1871 / 40 p. 1 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

724 Oeffentlicher Anzeiger.

Ste>briefe und Untersuchuugs - Sachen.

Ste>brief. Der S<huhmachergeselle-Rudolf Sarnes aus Neustadt O.-S<hl. soll wegen Diebstahls zur. Untersuhung gezogen werden J< ersu@e, auf denselben zu vigiliren, im Betretungsfalle 1, verbaften und mich davon zu benachrihtigen. Soldin, den 14ten Lüni 1874. Der Staatsanwált.— Signalement. Der 2c. Sarnes ist 23 Jahr alt, am 20. Februar 1848 in Neustadt O.-Schl: geboren, 5 Fuß 45 Zoll groß, \{lanker Géstalt, hat dunkelbraunes Haar und Augenbrauen , gewölbte Stirn, braune Augen, vollständige Zähne, ovale Gesichtsbildung, kränkliche, gedunsene Gesichtsfarbe und spricht deuts. Besondere Kennzeichen : Am Ende der linken Brust eine ge- wächsartige Hautzusammenschrumpfung. Die Kleidung bestand aus einem s{warzen Tuchro>, s{<warzer Tuhmütße mit Lederschirm und alten faliedernen Stiefeln.

Steckbrief. Der Steindru>ergehülfe Heinri < Dethlefs aus Rendsburg (belbtond 5! 70 groß, schlank, podennarbig) hat si von dier unter dem Verdachte des- Diebstahls einer großen braunledernen, mit glei<hfarbigem Schaafléder gefütterten und mit blauem Leder ein- gefaßten Umhängetasche und eines \{warzen Portemonnaies mit Stahlbügel sammt Jnhalte von 5 Thlrn. 20 Sgr. heimlich entfernt. Es’ wird gebeten, ihn Mets pu Fe und Nachricht darüber

u geben. Minden, am 14. Jun s id e Königlicher Staatsanwalt.

Verkäufe, Verpachtungen, Submäissivnen 2e.

_ Kö®onigsgrube. Es wird hiermit zur sffentlihen Kenntniß ge- bracht; daß die Kohlenpreise auf der fiskalishen Königsgrube vom 29. Juni 1871 ab bis auf Weiteres für 1 Centner Stü>kohlen 5 Sqr, Würfelkohlen 5 Sgr, Nußkohlen 4 Sgr., Kleinkohlen 2 Sgr. 9 Pf. Staubkohlen, ungesiebte (Grieskohleny 1 Sgr. 6 Pf., Staubtohlen, gesiebte, 6 Pf. betragen werden. 3% Centner entsprechen eiwa 1 Tonne preußish. Königshütte, den 14. Juni 1871, Königliche Berginspefktion.

auf von Demobilmachungs-Pferden der Artillerie. L Sieuae, den 20. d. M, Vormittags 8 Uhr, be- ginnt der öffentliche Verkauf der bei der Demobilmachung auszuran- girenden Zug- und Reitpferdé des unterschriebenen Regiments auf dem Hofe der Käserne am Kupfergraben. An den folgenden Wochen- tagen , mit Ausnahme der Sonnabende, wird der Verkauf, mit der- selben Stunde as fortgesept. de- Feld Actillerie Mei i iches Kommando des Garde- Feld- erie - ; E O gez. von Helden-Sarnowski.

| Bekanntmachung. ou sämmtlichen Geräthe des ehemaligen hiejigen Tabakmagazins werden Montag, den 3. Juli 1871, Vormittags 9 Uhr, an Ort und Stelle einer öffentlichen Versteigerung ausgeseßt.

n 13. Juni. 1871, Se Der Steuer-Direktor für Ober-Eisaß.

Weinheimer.

Bekanntmachung. | A Bedarf von circa 20’ Centner Landwolle soll im Wege der beshaf}t werden. met ie uva ommern r ebst Proben sind bis Montag, den 3, Juli d. Js., Nachmittags 4 Uhr, an uns einzureihen, zu welcher Zeit die-Offerten werden“ geöffnet werden.

14. Juni 1871. Naugard, *Coriaus Direktion der Strafanstalt.

Bekanntmachung. Ai Lieferung von ca. 11,000 Kbkfß. bécirbéltetèl Quader- , theils Granit-, theils EIRMMEICES ale dee E Bode i ale ellings Ü 8 rine-Etablissiment an der Ki-ler Bu s ata 6. Juli d. T., Mittags 12 Uhr,

i Submission sicher gestellt werden. E Tele liiuize wollen ihre desfallsigen und mit der Auf-

{rift : isfion auf Quadersteine« vééséuéiin Dffttlen bis l ÄuREs zu dem vorangegebenen Termine

der unterzeichneten Hafenbau-Direktion vershlossen und portofrei ein-

A im Direftorial-Bureau zur Einsicht ausliegenden Lieferungs- Bedingungen nebs speziellen Zeichnungen werden auf Verlangen und gegen Ecstatiung der Kopialien au< per Post übersandt.

