1880 / 214 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

| tember.

‘Depretis in der betreffenden Angelegenheit solidarish erklärt.

des Ministers des Aeußeren vollständig approbiren zu können. Jn Folge dessen hat der hierher berufene Botschaster bei der fran- zösischen Republik General Cialdini die bündigsten Jnstruk- tionen erhalten und wird in den nächsten Tagen na Paris zurüd- ehren. Auf dem Gebiete der inneren, beziehungsweise Finanz- politik kamen in erster Reihe die über die Verzehrungs- steuer zwischen der Regierung und den größeren Stadt- gemeinden für die näbsten fünf Jahre abges{<lo}enen neuen Yerltüge zur Sprache. Von ‘den 345 ges{lossenen Gemeinden, welhen die Erhebung der Verzehrungssteuer zusteht, haben bisher blos 168 die bezüglichen Anträge der Negierung ange- nommen, wogegen der größere Theil die betreffenden Ver- fügungen des Finanz-Ministers entschieden zurü>weist und beim Ministerrathe gegen den Finanz-Minister rekurrirt hat. Der Ministerrash hat jedo einmüthig die vom Finanz- Ninister getroffenen Verfügungen approbirt, und die Regie- rung wird nicht säumen, die renitenten Gemeinden zur Ord- nung zu rufen. Was die Wahlexzesse in Neapel be- trifft, fo hat die Untersuhung der betreffenden Vorfälle ergeben, daß die Darstellung bérsbên von allen Seiten über- trieben wurde. Der Ministerrath hat si< mit dem Minister

Griecheuland. Athen, 2, September. (W. Pr.) Die Königlichen Kinder dürsten im Laufe der nächsten Woche, die Majestäten gegen Ende September hier eintreffen, und will ein Gerücht wissen, daß man die Kammer eröffnung um einige Tage ver)chieben werde, um die Ankunft des Königs abzuwarten. Die zur Prüfung dcr bayeris<hen An- sprüche eingeseßte Kommission hat ihre Arbeiten beendigt. Die Mobilisirung schreitet ziemli befriedigend vorwärts und dürfte dcr Effektivstand bereits circa 26 000 Mann, dar- unter circa 14 000 Rekruten, betragen.

Türkei, Konstantinovel, 7. September. Dem „Neu- tershin Bureau“ wird von hier gemeldet: Heute wurde ein Ministerrath abgehalten, um die Mittel in Erwägung zu ziehen, in welcher Weise die Uebergabe von Dulcigno an Montenegro am besten bewerkstelligt werden könne. Die Pforte steht in beständigem Verkehr mit Niza Pascha, und sobald sie von der Uebergabe der Stadt benachri<tigt ist, wird sie die Botschaster der Mächte von der Thatsache in Kenntniß segen. Sechsundneunzig des Raubes und Mor- des in armenishen Dörfern beschuldigte Kurdenchefs sind aus Aleppo, wo sie von den türkischen Behörden internirt worden, entsprungen. j

Den „Daily News“ wird unterm 8. ds. gemeldet: „S er- bien hat an die Pforte eine Note gerichtet, worin ihre Aufmerksamkeit auf die Vorbereitungen der ÄAlbanesen zu einem Angriff Serbiens gelenkt wird. Die Note ersu<t die Pforte, Maßregeln zu ergreifen, um die Albanesen an ihrem Vorhaben zu“ verhindern, und macht die Pforte für irgend welche albanesische Aggression verantwortlich.“

—- 9. September. (Pr.) Die Notablen-Deputa-

Die „St. Pet. Ztg.“ \{reibt: „Unser Trainwesen hat si bekanntlih im leßten Kriege durchaus nicht bewährt. Es wurde daher na< dem Friedens\{luß dieser Branche be- sondere Aufmerksamkeit zugewandt und bei der Haupt-Jnten- dantur eine besondere Kommission aus Spezialisten ein- geseßt, die außer ihrer Fachbildung au<h aus dem lebten Kriege im Besiß praktischer Erfahrung sind. Die Kom besteht aus dem General-Major Seddeler als Vorsißenden, General-Major Kanabih, General-Major Konarshewski, Ge- neral-Major Arakin 2c. und theilt \i< in Subkommissionen, von denen die eine unter General Arakin, welche die Frage des bequemen Auf- und Abladens, der Verpa>ung und Ver- schiffung 2. zu bearbeiten hat, in diesen Tagen 12 neue Trainwagentypen prafktish prüfen wird. Zu diesem Zwe> be- giebt si die Kommission per Bahn nah Reval, von dort per Schiff nah Helsingfors und kehrt endli<h per Bahn hier- her zurü.“

