1820 / 99 p. 3 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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Lemberg d. 5. Nov. Wegen der im J. 1817. zu Beförderung der Schüßpokenimpfung auf dem platten Lande und in fleinen Städten geleisteten

zweckmäßigen Mitwirkung, ist méhrên Dechanten,Pfar-

rern und Seelsorgern die allerhöchste Zufriedenheit

Sr. Maj. des Kaisers, von den amtlichen Behörden

bezeigt worden.

Parma, xi. Oft. Obèrstlieutenank v. Werfklein, in Diensten Sr. K. K. apostolischen Maj., ist an die Stelle des, wegen fränfklichè Gesundheits-Umstände und wegen Familienverhältniße vèrablSiederet Gra-

fen Scarampi, von dèr Erzhéërzogin Marie Louise

Maäj., zu ihrem geheimen Kabinets-Sékretair ernannt, die Dame d’Honnèeur, Frau Gräfin. Sèärampl- aber,

der nämlichen Ursache wegen, mit Pension cutlaßen, ;

und dêren Stelle, der Marquise Ventura, geb. Litta Modignani verliehën worden: Z Palermo. 15. Oft. „Vom 15. Juli bis zum 25. Sept. befanden wir uns in einem Zustande gänz- licher Anarchie, und die folgenden zehn Tage in den Händen von Räubern. Denn als in den lebten“ Tas- gen 12,000 Mann Neapolitanischer Truppen bis unter die Mauern von Palermo vorgerü>t waren, so ergab si< die provisorische Règierung, Und die Städt mußte ch wieder ihrem Souverain unterwerfen. Der Pô- bel aber, den na< Beute lüstete, gris die National- Garde, worin unjrè ganze militairische Macht besteht an, und entwafunete sie. Währeud nun das Gesindel von den Mauern herab mit den Königl. Truppen kämpfte, plúnderte es im Jnneren der Stadt die Häu-

ser und wúthetè zügellos. Neuerdings wurden die

Gefängniße eröffnet, und gegen 400 Sträflinge ver- mehrten die Zahl der Verwüster. „Vörzüglich litten die reihen Güter-Besiber und“ Kaufleute; auch der. Türkische Konsul uúnd der Französische Vize - Konsul wurden beraubt. Selbst die Bäume auf dep össeut-

lichèn Spaziergäingen und der Botanische Garten wur- | den von den Wüúthrichen nicht geschont. Endlich ward -

am 5ten nah dem Eiumarsche dèr Truppen die Ruhe wieder hergestellt. Mau s<lägt den Veriüst des Miz litairs auf 300, den dés Pôbels auf ‘800 Mann an. Die Néapolitanischen Soldatèn, welche dém«craséndén Pôbel in die Hände fielén, wurden in Stücke: ge- hauen und durch. die Straßen geschleift ; indeßen ‘hat: ten dieses Schicksal manche voin Volke selbst, sobald sie in einzn bei Aufrübrern gewöhnlichen Verdacht fie- len.‘ Jebt is unsere Stadt ganz ruhig... Ein

Edikt befielt die Entwaffnung, welche, auch vollzogen.

wird. Arretirungen sind an der Tagesordnung.“

Neapel. 24. Ot. Gestern ist hier das Liniéu- Schif Kapri von Palermo, nah einer Uz?berfahrt

von 34 Stunden, eingelaufen. Unter feiner Esforte ||

famen mehre Barken mit Kanonen, Flintèn und Munition, die man den unterw9rfeneu Jndependen- ten abgenommen hat. Zu Palèrmo dauerte die Ent- wafnung der Einwohner fort, und die bereits einge: troffene Nachricht, daß das Neapolitänische Parlament die Kapiculation für ungistig erklärt häbe, hatte we- nigstens im érsten Augenbli feinen neuen Ausbruch von Unruhen zur Folge gehabt. Es hieß, man werde die Stadt und Provinz Palermo einige Monate hin-

durch unter. Militair-Regièrung. halten. Die Stadt

Bronte, welche“ eine der ersten die Partei der Paler- mitaner ergrissen, war freiwillig zum Gehorsam zu- rückgekehrt, und hatte si< der Entwafnüng Unter-

worfeén. “Der Fürst von St. Kataldo, einer der An- *

führer der Jndependenten, befand sich mit seiner Fa-

milie noch zu Licata, wo ein Schiff zu seiner Flücht

bereit lag. Geueral Nunziante war Kommandant vori Siräkuüs geworden, und Major Dumarteau stand mit einer beweglichen Kolonne von 160 Manu zu Cà- tanisetta. Zu Meßina, Catania 2c. soll der Juhalt der Kapitulation von Palermo großen, Unwilien er- regt habén. Uebrigens waren die vou Neapel ‘nach

