1871 / 21 p. 7 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

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Frankrei. Ueber die Einnahme von Paris spricht sich in <harakteristisher Weise ein Bericht der »Daily News«

aus, dem namentli<h Folgendes zu entnehmen ist:

» Paris, 24. Mai, Abends. Gestern früh um 11 Uhr offupirten die Versailler den Montmartre mit geringem Blut- Sie nahmen die Festung , indem sie dieselbe von Während des Vormittags dran- gen sie in östlicher Richtung von der Notre Dame-Kirche nach der Rue Lafayette und über “die Rue Chateaudun nach der Porte St. Martin vor, und griffen die, die großen Boulevards Rücken Insurgenten hinter der genommen und Nachmit- tags die rothe Fahne auf ihrem Gipfel dur die Trikolore erseßt. Hierauf wurde mit großer Energie der Place Vendômè angegriffen, aber vor 4 Uhr heute Morgen nicht definitiv okfku- pirt. Am Eingange der Rue St. Honoré und im Palais Royal hielten die Jnsurgenten lange Stand, und als fie zum Rückzuge gezwungen wurden, seßten sie das Palais in Brand. Das Gebäude, sowie die meisten Häuser der Nachbarschaft sind mehr als halb aus8gebrannt. Die Einnahme des Place Vendôme

vergießen. La Chapelle aus umgingen.

no<h immer vertheidigenden Kommunisten im an. Am hartnä>igsten wehrten sich die in der Gegend des Boulevard Haußmann Neuen Oper. Diese wurde

machte. die Tuilerien unhaltbar, aber ehe die Insurgenten den Palast räumten, ste>ten jie ihn mittelfi Petroleum in Brand. Der ganze den Privatquartieren gegenüber liegende Flügel brannte nieder, und das Feuer hat fich längs der Front der Rue Rivoli vom Haupteingange bis zur Place de Carrousel ausgedehnt. Der Louvre brennt ebenfalls , desgleichen das Palais Royal, das Kriegs-Ministerium und das Stadthaus, das die Föderir- ten verzweifelt vertheidigen. Viele andere öffentliche Gebäude, welche von den Insurgenten mit malitiößsem Vorbedacht in Brand geste>t wurden, stehen- ebenfalls in vollen Flammen. Jn den östlichen Vorstädten oder in den Positionen, die ihnen ge- blieben sind, kämpfen die Insurgenten no< immer wie die Dä- monen. Sech$- bis achttausend derselben sind Gefangene in Versailles und andern Orten. Die leichtsinnige, wankelmüthige Bevölkerung is wahnfinnig vor Freude. Ueberall weht die Trikolore. Die Straßen find ruhig und die Versailler Trup- pen führen sih ordentlich auf, wenn sie niht mit aufgespürten Insurgenten engagirt sind. Die Polizei nimmt Haussuchungen vor und dur<suht Haus für Haus vom Dach bis zu den Kellern. Paris is in eine dichte Rauchsäule eingehüllt. Die Straßen find mit Blut besudelt und mit Trümmer darunter menschliche Formen, bede>t. Durch das Werk der lehten beiden Tage ist Paris fürchterlich beschädigt. Die Zerstörung von Eigen- thum übersteigt allen Glauben und ist bei weitem größer, als die Verluste während des ganzen deuts<- französischen Krieges. «

Bersailles, 26. Mai, Morgens 8 Uhr. Die Jn- surrekktion wurde in der verflossenen Nacht im Quartier Mouffe- tard unterdrückt; die Truppen machten 6000 Gefangene. Die Insurgenten find nunmehr in Belleville und auf den Buttes de Chaumont zusammengedrängt, von wo aus fie- fortfahren Petroleumbomben auf die Stadt zu shleudern und neue Feuers- brünste- zu verursachen.

___— Von monumentalen Gebäuden sind zerstört: die Tuilerien, die Hotels des Finanz-Ministeriums, der Präfektur, der Polizei, des Rehnunghofes, die Kaserne am Quai d’Orsai, das Hotel de Ville und der Mont de Pitié. Gerettet wurden die Mini- sterien der Marine, des Jnnern, des Aeußern, der Landwirth- schaft, das Panthéon, die Sainte Chapelle, die Schule der shönen Künste, die Bank von Frankreich und das Gebäude des Cródit foncier ; die Kirchen sind größtentheils gerettet.

