1919 / 148 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

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VeéeranatitaGütna

Auf Grund der Bekanntmachung zur Fernbaltung unzuterlälficer

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Persoren rom Handel vom 23. September 1915 (NGBL. S. €03) babe ih der Monbijon-Weinstuben und Weingroß

pandlun Di Mie O Jägerstr. 18, turd Versücung vot beutigen Tage den Handel mit Gegenst Gti dEit: d ¿s tg

» } A . y D e Z P lihen Bedarfs wege! Unzu verläsigkcit in bezug auf dithen

Vandelsbetticb unter gg. Berlin, den 27. Juni 1919.

Landespolizciamt beim Staatsfemmissar fün Bolkéernährurg. (T

Dr, Potranb.

Nichlamntlicßes, Deutsches Reich,

Dos Reichsministerium beichäfligte fih in der aesirigen Kabinettssizung nil: der Fefisiclung seines Arbei18- progranims.

Der Reid sarbeilettinifier SGli>ke hat feine Ani1s8-

geschäfte übernommen.

___ Der Vizeprösitént hen Natioralverscmwmlurng Sulz Ut, dem „Vo!ffchen Telcgrephenbino“ zufo!ae, als Unter- sicatesekrezär in tes Nes@eminifierinm des Jrnern beiufen worden.

vor emitger Zeit um Genehmigung seines Rükiriits bei Ab- [luß des Fueders gebeten hatiè, bat dem „Wolfsschen Tele- | araphenvüro“ zufolge geftern Köibeg verlossev. Gleichzeitia ! ist auch die Oberste Heeresteituüung aufae!ös. Nus

regierung folqcndcs Te!egranm gesandt: Im Namen der Ré'c{sregierung sage ic Ikbnen, Herr Gererxal-

feldmarschall, no< etumal unferen unabärderlihen Dank iür alle !

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Di»rste zum Besten des Vater!ardes. In Tagen der Not wurten |

Sie gerufen, in Tazen 7c< s{limmercr Nöte {liefen Si- Ihre

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Posten bleiben müssen, werden inm r ein garofcs Vorbild in der

t en Ho (Sis Ao N: Hod lan t Oa E K 0 Ari sehen, wie Sie diîe Pflicht gegenüber dem Balerland böhitr ges j

tellt haben als persönliche Gefüble u:d A: sauüngen. Bäuér.

Dcr ReichEwchiminister Noeke hat oan den Geverag!feld- marschell von Hindenburg aus dem gleiten Anlaß nach- stehendes Telegramm cesandi:

Goreralfeltmarshall von Hindenburg, Kolberg.

An dem Tage, an dem Sie den Odberbefeb! niederlegen, ift es mir

ein Bedüifais, Jhnen, Herr Feldmarschall, im Namen der neues deuti&en Wehrmacht den herzlisten und unauslöscliden Dank des Vaterlandes tür Ihre treu geleisteten Dienste auszuspre<hen. Wie Sie als ruhms- gekrönter Feldherr unsere Here in Fendc8land gefübrt ha en, Wird unvergéflih in der Geschichie torleken. VBejorders ober muß uticland JIbnen darkbar sein tür die Müte und Sorgtalt, mit der Sie in der ieuten sd weren Zeit die militärishen Gescticke un!e1es Vaterlandes gelertt baben. Sie toben tamit den Grundstein gelegt, auf dem unter Voik in btoffentlib ni&t aUzu fe: ne Zukunfi sein neues Haus bauen wird, in dem tann unrscre Kinder urd Enkel wieder wit Stolz 1nd Freude als Teuis®e li ben können. In diser Ccberen Zukunftêbofinurg möge Ibnen, Herr Feldmar\(all, ‘nc< eiy larger,

von der dankbaren Verehrung des deuten Voiks genagerer Lebins- abend bescieden sein. Fcidéewebrminister Nos ke.

Der bisberice Reichêminisier des Auswärtigen Graf Vrockdorff-Rangzau hat rc< Veraktschiedung von den Beamten des Auswärtigen Amis gesiern Berlin verlassen und sich auf seinen Besiy nah Schleswig-Holfiein begeben,

Ter neue Minister des Nuswüärticen Hermann Müller hat sich bereits vor seiner Reise na< Versa¡lles den Beamten des Auswäitigen Amts vorgestellt und diese gebeten, gerade jest im Jutercsse des Vaterlandes ouf ihren Posien 0us- zuharren. Daran anschliefend gedachte der Minister in we1men Worten der Verdienste seires Vorgän: ers, dessen aufopferude, aber leider efolilose M beit für den Vetrständigungs{rieden e erst dereinst von der Ceschichte richtig gewürdigt werden willi De,

Der Vo:fißende fte! 5 1H$en Waffenftillstants?ommission Generalmajor nann Hammerstein bat ber belgischen Mission in Spaa, wie „Wolffs Telegraphenbüro“ miiteiit, am 2. Juli folgende Note zugneyen lassen:

Die belgi\ <2 Negierung bat für die [weren Aus\<reitungen der Spaaer Bcvölkerung gegen Mitglieder meincr Kommission am 3v. Juni mir bis heute Genugtuung nicht gegeben. Der gegen die aufgeheßten Massen machtlose Führer der von außerhalb hezrbei- beordeiten zu {wachen Senda1nmierieabieilung war nc< am 30. Junt in meinem Hotel, um sein Bedauern auszuspre{en. Er kann für die unerhdite Hallung der Einwohnerschaft nicht ver- antwortlih gemaht werden Auch die \>wache englische Militär- polizei war gegen das Volk madtlos, das dur) einen durch die Ortebehörde nicht verhinterten Umzug einer Musßikbande noch erregter eworden war. Die lokalen Behörden trifft in erster Unie die

huld, den groben Verletzungen des interrationalen Gastrechts und der mêéin-r Kommission zustebenten Immunität nicßt rechtzeitig und ausrcihend vorg: beugt zu baben. Ich bite Herrn General Delobbe, perfönlih sih dafür einseten zu wollen, daß mix die Genugtuung, die ih erwarten muß, in kürzester Frist zuteil wnd.

