1882 / 10 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Tag der Prüfung für j Ort. Lehrerinnen. tue Art der Lehrerinnen-Prüfung. ! Un 27 Mär Abgangsprüfung an der städti- | e N - Bildungs- anstalt, À 22, April 28. April Kommissionsprüfung. i Königsber 12, April 20. April desgl. ' i. Ostpr. 19. Sept. 28. Sept. desgl. S a 28, Febr. 28. Febr. desgl. nis aa E 22A 12, April R R an he Mbit ienb . Mär ¿gangsprüfun C s 1 N, +4 f s en Lehrerinnen-Bildungê- _anstalt. 4 Marienwerder . 2. Okt. 7, Oft. Kommissionsprüfung. ontabaur . , . 10, Mai 13, Mai desgl. Münster , , ., 27. März 27. März desgl. 3 s 10. Aug ARGAUSLLSAANa an dem König- lichen Lehrerinnen-Seminar. 18G IDIE M D Pn, städti ü Max angsprüfung an der städti- a seretfel N ien katholischen Lehrerinnen- Eo Ler blt ied ., 8, Mai Abgangsprüfung an der jtädti- fnguey {hen Lehrerinnen - Bildungs- | E Saal f | A, 3, Okt, 2, Okt. Kommissionsprüfung. j | Da n 20, März Abgangsprüfung am Königlichen Lehrerinnen-Seminar. | R e 27. März 31. März desgl. | 11, Sept, 15, Sept. desgl. L | Potsdam . .. , 20, März Kommissionsprüfung, u aarburg . . . . 23, März 31, März Abgangsprüfung am Königlichen

Lehrerinnen-Seminar, S{leswig. . . . 21. Febr, 2. Febr, Kommissionsprüfung. 5, Sept, 9, Sept. desgl.

SIERDAL S 8, Mârz 9, März Kommissionsprüfung (für Vollk's- {{ullehrerinnen).

Sn A E 19, April 19, April Kommissionsprüfung.

19, Oft, 19, Oft, desgl.

Stralsund . , . 31, Okt, 31. Okt, desgl, / O

O A E 26, Aug. Abgangsprüfung an der \tädti- sen Lehrerinnen - Bildungs- anftalt, f;

S S 4, Mai Pgangepentung an einer Privat-Lehrerinnen-Bildungs-

anstalt, 12, Mai 19, Mai Abgangsprüfung an der städti- chen Lehrerinnen - Bildungs- anstalt. A 13, Febr. 18, Febr. Abgangsprüfung am Königlichen Lehrerinnen-Seminar.

Wiesbaden ...

Xanten

Nichtamtliches. Deutsches Neich.

Preußen, Berlin, 12, Januar. Jhre Majestät die Kaiserin und Königin war heute in einer Vorstands- sißung des Frauen: Lazäreth-Vereins anwesend und ertheilte, nach Sr. Majestät dem Kaiser und König, dem Bischof von Fulda die nahgesuchte Audienz.

Se. Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kronprinz wohnte gestern der Vorstellung im Schauspiel- hause bei.

Die vereinigten Ausschüsse des Bundesraths für Justizwesen und für Rehnungswesen sowie der Ausschuß für Zustizwesen hielten heute Sihungen,

Der Schlußbericht über die gestrige Sißung des Reichstags befindet sih in der Ersten Beilage.

In der heutigen (23.) Sißung des Reichstages, welcher der Staats-Vinister von Boetticher, mehrere Be- vollmächtigte zum Bundesrath und Kommissarien desselben beiwohnten, stand als erster Gegenstand der Berathung auf der Tagesordnung die drilte Berathung des Beschlusses des Bundesraths, betreffend die Aufnahme der Kalifabriken und

Anstalten zum Jmprägniren von Holz mit erhißten Theerölen in das in dem 8. 16 der Gewerbeord-

nung enthaltene Verzeichniß der gewerblihen Anlagen, welche einer besonderen Genehmigung bedürfen (Bekanntmachung vom 26, Juli 1881, Neichs:Geseßblatt S, 251), auf Grund des in zweiter Berathung genehmigten Bundesrathsbeschlusses. Die Vorlage wurde ohne Diskussion genehmigt,

Es folgte dann die Fortseßung der ersten Berathung des von dem Abg. Dr, Windthorst eingebrachten Geseßentwurfs, be- treffend die Aushebung des Gesetzes über die Verhin- derung der unbefugten Ausübung von Kirchen- ämtern, vom 4, Mai 1874,

