1820 / 97 p. 3 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

zog von Kalabrien begab sih mit jener Familie und dem Prinzen von Salerno, ins Theater. Das

anze Haus hallte, beim Erscheinen Sr. K. H., von (llbezeigungen wieder. Das Publikum wollte seiné Freude kund geben úber die Nachricht, daß die Herzogin von Berry, Tochter des Herzogs von Kala- brien, dem Throne cranfreihs einen Erben geschenkt, der uns die Gewisheit verbürgt, daß die Bande . des Blutes und der Liebe, welche die vershiedenen Zwei- ge der unsterblichen Dynastie der Bourbons verknüp- fen, sich immer mehr und mehr befestigen werden. Dér Adjutant des Generals P ep e, Lieut. Letizia, welcher die Depeschen von Palermo úüberbrachte, hat von e die Fahrt in 34 Stunden gemacht. Die Kapitulation ward auf einem Englischen Kutter abge- {chloßen. Eine provisorische Junta, unter dem Präsidium des Prinzen von- Paterno is eingesebt worden. Unsere Truppen haben nicht gelitten. Die Gefangnen sind bereits zurüfgegeben ‘und auf hieher eingeschi}t.

Nach dem Juhalte der vom Parlamente ver: worfen Kapitulation von Palermo, sollte General Floxestan Pepe zwar die Forts und Batterien von Palermo in Besiß nehmen, aber seine Truppen aus- serhalb der Stadt in Quartier legen, bis eine Sizi- lische National - Versammlung, zu welcher jede Ge- meinde einen Deputirten zu senden hätte, durch Mehrheit der Stimmen entschieden haben würde, ob “Sizilien ein abgesondertes, oder ein mit dem Neapo- litanischen vereinigtes Parlament erhalten solle. Ue- brigens wurde die Spanische Konstitution von 18182, mit Vorbehalt der etwa anzubringenden Modififatio- nen, aúuh für Sizilien als Reichs - Grundgeseß an- erkannt.

Am 20. Oft. musterte der Herzog von Kalabrien und ‘der Prinz ‘von Salerno ‘in Begleitung des Kriegs - Ministers und des General-Lieutenants Co l- letta, 5600 Mann Jufanterie, die zu Verstärkung der Armee in Sizilien bestimmt waren. Am folgen- den Tage schiften sich bereits 3000 davon ein; Gen. Colletta, der den Gen. Florestan Pepe ablöst, begab sich an Bord ‘der Korvette Jl Leone. Seit Kurzem sind von Palermo drei Paketboote, Tartaro, Leone und St. Antonio, nebst sechs Transportschiffen, hier eingelaufen. Sie hatten von den zu Palermo gefangen gewesenen Truppen ungefähr 1000 Mann, den Gen. NRosnain und den Oberst Requens an Bord, Auch brachten sie den Geistlichen Vallic- chia, Ex-Oberscen der Palermer Judependenten, ge- fangen mit. ächster Tage wird auch noch das Li- nienshiff} Capri, mit vornehmen Passagieren, von Palermo erwartet. Zu Marsala steht der sich so-nen- nende Oberst de Maria noch an det Spike eines B Jndependenten. Der Fürst S. Cataldo,

abuccî und Palmiéri, gewesene Anführer der ÄAndependenten, irren als Flúchtlinge auf der Insel umher, und suchen Géle enheit sih einzuschiffen. Das Gerücht von der fadre zu Malta hat sich nicht bestätigt.

Jm - Parlament {lug der Deputirte Poerio vor, daß N Mitglied 100 Dufati zu den dringend- sten Bedürfnißen des Staates beitragen sollte. Dies wurde genehmigt, und Mehre unterzeichneten auch größere Summen. Am 1g9tèn machte der Deputirte Arcovito zu Abhilfe der großen Geldnoth, welche B verheimlichen unnüß seyn würde, eine Reihe von

nträgen: Die Regierung solle ermächtigt werden, von dèn Gehalten aller Angestellten (außer den Mi- litairs) die úber 5o Dufati monatlich ausmachten, zwei

donate hindurch die Hälste, und eben so von allei Bei úber 1000 Dufati die Hälfte zurückbehalten ;

an solle von den ersten Gutsbesibern, Kaufleuten und Kapitalisten, die vorigen und jebigen Minister mit eingeschloßen, eine Anleihe Na: man soll von den neuen Juskriptionen eine bestimmte Summe verkaufen 2c.

