1871 / 48 p. 14 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

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E : Administration der Henrichshütte. ndem wir dies hierdurch. zur Kenniniß der Aktionäre bringen, Afktiengesellschaft für Bergbau und Hüttenbetrieb. veröffentlichen wir nachstehend in Aus ührung -des F. 15 der Statuten In der Generalversammlung ‘am 24. d. Mts. find die Herren | die auf dén 31 Dezember 1879: bgeschlossene Bilanz, so wie den von

Geh. Ober-Finanz-Ratbh a D. Scheele; Geh. _Kominerzien - Rath } dér Direktion erstatteten Geschäftsbericht

A. Hansemann, Ober-Bürgermeister a. D. Miquél, W, Bauendahl, Henrichshütte bei Hattingen, den 26. Juni 1871.

welche in Gemäßheit des § 19 der Statuten durch das Loos aus dem - * Der Verivaltungsrath.

E

Verivaltungsrathe geschieden waren, wiedergervähit worden.

Bilanz am 31, Dezémber 418750. A etiva.

T. Jumobilien der Henrichshütte einschlie lich der Maschinen. Tblr. .- ¡Srundgüter (das Rittergut Haus Bruch a R ß : 73;326 Beamtenwöhnungen, Dienst- und Magazingebäude [ 42,172 SoofeMent {ließlich des Hüttenpl 649/482

ochofenwerk ne e es ttenplaßes / SSICNeroRE U I Le 00e. E A E E221 E A e o E E 10,045 iv ga A E Si 99,173 Fabrik feuerfester Steine | 12,553 Walzwerk 454,340 i 23/423

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1,792,552

IL. Eisenstein-Bergwerke, |

zechen Müsen Il]. und Müsen V.—[X. bei Henrihshütte, die Friedri{s- iben bei Wissen a. d. Sieg 2c. nebst sämmtlichen Berechtsamen 557,315 ue Anlagen und Erwerbungen (Gruben Franziska , Martha an 2e. in der Provinz Nassau) A iva 88,422

_ TUT. Steinkohlen - Bergwerke. Sämmtliche Steinkohlen-Zechen und Konzessionen einshließlich der Tiefbauzeche Carl uiea eas R R P M * « 9% Me » «B - « EEUE » . Üs E 915,659 gen und Ertverbungen : i 73,383

JV,. Dienst-Material, Walzen, Geräthe, andere Betrxicbs - Utensilien auf den Hüttenwerken und Zechen, Eisenbahnwagen, Pferde, Mobiliar der Bureaux 2c. . 146,174 Zugang in 1870 für neue Anschaffungen : 4,742

V. Magazine. Eisenstein / Kohlen , Koks, Roheisen und andere Fabriksmaterialien, Halb- und Ganz: Fabrikate, namentlich einschließlich der zur Ablieferung vorräthigen Schienen z 677,359 VI. Diverse Debitoren 227,536

3/499 170

645,737

150,916

F. Kapital.

11,250 Aktien à 200 Tblr | 2,250,000

xZ, Conto der an die Direktion der Diskonto- Ma e 4 ahre 1885 zu zahlendèn Annuitäten 931,977 TIT. Creditoren : 699,019

V. Sinzallúd gen v

tenenlieferungen 5

V. Dividenden - Conte | 1B VI. Reserve-Fonds 80,152

- Spezial-Neser Brutto-Gewinn - N G S Ueberweisung vo

dai as O

Hiervon ah: Gewöhnliche Außerordentli 171,887

Hiervon entfallen: . auf den Reserve-Fonds Ct, Dividende auf Thlr. 2,250,000 Aktienkapital Ct. Tantiônte des Verwaltungsrathes... |, pCt. » der Angestellten ; Vortrag auf neue Rechnung

9,313 78,750 7931 2,794 1,343

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7/4186,81 D :

Bericht der Direktion pro 1870. | Qi ‘volle Ausbugun fs Die Betriebsresultate des 2. Bétriehsjahres unserer Gesellschaft reud-in d g unserer s welche ‘wir heute zu berichten haben, gestätten'zu únsetn pra ; f t è diejchigein Vorigen ( E On dah, fle mitunter fa Ms a et der statutmäßigen Abschreibung zum Be- | tritt erzielt waren, : zu ihrem Ein- oes Thl Fe Aftie ; luer B-Pf, eine Dividende von34. pCt. j dgelorieF gr. Js; atten wir den Eiñbruch "des Etbsolien- Mantherlei unabwendbare Unglücksfälle verhinderten theils die | beklagen»: *eih Ereigniß) dur. nbe e s m R E e gu

lide Schmäl i! | wurde , welcher fi die Erhöhung der Selbßikosten hetriede dur die nothwendig gewordenen forcirten und déshalb fost- spieligen Bezüge von' frerüden Köhlet und Koks anreihete, . Eine weitere crheblicke Bétriebsftörung trat im Dezéinber v. J.

