1919 / 72 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

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Wester miitag verlautele lin Parlament, ‘daß dle Verbant lur gen uitt: ben WuG E digen Gisenbahnern -glinslig veritefen und taß Aus. zin beslänté, ted Ausstand viellcicht noc- im Laufe des Tages bei» ztilegen, : : /

Nad clnex ven A5 T. B. übermittelten- Reuitrtmèlbung avs Londo gab gestern rahmittag Thomas dei Ecluh der Fr: ferenz betannt, - daß vie Gs enba ner As Lee Atecglerung angenommea “{bal. Vir. 69 d. Bl).

_Ciñet ven „W. L. 23." “rledergegetenen Harasdep&che aus Spanien zufolge fcrdern die in Barcelona S “O bè- finbllhen Arbetter der Glettrizitätsgesrll\chaft bie unverzügliche Gntlassung der möbitltsierten Arbeiter. Man ertpartet, dáß- die Zeltungen. ihr Etschcinèa wegen des Ausstands einstellen

müsen. Fine Strömung tür ben Generalaussland macht ch in (ordoya geltent. Sine weitere- von ter us Bic zcitung" witedergegebene Havasmeldung aus Madrid besagt,

daß in Valencia und Toruna der Genera lausstand ausbra; in Sevilla scheiterte cr. Fn Madrid lind die Bauarbeiter und dte Angestellten de Puphrnacher- und Schneldergewerbes im Aus- stande. S) Barcelona bercichte am Mittwoch vollkommene Nuhe. ZaL Ge Personen, darunter bler Adbyotaten der Syndikate, wurden V a (le é

Handel aad Gewerbè,

“Der Handels- und Zollvettrag zwishen dem Deutschèn Reiche und der Schweiz vom D ESE 1891 (Reis e Geseybl. 1892 S. 195) sowie der Zusatz verirag voin 12. November 1904 (Neichs-Gesetbl, 1905 S... 319) find von dèr Schweizerischen Regierung

etiindigi warden und treten mit dem Ablauf des 17. März 1920 außer Kraft, fofern nicht von den eien, teilen ein“ anderer Zeitpunkt des Avßherkraftiretens ver-

einbart wirb.

(Weite Racbrtä;ten über „artet u.'Wetverbe“ {. i. d, Grften Beilage.)

Kunft nud. Wiffenschaft.

Preisauss{relben der Alademic der Künste in Berlin. Dié VWadentte der Künste bat eiae geoftere Babl von Sti- pendlen: ütd Pretsen, gu2gesckrieben unter erleichterten Zusaßhedingungen tui Hiubltæ Auf, die! gesenträrtigen Zeltumstände. Alle Reifen und aué: wärtigen Slibiätäufentdalte, zu denen die Preisträger sonst vervftichtet warcezi jallèa reg. Die Altersgrenzen für die Zulaßung find rit Rüdsliht auf bie Kriégsjabre ‘anderweit festgesetit. Es Lömnen für die Bewerbung auch ältere Arbeiten, nidt nur in den leßten Zabren entftandene, cingerei@t werden, damit auch die aus dem #elde zurü» gie Künstler Gelegenheit haben, sich an den Wettbewerben zu

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“Pnter dblesen- veränderten Bedingungen werden die großen Staat9preise für Ärtiteften, Bibbanar Lid Maler au?gesdrieben, für Maler feiner: Schuiidt-Midelsen- Stiftung, Loutja &. Wengclsce Stiftung, Blechen. Stiftung, d. Nohr- Stiftung, Zweite Michael Veer-Stiffung, für Kupferfteher: Foua v, Menbelsde ¿tifturg, Zweite ‘Michael Leer - Stiftung. rBildha uer C chuñtdt- Michel Stng Louita G. Wengelsde Stiftung, . le Widael Beer-Stftuhg, tür Architekten: Louisa Wén e Suüftung, für Musiker: Giacomo Meyerbeer- GStifttg für FTollnftler, Louifa G. Wenpelshe Stiftung …_ Es ist eine ftattlihe Gesamtsumme vón Skipendien, die fo zur Verteilung gelangt, und die gleichzeitige Ausschreibting diefer Preise stellt fich als eine große fozialc Hilföunternebntung dèr Ukatemle dar, hte den jeyt besonders notleitenden Künftlern zugute können foll. Me fadg va [hen n Dar es an Bs nôâheren 5 nungen für: tte genann bewerbe sind dur bic Alademie, Pariser Plas 4, ¿1 bezlelen, i Y N

Jagd.

Kür den Land cöpolizeibeczirk Potödam perblelbi. es hinsichtlich bes T inns der Ld auf Wilventeu für das Jabr: 1919 del ‘dem geseßlichen Verimin (1., Juli 1919). Ferner wird: auf, Grzmd des § 42 bs. 2 der Jagdorduung bom 15. Juli 1907 der Endtermin zum Cinsammeln von a. Liecblveiern auf den 10, April 1919 b. Mörpenetctn auf ten 1%, Vai 1919 festgescpt.

Verkehr@twesen.

Jw Fretmarfenwettbewerb des NReihspof- mern ftertums bat das Pretageriht am S4, bie“ Gltsäleibung getroffen. 8 :

(7s haben crhalten je elnen er can Preis von 2000 #: Ernst Böhim-Chärlottenburg, ili Schbuster(?)-Müncen, Georg A. Nate Bein; jc einen zwetten Preis'von 1500 46: Ernst Wöbun-Ckar. sotterburg, Gugo Frart-Stutilgart, Lili Schulg-Müinchen; je cinen dritten Preis bon 1000 #%:; Willi Schufter(?)-Münghen, Profesor G. M. Weiß-Berlin, Secrg fl. Matbey-Berlin, Hugo Frank-Stutt: dart. „Uußerdem wurden 18 vierte. Preise. zu 200 6 verteilt und weitere 17 Entwürfe zum Arkauf empfohlen. E

Sur Au führung find die felgekden Entwürfe vorgeschlagen worden: 10. Pf. Marle (Hugo #trank-Stuttgart 3. a agen 15 Pf-Markte (Erst Böhm-Char!ottenburg 1. Preis) eia Cichen- stunmdf mit Jungen TFelebén; 25 Pf.-Varte (Georg A. Mathev-Berlia 1: Vreib) junger Baußandwerker. : ;

Bet: der Preibverteilung haben mitgewirit die Hérren Ministerial- bireftor As@ernborn, Gekcuner Kegierungörat Dr. Max Frieblänter, Profesor Gaul, Professór Gepger, Arcditett (Gropws, Professor

rthyr- Korf, Künstwäler Cösar Klein, Hauvtschriftteiter, Mitglied der Nätionälrersanmlung Nuschle, . Professor - if, Trébitest