Ankunft einer neuen Englischen Es--

(Aus dem Oesterreichschen Beobachter) Seit der Er- dffnung des Parlaments zu Neapel nimmt man da- selb| unter den Sefktirern und den Venditen der Carbonari besonders heftige und stürmische Bewe- gungen wahr. Fast alle Carbonari erscheinen immer und überall bewaffnet, und nicht selten fallen unter ihnen blutige Kämpfe vor. Wirklich sind in der Nacht vom 12. auf den 153. v. M. bei einem solchen Hand- Gemenge mehre derselben getödtet und verwundet worden. i: j

Eine eigene Deputation der Corbanari erschien bei dem Prinzen - Reichsverweser um von ihm. zu verlangen, daß er den General D. Guglielmo Pepe zum Major-General der Neapolitanischen Ar: mee ernennen möge. |

Als neuer Beweis, daß das Neapolitanische Par- lament und die dortigen Revolutions - Männer treu- lich in die Fußstapfen ihrer wúrdigen Vorbilder in der schrecklichsten Revolutions - Periode Frankreichs treten, dient der von ihnen aufgestellte Grundsaß, daß bei den bevorstehenden Verhandlungen über die fúr Neapel zu beschließenden Modifikationen der Spa- nischen Konstitution die königl. Sanction keineswegs erfodert werde, indem das Parlament nicht bloß eine gesekgebende, sondern auch eine konstituirende Ver- sammlung sey. Was in Frankreich, in Folge diejer, den Thron untergrabenden Grundsäße, auf die fonstitui- rende und die geseßgebende Versammlung folgte, lehrt die Geschichte; und da dieselben Ursachen die nämlichen Wirkungen zu erzeugen pflegen, so läßt sich leicht ermeßen, welche Zukunft Neapel in dieser Hinsicht bevorstehen dürfte.

Inland.

Berlin. Außer den in voriger Nummer d. 3. erwähnten Hrn. D, Heinsius und Hrn. Mittler, is auch der Königl. Kriegsrath Hr. Müller von des Kaisers von Rußland Majestät mit einem werth- vollen Brillantringe beehrt worden.

Koblenz. Jn welchem Zustande sich die Kuh- pocken - Impfung im Regierungs-Bezirke Koblenz be- findet, wird folgende Aufstellung von 1819 darthun:

Im Jahre 1819 waren zu impfen :

1) Zurückgeseßte von 1818 und ein- gezogene Fremde ö / s 2) Neugeborne von 1819

1410 14443

Summa Davon sind, 1) Vor der Jmpfung gestorben oder weggezogen ; L ¿ : 1824 2) Von den Blattern *) ergriffen 24 5) Zurückgeseßkt : : 695 4) Mit Erfolg geimpft 13315

Gleiche Summa 15,855 Montjoie. Der Kaufmann P. W. S f und die Wittwe Voß allhier, haben sih um die hie

sige Evangelische Schule ein bleibendes Verdienst et | indem jener eine jährliche Rente von 10° F Fr. lebßtwillig hinterlaßen, diese aber ein Geschen® Þ

worben ,

von 100 Rthlx. Kölnisch der besagten Schule ausge- zahlt hat.

Bromberg. Auf den Antrag des Staats-Mi- nisters Freiherrn von Altenstein, Péktn des Königes

Bromberg, mittels Kabinets-Ordre, nicht nur zu be: stätigen, sondern - auch, unter Bezeigung Allerhöchst

Dero besonderen Zufriedenheit, diesem Vereine dic E

Rechte einer. moralischen Person beizulegen.

*) Die Blattern wurden vom Auslande herein gebra{ht.

Merkwürdig ist es, daß nur Neugeborne davon be- ] Der älteste Blatterkranke zählte 14 |

fallen wurden. Wochen.

| 55 Rthlr.