| in Folge des seit Ménschengedenkén höchsten Wasserstandes der Rudr j A des an der Hütie vorbeiflièßenden Slrodbdpelee Bee aa

Dur ihn wurde nicht allein die totäle U: berfluthuna unse7es Hütten- terrains und die dadur“ nothwendige Einstellung, bezügli Ei schränkung särmtlicher, Hüttetbetriebe , ‘sondern au(h die wiederholte Jnundirung- únd A erbettiebssezüng“ unserer“ vorgedachten" Stein» fehlenzehe, so wie ‘unserer Eisensitinzeche Stolberg I. auf den Shä- ten Adolph und David herbeigeführt, : 3

Die hierdurch uns! erwahsenèn S äden würden“ noch erhöht dur die gerade bei dei hôchsten Wassexstande“ stättfindende gewaltige Ansammlung von Eismäassen den Betriebsstätièn und auf den

Verkehrswegen in“ Folge des damals jäßlings eintretenden starken.

grostes. i

Auch den scit dem 15. Dezefnber 1869 erzielten Anschluß an die Bergisch-Värkische Eisenbahn vermochten wir noch rey S gender Weise auszunußéen. : |

Die außerordèntliche Ungunst der Witterung in den ersten Mona- ten des Jahres verhinderte die {úelle Dertigstellung der zur Vermit- telung des Unmittelbaren Ahschlusses der einzelnen Betticdsstätt n, an die Hauptbahn bestimmten Zweigbahnen' nah den Hohöfen, wie im Jnnern des Werkes. Wir hätten in Folge der sich bis: in den Som- mer e cgaiden Verzögerung det Benußung dieser Bahnen mit solchen kostspieligen Umständen zu kámpfen, daß die Vortheile; welche det Eisenbahnanshluß uns hâtte bringen sollen, durch die aus diesen resultirten Nach@theile wéitáus überholt würden.

Als wir endli Uriser. nunmehr vortrefflich eingeritetes Eisen- bahnneß im gy des Werkes in der Iveiten Hälfte des Jahres zu benußen im Stande waren, bra der Krieg mit Frankreich aus.

Lie nächsten Folgen desselben waren:

Einschränkung unserer sämmtlichen Betriebe , sowohl der Hüt- ten: als der: Bergwerks-Betriebe dur: Einberufung von circa 350 unserer tüchtigfien und fräftigsten Beamten Uünd Arbeiter; Vermin-

on; Steigerung der Lödne und Generalkosten ;

( Prosperität unserer W-xke dur diese Umstände leiden mußte, wird {hon aus den Thatsachen erhellen, daß von den Mitte Juli v. J. im Betcieb befindlichen 40-—-42 Puddelöfen und 18" Schweißöfen unmittelbar nach vollzogener Mobilmachung nur n0ch 23 Puddelöfen und 11 Schweißöfen in Betrieb waren, daß wir gegen: Ende des Monats Juli wegen mangelnder Zuführ von Roh- materialien uns genöthigt faben, von den drei-in Betrieb befindlihen Hobhöfen Einen aus8zublasen j daß während! der ganzen Zeit vom Ausbruch des Krieges ‘bis weit -in das laufende Jahr hinein durch- geh-nds 6 Millionen und ztitwéèilig sogar 8 Millionen Pfund Eisenbahn- schienen in Folge der Verkebrsstockungen auf dem Lager“ liegen niufß- ten, und daß wir endlich ivegen Mangel an Arbeitern sowohl auf unsern

E Eisenstein- als Steinkohlengruben gezwungen warenz' die nothwen-

digsten Rohmaterialien zu sehr hohen Preisen von fernher und noch dazu auf großen Umwegen zu beziehen. f

Ja allen diesen Den entiichen und nunmehr völlig überwun- denen Verhältnissen finden die eringfügigen Gewinnresultate des ver- flossenen Jahres genügendc-Er? dung Ad A Cell (e

Vermögen wir auf fie ni§t mit Befriedigung zurüczublicken, so gereicht es” uns ‘auderetrseits do zur besonderen Geñugthuüng, daß wirauch im Drange dér ges{ilderten Verhältnisse“ den andern Théil

unserer ges{äftlichen Aufgabe, die weitere Ausbildung: unserer An-!

lagen B einer erhöhten und gewinnbringenden Produktion, zu lösen mit Erfolg bémüht gewésen sind, und daß dadur dér Gründ zu einer dauernden Prosperität unserer Gesellschaft 'gélegt is: Y A