Bruno! Pâul, Kuostmälet- Pecbstein, Mitgklléd bér Naticnalyerscu!- Luiz Pr. Pfeiffer, ¿Nin ricizai Siatier (Stui1gdrt) und Puo- for Schulte ta; Hofe. „Minister Heine und Herr Oberlandes geriditopr i rent L osen waren an der Teilkahme an der ißung des Preisgérichts verhindert. Bei der Abstimmung über die ¿00s melde Gutwärte zur Ausführung, jn Korseslag zu b. ingen find ‘aben. tie Herren Gropius, Klein und Pechstein {hrem Wun sprecend E miigeivirkt. (W. T. D | ala

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Atdiplomättshe Vertréter. in: Deuts Oester- tei h- können eingef@riebene “Drucsachen- versandt e : ée

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nicht gu; La EriduA ] ps E det Zeitungen- auf ‘besonderen Antrag ‘bet! der- Obere

Institut auf wär im: größten Teil des Geb bâlfte falt, in der zweit-n- überwiegend milde, trübe

Sonnenschein. Für die Monatstwnitie i dau, war die pieite Hälfte, inittel der Bewölkung und Jsolations atur

der . {nitt na sebr verla ‘vom lanatá Le ied: T N, eiwas zu falt, nur an wenlgenDrten i a i Le S

Tlcater und WMutif.

Spielpl[anänterung- tian Opernhause. Wegen“ er- neuier (rtrantungen von Mitgliedern wind beute stati „Urtatne- auf

aros“ „Mignon* mit HFräuleia Ati6t de Padila in der Ga ea pgechen. Beichäftigt nt gerne Fräulein bories 2h

und d eren Bergman a lusmus, Fun abi und Krasa. Musik. eiter f der Kapellmeister Otto Ura.

Die: lia Vorverkauf bcreits verkauften Gintrittstacten (79. Bor- stellung) behalten ihre Gültigkeit zur „Migaon“-Vorstellung, Ste lónnen au an der Vpernbauslafse gegen Rüdzaylung des Kasseipreises zuzüglich bes amtlichen Aufgeldes zurückgenommen rverden, und: zwar \rätestens bis. zum Beginn der

beutigen Vorstellung.” Eine spätere Zurücknahme ist aus- eschlossen, Me Dauerbezieher gelten beute die Karten zur 80. Vor- tellung. Morgen, Sonnabend, wird innerhalb der Richard Strauß-

Woche „¿Salome“ unter der persönlichen Leitung des Komponisten, mit den Damen Keiny, Hafgren-Waag, Birkenström und den Herren Kraus, Schwarz, Sönuner, Bachmann, Habich, Henke, Fine, Bhilippy, ban by Sande und. Krasa besest, arfgefuhrt. - DOA Ubr.

a U Scchzauspielhause wird morgen „Die Braut voz Messina" it der gewchnten Besekung wiederholt. Spielleiter ist Dr. Reinhard Bru. Antang 7 Uhr.

Mannigfaltiges.

In der gesttigen. Sihung der Berliner Stadt- veroxrdnetca wude. eti Antrag der Stadtv. Heimann und Dr. enl, betreffend Durficht. der Geschäftsordnung, der sih auf E in- seßung von zwei gletchberechtigten Vorstehern und zwet Stellvertretern bezieht, einem Ausschusse zur Vorbergtung üverwi-jen. E folgte eine Magistratëvorlage, wona die jetzt bestebenden Gasp retse abermals durhweg um 7 ch& erh 0h14 werden. Dio: Vorlage wurde angenommen. Da die recht- zeitige Feststellung des. Haushaltspkans für 1919 Kch infolge der- widrigen Verhältnfse nicht hat ermöglichen lassen, beantragte der Magistrat, um vom 1. April ab die auf das neue Nechnungbjahr ecufalleaven, nit - aufs@iebbaren Ausgaben leisten zu fênnèn, die Regelung für bie VMonate April, Mai und Juni nach Maszgabe der Bewilligungen des alten Haguss ba!tsyplans: Die Versamuilung flimmte der Magistratsvorlage zu. Es folgte ‘ein dringliher Autrag dexr Stadtv. Koh und Genoßficu dabingebend, den ‘Nagistrat zu ersuchen, mit der Versammlung in gemischter Deputation darüber zu beraten, wie durch sofortige Vornahme von Notstands8arbeiten die zurzeit herrsckende Arbeitslosigkeit zu befettigen ist. Nach längerer Aussprache, an der fa) der Stabdtbaurat Dr. Hoffmann und der Oberbürger- metsicr Wermuth beteiligten, wurde der Antrag Kech nud Genossen abgelehnt.

Ner. Mitteilungen aus dem Haag dringt der Dampfer „VBotha" aufer der berelis veröffentlihten Anzahl Mannschaften, Frauen uud Kinder ntcht vierzig", sondern nur „vier“

fstziere- der oftafcikanishen Shußtruppe. Der gesamte Tran8port wird übèr Wesel nad Berlin, Lehrter Bahnhof, wèitergeleitet. Die Ankunft des Dampfers aus Motterdam ist noch ni&t gemeidet. : |

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In ter Treptower Sternwarte finden in den nächsten azen folgende Vorttäge flalt: Morgen, Sonuabend, Nachmiitags “Uhr: „Vom Monte Mosa * zur afrikanishen Küste“ (Filme); Svpnntag, Nahmittags 3 Uhr: „Än den Ufern des Nheins“ (Filme), 5. Rhr: „Ferientage an der Dise, tin der Sächfifhen Sweis und im Sprectwvald® (Filme), Abends 7? Ubr: „Zim Lande der Schwarzen“ (dtutsÆcr Sudaänfilm), “Dienstag, den 1. April, Abends 7 Thr: „Sonne. und Mond” (Liektblldervorlrag tes Direktors Dr. Urchenbolo). Nit dem groÿen Fernrohr find jet (au Lage) vir Venus, Lbends der Jupiter und Saturn günstig zu beobachten.