Ich darf den Herrn General bei diefer Gelegenheit daran erinnern daß bei cinem gleiden Voikommnié gelegentlich der Abrei)e deutsher Fuiedensdelegationémitglieder aus Versailles gegen Mitte Juni der Miristerpräsident der franzésishen Republik ih binnen kurzem entsMGuldigt und die zusländigen böberen Auffichtébeamten abgeseßt hat. :

Der Ma! schall Fo ch hat ter deutschen Wcffenstillsiande- lommisïion in Spaa am 2. Juli mitteilen lassen, daß der interalliierten Woffenstil|standékommission als zus künftiger Standout Cöln zugewiesen werte. Als Sig für bie deutshe Waffenstillsiandekonmmi!sien {lage er Düsseido1f por.

Zu dieser Verlegung der inleralliierten Weffenstillstande- Fommission mwirò von „Wolffs Telegraptenbüro“ mitgeteilt, daß die Heup'a! beit der Abwick(ur g in Berlin vor sich achen

wird, wohin si< auch die Mehr¿aßl des VWersonals vou Spaa |

bereits begeben hat. Jn Tüsseldo:f wid die Geictäftsfühiung nur mit bedeutend vermi: der!en K! äften aufrechterhalien werden. Die Neuordnung wind nur so lange tauern, b1s der Friede ratifiziert ist. Dann erfolgt die erdgültige Auflösung der beiderscitigen Waffenstillstandskommissionen.

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i amter O, 4 1

Der Generalfeltmarschall von Hindenburg, der bereits | iner Not 2:

Die in der Piéesse vet Ercitete Meltvyg des is>{c<ciqen Vressetürcs, (8 mlntey von deutscher Seite Voibereitu.ngen ¿ur Näumung und Uebergabe des Gebie!s von Nattboxr cu die l'>a o: iowokiiche Regierung aetr ofien und ie Virliner Recie:ung babe die Rärmurg dieses Gebieis duch Tie Tirppen bs ou} eine tieire Wochtabteilung bereits ¿nceordnet, ist, mie die Presscfelle des Reichefommissars für Schlefien und Wesipier sien müteilt, unrichtig. Der Reichs- kemn issar weist ouedrüdl:< redmals dararf bin, daß vor der endgültigen Rat'fiierrng des Fritdensveitrages keine Räumung deutscher Gebiete vorgenommen wird.

Von zuständiger Seile wi1d dem „Wolfischen Telegraphet:- büro“ erflärt, daß die Behauptung, die Zerstörung der deutschen Kricas\chiffe in Scapa Fiow fielle eiren Verstoß gegen engliscze Krieg8geseße dar, der mit dem Tode bestraft werden könne, willfürlih ist. Es haudelt si< vm deulsches Krieas- material, desseri Zersi&zung nnce{hadet der Bestimmungen des Waffers1illssandes den Devtschen jederzeit freistand, sofern sie cs Deutschland aegenüber vr1antwo:ten konnten.

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Bechen wind im Auswärtigen Amt ein Handelsnachrichtendierst aus3 dem Auslande ¿U- jommengelleVi, der den Interessenten auf besor ders be- {Glau tatem Wege tm< einen Eidierst zugänglih gemacht werden cll. Die Hande'ekemmein smd in der Lage, über diefen Gegenstavd den berufenen Stellen eingehendere Mit- teilungen zu macken.

Seit \c>s L i

Wie „Wolffs Telegarcphenküro“ ron zy\ä diger Stelle erfährt, sind, entcegen cnuders loutcnden Me)dunger, im Neichsministerium der Finanzen die Entwürfe der Vermögensovgate, der Umsat sieuer und der Reichs-

s dat R ; : abgobenordnung fertig ausgearbeitet. Die Vorlagen At) tr J} nh l Me j: r ñ por M G N ae î î E i J f L C g V L diejen Anlaß e der Ministeroräsive! auer 0 Len} werden der Natiovolre:‘awm!rng und dem ESlcotenovesduß Genztalfe!dmarschall von Hindenbrro in: Namen der Reichs- | i

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unverügtich zugehen, so daß fie neh vor Beginn der Sommer- ferien im Parlament ericdigt ur.d Gesetzeekrast erhalicn werden.

Das Neichsverwerlung#amt keilt dur< „Wolffs

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0 I Cor ar nh nbür ti ni fi Die Gz ft S beo F oer Ps Aufgaben ab. Wir, die wir im Zwange dèr Pflickt auf ursercn | Telegraphenbürs“ mit, deß die Bestände an Teeröl vez

braucht find. Anftiäge auf Abaobe sind kaher zwi los. Av!räge auf Käufe vou Farben sird an die ¿vsläudigen Zweigstellen des Reichsoermcr!ungsamts zu richten.

Die ra<h Berlin urd Weimar cnliserdelen Volksratsmit- olicder vora Bund der Neichsveu!schen in Deutsch Oesterreich, Lu>-Loßmann vyd Marschall, hatten gestern, mie „Wolffs Telegraphenklüro“ mitteitt, Gelegenheit, mit den Frafktions- führern der Notionalversamm!uug eingehende Beratungen über die Fracen der Mitwirkung der Auslands- deutschen an der Heimarbei! zu pflegen, und haten all: seitiae Zustimmung genunten. Epôtere Beratungen sollen die Durchführung der einzelnen Frauen regeln.

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Bezugnebmend auf die vom Ausschuß der Deutsch- esterreicer in Berlin veröffentlichten Miitci!ungen teilt die deuiscz-öfterreichische Gesandt\<aft zur Klazstellung mit, deß bie von dem ANueschuß ousszejliten Nu 8weise sür devtic-ôfinreidisde Gtaatearcehörige in Deutschland kcine Pässe, fondern nur LeaitimstioneTkaricn find deren ker Charakter von Reise? okumenrtcn nit zukommt. Die Eütitigkeit jeder eivzelien Legiuimationsfauie ift dur das je n2< dem Wohn- orie der Partei zusiävdige dewus<: österreichishe Konsulat zu bestöligen. Für die E1werbi ng solcher Legitimationskarten bestcht jedo kein Zwang, und für deren Zusstellur g darf feine Gebühr erboben werben. Die Gültigteit dieser Lc gitimatious-

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raricn eriis<t mit dem Zeitpunkt der Neuregelung der deu1ls-

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österreicis<zen Paß voi schriften, wel&e ehestens e: folgen wird.