Unter den bi8her ershossenen Führern des Aufstandes nennt man: Jules Vallès, Amouroux, Brunet, Rigault, Pa- risel, Dombrowski, Lefrangois, Bo8quet. Die Nachricht , daß Pyat, DeleScluze, Ranvier und Cluseret verhaftet worden seien, hat sih nicht bestätigt. Ueber das Schicksal der gefangenen Geißeln liegen keine näheren Nachrichten vor; gerüchtweise ver- lautet, dieselben seien gerettet. Der Erzbischof soll in Freiheit geseßt worden sein. Mac Mahon soll an die Insurgenten eine Tehte Aufforderung zur Unterwerfung gerichtet und angedroht haben, daß Alle, welche von nun an mit den Waffen in der Hand ergriffen werden, erschossen werden sollen.

Heute Morgen hielten die Jnsurgenten no< immer Bercy, den Bastillenplaß, Charonne, Belleville, Menilmontant und Villette beseßt. Die Regierungstruppen nahmen gestern Mazas, sowie die Bahnhöfe von Lyon und Orleans. Die Jn- surgenten hatten die in ihrer Gewalt befindlichen Geißeln von Mazas na< Roquette gebraht. Heute Morgen griffen die Regierungstruppen den Bastillenplay an. Die Insurgenten

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Minister Dufaure einen Gefeßentwurf, dur< welchen das Be- gnadigungêrecht bei politischen , dur< die Presse begangenen,

als 1 Jahr Gefängniß festgeseßt ist, geregelt wird. Nach dem- selben soll der Cbef“ der Exekutivgewalt das Begnadigungs- re<t nur unter Qustimmung einer besonderen Kommission

der Gesehgebung erlassen werden. Ueber diesen Gesehentwurf wird die Dringlichkeit beschlossen. Picard bringt einen Geseßentwurf ein, dur< wel<hen die Kautionspflichtigkeit für Journale wieder eingeführt wird, und erkläri, die Frage wegen Wiedereinführung des Zeitungsstempels sei in Berathung ge- ogen. Poeberaebenden Deklaration behufs Gründung von Journalen wiedrr her, ebenso die Verpflichtung der vorhergehenden Hinter- legung der Exemplare. Die Höhe der Kaution ist, wie ver- lautet , gleicbmäßig für politische, sowie für literarische Jeit- schriften auf 25,000 auch dieses Geseßentwourscs wird angenommen. Baron Echasseriaux legt einen von 60 Mitgliedern der Versammlung unterzeichneten Geschentwurf vor, wel<er die Einseßung einer Kommission zur Untersuchung des Pariser Aufstandes, in gleicher Weise, wie dies nach dem Aufstande im Jahre 1848 der Fall war, verlangt. Die Dringlichkeit wird angenommen. Der Geseßentwurf, betreffend den Wiederaufbau des Hauses Thier®, wird angenommen, General Lesl® erstattet hierauf Bericht über den Stand der Dinge in Paris: »Die Operatio-

[uste der Truppen seien minder groß, ais manz hätte befürchten sollen. Die Insurgenten seien von dem LVastillenplaßte aus, welchen unsere Truppen beseßten, angcgriffen worden. Die Armee Vinoy's suche die Barrière du Trône zu nehmen. Die

seßt; die Jnsurgenten sind in Menilmontant und Belleville

gegeben sein wird. «

worden; er spricht die Hoffnung aus, daß der Erzbischof ge- rettet sei. Schließlich zeigt General Leflô an, daß die Lösch- mannschaften von London, Antwerpen und Brüssel in Paris eingetroffen seien. Neue Feuersbrünste find niht gemeldet worden. Die Sißung wird hierauf geschlossen.

Paris direkt hier eingetroffen sind, mitgetheilt wird, ist der- jenige Theil des Louvre, welcher an der Rue de Rivoli liegt,

worden. Es ift Befehl gegeben worden, die Kellerluken zu ver- stopfen, da die Feuersbrünste vielfah dadur< hervorgerufen

wurden, daß Petroleum in die Kellerluken hineingegossen und angezündet wurde.

nach Paris begeben.

lungen des Louvre, mit Ausnahme der Bibliothek, geborgen.

Die Nationalbibliothek und die Bank sind gerettet. Die Tuile- rien sind von dem Gitter vor dem Palast bis zum Pavillon &lore ausgebrannt. Das Palais Royal is niedergebrannt.