; 15. Juni 1871. ; Kiel, den Könieliche Hafenbau- Direktion.

Verloosung, Amortisation, FinGahlung ü. \ w.

von öffentlichen Papieren. [1921] Côln-Müsener Bergwerks-Aktienverein, Zinsenzahlung. Die am 1. Juli 1871 fälligen Zinsen unserer fünfprozentigen Obligationen können von dem genannten Tage an, gegen Ausliefe-

run bed, cire enden Zinscoupons Nr. 6 wit »zehn- Thalern « pr. Stüd bei unserer N L, hade E Dahlbruch,

bei dem A. Schaaffbausen schen Bankvere

oder bei dem Bankhause Deichmann & Co. | in Eôln,

erhoben werden.

5. Juni 1871. Côln, den 5. J Der Verwaltungsrath.

[1926] Bekanntmachung. Elberfelder Stadt-Obligationen betreffend. |

Da am'1. Juli d. J. der leßte Coupon der Serie [. zu den auf Grund des Allerhöc<hstea Privilegiums vom 10, Januar 1866 aus- gegebenen Elberfelder Stadt-Obligationen V. Emission verfällt, so wer- den sämmtliche Besiper dieser Obligationen hierdurch aufgefordert, sich zur Empfangnahme neuer Zins - Coupons zweiter Serie, für die nächsten fünf Jahre vom 1. Juli 1871 bis dahin 1876, bei der Ge- meindekasse zu melden und dabei behufs des vorgeschriebenen Ver- merfs, die Original-Obligationen1 vorzuzeigen.

Elberfeld, den 14, Juni 1871.

Der Ober-Bürgermeister: Die städtische Schulden-Tilgungs- Kommisfion:

E E : Lishke Wülfing de Weerth. Prell.

1931 Bergbau-Gesellshaft »Holland«. E ‘2 Wividenden-Lahfu aas

Die für das Geschäftsjahr 1870 auf

»Acht Procent oder vierzig Thaler«

pr. Aktie festgestellte Dividende kann vom 1, Juli d. J. ab bei dem A. Schaaffhausen’shen Bankverein in Cöln gegen Aus- lieferung des Dividendenscheines Nr. 4 erhoben werden.

Wattenscheid, den 12 Juni 1871.

Deutsch

[1938]

e Grundkredit -Bank.

Die am 1, Juli E füiligen Zinscoupons unserer Prä- ien-Pfandbriefe, und zwar: 4 die Cöupons Nr. 4 der Pcämien-Pfandbriefe T Abth., und die Coupons Nr. 1 der Prämien-Pfandbriefe 11. Abth. werden bereits von heute ab eingelöst: in Berlin bei der Berliner Handelsgesellschaft; » Berlin bei Herrn Jos. Jaques, » Breslau bei Herrn Moriß Schlesinger, » Breslau bei Herren Ruffer & Co., j » Breslau bei dem Schlesischen Bankverein, » Bonn bei Herrn Jonas Cahn, » Coburg bei Herren Schraidt & Hoffmann, » Dessau bei Herrn J. H. Cohn, » Dresden bei Herren George Meusel & Co., » Hamburg bei der Norddeutschen Bank, » Hannover bei Herren J. Coppel & Söhne, » Leipzig bei Herrn Hammer & Schmidt, Gotha bei unserer Hauplasse,

t 17. Juni 1871. Gotha/>den eutsche Grundkredit-Bank.

von Holvendorff. Landsky.

Verschiedene Bekanatmachungen. [1989] Bekanntmachung.

In der hiesigen Gegend herrsht gegenwärtig ein sehr beklagens-

werther Mangel an Aerzten. Während früher, seit einer langen Reihe von Jahren, in der hie-

sigen Stadt stets zwei Aerzte ibren Wohnsis und, nah all- emeiner , wohlbegründeter Annahme, ihr gutes Ausfkommen hatte f seit -dem Jahre 1866 , wo der eine Arzt verstarb, mit einer ganz kurzen Unterbrehung nur ein Arzt hier ansässig, und auch dieser ver- läßt in Ne seiner Verseßung in ein Bezirks physikat mit dem 1 fk. M. den hiesigen Oct, #0 daß dann gar kein Arzt mehr hier ist.

Indem ih dieses hiermit zur öffentlichen Kenntniß bringe , bitte ih Reflektanten um Verlegung ihres Wohnsißes hierher, indem ih zu jeder weiteren Auskunftsertheilung gery bereit bin.