Water,

Zu der Meltung eines BeUliner Vlailes, di ß die Gä- rung in München so macse, kaß mit enim neuen Ausstand u rechnen sei, daß com Dienstag ein Anschlag der Kcm- munifien auf die Eculkaseine no<h vereileit worden und die Ein wohretwehr ibrer Aufgabe nicht gewachsen sei, erklärt die „Cortesponderz Hofsnm.ann“ amtlih: Tatsächlih hat sich in Viün chen nicht das geringste ez eigret, die Einwchnerw hr ist überhaupt! oe ni<t in Tätigkeit getreten.

Die Rüdcverleaung der Negterung und des Landtags nah München erfolacn ör < der oben zilierten Korre)poudenz, sobald die vorliegenden (,escßzgeberischen Arbeiten ¿um Abschluß geb1a<ht worden sind, also eiwa Ende Zuli, Nach Atlauf dir Ferien nimmt der Landlag seine Tätigkeit im Herbst in München wieder guf.

Defterreit.

Der deuts<-österreihische Staatssekretär Bauer hat von dem deutschen Minister des Aerßern Müller, laut Meldrng des „Wolffschen Telegraphenbüros“, folgendes Tele- gramm erkalien:

Im s>{we:stèn Augenbli der deutschen Geschichte zur Leitung der auëwärtigen Angelegenheiten des Neiches berusen, trängt cs mi nah meiner Nüdfebr aus Vexlailles, Sie in treuer FFreund\caft berzliÞ zu begiüßen und zu bitten, daß Sie mir auch in meiner neuen Stellung Ibr Veitraucn weiter bewahren. Möge unsere auf Wiederaufrichturg der \{wergeprüften Brüdervölter gerihtete Arbeit von Erfolg begleitet sein.

Der Staaktssek:etär Bauer antwortete:

Herziichsten Dank für Ihren freundscastliEen Gruß. Es freut mi, in vertrauerêvoller Gemeinschaft mit bnen am Wieder- aufbau des deuts<en Volkes abeilen zu können, das, dur< den JInperialismus in fu1<tbares Unheil çestürzt, sich im Zeicten der Demokratie und des S ozialiémus wietercusri@ten, und, indem es das Vertrauen anderer Vöiker zu sciner geisligen Erneuerung eningt, die Hindernisse überwinden wid, die nc< der staat.iden Einheit aller seiner Stämme entgegenstcßen.

In der deutsch- österreichischen National- versammlung brate die Negierung ein sez6monatiges

/ Hausholtproviforium ein, das gleichzeilig eine Kredit-

ermächtigung bis zwei Milliarden Kionen enthält, sowie zwei weitere Vorlagen, welche die Siche: stellung vnd die Deckung der von Frankreich, England, Jtalien und Amerika atrcährten oder no<h zu gewährenden Lebenemittel- oder Robstofffkredite bezwe>en,

| veröôffe1 t. ibt worden

Grof;britannien und Jrland. Der englisch-französiiche Vertrag, der gestern abend

ist, bestimmt dem „Reuterschen Büro“ zufolge, daß Großbritannien, wun die Au. kel 42-43 und 44 des Frieden 8vérirags mil Deutschiand zunöchst keine genügende Eiche&rheit und feinen genigenden Su für Sranfreich en solit- n, zustimmt, im Falle einer nichi h) O E ariffsbewegunag Deectschlands gegen Fra freich diesem zu Hi fe zu fommén. Der Vert1ag wird dann in Kraft treten, wenn der ähnliche französish-omerikanishe Vertrag 1ahfiziert wird. Der Vertrag muß vom Völkerbund als mit dem Völkerbunde- vertrag vereinbar befunden werden und wird solange in Kraft bleiben, bis der Rat der Ansicht ist, daß der Völkerbund selbst getügeiden Schuß bietet.

Der Premierminister Lloyd George verteidigte in der gestriaen Sitzung des Unterhauses die Bestimmungen des Friedenevertrages, betonte Deut chlands Schuld und ieille mit, daß der Gerihtehof zur Aburteilung des früheren deutshen Kaisers seinen Siß in London hab:n werde. Laut Bericht des „Neutershen Büros“ führte Lioyd Georae in feiner Rede u. a. aus: :

Der Friedensvertrag bezwe>e, Deutschland zu zwingen, so weit wle wöoglih wicdetbèrzuftelen ju erschßen und wiedergulzumachen und ein Eremvel an Deutschland zu statuieren, wel<hes ehrgeizige Herrscher und Politiker davon abhalte, eine folie Niedertracht zu wicderholen. Ueber die Lage Frankreichs {prechend, betonte vloyd George die Notwendigkeit, es geaen unherautgforderte Angriffe sicher zustellen, und sagte, wenn der Völkerbund einen Krieg verhindere, so wäre der Bund tamit gerechtfertigt. Der Minister verteidigte den einstweiligen Kusschluß Deutschlands aus dem Völker- bund. Wenn Deutschland zeige, daß es dur das Feuer des Kueges geläutert sei und cinsche, daß seine Politik in den leßten 150 Jahren ein s>werer Fehler gewesen sei, daun sei es ein geeignetes Mit- glied des Völkerbundes. Lloyd George behandelte auéfsührlich das Mandatsystem und das A1beiteabkemmen. Er betonte die Mle ea He N Ge ae a dem es 770000 Mann für die alliierter Streitkräfte stellte und 3 Millionen Verluste hatte. DhHne das britische Neih würde der Krieg na< 6 Monaten zusammengebie<en jein. Die Rolle Groß britanniens sei ein großartiges Beispiel, was tin greßes Volk, das cinig und von einem gemeinsamen Ziel beseelt sei, erreichen Töônne. Llovd George apvpellieite an die politise Einigkeit und an die ¿Fortdauer tes patiotishen Geistes, der ollein ten Mieg gewonnen habe und ollcin zum wahrcn rut mieichen Triumph führe.

Noch der Rede Licyd Geotges erklärte sich dos Haus eirstiramig mit der Einbtui: gung der beiden Ce chentwürfe einverstarden, bie den Friedenevetrtiao und das englis<- französische Uebereintommen zum Gegenstand haven.