Sizilien bestimmten Truppenverstärkungen, widriger

Winde halber, wie es hieß, bis zum 24. Okt. noch niche unter Sègel gegangen:

In der Sißung des Neapolitanischen Parlaments àm 19. Oft. wurde vorgeschlagen, die bisher in und bei der Hauptstadt ‘verjammelten Truppen lieber at die Gränze zu verlègen. Auch trug _ein Deputirter darauf an, die Einkünfte der milden Stiftungen pro: visoris< zu den Bedürfnißez des. Militair -Dèparke- ments zu verwenden. - Dek Paäter Vaglica, Einer der- Haupturheber des Aufstandes U Palermo, joll wie es hieß, na<h Rom ‘in éin Kloster gèschi>t wer: den. Von Madrid traf am 1. Oft, abermals ein Kar binets-Köurier zu Neapel ein. Da die Anwejen- heit einer Englischen Eskadre von sechs Schiffen die ih bis 19. Oft. aus verschiedenen Gegenden, aus HOLLE oa Malta und Marseille, auf der Rhede von Neapel gesammelt hatte, daselbst größe Besorg: nige errégt, so suchen die Neapolitanischen Zeitun gen ihre Lesern darüber zu beruhigen. Der Sndépew dente vom 22. Oft. sagt, nah den Erklärunaen des Brittischen Ministers zu Neapel, und nach den

daß das Kabinet. von St. James die besten Gesin:

nungen gegen die Neäpolitanische Regierung hegt, und daß die Sendung einer Esfadre in s mittellän- F

» « L s d 9 F el a J f 7 . . j , dische Meer nur zum Zwet habe, den Englischen Haw F Yücati, welche die revolutionaire Regierung zu Nea-

"pel mit dem Wechselhause Guittard abzuschließen in

, e, j j : Begriff stehe, wobei ] i 4 die widrigen Winde in den Weg legten, würden f griff, sehe, ei sie sich, um den dringendsten

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del in Neapel und Sizilien gegen etwanige \eindliche Angriffe zu hüben. Ohne die Hinderniße, welche

hon einige Schiffe der Eskadre die Rhede von

Neapel verlaßen haben.

(Aus dem Oesterreihschen Beobachter.) Den

‘neusten Nachrichten aus Neapel zufolge, wak} der Duca di Gallo (derselbe, der auf jeiner Reise

nach Wien gegen Ende August zu Klagenfurt ein-

weiter sortzuseben , und der sih hierauf na< Bolog- na begab, um dorc. die ferneren Weisungen seiner Regierung zu erwarten) von dem Prinzen - Reichs- Verweser zu seinem Stellvertreter (Luogotenente) in Sizilien ernannt worden, und hatte dem zufolge bevelcs die Reise úber Anfona nach Neapel ange: reten.

‘Der König bewohnt fortwährend sein Lustschloß Capo di Monte, nahe bei Neapel. Kürzlich ereig-

nete sh daselbst nachstehender Vorfall: Ein bei dem

Königl. Gärten Angesteliter war fkärzlich aus Sizi- lien zurückgekehrt. Da die Carbonari den Verdacht gegen ihn hegten, daß er an dem dortigen Wider- stande der Palermitaner Antheil genommen, {9 ere schien ein bewaffneter Haufe derselben vor dem Schloßé zu Capo- di Monte, in der Absicht, den

nichrs Arges ahnetiden Gärtner zu ergreifen und | nach Neapel zu schleppen, wo er vor ihren, den al: F ten Vehmgerichtèn ui<c unähnlihen Logen, Rechen- H 1 schaft übèr sein Benehmen geben sollte. Sie legten F

auch wirklih Hand an ihn; e? seßte sich zur Wehr,

und ‘die Königl. - Garden, welche sich, wie immety

durch treue Anhänglichkeit an die Person des Mow f Fillnaer Bannfluch haben die Juden in verschiedenen |

archén, ‘dén sie vormals nah Sizilien begleitet hät N ‘#1; L rade Got f L r S Sb ten und dem sie von da wieder nach Neapel gefolgt | fleineren Städten anzuerkennen, M bestimmt gèwet- Waren, ‘auszeichnen, und von den Söldlingen Mw Cas e wohl zu unterscheiden sind, eilten ihm zu Hilfe. F Es entspann sich ‘ein förmlichès Gefécht zwischen die F Daystellung dèr Rußischen Geseße in Rußischer Spra- E he, sind bis jeßt 14 Bände erschienen, welche im