Wir gédènken in dieser Béliehurig/noch tinmä’ der Fertigstellung-

und Inbetriebsepung der Zweigbahtién nah “den Hohöfen! und“ im Innern unseres üttenwerkes , die nunmehr sowohl die unmittelbäre, bequeme und fo enersparende Zuführung ‘der Rohmaterialíe “au den Vetriebsstätten, wie au die unmittelbare Abfuhr der Produkte und Fabrikate auf den Eisenbahnwagen gestiäïtet. Die hierdurch erzielten Vortheile werden durch “die ' weitere Ausführung der Ruhrthalbahn von Henrichshütte aufwärts bis nach Herdecke, welche sicherem Ver- nehmen nach noch im Laufe des Sommers in Angriff genommen werden soll, erhöhte Bedeutung erhalten. 2

Zur Hebung des in unserm vorigjährigen Berichte erwähnten Mangels ‘an guten Wohnungen-für unsere Arbeiter nahmen wir wiederum 23 Häuser neu in Bau, welche zum Theil bereits im vo- tigen Jahre, zum andern Thèile in diesem Frühjahre fertig gestellt

wurden. Von den seit dem Jahre-1869" bis" jeßt erbauten 37 Häusern

sind bereits 19 verkauft; ein ‘Resultat welches' ‘uns nur ermuthigen lann, auf dém eingeschlagenen''Wegé fortzufabren: i Desgleichen ‘erbauten wir ‘einé’ neue Menage, in welcher unver- beiratheten Arbeitern zu einem billigen Preise gute Wohnung und Kost gewährt wird. Dieselbe, für circa 70—75 Bewohner eingerichtet und im August v 9. derx Verkehr übergeben, vird durhgehends! {on et von 70 Arbeitern benußt. Daraus erhellt, daß gute Kösthäuser ür Arbeiter in hiesiger Gegend noch immer niht ‘in'genügender An- ahl vorhanden sind, und wérden ‘wir ‘deshalb {on in dem laufenden abre die Erweit-rung dieses Jnftituts vornehmen, Entsvrechend dem in der vorigjähriger Géñeralversammlung ge- laßten Beschlusse, erweiterten wir unsern Eisensteinzehenkomplex dur Perbung von Gruben in der Provinz Nassau; welche, ohne daf fie

besondete Kosten für Aus-ihtungsarbeiten bedurft hätten, {on jeßt durchschnittlich monatlich circa 150 ZBaggons guten; manganreichen Brauneisenstein liefern. Außerdem waren wir mit gutem Erfolg be- müht, uns größere Komplexe "oon Eitensteinberetsamen durch neue Muthuünñgén zu sicher. i Q

_ “Auf „Unserer Steinkohlenzeche Carl &riedrich Erbstollen wurden die Ausrichtun darbeiten in der Wetter- und Tiefbausohle und über- baupt L UR Zrzielung einer großen Förderung erforderlichen Anlagen \{WUnghbaft betrieben. Der GlCau der Pumpen und; des Gestänges, sowie die: Montirung der großen Wasserhaltungsmaschinen . wurden wesentlich géfördert. Au wurden die zur Abwendung von-wieder- holt vorgekömmenen größeren Ziöiungen im Betriebe, der Grube in Folge Einbruchs des Erbstollenflügelortcs erfordcrlichen Vorkehrungen getroffen. Zur Speisung: der Kessel und zur Versorgung der durch dié früheren etriebe in Folge verursachter Wosserentziehung geschä- digten Colonate mit gutem Wasser wurde eine Rohrleitung von dem HeGhalin der Wasserleitung der Stadt Boœum bis nach der Grube angelegt. | i

In gleicher Weise wurde mit den Ausrichtung8arbeiten auf un- sern Eisensteinzecen, namentlich auf Grube riedrich, so weit dies die elbst Uung der Belegshasten und die Rüdsicht auf den Betrieb selbst zuließ, \{wunghaft fortgefahren. /

Bei den Hohöfen wurden verschiedene: Behufs Erzielung einer größeren Produktion mit geringen Selbstkosten, zweckdienliche Einrich- tungen ausgeführt, unter denen nanientlih auch die Aufstellung einer seit längerer Zeit Prelettirten großen Gebläsemaschine, welche in dem laufenden Jahre in Betrich gefeßt wurde, hervorzuheben ist.

Die Hohöfen Nr. 1 und 4 wurden neu zugestellt. Ersterer wurde am 21.-Február c., Hohofen Nr. 4 wird am 26. Juni c. neu an- geblasen, so daß von diesem Tage an, 1as seit vièlen ahren nicht der Fall war, unsere sämmtlichen 4 Hoböfen in Betrieb sind.