Im Oberhaus gab Lord Curzon eive ähnliche Er- ktlôrung ab wie Lloyd George im Unterhaus. Er kam auf die Persor en zu sprechen, die {ür den Krieg veran1worilich seien, und sagte, die holländische RNegietuna werde erfuht werdén, den früheren Kaiser, dièr vor einen internationaleti Gerichtshof qe- bracht werden wüide, auszuliefezn. Dics fei nicht nur ein Akt der Gerechiigfeit, sondern auch eine durhaus notwendige Sicherung gegen zukünftige Angriffe.

Der ständige Nusschuß des Un: erhause3, der die Ge- seßetvor!lage über die den Nusländern aufzuerlegenden Beschränkungen behardelt, beihloß gesienr mit 14 gegen 12 Stimmen iroy hes Widerstonds der Regierung eine neue Kiausel, in der vetrsügt wird, daß jeder früber feindlihe Aus» länder, der fich jeßt in dem Vereinigten Köniares aufhält, fofort deportiezt weiden tolle, werin ex nicht innerbalb eines Muenats na Arr. ahme dex Vorlage vom Sigatssekretär des Zunern die Erfaubnis erhalte zu bleiben.

Los Vlatt „The Jrish Statesman“ veröffenilicht ein Manifest, in dem gefordert wind 1) ein Dominion JZrland mit Selbstverwaltung innerhalb des Britischen Reiches mit einern tinabhängaigen Parlament und besonderen Bürgschoften für Ulster, 2) füc Jrlard im Völkerbund dieselbe Stellurg wie die überseeischen Dominiors.

cerautrei,

Nach dem diplomatischen Situationsbericht verlange Bratiaou im Ve: laufe einer Erklärung, die er am Mittwoch in der Friedenskonferènz abgab, für Rumänien Beßarabien. Maftlakow erklärte darauf, daß nur die zukünftige Konsli- tuonte über das Los Beßaraviers ert cheiden dürse, da es bis 1914 zu Rußland gehörte.

In ter gefirigen Sißung der Kammer stand die N nters pellation über dié Beziehungen zwischen Frankreich und dem Vatikan auf der Tagcsordnung. E

Wie „Wolffs Telegrapkber büro" bericktet, erklärte der sozialistisde Deputierte Jean Bon im Laufe der Besprechung das Vorgehen der Megierung, die dur<h Dekret die Bischöfe von Straßburg und Mey anerkannt habe, für re><tswidrig, weil Elsaß - Loth- ringen nit unter der Trennung von Kirche und Staat, sondern unter dem Konkordat stebe. Die Kurie habe bisher auß nicht auf die Aufhebung der Titularbishöfe für Straßburg und Met verzichtet. Diele seien vielmehr no<h im Amte. Der Vatikan werde versuche:, &ranfrei< ein zweites Konkordat unterzeichnen zu lassen. Unter lebbaf'en Beitallsrufen der Linken und Protestiufen der Nechten rief Jean Bon aua. das würde den Bürgerkrieg im Lande bes deuten, der Augenblik hierfür sei aber vorbei. Die Hauptstadt des Völkerbundes sei nit auf den vatifanislen Hügeln, sondern in Genf, denn Rom sei in Konkurs geraten. „Wir haben gebofft“, sagte Redner, „Pom werde jeine Slimme gegen den Krieg erheben, aber fünf Jahre haben wir vergebens darauf gewartet.“ (Lebbaster Beifall auf allen Seiten mit Ausnabme der äufe: sten Necten.) Am 30. Juli 1914, wenige Stunden vor setnem Tode, hat Jean Jaurès gesagt: „Es wird ein Krieg der Jesuiten sein.“ Diese Worte riefen einen großen Tumult hervor. Verschiedene Abgeordnete des Zentrums und der äußersten Nechten erboben ftürmii< Einspruh. Jean Bon er- klärte’ weiter, der Kuicg set dur< die Jesuitenpartei am Wiener Hofe besdlosfen worden.

Nußziand,

Dem „Reuterschen Büro“ zufolge meldet der General Maynard weitere Forlschuitte der Jtaliener, Serben, Briten und Kanadier an der Murmanfront und teilt mit, daß der Feind {were Verluste erlitten habe. Die feindlichen Berluste auf der Shvngahalbinfel allein bet: ugen mindestens 500 Mann.

Belgien.

Der Minifter des Ycußern Hymans kat in der Kawmer den Friedens vertrag eingebraht. Am Schlusse der ede, bie er bei diesem Anlaß hielt, bea! üßte er die Be- völferung von Moreênet, Maln edy, St. Bit und Eupen. Uußer dem Fuiebensveitrag bat Hymars, wie der „Telegraaf“ meldet, av< nc< einen Vert1iag zwischen den Ver- einigten Staaten, Frankreich, Großbritannien und Belgien einerseits und Deutschland anderersci!s über die militärische Besezung des Rheingebiets eingebracht, ferner cine ron

Clemenceau, Wilson, Lloyd Georae undSonninonnterzeichnete Cr- ärung vorgelegt, in der Belgien ein Vorschuß von

| 2, Milliarden Franken auf die erfte dur< Denscylavd zu

leiende Zahlung gewäh t with, und eine von Clemenceau,

ilsson und Llóy' George unterzeichnete Erklärung über den Œrlaß der von Belgien bis zum 11. November 1918 abge- sWlosseaen Kriegsanleihen. Der Minister erklärte, er habe gehoist, au<h noch den Vertrag über die Kolonien in Ostafrika einbringen zu Töanen. Dieser Vertrag, der, wie er glaube, dera Lande Genugiuung verschaffen werde, müsse aber noch von dem Obersten Nat der alliierten utd afsoziierten Mächte gebilligt werden.

Nmerika. _ Das amerikanishe Staatsdepartement hat der russischen Sowjetregierung mitgeteilt daß die Repressalien aegen die Amerikaner in Rußland Entrüstung und Feindselig- Tit gegen die Somwjetregiezung in den Vereinigten Staaten hèrvorrufen.