ar ins Jun zes ci j V : S A i gar ins Junere des Schloßes eindrangèn, endlich zw F érsten Theile vom Personen- im zweiten vom Sachen-

sen Garden und - den Carbotniari’s, wobei diese 10

rücgeworfen wurden, und ihren beabsihtigten Fang

fahren laßén mußten. Wie ès heißt, sollen seitdem | mehre Chefs derselben, als Anstifter oder Theil: Þ nehmer dieses ärgerlichen Ausftrittes verhaftet wol F

den seyn. (‘Fortseßung in der Beilage. )

Beilagé |

, ps R N \ an dié Réprésentans lebten Berichten aus London, laße Alles vermuchewy PFeanzösische National - Konvent jedem Befehlsha- "her eines Armee - Korps, nebst einer Guillotine/ zur

“Seite jekbte!

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zum 99sten Stúd>e der Allgemeinen Preußishen Staats-Zeitung,

voni 16ten Novèmbér 1820.

(Fortsebung von Neapel.) In der Sißung des Parlameates vom 16ten v:

IM. entspann sich eine Disfkussion úbet die beabsich: "tigte Ernennung des General Colletta zum Ober- I Hefehlshaber der Neapolitanischen Truppen in Sizi? ien. Der Deputirte Jmbriani machte den Vor- "<lag, dem General Collètta, der, fo geshi>t er "uh seyn mdge, das Vértrauen dér Nation

Inicht besibe, zwei Kommißarien mitzugebet, die stin Benehmen zu leiten haben solltèn, zu welhèm Béè- hufe er, die Deputirten, Pepe (Gabriele) und de "Luca vorschlug. :

Wer erinnert si< hier ni<ht unwillkürlich du peuple, welc<hé * der

Man spricht von einer Anleihe von 4 Millioneti

Finanz - Verlegènheiten nur einigermäßen ábzuhelfen,

“die lächerlihsten Bedingungen (12 pro Cent Zinsèn,

außer der Provision, únd Annähme der fonsolidir-

[ten Renten, welche 67 standen, zu 61) gefallen las-

sei will.

| _Die Nachricht von gänzlichér Verwerfung “det | getroffen war, wo ihn der Befehl Sr. Majestät des o ICHen dem General Florestan Pepe und dem Far

Kaisers von Oesterreich erwartete, seine Reise niht Fer dortigen Forts äbgeschloßenen Kapitulation be-

sien v. Patèrno wegen Uebergabe Palermo*s und

sátigt sich vollkommen, und die Neapolitanische Lf ange liefern bereits das von dem Prinzen - eichsverwèser, Folge des im Parlamente von D Gabriel Pepe, gemachten Antrages Unterm 15. v- M. erlaßene Dekret. Alléèin die Urtheile über D. Florèstan Pèpe’'s Betragen sangeñ an sh ‘sehr Zu mildern, seitdem verlautet , daß ekr diéjen Vertrag nur abgeschloßen habè, um si listiger. Weise in den Bèsi6 von Palermo und der dortigen Forts zu seben, wohl wißend, daß ek zu einér Kapitulation auf \ol<e Bedingungen keine Vollmachten habe, selbe demnach

| in Neapel sicher werde verwdrfen werden.

Warschau. Wie es hèißt wird in furzèm die

Ì (iseblihe Béstimmung erfolgen, daß Ochsen, Talg, Ÿ Hanfdl, Pelzwerk, Kaviar, ZJuchtèn und Kupfèr, äls

E Erzeugniße Ruüßischen Ursprunges bètrachtet, und diè * bei der Ausfuhr dafür zu erlegenden Zollgefällè für Rußgish Kaiserl. Rechnung erhoben werden sollen,

weshalb denn ‘au< diese Artikel nur über solche Pol- nische Zdil-Aemter ausgehen dürfen, neben welchen

zugleich Rußpische Deklarations-Aeinter errichtet sind.