S oissy, 26. Mai, Nachmittags 1 Uhr. Favre meldet,

in den Händen der Regierungstruppen sei.

| An der. Barrière d'Jtalie hahen \si< 6000 Insurgenten ergeben.

Auf dem rechten | Mazas und die äußeren Boulevards.

morgen früh in Paris eintreffen wird.

Nußland und Polen.

Amerika. Dem Washingtoner Vertrag entnehmen wir

die Schlußartikel des Vertrages, welche dem Deutschen Kaiser La: übertragen. S auten :

Diese Artikel (34 und 35) Dieweil im Art. 1 des am 15. Juni 1846 zwischen Ihrer briti-

hen Majestät und den Vereinigten Staaten abge lossenen Vertrages festgeseßt worden war, daß die Grenzlinie zwischen gen Gebiete der

haben gestern Abend das Fort Ivry, nachdem 8 ; räumt, in die Luft Ltt nas R

Vereinigten Staaten und dem Jhrer britis<hen Majestät von dem

In der Nationalversammlung überreichte der Justiz. Hun war, na< Westen entlang dem besagten Breitengrade

E dli ie Mitte besagten [8s und sodann südli< dur< die 3 L als e Fuca-Straße zum pacifischen Oceana fortgeführt

sowie bei gemeinen Verbrechen, für welche eine s{hwerere Strafe | werden sollte, diewe.l ferner die von den’ beiden hohen Vertragsschlie-

o dur die Mitte vorbesagten Kanals zieht, beauftragten Kommis-

J @ De, AUAE n Men Abex Vortr er MUN Bean ege s eil ferner die Regierunz Jhrer britischen Majestät verlang? daß Die Grenzlinie na< den Bestimmungen des angeführten Vertrages Kir die Rosariostraße laufe, und die Regierung der Dereinigien Staaten verlangt, daß sie dur< den Haro-Kanal [aufe: so wird aus-

gema<t/ Der vorgelegte Entwurf stellt die Verpflichtung zur |

Francs festgeseßt. Die Dringli®keit |

nen der Truppen verliefen in regelmäßiger Weise. Die Ver- |

Kaserne des Prinzen Eugen sowie die Magazins Réunis seien be- J

zusammengedrängt. Die Truppen rücken methodish und sicher F vor. Wir hoffen, daß spätesiens morgen die leßten Qufluchts- | orte der Insurgenten genommen und. Paris Frankreich zurü>- E General Lefl® theilt ferner mit, cine An- | zahl der gefangenen Geißeln sei von den Insurgenten erschossen F

Wie der »Jndépendance« von Personen, welche von k

durch das Feuer total zerstört, der gegenüber liegende Theil / des Gebäudes, welcher die Sammlungen enthielt, ist gerettet |

Wie das Journal »Echo du Parlement« mittheilt, hat - sich auf Ansuchen des fränzösischen Gesandten, Grafen Baude, das Pompiercorps von Antwerpen sammt seinen Löschgeräthschaften 4

96. Mai. Wie die »Times« erfährt, find die Samm-

daß der Erzbischof Darboy befreit und daß Bicêtre und Ivry |

Ufer umgingen die Versailler Generale den Bastillenplaß über F

: ) Neue Feuersbrünfte wurden heute früh gemeldet. Die Stadt London stellte ihr Pompiercorps zur Disposition, welches auf dem kürzesten Wege F

: nd un St. Petersburg, 25. Mai. Der Großfürst Nikolai Nikolajewitsch ist Vi seinem Sohne, dem Großfürsten Nikolai Nikolajewitsh, am F 293. Mai wieder in St. Petersburg eingetroffen. G

