1919 / 165 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

bestimmt, in der äußeren Form der Zeichen sind gewisse An- y dauernder Autführung, niht ermüdend ; keinedfalls erfolge eine Ueber-

kehnungen an die ägvptishe Schrift vort arden; denno bi:tet nah Setbe die ägyptishe Schrift niht das Urbild, sondern nur eiu Vorbild tür unscr in der . hebräis>en Tradition üÜber- liefertes Alphabet. Jn der Darstellung der Konsonanten als Buchstaben licgt die gedanklide Leistung. Obwohl das Aepyptische (benfalls den Stammbegriff an dem Konsonanten daften läßt, hat es do< nicht die lcte Folgerung aus dieser Tatsache gezogen. Es blieben Lautzeichen bestehen, woher die be Zabl der Hieroglyphen stammt; von einem ägyptishen Alphabet Tann nit gesp1ochen werden. Die semitishen Entde>er des Alphabets machten eben die Konsonanten, d. h. die wesentlihen Lautelemente, zu den Buchstaben; die Vokale liefen sie zunächst fort. Der Vor- iragende behandelte alsdann das Verhältnis der ägvptishen zur femitishen Schrift mit Nü>sit auf tie von Flinders Petrie ver- öffentlichten Sinaiiuschriften. 29 oder 30 Zeichentypen diejer 11 kurzen Sen haben zu ägyptischen Schriftformen Beziehungen, 11 Zeichen nd nicht genetis< mit der ägypti!chen in Zusammenhang zu bringen, 10 weitere Zeichen find gar nit vergleihbar ; ähnlich steht es mit dem Verkältnis der Sinaiinschrift n zur altsemitishen Schrift. Es ist demna beute nc< zweifelhaft, ob d'e Sinaischrift eine Buch- fiabenschuift ist, eine weitere Vergleihung der Sinaischrift mit den alt/emitishea Inschriften von Siloah, Marsu und anderen führt zu dem Schlusse: Die Sinaischr.ft ist no< keine reine Buchstabenschrijt. Gs scheint nun, daß die Seiniten zwar die äußeren Formen von den ägyptischen Hieroglyphen zum Teil übernommen haben, während die Idee felbst, die Konfonanten zu Trägern des Alphabets zu machen, ihr geistiges Cigentum ist. Von einer anderen Gedankenretihe aus, nämli aus den Namen der Bulstaben her, wie sie teils das hebräische, teils das freie Alphabct tuägt, suchte der Vortragende Licht auf das dwierige Problem zu werfen. Zunächst erhebt fh die Frage: Sind dié Buchstabenuamen hebräis<? Darauf ist zu antworten: Sie {ind viht aus der Sprachfamilie des alttestamenilihen Hebräish, aber Le können wegen gewisser Erscheinungen nur in einer scmiti\en Spra Je entstanden sein; denn au die Phön zier nennen die Buch!aben mit denselben Namen. Hätten nun die Hebräer von den Phöniztern die Namen übernommen, so wörden sie sie in ihre Sprache übertragen baben, denn die Phönizier haben es so gemaht. Die Hebräer haben die Namen beibehalten, weil sie sie aus einem ihrer Sprache ver- wandten Dialekt, dem alten Uraramäis<hen, übernommen haben, wie Dr. Auerbach im einzelnen nad)zuweisen suchte, indem er Namen des alten Testaments anführte wie Nun Debora u. a., die gleich- falls keine hebrâishe Form tragen. Es ist die Sprache des U r- aramäer, deren die Jsuaeliten vor ihrer Seßtaftmahung in Flilina sich ‘bedienten, der au< die Namen der Buchstaben ent- tammen, obwohl heute noÞ viele in ihrer Bedeutung unerklärlih find. Das würde mit der Väterfage der Hebräcr übereinstimmen, na< der die Arami ihre Ahnen siand. Man muß au annehmen, daß die Namen der Buchstaben mit diesen zugleich entstanden sind, Wwos'r uns die griehis{:n Namen den Beweis bieten; denn da die Dellenen die Formen von den Phöniziern übernabmen, sind ihnen deren Namen Fremdwö ter, die sie ihrem Idicm gemäß umformen ; so vermö,en wir aus dem Griedishen zu s<ließen, wie die Buchstabenramen bei den Phönizi-rn gelautet haben müssen, die sie aber wieder ihrer Svrache angepaßt haben; sie müssen sie dentna<h gleihfalls entlehnt haben. Nun kann uns das Inshriften- material auch Hinweise bieten, wer die eigentlihen E: finder des Alphadets sind. Aus den Einzeluntersu<hungen ergibt si, daß die israelitishe Schrift ihre Form beibehalten hat, die sie um 700 vor Christus schon besaß; sie hat demna die mehr ursprüngliche Form bewahit als die phönizishe. Demnach stehen die Israeliten den Er- t des Alphabets näher als die Phönizier, die man als die Ver- reiter tes Alphabets an\prehen muß, während den Israeliten die Rolle der Erfinder des Alphabets zukommen würde, die sie etwa um 1400 vor Christus gewesen sind. Als eine Vermutung wies der Vor- tragende in Uebereinstimmung mit Professor Lchmann-Haupt und in Anlebnung der Bedeutung des biblischen Loosorakels der Urim und Thu- mim, das nur mit ja oder nein antwortet, auf den levitishen Priester- stamm innerhalb der Israeliten hin, dem vielleicht diese Erfindung ge- g'üdt ist und innerhalb der Priesterfamilien aut M of es s:1bst, den ceistigen Heros. Für die Wahr ceinlihkeit dieser Vermutung spr'<t die Zeit, um die das Alvhavet entstanden sein muß, sowie die Be- zichüngen von Palästina zum Südosten des semiti cen Sprachgebiets. Da3 Alphabet ma somit bei den südtsraelitishen Stämmen ent- standen lein, die ja gegenuber den Nordstämmen als tie Träger der eigentlichen Stammestullur, der Id: en des Monotheismus und der Gerechtigkeit, gelten müssen. Alle Propheten, die \chiift:iche Auf- ¡einn gen hintelaffen haben, kommen au? dem Süden des Landes. Sonach kaun man die E' finder tes Aiphabets bei denselben & tämmen suden. die auch die Schristen des alten und des nruen Testamcnts afen haben. Die Ausführungen des Vortragenden wurden von rof. Schaefer, Direktor P1of. Weber und Dr. Täubler kritish besprochen und erçänzt.