Das Kitegsamt hat die Demobilisierung des Heeres den 30 Sipsembr angekündigt. Tie Friedens- stärke wird ungefähr 233 C00 Mann betragen.

Preußische Lanbesversammlung, 39. Sitzung vom 3. Juli 1919.

(Bericht von Wolffs Telegraphenbüro.) Am Regierungstish der Justizminister Dr. am Zehnho ff. P sident Leinert eröffnet die Sizung um 11/4, Uhr. Zunächst ive: den die gestern zurückgestellten Abstimmungen zum Haushalt der Justizverwaltung vorgenommen. Die Entschließuagen des H mshaltsausschusses über die Zuziehung von Arbeitern und Frauen zu Schöffen- und Ge- s{<worenengeri<hten werden angenommeo. Ferner wird beschlossen, daß die Ne<hts8arwälte allgemein nah Zurük- legung einer Dienstzeit von 15 Jahren unter der Vorausfeyung zu Notaren ernannt werden follen, daß seitens der Anmalts- kammer feine Bedenten wegen der bisberigen Dienstsührung geltend gema<t werden, und daß der Anwalt an dem Amt- P bisher mindestens 10 Jahre onwesend war. Anträge auf Verbesserung des Dolmetscherwesens bei

‘den Gerichien der östlihen Provinzen und auf Ver-

besserung der Lage der Gerichtsassessoren werden ang: nommen, ebenso UAniräge auf Lie Verbesserung der Gefängnisbüchereien und Anträge auf beisere Behand- lung der Gelangenen dur Erhöhung der Lohnbeträge usw Einem Ausschußartroge entsprechend soll in Strafanstalten der [Zwang zur Teilnahme on gottesdienlihen Handlungen fort- fallen. Nach einem Antrage der Rechtea, der mit 134 gegen 121

Stimmen angenommen wird, soll dec Got!csdienst jedo< für die jugendlichen Gefangenen beibehalten werden.

Es folgt der Haushalt der Handel s- und Gewerbe- verwaltuúg. Dazu liegen zahlreihe Anträge vor. Ein Antrag Friedberg (Dem.) fordert Schu für die Ver- bindungs freiheit der Beamten und Urbeiter der Staalsbetziebe. Anträge der Sozialdemokraten verlavgen ein neues Arbeitsieht für Hausangestellte. Deuischnationale An- träge befürworlen den Abbau der Zwangswirischaft. Dem o- kratische Anträge treten für den Wiede: aufbau des Mittel-

_!standos ein. Anträge der Deutschen Volkspartei oerlangen

die Untersiüßung des notleidenden Handwerks dur Ver. ebung von Staatsôufträgen, durh Nenderung des Verdingungs- Mis usw. Ein Autrag Gräf (Soz.) will die private

tellenvermiltlung untersagen. Ein Antrag rheinischer Zentrumsabgeordneter fordert die Versorgung des be- ten Gebiets mit Ersaßfuttermitteln. Ein Antrag des us\<husses für Bevölkerungspolitik rigtet sich gegen dên Straßenhandel mit Süßgkeiten. Ein Antrag Hammer P: as regt die jährliche Heraus gabe einer Genossenschafts- slatistifk an.

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7 Abg. Brandenburg (Soz.) bespriht die Lage der Haus- aähgestellten, tür de nun endlih au< cin Arbeitsre<@t und Tarif- Verträge ges<haffen werden müßten. 4 Abg. Frau Arendsee (U. Soz.) fordert restlose Aufhebung dèr Gesindeordnungen und reihegesezlihe Negelung der Frage. © Abg. Schrader (Soz) begründet den Antrag seiner Partei, jéde gewerbömäßige und piuivate Stellenvermittlung gegen Entgelt zu Untersagen. Diese Vermittlung erweise si<h geradezu als Hindernis fr die Unterbringung der Kriegébes< ädigten und Kriegsteilnehmer in Arbeitéstellen, die nur zentral und unentgeltli< von Reichs wegen Pewirft werten könne. Alle offenen Stellen müßten dem zentralen öffentlihen Arbeitsnahwers gemeldet werden. © Abg. Eberle - Barmen (Soz.) wendet si gegen dic die Kon- sümvereine \chädigende Warenbausfteuer und verlangt die sofortige eseitigqung des Warenhausstcuergescßes von 1900, das auch als Fonzession an den Mittelstand wirkungslos geb lieben sei. © Unterstaatssekretär Neuhaus verweist darauf, daß die War1en- haus steuer ¿zum Ressort des Finanzministeriums gehört, und gibt an- heim, beim Finanzetat auf den Untrag zurü>zukommen. Für den Antrag des Zenirums, die Regierung zu er- suchen, der Landwir1schaft im beseßten Gebiet ausreicenden Ersaß, besonders an Kraftfuttermitteln, zu beschaffen, tritt Aba. Jacoby-Naffauf (Zentr.) ein. Er hebt hervor, daß beim Rückzug der Truppen vom westlichen Kriegs|<auplaß die Land- Mite überaus viel haben hergeben müssen an Futtermitteln aVer Art, sôdaß das Vieh in großem Maßstabe abgeshla<tet werden mußte. eim Einmarsch der Besaßungs;ruppen mußten Wiesen, Klee- und etreidefelder zur Verfügung gestellt werden ; fo herrsht jetzt große Futternot, sodaß die Milchversorgung ins Sto>en geraten ist. Hier muß ras Abhilfe geschehen. __Unterstaatésekretär Neuhaus: Auch hier ist das Handels- WUssort nit zuständig, sondern das Reichéernährungsministerium. Abg. Dr. Hager (Zentr.) fordert {nelle Maßnahmen zur Debung des Kurses der Kriegtanleihen. Das ganze Volk wartet gespannt auf die An1wort der Regierung. (Im Saal sind von 421 Abgeordneten kaum 30 anwesend.) Man sage nicht, daß das teihssahe fei. Die ganze preußis<he Beamtenschaft hat für die tiegsanleihe gewirkt. Deshalb hat Preußen au< die Pflicht, sür Jesserung zu sorgen. Weitgehende Deer ise Vergünstigungen für Mttegsanleiben solltcn Play greifen. Wethalb geschieht nichts gegen dié Leerverftäufe. _ Unterstaatésekretär Neuhaus: Ueber Maßnahmen der NRe- libo:. gegen ein weiteres Sinken der Anloihen \{rwoeben Verhand-

gen, tie furz vor dem Abschluß stehen. Die Bevölkerung sci vor

Ungslverkäufen gewarnt und zur Besonnerheit gemahnt.

