1820 / 79 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

gleiches Recht auf jene Gunst geben, sobald sie nuk

den Stempel eines ausgezeichneten FTalentes àn sich

tragen.

u der in dieser Zeitung schon mitgetheilten Nach- ri<ht von der Einweihung des Denkmales der Jung- Frau von Orleans in Domremy fügen wir noch hin- zu, daß das Mitglied der Akademie zu Nancy, wel: <es bei dieset Gelegenhèit die Lobrede auf die Heroin hielt, den Namen Haldat de Lys führt. Man wird si< erinnern, daß Karl VII. die Jungfrau un: ter dem Titel de Lys, in den Adelstand erhob ; und früher haben au< son Französische Blätter aus: drücklich gemeldet, daß dieser Haldat de Lys ein Abkömmling der Familie der Johanna sey.

Madrid. Der König hat das Geseg wegen Auf- hebung des Jesuiten-:Ordens bestätigt. :

Bei den Unruhen im Theater, deren unser voriges Blatt erwähnt, bezeigte sih der junge General Tor- rejas sehr frâftig und entshloßen, was um fo rühm- licher ist, da er drei Jahre lang in den. Kerfern der Jnquisition zu Valencia ges<machtet hat. Er gebot Ruhe der tobenden Menge, haranguirte sie und erklärte ihr, daß es ihr nur über feine Leiche gelingen würde dem Xefe politico, gegen den sie losstürmte, etwas

anzuhaben. Dem na< Oviedo ohne andete Anstellung und

Bestimmung verbannten General Riego wird nicht blos vorgrworfen, daß er geschrieben an feine Kame- xaden auf der Jusel Leon, er habe sein möglistes angewendet, um mit der Regierung fich zu vergleîi- chen, sondern daß er dies Schreiben auch fogar dru f- Len laßen. Jndeß wird ihm nachgerühmt, daß von dem Augenbli>e an, als er sich überzeugt, sein Be: nèéhmen mißfalle der Negiekung, êr sich sofort gehorsam Yezeigt und nach den Drt seiner Bestimmung abgè- reist sey, ohne, wie man fälshli< behauptet, eine Garde für sich zu begehren. Man glaubt, daß sobald als das Armeekorps auf jener Jnsel wirklich aufgelöst seyn wird, der General Odonoju! das Portefeuille des Kriegsministeriums übernehmen werde.

Uebrigens brachte in der Sibung der Kortes vom 4. ein Schreiben des Generals Riego eine leb- hafte Diskußion hervor. Er zählte in diesem Schreî-

ben feine geleisteten Dienste her, motivirte seine Sthriite warum er die Zurücknahme der Befehle in Betreff der Armee auf der Insel Leon verlangt, versichert?, daß es niemals ihm noch irgend einem Anderen von jener Armee in den Gedanken gekommen; si als die alleinigen Vertheidiger der Freiheit zu betrachten oder

gar mit der strafbaren Absicht umzugehen, eine der jeßigen fonstitutionellen Verfaßung zuwider laufende Ordnung der Dinge einzuführen, und erflärte schließ: lich, daß er jeßt, hinlänglich dur< das Bewuß: seyn eines unsträflichen MWandels belohnt, sich in das Yri- vatleben zurückziehe, immer aber bereit sehn werde, auf den Ruf des Vaterlandes wieder thätig hervor- zutreten, Don Florez Esfasa hielt ihm hier- auf eine glänzende Lobrede , und andere Deputirte brachten sogar die Motion vor, daß das Gouver: nement über die Dislokation jener Armee und die Versetzung Riegos Rechenschaft ablegen solle; auch foderte man Belohnung für diesen. Aber hiegegen er- xlärte sih besonders der Deputirte Martinez de la Rosa auf das Nachdrütlichste. „Mit wel<hem Rechte dürfen sih die Kortes mit dieser An gelegenheit beschäfs tigen und sich in Dinge mischen, die allein vor die Re- gierung gehören. Will man unter dem Vorwande, die Wertheidiger der Freiheit zu belohnen, die Freiheit selbst umstürzen? Die Freiheit besteht in der treuen Beobachtung der Geseze: welchen Artikel der Konsfti- tution, welches Geses hat die Regierung verle6t ? Daß sie einen Officier von einem Kommando zum andern versest, daß sie die Truppen dislocirt, sind re<tmäßig ihm zukommende Befugniße, wozu sie mancherlei Gründe politische und ókonomische oder auch Gesundheitsrü>- fichten haben kann, Durchaus müßen die Grundsäße

“richt mitzutheilen.

