1820 / 70 p. 3 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

Korporation der Berliner Kaufmannschaft. Die disherige Verfapun,4 der - hiesigen Kaufmann- schaft, die sih in zwei Gilden, nämlich in die der Seidenhandlung und in die der Paterialhandlung ein- theilte, s0 wie auch die der vereinigten Börsen: Korpo- ration, waren weder den bestehenden Gesezen, nament: lich denen über die Gewerbfreiheit, noch den Bedürf- nißen des Handelstandes hieselbst angemeßen, und da: her war eine neue, den ganzen hiesigen Handelstand umfaßende Einrichtung ein wahres Bedüfnis.

Die Verfaßung, welche die gesammte hiesige Kauf- mannschaft dur das Geseß voin 2. März d. J. er- halten hat, und wodur sie zu einer Korporation vereinigt wird, er scheint höchst zweckmäßig. Sie wird von nun an von einer gemeinsamen Behörde, den Ael- testen der Kaufmannschaft , die durch Stimmenmehr- heit gewählt werden, unter dem Vorsive eines aus dec Mitte der Aeltesten-wiederum gewählten Vorste: hers und zweier Stellvertreter repräfentirt, die ohne Nebenrücksichten auf einzelne Zweige der Kaufmann- schaft das gemeinsame “Fntereße des ganzen Standes wahrzunehmen haben.

Zu diesem Zwecke erwählen die Aeltesten jährlich eine Kommißion von sieden Mitgliedern aus ihrer Mitte, welche a) die vor sie gedrachten Streitigkeiten in Handelsangelegenheiten in Güte zu shlichten sucht, b) dle Gutachten abfaßt, welche öffentliche Behörden von der Kaufmannschaft verlangen dürften, c) Anträge an die Behörden über wichtige Handelsangelegenheiten vor- bereitet und den Aeltesten zur Prüfung und Genehmi: gung vorlegt, und d) die Prüfung der zum Betriebe des Handels anzusteilenden Beamten besorgt. Die Funktionen dieser Kommixion sind demnach sehr wichtig, und man darf sich mir Recht großen Nutzen fur den Handelstand davon versprechen. Besoudere Aufmerk: samfeit verdient der ihr ad a. angewzesene Wirkungs: Kreis. Es läßt fich erwarten, daß in den meien Fllen die Partheien bei kaufmännischen Streitigkeiten die schiedrichterlichen Urtheile der Kommißion anneh- men und sih in der Regel dabei beruhigen werden Man darf mithin in dieser Kommißion vielleicht die Vocbereitung zu einem künftigen Handelsgericht fur Berlin erblicken, welches, so wie es in den meisten großen und selbsk in mehren Preuß. Handi«ljtacten der Fall ist, in allen Handelstreitigkeiten, ohne Rück sicht auf. den persönlichen Gerichtstand der Parrheien, in erster Jnstanz erkennt, und mit deßen Ausspruch

shließen, wenn sie so daß die Aeltesten gewißermaßen eine fortdauernde Auf: sicht über die Moralität des Handel standes ausüben.

Nekrolog.

Am 16. August stard zu Königsberg in Preußen, d 85sten Ledensjahre V

Herr Johann George Schesfner, vormals Kriegs: l

seiner Vatersiaot, im angetrerenen

und Domainenrath, Ricter des Rothen Adler-Drdens,

Am s. Aug. 1756 geboren war er in das Júng: i | als die Begebenheiten des steben: jährigen Kiteges sein Vaterland einem feindlichen Heere Unmuthig hierüber und begeistert My von ven Thaten Friedrichs verließ er die Heimat va und folgte freiwiilig den Fahnen des gioßen Königs, F Nach beendigtem Kriege trac er in den Civiidienjt des S Staates, aus dem er jedoch schon im Jahre 1775, [5

lingsalier getreten ,

überliefert hatten.

als Kriegs - und Domainen ath in der Kaminer zy Macienwerdeè, feinen Abschied nahm. sich seitdem einer unabhängigen Zurückgezogenheit, an: fangs uf cinem Landsige, später bis an seinen Tod m Königsberg, erfreue, war doch sein ganzes langes Le: ben eine ununcerdbrohene Wirtjamkeit.

den ihrer unv jeder

über dea Livius und erotische Gedichte, äber fein durchaus pattischyer Verstand war hauptsächlich auf Aies gerichter, was zu den Bildungsmitteln des enm sz engeschiehzres gehört und weder in den ascetischen Uniechultangen kranthafter Frauen noch in den Kon: venutéelu einer vecirrien Jugend gefunden wird. Da: | hin wictie ec mie Ra!h uno That, mit Schrift und

bereits aufgenommen seyn sollten, 5

s elt worden ist,

Î er anzen

Wiewol e

Besieuudet * mit Kant, Hamann, Hippel, Kraus, den Zier: Zeit, war er der Wipenschast inf Aüen 15ren Verzweigungen mit der heißesten Neigung eigeden, und fajt gleichzeitig erschienen in den ersten} j Jahren seiner Muße Macyiavells Unterhalinngen| *

wegen Vertheilung von Prámien auf 30 Millionen Thaler in Staats - Schuldscheinen. |