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Ueber dic Wasserstand s- und Eisverkältntsse der norddeutschen Ströme in den Monaten Januar und Febrüar 1919’ beriMtet bie Landevanstalt für Gewässer- lunde "um preußischen Minifterium der öffentlichen Arbeiten: Zin Januar ift am Rhein auf bas schon im Bericht für Dezember cr- roühute Howmaffer cine fbuel!le WViederabnahme der Wafserflände gefolgt. Uu) an ten übrtgen Gtrômen bat fich die avfangs verhält- nismaäfßtg hoße ige vor Wasserstäntr nicht gehalten. Ler Frost gegen Gnde des Menats teschleunigte bie Abnahme, bei der Weichsel, Oder, (Elbe, eser unt Rbein ¿ulctt bis unter Mittelwasier fielen und obne die Stauwvtrkung tes Gises auch wöhlderMetne!strom das R A untér schriiten hätte, Las Monatômittel der Wasserstänte licgt jcdoch an allen Strömen über dem Wfährigen Monatödur®fcniti, Cs. hat si also wieder bestätigt, daf milde Winter bei uns gewöhulih feucht fiad, Die Schiffabrisperre dur Eis ging bis zun: 29, im wesantk- lichen nit über das Memel, Pregeï- und Weichselgebiet hinaus. 8 dén leßten Tagen: debnte fie fi dagegen aut Warthe, Neße,

der, -Hohenzollernkanal, die untere Haveiwaßerstrake, den (Ems: Weser-Kanal uad Ucinere SBafserftraßen aus.

Strom —, «» Memel Weichsel. Oter. Gibe Weser - üthein Pegel. . » «Tilt LEora Steinau Barby Mindea Côtn

Mittelwaiser“ Zentizueterx :

anne 1919, 009 197 10E 249 3084. 409

nterschicd gegen Viittelwassex i

Januar 1896/1915 +33 -+ ol -+ ol +5 +15 +129 Jm Nen lagen während des Ferostes, ver im Binnen- Tande mit furzen-Ünterbrehungzu eva bis um die Monátsnitte anhielt, die Wasserstände, soweit fie nicht, wie bet Thorn, dur Eis ftau gehoben waren, unier Mittelwasser und damit weit unter dem langjährigen Durchschaitt für Februar. Nachdem das Wetter dann milde geworden war unb die um Mitte Jaunar im größeren Teile Norddeutschlanos eingetretene Trockenzeit fast überall ißr Ende erreicht hatte, fticgen fämtlihe Ströme über Mittelwasser, jedo alle aur zu mäßiget Höhe. Das Monatsinittiel ift tutolge der- nietrigen Wasserstäude "in ter ersten. Monatsbälfte an allen Strôöutin unter dem. langiährigen Vonatoturhschüitt ges blieben. Während des Frosies dehnte fh die Schiffahrtsperrc dur) Eis auf fämtlie größeren Waßerstraßen mit Attönabme des Rheins aus, und au diefer führte zeiswetse felde Eismengen, daß der Ber- Fehr ztemlih aufhörte, Au Ende des Monats waren alle Haupt- wassersiräßen vom tfhein bis eiuschließlih Oder ‘wieder riofrei. MWeésentlidd besGjeunigt wurde das Versclvinden des Eises dur aus- gedebnte Eisbrecharbettet.

Strom... « » » « Memel LLeichfel Oder Pegel... «»« Tilsit Thorn Steinau Barby Mindea Cöln tittelwafser In Zentimeter :

Februar 1919 236 158 100. 110 246 998

Unterschied gegen

Mitielwasser

Febr,1896/1915 98

Elbe Weser Rhein

+10 —4 116 04 —SÙ

Ueber die Witterung in Norddentschland im Monat Februar 1919 beriGtet das preußische Ln, ische

rund der angesiellten Beobachfungen : Der Februar s trockden, während ersten Monats und arm an

Hälfte ausschlaagebend, während di Der Ge R Le D Fern ct Ae

trifft aih tlihae Gespridhen fia in Berlin Ée

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dem stellenweife etwas zu warmen en

sten wurde nur in Ostpreußen

.

ea vom 21. bis 23. Februar : in d!efèn Tagen erhob fich dlé Teuipe« ratur im Vinnenlande über 10, in Westfalen bis 18. Grad, während ie andererseits in der eriten Monaisbälfte sogar an vielen Deten des Westens unter 15 Grad herabianlk. Unter den Gefcierpuntt fiel tas Minimum mit Ausnahme weniger Stationen an ber Mehrzat der Tage (im Osten an mehr als 20); au wurden übera mehrere (im Osten über 10) Fistage gezählt, an benen das ‘Maximum dec Lemyeratur unter dem Gefrierpunfte béCa arte. Schnee if niht häufig gefallen, do war der Boden infolge des anhalteaden Frostes im Anschluß an die leyten Januaitage in den ôstlidhen und mittleren Lanbesteilen noch etwa bis Jum 16. mit Schnee bedeckt. Auch die Regenfz2lle déèr milden Periode sud nur unbedeutend gewesen, so daß es meist. viel zu iroden war, bescnters in Posen. Veieinzelt wunde in Schlesreiio Holstein und im Südwesten der langjährige Dureßschnitt öbers(ritteu. Die Niedershlagbkarte läßt wiederum eine große Gleichförmigkeit ia der Verteilung der Mengen erkennen: 10 bis 50 Millimeter wären iveitaus vorherrsMend; im Binnenlande Ost- und Westpreußens fielen stelleuweise sogar no weniger, dagegen find mehr als 50 mm her- ¡ledecgegangen: in den Bergiscen Landen, tm WMothaargebirge, weitlid) des Niederrheins (an der Niers), im Südwesten, befonders in dec Eifel (bis über 75 mo), auf dem Hunsrüc, im Saarbrückener Kohlengebirge (bis über 100 mm) und im Taunus, ferner auf dein Vogel3berg (bis über 75 mm). dem Thürivger- und Frankenwalde, dem Harz und in den Snudeten (im Ablergebirge bis 110 mm). ÍÎn den ersten Tagen des Februar. stand Norddeutichland unter dem Einfluß nord- oder osteuropäischer barometrischer Marxima hei tiefem Luftdruck im Süden des Erdteiles, fo daß die strenge Kälte anbielt. Cine Aenderung erfolgte erst am 3., als das Howbdruckgebiet über .Nord- europa einem, ausgebreiteten. Sief Plaß gemacht hatte, während über Westeurcpa cin flaher Hochdruckteil lagerte. Zu schwächem Tau- etter lam es aber nur im westlien Küstengebiet. Auch als in den folgenden Tagen im Nücken der nordischen Depression h bober Luftdrud ausbildete und sih gleichzeitig die von Ssidweiten über das Festland reichende . Hochbruclzunge etwas " verstärkte, so daß Norddeutschland verhältniömäßig niedrigen Barometer- stand hatte, fanden nur leite Scknecfälle ftatt. “Mit dem Vordringen eines barometrishen Marimums von Noten her trat vom 7. ab wicdez Auftlaren und strenge Kalte ein, dic am 8. meist ibren Höhepunkt erteihte, sodann aber allnäblid) rachließ, als das HohHdrugebiet infolge des Aufiretens nordisher Depre}sficnèn immer m hr nach Süden und Südosten hin abgedrängt wurde; ‘jedoch bielt das Frostwetter im allgemeinen ncch_ bis zum 15.. oder !6. an. Jun den folgendèa Tagen bededckte g mäßig tiefer Lufidruck den größeren Teil von Guropa: trüber Himutel und s{chwahes Tauwetter herrshten vor. Von 20. ab ftand bie Witterung unter dem Einfluß von Westen nah Osten tort- schreitender Tiefbrucktausläufer : etwas lebhaftere Winde“aus füdlicden und füdwesllichen Richtungen führten ichr milde Luft herbei. Erst vom 2%, ab bewirête cin über Skandinavien, später über Nordostcureha befindliches Hoc in Ostpreußen abermals Frosiwetter, das aut Monate- {4;luß sid westwärts bis etwa zur Elbe hin ausgebreitet Latte.

