1919 / 125 p. 5 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

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Man kann nah unserer Ansicht grundsäßlich nicht in ter Art, wi 68: dar gegnerishe Kommissionsberiht tut, die Frage eine riegsursahe dur< Aufzählung von

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formelsew

Anlässen lösen, welhe einen bestehenden Zustand politister

Hochspannung in einen Krieg hinübergleiten "ließen. Neben der völligen

und erstaunlihen JIrrtümlichkeit der Darstellung der Einzeltatsachen

liegt darin ter grundsäßlihe Fehler des ganzen Verfahrens. Man wird vielmehr die Fragen aufwerfen müssen:

1) Welche Negierungen hatten in der Vergangenheit am meisten jenen Zustand dauernder Kriegsbedrohtheit gefördert, unter weldem Guropa vor dem Kriege jahrelang gelitten hat? Ferner und im Zu- fammenhange damit:

2) Welche Regierungen haben politishe und wirtschaft- lie Interessen verfolgt, wel<he nur durch einen Krieg vermirtliht werden Ttonnten?

Was zunätst die zweite Frage anlangt, so können wir die Bes metung nicht unterdzüden, daß. künftig für die Antwort darauf wehl aud» die Friedensbedingungen, vor allem diejenigen. wirt- \<iaftspolituischer und territorialer Art, welche jeßt gur DiŒussion stehen, als Beweismaterial dienen- werden, wenn auf: ihnen be» harrt werden follte.

Zw betven für die Beurteilung des Problems entscheidenden Punîtten aber if das folgende zu fagen:

Die frühere dewrtf<e bat na< unserer Anst<t \<were Fe begangen, welche allerdings in durhaus andéèrer Nichtung liegen, als in derjenigen, in welhèr ein Teil der öffentlichen Meinung unsexer Gegner si fut, Sie liegen insbesondere ganz und gar nicht in der Richtung einer „Prameditterung“ eines Krieges mit ziner der gegnerishen Mächte seitens irgeud eines politis< verantwortlichen Deutschen Stadatsmannes. Eine solhe Politik hätte au< innerhalb des deutschen Volkes keinen Rückhalt gefunden. Es ist einer ter be- Élagenswert>\ten Fehler cines Teiles der öffentlichen Veeinung des Auslandes, die verwerflicben und verantwortungélofsen Aeußerungen einer Fleinen Gruppe <auvinistisher Literaten als Ausdru> der Gesinnung es deutschen “Volkes zu behandeln, während leider weit grcßere Kretse anderzr Länder in ihren Aeußerungen mindestens in gleichem Maße dem Chauvini8mus huldigten.

Dié wirklichen Fehler der dêutshen Politik lagen weit zurü>. Der 1914 im Amt befindliche deutsche Reichskanzler hatte eine politische Erbschaft übernommen, welche seinew rüdtaltlcs aufrihtigen Versuch, dre Internationale Lage zu entspannen, vow vornherein fast zur Aus- firhtslosigkeit verurteilte, oder dafür do ein soles Maß faatsmäuni- cer Kunst und vor cllem Entschlußkraft. verlangte, wie er ste teils nichk befaß, teils unter den Verhaltnissen der damaligen deutschen Staats: ordnung nmi<t zur Geltung: bringen fonnte Es ist ein über» aus. sdwerer ÎIrrtum, moralishe Schuld da zu fucheu, wo in Wahr- heit Nervositat, ‘Cichwäche gegenüber dem laärmenden Auftreten Ver oben bezeichneten fleinen, aber rüdfihtslosen Gruppe, endlih man- gelnde F ähtateit zu schnellen und eindeutigen Cutschlüfssen in {weren Lagen Unheil entjtehen ließzn. Ueber die lehten, dem Kricgsausbruch vorausgehenden Zeiträume der deutsden Diplomatie wird eine mehr- bänige, in mehrmozgatlicher Ait hergestellte Publikation der Akten erschöpfende Auskunft geben. Jeder - aber, der die Instruktionen des Merchsfanzlers aus der lehten Zeit vor dem Kriegsausbruch. liest, wird. dem vorstehenden Urteil beipflihten müssen. Die deutsche F Es Es bielt zunähst auf Grund der Darlegungen des

Wiener Kabinetts, eine öfterreidische militärische Grpedition nach Serbien für im Interesse der Sicherung des Friedens unvermeid- hi<. Sie glaubte, das damit verbundene Nisiko eines Eingreifens Mußlands mit agg Folgon für ihre eigene Buntespflicht auf sich nehmen zu müssen. Sie hat bezüglich >er Art der von Desterreich an- Serbien zu stellenden Forderungen. dem Bundesgenofscn zunächst ganz freie Hand gelassen. Sie hat dann, als auf das Ultimatum eine Antwort erfolgte, welche ihr selbst als gznügend erschien, um fene CErpedition denno< zu unterlassen, dieje 1hre Ansicht |,

war na< Wien mitgeteilt: Aber sie hat, offen - ba: in allzu großem Vertrauên auf die damalige eitung derx dortigen Außenpolitik, nicht sofort, Tondern erst am Tage darauf, dann allerdings mit dér denkbar äußersten Energie, die lebten Kon- équenzen: die Androhung der Versagung der Bundées- ilfe, gezogen. Ob freili<h bèi einem no<h s<nelleren Ver- ahren ein Meltkrieg vermieden worden wäre, ist mt sicher.

Denn bezüglich der Verantwortlichkeit in dem jeßt hier zur Dis- Tusfion stehenden @inne müssen wir feststellen: „Es gab in Europa wn ker den Großmachten zedenfalls eine, deren PTlanmäßig viele Jahre vor dem Kriege verfolgten 3 iele si aus\<ließli< dur< einen Angriffskrieg erreichen ließen, und welde daher auf diefen bewußt hingearbeitet hat: den Tussichen Zarismus in Verbindung mit jenen sehr einflußreichen Kreisen Mußländs, welche in dessen Politik hineingezogen waren. Die schon einmal’ zitierten, zum Teil no>< unbekannten- Dokumente, insbesondere ter BVriéf Safanows an den Gesandten Hartwig in Beilgrad, beweisen, daß die russische Negierung dur< Instruktionen an ihre Vertreter in Belgrad und andere Mittel Serbien planmäßig auf den Weg der (Eroberung auf Kosten des Territorialbestandes Oester-

veid-Üngarns, auf dessen Gebiet Serbiens „verheißenes Land“ liege, hingeleitet und einr gemeinsames fkriegeris{es Vorgehen zu diesem agres}1- ven. Zneke in Ausficht genommen ‘hatte. Wie nach Ueberzeugung dér ÜnterzciWneten vollfommen evident ist, hat se dies nicht aus uneigen- nübiger Freundschaft zu Serbien getan, sondern deshalb, weil sie 1m eigenen Intereffe die Zertrümmerung Desterreib-Ungarns- als poli-