Weoßhlfahrtspflege. 5 Den von der Nationalstiftung für die Hinter-

hliebenen der im Kriege Gefallenen in die Sc{hweiz zur Erholung entsandten Kriegerwaisen, die sich in Adelboden im Berner Oberland befinden, hat vor kurzem der deutf{e Gesandte in Bern einen Besuch abgestattet. Die Kinder find dort in ciner Neihe zusammenliegender Hetme aufs beste unter- gébraht. Alle Einrichtungen hat der mit großem Jubel auf- genomm-ne Gesandte eingehend besichtigt 1nd vorbildlid vor- gefunden. Er fonnte mit Genugtuung feststellen, daß dite Kinder, die in einem äußerst \{le>;ten CGrnéhrungszustande angekommen waren, nah ihrem bisherigen Aufentkalt von etwa vier Wochen“ sich- außerordentli erholt haben und nur ungern das Ende iter Ferien fommen sehen. Besorders erfreulich ist, daß si ein freundshaftlihes Verhältnis der deutshen Kinder zur {<weizer Be- völkerung herausgebildet hat, sodaß den kommenden Tranéporten d-uts<Ger Kinder, die gleichfalls von der Nationak-Stiftung in Ad'lboden untergebraht werden sollen, ven vornherein etn freund- liher Empfang g sichert ist.

Ein neuer Blindenberuf. Die Berufsberatung unserer Kriegstnvaliden ift eine ber dringendsten Aufgaben unserer traurigen Gegenwart. Deshalb dürfte folgender Hinweis auf die aus verschiedenen Gründen ganz besonders zu beobahtende Gruppe von Kriegsblinden vielleicht für weitere Kreise bemerkenswert sein, den der Professor Dr. Johannes Dü>k in der Frankfurter Wochenschrift „Die Umschau“ macht: In Innsbru> wurde auf seine Veranlassung der Versuch ge- macht, cine Teilbeshäftigung des Friseurgewerbes, das sogenannte

Drésfieren“ der Haare, als Blindenarbeit zu vergeben. Diese Beschäftigung besteht im Auffassen, Eindrehen und Verflehten feiner Haariiränge zwischen ausgespannten Fäden; sie ist sehr leicht erlern- bar, benötigt die Führung des Auges gar nit oder kann sie wenigstens leiht entbehren und erfordert keine Maschinen, weshalb fie also au als Heimarbeit ohne weiteres ausgeübt werden kann. Sie kann sowohl im Siyen wie im Stehen und natürli Lei ent- sprechenden Witterungtverhältnissen auch in einem luftigen Naum, ctwa auf einem offenen Balkon oder ganz im Freien ausgeführt werden, Um- stände, die gesundheitlich bei langer Dauer der ino als günstig bézeichnet werden müssen. Außerdem ist es für Geübtere sehr leiht möglich, daß sie ihre Aufmerkiamkeit, au< no< einem anderen

organg zuwenden, ohne daß dèr Wert ihrer Arbeit beein- trächtigt würde, so daß also dur<h Vorlesen und Unteihaitung für geistige Anregung und Weiterbildung genüzend Spielraum vorhanden ist. Nach Veitteilung des Véttéffenven Fahmanns kann ein Anfänger elwa 1 m, ein Geübter leiht 14 m der

Arbeit in 1 Stunde fertigstellen; au sei die Atbeit, Feibst bei

ansirengung. Die Zahlung erfolgt in Insbru> als Stücklohn und sichert nah Vèittei1ung des erwähnten Veisters einen durchaus genügenden Unter- hait. Gerade der Umstand, daß bei dieser Beschäftigung cine geistige Weiterbildung und tamit auch gegebenenfalls später der Uebergang zu einer andern vielleicht no< mehr Befriedigung gewährenden Ve- rufsarbeit möglich ift, sollie manchen Kriegsblinden zu einem Versuch damit ermutigen; die Meister aber sind nah den Jnébru>ter Er- fahrungen froh, ständige. und verläßliche Dresseure zu haben.

Verkehrswesen.

Dos Pressebüro „Nadio“ meldet aus New York, daß der P o st - verkehr mit Deutschland am 22. Juli mit ter Verschiffung von 400 Postsä>en mit 350000 Briefen auf dem \kandinavischen Dampfer „Unitcd States" begonnen har. Die Post wird in Kopen- hagen autges>ifft und von dort na< Deut|\hland weitergeschi>t werden. Man erwartet, daß bis zur Wiederauinahme des direkten Dienstes nah Deutschland die Brief- und Paketpost einmal wöchent- lih befördert werden wird

Mannigfaltiges.

Neue Gläser für Treibhäuser und Frühbeete. Ein bedeutsamer Einfluß des Lichtes auf die Ernährung des Menschen besteht darin, daß dur< die Lichtwi:kung si< unter Mithilfe des Blattgrüns die Umwandlung von Kohlesäure, Wasser und Stilstoff, in Stärke, Giweiß und Fett im Pflanzenkörper vollzieht. Ueber den Einfluß des Lichts auf die Gestaltung des Pflanzenwuchs hat nun Fritz Schanz wichtige Versuche angestellt, indem er bestimmten Pflanzen den ultravioletten Anteil des Lichts dur<h Anwendung eines bestimmten Glases, des sogenannten Euphoglases, entzog. So!che Versuche wurden mit Edelweiß, mit Noggen| mit Hafer, mit Gerste angestellt. Das ultraviolette Licht bceinflußt die Gestaltung der Pflanzen. Sie werden bet dessen Abshwächung'größer, it-re Stengelglieder länger, die Blätter länger, {maler und dünrer. Deutlich zeigt sich ties am Edelweiß, und man e:fennt diesen Einfluß leiht, wenn man beobachtet, wie das aus dem Hochgebirge nah der Tiefebene versetzte Edelweiß seine Gestalt verändert. Aus dem k"!zen gedrungenen Gcwächs wird eine lang- aufgeschossene Pflanze, von deren alpinem Charakter kaum mehr etwas übrig bleibt, und diese Winkung ijt nur auf den Einfluß des ult1a- violetten L:chts zurü>zuführen. Die Versuche ven Schanz haben auch gezeigt, wie si unter dem Euphoglas niht rur die Gestalt der Pflanze, fondern au< ihr Anpassungsorgan vergrößert. Diese Beobachtung könnte in der Landwirtschaft und im Gartenbau aus- genußt werden, indem man den Treibbeeten mehr als bisher das ultraviolette Licht entzieht.

Erfurt, 23. Juli. (W. T. B.) Infolge der Kündigung von zwei Angestellten kam es in der ehemaligen Königlichen G ewe hb r- fabrit in Erfurt zu Nuhestörungen. Ein Teil der Arbeiter- schaft rotteie sich zusammen, um von der Direktion die Zurü>nahme der ausgesproczenen Kündigung zu erzwingen, drang in das Ve1-

der Arbeiterschaft, der zu Verhandlungen do:t weilte, und bedrohte das Personal der Fabrikleitung; jeglide geschäftliche Arbeit wurde verhindert. Die Leitung sah \i< daher gezwungen, den gesamten Betriebeinzustellen. Die O wurden zum Schuß vor Sabotage dur< Reichéwehrtruppen des Erfurter Kcemmandos beseßt.