Der Minister der Volksaufklärung, Geheim- rath Sf aburow, hat auf seiner vor Kurzem angetretenen Revisionsreise, wie die Provinzialblätter melden, am 23. August Jarosslaw besuht. Jn den ersten Tagen des September trifft der Minister zur Nevision der örtlichen Lehranstalten in Drel ein. Die Frage der Organisation dex Volks- shulen ist es besonders, die das Jnteresse des neuen Ministers in Anspru< nimmt, und sind in Folge dessen bereits an mehrere Landschaftsdeputirte Aufforderungen zu Berathungen über diesen Gegenstand von ihm ergangen. Unter anderen hat si der Minister auc an den Vorsitzenden des Twerschen Gouvernements-Lands aftsamtes, Olenin, ge- wandt mit der Bitte, ihm die Möglichkeit zu verschaffen, mit Denjenigen von den Verlretern der Landschaft, wel{e in Fragen der Volksbildung die Tompetentesten sind und das meiste Jnteresse dafür haben, „In gemeinsame Berathung zu treten. Jn Twer wird der Minister in der ersten Hälfte des September erwartet.

__ Amerika. New - York, 8. September. Q C) Die republikanis<he Partei hat bei den Staatswahlen in Vermont mit einer erhöhten Majorität im Vergleiche mit den vorjöhrigen Wahlen über die Demokraten und die Greenba>partei gesiegt.

Präsident Hayes wurde in Virginia City enthusiastish empfangen; es hatten \i<h ca. 50 000 Personen zu seiner Begrüßung eingefunden. Die mormonis{en Muni- cipalbehörden in der Salzseestadt weigerten sih, in dem vor- geschlagenen öffentlihen Empfange des Präsidenten Hayes sich dem Gouverneur und den Bundesoffizieren anzuschließen und aus diesem Grunde lehnte der Präsident die von der Muni- cipalität allein beabsichtigten Festlihkeiten ab.

«n New-Yorker Zeitungen veröffentlichten Nachrichten aus Bermuda zufolge halte dort und auf den bena<hbarten M 29, August ein Orkan große Verheerungen an- gerichtet.

Laut Bericht des statistishen Bureaus zu Washington

tion aus Samos, DaO hier eintraf, um über den Fürsten Adossides Klage zu führen und dessen Abseßung zu ver- langen, erhielt vom Premier-Minister Kadri Pascha die Zusage daß ihre Beschwerden, sowie überhaupt die Zustände au Samos sofort dur<_ cine Negierungs-Kommission untersucht werden sollen. Die Deputation will übrigens, die Nache des N Adossides fürhtend, vorläufig niht nah Samos zurüdkehren.

i Skutari, 8. September, (Pest. L.) Riga Pascha unterhan- delt über die Köpfe des Liga-Auss{<huf}s es hinweg dur den Hasenkapitän von Dulcigno Hadschi Natschidi Aga mit der albanesishen Bevölkerung von Dulcigno. Es wer- den derselben, wenn sie den Widerstand aufgeben und aus- wandern will, große Entschädigungen an Geld und Land versprochen. Der albanesishe Lager - Komman- dant Dsman Beg Batica und der Liga-Delegirte Zus- fuf Beg Sokoli machten sofort Mittheilung davon an das Liga-Comité in Skutari, welches die direkte Ablehnun aller Anerbietungen der Pforte befahl. Die f rauen un Kinder der Bewohner Dulcignos werden hierher in Sicherheit gebracht. Die Liga sendet tägli<h Truppen in das Lager auf der Mozura Planina. Der angeordnete Abmarsch von zwei Tabor Nizams nah Dulcigno wurde heute „in Folge eînes Telegramms aus Konstantinopel sistirt. Visher haben die Montenegriner keine Ortschaft im Zem-Gebiet besetzt.