Abg. Dr. Lêidig (D: Vpþ.) fordait Staatéhilfe für den Mittel- stand. Durch die Idecn der Kommunalisierung und Sözialisierung ist viel Beunruhigung ins Volk getragen worden. Der gewerbliche Mittelstand will Klarheit darüber baben, ob er in diese Versuche mit hineinbezogen werden soll. Die Sozialifierungsfanatiker werden sich vor aller Welt blamieren, wenn das geschähe,

Abg. Woldt (Soz.): Wir stehen wütschaftliÞh vor cinem und hoffnungslos

Nur gewissenlo)e Menschen auf Grden versprec;en.

energieunlustig tönnen ten Massen den Für den Nugenbli> mag das Yber es wird der Tag kommen, wo diefe Versprehen nichi arf die betlagens- durh die zur Förderung partei- ele das Volk der Hungertgefahr auêgesezt wird. Sie möchte am liebsten das freie Sriel Davon fann aber gar feine

T1rütnmerfeld,

eingelöst werden tönnen. Wir verurteilen : orgânge diefer Tage, politis<er 3 die Rechte ist urbelehrbar. der Kräâste so lassen, wie es früher war. Der Industiriefeudalismus ist ein füc allemal vorbei. Der Handelsminister ist nicht mehr der Hanblanger der Indulstriekapitäne. Wir verkennen nicht die Bedeutung tes Unternehmers im Próduftions- prozeß. Aber die Arbeiter sind do das wichtigste Glied in der Volks- Wir find |chär!ste Gegner des freien Spiels der Kräfte der steten hier in baitem Kampf gegen rets. und die Trusts haben den sozialen Fort- en Herrn-im-Hause-Standpunkt zum Prinzip

hat Haumann gerade diesen fkrastvollen zünftlerishen

alten Naubwmirtschaft und Gerade die schritt gehemmt und d Unternehmerorganisationen ¿ugesprocen. Der Unternehmer steht jen\eits aller Morál (lebhafter Wider-

Wohlfahrtsfritzen® : Wenn im Westen Thyssen und Stinnes jeßt endlih mit den Arbeitern zu verhandeln sih bequemten, so mußte ihnen von den Arbeitern das verhängniévolle „Zuspät“ zugerufen werden. Die Ge- meinwirtshaft brauht Kiäfte, die das moderne Leben versteben; die Herren vom Kaliber der Affsessoren und Bürokraten, die bisher an der Spitze waren, {enken wir Ihnen.

Abg. Dr. Hager (Zentr.): Auch das Zentrum ist bereit, zu gewissen Sozialisierungen die Hand zu bieten, au das Zentrum will Kapital!smus und Mammoniemus Initiative des Unternehmers können wir nit entbehren; Arbeit- geber und Arbe tnehmer müssen fh zur Förderun wohls ve1ständigen.

aekränketten beugt s< nur

(Unruße rets.)

zurücldrängen.

gen den Mut erfüllt werben Fönnean. Nur rubig und ‘a<gemiß im gegenfeiligen Verständnis beider darf mit der Sz»3ialisierung vorgegangen werden. ist den Arbeitern w d Angestellten etn Miütbestimmungsre<t ein- In unser Wirtschaftéleben Stietigkeit kommen. Für den Mittelstand bat sich die Zentrums- partei stets mit lesonderem Eifer verwendet. Arbeiterre<ts

Don Massen müss

Andererseits muß endli<h etne

Die Anträge wegen Hausangeftellte follten dern Handels- und Gewerbeauss{huß überwiesen werden, desgleichen der Anirag, betreffend die Stellenvermittlung. Für Sozialreform Und Arbeiters<huß hat Jahrzehnten witd darin An den patriotis(en Sinn der Intelligenz, Qualität arbeiter wir näch dem \o unglü>- lichen Ausgang des Krieges appeliteren, sih ni<ht vom Auslande einfangen zu lassen. Der Schleichhandel hat dém Ansehen des Handels großen Abbruch sehr ecinges<räntt werden,

reelle Handel

darf aber Für die bessere Aus-

zum Schaden des Ganzen geschehen ift. bildung der Handwrerfslehrlinge muß Sorge getragen werden. Die Balutaangit soll wan auch nit übexrtreiben. bohwertige Éxpc1tartikel hetstellen, soüten bei der Kohlen- und Kraftbelieferung bevorzugt werden. Die preußische Verroaltung ift über die Absichten des Reichs in wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht dauernd auf dem laufenden zu erhalten.

Hierauf wird die Beratung abgebrochen.

Nächste Sißung Freitag 1 Uhr. (Kleinere Vorlagen, dar- unter Gesezentwurf, betreffend die vorläufige Regelung ver- schiedener grundlegender Punkte des Gemeindeverfassungsrechts ; Fortseßung der Etaiberatung.)

Schluß gegen 6 Uhr.

Die Fabriken, welche

(Beifall im Zentrum.)

Statistik und Volkswirtschaft.

insbesondere die stark- beseßten in Groß Berlin.