aufrecht erhalten, und die Rechte, wie sïe die Konsti: | tution vertheilt hat, geachtet werden.“ Diese Rede

“dieses erfuhr,

ver zu arretiren. Einer dieser Verschwörer, welcher i | ließ seine Mitvershwornen wißen, daß Feine Zeit mehr zu verlieren sey, und man si< auf

hatte au< die Beistimmung der größten Mehrheit, und besonders wurde auf die Bemerkung des Gr. Tore reno, daß man hier wohl unterscheiden müße, erstlih die von dem General geleisteten Dienste, welche Nie:

mand bezweifle, und zweitens die administrativen Maas: |

regeln der Regierungz und so wurde denn, in Anse: hung des ersten Punktes die Versendung des Schrei: bens des Gen. Riego an die Kommißion für die Nationalbelohnungen, und in Ansehung des zweiten die Tagesordnung beschloßen.

Uebrigens ertlärren sich bei dieser Gelegenheit mehre Deputirte sehr stark gegen die Polksgesellschasten,

Riego sollte im Namen des Vaterlandes ein be: deutendes Landgut, und vom Könige die Adelswürde erster Klaße erhalten; Beides dürfte er sich durch seint Unbesonnenheit verscherzt haben.

Am 1. brachte der A>kerbau- Ausschuß in Vorschla, die Ausfuhr der Merino-Wolle mit großer Strafe zu belegen.

Korunna, vom 24. August. Marschal B eres: ford soll von Brasilien nah England abgesegelt seyn. F Als dieser General hörte, daß der König von Spa nien die Konstitution beschworen habe, schifte er [ih } bekanntlich glei nah Rio - Janeiro ein, um dem Könige von Portugal und Brasilien selbst diese Nat. f Es scheint, daß die politischen Veränderungen in Spanien Besorgniße bei dem K: nige und seinen Ministern erregt haben. Das Re: | sultat ihrer Berathschlagungen war: jede Geld: Ueber: | sendung von Europa nah Monte-:Video bis auf wei: ter aufzuschieben, den Truppen unter den Befehlen des Generals Lecor ihren Sold auszuzahlen und noh ein Drittheil des Zehnten mehr zu erheben» | heißt, das Lord Beresford den Titel eines Herzogs von Portugal und Algarbien erhalten habe, daß et f zum Generalißimus von Portugal und Brasilien er: nannt sey und in der Regierung von Lißabon eint große Autorität besizen werde. Eine Engléi(che Fre gatte mußte 15 Millionen Krusaden wieder 1dö\chen, welche unrer die Portugifischen Soldaten vertheil! werden sollten, die zum Siege vvn Vittoria beigetra: gen haben.

Lißabon, vom 5. Sept. Die Königl, Regierun hatte eine Proklamation erlaßen, dur< welche sie dit alten Kortes oder Stände von Portugal nach der.al: ten Konstitution dieses Königreiches zusammen ruft um Maasregeln im Namen bes Königs zu tref, die Jnsurrektion von Oporto ‘zu unterdrü>en. Dai Regiment Pamplona, wel<hes Graf Amarante v | aueges<i>t hatte, war zu den Jusurgenten Über | gangenz aber alle andere Korps seiner Armee sind ja treu geblieben.

Oporto, vòm 2. September Alles scheint j!

ein baldiges Zusammentresfen- der beiden streiten

Partheien anzuzeigen. Die Post von Lißabon ilt aich angefommen, und man vermuthet mit Recht, daß di

Königl. Regierung entschloßen ist, sih der bei U?

vorgefallnen Veränderung zu widerseßen. Der Gr!

Amarante ist in völliger Kommunikation mit d} Generál Vittoria, der im Südrn fommandirt, un?

die Avantgarde desselben ist in der Stadt Amarantt. f Die provisorische Regierung ist hier sehr besorgt, f man vermuthet, daß sie nah den Gränzen Spaniet? gesandt habe, um Hilfe zu verlängen. Dem Anse! f na< war die Revólutíon hier früher au8gebroche!, als F man wollte, da der 10. dieses ursprünglich dazu d? f stimmt war. Die Revolutions-Chefs hatten den Gre: F fen Amatante von ihrem Projekte benachritid und versucht, ihn für ihre Sache zu gewinnen. P schien ihren Wünschen entgegen zu kommen; 0 s man hat erfahren, daß er die Königl. Regierung heim f lih benachrichtigte, welche hierauf sogleich den Gen} ral Pamplona nach Lißabon berief, um den Ober befehl der Truppen zu übernehmen und die Vers<#® f}

marschiren werde. i Konstitution zurüEgewiesen; in dieser Provinz er-

außer F

" eine Freude ist, sié anzuhören.