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tisches Ziel konsequent verfolge, Sie war dabei. ferner und vor allem bon dem Bestreben goleitet, jetes Hemmntis für ihre eigene Ausdehnung auf dem Balkan und insbefondere für die Eroberung der Meerengen áu beseitigen. Daß fie die gewaltsame Aneignung nicht nur des Bos- porus, sondern au der Dardanellen planmäßig verfolgt und vorbereitet hat, ergeben die Dokumente. Dabei war ihr genau bekannt, daß cs in ‘Deutschland weder in der Regierung,mo innerhalb der Nation irgend jemandén gab, der einen Krieg mit Rußland für!wünsenêwert gehalten hätte, dessen Ausfichten allgemein, au<, wie feststeht, von seitén der militäriséen Autoritäten, äußerst skeptisd beurteilt wurten und von welchen im Falle des Erfclges memand irgend einen greifbaren Vorteil erhoffte. Sie wußte andererseits aber auch, daß Deutschland der Donau- monarciè dur geschichtlk<he Bande, Bündnis und Verwandischaft großer Teile ‘der österreichisthen Bevölkerung verbunden “tvar, und daß fié alsy bei einem Angriff auf den Bestand jener Monarchie auch dem militärif<en Widerstand Deutschkanks begegnen werde. Ske bat für ihre Swede Faher ‘das 1892 ges<lossene und 1912 dur< eine Marinelotventionr erweiterte Kriegsbündnis mit Frahkteih und. die weiter geshaffenen Verbindungen dazu benußt,” in cinem ihr -günsig Fheinenden Momente den „Mec<hanismus der Entente in,

ewegungzu seßen und ihre Freunde in den längst beabsichtigten Krieg mithineinzuziehen. An diesem Punkte liegt die wirklihe Ursache der Entstehung des Weltkrieges.

Wir betrachten es als ein teils düur< Schicksal, teils aber durch Fehler unserer politishen Lettung Herbeigeführtes \<weres r L O LE Deut} c- lands, daß es dur den unvermeiblihen Gegensaß gegen den Zariêmius du< mit Ländern in Gegensäße und s{licßli< in friegeris{e Verwi>klungen geriet, denen es dur< starke Ge- meinschaft geistiger Interessen verbunden war und mit welchen na < Unférer Üeberzeugung eine Verständigung möglich war,

Gs ns freili< na<vrü>lih betont werden, daß die franzöósisde Regierung vor dem Kriege vie Absicht einer Wiedererlangung von Slfal Lothringen niemals rüd>halilos aufgegeben hatte, daß diese Absicht nur dur< Krieg zu verwirklichen war, und - baß kein siheres Mittel anzugeben ist, durh welhes mit der legten anzóstshen Regierung. vor dem Kriege eine Verständigung über die

Kreise einerseits und diejenigen der det bürgerlichen Demokratie andererseits vor dem H j ‘orden nabe. ‘Eine Einflußnahme jener Kreise im Sinne eines friedlichen Ausgleihs mit Deutschland war jedoch dadur verhindert, daß Frank- reih dur das feste Bündnis an die Politik des Zarismus gekettet

(tsen sozialistishen und n Kriege außerordentlich

war. Die Französische Regierung ‘hat, wie die Dokumente ergeben, bei Gelegenheiten, wel{e Rußland im einen Konflikt mit Deutschland bringen konnten, keine Ratschläge gegt ben, welche Nußland von seiner friedensfeindliden Haltung grundsäßli<h abbringen, mehrfa< aber olche, welche es darin ermutigen mußten, So batte der Botschaster SFsmolski dur< das Herrn Poinçars vorher vorgelesene Tele- gramm 369 vom 17. bzw. 18. November 1912 dem Minister Sasanow mitgeteilt, der französi]he Ministerpräsident erahte für den Fall einer Unterstüßung Oesterreichs dur<h Deutschland im Balkankonflikt den Bündnisfall für gegeben. Am 25. Febnuar 1913 teilte der Botschafter Bend>endorf feiner Regierung mit: Von allen Machten sei seinem Cindru> nah Frankreich die einzige, | die einen Krieg ohne Bedauern sehen würde. 1914 erklärte {on anx 24. Juli, also vor Abbruch der osterreidisd-ferbischen Beziehungen, ¡der französische Botschafter der Musen Regierung, daß: Frankreith, abgesehen bon nahdrüdlicher diplomatischer Unterstüßung, üötigenÿalls alle dur< das Bündnis mit Rußland bedingten Verpflichtungen ersüllen würde.

Bei dieser Sachlage ist es; buzdaus unmögli, aus dem Um- stande, daß der Krieg geaen Frankrei< militätis< offensiv geführt werben mußte, ihn au polltisd als einen Angriffskrieg Deuts<lands gegen Frankreich hinzustellen. Frankrei war an den Zarismus fest- aebunden. ;

Was England anlangt, so! kann: hier nit ers<opfend unter- su<ht werden, welde Schritte in der Bergangenheit die Iegierungen batten tun oder unterlassen sollen, um! das unzweifelhaft beiderseits vorhandene, hot verhangnisvolle we><selseitige Mißtrauen zu zer- treuen. Die englishe Megierung hat ' oft erklärt, daß sie von der öffentlichen Meinung ihres Landes in. ihrem Verhalten abhängig sei. In der öffentlichen Meinung Englands aber gab cs eine sehr starke Strömung, welche darauf. ausging, | jede Verständigung zwischen Deutschland und Frankreich zu: hinterhreiben. Wir verweisen auf die bekannten Worte des Horrn Lloyd George aus dein Jahre 1908, welche fi dagegen wenden mußten. Nur infolge dieses gegenfeitigen «Miß- trauens. ist im Jahre 1912 die :inigend Form zwischen dem Reichs- fanzlex von Bethmann Hollweg und errn Haldane nicht gefunden worden und hier liegt auch der: lebte Grhunld, weshalb es der Deutshen Negierung 1914 unmöglich. schien, den K&nfer-nzvorschlag des englischen Außzenministers anzunehmen. Wir gehen unsererseits ohne wartete 8 4u, daß nt: die Tala, mo hl aber der \<ließlide Umfan@ und--der Geist des deuts<en Flottenbaues in den lebten Jahren 1n Eügland Mißtrauen erregen konnten. Va dies gegenseitige Miß- trauen zweifellos einer ‘der Hauptgründe dexr. aespannten Lage Curopas war, so halten wir es für bedauerlich, daß kein Weg zu seiner Be- seitigung gefunden wurde, Wir hätten daher sowohl ein an- deres Verhalten Deutschlands gelegentli<h der Haager Friedenskonferemzen-, wie gelegentlih der Aus- sprache über: die deutschen Flottenbaupläme;, gew ün s < t, Anderer- seits müssen mir es beklagen, daß durh bafannte und oft zitierte Auf- sähe enalisder Zeitschriften, durh das Tneiben und den Einfluß der Northeliffe-Presse, dur: Akte wie die Ablähnung der Kodisikation des Seerechtes im englishen Oberhaus in Deutschland schweres Miß- trauen genährt wurde. Auch hier i} es brfreulih, daß dur< einen sehr tüchtigen amerikanischen Schriftsteller (Veblen, Theory business enterpvrise 1914) die in einzelne: Kreisen. aller Länder be- stehende nah unserer Ansicht völlig irrtümlic<e Theorie von der an- aeblicden Naturnolwendigkeit eines Handelétrieges eine gewichtige Unterstüßung erhielt. So trieben sich die nationalistishen Agitationen der versdiedenen Länder gegenseitig: in die Höhe. Angesichts dessen müssen wir es ganz besonders beklagen, daß dur dieleßtvor- gelegten Friedens8bedingungen die von uns bekämpste Ansicht: daß der Krieg von englischer Seite als ein Mittel zur Niederwerfung eines lästigen Konkur- renten vorbereitet und durhgeführt worden set, voraussihtli{ für alle Zukunft im der deutschen öffentlihen Meinung befestigt: werden wird.