E gemacht.

vermächt, um von deren Zinsen , zum Besten el " Amtsnachfolger, das Schul-Geld für arme und béfon-

| seyn, weil sie dem 4 Neuerdings is in unsrer Gegend eine solche Theilung F qlúcélih verabredet worden. 7 Delbrü, Kreises Paderborn ist in Begriff jebt | alle seine ungetheilten Marken - Gründe - Häidetz

unter sich nàâch vollem Eigenthüme : wozu die höheren Ortes nachgesuchte Bestätigung auch | bereits erfoigt ist.

| wogthums Warschau vom 25- h joll, Zum Wahltage ist der 8. Nov. bèstinimt._

| Beilage |

S ete

zum 97sten Stücke der Allgemeinen Preußischen Staats-Zeitung,

vom 11ten November 1820.

Liegniß. Jm vor. Mon. würden im hiesigen

" Reg.-Bezirke fast an 5000 Stúcke Tuch gefertigt.

Am leßten hiesigen Wollmarkte ‘ist die beste Wolle, der Ctr. fúr 60 Rthlr., mittlere 57 Rthlr., geringste verkauft worden.

Das Dominium zu Warmbrunn hat den Ge-

" meinden Hain und Saalberg zu ihrem S«hulhaus-

Baue ein Geschenk an Holz, 175 Rthlr. an Werth,

Der bisherige katholische Schul - Lehrer Scheu-

" nèrt zu Pfaffendorf, Laubaner Kreises, hat bei sei-

nèr, Alters halber freiwillig beshloßenen Niederle-

* gung dés seit zo Jahren bekleideten Lehrer-Postens,

dèr Pfaffendorfèr Schule ein Kapital von 200 Rthl. feiner

ders für verwaisete Kinder des Ortes zu berichtigen. Páderborn. Wenn auch der atigesangenen und

so sehr wünschenswerthen Theilung von Gemeinde-

Gerechtsamen , hie und da sich manche Schwierigkeit

" entgegenseßèn mag, wodur die Ausführung verzd-

gert wird, fo ist doch die Îdee des Ganzen feines- weges aufgegeben. Die freiste Benußung des Bo- dens wird der Regierung immer die angenehmste Besiber die vortheilhafteste ist.

Nämlich der Kanton Brúücher, Brincke, Wiesen, Vennen, Teiche, Büjche 2e. zu. vertheilen,

Die Antheil habenden Gemeinden sind Delbrück, Dorfbauerschaft, Westerloh, Ostenland,

| Hagen und Wéesterholz.

Posen. Des Königes Majestät haben mittels Allerhöchster Kabinets-Ordre, durch Ihr Ministerium dès Jnneren und die hiesige K. Regierung befohlen, daß die Erneuerung des Munizipal - Rathes hiesiger Sradt, näch $. 9. dès Geseßes des vormaligen Her- | Febr. 1809, erfolgen

Trier den 31. Oft. Das Geschworeugericht hak

A l heute nachmittag 1 der Kriminalsache. gegen Chri-

stian Hamacher erklärt, daß derselbe schuldig sey, im November 1816 den Kaufmann Wilhelm Könen aus Krefeld freiwillig umgebrächt zu. haben, jedoch ohne Vorbedacht ; hieräuf ist der Hamachèr durch das hiesige Assisengericht zur lebenslänglichen Zwang-

| Arbeit und Brandmarkung auf der rechten Schulter © verurtheile worden.

Der Angeklagte hôrte den Ausspruch der Ge-

h at / i : tumpfsten Gleichgültigkeit und Maj. geruhet, den hiesigen Verein zu Unterstüßung F schwornen mit der sturpit E 2 ima hilfbedürftiger Gymnasiasten des Regierungsbezirkes F

verneinte die Frage des Präsidenten: „Ob er etwas auf. den Strafantrag der Staats - Behörde zu erin- ner habe.‘

Klu. Der Kauftann Fonck ist den 3. Nov. wieder zur Untersuchung gezogen und verhaftet worden.