Wesel, 23. Juli. (W. T. B.) Gestern abend trafen von NRolterdam tie Besatzung der „Emden“ und Mann- s<aftenaus Tsingtau im Heimkehrlager von Friedrichsfeld ein, ferner ein M e G anduarh sämtlih aus Ausftralien. Heute früh kam ein Verwundetentranêport aus Englc:nd an.

_ Kiel, 23. Juli. (W. T. B.) Im Laufe des geslrigen Tagcs ist es hler zu einer vorübergehenden Einstellung des Eisenbahnbetriebes gekommen. In den Kieler Eisenbahn- Fetriebéwerkstätten waren gestern vormittag zwischen den Betriebs- leitern und den Arbeitern Meinungsverschtedenheiten entslanden, die bamit endeten, taß die Arbeiter die Betriebsleiter gewaltsam aus den Werkstätten entfernten. Hicrauf antworteten die Lokomotivführer mit der Einstellung des Güterverkehrs und abents au< des Personen- verkehrs. In einer in den späten Abendi: unden abgehalienen Ver- sammlung der Lokomotivführer wurde eine Verständigung dahin erzielt, daß der Betrieb wieder aufzunehmen sei. In den heutigen Morgenstunden war der Betrieb wieder normal.

„Amsterdam, 23: Juli. (W. T. B) Nach den engliscen Blättern vom 21. Juli kam es am Sonnabend, dem Tage der Friedensfeier, in mebreren englis<en-undiris<henStädten

Brand geste>t, weil der Stadtrat h geweigert hatte, der örllichen Vereinigung des Verbandes éntlass. ner Soldaten und Seelcute die Be- nußung des Parkes zu einer Grinnerungsfeier für ihre gefallenen Kameraden zu gestalten. Mehrere Schußleute wurken verwundet. In der irischen Stadt Cork kam es nah der Friedensfeier zu Tumultszenen. Die Polizei war gezwungen zu feuern. Fn einer anderen irishen Stadt wurde der Aufruf der Negierung zur Friedens- feier mit Teer übermalt. Jn Tipperary wurde auf dem Post- gebäude eine republikanishè Fahne gehißt,. die unter ironis<em Bei- fall der Meuge von Soldaten beruntexgeholt wurde.

HSDaudel und Gewerbe,

In Hamburg fand laut Meldung des „W. T. B." in den Geschäftsräumen, der Seedienst- A-G. eine auferordent- lie Generalversammlung ftait, bei * der 320 Stimmen pert'eten waren. Es wurde einslimmig beschlossen, den Gesellschaftsvertrag dahin abzuändern, daß der Aufsichts- rat a8 mindestens fe<s Mitgliedern und höchstens 16 Mit- gli- dern bestehen soll, -Die nah $ 2 dir Tagesordnung beabsichtigte Zuwahl “zum e M oeEe wurde vertagt. Hierauf be- richtete der Vorsigende- des Aufsichtsrats Generaldirektor Dunker über einen mit dem Deutschen Ueberseedienst G. m. b, Ÿ abzuschließenden Vertrag, dem der nah $ 2 des Gesell- schaftsvertrags hierfür zuständige Aufs:h:?rat der Seedienst A-G. arundsäßlih zugestimmt habe. Die Generalversammlung nahm davon Kenntnis. Inzwischen hat au< dèr. Auisichtsrat der Deutschen Ueber- seedienst G. m. b. H. in Berlin diesen Vertrag genehmigt, wodurch beide Gesellshaftcn e ne Interessengemeinschaft eingehen, um fortan eine Zersplitterung wichtiger Kräfte zu verm. iden und im Interesse des baldigen Wiederaufbaus unserer Wirtschaft, den Na>cbrißtendtenst üb r Schiffahrt, Ucberseehandel, Exportindustrie, Veisi@erung usw. gemeinsam zu betreiben.

Berichte bon auswärtigen Wer tpapiermär kten.

Wien, 23. Zuli. (W.T. B.) Die Bestimmung des Friedens- vertrages über die Aufteilung der Kriegs\{ulden bat oh B ôrse

auf die Preisbildung der Bankaktien ungünstig zurückgewirkt. Sonst

waltungsgebäude der Fabrik ein, mißhandelte dort einen Vertreter |

zu Gewalttättigkeiten. In Luton wurde das Nathaus in.

war die Stimmung bei verringertem Verkehr fest. Große Un:säte fanden in Skodaattien statt, die sür ts>e<isGe Nehnung aus dem Ma1kie ge»ommen wurden und um 27 Kronen stiegen. Auch die in der Kulifie gchandelten Bergwcrks- und Tabakwerte haben sih nam- Eaft im Kurse geboben. Im Schranken herrschte MORIGLA Kauflust vor, inébesonde1e verkehrten einzelne Schiftah1ts-, isen- und Kohlen- papiere in steigender Nichturg. Die Nenten {wähten si<h um Brugÿteile ab.

Wien, 23. Juli. (W,. T. B.) Notierungen der Deuts- Oesterreichishen Devisenzentrale. Berlin 222,00 G., 222,50 B., msterdam 1247,50 G., 1249,50 B., Zürich 603,50 G,, 605,00 B,, Kopenhagen 737,50 G., 739,00 B., Stockholm 801,00 G., 802,50 B., Christiania 790,00 G,, 791,50 B., Marknoten 220,25 G.,, 220,85 B. - Wien, 23. Juli. (W. T. B.) (Börfenschlußkurse.) Türkische Loose 420,00, Orientbahn 1294,00, Staatsbahn 975,00, Südbahn 176,25, Oesterreichtsche Kredit £6400, Ungarische Kredit €31,00, Anglobank 356,00, Untonbank 493,60, Banîverein 430,00, Länderbank 468,00, Tabataktien 2225,00 Alpine Véontan 1041,60, Prager Eisen 2625,00, Rima Muranyer 990,00, Skodawerke 774,00, Salgo - Kohlen 981,00, Brüxer Kohlen —,—, Ealtzia 1838,00, Waffen 942,00, Lloyd-Aktien 3790,00, Poldi-Hütte 864,00, Datimlex 620,00, DesterreiWishe Goldrente —,—, esterreihishe Kronen» rente 81,50, Februarrente 82,50, Mairente 82,25, Ungarische Golds- rente —,—, Ungarische Kronenrente 70,00.