‘der Stelle erklären müße. Dieses führte wol den

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Mangel an Uebereinstimmung herbei ; denn es war

‘beschloßen, daß die Revolution zugléih an állen Or- Ten des Reiches losbrechen sollte. Man erwartet, daß Graf Amarante von Tras los Montes auf Oporto Tras los Montes hat die neue

wartet man den General Vittoria.

© London, vem 19. Sept. Die Debatte, dié gée- stern über den Antrag des Kanzlers der Schagkaramer, eine Komité des Unterhauses zu ernennen, um im Fournale der Pairs nachzusehen, wie weit die Straf- und Buß - Erlegungsbill gegen die Königin vorgerü>c sey, im Unterhause statt hatte, gab zu den heftigsten “Aeußerungen Anlaß. Herr Hobhouse widersezte sich

dem Antrage, stritt dem Oberhause das Recht ab, die

Bill nah dem Unterhause zu senden, machte die Unpar- theilichfeit desselben verdächtig, behauptete, daß die beigebrachten Beugniße feinen Glauben verdienten, seßte

auseinander, wie sehr die Aurorität des Thrones und

" des Parlamentes bei dieser ganzen Sache leide, drang " auf Niedershlagung des Prozeßes, und s<lug vor,

den König um augéenbli>liche Prorogation des Parla: wentes zu ees Sir Robert Wil fon erklärte, daß

das ganze Verfahren seinen Ursprung in einer von Hano- ver ausgegangenen Verschwörung habe, ließ gegen einen Gesandten an einem áuswártigen Hofe die schonungsloë sesten Aeußerungen fallen, und stellte zulest das Ver-

fahren déx Mailänder Kommißion in das grellste Licht.

' In gleichem Tone sprach zuleßt Herr Bennet, der

s{< besonders bittere Ausfälle gegen den General-

Prokureur erlaubte. Dieser erwiederte hieraufi Jch

muß mein Erstaunen über das Beträgen der achtbä: rén Herrn von der Opposition zu erkennen gében. Männer, die vielleicht in kurzem als Richter in die: ser Sache auftreten dürften, erlauben fich, ihr Urtheil

zu Füllen während die Sache noch untersucht wird, und damit noch nicht zufrieden, versuchen sle es auch,

dur Darstellung von Handlungen, die an einem

anderen Orte vorgefallen sind, die allgemeine Stim: mung des Landes zu reizen. Auf dasjenige, was Hr. Bennet von mir gefagr hat, antworte ich, daß es meine Pflicht war, so zu handeln. Jch würde mich géschâmt haben, wénn i< mich dur< irgend etwas

" von dieser meiner Pflicht hätte abhalten laßen können.

Es wird der Nachkommenschaft und dem Hause über-

| laßen bleiben, zu entscheiden, ob die Sache, welche ich

* dargestellt habe, bewiesen ist oder nicht. Jch will nur

" 10< hinzufügen, daß ih es als eine Schande für mich

angesehen haben würde, wenn der achtbare Hr. Ben:

"et mein Betragen in dieser Sache gebilligt hätte.

Herr Hume nahm darauf das Wort und griff vör allem die Schwierigkeiten an, die man der Herbeiho: as der Zeugen für J. Majestät im Auslande in den

G

uf alles dieß erwiderte Lord Castlereagh: e Mitglieder des Hauses haben heute ete éht darauf angelegt, mich und meine Kollegen derrlih aßung zu bringen, und ihre Reden mit so ¡Hen romantischen Flosfkeln ges<hmü>t, daß ‘es Alle ihre Anstrengun:-

© gen find aber umsonst; es wird ihnen nicht gelingen,

mich im geringsten warm l nic erir zu machen. Der vernünf: tigere Theil des Hauses muß érstaunt gewesen seyn,

solche ärmliche Aeußerungen anzuhören, und zu et:

fahren, daß es Menschen in demselben gi i a ep / ] giebt, die sto dend Aa Über ihre Leidenschaften habén, dáß E Man y Lien tiden und in den Augen des gebil: fich das A shänden. Es is éine Unwahrhéit, däß f pp Ls gegen die Untersuchung erflärt hat; lich in E ¿4 hat es sich dreirnal vertagt und lédig: im Ob rwägung des anhängig gemachten Proceßes erhause, Der achtbare und tapfere General

