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Konkurshistorische Datenbank Deutsches Kaiserreich (1879–1914)

I. Einleitung

Die vorliegende Datenbank verzeichnet gegenwärtig 55.197 Konkursverfahren aus der Zeit des Deutschen Kaiserreichs. Sie umfasst den Zeitraum vom 1. Oktober 1879 bis zum 31. Juli 1914 (Inkrafttreten der Reichskonkursordnung bis Beginn des Ersten Weltkriegs).

Enthalten sind die Konkurse ausgewählter Gerichtsbezirke, darunter die 15 bevölkerungsreichsten Städte zum Stichjahr 1895 (Berlin, Breslau, Chemnitz, Dresden, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, Köln, Königsberg, Magdeburg, München, Nürnberg, Leipzig, Stuttgart), außerdem die Hansestädte Bremen und Lübeck, die Städte Dortmund, Duisburg und Essen sowie sämtliche Amtsgerichtsbezirke im Bereich der Landgerichte Königsberg (Allenburg, Fischhauen, Königsberg, Labiau, Mehlauken, Pillau, Tapiau und Wehlau), Mannheim (Mannheim, Schwetzingen und Weinheim) und Straßburg (Benfeld, Bischweiler, Brumath, Erstein, Hagenau, Hochfelden, Illkirch, Lauterburg, Niederbronn, Schiltigheim, Straßburg, Sulz unterm Wald, Truchtersheim, Weißenburg und Wörth an der Sauer).

Insgesamt befinden sich aus dem genannten Zeitraum ca. 22 % aller Konkursverfahren, die im Deutschen Reich eröffnet wurden, in der Datenbank.

Die Datenbank folgt den Grundsätzen Offener Wissenschaft (Open Science). Die Daten sind über diese Internetseite auf verschiedene Arten frei nutzbar (zur Lizenz). Das Datenmaterial ist mit der Digitalausgabe des Quellenwerks verknüpft, sodass die Entstehung des Datensatzes nachvollzogen und überprüft werden kann. Außerdem sind an dieser Stelle weitere Informationen zur wissenschaftlichen Nutzung der Datenbank verzeichnet.

II. Entstehung und Quellen

Die Datenbank entstand im Rahmen des rechtshistorischen Dissertationsprojekts von Christoph Kling am Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Europäische Rechtsgeschichte und Rhetorik der Universität Mannheim (Inhaber: Prof. Dr. Ulrich Falk).

Dabei wurde zunächst als Vorarbeit der Deutsche Reichsanzeiger und Königlich Preußische Staatsanzeiger, ein offizielles Presseorgan des Deutschen Reichs und des Königreich Preußens, digitalisiert. Die 38.182 Zeitungsausgaben wurden dann näher untersucht und mit Metadaten erschlossen (2013/14). Als Nebenprodukt des Projekts entstand eine frei verfügbare Digitalausgabe des Reichsanzeigers und aller seiner Vorgänger- und Nachfolgerzeitungen aus dem Zeitraum von 1819 bis 1945.

Sodann wurden aus der nunmehr elektronisch verfügbaren Central-Handels-Register-Beilage des Reichsanzeigers bestimmte Konkursbekanntmachungen mit einem aufwendigen Verfahren erfasst, die resultierenden Daten miteinander verknüpft und aufbereitet (2014–2017). Die in der Datenbank verzeichneten Konkursverfahren stammen aus insgesamt 10.739 Zeitungsausgaben. Die Erfassung und Aufbereitung erforderte allein an studentischen und wissenschaftlichen Hilfskräften einen Aufwand von ca. 7.500 Stunden. Die vollständige Dokumentation nach den Grundsätzen Offener Wissenschaft (Open Science) ist in der Dissertation von Christoph Kling sowie den dazugehörigen digitalen Anhängen niedergelegt (siehe unten).

III. Zugriffsmöglichkeiten

Es bestehen drei Zugriffsmöglichkeiten von einfacher Schnellsuche über verschiedene Expertenzugänge bis zum Download des wissenschaftlichen Datensatzes.