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unkte unter dem 49. Breitengrade, bis zu wel<hem sie schon be- der Mitte des das Festland von der Vancouversinscl tren-

ern mit der Bestimmung jenes Theiles der Grenze, welcher si süd-

arien nicht im Stande waren, si< Über selbige zu verständigen; die-

daß die betreffenden Ansprüche der K. britischen Rezierung und der Regierung der Mais Staaten dem Sciedéspruche und der Entscheidung Sr. Majestät des Kaisers von Deutschland untŒ breitet werden soll , welcher y den oben erwähnten Vertrag in Erwà- gung ziehend, na demselben endgültig und jede Berufung aus\{ließend, entscheiden soll; wel<er von diesen Ansprüchen am meisten im Einklange steht mii der ritigen Auslegung des Vertrages vom Juni 1846. Die Entscheidung Sr. Majestät des Kaisers von Deutschland soll als absolut endgültig und abschließend betrachtet werden und volle Ausführung foll ihr gegeben werden ohne Einrede, Ausflucht oder Verzug. Die Entscheidung soll shrift:i<h und mit dem Datum abgegeben werden in irgend einer Form, die es Sk. Majestät zu wählen beliebt; sie soll den Vertretern oder anderen öffentlichen | Agenten Großbritanniens und der Vereinigten Staaten, die si<h um | jene Zeit in Berlin befinden, Übcrreiht werden und als von dem Datum der Ueberreichung an in Kraft getreten betrachtet werden.

Statistische Nachrichten. erlin, 25. Mai. Von dem Königlichen Ministerium des Jnnern | ist e Statistik der zum Ressort des Ministeriums des Innern gehörenden Straf- und Gefangen-Anfstalten für | das Jahr 1869, 33 Bogen Royal 4to. Berlin, 1871. Verlag der | Königlichen Geheimen Ober-Hofbuchdruerei (R. v. Decker) veröffent- licht worden. Ueber Jnhait und Zwe> dieses Werkes spricht sich das Vorwort desseldeiz wie folgt, aus: Die statistischen Notizen über das Gefängnißwesen, deren Veröffentiichung dos Minisierium des Jnnern hier zum ersten Male unternimmt, haben auf denjenigen Theil der preußischen Gefängnißanstaiten beschränkt werden müssen, welcher das eigene und unmittelbare Verwaltungëgebiet dieser Bebörde bildet Bekannilich begreift das Leßtere neben den zur Vollstre>ung der Zucht- | hausfstrafe bestimmten Strafhäusern nur eine kleine ahl der Anstal- ten für andere Haftarten Gefängniß, Korrektions-, Polizei- und | Untersuhungshaft —, während die son|stt vorhandenen Gefängnisse der leßtgedachten Kategorie dem Justizressort angehören, oder der | Verwaltung von ständis@en Körperschaflen und Gemeinden unter- liegen. Oie durch dle Ressortverhältnisse bedingte Beschränkung des Werkes nur auf einen Theil der den Zwecken der Strafrechts- und Sicher- heitspflege dienenden Hasftanjialten hat zu Einschränkungen auch bezüglich des Stoffes der Erhebungen genöthigt. Es würde von äußerst geringem Werthe gewesen sein, Notizen Über die Beschaffenheit des Personals solcher Gefangenkategorien anzusammeln, von denen nur ein Bruch- theil in den Gefängnissen des Verwaltungsöressorts, die überwiegende Mehrzahl dagegen in anderen Anstalten verwahrt wird, für welche ähnliche Notirungen nicht erfolgen. Mindestens würden aus Auf- stellungen diescr Art allgemeinere Schlüsse niemals haben gezogen werden können. Das vorliegende Werk liefert Jndividualnotizen da- her nur bezüglich der in ihrer Gesammtzahi in den Gefängnissen des Perwaltungsressorts untergebrachien Quchthausgefangenen , L es sich im Uebrigen lediglich als allgemeine Verwaltungsstatisti darstellt. Es hat nicht übersehen werden können ; daß in Folge dessen das Werk auf -Juteresse vorzugsweise nur im Kreise der Fachmänner zu re<hnen haben ird j und daß ein großer Theil Der- jenigen unbefriedigt bleiben dürfte, welche dem Se von einem allgemeineren Standpunkte aus ihre Beachtung zuwen F Wie die Dinge liegen, ließ si< zur Zeit ein Mehreres indeß nich bieten. Auch dürfte wenigstens im engeren Kreise {on das as liegende Material als ein werthvolles angesehen werden. ge és deutung statistis<ex Aufzeihnungen ist in der Gefängnißyerwa E des Ministeriums des Jnnern au früherhin nicht verkannt wor! is Seit einer langen Réihe von Jahren hatten die Auna oar an e Verwaltungsübersichten in Tabellenform einzureichen, welche Über an Stand und die Bewegung der Anstaltsbevölkerung, sowie A N Gesundheitspflege, den Arbeitsbetrieb und die finanziellen Resu ate der Verwaltung, endli< so weit cs si um die Zuchthäuser han-

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niß entzogen blieben.

