1820 / 40 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

Kocps mit uns vereiniget hatte; daß Diejenigen, auf die wir rechneten, sich mit uns schlugen; daß feine Gemeinde si< offen für uns erflärte, daß die eifrig: sten Freunde. unserer Sache nur Wünsche wagten, daß die Hofnung, das heilige Feuer des Vaterlandes zu verbreiten, erloschen war, furz daß wir auf feinen Boden rechnen konnten, als auf dem wir standen, und auf fein Vaterland, als auf uns selbst.‘ MRiego wollte auf Grar.ada gehn, aber Eguia stand zu Loja, und dem Korps fehlte es an Schuhen, Hemden, éurz an Allem. Er ging auf Antequéra, wo er si< mit den Bedürfnifßen für die Truppen versah. Am 24. traf er, nur no< 900 Mann stark, in Caneta laReal ein; hier desertirten zwei Kompagnien. Riego beschloß jet in den Gebirgen von Ronda einen angemeßeneren Kriegschauplay zu suchen. Bei Ronda fand er die 800 Mann starke Avantgarde O'’donells, die er angriff und anfangs warf, aber aus einer festen Stellung, die sie an einer Brü>e bei Ron da behauptete, nicht vertreiben konnte. Den Plan, in die Gebirge von Ronda zu ziehen, gab er auf, weil ihm ein Hauptmann Dsorno Hofnung machte, daß in Moron und der Umgegend Truppen zu ihm Kbergehen würden. Er marschirte daher nördlich auf Moron, woselbst si< am 3. März wirklich Osorno nebst 200 Dragonern vom Regimente mit ihm verei- nigte; die andern Hofnungen s{lugen fehl. Am 4. ward er auf dem Marsche gegen Kordova von O?’ d 0: ne ll angegriffen und verlor Viel. Am 7. zog er, no< 300 Mann ftark, in Kordova ein, um den Guadal- quivir zu pafiren und sich in die Gebirge zu werfen. Die Straßen waren mit Menschen angefüllt, deren Schwe gen ihre Ueberrashung zu erkennen gab, doch feine weitere Theilnahme.

Auf - dem Marsche in den folgenden Tagen von O'donell verfolgt, mit Regengüßeu, grundlosen Wee gen und Mangel kämpfend, gelangte das ganz ge- \<molzene Korps am 11. März zu Bienvenida an, wo man beschloß, sich aufzulösen und zu trennen, weil es unrköglich war, dem Feinde no< irgend einen Wis- derstand’ entgegen zu seben. So gab der Urheber des Aufstandes seine Hoffnungen in dem Augenbli>e auf, da der König sie erfüllte.

Riego war der. Officier, von dem der Aufstand der Truppen ausging. Er hatte seine Kantonirung zu Las Cabezas mit dem Bataillon von Asturien, welches er fommandirte. Um die Stunde der Meße führte er das Bataillon in die Kirche, woselbst sein Adjutant den Soldaten die Konstitution laut vorlas und sie den®Eid auf selbige leisten ließ. Nach dieser Handlung marschirte er mit dem Bataillon auf Arcos, wo fich die dortigen Bataillons anshloßen, und die Generale Calderon und Fournas von ihm ver: haftet’Wurden, Quiroga und O'dali wurden, nebst anderen Officieren, die wegen ibres Antheiles an dem Aufstande vom 8. Jun. v. J, sich in Verhaft befan: ‘den, ers béfreit. Riego räumte dem ersten, wegen der Anciennität, den Oberbefehl eia.

Die Einwohner von Malaga wollen dem Gene-

cal Riego auf dem Plage, wo er st< wider den Ge- neral Odonell vertheidigte, eine Bildsáule errichten.

Der Oberst - Lieutenant Don Evaristo San M i- guel ist schleunig nah Gallizien ges<i>t worden, uni die Mishelligkeiten auszugleichen , die in der bortigeu Junta entstanden sind.