Der Abg. Dr, Hänel führte aus, die Regierungsprésse habe darauf hingewiesen, daß bei dieser Vorlage die große liberale Partei si zersplittern würde, und gesragt, wie si die Regierung auf eine solhe Partei stüßen könne. Aber die Ce Hersplitterung habe sich auch auf der konservativen

eite gezeigt. Er sprehe zwar nur im Namen dex Mino- rität seiner Partei, aber in Einem fühle er sich eins mit derselben darin, daß es nicht Spekulation auf wesentliche Unterstüßung von Seiten des Centcunis gewesen sei, was die Majorität zur Annahme des Antrags bestimme. Wenn die Minorität sih hiergegen erklärt habe, so sei sie von der Er- wägung ausgegangen, daß das Gesez vom 4, Mai 1874 ein wesentlicher Bestandtheil der Maigeseßgebung sei, bestimmt zum Zweck der Ausführung derselben, und daß eine Revision zur Zuständigkeit des Landtages gehöre. Zur Versöhnung sei au er bereit. Nur scheine ihm, daß dazu der Antrag Windthorst wenig geeignet sei. Die Regierung sei der gestrigen Jnterpella- tion, welche Stellung sie zu dem Antrage einnehme, mit Bon- hommie ausgewichen, Aber das sei doch niht Politik, und der Bundesrath etwas mehr als ein Oberhaus. Aus dem Schweigen allerdings könne man entnehmen, daß der Antrag der Regierung gar nicht so unangenehm sei. Die Centrums- partei habe auc gestern noh exklärt, daß ihr Standpunkt die Aufhebung der Maigeseßgebung sei. Diesen Standpunkt theile “aber au die Majorität seiner Partei nit. Die Maigeseßgebung habe Bestimmungen, die irrevisibel seien. Er persönlich e in dem Antrage nur das Verlangen des Cen: Ge seine Yosition zu stärken, um dem Ziel, der Auf-

evung der Mai s / / Verlangen gejege nahe zu fommen. Ein solches ebt frage e bade er nicht den Muth,

Seiten über Kultuxkampf.

a frage er sich, wer denn eigentli der Urheber desselben

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ewcsen sei. Es habe eine Zeit gegeben, wo die Neichspartei es

fh zur Ehre angerechnet habe, den Abg. Dr. Falk zu den Jhrigen zu zählen, den sie jeßt verurtheile. Er stimme gegen den Antrag, weil er befürchte, daß derselbe als eine Konzession ausgenußt werden würde, um Znstitutionen zu beseitigen, die im Prinzip auch von der Majorität seiner Partei fest- gehalten würden. ;

Der Abg. Liebknecht wies die Behauptung, daß das So- zialistengeseß geringere Härten enthalte als die Maigeseßgebung zurück und erklärte sih gegen Ausnahmegeseße überhaupt. Der Staats-Minister von Boetticher habe erkärt, die Regierung suche Belehrung. Nun, eine solche sei der Regierung in den Wahlen geworden. e

Der Abg. Freiherr von Hammerstein erklärte, er sei mit dem Abg. Hänel darüber einverstanden, daß jeßt jede Partei die Urheberschast des Kulturkampfes von si abwälzen wolle, Er wolle au nicht sagen, die Gi aparte! habe den-

selben angesangen, aber sie habe ihn vergistet und ‘zu

einem Kampfe gegen alles positiv Christliche _ge- staltet, Redner erklärte sich im weiteren Verlaufe seiner Rede für die völlige Aufhebung der Maigesete.

Ein Staat, welcher verlange, daß eine Kirche ihre Formen nach seinen Geseßen modele, werde mit keiner Kirche in Frie- den leben können, Zwischen den konservativen Parteien be- stehe nit, wie der Abg. Hänel meine, ein prinzipieller Unter- schied; nur eine Opportunitätsfrage Ube fié im Augenblicke trenne. Ein Ausnahmegeseßz hebe man auf, wenn der Zweck desselben “erfüllt ti. Alle materiellen und formellen Vorausseßungen für das Ge- seß vom 4, Mai 1874 seien aber in diesem Augenblick hin- fällig geworden. Ex wünsche darum die Aufhebung desselben und hoffe, daß sih auch die Bundesregierungen gegen diesen Antrag nicht verschließen würden. |