Aus Nagusa, 10. September, meldet „W. D. B. Nachrichten aus Albanien zufolge lagerten 3 Bataillone vreguläre Truppen, welhe von Skutari kamen, in der leßten Nacht bei Dulcigno. Jn der Stadt herrs{<ht große Erregung. Die Liga hielt in Skutari eine Versammlung ab, in welcher kshlossen wurde, Widerstand zu leisten. Die Montene- griner stehen längs der Grenze bei Dulcigno. Einer De- peshe aus Pera zufolge soll es gestern in Skutari zu einem Handgemenge zwischen türktishen Truppen und einer albanesischen Bande gekommen sein.

Numänien., Bukarest, 8. September. (Pol. C.) Die bulgarische Negierung hat dem rumänischen Gou: vernement gemeinschaftlihe Maßregeln an der bulgarisch- rumänischen Grenze vorgeschlagen, um dem Bandenwesen die, ein Ca zu machen. Die rumänische Regierung hat iesen Vorschlag angenommen. ; k: :

11]. September. (W. T. B.) Zwischen Paschkani und Noman in der Moldau wird in der zweiten Hälfte des Sep- tember eine Division E g werden, deren Uebungen Fürst Karl gleih nah feiner Rückkehr inspi- êlren wird.

Bulgarien. Sofia, 9. September. (W. Pr.) Jn der Nacht vom ?. auf 8. wurde die bulgarische Grenz-

ahe beim Dorfe Sassa nächst Kiostendil von türkischen regulären Truppen und Vaschibozuks angegriffen, ein

bulgarisher Grenzwächter getödtet, einer als Geisel fortge- sleppt. Am nôchsten Morgen wurde das bulgarische Dorf Nakowo von Türken angefallen und zwei Bauern getödtet; Details sind noch unbekannt. Die Regierung tele- graphirte nah Stambul.

Nußland und Polen. St. Petersburg, 8. Sep- Jn Abwesenheit des Geheimraths Giers führt die

| Geschäfte des Ministeriums des Aeußeren bekanntli<h Baron

omini, do<h werden die wi<htigeren Papiere in Livadia

von Herrn von Giers unterzeichnet, weshalb, wie die „No-

wosti“ berichten, wöhentli<h 2 Mal Kuriere dahin abgehen.

le „N, 3.“ erfährt, daß die „Kommission zur Ein- shränkung der Neihsausgaben“ projektirt habe, aller Art „Ugezählte“ und „attachirte“ Beamte verschiedener Nessorts

Wu beseitigen,

sind während des verflossenen Monats Zuli in den Boll- distrikten Baltimore, Boston, Detroit, Huron, Key West, Minnesota, New-Orleans, New-York, Passamaquoddy, Phila- delphia und San Francisco zusammen 56 123 Passagiere eingetroffen, von denen 49/922 Einwanderer und 3922 Bürger der Vereinigten Staaten waren, welhe vom Auslande zurückehrten. Der Nationalität na< vertheilten sh die Ein- wanderer folgendermaßen : Deutschland 11 275, England 5388, Jrland 6067, Schottland 1251, Wales 51, Desterreih 2006, Ungarn 454, Schweden 3779, Norwegen 1743, Dänemark 908, Frankreich 598, Schweiz 577, Spanien 24, Niederlande 148, Belgien 75, Jtalien 748, Rußland 557, Polen 188, China 865, Canada 12716, Cuba 62 und sonstige Länder 442, Während der am 30. Juni 1880 beendeten 12 Monate trafen in den Vereinigten Staaten zusammen 457 243 Einwanderer ein, oder 279 417 mehr als in den mit dem 30. Zuni 1879 beendigten 12 Monaten. Die größte Einwanderung hat somit das Fiskaljahr 1873 mit 459 803 Personen, oder 2560 mehr als das verflossene Fiskaljahr aufzuweisen.