Für die Lage Deutschlands iw dem Jahrzehnt, vor dem Kriege war und blieb aber entseidénd, daß dieses Land in einem Zeitalter,

weldbes no< tein Mittel zur- Vermeidung von Kriegen banmwte, ern e.r

T friegenis<en Auseinandershegung mit dem |>ec1n- 1

bar uners<hütterli< feststehenden Zarismus dur >< tein ehrènhaftes Mittel entgehen Fo.wnte oh ne Preisgabe nr><t mur unferer Viertags treue, fons-

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t ! ri dernauc< unserer eigenen mationalenm ÜUnabhängig- keit. DaseinzigeMittel wäre unter den da maligen Verbältniffen etne ganz feste und bindende Ber- einbarung mit England geme} en, welde beiden Feilen Vertrauen eingeflößt und jowohl Deutschland als Frankrei vor jedem Angriffskrieg geschüßt hätte. Wir müssen den NaYhweis erwarten, daß eine solche Vereinbarung dur einen englischer Minister bei der

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öffentlichen Meinung Englands in, den leßten Zahrew vor dem Krieg

feststellen mußten. Wir wiederholen, daß wir jeden eiwa no< na<- weiêbaren Schritt einer englisden Regierung auf diefem Wege als wertvoll anerkennen und jedes elwaige Ausweichew einer Deutschem PIe- gierung. vor sol<en Möglichkeiten fün einen Fehler halten würden.

Der Zarismus, mit welchem eine wirkliche Verständigung voll- kommen ausgeschlossen: war, bildete das furchtbarste System der Ver-

acht von Menschen und Vblkern, welches bis zu diesem 1cbt neciung von Néeniden s cl E vorgeleaten Friedensvertrage jemals erfonnen worden ut. Nur

als Verteitvigungskrieg gegen: demn Zarismus hat 1914 das deutsche Volt, wie mit Recht namentli < die gesamte Sozialdemokrgtie damals erlárt hat, den Kampf einmütig- und entschlossen aufgenommen. Auch heute, wo Deutscblands: militärische Macht für immer vermchtet ist, halten wir diesen Abwehrkrieg für unvermetdlubh. Mit dem Augenbli>, inwel<hem das Ziel der Niederwernfungder zarihti- ben Mat erretcht wax, wurde der Krieg sinnlos. Winwürden seineFortseßung als einen&Frevel der früheren Negterung bezeichnen, sobald ums zwei- felsfreinahgemiesemwürdet, daß dieGegner bereit gewesen wären, einem FæLleden vwhne Siegen und ohne Besiegte auf der Grundlage der Ahtung der geaenseitigen Chre mit uns zu s<ließen. Dafür fehlt bis heute der Beweis. Die Friedensbedingungen, welche dem Volke des auf demokratischer Grundlage erneuerten Deutschland im Gegensas zu feterlihen Verheißungen gestellt worden. find, \spuechen leider eine so {blimme Sprache für das Gegenteil, daß, wenn aw ibnem festgehalten wurd; es keinerlei Mittel gebew wird, diesen Beweis jemals glaubhaft zu erbringen. Versailles, den 27. Mai 1919. Hans Delbrück. Marx Weber. Max Graf Montge kas, Albre<t Mendelsfohn-Bartholdy.

Vrenßzifsche Lanvesversammlung. 98. Siyung vom 2. Juni 1949 (Bericht vön „Wolffs Teleyraphenbiüro“.)

Am Regierungstish: die Minister Hirs, Haenisch, Oeser und Stegerwald. g 2h vedtnery Dr. Frenzel eröffnet die Sißzung um 12/4 jen i ; alu Grund eines Berichts bes Ausschusses für Wahl- prüfuüngen über ble Wahl im Wahlkreije Hannover- Hildesheim=-Lünebhurg nimmt das Haus einen Antrag auf

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Gültigfeitsertlärung der Wahl ohne Grörterung an.

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no<h dur<zuseßen war gegenüber jenen Sendenzen, welche wir oben .

Davn folgt die Beratung eines Gesetzentwurfs über Erweiterung der Befugnisse des: wesipreußischen Provinzialau3s\< usses. Angesichts der am 7. Mai übe1- reihten Fried-nsbedincunaen kann si< sür den Provinzia!- verband der Prooinz Westpreußen jederzeit die Notwendigkeit ergeben, unverzüglich Beschlüsse über Angelegenheiten zu fajjen, die dur< die Provinzialordrung dem Provinziallandtag pvor- behalten sind. Durch das Geseß wird der westpreußische Pra- vinzialauss<huß zur Beschlußfassung darüber ermächiig t.

Der Gesezentwwif wird in erster und zweiter Lesung ohne Aussprache angenommen.

Das Haus set nunmehr die Beratung der förmlichen Anfrage der Deutschnationalen und dér Deutschen

Volkspartei über die Zerrüttung de3. Dransport- wesens fort. ;