__ Magdeburg, 27. März, (W. T- B.) Spartaktsten stürmten in Kangermünde cinen ‘im Hasen legenden Schleppzug mit Proviant, der für den Grenzichuß bestimmt war. Sie plünderten die Schiffe aus. Herbeigerufenes Militär wurde mit Schüssen empfangen. Darauf machte die Truppe cbenfalls von threr Waffe Gebrauch ; auf beiten Seiten gab es Tota und Verwundete. Den Truppen gelang cs sclicßlid, den Hafen zu räutnen. : ;

—_—

Limburg, 27. März. (W. X. af Geftern abend trafen 2000 deutsche Sanitätsmannschaften aus ameri kanishen Lagern in Limburg, als der ersten vom Feinde nit beseßtea deutshen Stadt, ein. ‘Cs wurde thnen ein festlicher Emvfang turch Vertreter der Militärbehörden des. Kreises und der Stadt Limburg zuteil. :

(Fortscebung des Nichtamtlichen in ber Ersten Beilage.)

Theater.

Opernhaus. ' (Vater bea Bntea.) Soanabeab: 81. Deters bezugsvorstellung. Dienst- und Freipläge smd aufgehoben, Ntwharb- Strauß - Woche. 2. Abend: Unter veifoönlicher Leiturg des: Kowm- ponisten: Salome. Drama, in einem Aufzuge nah Oskar Wildes gleihnamiger Dichtung in deuticher ÜUehersezung von Hedwig Lach» mann. Musik von VNichard Strquß. Spielleitung: HOcrmana Badmanun. Anfang 7 Uhr. '

Schauspielhqus. (Am Genbarmeamarkt.) Sonnab.: 83. Dauere bezugövoritelung. Dienst- und Freipläße find - aufgehoben. Die Braut vou Messina oder Die fermndliGen Brüder. Cin Zrauersplel mit Chören tn vier Aufzügen von Schiller. Spicl- leitung: Dr. Reinhard Brut Anfang 7 Uhr.

Sonntag: Opernhaus. 248. Kartenreservesat, Der Dauerb-zzg, die ständig vorbehaltenen fowie bie Dienst- und Freipläte sind aut gehoben. Dic Meisterfinger von Nürubeeg. Ope iri bret Akten voi Nchard Wagner. Tiahmittags: I. und Il. Utt. Anfang 3 Uhr. Abends: I1I. Akt. Anfang 74 Uhr f : Schauspielhaus. Nadailiags: 199. Kartenreservefaß. Der Dauerbezug, die ftändig vorbehaltenen sowie bie Dienst- und Fret-

pláße find aufgehoben. 8. Voltévorstelung zu ecmaäßigten Preisen: Die Braut von Messina oder Dice feind:

lichen Vrüder. Anfang 2 Uhr. "Abends" 89. “Däuéts bezugtvoritellung. Dienst- und Freipläßze flud aufgehoben. Othello, der Mche vou Venedig. ZLiguerspiel in fünf Aufzügen von SNRR Spiellettaung: Dr/ Reiahard Bruk, Anfang ¿ USt

__ Familiennachrichten.

Verlobt: Frau Margarete Huth, geb. von Kuüts, mil Hrn. Hauptmann Wilhel Llein (Zehlendorf: West—-Berlin-Wiluiers-

dorf). Verehelicht: Hr. Oberleutnant d. Res. Carl Duval de Navarre mit Frl. Lilli S1ülow (Freiburg i. B.). G 4 r Ln i G s le Li R E 7 D. Friedri ben arby (Loburg I b. Magdeburg). Hrn. Vegierungbreferendag Heinrih Neubaur (Halle a, S). ch E

Veran!wortlicher Striftlelter: Direktor Dr, Tyrol, Charlotteaburt,

Verantwortlich für den Anzei il: Der V chäfigit RieN R ATTTN@ ü Cs A

Werlqa ver Geschäftsstelle (Menaeriag) in Berlin, 3

e n e tin i E N Acht Beilagen (ciasGPelid Bbrsenbeilage und- Warenteicheabeifagt Rz. 243

elibérsGuß ven über 1 Grad verzeichnet, Besonders milde war

fowie die aligangaDde Ny. 12 zu Ne, § d) Lffertlicden Anzeigers,

zum Deutschen Reichsanzeiger und Preußischen Staat

Biitamtsiches,

Deatsche Nazionalverjammlung in Weimar. 30. Silzung vom 27. März 1919. (Bericht von e Wolffs Telegravhenbüto*".)

Am Mivisiertische : die Reicheminisier Schéidemann, Schiffer, Dee: Brocdorff, Noske, Gothein, Dr. Bell’ und Dr. David. i va

_ Auf ver Tagesordnung sieht die Beratung der Ents würfe: eines vierten Nachträgsetats für 1918 und eines Notetats für 1919. Der Nachtragsetat enthält. die Anforderungen für den Reichspräsidenten (monatlich 100 000 E

sowie für . das Reichs- arbeitsministerium und das Reichs\chaß- ministerium. Der Notetat sieht dic vorläufiae Regelung der laufenden Ausgaben für das Rechnungsjahr 1919 por.