Asien. China. Das Kaiserliche Dekret vom 26. Juni, dur welches Ts\chung How begnadigt wurde, lautete nah der „Allg. Z.“ wie folgt:

„Nachdem Ts<hung How, der als unser Abgesandter nah RNuß- land geshi>t worden war, seine Instruktionen verleßt und seine Vollmachten überschritten hatte, und weil der von ihm abges{lossene Vertrag viele Stipulationen enthielt, welche unpraktis< waren, haben unsere hohen Staats-Minister im Rathe seine Vergehen erörtert und entschieden, er solle nah den Herbst-Assisen enthauptet nerden, als entspre{ende Strafe sür seine Schuld. Nun hören wir aber von außen (außerhalb des Palastes), daß diese Angelegenheit besprohen wird und daß Viele der Ansicht sind, daß die Be- \strafung Tshung Hows von Seiten Chinas die Würde Rußlands verleßt, Dies ist weit entfernt von der Absicht des Kaiserlich-n Thrones. China hat seit mehr als 200 Jahren auf freundscaftlihem Fuße mit Rußland gestanden, und es ist gewiß unser Wunsch, daß dies bis ans Ende der Zeiten fortdauere, und daß die freundscaft- lihen Beziehunzen zu den befreundeten Staaten nicht zerstört werden. Tschung How hat ohne bedachtsame und sorgfältige U..terhandlungen mit Nußland, Slipulationen unüberlegt seine Zustimmung gegeben, welche China nit erfüllen kann. Er hat [cine Bestrafung auf sich herabgerufen. Der Thron behandelt ihn den Statuten gemäß und hält aufcc<t, daß, indem er also handelt, die Ge- seße Chinas auf einen <inesis<en Minisker angewendet wer- den, und daß Rußland keineèwegs dadur berührt wird. Allein wir besorgen, daß, da der Bericht über unsere Aktion bis auf eine große Entfernung reihen und von einem dem anderen übermittelt werden wird, die wirkliben Motive, welhe das Vorgehen Chinas in dieser Angelegenbeit geleitet haben, niht vollkommen verstanden, und daß Mißtrauen und Abneigung aus einem Mißverständniß unserer Motive cntspringen könnten und daß freundscaftlihe Beziehungen unvermeidlich gestört würden. Jn Folge dessen laffen wir außer- halb der Statuten handelnd und als besonderes Zeichen der Gnade zeitweilig das Urtheil der Enthauptung nah den Herbstassisen, wel<hes über Ts<ung How verhärgt wurde, na, dech soll er im Ge- fängniß zurüdbehalten werden, bis der Marquis Tscng nad Rußland gelangt ist und es fi zeigen wird, wie die Dinge endgültig aus- geglihen werden können, worauf ein neues Dekret in seinem Falle bekannt gemacht werden wird. Der Marquis Tseng möge, nah Empfang dieses Dekrets, die russische Negierung in Kenntniß seßen, daß das über Tshung How verhängte Todeëurtheil zeitxoeilig nah- elassen worden if und daß in diesem Akt ein Bewe der freund- caftlihen Gefühle Chinas gegen Rußland zu sehen ist. In den Vertragéstipulaticnen, welche er negoziiren soll, mèögs. er im Einklaug mit unferem ihm bereits ausgedrü>ten Willen zu Werke gehen und eine befricdigende Lösung erwirken. Respektirt diet!“ : i

Die Begnadigung Tshung Hows ist, ‘also nur eine zeit- weilige und bedingte, vom Resultat der Unterhandlungen ab- hängige, und es ist ausdrüdli< betont, daß China die Stipu- lationen des Livadia-Vertxages nicht erfüllen könne.

Ueber den hin esis<en Kriegsplan äußert si der „Shanghay Mercury“ wie folgt; „Chokand ist die Hauptstadt

erghana, wie dieses Khanat nach seiner

der russishen Provinz 1 ussen im Jahre 1875 wieder genannt

Eroberung durch die

Chinesen sind in Chokanb näher an St. es a1 Peking. Kuldscha ist ein Plaß an der nördlichen Seite des erefty Dawan, des „Säulen-Passes“, welcher von Kashgar na< Andijan und Chokand führt. Die Chinesen marschiren jeßt das Thal ves Sir Darja oder «Faxartes hinab, wel<hes vom Thian-Schan dem Aral-See zufließt. Auf den ersten Bli> scheint dieser Marschplan eine lihnere Bewegung von Seiten der Chinefen. Er kam selbsiverständlih den Russen unerwartet, da keine Kriegserklärung stc.ttgefunden hatte, und sie müssen zweifels= ohne überrascht worden sein. Es ist die alte traditionelle Straße aus China na< Mittelasien, und es is natür= lih, daß sie sich einem cinesishen Befehlshaber dar= bieten mußte, Die Russen haben wahrscheinli ihre Kräfte in Kuldscha, dem „Hankapfel, konzentrirt. Aber die Chinesen unternehmen eine gefährliche strategische Bewegung. Sie rüd>en auf die russishe Operationsbasis zu und entfernen si von der eigenen. Sie haben natürlih den Vortheil, die Nussen überrascht zu haben, deren Prestige sie wahrscheinli zu verdunkeln beabsichtigen, in der Hoffnung, die Chanate ge- gen die Nussen aufzuwiegeln, ehe diese Verstärkungen erhalten können.“ Die genannte Zeitung besorgt indessen, - es werde eine russische Armee vom Amur gegen Peking gesendet werden, was sehr leiht zur See bewerkstelligt werden könne. Gleich= zeitig würden die Russen jeßt mit ihrer verstärkten Flotte die cinesishen Häfen, namentlih Shanghai, blokiren können.