Abg. F'op \ < (Dem.): Die Erhöhung der Güter- und Personen- tarife wird von der Bevölkerung als außerordentli schädigeud empfunden. Gerade die Minterbemtttelten, die in Ausübung thres Berufes retsen müssen, empfinden die Fabrtverteuerung re<t <merzii<. Die Streiklust hat die ungesunden Vertbältnisse im Eisenbahnwesen verhängniëvoll ver- stärkt. Die Arbetter stellen bei ihren Lohnforderungen immer Vergleiche mit den Bessergesteliten an; sie sollten endlih einmal denken, daß zahlreiche Verzte, Assessoren, andere Gruppen der geistigen Arbeiter, ferner viele Beamte sich jeßt erbeblih s{Gle<ter stehen als die A-beiter. Namentlih ven den Eisenbahnarbeitern muß verlangt werdén, daß sie ihr versönlihes Interésse nit andauernd höher ftellen als das ter Gesamtheit. Die wüts<haftlidé Not ist wur etne Entsculdigung der Streiks, die nit à1s Billigung ge- deutet werden tarf. Die vom Minister zur Hebung der Arbeits freudigkeit verlangte Sentung der Lebenémittelpreiiefann doch nit dur Streiks erzielt werben, sondern nur durch fleißige Abett. Bet ihren Maßnahmen muß die Eisenbahnverwaltung überlegen, ob fie auch dutch) führbar find, solhe Verfügungen, wie die über den Fäbrterlaubnis- schein, die do<h nur umgangen werden, untetgraßbén die Achkung vor dem Geseg. In Zusammenhang. damit steht auch têr |&merzliche Verlust der Achtung vor dem Skaatsgut, auf den tîe außeroroentlich \hled<te Beschaffenheit der Wageneinrichtungen zuürü>zufübren ist. Dem Vandalismus in ten Bahnen muß dut<h vermehrie Aufsicht und Kontrolle gesteuert werden. Der Nedner fordert ferner rihtige Kurs cer, flrenge Durchführung der Nachzahlungspflicht bei uner!aubter Benutzung höherer Wagenklassen und Vermebrung der Schnellzüge, Die von dem Minister in Aueficht gestellte Verbesserung des Ver- kehrs unserer Gifenbahnen erscheint durchaus fragwürdig, wenn die in den Friedensbetingungen der Entente enthaltenen Vorschriften un- verändert bleiben. Auch daraus geht hervor, daß dieie Bedingungen undur<führbar und damit unarnetmbar sind, Wenn in unserem Beamtenpe1sonal der gute alte Geist bei Arbeitern und Angestellien hie und da nicht mehr in fuüherem Umfange vorhänden ist, fo liegt das daran, das während des Krieges Elementè bet der Verwaltung Aufnahme gefunden haben, für welche die Gefamtheit der Beamten zu Unrecht verantwörtlih gemaht wind. Auch muß die große Nots- lage ter Beamten als Entschuldigung angesehen werden. Hoffentlich bleibt der vom ganzen Hause unterstützte Appell des Ministers an das Eisenbahnper)onal nicht vergebens.

Abg. Dr. hler - Greifswald (D. Nat.): Ich widerstehe dev Versuchung, cine Etatsrede zu halten (sehr richtig! re<ts), und komme auf die zur Verhandlung stehende Auftrage zurü>. Wix baten in der Eisenbahnverwaltung jeßt angefangén, vom Kapital zu leben, und fönnen nit einmal mehr aus den etgenen Ginnahmen die laufenden Ausgaben bestreiten Man ist mit ven Lohnerhöhungen zu umfangreich und zu s<hnell vorgegangen. Die Watnung des Minisficrs ¿r weiteren Lohnforderungen kann nur dankbar brgrüßt werden. Alle diese Kriegs- und Teuerungszulagen find ja bloß Schulden, die wix aufgenommen und aus derx künftigen produktiven Arbeit wieder zu bezahlen haben. An den Abbau dieser Lohnérhöhungen muß fo bald wie mögli gegangen werden. Größte Sparsamkeit miß herrschen. Das. in den CEijerbahnen ste>ende Kopital. muß möglichst intensiy auégenußt werden. Für die angekündigten Verbesserungen im Per- fonen- und Güterverkehr können wir nur tanfbar fein. Ist bei dex ¿restitellung der WaffenstiÞstandsbedingungen bie ' preußtîche (Fisens _bahnverwaltung überhaupt beteiligt gewese#? Und wie verteilen sich die Opfer aut die preußische Eisenbahnverwaltung und die übrigen deuishen bundesftaatlichen Verwaltungen ? Maff follte den Handel mit leichtverderblihen Nahrungsmitteln erdlih freigeben, damit würde eine: Unzahl von Hamstereisenbahnfahrten äus der Welt ge- schaft. Gegen die Vershmußung niht nux der Eisenbahnwagen, sondern auch der Bahnhöfe, sollte mit aller Energie eingeschritten werden: an Arbeitskräften kann es doch: nicht fehlen. Unter dem Mangel an Transportmiiteln leidet besonders die Landwirtschaft, be- sonders im Osten. Für das Cisenbahnpersonal würde ein besonderts Berkehrsarbeiterrce{t zu schaffen scin. Die alten Eisenbahner haben selbst den dringenden Wunsch, daß aus ihren Neilfen die unehrlichen Elemente mit allen Mitteln augeschieden werden; aber sie sichen leider unter einem sehr starkfên Dru>. Die Verwalturg hak dur@aus die Möglichkeit, das Zusammenarbeiten mit diesen rubîgen Elementen zu fördecn. Daß das Trinkgeld ein Mittel geworden wäre, im Eisenbahiverkehr Ordnung zu \@affen, dürfte doch: nit fo allgemein behauptet werden können. Die gute alte Zeit, in der das Neisen eine Annehmlichkeit war, kann und witd wiederkommen, wenn das Personal sich auf die alte Pflichtaufsassung zurückbesinnt. Die Arbeit in den Werkstätten muß nc< ganz anders zur Au83nußzung aller Arbeitskräfte und Arbeitsmittel herausgebildet werden. Die Ab- \<afung der Affordarbeit halte ih für einen volkswirtschaftlichen Fehler. i Abg. S<hmedding (Zentr.): Die glü>li>de Zeit der Eisen- bahnüberschüsse, die jährli<h dur<\Mnittli<h 300 Millionen betrugen, ist leider vorbei. Je mehr die Ueberschüsse ausbleiben, um fo schärfer muß der Staat die Steuerschraube anziehen. Und {hon jeßt konnte man in dieser Beziehung sagen: Höher geht? nimmer. Preußen be- findet fi<h mit seinem Eisenbahnwesen in. einef verzweifelten Lage. Und doch ist an der Forderung des“ Wieteraufbaues der Eisens bahnen als an der hauptsächlihsten Voraussetzung für die Wied: r- belebung des gesamten Wirtschaftslebens nicht vorbeizulommen. (G8 ann jeßt nur darauf ankommen, die Mittel und Wege ausfindig zu maten, um eine Besserung herbeizuführen. Zu diesein Zwe> beantrage ih die Ueberweisung der zu der Änjrage gestellten Anträge an den Haushaltsausf{uß.