Retchsfinanzminister Schiffer begiüntet beide Vorlagen unter dns mi ibren vorläufigen Gharakter. Hoffentlich brähten hon pie nächsten WoFen klare und endgültige Verhältnisse. Aber im ‘Interesse einer besseren Uebersicht und nicht zulegt in der Ar aaua daß 2s nit angängig szi, dic Durchsihtigkeit unserer Finanzen au anr für einen Tag versleiern zu lafsen, : scièn ‘die beiden Vorlagen den Fguie unterdbreltet worden. : s . Schulz - Ostpreußen (Soz): Jedebmal, rvenn die politische Gntreicklung: einen etwas rubigeren Sani anzunet men schien, tamen Wedrohungen von innen unt außen. in Wunder ist cs ia nicht, denn die Hoffnung auf {chaellen Frieden hat fi nicht erfüllt. Hictfür wäre die Aufbebung ter Oungerblockade ein besseres Mittel geweien als irgend- eine mitfitärisde Maßnahme. Damit wäre zuglei gegen ren Bolschewismus ein wirksamer Damm aufgerichtet worden. Solange der Bolschewismus fich aa beschränkt, seine Zdeenmit geijtigen Waffen zu propagieren, wollen wir. ihm mit- geistigen Waffen antworien. Sowie er aber mit Handgranaten zu überzeugen jut, billigen und verlangen" wir, daf ber Staat seine. schärfsten Machtmittel dagegen anwendet. Das gleihe erwarten und-verlangen wir von thm bezüglich ber Gefahren, dié oa rechts drohen. Nech tehen wir nicht die unmittelbare Gefahr einer Gegenrevolution, aber hier heißt es, schon den Nufängen entgégenzutrelen. (Sehr rihtig! b. d. Soz.) Bet der gestrigen Nede des Herrn Scheidemann kam von rechts e: „Unwürdig“. Jch nehme an, mit bicsem Ausdru sollten gewisse Straßendemonstrationen gekenn- zeichnet werden. Denn unwürdig i in der Tat, wenn gewiffenlote nb - politis verhegte Männer eine Kundgebung des gejamten Volkes und aller Parteien in aushetentder und herausfordernder Reife ausnußèn, um exbärmliche politische Geschäfte zu maten, und es heißt die Würde des deutschen Volkes wahren, wenn man ein derartiaes - yojitishes. Bubenstück abshüttelt. Dafür find wir vem Ministeryräfiderten : Scheidemann dankbar, nit als Partei- Jmofsen (Lachen - rechts), sondern als Vertreter des parlamen- tarishen Deutschlands. (Beifall b. d, Soz.) - Aber dieje Vorgänge vom Sonntag waren „nur ein vergleihêweile harmlofer. Kuftalt zu den ehren Vorgängen in der Vreußilichen Landesve:sammlung. Hier Pat rr von Satborff: eine aufreizende Nede gebalten, die nichts wait als die Schilderbebung der Gegenrevolution bedeutet. (Sebr tig! bei den S9.) Ih sehe davon ab, daß er die ‘niedrige Ver- dôhtigun aussprad, sozialistisckcc Agitatoren hätten fich in unchren- hafter ise an öFentli&en Geldern bercihert, (Sehr richtig! red18.) Das sagt der - Vertreter ciner Klafje, die aus der alten Ordnung die größten Profite und: ungeinefene Meichtlimer gezogen bat, und er wagt es gar, Cinzelfälle zu veraligemeinern und bren- männern ehrenrührige Vorwürfe zu: ten (Sehr richtig! bei den Soz.) Dagegen muß ein Wort der leidenschastlichsten Abwehr geiprochen werden gegen einen -andcren Saß, den er ausgesprohen at: Die Revolution ist tas gréßtc Verbrechen, das je an deutschen Volke ¿gangen tvorben ift. Ee Rufe: Sehr richtig! rechts; Un- ruhe, Lärmen und Pfutrufe b. d. Sez.) Welß denn dl von Kar- dorff mt, daß er damit die Gefühle von Millionen Deutscher (Zu- ruf rechts: Millionen Verbrecher! Große Unruhe b. d. Soz.) in unerhörter Weise verlegt? (Beifall b. d. Soz.) Wir Sözialdemo- fraten haben- dic Revolution nicht gewollt. Wir hätten gewünscht, daß freie Bahn auch ohne ‘die Gewaitsamkeiten einer Revolution ge- {afen worben wäre. (Hôrt, hört 1) Revolutionen werden nicht gemacht. (Widerspruh - und Gelächter rechts.) Revolutionen l'ommen wte elementare Ereignisse. Sobald die Revolution eimnal da war, gilt und galt für uns Sozialdemokraten, E den Interessen des deutschen Volkcs bienstbar zu - machen, Darar haben wir unablässig gearbeitet scit dem 9 November, und nur wir konnten es; die Partei des vositiven \{chöpferis@cn Ausbaues des Sozialisnius. (Gelädhter und - Zuruf rèckts: Was baben Sie denn erreicht ?) Was baben Sie (nach rechts) denn erreid)t, als Sie si in den Neopembertagen zitte:nd. vor der Revolution“ verkrochen ? Wir haben Hab ju retten, was. noh zu retten war, und troy der trüben Gegentvart verjagen vir nit, und wir t der jlien eber- u

gs Bare fu e li guten Id deus Het rofe, breite Pforte für eine glücklihe Zulun eu Volkes. ae all b. d, Soz.) Leider werden uns immer. wieder Knüvpel

zwischen die Beiñe geworfen, wenn wir zur Ordnung zurükkehren wollen. Einen der Rees Knüppel hat uns gesiern Herr von Kardorff zwischen die Beine geworfen. Es foll ketne Drobung, aber cine Warnung sein. Hüten Sie sich, mcinc Herren, die Ste etwa Katdorffshen Ideen folgen, wtr lassen uns die rerolutionüären (Srrungenshaften weder besudeln noch zertrümmern. (Lebh. Zu- finimung b. d. Soz.) Hüten Ste sich, daß Sie nicht ciñe neue Revpo- lution vorberciten. Die erste ist gezügelt worden dur den deutschen ialismus. Ein zweites Mal kênnte es anders’ kommen. (Lebh. ut. b. d. Soz.) An die Regierung richte ih die tage, ob die lSrung bes russi)hen Volkskommissars Tschitscherin richtig it, daß deutsde Truppen den linken Flügel einer rov Offensive gegen Rußland darstellcn, die offenbar im luftrage der Entente unternontmen sei. Ih „beantrage, die Ueberweisung des Nahtragsetats an den Ausshuß, Wir wünschen dort nähere “Mitteilungen der Regierung darüber, wodur die bohe Summe von 100 000 6 - monatlich an Aufwandsentshödigun für Reichsyräsidenten notwendig geworden ist. Wir Sozial- demokraten - haben - gewiß das ‘größte Vertrauen, aber wir fehen in iner -\chiihten- - einfachen Gesialtung der Amtsführung des eie d DeStoe Be tra! ie) De N jenige Lage ands. ebr r ! links. mit ‘dem Vat des V eichöpr enten verbundenen sahlihen Auf-

wendet - müssén “getrennt werden von - den - persönlichen lufwendungen, Bei der Beratung, bes ordentlichen Gtats werben : fe.