London, 21. Juli. (W.T. B.) Privatdiskont 32/16, Silber 544

London, 22. Juli. (W. T. B.) 2#%/0 Englische Konsols 51#, 5 9% Argentinier von 1886 97, 49 Brasilianer von 1889 63, 4 9% Japaner von 1889 69, 39/9 Portugiesen 54, 5 9% Russen bon-1906 —, 43 9/9 Russen von 1909 42, Baltimore and Ohio 53. Canadian Pacific 185, Grie 223, National Naïilnays of Mexico 11, Pennsylvania —,—, Southern Pacîfic 120, Union Pacific 152, United States Steel Corporation 125, Anaconda Copper —, Rio Tinto 62}, Ckartered 24/1, De Beers def. 24, Goldfields 21, Nandmines 33/16. ;

Amsterdam, 23. Juli. (W. T. B.) We@hsel auf Berlin 16,70, Wechsel auf Wien 7,75, Wechsel auf Schweiz 46,60, Wechsel auf Kopenhagen 59,25, Wechsel auf Sto>kholm 65,55, Wechsel au New York 265,00, Wechsel auf London 11,62, Wesel auf Paris 37,70, Wechsel auf Christiania 62,25. 5 9/9 Niederländi|ce Staatsanleihe von 1915 924, 3 9/0 Niederländische Staatsanleihe 594, Königl. Niederländ. Petroleum 7784, Holland - Amerika - Linie 4754, Niederländish-Indische Handelsbank 285, Atchison, Topeka u. Santa

é 104, No> Island —,—, Southern Pacific 1102, Southern Railway —, Union Pacific 144, Anaconda 1693, United Státes Steel Corp. 116}, Französish-Snglishe Anleihe —, Hamburg- Amerika- Linie —. Tendenz: Fest.

Kopenhagen, 23. Juli. * (W. T. B.) Sichtwe(ßsel auf Hamburg 27,75, do. auf Amsterdam 169,25, do. -auf \<hweiz. Pläße 79,29, do. auf New York 452,00, do. auf London 1959, do. auf Paris 63,50, do. auf Antwerpen 62,50, do. auf Helsingfors 33,00.

Stod>holm, 23. Juli. (W. T. B.) Sichtwechsel auf Berlin 26,00, do. auf Amsterdam 153,00, - do. auf \{<neiz. Pläte 71,:0, do. auf Washington 408,00, do. auf London 17,75, do. auf Paris 57 50, do. auf Brüssel 56,50, do. auf Helsingfors 28,75.

New York, 22. Juli. (S<hluß.) (W. T. B.) Die Börse e¿ffnete in {wankender Haltung. Während Altien von Stahl- und Motorfabriken sowie Schiffahrtêwerte feste Haltung zeigten, waren Spezialpapiere \{<wa<h. In Eitfenbahnattien gestaltete i< das. Geschäft zeilweilig lebhaft, besonders für niedrig im Kurse stehende Werte bestand Nachmittags lebhaftere Nad)fragc. Bei S<luß der Börse war die Haltung unter Führung von Bahnen und Aktien von Eisenbal;,nbedarfsfabriken fest. Umgesebt wurden 1400 0C0 Aktien. Tendenz für Geld: Behauptet. Geld auf 24 Stunden Durh|\>nittssaß 6, Geld auf 24 Stunden leßtes Darlehen 7, Wesel auf London (60 Tage) 4,29,50, Cable Tranêfers 4.36,00, Wechsel auf Paris auf Sit 7,09.00, Silbex in Barren 1044. 3 9/6 Northern Pacific Bonds 58X, 4 9/4 Verein. Staaten Bonds 1925 1064, Atchison, Topeka u. Sania 1C0, Baltimore and Ohîto 46, Canadian Pacific 174. Chesapeake u. Ohio 65, Ekicago, Milwaukee u. St. Pau! 4843, Denver u. Rio Grande 10x, Zlünois Central 101, Loviéville u. Nashville 115, New York Sentraï 81, Norfolk u. Western 1065 Pennfylvauia 455, Reading 89. Southern Pacific 106, Union Pacific 1334, Angconda Fepuee punins 7ò, United States Sicel. Corporation 1092, do, pref. : i

Berichte von auswärtigen Warenmärkten.

London, 21. Juli. (W. T. B.) Kupfer per Kasse 1043.

London, 22. Juli. (W. T. B.) Wollauktion. (s wurden 6542 Ballen angeboten, fast alles wurde verkauft. Fine Sorten erreihten volle Preise, geringere sowie Croßbreds waren ge drü>t und unregelmäßig.

Liverpool, 22. Juli. (W. T. B.) Baumwolle. Ums 3000 Ballen. Einfuhr 12000 Ballen, davon 9900 Ballen amerts ranis<e Baumwolle. Für Juli 21,38, für September 21,54, für Olttober 21,63. i

New York, 22. Juli. (W. T. B.) (S@luß.) Baurnwolle Toko mitbling 36,05, bo. für Juli 35,25, do. für August 35,20, do, für Sept. 35,50, New Orleans loko middling 34,50, Petroleum refined (in Cases) 20,25, bo. S{and. white in New York 17,25, do. in tanks 9,25, do. Credit Balances at Dil Cily 4,00, S&;mah prime Western 34,90, do. Rohe u. Brothers 37,00, Zuder Zentrt- sugal 7,28, Weizen Winter 2373, Mehl Spring-Wheat clears 9,00—10,25, GetreidefraHt nah Liverpool nom., Kafíce Rio Nr. 7 loo 224, do. für Ivli 22,00, do, fir September 21,60.

(Fortsezung des Nichtamtlichen in der Ersten Beilage.}]

œamiliennahri{ten.

Verlobt: Frau Amalie Wagner, geb. Dielmann, mit Hrn. Haupt- mann Hans von Kaltentorn-Stackau (Berlin). Frl. Elisabeth Locße mit Hrù. Oberleutnant und Adjutant Friß Schreiber (Usingen—Biandenburg a. H.). Frl. Friedel von Biêmard> mit Hrn. Rittergutsbesißer Georg Prankel (Obergruppe W, Pr.— Seiffersdorf, Kr. Grottkau).

Gestorben: Hr. Kammerherr Otto Frhr. Naßler von Gamer- {wang (Schloß Weitenburg, O.-O. Horb, Württbg.).

Verantwortlicher Schrif{leiter: Direktor Dr. Tyro l, Charlottenburg.

Verantwortlich für den A eigenal: Der Vorsteher der Ges<äftsfstelle, Nechnungsrai Mengering in Berlin.

s N fe Geschäftsstelle (M en g ering) in Berlin. 4 ru t orbenen i eudevei gnd Verlaasanstalí, / Vier Beilagen {eins{ließli< Börsenbeilage) E un? Erske, Zweite. und Dritte Zentral-Handelsregister-Beilage, fowie die Jnhaltsangabe Nr. 29 zu Ne. 5 des öffentlicheu Anzeigers.

i 1G>

Erste Beilage E anu Dentschen Neich8auzeiger u Preußischen Staatsanzeiger.

Berlin, Donnerstag, den 24. Ful

#2 s Y,

Dentfche Nationalversamzulung : in Weimar. 64, Sipung vom 23. Juli 1919, Vormittags 10 Uhr. (Bericht von Wolffs Telegrxphenbüro.)

Am Regierungstische: die Reichsminister Bauer, Müller, Noske, Erzberger, Schinidt, Schlie.

Vräsfident Fehrenbach eröffnet 01 Einziger Gegenstand der Tagetordnung: Enúze- gennahme einer Erklärung ver Reichéregierung.