Abg: Mehrh of (U. Soz.) : Man kamentiert wieder über dis boben Lohnforderungen und die Streikandrohungen der Eisenbahner. Eine gesunde Lobnpolitik treibt man uur, wenn man die richtigen Voraussezungen® dafür schafft, und- die: bestehen in einer gesunden Grnährungsyolitik. Mit der Ernährung ist es in den leßten Vîo- naten nos s{<limmer geworden, und zu energisder Abhilfe geschieht kaum etwas. Wenn, wie heute in Thüringen, Kommunalverbände dazu übergehen müssen, im Schleichhandel Kartoffeln für 35 46 dcn Zentner zu erwerben, so lange fann man die Arbeiter nicht auf fordern; von weiteren Lobnforterungen abzulassen. . Der Fahre erlaubntsschein isf in unerhörter Weite von- den Nußnießern und Förderern des Schleichhandels ausgebeutet, worden, man. hat ganze SBaggons Kaffee, Kakao, Schnaps, sogar von Süden nah Norden vers<hoben, Die zershlagenen Fenstersheiben, das abges<nittene und gestohlen Lederzeug usw., das alles sind: die Folaen der VDemorali- iation; die der Weltkrieg,, dieses fur<htbarste Verbrehen an der Menschheit, verursacht hat. Die verschiedenen Wagentlassen sollte man doch heute im Zeitalter der Demokratie endli aufheben.

Méinister der offentlihèn Arbeiten Defer : Meine Damen urs Herren! Wenn Sie den vörliegenden Antrag dem Hauptausschuß überweisen; entheben St#-mich dar Notwendigkeit, auf die vorgebrachten Gingzelheiten oingugehen; id werds hann gor vin Sanptrusscbuÿ

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: Die vorgebrachten Wünsche werden sorgfältig geprüft werden, und s ; L S2: l t t 1) glaube, ih werde eine Meihe davon erfüllen können. (Bravo!) Schon sind wir in der Prüfung wegen des Verkehrs nah dem i g A anderen Badeorten be- griffen. Wenn wir die notwendigen Votomotiven befommen twerden ,

Hiesengebirge und nah wversdnedenen

wir bereit sein, sie fo schnell wie tnöglid einzuführen. (Braÿo!)

Ma hio T S ; - +

Wh die Fa hr terTaubniss<eéine anbelangt, fo haben wi den anderen bitndesstaatliœen Verwaltungen PVêitteilung von unserer D; f; f j le ) “B Absicht gemat, ne aufzuheben, und id rene damtt; daß ste auch in anderen bundeéstaatlichen Verwaltungen so bald wie mögli aufgehoben

werden. Eine Vermehrung der Schalter Publikums bereits angeordnet.

(Erlaubniéscheine wird das besser twerden.

s ; E ; Nun, meine Damen und: Herren, sind von zweien der Herren

edner auch Bemerkungen über die Waffenstillstandsbedingungen und Uber die Friedenébedingungen gemacht worden. Was die-Friedven s - bedingungen anbelangt, so sind sie versbicdener Natur. Ein Laie von ihnen, i leugne es nicht, würde, wenn sie im Sinne der Wilfonsen Punkte auf volle Gegenseitigkeit abgeftellt werdet, für uns erträgli fein: ein anderer Teil aber,.der in: dig Selh- ständigkeit des Eisenbahuwesens. außerordentli rülsitslos eingreift ist vom Säiandpunkt meiner Vemvaltung aus unannehmbar. Bon diesem unserem Stanbpunkt aus sind die zuständigen Justanzen recht- geitig-und nahdrü>lih unterri<tet worden. (Bravo!) : 6 Meine Damen und Herren, was nin die bekannten Bedingungen über das rollende Matetiak in dem Waffen s]stillstand8vert r 4g ashetritft, so möte ih darüber nit schweigen, damit nicht aus meinem Schweigen ein „falscher NRückschluß- auf die Haltung des damaligen Ministers der offentlichen Arbeiten gezogen werden könnte. So viel 1< Feftstellen Tonnte, i in ten wilden und verworrenen Tagen, in deten ‘der Waffenstillstand abgeschlossen werden mußte, mündli vom Auswärtigen Amt ein- Teil der Waffenstillstandsbedingungen, die sich auf meine Vertraltung bezogen, bei atis mitgeteilt worden. s ist boi den Verhandlungen im Walde vom CGompiègne ein Vertreter des Œisenbahnministeriuums und überhaupt éin \a<verständiger Vertreter. des Eisenbahmwefcns nid artvesens gewesen. (Hört, hört!) Gs ift bon militärischer Seite versudt. worden, einen Vertreter des Feld- eisenbahnchess dorthin gu bringen; es gelarg aber nicht, weil die Berhandlungen mit. einer außerotdentlidhen SMnelligkeit ‘durchgeführt werden mußten. Jch nehme nit an hr Hört, hört önnte darauf {ließen lassen —, - daß eiwa eine absi{tlihe Zurü>seßung meines Ministeriums vorgefommen wäre, sondem es lag im Zwange der Verhältnisse, die stärker waren als der Wille des Einzelnen. “Nicht verhehlen karin und darf i, daß allerdings dur das. Fehlen eines derartigen sabverständigen Beirats bie Bedingungen nicht fo prägisiert wurden, als sie sonst wahrscheinli prägisiert worden wären, daß infolge- dessen die Feinde an uns Anforderungen stellen Fonnten, auf hie man in diesém Maßë nit vorbereitet war, daß inSWesondere, wie Ste wissen, das beste. tadelloseste, sdwverste, leistungsfähigste Material ‘Bort: uns verlangt; worden. ist. Wir mußten darauf. eingehen, weil ‘in der Formulierung der Waffenftillstandsbedingungen irgendein Schutz niht vorhanden war. / , Dann hat der Abgeordnete Kaehler außerdem die Frage an mi< gerichtet, in welden Verhältnis die Leistungen bet Preußischen Ver waltung zu denen der anderen einzelstaatlicken Verwaltungen tehen. Meine Damen und Herren, die Anforderungen der Feinde an das Material warten derart, dabei den Lokotnotivenlieferungen in der Haupt- sache Preußen in Beträcht fommen mußte; die Lieferungen der anderen bundesstaatlihen Gisenbahnverwaltungen wurden großenteils zurück- gewiesen. Gs haben damals in der Kriecgsbetriebsleitung, der Ver- trefnig der Bbandesstaatliden Eisenbahnvemvaltungen, die hier: in 2 ¿rlin. in meinem Ministerium: borhanden ist, um die Fragen -des $riegsbetriebes zu. regeln, über den Anteil jeder bundesstaatlichen Bér- waltung ganz genaue Verhandlungen stattgefütden. Man hat tit einiger Mühe ‘einen Schlüssel für die Verteilung gefunden. Diese Verteilung hat 1h aber nm<t als durdfübrbar erwiesen, nadidem die Praxis ergab, . daß die einzelstaatlihen Lokomotiven nit den An- forderungen der Feinde entsprahen. Wir mußten etwas mehr liefern, als uns gugekömmen wäre; dafür ijt aber von Satsen und (Württem- berg ein Teil der Lokomotiven der. preußis{en Verwaltung zur Ver- fügung gestellt worden. Es waten dies allerdings leichtere Lokomotiven als die, die wir hergegeben haben. Es ift damit natürli eine betriebliche Schwächung Preußens verbunden gewesen, nit aber auc eine finanzielle Sckwächuntg, nachdem im Friedenäverttage ausgesprocen worden ift, daß dieses Material bezahlt werden muß. Wir haben unjere Forderungen on ior. einiger Zeit an das Neich gestellt. : Ich möchte bei «der . Gelegenheit no< erwähnen, daß vielfa in der. Deffentlichkeit" davon gespro>en worden ist, es sei uns ein erheblicher Teil der an Frankreich gelieferten \{weren Lokomotiven zurückgegeben worden. Das ift nicht der Fall. Wir haben bisher keine Lokomotiven zurü>bekommen, es is aber die Nede davon, daß nun, wo- die Lokomotiven bezahlt werden sollen, ein Teil wieder Deutschland zur Verfügung gestellt werden könne. Es ist zunächst von 2000..und dani von 1000. Lokomotiven gesprohen worden. Jn den Verhältnissen, in denen wir uns betticblih befinden, würde ein Zuschuß von 1000 Lokomotiven. für uns natürli sehr nennenêwert sein. Aber, meine- Damen und Herren, das glaube ih au in Jhrem Namen: erklären zid können, daß wir, wenn. von Frankreich Lokomotiven zurüdgeliefert werden, dann verlangen müssen, daß sie unter den- selben Bedingungen zurü>gegeben werden, unter denen sie hergegeben worden sind (Sehr richtig1), daß: wir also getraut zu prüfen haben, ob die Lokomotiven auch. n6h wirklih betriebsfähig sind oder nicht (Sehr richtig!); denn mit Lokomotiven, die inzwisden etwa zuschanden gefahren sind, ist uns: nit gedient. Wir werden also dieje Bedingun- gen zu stellen, : im übrigen aber abzuwarten haben, was geschicht, (Bravo!)