Der Wachsamkeit und dem raschen Einwirken des K. Pr. Kriminal - Direktors Hru. Göfsen zu Münster ist es gelungen, den Thäter des in der Nacht vom x186tén zum 1gten Oft. in der Plestgen Dom-Kirche verübten Kirchen-Raubes- zu verhasteti, und die Niederlage der gestohlnen Kostbarkeiten zu entdecéen, welche größtentheils“ der gerichtlichèn .Be- hórde zur einstweiligen Aufbewahrung bereits überlie- fert sind. Der Thäter hat eingestanden, diese That allein und ohne Beihilfe Anderer verübt zu haben,

_ Mariènwerder. Nach eben einlaufenden Nachrichten aus Thorn, hat sich daselbst das ganz unerwartete Ereignis zugetragen, daß die ihret Vollendung und- Einweihung ganz nahe Neustädter Kirche, plôulich zusammen gestürzt ist, und 5 Men- schen dabei erschlagen worden sind.

Durch Regengüße in der oberen Weichselgegend veranlaßt, stieg die Weichsel am 2. v. M. fo uner- wartet {nell um 75 Fuß, daß nicht nur die auf derselben befindlichen Holztriften unaufhaltbar fort- gerißèen, sondern auch den über den Strom geschla- genen Brücken mancherlei Beschädigungen zugefügt worden sind.

Teutfchè Bundes-Versammlung, 32ste Sißung- Beschlúße. 1) Daß die Großherzoglich-Ba- densche Buüundestags-Gesandschaft zu veranlaßen sey, innerhalb der Zeit einer gewöhnlichen Verlaßnahme von sechs bis aht Wochen die Jnstruktion ‘ihres Hdch- sten Hofes einzuholen, um über den Grund, der ge- gèn die Großherzogl.-Badensche.Regierung / v. Fürstl. Löôwensteinscher Seite, wegen der entzogenen Waßer- und Landzölle, v. Fürstl. Lôwenstein- Wertheim- Nosen- bergscher Seite, wegen der Verhältniße der Medigti- sirten im Großherzogthume Baden, und v. Seiten der Frau Herzogin v. Kent, wegen der Ansprüche des minderjährigen Fürsten v. Leiningen, angebrachten Reklamationen, und über die Erfüllung des 14. Ar- cifels dèr Bundes-Akte darin noch angeregten streiti- gèn Punfte, in Folge und Gemäßheit. der durch den Bundes-Beschluß vom 24. Mai vorigen Jahres ge- troffenen Einleitung, die erfoderliche Erklärung zu geben, um die vorbehaltene Entscheidung der Bun- des-Versammlung zu bewirken, auch bejonders auf die mitangebrachte Beschwerde wegen der entzogenen Zôlle zugleich jene Erklärung auszudehnen ; inzwischen aber sey die Großherzoglich - Badensche Regierung zu ersuchen, die reflamirenden vormaligen Reichsstände zuvörderst in die Ausübung und in den Genuß aller der in dem leßte desfallsigen Edikte vom 16. April 1319 ihnen unbestritten zugestandeutn Gerechtsame und Vorzüge, ohne längeren Anstand, seßen zu wollen.

2) Daß die, zur Revision des früheren Beschlußes in Betreff der rrilcctühs der E Reue lung bei Streitigkeiten der Bundesglieder unter sich, und Aufstellung einer wohlgeordneten Austrägal - Jn- stanz, uñd des Austrägal - Verfahrens selbst, ange- ordnete Kommißion ermächtigt werde, die im desfall- sigen Vörtragè des K. Baierschen Gesandten. Herrn Freiherrn v. Aretin, erwähnten Ergänzungen und ñneuerlih zur Sprache gekommenen Bemerkungen mit der gedachten Revision des Bundesbeschlußes in Ver-

bindung zu séßèn, das Ganze im Zusammenhange zu bearbeiten, und alle Bestimmungen in- eine und die- | selbe Jnstrufcion zusammen zu faßen, den hierüber

zu erstattenden Kommißionsbericht aber in einer der

érsten Sißungen des Monat Dezember dieses Jahres

abzule gei.

3) Daß îin- der Bèeschwerdesache der Rheinpfälzi- shen Staatsgläubiger und Besißer der Partial-Obli- gationen lit. D., die Zahlnng der rückständigen Zin- sen von verfallenen Kapitalien betreffend, die Herrn Bundestags-Gesandtèn von Baiern und Baden er- sucht werden, bei ihren allerhöchsten. Höfen dahin zu wirken, daß von ihnen binnen zwei Monaten ange- zeigt werden könne :