Spanisches Amerika. Nach Briefen aus New York vom 6. April war der Spanische Botschafter, der General Don Francesêo Vives, nebst dem Dber- sten Sanchez Biddo und einigen anderen Officieren nunmehr daselbst angekommen. Um so weniger Schwie: rigkeit dürfte jeßt der Vorschlag des Präsidenten der Vereinten Staaten finden, die wegen der Floridas zu nehmenden Maaeregeln no< auszufeßen.

General d’Evereux war, nah Naehrichten aus Liverpool in Englischen Blättern vom 27- April, mit seinem Staabe und 30 jungen Leuten nach Venezuela abgegangen.

Eine na< Lima bestimmte Amerikanische Brigg ist vor Callao. von dem Chilesischen Kriegschisse Arau- cano genommen worden. Cochrane hatte die Blo- kade von Callao aufáehoben und wollte das im vori- gen Jahre von Kadix abgesegelte Schiff Prueva auf- suchen, welches inzwischen bereits in Guayaquíl ein: gelaufen seyn soll, so wie das mit demselben zugleich abgesegelte Schiff Santelmo von 74 Kanonen mit einer Ladung von 74 Mill. Piaster an Werth in Calr lao eingelaufen ist.

Eine Expedition, die zu Margarita ausgerüsted worden, ist na< Briefen von dort vom ao. Februar, nicht abgesegelt. Sie zähle 18 Segel; die kürzli angelangte Englische Legion des Generals d’Evereux soll in 14 Tagen darauf eingeschist werden. Commoe dore Stafford soll an dèér Stelle des Admirals Brion den Befehl führen.

Frankreich. In die Matrikel der Pairkammec sind 16 Patente über Errichtung erblicher Pairschaf: ten eingetragen worden, unter ihnen auf der Bank der Barone für die Herrn Grafen Chaptal, Darü, Rapp und den Herzog von Cadore.

(Es giebt 5 Abskufungen der Pairtitel, Duc, Mar: quis, Comte, Vicomte und Baron ; in den Majora- ten giebt es nur 5 Abstufungen : des Majorat des Duc

mit wenigstens 30,000, des Marquis und Comte mii

20,000, und des Vicomte und Baron mit 10,000 Fr-

jährucher Einkünfte. Der älteste Sohn eines Pairs

führt den Titel, der auf den Titel seines Vaters folgt, die jüngeren Söhne führen den nächslfolgenden ; der älteste Sohn des Baron heißt Chevalier.)

Der Herzog von Levis hat in der Kammer déi Pairs angetragen, den König um die Vorlegung eines Geseges zu bitten „, durh welches die Errihtung von titellosen Majoratea in Grundstücken, die nah Jnha! der bestehenden Gesebße vererbt werden und zur freie! Verfügung des Besigers unter Lebenden siehen, bé- willigt wird.‘ Die Absicht des einsichtvollen Pair® ist hienach, der zu großen Zerstli>elung der Grund:

Stli>ké „die zum Nachtheil ves Landbaues Und des Fa: milienglü>es in Frankreich so schr übertrieben werde ‘“ zu begegnen, indem jedem Hausvater freistehn soll, über seinen unbeweglihen Nachlaß leztwillig so zu ver: fügen, wie er es dem Wohle der Seinigen am ange- meßensten findet.

Die Antktlagekammer zu Paris hat entschieden, daß die Herrn General Pajol, Etienne, Odillon- Barrot, Merilhou, Joly und Gevaudan, welche die Subskription zur Unterstüßung der durch das Verhaftgeses etwa betroffenen Personen (Nr. 30. dieser Zeirung ) bekannt gemacht, so wie die verant- wortlichen Herausgeber der Zeitungen, welche die Be- kanntmachung aufgenommen, vor ein Assisenger1cht ge- stelit werden sollen.