wie orau werden die Anträge dem Haushaltsaus\<tß über-

dite Euf der Tagesordnung steht ferner die Beratung von

Anträgen-liber Lebens mititelfragen.. ] Abg, Dr, TEwes: (Zentr) - béêan en Ausschuß für

ist zur Bequemlichkeit des Í Ste wird- nit in dem vermiteten Umfänge notwendig werden, weil ja die Fahrterlaubnissceine und: die Notwendigkeit, sie gu prüfen, eine außerordentliche fchwerfälliye Ab« fertigung des Publikums herbeigeführt hatte; mit der Aufhebung dieser

zustellen. Dann folgt eine f

ge +

die Äbfichten der Regi

land twvutte bisher liefert, 10 daß in biese Schädigung kés Berk

erret. Die

geführt werden : Staäät gar ntt

beiten verminderten

land. bewährt: Nirgends ist

besondere Gefahr der

Minister für Wisse Meiné Damen und Her

sierenden S<>ulbücher b um niht den Anlaß zu

azu geben. Das scheint zwe>mäßig, besonders ha

Natur. Meine

zu monopolisièren und

deren Seite leider nit

Organisation des Beh s

Wettbewerbs.

gedrüdt werden, (Sehr

gestehen —- in diesem Aug n o h ni<t in dèr Lage i

lich weittragende Aufgabe

meine Damen und Herren Dußend neuer vortrage1

der Unkerrichtsverwaltung Nachdru> weiterge

wird die Unterricbtsverwal

getroffen werden, einen f

männer aller pädagogischer

notwendig, den geänderten

Stoffe, die bisher in unseren Schulbikhern einen breiten R i i ismi

h bish i aum ein- | herausgegeben im Neichsministerium des nnern 30. Mai j nahmen, auszumerzen, andere Stoffe einzuführen, vielfah au< auf | hat folgenden Inhalt: Zoll- und Steuenwe}en : Weitere Cinficzelo1. 0: | einen. ganz neuen Geist hinzuwirkên. Ih versichere Sie, was P H die Cinsiegelung von Schriften, Drucksachen ufw. beim j diese außerordentli wihtige Arbeit mit größter Bes<leuni- | der auf Grund bes $6 ver eund: Aenderung des Verzeichnisses \ qung its Werk geseßt werden soll, und i erhoffe davon eine wesent- | Zusämmenseßzung bes allgemeinen VeraMutag nlordnung e i | liche Bereicherung. und Besserung Unseres ganzen Schulbücherwesens, | wertbeänstalten. Militärwesen : Berichtigung i E B

(Zuruf: Jm „nädsten Jahrhundert!) Nein, in den. näcsten Mo- nátenl- (Zuruf :- Der. Auss>uß stirbt ja darüber hin!) Der Aus-

{uß stirbf nit varüber h

: tragt, fie - del und. be zu. ett, : | die orbe zu -überweis dadit él prattisdje rbeit

atis Writht erstatten kai

Es entspinut sich \shâftsordnungsaussprace, an der si teiligen. Schließlich wird bes<lossen,

(D. V.) über ein Monopol von SGulbücbern. Abg. Dr. Boe lh (D. V.): :

eite Nachricht, daß die Regieruna ei ; : E y 0e HArgleruindg eine tveitgeb S e dier Sculbücher beabsichtige. titgehende Monopolisietung

legeriräiien erhebliche Veuntubiamtg hervorgerufen.

lihung und Verbilligung der Lehrbüder geben sein. das becstauüëgeltättéte un

oigen einer Menopolisierung erzebên kön Î wirt\<hattlihen Bedenken géselleit Le Be sencen Jann Des

Das Lebrbüch ift aus dem freien W i ichti

h ‘eten Wettbewerb einer t ‘ebrer- {äft bervorgegangen und hat erade dábur d 2 bor B e beabsichtigte connte nur auf Kösten- des F ábgesebern davon ist eine Verbilli: -

bt eininál fo sider: g ¿Tore qu müßte der Staat guf Buchsc{mu>k, Ländern verbiet i Ves f 2

L eten eine Nahabmuvg der Monovolisie { y In Norwegen und fn ‘Vet 0-9 L N

das Monopol besteht urd von der Lehrershäft bekämpft wird. Eine

Eltern darin, daß uit den Lebrvü@ber

; „Darin, Peiß den Lebrolchern der neuen liche böiferverbrüdernde Tendenzen auf Kosten preußischen und der deutschen Geschichte vorherri{Wen würde,

Hai a6 S Ld j * Prredters, Die j it dem F / Molo narf ; s ¡ H T - CFS, DLE 1 mili dem Fn Dat t DET gegebenenfalls zu monopoli- ltaatlitber Aufsicht dutch staatlich Beauftragte

i S ATIOS Nor C Brie hler «! ee p z

am Schluß der Tagesotènung au ne die eben zurückgestellten boc- wichtigen Lebensmittelfragen in Angriff zu nehmen. mich deshalb für jeßt auf eine ganz kurze Bemerkung allgemeiner