wir. l „prüjey, of n den Ministergehältern nicht ‘Ab-

T aE Ee ie M elcetin jt’ ider pn | fins) 1 weit | btberein én worden s, wo e besonders

) reli s G doch ganz

jur Soziälisierung elgaet. (Seÿr richtig! links.) Eine Erhöhung der Alterps, Invaliden: und Unfallrenten unb der Unterstügungen ter Angehörigen ven Ktiegsgefangenen ist notwendig, Wir müssen

Erste Beilage

Berlin, Freitag, den 28 Mürz

e E T A I, B f riutrè je rdee-a6 get prt Enger ET A rie T

endli witeber. Ocbnung schaffen in unseren Firanzen und in unserem ganzen politischen Leben. (Lebhafter Beifall bei den Soz.)

NReichsmehrminister N 08k e: Auf die Anfrage des Abg. Schulz iegen der Aeußerung des ru)sishen Volkskommissars Tf itscherin habe id zu erflären: - Wenn der ruisishe Staatêmann von an- itürmenden deutshen und polnischen Truppen gesprochen hat, so ent- ipricht diese Behauptung, soweit deutsche Truppen in Betracht kommen, nit den Tatsachen. (Hört! Hört!) An den Kämpfen im Baltkum nd hauptsächlich Tetitishe und litauishe Lruppen beteiligt. Deutsche Truppen haben in den leßien Wochen nur eine Operation von ganz geringfügiger edeutung vorgenommen, die in der Presse zu Unrecht als ein großer Sieg der deutshen Truppen über die Russen gefeiert worden ist. Es handelte si dabei lediglich um die Beseßung einer B. bnlinie auf beschränktem Raum, um den Naschub besser siterzustellen. Seit- dem ist ein Stuilistand der Operationen eingetreten. Es besteht zwishen der Obersten Heeresleitung und der Reichsregierung Uebereinstimmung darüber, daß von den deutschen Truppen keme Offensivbewegung in Kurland und Litauen unternommen wird. Eine gewisse Sicherung der deutschen Ostgrenzen wird leider noch er- forderlich sein, aber die Reichsregierung ist nur von dem lebhaftesten Wunsche erfüllt, auch mit Rußland in Frieden und guter RNachbar- hatt zu leben. (Beifall.) : ü

Abg. Mayer- Schwabin (Zentr.) : Die Anforderungen für den Reichópräsidenten werden wir genau prüfen. Mein äußerlich muß es den Anschein erwecken, als ob der deutshe Neichópräsident mehr Ein- fommen hat, als seine Kollegen in den Vereinigten Staalen. und..in Frankrei zusammengenommen. Im Interesse bes Reidchspräsidenten sclbst muß eine Trennung der persönlihen und sachlichen Ausgaben erfolgen. Mit der Sauierung unjerer Meichsfinanzen muß batd begonnen werden. Wir können nicht warten, bis unsere Wirtschait wieder getundet ist. Wenn wir hier shritiweise vorgeben, wird ih langsam wieder der Wert der deulschen Mak Heben, von dem wir annehmen, daß er jeßt den Tiefstand erreicht hat. Mit dem Grundgedanken der Rede des Ministerpräsidenten sind wir durchaus - einverstanden. Au wir glauben, daß die orderungen des Siegers ihre Grenze finden müssen an den ewigen Gesezen der Moral und der Menschlichkeit. (Sehr richtig! b. d. Mebiheit.) Jede Uederspannung der Forderungen muß auf den Sieger setbit zurüctfallen. Schon ballen sich im Osten die Wolken des Bol- \hewiömus zusammen und drohen sih üver ganz Europa zu ent- laden. Mögen unsere Gegner dafür endli das notwendige Ver- ständnis finden im Interesse Eúropas und der ganzen Welt. (Sebr wahr! b. d. Mehrheit.) Wir find bereit, die 14 Puntte Wilsors restlos und loyal zu erfüllen. Wir erwarten aber dabselbe auch von unseren Geguern. (Sehr rihtig! b. d. Mehrheit.) Ddregierung und Nationalversammlung haben die Pflicht, alle Versuche diese flare Stellungnahme zu durchfreuzen, mit Entschiedenheit zurückzuweisen. (Zuflimmung b, d. Mehzheit.) Solhe Versuche bestehen links und redts. (Widerspruh rets.) _Zweifellos zielt eine Bewegung darauf ab, uns von” der Criüllung der An- erkennung der Wilsons&en Punkie abzudrängen. Die Realerung hat das Recht und die Pflicht, solchen Versuchen, die verwerilich und gemeingefährlih Kad, energisch entgegenzutreten. (Zustimmung b. d. Mehrheit) Allerdings giauben wir, daß den Vorfällen in Berlin vom legten Sonntag niht die Beteutung beizulegen ift, die ibnen ter Mintsterpräfident zugeiprochen hat. (Sehr richtig! bei den Demoktratea und im Zentrum.) Die Einrichtung eines Staatsgericht8- b ofes haben wir \chon früber im Zusammenhang mit dein Minister- verantwon!lichkeitsgeseß verlangt. Wir würden es bedauern, wenn jeßt dem Staatsgerichts«hof eine Außnahmestellung insofern eingeräumt würde, als cr zur Aburteilung gewisser Persönlichkeiten, die es wünschen, odcr von deren Aburteilung man fi eine Klärung von Schuldfragen verspricht, dienen soll. Unsere Stellungnahme zu diefer Frage im einzelnen behalten wir uns vor, bis der Entwurf vorliegt. (Beifall im Zentrum.) L