Großbreitenbach, im Fürstenthum Schwarzburg - Son- dershausen, den 14. Juni 1871. i (a 318) Der Stadtrath W. Bertram.

Bekanntmachung.

Wir bringen h'erdur< zur öffentlichen Kenntniß, daß die auf den Stre>ken Schneidemühl-Flatow, Dir- shau-Pr Stargardt und Jnsteiburg-Gerdauen cour- E sirenden Petsonenzüge bis auf Weiteres die Erste

“ei 0am - Wagenklasse nit führen werden. Bromberg, den 12. Juni 1571. Königliche Direktion der Ostbahn.

Nedaction und Rendantur: Schwieger.

Berlin , Dru> und Verlag der Königlichen Geheimen Ober - Hofbuchdruderei

(R. v, Deer ).

Das Abonnement deträgt A Thlr. 7 Sgr. G6 Pfg. für das Vierteljahr.

Insertionspreis für den Raum einer Druckzeile VF Sgr.

Alle Post - Anstalten des In - und Auslandes nehmen Sestellung an für Berlin die Expedition : Bieten: Plas Nr. 8. I E

M2 40. Berlin, Sonntag den 18. Juni, Abends. 187} VBerlín, 18. Juni. | Hofe zum Besuch anwesenden Hohen &ürstlichen Gästen in der

Bei dem gestrigen Gala-Diner im Königlichen Schlosse, zu welchem außer den bereits in der heutigen Morgennummer des »R. U. St.-A.« erwähnten Einladungen solche auch an ver- schiedene Deputationen, sowie an Ritter des Eisernen Kreuzes aus den Jahre 1813— 1815 ergangen waren, spra: À Majestät der Kaiser und König die folgenden Worte:

»Der Gcdenk- und Ehrentag, welcher der Nachwelt das Erz- Standbild Meines Kön!glichen Vaters, der Sein Volk und Heer zu unvergänglichem Ruhwe und nie getannter Wohlfahrt führte, über- liefern sollte, war bestimmt, im tiefsten öVrieden begangen zu werden. Anders war es aber von der Vorsehung beschlossen. Ein zweites Mal wurde Preußen berufen, wie damals mit seinen Alliirten, fo jeßt mit dem gesammten Deulschland verbunden, denselben Feind, der uns heraus8gefordert, zu bezwingen, von Sieg zu Sieg, in ungekann- ter Größe und Ausdauer ; daher ziert das Zeichen in Eisen wiederum wie damals die Brust der Tapferen. In der Heimath haben alle Klassen in beiden Geschlechtern si< in Opferfreudigfkeit und Näâchsten- liede überboten. Volk und Heer sichen unübertköffen vor der elt. Darum ergreife Jh dies Glas zum Andenken des Heldenkönigs und zum Dank gegen Volk und Heer.«

Bald darauf nahmen Se. Kaiserliche und Königliche Majestät zum zweiten Male das Wort: S

»IH weihe dieses Glas in Dankbarkeit dem Wohle des jeßt ge- einten Deutschland, sowie seinex Monarchen und Fürsten, der abwe- senden wie der anwesenden. «

Se. Königliche Hoheit der Prinz Albrecht (Vater) von Preußen konnte an dem Gala-Diner niht Theil nehmen, weil Höchstderselbe am 16. d. M. während des Vorbeimarsches der Truppen auf dem Plaß vor dem ZJeughause von einem Unwohlsein befallen wurde, von welchem Se. Königliche Hoheit jedoch bereits wieder hergestellt ist.

__— Der durch Allerhöchsten Erlaß vom 31. Mai angeordnete feierliche Dankgottesdienst| wurde gestern Abend 6 Uhr durch die Glocken sämmtlicher Kirchen der Haupt- und Residenzstadt eingeläutet und ist heute Vormittag 10 Uhr mit Absingung des Tedeums gehalten worden. i

Im Königlichen Dome war als Text der Predigt, welche der General - Superintendent Dr. Hoffmann hielt , die Stelle »Apostelgeschihte Kap. 9, Vers 31 « der heiligen Schrift gewählt. Se. Majestät der Kaiser und König mit Jhrer Ma-

| jestät der Kaiserin und Königin, die sämmtlichen Mitglieder

des Kaiserlichen und Königlichen Hauses, sowie die hier an- wesenden Fürstlichen Herrschaften wohnten dem &estgottesdienste daselbst bei. In der N ikolaikirche, woselbst Psalm 98

} der Predigt zu Grunde gelegt war, nahmen die städtischen

Behörden an der Felec Theil, während in der Garnison- und Michaelsk irche Deputationen der Militärs beider Kon-

| fessionen dem Dankgottesdienste beiwohnten. An den Kirch-

thüren waren Becken aufgestellt behufs Veranstaltung einer allgemeinen Kollekte zum Besten der Invaliden und der Hinter- bliebenen gefallener Krieger.