Neichsministerpräsident Bauer: Meine Damen und Herren! l gen unter dem Zwang der Welilage dea Friedené- Damit ist eine Cpeche abges>&lossen, die den ge- wältigen Aufstieg Deutschlands und seinen tragishen Zusammenbruch diejenigen, die im alien Reich in der sWärfsben Opposition standen, haben in diesem Vugenbli> von manchem *Ab- s<ied nehmen müssen, nas ihnen teuer und merk gemesen ift. das Leben geht weiter,

: die Sizung 10 Uhr 25 Minuten.

Sie haben ‘vor 14 T vertrag ratifiztert.

s\<hmerz miß für jeden einzelnen €in Ansporn sein, mit beiden Händen bei der Ausgabe kugzufassen, unter der sich. heute die Zutunst da bei füllung, bei. der Abtragung und {ließli bei - der Heviston Les Bertrages von Versailles. Der bitierernsbe Augenbli> muß uns Ber- anlassung geben, die Bilanz unseier Lage zu ziehen, mebr aber noch, die zukünftige Marschroute zu bestimmen, die für die deutsde MNepublië | sich ergibt. Ich lasse daher die Bergangenkheit, lasse die Abrechnung über die Schuld tafür, daß. alles so gekommen ist, und lasse den unveränderlicen Protest cegen die Vergem | x mun gilt es, nah vorn zu sehen und Blick und Schritt vorwärts ¿u fdten. ;

- pat an der Erfüllung des Vertrages und Wiederaufbau unser zertrünimerten A Zewwußiseins, all das muß mit

Selbst der Abschr

darstellt: bei der &r-

ligung beiseite.

zusammengebrocenen unseres {wergesährdeten fittliden 8 l d gleichen Mitteln auf dem glei>en Boden ‘celeistet werden. bas deuts. Bolk gate es feine Entsculdigung und keine, Ausflüchie, trenn es diejer Arboit nit gere<t würde. vel Ï bestimmt es jelbst seine Gejchike und ist sein [Wille das oberste Gebot. Wenn der großen Viksse diese völlig veränderten Verhältnisse #0 oft neh nibt zum Bewußtsein kommen, fo: ist der Grund dafür, daß sie über dêm immer noch bestehenden roarts<haftlihen Glend des Kricgs?eit die politise Ummandlung überseten. hat uns freie Vahn geschaffen, die Vernichtung auf einem Schlachtfelde \chaff j seither uns Land geganz:n, größtenteils den Aufröumungsarbeiten ge- widmet, cber au< tem Ausbau des neuen Staatshauses, das Sie 1n diesen Tagen. durch die Annahme der neuen Verfassung krönen werden. Damit ist die demokratis> Pat. die Deutsche: Nationalv Uufgäben gelost. Es verdient. festhalten u ter äußerten Rechten ¿oUlerns@e Kaiserreih auf Ntimmerweder vent haben, die Wiederherstellung der Monarchie dec Hohenzollern als ihren ersten Programmpunkt zu erklären. lutionsregierung für diesen Frieden vercatroortli< „machen, nachdem das Kaisertum in- unseliger Machtverblendung den Krieg und damik bon. vornherein den Fri h parlamentarischen Regierung den Kampf ansagen bis aufs Messer, all des ist uns nihts Neues. Wir sind ¿um Kampf gerüstet, au< zum Die Geschichte jelbst lat in den Novembertagen gerichtet, und es ift alier deutscher Rechtsgrundsas, daß der Verurteilte drei Taçe lang nah dem Urteil sdimpfen darf. Aber die Herren- von der Rechten verkennen au beute wicder die Zeichen der Zeit, wie sie. sie 70 Fahre lang verkannt haben. über (0 Jahren, im Jahre 1848 in der Paulskirhe, bat Ludwig | ; fich die Rechte zur Michtschnurx bätte ! nehmen müssen, das Wort: „Es wird kein Haupt über Deutschland | leuchten, das ‘nit mit einem Tropfen ‘demokratischen Oels gesalbt i it. Dies Wort, rechtzeitig befolgt, hätte den Gang der Ereignisse j Heut ist die Stunde für umnter verpaßt;: wm<ht das Haupt eines einzelnen, die Demokratie selbst erhebt nh en Republik, deren Verfassung die un-

Im neuen Deutschlan

Die Movaolution r es wac die freie Bahn, oie fie Acht Monate sind

Dach und. Fach, damit amnlung den ersten großen Tel ibrer n, daß die Herren gerade diefen Augenbli>, der das Hohen- en zu den Tolen Tegt, dazu |

WRepublit unte

Daß sie die Nevo- n verloven hatte

Kampf gegen GeschichtsfälsWunag.

Uhland tas Wort gesprocen, dz

vielleicht ändern können.

heute und Teüchtet über der neu vergängli<en Worte einleiten: i Das deuts<he Volk, einig in seinen Stämmen und von dem Willen beseelt, sein Reich in Freiheit und Gerechtigkeit zu er- nevern und zu festigen, dem inneren und dem äußeren Frieden zu dienen und den gesell|<aftliden Forls{ritt ¿zu fördern, hat sich diese Verfassung Ich ‘verzichte darauf, die demokratishen Errun leßien 8 Monate aufzuzäahklen. . Kein anderes Volk rener Demekratie rühmen. andere zu tun und zu bessern. Legende ‘Umgestaltung unseres Stv : f Mechts, d'e bereits 1n vollem Gange ist und die Demokratisterung Aber wenn cs wirklich no< ehlt, fo ist es nicht ein Fehlen von Rechten dern vielmehr ein Fehlen von Fähigkeiten, Damit bin ih wieder Wir müssen die Kräfte im

genshaften der ann f< sol< Ganz sicher ist no< das eine cder bus Ich erinnere nur an die grund- afre<ts und unseres bürgerlichen unserer Recht da und dort des Volkes, sort diese Nechie in vollem Umfange auszuüben. bei der Sifunft und ihren Aufgaben. Ñ Volk \{<affen und ausbilden, welche die Demokratie, soweit sie noch Papier steht, ins Leben übertragen. Ausbilden muß da anfangen, wo der wahre Mensch selbit an in der Schule, in der Erziehung. ) Bildung und der Kenntnisse an das ganze Volk verteilen, das isstt® dié einzige Bewaffnung des Proletariats, die uns den Sieg für Mit Gewaltsamkeiten it keine Ent- edes Handwerk seßt scine Lehrzeit voraus, ür das Negieven erst re<t, obwohl Demagogen dem Volk heut vor- reden wollen, dies verantwortungsvollste Handwerk lerne ih in ein paar Volksversammlungen und mit ein paar Resolutionen. müssen wieder Respekt vor Sachkenntnis und Erfahrung bekommen, wir müssen jedem Befähigten die Erwerbung dieser Sackenntnis und Crfahrung möglich machen, damit die Demokratie in der {en Nepublik keine Aeußerlichkeit, sondern der Geist des Volkes

Meine Damen und Herren, das sind Binsenwahrheiten, aber ße sind uns in der Verwirrung dvieser Zeit fast verloren gegangen, t einer Partei das Parteien, troß-

prowung bringen wird.