In Veröffentliungen des preußischen Statistischen Landesamts (Nr. 16 und 22 der „Stat. Korrx.*“) werden vergleichente Uebérsihten über die Ergebnisse der 1916 in 46 Großberliner Gemeinden vor- genommenen Wohnungs8erhebung und der Neichswohnungszählung von 1918 in denselben Gimeinden gegeben und im Anschluß daran be- züglich der Besegung der einzelnen Wohnungsg1ößenklassen Ergeb- nisse mitgeteilt, zu denen die früheren Erhebungen keinen Vorgang

in den 46 Grofßberliner

Dies bedeutet eine Zunahme um 10 198 Woh- Zuwachs, der in <tigung der Unzu- 1916 fih um etwa 6000 Das völlige Brachliegen der

Die Kleinwohnungen,

Inégesamt wurden im Moi 1918 Gemeinden O Wohnungen Mat 1916 ermittelt. ; nungen oder 0,9 °%/o, also etnen nur sehr gerin Wirklichkeit noe< kleiner gewesen ist, b i Berü länglihkeit der Wohnungsaufnalme von Wohnungen no< verringern dürfte. Bautätigkeit scheint in erster Linie den Kleinwohnungébestand un- günstig beeinflußt zu haben. Nach den Zählungsergebnissen traten bei den einzelnen Wohnungsgruppen von 1916 auf 1918 folgende Veränderungen ein, wenn als Kle i n wohnunaen die Wohnungen bis zu 2 Zimmern und Küche einshließlid, als Mitte lwohnungen die Dret- und Vierzimmerwohnungen und als Groß wohnungen alle übrigen gelten :

Kleinwohnungen . 17 981 . 11150

a LODE a

H H

E

lidwestlihe Vororte

südliche und \füdöstlihe Vororte

östlihe und nordösfilide Vororte!)

nördliche und nordwestlihe Vororte?) 3944 = Mittelwohnungen

. ++ 8754

._+ 6089

westlice und \

sütweftlicbe Vororte füdliche und sübéstlide Vororte

östlice und nordöstlihe Vororte?) nördliche und nordwestlihe Vororte?) + 3248

Großwohnungen . 10331 . —+- 19 623

westlidc und

H

+t+ +++ 1+

üdwestlihe Vororte füdlihe und südöstlihe Vororte östlice und nordöstlibe Vororte!) . nördliche und nordwestlihe Vororte?) 4+ 2179 = + 101, In Wirklichkeit hat eine so starke Verschiebung der Wohnu größen, wie fie in diesen Zahlen zum Auédru> Ein bedeutender Anteil an dem zablen- mäßigen Nückgang der Kleinwohnungen zugunsten der größeren muß der genaueren Erfassung der Kammern bei der 1918 zuges<hrieben weiden.

westliche und \

H

i kommt, zwéeifel- los mi<t stattgefunden.

Zäblung von Febletquelle Wohnungs-

Aber au< wern man diese gebührend berüdsichtigt, bleibt do< anzunehmen, daß der sammenseßung tatsächlih eine Veränderung ‘zu

bestand in seiner Dafür \pricht vor

ungunsten der Kleinwohnungen erfahren hat. allem auch die Tatsache, daß diese Veränderung niht nur bei der den Gemeindegruppen,

sondern au<h bei gemeinden mehr oder weniger teutliÞh zum Aus-

Zusammenfassung allen 46 Einzel dru>k kommt.

i Arte bmi Ait wi

__) Ohne Bexrlin-Lichtenbera, wo die Wohnungsëaufnahme von 1916 besondexs unzulänglich war und ein L

änglich 3 _ein 2 Ergebuniste beider Zaäh= lungen kaum möglich ift, *) Einichliéß

ih von Spändau,

Der Beil dexr einzelnen Wohnungs8gruppen am Gesamtbestand stelt si<h nah den beiden Zählungen folgendermaßen dar: Von je 100 übetkaupt voihandenen Wohnungen

roaxen Klein- MitteT- Grofß-

ín wohnungen wohnungen wobnungen 1916 1918 1916 1918 1916 1918

Berlin A, R: 10e 1 A da S9 Westen und Südwesten . o: 6s B43 Wo 174 2%a E C. l Ds Wo O 2: Pi . -Notvalics Ma Wa 16s 244 is 3A Norden , Nordwesten. 76a 68s 21s 225,8 9e

tuUtanimMmEr . e 734 69s 190 20,9 67 95s.

Dabei zeigen \si<h zwishen den einzelnen Gemeindegruppen die be- kannten Unterschiede: Zurü>ktreten der Kleinwohnungen und Hervor- treten der größeren Wohnungen in den wohlhatenden westliden Ge- meinden, das Umgefkehrte in den östlichen.

Leer standen ne< im Mai 1916 von den 1132 327 vorhandenen Wohnungen 61 770 = 5,5 vH; es war alfo fein ungünstiges Bild, das damals die Wohnungéreserve im Verböltnis zum Wohnungs- bestand der 46 Großberliner Gemeindèn in der Gejiam1heir bot. Die durch den Krieg zunächst eingetretene Entlasiung des Wohnung=- marktes war no< deutlih nahtveistar. Unter 3 vH hielt ih die Leertwvohnungsziffer nur in wen'gen Gemeinden, in denen die Kriegs- industrie zur Anbäutung großer Arbeitermassin geführt batte: in egel, Wittenau, Treptow, Nieder- und Oberschöneweite, Sobhannis- thal und vor allem Spantau. In den folgenden zwei Jahren änderten sid die Verhältnisse gründlih. Berlin zwar mit seinem erhebliden Bestand unmcoderner und wenig begehrter Wohnungen bielt si< mit seinem Leerwohnungsbestand von 3,1 vH nc< immer ein wenig über dem Durchschnitt, bei allen übrigen Gemeinden aber war die Leerwohnungsziffer auf einen Bruchteil der früheren gefunken.