Abg. Dr. Graf von Posadowsky (D. Nat.): Wenn die Regierung den Wunsch der Wiederbelebung unseres Wirtichaftslebens hat, jo bat ihre Haltung auf wirtschaftlichem Gebiete bisher keine3- wegs dau beigetragen, dieien Wunsch zue Erfüllung zu bringen. (Sehr ridtig! rets.) Das Sozialisierungsgeseß entzieht dem Unternehmer sein Gigentum zu. einer Zeit, da cs der persönlichen Tätigkeit und Sachkenntnis des Eigentümers bedarf, um den Betrieb wieder ins Leben zu rufen. Die Sozialisieräng" erfährt cine immer weitere fommunistische Auslegung, - und die Regierung tritt folhen phantast!\chen Projekten nicht entgegen. Bei ber Schuldenlast des Retchs müssen die besizenden Klassen zu Steuern horangezogèn werden, aber die Vermögensvermehrung während des Krieges durch Sparfam- keit darf nicht ebenso erfaßt werden wie d'e Kriegägewinne im engeren Sinne. (Sebr richtig! rets.) Die Besteuerung des Vermögens und Einkommens darf nicht his zur Enteignung gehen. Das Eigentum ist die Grundlage jeder Familie, jedes geordneten Staatswéséns, jeder geordneten Gesellschast; auf dem Gefühl, daß das Eigentum heilig und gesichert ist, beruht unier ganzes wirtschaftiiches Leben. (Sebr richtig! rets.) Aber das Ergentum fieht jetzt fast wie ein Makel aus. Das Experiment der Sozialisierung und die Aeußerungen der Regierung über die Steue1politifk haben weite Kreise tief be ruR ge (Sehr richtig ! echts.) Diecte Kreise sagen, wozu sollten sie fi abarbeiten und Geld in -wirt’chattliche Unternehmungen stecken, wenn der Gewinn durch Besteuerung ihnen wieder entzogen wid ? (Sehr wahr! rechts.) Der Ministerp1äsident hat gestern die Teilnehmer ter Ver- sammlung im Zirkus Busch hart angegriffen, die das vater- ländische Ziel haîten, Protest gegen die Zerstütelung Deutschlands zu erheben. Ich war aufgefordert, das erste Referat in dieser Versammlung ¿u balten, konnte aber leider dieser Einladung nicht folgen. Kann der Ministerpräsident sih wundern, wenn unter den Verhältnissen der Revolution man sich in weiten Kreisen des Volkes na dem Zustand vor der Revolution zurüdiehnt? (Sehr gut! rechts. Rufe links: Krieg8gewinnler!) Das is rein mens{lich und hat mit Kriegsgewinnen me zu tun, Arbeiten Ste doch nicht mit olen Schlagworten. Die lange im „stillen vorbereitete ropyaganda hat den Verband unseres Heeres an der Front und in der Etappe allmählich gelockert, und s{ließtich find wir durch diese Propaganda wehrlos. geworden. Folgen: Der Zusammen- bruch in der Ostmark, die Weeibnng einer ausreihenden Vollzugs- gewalt, obne die teine Regterung rgen fann, wie fich jeßt eigt, und im Jnnern Bürgerkrieg und 2 nardie. Bei aller Knapy- Lei bahen wir uns durch vier Kriegsjahre recht und s{lecht A teihlagen. (Rufe links: Wir au, wir alle!) Aber dur die evolution wurde. unfer ganzer Regierunasapparat desorganifiert, es wurde gevlündert und geraubt, wertvolle Massen von _Lehens« mitteln wurden vergeudet und vershleppt. Die Revolution hat die Zustände in der Ostmark herbeigeführt. (Lebhafte Zustimmung rets.) Infolge dessen hört bie Zukunft der Oftmark auf, und wenn wir est unter den \chwersten Bedingungen unsere Feinde bitten müssen, uns zu ernähren, so ist das eine indirekte Folge der Revolution. (Sehr wahr! rets.) Merolution und thre D unsec Heer has unzweifelhaft au das Ansehen des deut amens im Auslande sehr ge- litten. Jst es da ein Wunder, Herr Mumisterpräsident, wenn wette Volkäkreise zurüEdenken an die geit wo im Staake recht- lide Orbnuna und Stcherheit der Rechts\sphäre jedes ; einzelnen bestanden? Und wenn Sie noch picle solcher Reden halten