Den auf das Einschmüggeln fremder Waaren gèélegten

steigen; auch im Oesterreich\chen. i Stk. Petersburg. Von dèr systemätischen

-_

I Rechte handeln; zjenèr fäßt 11 Kapitel: vom Pérsonen- Rechte überhaupt, vom Wohnsiße, von Abwesenden,

von der Beurkundung des Standes, von den r, lichen Rechten der sich in Rüßländ aùfhaältendèn Aus länder, von der Ehe, von den Beweisen dèr -ehéli- <hen Geburt, von dén unehelihen* “Kindern. und deren Ligitimation, von der Annahme an Kin- desstatt, von der väterlichen Gewalt, von der

gert. —— Die Brantweinpreise sangèn an êtwäs zu

Vórmundschäft; dieser besteht aus drei Kapiteln z von den verschiedenen Arten der Sachen, vom Besiß? und vom Eigenthume. Jedes Kapitel wird be- sonders verfaufc ;- so fostet' z. B. das fünfte, von den Rechten der Ausländèr, 52 Rubel. Gegenwärtig wird: das Kapitel von den Séèrvituten und das Erb- Recht -gedru>t. - “-Seit11817 wird das Geseßbülletin herausgegeben; der Jahrgang fostet zo Rubel.

F n l:à-n-d.

Kleéve:/ Die Brabanter Kronthaler verschwin- den ‘immér»mehrz: die Atileihe in Franffurt a. M. scheiutidèrèw Vèrsenduug nach: jenèn Piaß zu bewirken. Der“Niederländishe Wechsel“ steht noh immer hoch.

1S hl. Das im 75. Stücke dieser Zeitung“ er- wvähhte ¿Geschenk Sr. Mäj. dés Kaisers von Ruß- latid;bèstehend 'in- einem sehr sauber gearbeiteten Mod el derjenigen Abdrèéh: Maschine, womit in den Rúüßischen Gewehr-- Fabriken das Feuèr - Rohr nicht wie bei uns, auf Sandstein abgeschliffen, sondern abgèdreht wirdz ist nunmehr hier angekommen, und im Hause des Hrü. Ansch Úk aufgestellt, wo es von jedem Sachverständigen frei in Augenschein ge- nolamen werden fann. Auch eine sehr deutliche Be- schreibung dès Ganzen ist aus St. Pètersburg mit- gekommen. :

Stralsund. Bei der stattgefundenen stürmi- schèn Herbstwitterung verunglückten mehre, hiesigen Landès Bewohnern gehörige Schisse; auck ging ein mit Waiben von “Danzig nah Amsterdam bestimmtes Holländijches Schiss, an der hiesigen Küste verloren.

Seewärts: würden im vorigen Monäte an i000 Last Getraide ausgeführt. 65 Schiffe liefen ein, 37' aus.

, Ein <großev Theil Wintersaat ist von Würmern, die sich ‘diesen Herbst in den Feldern aufhielten , - so beschädigt: worden, daß: namentlih man früh ge- säet hatte, die Sgat noch einmal hat bestellt werden müßeti: i

Potsdam. Das Mádchen Râägelin , das vomiStechapfel genoßen, und nach No. 68. d. Z. au täglichen! Anfällen von Wahnsinn leiden sollte, war am Morgen nach dem Genuße jenes Giftès, schon völlig wieder“ hergestellt, der Vater ging mit ihr am dritten Tage zum Kreisphysikus, und dieser fand es vollkommen: wohl.

Koblen z, den 8. Nov. Jn Kurzem wird un- seré Stadt éine’ große Annehmlichkeit, nämli<h den botanischen Garten und die Departemental - Bäum- \hule verlieren, indem der dazu gehörige große Gar- tenin-den Bereich der neuen Fortififkationen gezogen ist: Dieses Justitut existirt seit 1807 und hat nah Uund-nach schöne Fortschritte gemacht. Die ganze Anlage enthält 20 Morgen, und hat neben einer Wohnung des Juspéktors mehrè Treib- Und Gewächshäuser. Fhr Zweck ist hauptsächli<h Beförderung der Baum- Zucht, nicht blos für die Obstkultur, sondern auch für Waldungen und für öffentliche Pläbe und Gärten. Deshalb können diè Gemeinden des Regierungs?Be- zirfes junge Bäume, Zier - und andere Stauden und Pflanzen theils unentgeltlich, theils zu einem gerin- gen Preise darin bekommen (5 Gr. 1 Pf. der Obst- Baumz-Privatleute bezahlen das Doppelte), Ueberdies ertheilt der Inspektor den Zöglingen des hiesi- gén Schullehrer-Seminariums, um durch sie auf die übrl- gen Bewohner, besonders den Landmann, zu wlk- Fen, 9 Mouate lang im Jahre theoretisch - praftischen

Unterricht im Zubereiten der Erdarten,4n der Kenntnis