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Sir R. Wilson hat sein Wort gegeben ¿ Falle die Bill vor das Unterhaus E ole! p mit aller Macht sich der Legislatur opponiren werde Es ist mir sehr gleihgiltig, welchen Weg er einschlägt ; nur muß ih dem täpferen General zu verstehen geben, daß es ihm weder bei dem Hause, ne< bei dem Lande zum großen Vortheile gereichen wird, wenn er sein ort erfüllt. Er kann die Bill nicht zurüC@eisen er kann sie nicht besiegen , er mag si< derselten wi: dersezen: aber sie zu verwerfen steht nicht in seiner Maqztr. Das Oberhaus hat ein Recht dazu, die Bill nah dem Unterhause zu senden und bieses muß auf die eine oder die andere Art darüber verfügen. - Allein das Schisal derselben hangt weder von dem tapfern General, noch vón seinen weisen ihn umgebenden Freunz den ab. Jch hoffe niht, daß man den Vorschlag des achtbaren Mitgliedes für Westminster annehmen und der Sache auf einmal ein Ende machen wird, ohne die Vertheidigung Jhrer Majestät gehört zu haben. Dieses würde sicher eine Ungerechtigkeit gegen die Kö- nigin seyn, deren legale Rathgeber heute abwesend sind. Obgleich wir nun den Vortheil nicht haben diese Herren zu hören, so haben wir doch das Ver- gnügen, den achtbaren Herrn Hume in unserer Mitte zu sehen, welcher, obgleih fein legaler, doch, dies scheint aus seinen [Aeußrrungen hecvorzugehen, eiz ner der politischen Rathgeber der Königin ist. Dem achtbaren Herrn steht es völlig frei, mit seinen Anz hängern zu thun und zu laßen, was ihm beliebt. J< glaube indeßen nit, daß seine heutigen Ertläz rungen seinem Urtheile zu einer andern Zeir ein gro- ßes Gewicht geben werden. Es freut-mich indeß, daß der achtbare Herr nicht so denkt, wie seine theuren Freunde, der Herr Hobhouse und der tapfere Gene- ral, welche die Bill ohne alle fernere Unrersuczung von sich werfen wollen, und zwar aus Delikateße und um die efelhaften Details zu vermeiden. Glauben die achtbaren Mitglieder, daß diese efelhaften Sachen ledigli die Erfindung des General-Prokureurs sind? Wenn Individuen eine Vershwörung fabricirt haben, und wenn wirklich eine Verschwörung existirt, so wäre do< wol nichts leichter und anwendbarer gewesen âls die Thatsache, nämlich den Ehebruch, auf einmal zu erfinden, ohne in ale diese efelhaften Details einzuge- hen. Gesest, die Beschuldigungen gegen Ihre Maze- sttát wären eine erfundene Verschwörung: sou das Haus alle Beweise, um dieses Jafrum aufzuhellen, über- springen ?- Nichts könnte wol gefähtlicher für den Karakter der Königin seyn. Die ahtbäáren Herrn welche glauben, der Königin einen Dienst zu erweisen; haben gerade die shle<htesten Mittel dazu ergriffen. J< wünsche, daß der Königin Gerechtigkeit wider- fahre, und wenn eine Vershwörung existirt, so werdé ih die achtbaren Herren von der Opposition bicten mir zu helfen; selbige zu entde>en. Die Versicherung, daß eine solche Verschwörung stattfinde, ist ein haupt- sächlicher Grund, mit den Verhandlungen fortzuf2hz ren, um solche zu entde>en, und nicht den ganzen Proceß, ohne die Vertheidigung gehört zu haben, we- gen falscher Schaam liegen zu laßen. Wenn die Be- shuldigungen, ohne die geringste Ursache dazu, satt gefunden haben, 10 verdient die Sac@e wahrhaftig aufs genauste untersucht zu werden, deun in diesem Falle dürfte es eine Verschwörung ohne Beispiel in der gan- zen Weltgeschichte genannt werden. Der achtbare Herr Hume spricht vôn Hindernißen, welche der Königin in den Weg gelegt werden, um Jhre Zeugen hicher jzu bringen. Dies is denn doch wol ein Beweis, daß nicht zu den legalen Rathgebern der Königin gehört j denn sonst würde er ganz mit alledem zufrieden seyn, was die Regierung in dieser Hinsicht gethan hat. És is gegründet, daß im Anfange einige Hindernißé stattgefunden haben, indem die Formalitäten frems der Länder beobachtet werden mußten ; aber sobald die: ses die Minister erfuhren, so thaten sie Alles, um diese Hindérniße aus dem Wege zu räumen. Dié Regierung hat si selbst über Hinderniße zu deklagen j