Statistische Nachrichten.

Nah dem JIulikefte der Statiftik [des Deutschen Reichs sind vom 1, Januar bis Ende Juli d. Is, von Spinnstoffen einge- führt: Baumwolle 945 096, Flabs 259 363, Hanf 214 527, Heede und-Werg 68 329, Jute 116 140, Schafwolle 454 581, Shoddy 29 538 Doppelcentner. Im Juli war die Einfuhr von Baumwolle und Schafwolle geringer als in jedem der Vormonate; sie betrug vur 108 723 bezw. 41 890 Doppelcentner. Von Fabrikaten der Tex- tilindustrie sind im gleichen Zeitraum eingeführt: Baumwollen- garne 69353, rohe Leinengarne 52861, gefärbte Leinengarne 2236, Leinenzwirn 4012, ungefärbte, gezwirnte, gefärbte S ide und Floretseide, Lacets, au<-Seidenwatte 209C8, Wollen- garne 90 962, Baumwollenwaaren 8954, Leinenwaaren 33 832, dar- unter ungefärbte Leinwand, Zwillih und ODrillih 32368, Seiden- waaren 2736, Wollenwaaren 15 607, darunter unbedru>kte Tuch- und Zeugwaaren 12 670, Kleider, Leibwäsche und Putwaaren 1447 Doppel- centner. Die Einfuhr baumwollener Garne zeigte bis Juni d. F. eine stcigende Bewegung, betrug im genannten Monat 13 012 Doppel- centner und ist im Juli auf 11 691 Doppelcentner zurückgegangen.

Einer vom eidg. statistishen Bureau zusammengestellten Tabelle „über die zur amtlihen Kenntniß gelangte überseeische Auswanderung von Shweizerbürgern“ entnimmt die „N. Z. 3.“, daß im Jahre 1879 4288 Personen, worunter 895 Kinder unter 16 Jahren, aus der Schweiz fortgezogen sind, um jenseits des Meeres eine neue Heimat zu su<en. Im Vorjahre verzeigte die Tabelle blos 2698 Personen, so daß also eine sehr erhebliche Zu-

nahme zu konstatiren ist, an der alle Kantone mit Ausnahme don Zug, Geof, Nidwalden und Graubünden betheiligt sind. 2964 Personen gakten als Neiseziel Nordamerika, 811 Südamerika, 143 Mittelamerika, 157 Afrika, 75 Australien und 27 Asien an, während bei 111 die bezü1lihen Notizen fehlen, was wohl zum Theil der Nachlässigkeit der zuständi- gen Amtsstellen zugeschrieben werden darf; denn es wird \{werli< Jemand glauben, daß z, B. von 221 auswandernden Solothurncrn 69 no< nit Sena haben, wohin sie ihre Schritte lenken wollten, während von den 248 Zürichern z. B. (1878 200), die fortgezogen M alle ein Reiseziel zu nennen i 227 Amerika, 9 Asien und e 6 Afrika und Australien. Bern \tellte ein Kontingent von 941 und Tessin ein solches von 667 Köpfen; diesen Kantonen folgen zu- näcbst Aargau mit 359, Zürich mit .248, Baselstadt mit 246, Basel- land mit 231, Solothurn mit 221, Neuenburg mit 206 und St. Gallen mit 204 Auswandernden. Die gesammte übersceische Aus- wanderung im abgelaufenen Jahre, bemerkt das genannte Blatt, dürfte diese amtlichen Zahlen bedeutend überschritten haben.

Kunst, Wissenschaft und Literatur.