Bei Schluß des Blattes nahm der Abg. Richter (Hagen) das Wort,

Die aus der ganzen Monarchie bei dem landwirth- schastlihen Ministerium eingegangenen Witterungs- und Saatstandsberichte bestätigen im Allgemeinen die gün- stigen Resultate der Kartoffel- und Nübenerxnte. Die Ein- bringung wurde durch den früh im Oktober eingetretenen Frost vielfa ershwert, ging aber im Lauf des Novembers noch ohne größeren Verlust von Statten. Aus einigen Be- zirken der westlichen Provinzen werden ungewöhnlich hohe Kartoffelerträge gemeldet, auch ist die anfänglihe Befürchtung von Fäulniß und Auswuchs nicht in besonders hohem Grad eingetreten. Geklagt wird über ven mangelnden Export nah England und über niedrige Spiritus - und Stärkepreise. Immerhin erseßt die reihlihe Kartoffelernte andere spärlicher produzirté Futtermittel.

Der Mangel an Streu und Futterstroh macht si viel- fah fühlbar und hat die Aufmerksamkeit der Verwendung von Torsstreu zugewandt. Etwas gemildert ist der Futtermangel durch die diesmal bis in den Dezember hinein, also ungewöhn- lih lange, vorhandene Möglichkcit, das Vieh auf die Weide gehen zu lassen. :

Die Herbstbestellung ist zwar durch den Oktcberfrost und die spätere feuchte Witterung verzögert, aber do überall noch rechtzeitig beendet worden, Der Stand der Saaten ist ein günstiger ; in einigen Gegenden wird geklagt über Mäusefraß.

Der Stand der Oelsaaten wird als ungünstig bezeichnet.

Die Holzabfuhr ist durch das weiche Wetter ershwert, der Konsum auch ein sehr geringer geblieben.

Sachsen. Dresden, 11, Januar. (Dr. J) Die Zweite Kammer bewilligte in ihrer heutigen Sißung den Etat des Kultus und öffentlichen Unterrichts mit geringfügigen Abänderungen. Erheblichere Debatten knüpften sih an Kap. 91, Universität Leipzig, zu welchem der Abg. Bebel einen Antrag auf Anstellung einer umfassenden U terrichtsstatistik ein- brahte und die Uebernahme des ganzen Unterrichts- wesens auf den Staat befürwortete. Leßtere An- sicht wurde jedoch allseitig bekämpft und der Antrag abgelehnt. Bei Kap. 92, Gymnasien und Realschulen, trug Abg. Starke eine Neihe von Wünschen vor und bat nament- lich um Abstellung der vielfah erhobenen Klagen über die Uebexbürdung der Schüler. Staats-Minister Dr. von Gerber erkannte die Berechtigung der erhobenen Klagen an und ver- spra, in seinen Bemühungen, denselben abzuhelfen, au künftig fortzufahren, legte aber dax, daß gerade hier bedeutende Schwierigkeiten entgegenständen, welche ihren Grund hätten in der eigenthümlichen und zum Theil bedauerlihen Nichtung, welche das höhere Unterrichtswesen neuerdings genommen habe.

; Mew, Darmstadt, 10. Januar. (Darmst. Ztg.) Das 2 erathungsmaterial, welches der demnächst zusam- mentretenden Zweiten Kammer bereits vorliegt, ist ein ziemlich umfangreiches. Hauptgegenstand der Berathung werden naturgemäß vorerst das Staatsbudget sür die Finanz- periode 1882/85 und der damit im Zusammenhang stehende Entwurf des Finanzgeseßes bilden. Weiter hat die Regierung bis jeßt fünf Geseßentwürfe vorgelegt. Dieselben betreffen die Bildung von Provinzialfonds für den Neubau von Kreis- straßen, die Ausführung des deutschen Gerichtskostengeseßes und der deutschen Gebührenordnungen für Gerihtevollzicher und für Zeugen und Sachverständige, die Enteignung von Grund- eigenthum, die Hinterlegung von Depositen und Kautionen und von Privatkapitalien bei der Haupt Staatskasse und die Gewann- und Parzellenvermessung. Eine weitere Vorlage der Regie- rung bezweckt die Erhöhung der Pensionen der Wittwen und Waisen der Volksschullehrer für die nächsten drei Jahre. Die Zahl der von einzelnen Abgeordneten gestellten Anträge be- trägt bis jeßt 17. An Jnterpellationen sind bis jeßt 5 ein- gereiht worden. Zu diesen Gegenständen kommen noch die dem dritten Auss{chuß obliegende Prüfung der Wahlen, sowie einige Petitionen.