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en Behandlung des

heilung auf (d\chein? dukch vom 7fen

dessaben.

size aus, dem

Geheimen Justizrath Schm ckÉer,

Secehandlüngs- Direktor Kayser: und

Rechnunagsrath Wollny bestehen sol, und wozu auch einer von den Unternehmern zugezogen werden kann. Verlin, den 7ten August 1320.

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¿ebr notgeim Worie, ein Franklin an den Küsten der F

Lstje ; unv seine ireundsczaftliche Verbindung mit den vo-züugiziten Beriwaitern der öffentlichen Angelegen:

heu cn, die seine: Ciasicht und Crfahrung gern vertrau:

icn, ha: seinem Baterlande viel Eïsprießliches und wohi haiges zu Wege gebracht.

4 T7 A . e L Ne na Lit uno Receck¿ männlich und christ |

strebinv, ein ed: nso freimüthiger Zeuge der Vernunft ¿nv Wah: heit, als der treuste Freund seines Vater: landes, deßen Ruhm und Wohlfahrt er unzertrennlich von seiner Fnielligenz achtete, erixug er mit vieler Bekümmernis manche Ve:kehrtheit unsrer Tagez und

vie Erdármlichkei:en der mystishen Schule, welche die |

Die weiteren Ge der Yrämienscheinè und di

sederüng des Umlaufs der Staats-Schuldscheine, deren g durch die Berordnung vom 17ten Januar d. J. wegen der gesammten Staats - Schuldenwesens und um den Besißern dieser Staatspapiere ne- n bestehenden regelmäßigen halbjährlichen Zinszahlungen und ¡cher Tilgung (zu welcher leßterer nah der Allerhöchsten Ber- ‘vom 17ten Januar 1820, Nr. 2, Seite11: F. V. der Geseß- m Jadre 1820. fúr immer Ein Pröôzent jährlich baar he des Schuld-Kà chtaufansehnlichen Gewinn zu erbffnen, ist eine Pramien: 30 Millionen Thaler Staats - die nachstehende Allerhöchste Kabinets- d. M. genehmigt worden + achdem Ich den Mir vorgelegten Plau einer Präimfen : Vertheilung auf Staats - Schukdscheine mittelst Meiner an Sie héutcckerlafsenen Hrdure genéhutigt habe, #0 beauftrage Ich Sie hiermit zu Ausführung schäfte, wohin besondexs die Ausfertigung è Verwaltung des Prämienfonds in Gemäß- heit des Plans gehören wird, missen ihres Umfangs wegen von einer vbesonderu- Commission bearbeitet werden , wel@he Unker Ihren Vor-

An den Wirkl. Geheimen Obex - Finanzrath und Präsidenten R other.

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\hehen wird, - .

pitals bestimmt is), auch die

fürzt, so wie bisher

vinzen gezahlt werden 7)"Die Vertheilung der

8) Die Verloosung „in,

Königlichen

mannschaft, ) Die,zur: Dahl

Fvieduridch Wilhélm.

mit Angabe

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umstehend beigefügten

werdenden Zinsen nat de

ei: Staats-Schulden -Filgungsfasse in Berlin, jeder Königlichen Kasse „in, sämmtlichen Preußischen. Pro-

râmien. geschieht _ mittelst BVerlo9: “sung-in Zehn guf einander folgenden halbjährigen,--in- denx Plan näher angegebenen Termin den halbjährigen L Leitung der von en-Fonds angeordneten Commission, Mitwirkung zweier zu ernennender d vereideter Protokollführer und eines Deputipten, gus dex Mitte der Aeltesten der Hiesigen Kauf:

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Derlin offentlich, „unter zur. Verwaltung des Prâmi wie auch unter Llufsicht und Commissärien un

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m-Zinsfuße von Biel allen Staats-Schuldscheinen bei der so wie auch aus

der halbjährigen Ausloosung durch beso der Jeuninern.