Der Monatsberiht der Königlich Preußiscben Aka - demie der Wissenschaften qu Berlin fr JUn (1880) (Berlin, Bucbdruckerei dcr Königl. Akademie der Wissenschaften. G. Vogt.) NW. Universitätsstr, 8. Jn Kommission in Ferd.

ümmlers Verlagsbuchhandlung. arrwiß und Goßmann) hat fol- genden Inhalt: Munk, Ueber die Sebspktären der S ELEE _—— Peters, Ueber die von Hrn. J. M. Hildebrandt auf Nossi-Bó und Madagascar gesammelten Säugethiere und Amphibien, v. Ovpol- er, Ueber die Bestimmung rone wahrer Anomalien in parabolischen

ahnen. Virchow, Ueber den Schädel des jungen Gorilla. Hofmann, Ueber eine Reihe aromatischer, den Senfölen und Sulfo- cyanaten isomerer Basen, Zur Kenntniß des Amidophenylmer- captans oder Sulfbydranilins. Ueber se<sfa< methylirtes Benzok. Bb (Enns und Bestimmung kleiner Mengen von Schwefel- ohlenstoff,

Düsseldorf, 9. September. (K. Z.) Der Direktor Joh. Palisa in Pola entde>kte no< cinen kleinen Planeten zwi- s<en Mars und Jupiter. Die Neuheit vorausgeseßt, steigt die An- zahl der kleinen Planeten auf 218, wovon 145 in Europa entde>t und 45 bisher nur in einer Erscheinung beobachtet sind.

Von dem Werke „Handbu<{ einer Geschichte des Kriegswesens von der Urzeit bis zur Renaissance, Technischer

Theil: Bewaffnung, Kampsweise, Befestigung, Belagerung, See- wesen, nebst einem Atlas von 100 Tafeln, von Mar Jähns, Major vom Nebenetat des Großen Generalstabes“, ist kürzlih in dem Verlage von Fr. Wilh. Grunow in Leipzig die 11. Lieferung er- scienen, welche in zwei Abtheilungen die Bogen 41— 81 umfaßt. Damit ist nun das hervorragende Werk abgeschlossen. Die erfte Hälfte desselben ist bogenweise als begleitender Text den einzelnen Lieferungen des zu dem Werke gehörenden Atlas beigegeben worden. Der Verfasser hat seine Arbeit als Resultat langjähriger, eingehender Studien, in welchen eine reihe Fülle von Wissen niedergelegt ist, den General-Feldmarshall Grafen von Moltke „in Ehrfurcht und Bewunde- rung“ gewidmet; er bemerkt darüberim Vorworte: „Se. Excellenz der Hr. General-Feldmarschall Graf von Moltke, welcher der vorliegeuden. Arbeit während ihres Entstehens seine fördernde Theilnahme zu« wendete und sie der Armce empfahl, hat seiner hohen Geneigtheit zuleßt no< einen mich besonders beglü>enden Ausdru> gegeben, ins dem er gestattete, ihm dies Werk zu widnzen, es unter die Aegide seines glorreichen Namens zu stellen.“ Das Handbuch wie der damit verbundene Atlas sind von der gesammten Kritik als eine hervore- ragende Erscheinung auf dem Gebiete der Kriegswifsenschaft - mit gere<ter Würdigung aufgenommen worden. Auch win haben bei dem Erscheinen des Atlas und der früheren Lieferungen nit verfehlt, auf das vorzüglihe Werk als ein treflihes Hülfs- mittel zum Studium der Kriegsge\chichte aufmerksam zu machen unh hervorzuheben, daß der Atlas aus 10) Tafeln gegen 1500 künstlerisch ausgeführte, wissenschaftli< durchaus korrekte Zeichnungen und Pläne bringt, welWe in dem Handbache von Erläuterungea begleitet werden, die mit großer SaWhkenntniß, seltener Belesenheit und eingehender Verständniß geschrieben sind. Nacdem das Werk jcht abgellonen, ergiebt cin Rücbli> auf den Inhalt un die Stoffvertheilur.g, daß der Urzeit aus dem Ulterthum gegen 400 Seiten, der Zeit der Völker-

“wanderungen aus dem Mittelalter (eins<ließli< der Renaissance-

wurde. Aale ist der alte Name von Chokand. Die.