Herren, der

nehmern ihre Gewinne zugunsten der Gesamtheit zu nehmen, ist ge- rade für mi als. Sozialisten. natürli sehr sympathisch; er ist dur- aus gesund: und ‘ernster Erwägung wert. Aber i kann auf der an-

lihung dieses sehr gesunden und guten Gedankens no< eine Neibe ernster Hemmnisse in. den Weg: stellen. Vei der Organisation des | Sachveiständige zuziehen will. VBüchermarktes, vor allen Dingen aber aud bei der augenblid>l;hen

sation, die, so dringend notwendig sie natürli ist, beim besten Willen nicht von heut auf morgen von Grund. aus zu ändetn ist, lient tat- sächlich die Gefahr vor, daß eine sofortige Monopolisietung des ganzen Schulbücherwesens eine fehr starke Büroftratisterun g mit si bringen würde (Sebr ridtig! re<ts) auf Kosten des freien geistigen L Dädurch könnte unter Umständen der Wert der Swhul- bücher, wie dio Dinge heute liegen; nit gesteigert, sondern herab-

Meine Herren, es kotnmt aber noch ein anderes Moment hinzu. Der Unterrichtsverwaltung würden dure eitte sofort durzuführenbe Monopolisierung der Schulbücker so ernsté und mit so \>werer Ver- ántwortung belastcte Aufgaben entstehen, daß sie i< muß es offen

hördenapparates, no< nit in ber Lage 1st 1i< betone ausdrüdli&: n der Unterrichts8verwaltung steben mir für die große, außerordent:

: Hrer N Bo c : lie im Unterrichtsministerium zu monopolisieren, in diesem Augenblick >10 On 1A, p [ - i o #5 í .

eine genügende Zahl pädagogisher Facbleute als ständige Mitarbeiter leider nicht zur Verfügung.

muß: es zu meinem Leidwesen bezweifeln, ob der Herr Finanzminister gewillt und in der Lage wäre, mir jeßt eine so große Anzahl neuer vortragender Näte zu bewilligen.

Fur die Kontrolle der Lehrbücher ist bisher s\><on da- durch gésorgt worden, daß vor ihrer inführung die Genehmigung

verständlih dafür ein, daß diese Kontrolle mit b esonderem Lehrbücher nicht zur Einführung in die Schulen gelangen dürfen. Auch

waltungömaßnahmen ein. diesem Gebiete entgegenzuwirken.

j Im übrigen hat, glaube ih, der Herr Vorredner eben hon er- wähnt, daß in meinem Ministerium augenbliÆli< Vorbereitungen dazu

Pädagogen und Shulmänner aller Richtungen zu- jantmenzuberufen, der eine. gründlide Durchprüfung aller bisher in Preußen gebraubten Schulbücher ins Werk seßen soll. Es sind Schul-

Bekenntnisse für diese Arbeit in Aussicht genommen. Augenbli>liŸ werden in meinem Ministerium Richtlinien aufgestellt, na< denen sich diese schr notwendige Sichtung und Neuordnung unseres ganzen bisherigen Schulbückerwesens vollziehen joll, Es ist natürli dringend

ad ih hoffe, meins Damen und Herren, dag ih son im Laufs dieses Sommers-Ihnen über“ die Tätigkeit ves Ausschusses won: bieser Sl

über diese Frage eine dreivtertelstündige Ge- alle Parteien lebha)t be- jen, die Anträge vorläufig zurü>-

, Auf Antrag des Abg. Adolph Hoffmann triit das Haus in eine Besprechung der förmlichen Änfcage ein. E

L Abg. Wilderm ann (Zentr.) wendet si gegen die Monopoli- terung, da die Shulen niht Erwerbz-, sondern Bildüngsanstalten s E Etfahcungen sprechen gegen die Monopolsierung,- uud Thl Srfahruug anderer Länder nit unbesehen beifeite stellen. # C en See nit den Lehrbüchern gute Geschäfte gema. H O E C L 1 dient dann aver zur Seraus{dbe wissensdaftlider Bete Sie hat in Buwhhändler- und Vex; | bet denen nidts pec dient wird, Dex Staat E ge HeberfSfe Als Urstte: ffir kaum zur Herausgabe wertvoller wissenschaftliher Werke verwenten, êtuitg off det Wursh êttier Vereinkelt- Unbedingt zu ändern if aber das Neuauflagenverfahren mancdéc el Ia Deutsci- e NeE, Die andauernden Neuauflagen, deren Un)chaffung dann

#, bestauégestattet billigste Lehrbuch ge- it en Schülern Und den Eitern aufgezwungen wurte, {ind eia Hivsitht kli Gründ zu einer 19 schweren ver étopfundener U-bélstand. Jur’ Nauten des Zeutrüms habe ic) is- uns Bücbhändlerwesens, wie sie si als bie tsbrüdlf@e Eiflärung abzugeben, daf das Zent ums mit alte Entschiedenheit eid Büchermonopol bekämpfen wtrd: B ad

Ss S E O E E p Un den Ausführungen die VIlttcuE ert wend Zee E L ausgerenet gegen VoiLa Lu 1 g wendet und daraus auf Schwächlichkeit unseres olles schließen will. Wir meinen, daß si gerade die Kraft eines win VE. übeczeugender fundtun fann als in der Beglüc- Erie! i y d ün! anderer Dolter und der Förderung von Tendenzen, die E Bares E ce G daa a perbri@berung hervörrufen. Wenn der Minister A bab er Sifabinage l De O: [2 0E L hermonopol mit dem ihm zur Verfügung stehenden büro- e t idjen Beamt!enapparat nicht dur{führen kann, fo muß möalidst bald dessen Umwandlung in eiue mit dem Leben zusammenhängende Verwaltung vorgenommen werden. (Dex Kultusminister Hänisch nit austimmend.) Alle gegen das Lebrbüchermonöopol vorgebradten Eins E An ltichha!tig. Die Mannigfaltigkeit braucht nit de! ZWiweiz i in Bett egterung 1A | fir dab au Sondebedin Pfg dn Vei do des Schages der | Weirn der Abg. Boelig sich voa elhèe: aaen Volo A ( Monopolgedankens eine „Beruhigung“ des Noltkes veripridt, fo “it das denn do< nit das Volk, dás wir vertreten. Gewiß it uns für unsere Kinder das Beste gerade gut genug. Aber das Niveau der Sc<hulbücher braucht do ni{<t zu finken, wenn ihre Herstellung urter vorgenommen wirb.

Beifall bei den

örmlihe Anfrage des Abg. Dr. Boelig

Im“ „Berliner Tageblatt“ aud

ellén ih die Bedenken der Pädagogen.