Die Erinnerungen, welche in dieser leß- teren Beziehung “namentli< in den Verhandlungen des Land- tages der Monarchie gezogen wurden, begegneten den eigenen Wünschen der Verwaltung. Nach Beendigung der umfassenden Vorarbeiten, wel<he die Aufstellung der Tabellenschemata er- forderli< machte, wird demgemäß zuerst für das Jahr 1869 zur Veröffentlihung des danach geordneten Materials geschrit- ten. Die Staatsregicrung wird es mit Dank anerkennen, wenn die Kritik si diesem ersten Versu®e in eingehender Weise zuwenden und

| ihr die Gesichtspunkte vorführen sollte, na< tenen eine Vervollftän-

digung oder Umgestaltung des zu Grunde liegenden Planes zwr>- mäßig scheint. Für den Fabmann, so wie für Jeden, dem die Gefäng- nißsache Gegensiand ernsten Studiums ist, wird es des Hinweises darauf faum bedürfen, daß das gegenwärtige Wert zwe>mäßig mit Be- nußung der Unterlagen zu prüfen sein wird, welche vor einigen Mo- naten in demselben Verlage unter dem Titel: »Die preußischen Ge- fängnisse. Beschreibende Uebersicht dec zum Ressort des Diinistertums des Innern gehörigen Straf - und Gefangen - Anstaltin« der Oeffent- lichkeit Übergeben worden sind. O

Das Vermögen der Preußischen Nenten-Versiche- rungs8-Anstalt belief si<, na< dem 32, Rechenschaf!sbericht Über diese Anstalt, Ende 1870 auf 11,840,542 Thir , und zerfiel in: Nenten-

| fapital 11,189,738 Thlr, Rentenfond 333,071 Thlr, Reservefond

284/499 Thlr. Depositenfond 33,234 Túlr. Hiervon waren 11,186,948 Thaler in Hypotheken belegt, 329,664 Thlr. in öffentli<hen Papiexcen, 323,930 Thlr. baar vorhanden. /

Das Rentenkapital betrug Ende 1869 10,917,299 Thlr. Dazu kamen im Jahre 1870 an Nachtrags8zahlungen und Rentengutschrei-

| bungen 300,041 Thlr, an erlos<henen Renten 1972 Thlr., an zurü- | gewährten Renten 237 Thlr, an Rü>gewährung und Renten dur Verschollenerklärung 192 Thkr., an Einlagen neu gebildeter Jahres- | gesellschaften 39,395 Thlr., zusammen 11,259,136 Thlr, Die Ausgabe | betrug 69,398 Thlr, darunter 64,849 Thlr. DotationLbeirag für den

Reservefond.

d Rentenfond besteht aus 32 Jahresgesellschaften 1839—1870. Die Jahresgesellschaften 1839—1869 hatten Ende 1869 323,194 Thlr. Bestand, dazu kamen im J 1870 548,862 Thlr. Zinsen, wogegen 533,985 Thlr. an Renten baar gezahlt oder verre<net wurden.

Ende 1870 waren 206,104 Einlagen, und zwar 60,126 rolländige, 145,978 unvollständige gemacht worden; die betheiligte Personenzahl betrug 80,988. Für die Einlage Klasse V1. der Jahresgesells%aften 1839 - 1842 ift jeßt die höchste zulässige Rente von 150 Thlr. jährlich erzielt worden. Den gewöhnlichen Zinsfuß übersteigt die Rente (in der Höhe von 6—150 pCt.) bei 14,508 vollständigen Einlagen.

Kunft und TWissenschaft.