Dem seit Jahren fühlbaren Bedürfnisse der Erbauung, einer neuen Gießerei, wurde dur. die Anlage einer solchen Rechnung ge- tragen. Das neue Werk, ausgerüstet mit den vorzüglichsten Einrich- angen ist ebenfalls beceits seit einiger Zeit mit gutem Erfolg in

etrieb.

Den bei der Fabrik feuerfester Materialien vorhandenen 2 Brenn- öfen ïourde ein dritter grôßerer Ofen: beigefügt: ;

Die zur vollen Ausnugzung unserer Werke nothwendige Erwei- terung unseres Puddelwerfs um 16 Puddelöfen ließen wir uns na Kräften angelegen sein. Die Puddlingshalle wurde diesem ent- sprechend vergrößert, der Sw èrnstcin, die Kanäle und die Fundamente für 16 Oefen und dazu gehörende Kessel wurden ousgeführt. Acht neue Puddelöfen fonnten dem Betriebè übergeben ‘werden. Die eingetretenen kriegerischen Verhältnisse und die durch sie herbeigeführte Verminderung der Zahl der Arbeit ér ließen es uns dagegen angezeigt erscheinen, die. Aufstellung der fernerweiti en 8 Oefen vor der Hand

sistiren. Da nunmehr, nachdem der Friede definitiv geschlossen,

handenen als der noch auszuführenden aht Oefen in naher Auësiht steht, so werden wir au die somit durch nichts mehr behinderte Auf» stellung derselben mit aller Energie betreiben und werden wir hiernach voraussihtlich baldigst 56 Oen in Betrieb haben. Li ateriis

Schon aus dem Vorgesagten erhellt, daß auch in dem laufenden Betriebsjahre, für welches in allen Geschäftszweigen volle Beschäfti- g"ng gesichert ist, unser Streben dahin gerichtet ist, unsere. Werke mit denjenigen Anstalten aüëzurüsten , welche uns die Gleichstellung mit den bisherigen, wie den neu hinzugetretenen besten onfurrenzwerken und eine’ gute Prosperität sichern. Vor allen- anderen Anlagen ist indeß der in- voller Erfenntniß des mehr- und mehr si“ steigernden Bedarfs von Stahl an Stelle von Eisen durhaüs zeitgemäßen Auf- führung eines großen BesiemerStablwerkes zu gedenken. Dank der Munificenz“ der Ferren SDeschäftsinhäber und der Mitglieder des Berwaltungsrathes der Disfkontogesellshaft in Berlin 5 dér früheren Allefneigentbümerin unserer Werke ; fließen uns die hierzu erforder- lihen Fonds ohne irgend welche Gegenleistung zu. j

Wie bereits durch den Ge!chäftsberiht der Direktion der Diskonto- Gesellschaft bekannt geworden, haben nämli dieselben zu Gunsten der Henrihshütte und zur“weiteren Autbildung' derselben: dur: Auf« führung eines Stahlwerkes auf /; der ihnen aus dem Geschäfts- gewinn der Disk-ntogesc llschaft zufallénden Tantidme aus den Jahren 1870; ‘1871 “und 1872 verzichtet und uns den hietnah“ pro 1870 sich ergébenden Beitrage von 79653 Thlrn. 24 Sar. 2 Pf. bereits Üüber- wiesen: - 3 '

j ndem wir nicht unterlassen, diésem Dank hiermit öffentlichen ANusvdru(k zugeben, bémerken wir gleichzeitig, daß wir die uns nach Vorgesagtem zufallenden Beträge, wie dieses | bereits in der Bilanz pro 1870 geschchen, als außerordentliche Abschreibung

auf Conto »Eisénbahnen« zunächst abseÿen und das neue Conto »Stahliverk« mit den gesammten Neubaufkostèn"beélasten. 0 U :

_ Wir leben der festen Zuversicht, daß das neue Werk, welches wir ho im ‘nächsten Foühjähre ' dem Betriebe übergeben zu können boffen; die Prosperität unserer Gesellschaft wescntllih erhöhen wird, aber - auch \abgésehen davon diè Zeit nicht fern ist; wo wir unsern Aktionären ‘befriedigende Geschäftaresultate vorlegen können. i

Ueber den Rie der einzelnen Abtheilungen unserer Werke ist

olgendes zu berichten: j P L Be Lib ug der Srundgüter und Wohngebäude.

Diejenigen Grundflächen des Rittergutes Bruch, wèéiche zu Hütten- zwecken nihti in Anspru genommen sind, waren au -im vorigen Jahte sänimtlih verpachtet, als Ackerland, Wiesen und Gärten, leßtere an Familien, * welche in tigeoen, Dienst- oder Miéthwohnungen um die Hütte herum angesiedelt sind.

Auch die vorhandenen Wohngebäude waren fortwährend beseß