Beier s hB M Á s Berei ung und Verbilligun nhâlis und der Brauchbarkeit burde

der Schweiz hat siè si< ni

das Buch \{le<ter als

in DBesterreih, wo

monopolisierten Bücker erbli>en zahlreiche

ns<haft, Kunst und Volksbildung Häni} < : ren! Auf die-leßten ‘Bemerkungen des Herrn

7 T ATA Dié Shivétzor Schulbücher find gut. (vebhafter

cs{äftigten; möchte ih heute nicht einge j ; ute ingebhen, A : f get Soztaldêmoktatén.) L

etner neuen großzügigen politisden Debatte

Ls t U elo * e : J 5 > Se (r y Y C p mir bei der Geschäftslage des Hauses nit | .„, bg. Adolph Hoffmann (U. Soz.): Vom Buhhhandel wird vorhin der Wuns geäußert worden ift. beute jegt ein shamioser Wuer getrieben. Van will die Shulbücher so ¿ Heut wte fie sind beibehalten, weil man die Geschihts{älihung und die

F ot 2 A Lip A s j 7 tri E e aufreht erhalten will. Herr Kultuêminister, } ineißen Sie ein paar Dugead Geheimräte beïaus und tellen Sie dafür Sachverständige und Padagogen ein.

zwet Me EDe L (A Nat.) : Im Almana<h des Hauses sind et Duhandler verzei<hnet: Herr Hoffmann und ih. Jh bedaure daher, daß er so bestige und unberechtigte Angriffe gegen dea Buch- handel geritet hat. So viel Säße, jo viel Unrichtigkeiten. Die Sozialdemokraten tollen eine Knebelung und Bürokcatisierung des Geistes. Gehen Sie Gedankenfreiheit ! Versehlt ift die Zersylitterung des Swhulbüchetwesens. und die starke Bevorzugung einzeiner großer Firmen. i E

„Abg. Frau Poeblmann (D. V.): Sehr beruhigt bin id weil Herr Hoffmann auch in Zukunfl in der Schulbücherfrage nur

Ich beschränke

4c

Gedanke, das ganze Schulbücherwesen L T P Ls : i dadur< den fkapitalistis>en Privatunter-

verkennen, daß sib zurzeit der Verwirk-

; ! 1 Damit schaltet er sich aiso selber aus. (Heiterkeit rechts.) Was wird aus déèn monopolisierten Schulbüchern, wénn dié Negterung wechselt? Wir sind gegen diejes Wèonopo!. Das dèeuis<è Schulbuÿ soll sein das beste Schulbu<h der Welt in

der Ehrkichkeit dér Ueberzeugung, in der Verwertung der wisseuschaft-

rdenapparates selbft, einet Organi-

lien Erkenntais, in der Mustergültigkeit seiner Ausstattung. (Beifall )

Abg. Degenhardt (Dem.): Aut in dieser Frage muß Frei- heit in weitestem Umfange oberstes Prinzip sein. Ich warne dringend davor, die von dem Minister angetündigte Komntission aus Mit- gliedetn aller Fraktionen zusamtnenzusezen. Dies ist keine Frage Entla Fraktionen, sondern éine Fragé der pädagogtichen Wissenschaft, auf die wir in Deutschland stolz sind. Möge der Minister neue Richtlirtien für die Pädagogik berattsgeben, die uns seit 1908 fehlen. Möge er damit béfruhtend wirken auf die Lehrer, Babe an der ‘Herarbildung des Tünftigen Geshlehts zu arbeiten N Abg. Adolph Hoffmann (U. Soz.) seßt fi< mit dem Abg. ippel über die Interessen des Verlagsbüchhandels avseinander und bemerkt: Œs ist do< unbegreiflih, wie od im éFrieden hergestellte Werke, die damals 4 6 kosteten, während des Krieges im Breise auf 13—16 A steigen konnten. Die Denkschrift aus meiner Ministerzeit ist vie alles übrige, was dámals aus dem Kultusitinisterium hervor- ging, Kollektivarbeit gewesen, und wenn si darin der Saß findet,

rihtig! rets.)

enbli>, bei der jeßigen Organisation des Be-

stff —, diese neuen Anifgaben zu übernehmen.

, das ganze Sehulbücherwesen für Preußen daß der Unterricht von jeder Bevormundung befreit sein soll, so ist auch Herr Haenisch damals damit völlig einverstanden gewesen. Und

es tit thw au< Ernst damit gewesen, nur daß Leuten zurüi>gedrängt worden ist. Wenn Frau Poehlmann meint ih hâtte mi selber au2geschaltet, indem ih Sacbverständice bericf, so gehöre ih ni<t zu den Menschen, ‘dié alles zu verstehen glauben; ein Minister muß #< vor allem informierer, und ih habe die Genugtuung gehabt, Autoritäten zu sprechen zu- bekommen, die bei meinen Vorgängern im Ministerium vergeblich fich bemüht haben, vorgelafsen zu werden. Jn die Kommission müssen au<h nach meiner Auffassung Fachleute berufen werden. Der: Vorredner ber- langt neue Richtlinien für die Pädagogik. Richtlinien von Haenisch unter Assistenz von Herrn Wildermann, wie werden diese wohl aus- sehen? (Große Heiterkeit links.)

Damit ist die Bespreczung erledigt

Nächste Sißung: Dienstag, 12 Uhr (Kleine Anfragen Steuervorlagen, Wohlfahrtsiministeriuin). ( fragen,

tung nah Kräften bestrebt sein; dug< Ver- Shluß 41/, Uhr. | em allzu starken Viele bi auf i |

er naher von anderen

C pr 5 Ino Ey 5

Venn na< einem kurzen Uebershlag, , würde 1< füt diesen Zwe>k mindestens ein ider Nâäte gebrauchen. (Heiterkett.) Ich

eingeholt werden muß. Jh stehe selbst-

führt werden wird und daf ungeeignete

Parlantentaris<e Nachrichten,

Der Verfässungsaus3\{<uß der Deutschen National versammlung hat, wie „W. T. B.“ berichtet, gestern den Ar- tikel über die Einführung des Rätesystems in die Verfasurg A Heringfügigen ges 8 den Vorschlägen der Ne- M “al e E es ng angenommen und damit die erste Beratung des Ver ihtungen, aller religiösen und politischen Mi A abgeschlossen. Heute wird die ziveite Lésügi

reien Auss<uß hervorragender

Heitverhältnissen entsprehend, sehr viele

Nr. 18 des „Zentralblatts für das Deutsche Ret“,

machung über Ausführungs8bestimmungen i i

U : )rung8be zum Gese è Ver- glinna von Leistungen für die feindlihen Heere L Beester ddn: gebiet und über die vereinfahte Abs<häßung von Kriegsleistungen füx das deutsche Heer vom 2, März 1919. E

Mee mzian-

in, er tritt so bald wie mögli ¿usammen,

B OR i e) e iti a i R R S ]

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E ; E SIRESO O A N i i t y Y oi f y Y y y f h Ó N aon R 2 A

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\ 2 n) v . 3 [N 4 A a V e [ f, E X N A D C E E E I E E E E n R L E E S E E E S E E S I E E I E S E E