Dies Schaffen und

Wir müssen die Waffen der

unser ganzes Volk verbürgt. wi>lung zu fördern,

925 DD E M E E U E E E E E U E L E E E E E D.

ivo viele in der leiht erworbenen Mitglied\chaf Anr&{kt auf eine Führerstelle erbli>ken, ja wo ganze Pa i “dêm sie die Minderheit darstellen, das Recht auf eine Diktatur. ihrer Mitglieder über die Mehrheit ves Volkes proklamieren. n Unabhängigen sind es, die diese „Diktatur des Proletariats3" als die

olitis<he Notwendigkeit der nächsten Zeit anpreisen.

as Schlagwort an sich ist unrichtig. [chnen diese Diktatur, wie jede andere ab, \l drich der radikale österreichische Führer, hat bei der Wiener Me'<skonferen nâchgewiescn, daß an eine Diktatur ‘des Proletariats nit geda | Was die Unabhängigen wollen, wäre nicht einmal eine Klasscnherrsclaft, sonderw die Zwangsherrschaft eines Teiles Aber mit: der übergroßen Mehrheit-des- Volkes lehnen wir jede Diktatur als ein brutales, geistloses und unzwe>mäßiges l’ aufs entsciedenste ab. 1 ] j Waffen, sie kann die innere Natur der Dinge nicht verändern, ganz besonders nicht auf wirtshafilihem Gebiet,

Aber \<on Weite Kreise des Proleiariats clbst Friedzih Adler,

Fapitalistis>e Besiß,

einer Klasse.

Eine Diktatur kann keine neuen

Dr T _—— L E Ee R

Jch ‘bin mit dem

Sozialisierungsminister Deutsh-Desterreihs, Otto Bauer, - e:nig in der Ueberzeugung, die Bauer folgendermaßen formuliert hat: i

„Die politische Nevolution war das Werk der Gewalt; die soziate Revolution kann nur das Werk aufbauender, organisierendec Arbeit scin. Die polilisde Revolution war das Werk weniger Stunden, die soziaie Revolution wird das Ergebnis kühner, aver auch befonnener Arbeit vieler Jahre sein.“ E

Wenn Sie den Beweis dafür haben wollen, so sehen Sie doch na< Nußland, das genau, wie es einst in der zaristishen Sünden Maienblüte das Vorbild unserer Neckticw gewesen ist, heut als das gelobte Land unserer Allerradikalsten gilt. Dort hat eine Diktatur von heute auf morgen „sozialisiert", das heißt, den Arbeitern den Betrieb unternehmer- und direftorenrein in die Hand gegeben, Und was war die Folge? Schon seit Monaten find Unternehmer und Virekioren wieder zurücgehelt worden, mit Miescngehällern und mit den alten Vollmachten, genau fo, wie die Offiziere des Zaren in die „Note Armee“ zurückgeteli worden sind, zusamt der Kommandogewalt und der blinden Disziplin! °

Meine Damen und Herren, eine Revolution der Experimente, dazuhin der mißglückten Experimente, das mache ih nicht mit! Auf der anderen Seile sind wir auch nicht ängstlih vor jedem Wagnis. Jeder kühne, aber den Verbältnisscn und Bedürfnissen angepaßie ¿Fortschritt trägt scin ureigenes Tempo in sich, das sich gewaltsam nit ändern läßt, ohne Rückschläge heraufzubeshwören. Wer dies Tempo úüber- mäßig beschleunigt, ist kein Bahnbrecer der Nevolution, sondern ein Schrittmacher der Neakiion. Er zerstört die wirtschaftlichen Grund- lagen ter a E er met die Abkehr, dew Widerstand und

ließlich die Gegenrevolution. i Le

In diesem Zusammenhang ein Wort zu den wilden Sireiks, die seit Wochen rings um uns aufschießen, abflauen und plöglich roieder loëbre<en, und das in einein Augenbli>, wo Nationalversammlung und Negierung mit der Zustimmung der großen Volksmehrheit ihc Wort für die Srfüllung des Fricdenéverirages nad) Kräften verpfändet haben. Die Parteileitung der Unabhängigen Sozialdemokratie hat in einem Aufruf an das arbeitende Volk Deutschlands erklärt: „Der Wahnglaube, dur<h Putsde eine Umwälzung des fozialen und politi-

Tir melten Ai V de

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sen Lebens herveizuführen, ist ein für allemal abgetan.” n gern glauben, daß dies die Ansicht der offiziellen Parteileitung ist, und daß der Passus mehr ist als eine Salvierung für den Fal, daß denno) Putse kommen. Angesichts ter Haltung der sogencnnteu 1 V2lDe lutionaren Obleule“, die in ihrer Mehr:ahl der Unab! ängiyen Sc- zialdemokratie cacebörcn, ist der Zweifel zumindestens erkaubt, 00 diese Ansidi der Parteileitung für die Gesamipariei terbindlich ift. Aber dér Saß klingt no< selisamer, wenn man betenkt, daß geschrieben rourde - gerade ‘zu ‘einer Zeit id ewig wiederhole Puls<e! Denn was sind denn dieje Stre;ks anders als unbsul Tutiche, Sie der Mekbrheit ter Verikecung Ur d gevade dem arbeitenden Melk ‘dur< ihre Störung der Nahrüngemitielversorgung mehr un- tlutige Wunden {lagen und mehr Schcden ¿usügen, als je ein Straßenitampf. | A M n baben alle die Berufskategorien, die in den lezzen Wocken durh Streiks die wirischaftlice Existenz der Nepublik in Frage ge- stellt. babzn, empört jede Behauptung zurückgewiesen, als bandle es sich bei ihnen um politis>@e Kämpfe. Ss 1st selbstverständl:>, und eine Regierung, die in ihrer großen Mehrheit aus- Sozialdemokraien besteht, wird es om allenvenigsten leugnen: die breiten Bollks massen baben Grund zur Unzufriedenheit. Die Unruhe in unserer ArHeiter- {aft ist nit auf Krakeelsuht und nicht auf Arbeiussceu zurüdk- zuführen. Der würde am allerleßten Abhilfe s{affen können, der nicht den bere<tigten Kern in dieser Streikbewegung zu erkennen vermag. Auf der einen Seite Gènußsuht und zügellose Verschwendung,. ein [Prassen dank einem finnlos verieuernden Schleichhandel auf Kosten der Allgemeinheit, Kapitalflu&t und Versbiebung von Vermögenöwecten. Auf der anderen Seite, troß cler Erhöhungen immer no< Löhne, die kaum ¿um Bezug der rationierten, ganz gewiß aber ni<ht zur Be- zahlung ven unrationierten Lebenêmitteln auêsreihen. So stellt sich weiten Arbeiterkreisen heute die Lage dar. Und nun greifen sie zudem einzigen Mittel, das nicht bessern, sondern- nur vers<limmern kann: um trol Nuf essen Anratèn® Wor:Hak zumindetens- nit ab- zurn Streik! Auf wessen Anraten? Wer hat zumindestens- ni<h cevaten, nidt ver den Felgen gewarnt? Meine Damen und Herren, nit nux einzelne Vorgänge bere<tigen uns, von frevelhaftem Miß- brauch ¿u sprechen, den kommunistishe und andere Drohtzieher mit den 'Arkeitern, mit thren berehtigten Forderungen mit all diejen wilden Streiks getrieben haben. fDie atademishe Anerkennung von der Torheit der Putschtaktik nüßt gar ni<ts. Hier find ja Putsche, bier werden ja Putsche veranlcßkt. Micht am Maschinengewehr er- fennt man den Pusch, sondern an seiner Gefahr für das allgemeine Volkêleben, an seinem Willen, gewaltsam eine Umgestaltung herbet- ufübren. |Solange die Gerren Unabhängigen ni<t den Mut auf- bringen, offen und gezate dagegen Front zu machen, müssen sie sich den Vormcurf der Qweiteutigkeii gefallen lasten. Auf dem Budapester Mätekonagreß} bat Welksbeauftragte Ny:ßtor die landwirtis>aft- lichen und die Intustriearbeiter davtt gerovarnt, Lohn- und Were forderungen ¿u stellen, indem er betente, wenn beute emand mi! lber- mäßigen Forderungen aufträt so iu? ér bes nur auf osten des Gesamtprolctariaté! Wo hâtte be! uns je ein Uncibhängiger ober ein Kommunist sol><e Worte gesunden cèer gar sclcen Worten gleid- gesonnene Taten f<leen lassen? Nein, dia Unabhängigen \>weigen, und die Kommunisten rufen zum Teglen, unerbittlicen Fanpf.