Die Daten sind für diese Zwecke in der Form einer relationalen Datenbank abgelegt. Sie können deshalb mittels Standard Query Language (SQL) abgefragt werden. Damit lassen sich die Daten in die gewünschte Form bringen und in beliebige Zielformate konvertieren.

1. Online-Datenbank mit spezieller Weboberfläche für vereinfachte Benutzung

Eine spezielle Weboberfläche ermöglicht den komfortablen Zugriff auf die gesamte Datenbank.

Funktionen:

  • Schnellsuche nach Schuldner- und Verwalternamen.
  • Schnellzugriff auf einzelne Konkurseröffnungen- oder Beendigungen mit bekannter Identifikationsnummer.
  • Eine Eingabemaske erlaubt die einfache Generierung von SQL-Abfragen mit frei wählbaren Spalten, Filtern, Gruppierungen und Sortierung.
  • Die jeweils relevanten Zeitungsseiten des Reichsanzeiger sind über direkte Links mit der Digitalausgabe verbunden.
  • Die Informationen über Eröffnung und Beendigung der Konkursverfahren sind miteinander verlinkt.

Klicken Sie hier zum Aufruf der Weboberfläche in einem neuen Fenster.

2. Online-Datenbank mit generischer Weboberfläche für SQL-Abfragen

Die Universitätsbibliothek bietet die Möglichkeit, mit der Webanwendung SQLPad beliebige SQL-Abfragen auf einem Datenbankserver auszuführen und die resultieren Daten zu exportieren.

In der Webanwendung sind unter "Queries" SQL-Abfragen voreingestellt, die in der rechtshistorischen Arbeit von Christoph Kling als Quellenangaben zitiert wurden. Sie dienen neben dem Nachweis als Anschauungsmaterial und Beispiel für eigene Abfragen.

Klicken Sie hier, um SQLPad in einem neuen Fenster zu öffnen.

3. Wissenschaftliche Datenpublikation (Download-Version)

Die Datenbank ist in vollständiger Form auf dem Forschungsdatenserver MADATA der Universität Mannheim publiziert. Sie liegt dort als Export der relationalen Datenbank im SQL-Format vor. Ebenfalls auf MADATA befinden sich die digitalen Anhänge zu der Dissertation von Christoph Kling. Diese enthalten ergänzend zum Drucktext weitere Informationen zu Genese und Benutzung der Datenbank für wissenschaftliche Anschlussverwendungen.

IV. Lizenzierung

Creative Commons Lizenzvertrag

Die Datenbank ist unter der Creative Commons Attribution 4.0 International Public License für jedermann nutzbar. Einzige Bedingung ist die Nennung der Quelle.

V. Literatur

VI. Danksagungen

Das Projekt wurde finanziell ermöglicht durch die Förderung der Studienstiftung des deutschen Volkes, des Vereins zur Förderung des Zentrums für Insolvenz und Sanierung an der Universität Mannheim e.V. sowie der Gerda Henkel Stiftung.

Unterstützung erfuhr das Projekt zudem durch die Universitätsbibliothek Mannheim. Dazu gehörte unter anderem die Beratung bei der Digitalisierung des Reichsanzeigers, die infrastrukturelle Übernahme der abgeschlossenen Digitalausgabe sowie die elektronische Bereitstellung der konkurshistorischen Datenbank.

Projektleitung: Christoph Kling, LL.M. (Harvard)

Wissenschaftliche Mitarbeiterin: Katharina Kremer, LL.B.

Studentische und wissenschaftliche Hilfskräfte: Marie-Fee Battistoni, Simon Beßler, Pascal Böhme, Alexander Borrmann, Christopher Brendel, Lars Ennen, Lisa Faber, Enrico Farinato, Maximilian Fischer, Daniel Friedrich, Tobias Gehrlein, Johannes Hagmann, Monika Harten, Anna-Lisa Helter, Anna Lehmann, Aida Mebratu, Florian Meyer, Anja Müller, Jens Pakenis, Chris Pflüger, Christopher Rieke, Alina Roch, Cennet Rüzgar, Manuel Schuster, Philipp Seimel