Auf Befehl Sr. Majestät des Kaisers und Königs

fand gestern Abend im Königlichen Opernhause eine große est v orstellung ftatt, zu welcher über fast sämmtliche Billets lerhöchsten O13 verfügt worden war. Der Anbli des Hau- les war ein überaus glänzender. Als gegen 8 Uhr Orchesier-

fanfaren das Erscheinen Ihrer Majestäten des Kaisers und

x Kaiseri n, umgebèn von sämmtlichen Kaiserlichen und Königlichen Prinzen und Prinzessinnen und den am Kaiserlichen

Kaiserin Plagz.

großen Hofloge verkündeten, erhob \i< die ganze Versammlun und verneigte sich ehrfurchtsvoll. In der ersten Reihe der Mittelloge nahmen Se. Majestät der Kaiser zur Rechten Ihrer Majestät der n Pl DE : Ihre Kaiserliche und Königliche Hoheit die Kronprinzessin des Deutschen Reiches und von Preußen, sowie Ihre Königlichen Hoheiten die Groß- erzoginnen von Baden und zu Sachsen, die Großhberzogin- Mutter von Mecklenburg - Schwerin , die Kronprinzessin von \ Höchstwelchen sich zu beiden Seiten und in den j Reihen die anderen Fürstlihen Damen anschlossen. Unmittelbar binter Ihrer Majestät der Kaiserin saß Se. Kaiser- liche und Königlide Hobeit der Kronprinz des Deutschen Reiches und von Preußen, mit Höchstdemselben - in gleicher Reihe Ihre Königlichen Hoheiten der Prinz und die Erinzessin Carl von Preußen , die Großherzöge von Me>lenburg- zu Sachsen und der Kronprinz von Sachsen, an welche sich die Übrigen Fürstlichen Herren anschlofsen. Kaijer trugen die Uniform des 1. Garde-Regiments zu Fuß. Im erften Range sapen die eingeladenen Damen, die Offi- rere zumeist im Parquet und im zweiten Rang, in diesem gleichfalls viele Damen, unter ihnen eine Anzahl der eingela- denen Ehrenjungfrauen in ihrem Festschmu> vom Tage zuvor. Nachdem die Allerhöchsten und Höchsten Herrschaften Plaß genommen batten, begann die &Festvorstellung mit der Ouverture zum »Feldlager in Schlesiene von Meyerbeer, sodann folgte ein von Friedri Adami i von Frau Erhartt, welcher i damals projektirten Enthüllungsfeierlichkeit des Denkmals Königs Oriedrih Wilhelm Ill. verfaßt worden war, und beendigtem ' Kriege zum Vortrag kam.

In derselben saßen ferner

Der Prolog lautete:

Vor bundert Jahren war's des Friedens Quelle Goß ihren Segenssirom von Sanssouci,

Noch herrschte Friedrich, der mit Adlerschnelle Dem jungen Königreich die Kraft verlich,

Durch Seinen Genius, dcn lihtentstammten,

Den Riesenkampf heroisch zu bestehn,

Als sieben Jahr des Krieges Fa>eln flammten Zur Losung: Siegen oder Untergehn!

Nun sieht der Große König unbezwungen Sein Reich dur sieben Friedensjahre blühn,

Weit über'm Erdball ist Sein Ruhm erklungen,

Da sproßt an Seinem Stamm ein frishes Grün Der zweite Erbe Seiner Siegerkrone.

»Ein Prinz! Ein Prinz ruft &Triedrih freudig aus. Von Sanssouci bringt Ec, gleih cinem Sohne,

Dem Prinzen Stern und Band in's s{li<te Haus.

Denn \{li{<t, wie Griedri<h Wilhelms prunklos Leben, War jenes Haus, wo Seine Wiege stand, Wo damals Jhm den Weihekuß gegeben Sein großer Ahn, den Krücfsto> in der Hand. Que Taufe hat Jhn Friedrih froh gehoben, ein Auge bli>te hell wie Sennenschein Den Prinzen an, als wollt er Ihm geloben : »Mein Adler soll dur< Dich Deutschland befrein

Am Obelisken dort vor dem Portale

Zum grünen Sanssouci dort spra der Prinz Den Großen König eins zum leßten Male,

Vriedrih wies auf die Säule {weren Sins:

»Die höchste Spigze, sieh Du, frönt das Ganze; Auf festem Grund steht so Mein Königthum

Die Gradheit Meine Kraft! Jn Leid und Glanze Halt’ aufre<t Uns’re Chre, Preußens Ruhm.«

<werin, Se Majestät der

gesprochen gen Jahre zu der

nun nah