Meine Damen und Herren! Eine Regierung, die diesen Namen verdient, muß bandeln. Îkre Aufgabe ist €8s nit, ivor jedem l2iht- fertig vom Zaune gebrodenzn Streit zu Tapitulteren. Aber es ist ihre Aufgabe, bere><tigte Gründe ¿ur Uncusfricdenheit ¿u beseitigen und ihre Volkégenossen trüber aufzutläten, was heute dur feine Macht zu ändern, was als unsclige Erts{àft des Krieges gemeinsam getraoen und abgetrcgen werden muß. E

Was sich im neuen Deutsland, am gründ! das» sind die Mactrerbältnisse im Wirtscbaitöleb : S-cite außerordenilide Entwertunga des apitals, auf

außerordenilite SGleigerung der L

Berbällnis retiscben Arbeitnehmer

l duldet Leinen Alloinb-fitz und kein alleiniaës Bestimmungerewt des Unternehmers mehr. Die Mat des Arbeiters, Sie werden ver- steben, daß ein Mann, der, wie ic, feib 30 Jahren in der Bewerk- \chaftébewegung steht, also dort, wo seit Anbeginn gegen die Vormacht des Arbeitgebers gekämpft wurde, das mit Freude feststellt die Macht des Arbeiters ist gewachsen, seine einstige Nechtlosigkeit gehört der Geschichte an. N i: i 2

Diese Umschichtung im Ginfluß cuf den Wirlis>aftsprozeß muß ihren Avédruk® au in unseren öffentliwen Einrichtungen finden. Darum wird Ihnen die Neichsregierung ein Geseh über Arbeiter-Näte und Wirtsclaffs-MNäte verlegen, das den Arbeiter cus seiner bisherigen Sh-llunga, ledigli als Arbeitskraft, heraus8tebt und ihn zum Mit-

; Ea f L a R N N A 1246 Anteil, den der etne und ter- andere aus der gemeinsamen Arbeit zieht, in

bestimmer üm Produkltionspro ß ma>t. Nicht mehr allein der

sondern die produktive Mitarbeit verleiben im neuen Deulsélans Net und Anteil. Das i} der große Gedanke diesés Gesebes, das ‘damit die JIdoc des Kapitaliêmus endgültig ver- neint. Cs beseitigt nicht den Unvernebmer, aber sein einseitiges Uebergewicht, es seßt über d28 Prival-Interesse das Mçgemein- Interesse, es beendet ein für allemal das Zeitalter der „lebendigen Mas ine" und bahnt den Weg zum Jdeal des Sozialismus: zum gleihbereWiigten Miiaabeiter und Mitbesißer.

fv B AL i ä i 4 Bi ar M

Während die Reichêregierung \o generell das Machtverhältnis innerhalb des Wirtschaftslebens auf neue Gruntlagen stellt, geht sie in besonderen dazu geeigneten Fällen weiter. aus | Vebeitépzcaramm des Kabinetts Scheidemann, das von thr über-

nommen wurde, die Konsequenzen, indem sie diesem hohen je T Tagen einen Gescßentwurf vorlegen wird, wona<h die erTehr dienenden Stromerzeugungsanlagen (über eits Tommunalifiert oder im Besiß ngéleitungen (über 50 000 Ein weiteres so¿ialisieren soll, hoffen wir Damit werden zwet

Sie zieht aus dem

den nächsten öffentlichen 5900 Kilorcatt), seweit fie nicht ber | Freistaaten sind, sowie die Hoch in den Besiß des MNeiches über das die Braunkoblen-Srzcugung f ¿ur Borlage ‘reif zu machen, Wirischaftsgebiete von kaum zu untershäzender Bedeutung in den as es bedeut:t, wenn die Gesamtheit die Krafiguellen in der Hand hält, ohne die fast kein Betrieb zu leben vermag, braudte i< ni<t aufzuführen. d / weisen: Der Herr Neichsfinanzminister hat Jhnen seine Pläne mit- geteilt. Das Reichénctopfer und die Umsaßsteuer sind bereits dem | Sitaatenaus\{uß | s ordnung folgt diejer jozialer Geretigreit

eintommensteuer, die durd

rt werden. bnnen furzem All’gemeinbesig/ überführt.