1919,

wie gestern, dieses Volksbewußtsein werden Sie mit aller threr Beredsamkeit iht aus den Herzen reißen. (Sehe richtig ! rets.) Wenn der Ministerpräsitent solche Siimmungen- niht vertragen fann, so soll er nit mehr von der Freiheit im neuen Reich sprechen. Wenn die Regierung solhe Aeußerungen niht vertragen kann, dann ift ihre Freiheit nur ein Aushängeschild für urteilslose Massen. Nichts als e:n Blendwort für Leute, dic nit tiefer sehen. (Sehr richtig! rechts.) Herr von Kardorff wird Manns genug sein, um #ch in der preußi\nchen National- versammlung gegen die Avgriffe bier wirksam zu ver- teidigen. Jch bin vierzehn Jahre in den Sißungen des Reichs- 1ages geweten und sechs Jahre Mitgiied des Reihs:ages gewesen. Wenn ih mir die v)tcden vergegenwärtige, die damals von der Partei des Herrn Ministerpräsidenten gegen die Regierung und gegen die bürgerlichen Patteien gebalten wurten, mit gleicher Schärfe und welcher vernihtenden Bitterkeit, und wenn i jeyt sehe, daß der Ministerpräsicent in diese Autiegung gerät über die Reden im Zirkus Busch dann hat si sein Porträt fehr verändert. (Zustimmung und Heiterkeit.) Der Ptinisterpräfident sollte seine Taitkraft lieber ver- wenden gegen Besirebungea, die thn sonst ernstlih bedrohen. Die Arbeiter- und Soldatenräte bilden ein Nebenparlament, das die Re- gierung neben der Nationalversammlung nicht dulden datf. (Sehr richtig! rets.) Die Arbeiter- und Soldatenräâte desorganisieren die VWLokalverwaltungen dur) die allergrößten Ucberguiffe. Wenn die MNRegierung die Arbeiter- und Sol- datenmâte nidt aus tem Staatsleben ausfchaltet, so werdeu bald die Füße derer vor diesem Hauje stehen, die diese Regi-rung hinaustragen werden. (Sehr wabr! rets.) Wir brauchen einen Monn mit staa13znännischen Eigenschaften, mit der Krast und Be- gabung, ein wahrer Restaurator germunics zu werden, der Richter und Schôpfer eines MNeiches, in dem alle Parteien Luft und Licht baben. (Sehr richtig! -r&chts.) Die geîtrige Rede des Herrn Ministerpräsfidenten enthält o ungeheuerlice Anschuldigungen, daß die Deutijchnationale Vo!kepartei einmütig folgende Erx- tläiung abgibt: „Fn dem schärfsten Protest gegen die maß- losen Forderungen der Entente gehen wir mit der Regierung einig; wir sind der “Ueberzeugung, daß unsere Feinde nicht nur zu verwirren, sondern auh die entseglihe Lage, in welche das Deutsche Reich durch die Revolution gebracht worden ist, wucherisch auszubeuten eutictesen find. Staatsmännishe Weisheit hätte nun alies darauf eines (t; die sämtlichen Kiäfte der Nation zur einheit- lien Abwehr zusammenzuschließen. (Sehr richtig! rechts.) Statt dessen hat der Herr Ministerpräsident dur die Giundlosigkeit seiner gestrigen Anschutdigungen und dur die Schärfe seiner Ausdruckèweise das Gegenteil bewirkt und in den Herzen von Millionen Deutscher, die: niht gesonnen find, ihr vaterländishes Empfinden herab|\eyen zu lassen, tiefe Emrôrung heivorgerüfci. (Sebr richrig u. lebb. Zustimmurg rechts.) Deutschlands Zukunft verlangt an der Spiße der Re- gierung einen Mann, dét den Empfindungen der ganzen Nation ge- recht zu werden versteht (Sehr richtig! techts), keinen bloßen Pär- teiredner, der für nationale Regungen nur soweit Veiständnis empfindet, als se sich. im. Rahmen eines Parteiprogramms be- wegen. (Große Unruhe und Rufe : -Unerhört, Frechheit, Wer find die Millionen, die das wollen ? b. d. Soz.). Sie (z. d. Soz.) werden gieih noch mehr hèren: Die Unhabhäugigen, die durch den Terror der Straße die heutige Reicheverdrossenheit mitvers{huldet haben. hat der Herr Miniîterpräsident sehr gelinde behandeit ; defto schärfer wandte er fi mit einer unzweideutigen Handbewegung gegen die Rechte. Gr benußte dazu den Umzug, an dem sh Bürger und Arbeiter und auch der Nationalverband Deutscher Difizière am lezten Sonntag bete'ligt haben. (Zuruf b. d. Soi. : Ludendoff!) Nic würde man im Ausland über Otfiziere, die ihr Leben im Kriége und zu Hause zur Sicherung der Ordnung in die Schanze geschlagen baben, in so wegwerfendem, Tone sprechen, wie es gestern die deute Regierung getan hät, weiche überdies bur ihr Wahl- ret jedem Zwanzigjäbrigen das poiitische Neifezeugnis aus stet. Es is eine beleid gende UntersteUung, daß jene Männer für die armseligen Lappalien einer Partei, einer Kaste und und einer Clique eingetreten scien. Sie haben vielmehr als gleih- berechtigte Staatöbürger von dem Recht der Freiheit ibrer Meinungs- äußerung Gebtaub gemacht, das ihnen kein Ministervrösident in einer freirn Republik nebmen darf. (Bcifall rets.) Das deuts{z Volk {tühlt sich um die Hoffnung auf einen gerechten Frieden, die ihm die Revolutionsregierung gemacht Hat, betrogen. Ganz von selbst fordert die Gegenwart die weitesten Kreise des Volks zum Wergleih mit früheren besseren Zuständen herai:s. Die Tatsachen find es, “die gegenrevolutionär wirken, nüt reaftionäre Verschwörungen. (Leb. Beifall rechts.) Kompiotte gegen dieMegierung werden“ auf ver äußersten Linen geschmiedet, die Tag und Nacht an ihrem Sturze arbeiten. Jn vollem Widec- spruch mit si selbst vcrdächtigt der Mimsterpräfident die Teilnehmer jenes Umzuges, daß fie“ deur Auslande einen chauvinistts{hen Schrecken vor einem wiederauflebenden deutschen Militarisnaus ein- gejagt und darum politische Sabotage getrieben haben. Dénn gleichzeitig gibt er zu, däß das „deute Land jeiner militärischen Kräfte fast bis zur Vernichtung entblößt is", durch politrsche und militäri\he Sabotage . hat die Revolytion das deu Land so weh1los- gemacht, ‘daß uns heute die Welt alles zu bieten wagt. (Sehr richtig ! E Fene Umzüge wollt.n au' der Sträße nich1s8 anderes ausdrücken, als was vorher im Ziukus Busch eillärt wurde: den leidenschaftlihen Protest gegen die Zerstückelung des deutschen Reiches! Diesem Willen gaben fie elementaren Ausdruck® durch die Erinnerung andte, alte. Zelt, in der eine solche Zerstüctelun unmöglih gewesen wäre. (Sehr richtig! rechts.) Daß Genera Ludendo1fff „nit zufällig" auf der Straße war (Zuruf b. d. Soz.: Nein, zufällig nit), oder gar die Ovatonen ber Leilnehmer absid;t- lich herbeigeführt hätte, ift _ eme nachweislih unwaßre

Unterieüung, (Widerspru, Lärm und Zurufe bei den Soz.: Das glauben Sie doch elder nickt!)) Welche

Veractung ladet man vor der ganzen Welt äuf Deutsland, wenn ein General, dessen unvergleihlihe Pflichttreue und gewaltige Leistungen im vierjährigen Kriegsdienst an verantwortlicher Stelle niemand, am allerwenigsten die Entente, anzutasten wagt, von dem leitenden Minister so gerings{häßig und En behandekt wird, wie wir gestern erleben mußten. Wir balten das mit der Würde einer deutshen Nationalversammlung tür unvereinbar. (Beitall und Zustimmung rets.) Wie sich die jeßige Regierung verbitten würde, wenn man von Scheidemännerei sprechen würde, fo verbittet fi das deutshe Volk den Ausbruck „Litendorfferet“.

(Särmenter Widerspruch bei den Soz. und Zurufe: Welches Volt ? Wie können Sie im Namen des deutschen Bolkes pen wolle ?) Was gestern in Aussicht gestellt wurde, das ist ke unparteiisher

Gerichtshof. wie man ibn wünschen muß, sondern ein Gericht, dem der Le ‘Ministerprésident seibst ddn en Weg zu seinem (Sei

mit dem Wort vom „Landeërat" vorgezeihnet hat. br richtig! reis.) Es widerspricht jedem demokratischen Her- kommen allen Ländern, Sondergerichte _ und

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ems Stratgeseze mit rückwirkender Kraft aufzustellen, Im mit dem Wort des Miuistezp1äsidenten von bet „#9 Geredtigkeit“, auf dem sih die neus Staatengesellsch0 aufbauen soll, verlangen wir, daß zuerst im eigenen Lande ki Aft verfönlicher Rache das Fricdensbedürfnis des "Volkes stören varf. Es war fke'n Zeichen von Stärke und Sicherheitsgefühl der

Sanzeciger. |

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