Die geschiiderte Entniklung katte zur Folge, daß Gon im Moi 1918 ein großer Teil namentli< der Kletnwohnungen, der Wohnungen bis zu 2 Wobnräumen mit Küche eins{li-{1i@, so stark beseyt waren, daß mehr als 2 Bewohner auf je eincn Wohnraum eins{ließli< der Küche entfielen. In den 46 Groß- berliner Gemeinden wuden insgesamt 1 108 704 Wohnungen mit Angaben über die Zahl der Bewohner gezählt, von denen 766 635 = 69,1 vH Kicinwobnungen waren. Als „itarfbesc! (mit mebr als 2 Bewohnern auf je einen Wohnrau eins<ließl< der Küche) müssen 40 539 Kleinn obnungen an gesehen werden, das sind 5,3 vH aller Kleinwohnungen, 3,7 vH der überhaupt gezählten berohnten Wohnungen oller Nt. Die Wohnbevölkerung aller 46 (Gemeinten wurde äuf 3s Millionen angegeben. Von iktnea wohnten in Kleinwohnungen überhaupt 2,13 Millionen = 636 vH, davon in starkbeseuten Klein- wobnungen 241 616, tas sino 11 3 vH der Kleinwohnungéberölfkerur g überhaupt, 7,2 vH der ge'amien Wohnbevöikerung. Würdcn die Küden nicht unter die Zahl der Wohnräume ger net, so würde das Ergebnis naturgemäß bei weitem ungünstiger sein, als es in ten mtgeteilten Zahlen zum Ausdru> fomnmt. Es würden alsdann noch 168 58 Kleinwohnungen mehr _al3 „starfbesegt“ zu gelten haben, in denen 672112 Menschen wobnten. Bei dieser Berehuung würden 209 127 = 27, v9 aller bewohnten Kleinwohnungen oter 18,9 vH der Wohnungen aller Größenflassen als „starfbeseßl" zu gelten haben, und 913 7z8 Menschen = 42,9 vH ‘der ermittelten Kleinwohnungsbevölterung oder 27,8 vH der gesamten Wobhnbevölkerung würden auf „starkbeseßte" Kleinwohnungen ent- fallen. Könnte man überdies Näume wie Mädchenkammern u. dgl., di Wohnzwecken im üblichen Sinne überwiegend nit dienen, bei der Meichserhebung aber zum Teil als Wohnräume angegeben worden sind, au noch) auéscheiden, so würde der Anteil der „starkbetezten" Kleinwohnungen und der auf sie entfallenden Bevölferung abermals einen Zuwach3 erhalien. Es ist nötig, auf diese Unter)chiede, die si je nah der Bere<nungsart ergeben, binzuweisen, da geiate für Groß Berlin aus den Jahren vor dem Kriege Berechnungen über startbevölferte Wohnungen vorliegen (Dernburg Kuczvnski), die mit den Ergebuisfen der Hicid:8wohnungézählung in \{heirbarem Witeripru< stechen.

Für die Stadt Berlin und die einzelnen Gemeindegruppen ergibt sich folgendes Bild: Es betrug die Zahl der Klein- wohnungen bis zu 2 Wohnräumen und Küche eins<ließ;lih, bei denen auf je einen Wohnraum eins{ließli< der Küche die neben- stehende Anzahl Bewohner ent!ficl, in

T S4 L SAER well, Md O nord. u. {üd- | u. süd- \u.nocd-|u.nord-

Bewohner Berlin | wesll. | östl. | östl. | westl. Vot- | Vor- | Vor- | Vor- | orten | orten

orten | orten

| | | O D R E 21 3115| 4009 2067| 2233 B «) | l

115 T O on O02 O71!

zwischen 3 und 4. . j N S Ql! 388! 9249| 9220 S 00) 24 O. O TF9 zien 4 us... 160 29 SU 18 16

Dee 270) --100 71 46| 56 Kleinwohnungen insgesamt 23199| 4917| 5948 3169| 3206 d. f. vH aller jKleinwohnungen | 5,2 | 42 | 56 | 61 | 6,6

bewohnten t : 40 o A Es 4 6 Gesamtzahl der Bewohner stark |

beseßter Kleinwohnungen . [135 923| 29 286! 36 430! 19 130 20 847

d. \. vH aller {von Kieinwohn. Bewohner |

! | überbaupt Mk (9s | 12} 24 | 13,8 A S HAURdS L Ss 05 |. Se | 90 8 6.

Diese Uebersicht zeigt die zu erwartenden Abweichungen der einzelnen Gruppen voneinander: Die von wohlhabender Bevölkerurg bevorzugten westlihen und \üdwestlihen Vororte stehen hinsichtlich ibres Anteils an starkbeseßten Kletnwohnungen, bezogen sowohl auf die Gesamtzahl der Wohnungen wie auf die ter Bewohner, am günstigsten da, die östlichen und nördlichen Vororte am ungünstigsten. Während bei den ersteren nur 3,8 v der Einwohnerschaft beengt wohnte, war dies bei den leßtgenannten Gruvpen bei 90 und 8,s vH der Be- wohnersdaft der Fall. Das Maß der Beseßung der hier be- handelten Kleinwohnungen weist weniger ausgeprägte Unter- shiede auf; bei rund zwei Dritteln aller starkbeseßzten Klein- wohnungen kamen zwishen zwei und drei Personen auf den Wohnrautn, die Kühe 1mitgeréGnet. Drei Personen auf den MWohnraum waren immechin no< bei cinem Fünftel bis einem Viertel der hier betrahteten Wohnungen anzutreffen. Durchgängig rund“ ein Neuntel aller starkbescßten Kleinwohnungen mußte mehr als drei Personen auf den ohnraum beherbergen. Bei der Bewertuna dieser Säße kommt naturgemäß sehr viel darauf an, um was für Personen es fi, namenili< bei den höheren Beseßungs- stufen, handelt, ob um Erwathsene, Kinder, Säuglinge. Dies tritt bei den Feststellungen der Wohnungszählung nicht in die Erscheinung.

Beétrachtet man die Verhältnisse jeder einzelnen der 46 Groß- berliner Gemeinden, so waren diejenigen, in denen der - vergleih8- weise größte Anteil an der gesamten Einwohnerschaft in stark- beseßten Kleinwohnungen untergebraßt war, Wittenau (15,3 vH), Oberscböneweide (15,1), Adlershof (13,1), Teltow (11,00, Marien- felde (11,1), Tegel (10,7), Spandau (10,4), Weißensee (10,3), Brik (3,6), Licbtenberg (9,6), Cöpeni> (9,4), Stralau (9,4), Reinickendorf (92). Am günstigsten standen Dahlem (s), Grunewald (0), riedenau (1,3), Zéhlèndorf (2.2), Wilmersdorf (2,6), Stegliß (26), Schmargendorf (2s), Lübars (3,1), Lichterfelde (3,4), Friedriclhsbhagen (3,6), Schöneberg (3,8), Hermsdorf (3,8 vH) da.

Bei der Bewertung der mitgetéilten Zahlen darf nicht übersehen werden, daß sie zu einer Zeit ermittelt worden sind, ‘als das deuts He Heer _no<h in voller Stärke unter den Waffen stand. Jun dex Dwis><enzeit ift der Nü>strom des größten Teils der Heeresdevölke-