2107 216 218 91,

319 92 91

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‘Auch bleibt es den Unternehmern überlassen, die. zu den Prâ- mien-Scheinen gehörigén Staats-Schuldscheine ohne Cotipons, bei der Prâmien-Bertheilungsfkasse zu deponiren, in welchem Falle dieses auf der Rúckseite des Prâmien-Scheins dutch einen besondern Stempel-bescheinigt werden und gegen dessen Vorzei: gung und Löschung der Bescheinigung, die T abElJung der deponirten Staats- Schuldscheine zu jeder beliebîgen Zeit ge-

6) Von den Staats: Schuldscheinen werden die halbjähtig fällig

Bier. Prozent unver-

en. erminen geschieht in

des Kbnigs Majestät

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a Ffommenden Prämien werden sogleich nach je- tidére gedruckte Listen, Scheïine,! \9 wie auch

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die Partheien sih in der Regel begnügen. *

Éine andere Kommißion von vier Mitgliedern übt die Polizei der Börse aus, wacht über die genaue äd: faßung der Kourszettel und Preis : Kouranten , so wie über die an der Börse stattfindenden Bekanntmachun- gen. Auch ' von dieser Kommißion darf man si vie: len Nuben versprechen, besonders in Betreff cer rich: tigen Ausmittelung und Notirung der täglichen Kourse. Ein wesentlicher Vorzug dieser neuen Verfaßung ist, daß, ohne die Gränzen der Gewerbfréiheit zu bescyrän- ken, jeder eigentliche Kaufmann (welcher nah wie vor eines Gewerbscheines bedarf), durch Aufnahme in die Korporation von dem übrigen handeltreibenden Publi kum unterschieden wird; denn jeder, der faufmännisve Rechte, namentlih in Bezug auf Glaubwürdigkeit der Bücher, auf Wechselfähigkeit, auf Geschäfifä: higkeit der Handelsgehilfen, auf Zinsen und Proviston 2c. ausüben und genießen will, muß Mitglied der Kor- poration seyn; und wer dies werden will, muß a) groß: jährig und völlig verfügungsfähig seyn, b) das Bür- gere von Berlin oder Charlottenburg erlangt ha:

en, c) den Ruf der vollkommensten Unbescholtenheit bésizen. Die Aeltesten sind verpflichtet, Personen, de- nen vorstehende Eigenschaften abgehen, die Aufnahme in die Korporation zu versagen, oder sie davon auszu-

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Tug-nöen oes öffentlichen und des Privatledens zer: itört, hatten an ihm einen Widersacher, dem nur cin hohes Alter nit mehr vergönnte, rüstiger in die Schran-: | fen zu treten. Unlängst noch theilte er einem seiner aa rende zu A den Plan mit, durch eine wohlfeile Ausgabe der Boden schen Uebersezung de . + Qi 7 Montaigne (an der er selbst großen Antheil batte T 7 t 1196 C0166 vecständigere Gedanken zu verbreiten. F Vér 001 nf au Von feinen älteren und gleichzeitigen Freunden, st 6 Ir vID 21 949191 viel wir wißen, haben ihn nur der Herr T:ischef 19420 gun f Borowsktt zu Königsberg und der Herr Kriegsrath Deutsch zu Graventin überlebt: aber einer großen : Zahl seiner jüngeren Freunde wird sein Undenten theut} F unv unvergeßlich bleiben. 4 N-ch den Königsberger Zeitungen befindet sich ein Seibsibiographie in seinem litcerarischen Nachlaße. h ist auf dein Ninauberge bei Galtgarben, de! Ff höchsten Berge Ostpreufens, 5 Meilen von Königs berg, woselbst er vor einizven Jahren, großentheil auf eigene Kosten, ein Denkmal zum Gedächtnis! Preußischer Kämpfe und Siege errichten ließ, naß seiner Anordnung begraben.

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Il. Zeitungs-Nachrichten. Ausland. 4 verrathes und eines Attentats gegen die Sicherheit des

Frankreich. Der officielle Theil des neusten Moni- Staates zukomme, die Kammer der Pairs zusammen: teurs vom 22. enthält schon die Ordonnanz des Königs berufen wird, um eine solche Untersuchung gegen die vom a1, wonach in Gemäsheit des 35sten Artikels der wegen des Attentats vom 19. Aug. bereits verhafte- kon titutionellen Char-e, welcher festsegt, daß der Kammer ten Personen und alle übrigen Verbrecher einzuleiten der Pairs die Untersuchung aller Verbrechen des Hochs und dann die Bestrafung derselben richterlich zu be-

1 U Wi M Cw wu Lw t Mw U-U n V U. M L m U W M

Mit der heutigen Ses Zeitung wird eine M j fanntmahung wegen Vertheilung von Prämien au der aus dem doppelten Social-Kontrakte hervorgegangen : ; / i j i welcher zwischen dem Eroberer und dem Eroberten statt- 50 Mill. Thaler in Staats: Schuldscheinen ausgegeben findet, und der in den Ländern an der Ostsee das Land in Plantagen getheilt hatte, die er mit feinem Gesinde bauen ließ,

Redaktion in Aufsicht: von Stägemann, Reimershe Buchdruckerei.

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