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Oesterreich - Ungarn, Wien, 11. Januar. (W. T. B. Dem gestrigen Hofdiner bei dem Kaiser wohnten rinz Reuß, Graf Berchem, von Thielau, Graf Schwerin, Oberst- Lieutenant Graf Wedell, ferner die Offiziers-Deputationen des 3. Preußischen Dragoner-Regiments, und des Preußischen 9; Garde-Dragoner-9 egiments, sowie sämnitliche Prinzen von

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est, 10, Januar. Jn der heutigen Konferenz der libe-

ralen Partei legte der Minister-Präsident von Tisza die Tas vor, ob die Partei bas demnächst zu verhandelnde räliminare des Staatsvoranschlages auch im Allgemeinen zum lende einer Debatte machen oder nah der bis-

herigen Praxis nur über die Details desselben verhandeln

will, ferner wie über die Details verhandelt werden soll? Hierauf wurde einstimmig beschlossen, daß im Sthooße der Pa: tei feine allgemeine Debatte stattfinden soll; wohl aber wer: den die Beschlußanträge verhandelt werden. Das Budget wurde hierauf im Allgemeinen angenommen. Fn der Konferen der Unabhängigkeitspartei wurde das Budget in Verathung gezogen und beschloß die Konferenz, dasselbe auch nicht zur Basis der Spezialdebatte anzunehmen, sondern einen Beschluß: antrag im Hause einzubringen. Laut Meldung der „Ung, Post“ wird der serbische Kirchenkongreß am 18. d, wieder einberufen werden, bei welcher Gelegenheit der König: lihe Kommissar von Cseh die Allerhöchste Entschließung be: züglich der Ernennung des Bischofs Angyelits zum Patriarchen bekannt geben werde.

Großbritannien und Jrland. London, 10. Jan, (Allg. Corr.) Die Königin wird, den bis jeßt getroffenen Dispositionen zufolge, in Osborne, bis zum 20. Februar weilen und dann nach Windsor zurückehren. Die Be rmählun des Herzogs von Albany mit der Prinzessin Helene von Wal deck wird Anfangs März im Königlichen Schlosse zu Windsor und zwar entweder D Georgi: kapelle oder in der Privatkapelle der Königin stattfinden Prinz Leopold verabschiedete sich gestern von der Königin in Osborne und trat die Reise nah Arolsen (Waldeck) an.

Troß einiger hoffnungsvollen Anzeichen, wie der Un: stand, daß die Geshworenen der verschiedenen Assisenhöfe, insbesondere in Cork, sich durch den Terrorismus der gehe men Landliga nicht einschüchtern lassen, über Personen, welde agrarisher Vergehen und Verbrechen angeklagt sind, das | Schuldig auszusprechen, sind die Zustände in U nch | immer beklagenswerth. Der Strike gegen die atahlung scheint so ents{lossen wie je zu sein. Jn Folge bés ernsten Standes der Dinge in der Grafschaft Limerick find Truyven aus Dublin requirirt worden. Bald nach ihrer Ankun wurde cin Patrouillendienst organisirt, der verhindern soll, daß die Anhänger der. Landliga, wie jeßt ge schieht, in Massen Treibjagden veranstalten. Das Militär vertritt dort die Polizei, welche zur Unterdrückung des Jagd: unwesens nicht ausreihte. Jn Kildario, Grafschaft Kildar, löste die Polizei am Sonntag eine Versammlung der dortigen Frauen-Landliga auf, nahm aber keine Verhaftungen vor, n Cork ist eine aus zwölf Personen bestehende Bande ding: fest gemaht worden, welche seit geraumer Zeit alle Ge: walsakte in der Umgebung dex Stadt verübte. Es heißt, daß diese Verhaftungen auf Grund von Enthüllungen Connels, des ehemaligen „Kapitän Moonlight“, welcher An: geber geworden ist, erfolgt sind. Es werden weitere Ver: haftungen und Waffenbeschlagnahmen erwartet. Verstärkungen an Truppen und Konstablern sind in Cork angekonmen, und die Stadt ist von einem Kordon von Schildwachen umgeben welche scharf auf verdähtige Jndividuen vigiliren. Jn dei

Dubliner Kirchen wurde am leßten Sonntag ein Hirtenbricf des Erzbischofs und der Bischöfe der entstaatlichten irischen Kirche verlesen, welcher im Hinblick auf die gegenwärtigen Zustände in Zrland für nächsten Freitag einen Buß- und Bettag anberaumt.