Berlin, 27. Mai. Am Donnerstag Abend gelangte im König- lihen Opernhause Shakespeare's Trauerspiel »Antonius und Cleopatra« in der neuen Uebersezung und theilweisen Bearbeitung vcn F. A. Leo, in Scene geseßt vom Direktor Hein, zum ersten Male zur Aufführung. Das Königliche Hoftheater hai mit diesem Stück, welches das dritte der drei großen Römerdramen des britischen Dichters is sein klassishes Nepertoir in anerkennenswerther Weise erweitert. Nach Coriolan und Julius Cäsar \{ildert »Antonius und Clecopatra« den Kampf des Ostens mit dem Westen, des üppigen Aegyptens mit dem zur Alleinherrschaft strebenden Nom. Das dramatische Gefüge der Shakespeareshen Dichtung i| der mo- dernen Bühne ziemli< unbequem, da mehr auf äufere Pracht und Ausstattung gesehen wird. Das Ganze machte einen fast opern- artigen Effekt und gereihte dem Regisseur zur hohen Ehre. Die neue Ueberseßung is dramatis< wirksam und korrekt, die Umarbeitung der Scenen, von einzelnen Bedenklichkeiten, so namentlih im zweiten und im vierten Aft, abgesehen, geschi>t und angemessen. Scenerie und Dekoration wroaren theilweise bewunderung8würdig, so vorzugsweise das Trinkgelag auf Pompejus? Galeere, das Jnnere der Pyramide und alle ägyptischen Baulichkeiten Überhaupt. Die großen geschichtlichen Perspektiven dieses Weltkampfes, die unübertrefflihe Charakterzeichnung der Hauptpersonen, traten in der Darstellung wenigstens in ihren hervorragendsten Momenten wirksam zu Tage und wurden von dem Publikum mit lebhaftem Beifall begleitet. A

Zur Gedächtnißfeier des funfzigjährigen Bestehens des Königlihen Schauspielhauses, welhes na< dem im Jahre 1817 erfolgten Brande des alten na< dem Entrwourf Schinkel's neu aufgebaut und am 26. Mai 1821 mit einem Prologe von Göthe und der Jphigenia in Tauris eröffnet wurde, fand gestern den 26. Mai, eine Festvorstellung statt, für welche ursprüng- li< «glei<falls Göôthe’ss Jphigenia bestimmt war. Die plôß- liche Erkrankung der Darstellerin der Jphigenia hatte abex eine Aenderung nöthig gema>t und statt der tauridishen Jphigenie erschien

delte Über die persönlichen Verhältnisse der Gefangenen Auf- lug gaben. ‘By die Anloge dieser Tabellen und deren Vollständigkeit mit Recht bemängelt werden durfte, #0 war seit einem Jahrzehend au< Dcm schon Rechnung getragen. D din besonderen Jahresberichten, welche \scitdem die An = vorstände, Hausgeistlichen und Aerzte zu erstatten hatten , e agen die ökonomischen Verhältnisse der Anstalten, Gefangenzucht, See sorge! Unterricht U. #. wo. , so wie die Personalien der Gefangenen einer höchst eingehenden Erörterung. Allerdings war zu diesem Zwee e, bellenform nur in wenigen Beziehungen vorgeschrieben. Die n L Konformität und Uebersichtlichkeit blieb deshalb zu vermissen. Hu

war s{<on wegen des bedeutenden Umfangs der Berichte En. er- ôöffentlihung niht mögli<h. An Vollständigkeit des Materials fien dieselben indeß wenig zu wünschen. Der hier und da ausgesprochene Vorwurf, die preußishe Gefängnißstatistik stehe hinter derjenigen

Lessings Emilia Galotti auf der Scene. Eingeleitet wurde die Fest- vorstellung dur< Glu>s Ouverture zur Jphigenie in Aulis und einen Prolog von K. Heigel, den Frau Erhartt als Muse dex dramatischen Kunst mit \{wungvoller Begeisterung sprah. Am Swluß des Pro- loges hob si die Hinterwand und enthüllte die Ansicht des Schau- spielhauses mit der vollendeten Schillerstatue vor der großen Freitreppe.

Von dem Ceremonialbuch des Königlich Preußischen Hofs sind jeßt in einem besonderen Heft (Berlin, 1871, Verlag der Königl. Geh. Ober-Hofbuchdru>erei, R. v. De>er) erschienen: 1) Regle- ment , betreffend Anmeldungen , Vorstellungen und Audienzen bei Ihren Königlichen Majestäten und bei Jhren Königlichen Hoheiten den Yrinzen und den Prinzessinnen des Königlichen Hauses, sowie der am Königlichen Hofe anzulegenden Kostüme « 2) Ceremoniel bei An- kunft und Anwesenheit fremder Allerhöchster und Höchster Herrschaften.

anderer Staaten zurü>, war deshalb hauptsächli< nur insofcrn berechtigt, als ivie Auffstellungen bisher der öffentlichen Kennt-

3) Reglement, betreffend den Empfang der fremden Botschasten am Königl.

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