Der General Marquis v. Saint Simon kün-

‘digt in offentlichen Blättern an, daß er fih damit

beshäftiae, eine ehte Ausgabe der Denfwürdigkeiten des Herzoges v. Saint Simon, seines Ahnheren, deren Hant schrift si in seinen Händen befinde, zu veranstalten, indem die disherigen Uusgaben verstüm- melt und fehlerhaft wären.

Die Verleger der „Gestichte des Brittishen Par: samentes, von Ludwig Bonaparte‘ machen bekannt, daß ibnen das Manuskript voa einem ehemaligen Se- fretair Napoleons, Maugenet de Finey, unter der Verbürgung der Echtheic überlaßen sey und daß sie ihn gerichtlich velangen würden.

Bom General : Lieutenant Lamarque isst eine Schrift erschienen: „, Nothwendigkeit einer slehenden Armee, und Entrourf einer mit mehr Ersparungen, als die jetzige, auszuführenden Organisation der Infan: terie.‘ (So wie in einer anderen S chrift des Gene- ral: Lieutenants Tarayre die Vertheidigung des Lan- des auch gegen Angrisse von außen hauptsächlich auf einér Landwehr gegründet wird: so findec Herr La- marque ein starkes stehendes Heer unerlapli<, 0b: wol er auh von der Nothwendigkeit einer Landwehr durchdrungen ist. „Denn (sagt er) die Nation muß auf sich selbst, auf dem Vereine aller Kräfte ruhen, aus denen sie zusammengeseßt ist. Der ériegerische Geist, der Adschêu -vor der Herrschaft des Fremden, die Achtung gegen die Gesebe sind die Elemente der Liebe zum Voterlande. Wird es angegriffen, muß man s< niht cn Wünschen und Gebeten antugen laßen; man muß es zu vertheidigen, man muß zu sie- gen oder zu sterben wißen. Vom Knaben- älter an müßen wir unsre Jugend an die Kun| der Wosfen gewöhnen, Kriegsübungen müßen ein Theil unserer 3a: kionalfeste sevn u. s. w.‘* Die ersparende Organifsa- tion des Verfaßers besteht darin, daß die Hälfte des Heeres jährlih 6 Monate lang auf Urlaub entlaßen wird. Er berechnet die Junfanterie für Frankreich auf etwa 300,000 Mann. Die Schrift enthält viel Lehrreihes, doch weiß Herr General Lamarque von der älteren Geschichte mehr, als von der neueren, in der ihn sein Gedächtnis zuweilen ganz verläßt.

So erinnert er jeèen guten Franzosen au den Ver- trag von Pavia (aus dem Jahre 1791), handgreiflich ein Machwœerfk einiger Mitglieder der damaligen Gesehz- gebenden Versammlung Frankreichs, welche den Krieg gegen Preußen und Oesterreich durch die schle<htesten Mittel dur<zuseßzen suchten; kein Verständiger ist jes mals dadurch getäuscht worden, und es gehört eine eben so große Unwißenheit als ein gänzliher Mangel an distorisder Kritik dazu, noch jegt dieses Vertrages als einer geschichtlichen Urkunde zu erwähnen. So weiß

err G. Lamarque sehr wohl, daß die Preußische Infanterie bei Hochstätt (in der ersten Schlacht vom 21. Sept. 1705, worin die vereinten Franzosen und Baiern den faiserlien General Styrum schlugen) dur< ihr Pelotonfeuer die Französische Reiterei zu- ru>gewiesen habe, abec die Schlachten von der Kah-

dach, bei Großbeeren, Dennewiß, Möd>ern u. s. w.

find seinem BVedächtniße ganz entfallen.)