Frankreich, Paris, 10. Zanuar. (Cöln. Ztg.) Jm Ministerrath wurde heute Morgen lber den Gefeg- entwurf, betr. Veränderung der Verfassun, berathen. Dieser Entwurf verlangt Abänderung des Wah\or\ohnens sür die Senatoren auf Lebenszeit, Erweiterung der Zol vex Wähler, Beschränkung der Zuständigkeit des Senats in Budgetsachen und Ausnahme derx Listenabstimmung in die Verfassung. Die Regierung will dem Vernehmen nach diesen Geseßentwurf zunächst allein den Kammern vorlegen, und zwar aus dem Grunde, weil Gambetta, falls derselbe ver- worfen wird, zurückzutreten beschlossen habe und dann die übrigen Vorlagen des jeßigen Kabinets überflüssig seien. Der Ministerrath beschloß ferner, daß das Ministerium keine Er- klärung geben werde. Der Präsident der Republik hat es abgelehnt, in dieser Sache eine Botschaft an die Kammern zu rihten, Die heute wegen des Vorfalls am leßten Sonntage Ge O Verhafteten erhielten fast Alle drei Monate

efängniß.

10. Fanuar. (Fr. Corr.) Die ordentliche Session 1882 wurde heute in beiden Häusern bes Parlaments | eröffnet. Jm Senat fungirte als Alterspräsident Hr. Gaulthierde Rumilly. Er wünschte dem Lande zu dem Ergebnisse der Wahlen vom 8. Januar Glück, welche den Einklang zwischen den beiden Kammern wiederherstellten, wie dies Hr. Gambetta in seiner Rede von Cahors prophezeit habe. Man vertagte sih dann auf So1un- abend. Jn der Deputirtenkammer hielt Hr. Guichard als Alterspräsident eine Ansprache ähnlichen Inhalts, wobei er noch besonders auf die Dringlichkeit republikanisher Neformen hinwies, 2 Verlesung gelangte ein Schreiben des Seine-Präfekten eFloquet, in welchem dieser seine Entlassung als Abgeordneter giebt Man ritt hierauf sogleih zu ven Wahlen für vas Präsidium des Hauses, kam aber für heute über vie Wieder- wahl des Hrn. Henri Brisson zum Präsidenten nicht hinaus. Znterpellationen „stehen in“ der Deputirtenkammer bey: 1) über die allgemeine Politik der Regierung, 2) üb die jüngsten Ernennungen in dem höheren Regierungspersonal, 3) über das Verhalten der Behörden gegenüber dem Arbeiter: strike von Grand Combe.

„Der „National“ meldet, eine seiner gestrigen Angaben bestätigend : „Es ist beschlossen worden, daß nur der Revistons- entwurf in der Kammer, soglei nachbem das Bureau gebildet worden ist, eingebracht werden soll. Die Freunde des Kabinets geben als Grund dafür an, daß, wenn, wie man sagt, weder die Kammer noch der Senat die Vorlage annehme, Hr. Gam beita ents{lossen ist, si zurückzuziehen, und daß es dann überflüssig wäre, die anderen Vorlagen erst einzu-

bringen,“

11. Januar. BLEUBYE Die heutige Versamm- [lung der Deputirten von Paris erklärte si zustim- mend zu dem Juterpellations-Entwurf dec äußersten

über die allgemeine Politik, wird aber eine Frage

Linken wégen der Kundgebung der Blanquisten am lebten Sonntag hinzufügen.

Die Konvention wegen Herstellung eines Hafens in Tunis ist gestern zwischen der tunesischen Regierung und der französischen Gesellshaft Batignolles unterzeihnet worden.

, Die in London erscheinende „Saint-James:Gazette“ sagt: sie habe Nachrichten von Wichtigkeit aus Tunis empfangen,

unterblieben sei. Sobald sich der Nahrungsmangel im Junern des Landes fühlbar mache, werde ein heftigerer Ausbruch der

Unruhen erwartet.