Gemeinde Gemeinde ſelbſt, als ſich dadurch ſi< dadur eine viel raſchere raſhere Aus- führung der Sache ermöglichen ermöglihen läßt. Wenn der Staat ein neues Amtßgericbtsgebäude Amtsgerichtsgebäude und Gefängnis errichten ſollte, dann würden, wie dje Herren aus Erfahrung wiffen, wiſſen, Vorbereitungen erforderlich erforderli ſein, die immer den Zeitraum von ein paar Jahren einnehmen. Bis die ſämtlichen Inſtanzen durchlaufen ſind, und ehe man mit einem ſolchen ſol<hen Bauprojekt an den Landtag herantreten kann, Vergeht vergeht lange Zeit; es ſind da zeit- raubendc raubende Schwierigkeiten zu überwinden, die Vc'rmieden vermieden oder auf ein Mindeſtmaß zurückgeführt zurü>kgeführt werden, wenn die Ausführung des ‘des Baues von der Grmeinde Gemeinde in dic die Hand genommen wird. Die Gemeinde wird dadurch erreichen, daß vorausſichtlich vorausſihtlih 2 bis 3 Jahre früher das Amts- gericht ins Leben treten kann, als es ſonſt der dér Fall ſein würde. Nun hat Herr Abg. Weſtermann wieder den Gedanken angeregt, auf dem beſchrittenen Wege fortzufahren und zu einer weiter gebenden gehenden Dezentraliſation der großen Amtsgerichtsbkzirke Amtsgerichtsbezirke in dc-r der Induſtrie- gegend, ſpeziell in den Landgerichtsbezirken Bochum und Dortmund überzugehen. Ich glaube nicht, daß ich ih nötig habe, heute auf dieſen Gedanken weiter einzugeben. einzugehen. Anträge nach nah der Richtung Nichtung liegen maſſenhaft vor; ich ih glaube, daß mindeſtens 20 Orte in der Gegend den Anſpruch erheben„ Sitz erheben,, Siß eines Amtögerichts Amtsgerichts zu werden. Vielfach Vielfah bekämpfen ſicb ih diejenigen Gemeinden, die einem neuen Bezirk zugewieſen werden ſollen; ſfollen ; jeder der größerén dergrößeren Orte will Sitz Siß des Amtsgerichts werden. Die Schwierig- keiten, die ſich fi< dabei ergeben, find ſind gar nicht niht ſo leicht leiht zu heben; heben ; außerdem ergibt ſich ſi< für den Staat eine ganz erhebliche erheblihe Mehr-