Aber auf eines darf ih hin-

Reichsabgaben- werden - soll diese ung durch eine ganze Reich gleihmäßig veranlagt 3 oi notwendigerweise Damit ruht Händen des

Steuergec}e«

ciner Neichssteuerverwalta führen wird. die Fincnzgeseßzcebung 1m weitesten Umfang in den j Di s Neichs-Cisenbahnen. T Sozialisierung von Cleklriäität und Braunkoktle, der bald der übrige Bergbau folgen \oll, mat das Nech zum wichtigsten Faktor des Mcrisaft Mit diesen dret Machtmitteln ist im demokra- die Mehrheit des Volks jedorzeit in der- L [daftéleben die Form und den Inhalt zu geben, den

li hält. Das Reich ist niemandem gegenüber, i es sonst ein Konern, in Zukunft ma<ßtlos. Zeit der gewalisamen Umwälzungen für Wen das Bolk in die

Vez:fassung

fie für tidtlig un

Damit ist 1n : ¡eten demokratish |Denkenden cbacs%lofen. Iregierung einseßt, der kann sein Wirtschaftsideal verwirklichen, soweit nh Jdeale verwirklicten lassen, obne eigennüßige Hindernisse be- für<ten ¡u müssen! "Wiec wir den uns gewordenen Auftrag des Volkes f igt Ihnen die Tatsaie, daß wir diesen“ Zustand efübrt baben oder ibn ehestens au< dur< Schaffung zwe>- ) den politischen wir aud die wirtschaftlichen Schi@salsbestimmungen in die 3 Belkes selbst Tecen.

Peine Damen und Herren, im Unterschied zu den falschen Prozheten wissen wir und sagen w1 l Zerstörung auf aósehbare Zeit nibt einen Hungrigen Armen wohlhabend, nicht cinen Arbeiter reicher machen wird. rann nit, wznn wir dt2 Lasten d Für die Gegenwart abcr

1 wollen, da

herbeiführen

daß diese Umgestaltung ohne ait, niht einen rriedenêvertrags ni<t auf dem kennen wir die Bedürfnisse unseres Volks und wollen na< Kräften au< ihnen genügen. Dazu bedarf es eines Wirtschaftsprogramnis, das nicht negativ in der Ab- Tebnung der sogenannten posrtiv zu Pplanvoller, zielklarer Wirtschaftsvolitik führen muß.

Meine Damen und Herren, ein Wort zu der ! vielberedeten „Plantoirischaft“.

Das Kabinett hat diese Zwanaskartellier Wirtschaft abgelehnt, die \ozialdemskratischen binetts vor allem, weil sie in für die völlige Durhführung des Soz will die Zwangsjade für den Frieden zuges<nittene vertauschen.

Die Reichsregierung hat si zur v festaelegten Schaffuns von Betrie râten, die in einem Neichêwirtschafts3rat ihre

ents<lossen. Das C

Bukel hätten.

„Planwirlichaft“ bestehen darf,

aller Zweige der 1 itglieder des Ka- der Planwirtischaft die ernsteste Gefähr ialiômus sehen! Die Regierung der Kriegsgerellshaften ni<t gegen eine neue,

s{ungsmäßig und geseßlich ten und von Bezirkswirtschafts- Spitße finden sollen, ejeß über die Betriebsräte wird Ihnen in diesen Tagen, der zweite Teil über Bezirkswirtschaftsräte im Herbst zu- In diesen Organisat!onen sieht di

werttäitigen Volk heraufwasenden Instanzen, spâter Träger der Sozialisierung sein Vrgane geschaffen, auf denen eine kommende Gemeinwirtshaft ruhen muß, die nit, wie die unter dem Schlagwort „Planwirtschaft“ gehende, den Unternehmer verewigen, f j sierung \<üßen wird, sond nehmer als Mitarbeiter und Mitbesiher neben den A fich m>t ents{ließen, diese zukunfts- eine behördliche

gierung die aus dem- die Vorbereiter und ihnen werden

n und vor der Soziali- , wie ic vorhin gesagt habe, den Arbeit- l rbeitgeber seßen Die Regierung konr | vellen Organisationen sementierung von oben herunter ihrer Aufgabe und ihres Ein- Ader weiter: die Negierun von Versailles vor allem der Erhaltung der unierzeicnet. Diese wäre aber das wird mir dies hohe Haus Crd s gefährdet, wenn wiederum von Berlin lih das aanze Wirtscaftsleben neaängelt Dazuhin hat die Ofktupation im Westen unsere se flüssig gemacht,

hat den Vertrag

flusjes zu berauben. hat den eidSeinheit wegen

bestatigen aufs erustes R A L O es Ka aus JEnITai ti und beh

E Sleichhandel alles zu- Gin it, während der leyale Handel nah wie vor in den Fesseln ei maadender Vorschriften läge.

in einer Wei

cdeutet für die Industrie: ren mit unsauderen S@&leichhandelseristenzen und Arbeitêmöglictkcit oder lahmgelzat zu sein, während die weniger gewissenhafte Konkurrenz in Grund ader gegen eine Gestaltung nad einem Schema ist d véllta verschieden sind, Wirtsc{aftszw

llen Betrieb ist. Der stärkste gesamten Wirts e i der einzelnen Industrien Krankheitsersceinungen der einzelnen e niht mit ein und derselben Medizin geheilt werden

uns zu dem Ents{bluß gebra<ht,

; die Bedürsnisso

All diefe UVekerlegungen ha alien Zwang zu bre<hen und neuen Zwang nicht ein werden daher ents{lossen an den Abb aft gehen; die Kriegsgefells>aften find aus der Not der Bloqfado maß ihr Ende herbeiführen! dret Gedote ri

als moali<h, und keinerlei durdwoehende Soztalisierung. tincerbemiitelten an Nahrung i{siger Laruseinfuhr, die unsere und überhaupt zeder Einfuhr, flussen würde.

er Kriegswirt-

hebung der Blotade

r unsere künftige Wirtscfaftsvolitik w

teliuno des Beda J g. 3) Fernhaltung überf[i Zablungemitiel vaisd.leBtern müßte, die unsern Arbeitsmarkt ungünstig Grenzen dieser drei Gebote aber Freiheit der Wirtschaft, Heran- Initiative und jeden Kred arbeit an der Aufforstung unseres wirtscaftli

An der Shþibe aller BemübHungen, die Vo natürlich die Ernährungsfrage steben. 114 Milliarden ausaemorfen, um eine Lebenbmitiel herbeizuführen. Das Ende der Blockade muß von ihr mit aller Energie dazu ausaenußt werden, um weitere Verbilligungen zu erzielen, um dur günstige Ab\(l Krédite den Schleichhandel dur das einzige* Mittel unschädlich zu mäcben, das dur&\s>{läagt: dur billiges An Auf eine Nat:

cntraglisalion der Mit- en Lebens.

ie Volkslage zu bessern, muß Die Reichsregierung hat bereits [ligung der ausländischen

und Erreichung vorteilhafter

l acbot von Nahrungsmitteln. ‘onterung der wichtigsten Bestandtei!e der Volksernährung der Volfsverforgung werden wir einslweilen nit verzi<ten Tonnen. Aber bei dem allgemeinen Abb einzig und allein darauf Vedacbt gelegt werden, daß auf allen Gebieten der freie Handel nit wieder zu verantwortungslosem Handel mit den Interessen der Allgemeinheit werde. Danach wird zuerst die Bewirt- \hafiung der Textilien umgestaltet werden.

der Kritgs8gesellshaften soll

Das Kabinett hat be-