_Greoß-Britannien, Dem Unterhause sind be: reits von mehren Seiten Bitrschrifren der Wolfadri- kanten und Kaufleute um die Aufhebung des auf aus; ländische Wolle gelegten höheren Zolles eingereicht. Verschiedene Mitglieder äußerten ihr Befremden übves eine Maasregel, die den ersten Grundsätzen der Staats- Wirthschaft und dem Jntereße des Landes ganz entge- gen sey. Eine große Zahl Londoner Kaufleute sey durch diesen hohen Zoll verhindert worden, einen vor- theilhaften Vertrag über die Bekleidung der Rußischen Armee abzuschließen. Herr Baring fügte hinzu, daß kein Parlament jemals seine Pflicht so sehr aus den Augen gesegt habe, als das vorige, indem es diese Auf: lage bewilliget.

Auch die Handelskammer von Edinburg und die Kaufleute von Leith verlangen die Aufhebung der zu hohen Einfuhrzölle und Verbote, als das einzige Mit- tel zur Herstellung des Fabrifkwesens.

Herr Wood hat seinen Antrag, daß der eines Bruches der Vorrechte des Hauses von ihm angeklagie Edwards vor die Schranken des Hauses geroderr werde, zurü>genommen, da Herr Bathur s bemerkte, daß dergleiwen Beschuldigung ein peinliches Verfahren erfodere, au<h Herr Brougham, von der Opposticion, davon abrieth. Edwards sey ein Kundschafter der Regierung, deßen Angaben, wie er von Lord Sid- mouth selbst wiße, höchst nüglih und wichtig gea e: sen. Wo sol>te Verbrechen, wie Thistlewoods, aas- gebrütet werden könnten, wären dergleichen Kundschafe ter für die Regierung nicht zu entbehren, obgleich E de wards verantwortlich sey, wenn er über seinen Aufs trag hinausgegangen.

Dem Köntge find zur Unterhaltung seines Hauses und der Würde der Krone jährlich für Großbritannien 850,000 und für Jrland 270,000 Pfund bewiliget. Einige Mitgliever verlangten, daß dieserhalb“ zuvor eine Diskußion eröfner werde; do<h ward auf die Be- merkung der Minister, es sey gebräuchlich und diesest mal mit der Opposition sogar ausdrü>lich verabredet, die Diskußionen erst nah abgestattetem- Berichte des Ausschußes anzufangea, der vorläufigen Bewilligung nichts entgegengeseßt.

Das Oberhaus hat verfügt, daß ihm eine Nach: weisung vorgelegt werde, wie der gegenwärtige Markt- Prets des Silbers gegea den Münzpreis stehe. Lord King behauptete, der Marktpreis stehe 12 Procent unter dem Münzpreise, welches eine Herabwürdigung der Landesmúnze sey.

Auch gegen die des Aufruhres und Hochverrathes in Schottland angeklagten Personen ist eine Special: Kommißion niedergeseßt, die aber ecst im Junius ihre Sizung halten dürfte.

Man hat zwei Buchdruckergesellen, Fulton und Hutchinson, ausgemittelt, welcde das in Glasgow anges<lagene Aufruhr: Manifést gedru>t haben. Doch sind sie noch nicht ergriffen, aber es ist ein Preis auf ihre Verhaftung gesetzt.

Jn der Grafschaft Roscommon in Jrland haben die Bandmänner neuen Unfug angerichtet.

J nl and. i

Pommern. Die auf ösfentlihe Kosen erbaute und eingerichtete Scraf: und Beßerungs-: Austalt zu Naugardt reird am 15. Mai für Siräflinge männ: lichen Geschlechts eróffnet. Der Bau der Gefängnife für weibli&e Sträflinge wird in diesem Jahre glei falls vollendet.

In den Amtsblättern der Provinz geben die Na- men vieler neuen, aus getheil!en Vorwerken gebildeten Aerwirrhschaften einen erfreulichen Erweip von den Fortschrittea des Landbaues in Pommern. Nament- lich gilt dieses au< von der Gegend Stettins, wo ia den lesten Jahren auf den dem Magiskrate zugefaiüe: nen bäuerlichen Feldmatken verschiedens neue Lands Wirtrhschaften eingericytet sind.

D S A T T ERCTETT T TEI Ez E A An G mw