1882 / 47 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

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Thäter

« mit der Außenwelt wieder begonnen Er empfängt reh: Me der Herren und Damen des Hofstaates

i in der Unterhaltung shon wieder große Frische und und M rtreflihe Stimmung zeigen. Da indeß noch eine raume Zeit hin für den Großherzog unbedingte Ruhe ui ge if, wird mit dem Herannahen der bessern Jahreszeit A ein längerer Aufenthalt außer Landes in Betracht ge- v0 “Bie man hört, soll die Rede davon sein, an einem 0 irdlicen Seen Ftaliens, vielleicht am Ortasee, einen det n Aufenthalt zu nehmen. Durch die ebenso liebevolle ling 4 vollstem Verständniß der Aufgabe beherrschte Pflege, als in den verflossenen hweren Monaten die Großherzogin 0 m Gemahl mit einer persönlihen Aufopferung zu Theil B lies, die auch im [chlihtesten Bürgerhause die all: L Bewunderung habe erwecken müssen, hat si die Todter Unseres greisen Kaisers einen neuen Anspruch auf die invalöslihe Danibarkeit des badischen Volîes erworben,

sei: Meiningen: Hildburghausen. N c Der Landtag des

samnngtlt, „Pückeburg, 21. Februar. (Wes. Ztg.) Bei Landta gswahlen hat die Negierungspartei ¡uon geiragen. ‘Von den gewählten 8 Abgeordneten

tain étsteren 5, während nur 3 zur liberalen Partei

ält werden.

Meiningen, Herzogthums ist heute zu-

Hesterreih:Ungarn. Wien, 22. Februar. (W. T, B.) u Stationskommando in Praca meldete am 18. d. M, ah gegen Drahovicahan JInsurgentenschaaren im Anzuge seien. Fe Jeldwachen von“ Ranjenkula wurden am Abend von 0 60 Insurgenten angegriffen; Leßtere wurden zerstreut. Ffognoszirungspatrouillen fanden am 19. d. Drahovicahan ieses, doh wurde am Abend® dieses Tages a Außen- jouillen gefeuert, aber ohne daß dieselben Verluste erlitten. lfdieMeldung der Stationskommandos vonJarcin und Konjica, S von Dzepe aus die Straße über Jvanplanina er machen, die katholische Bevölkerung terrorisiren und züge in die Umgegend unternehmen, wurde von dem ineral:Kommando in Serajewo- das Entsprechende verfügt. lis Trnova, vom 20. d., werten Jnsurgentenansammlungen 1 größerer Entsernung in westlicher und südlicher Richtung meldet. Jn Trnova, Foca und Serajewo is am 20. d. M. sutter Schneefall gewesen.

Nußland und Polen. St. Petersburg, 21. Februar. (W. T. B.) Der Kaiser hat dem General Skobeleff die Aufforderung zugehen lassen, hierher zurückzukehren. Der General wird alsbald hier erwartet und Auslassung über sein Austreten in Paris zu geben haben.

Der „Neuen Zeit“ wird aus Moskau gemeldet: Der ehemalige Stadthauptmann von St. Petersburg, jetziger Gouverneur von Archangel, General Baranoff, hielt gestern in der Gesellschaft zur Beförderung des russischen Handels und der Dampfschiffahrt eine längere Rede, in wel{her ex unter Anderem auf den Verfall des russischen Handels und die Bedrücckung desselben durh Ausländer, welche im Besiße unnöthiger Privilegien und der besten Ortschasten an der Muriaanküste seien, hinwies. Baranoff bèrihtete, daß der Reichthum des Waldes von Beamten und ausländishem Kapital exploitirt worden sei; er glaube, dur die Gewährung von Privilegien an die russishen Ein: wohner, durch den Bau einer Eisenbahn von Dwina nah Kasan, durch die Vergrößerung der Zahl der Dampfschiffe und dur die Verabfolgung von Subsidien an die Seemanns- shulen könne Hülfe geschaft werden. Die Rede wurde mit großem Enthusiasmus aufgenommen. General Baranoff be- giebt si in den nächsten Tagen nach St. Petersburg, um dort Projekte vorzulegen.

Zeitungsstimmen.

Der Verein zur Wahrung der gemeinsamen wirth- schaftlichen Jnteressen in Rheinland und Westfalen hat, wie wir dem „Düsseldorfer Anzeiger“ entnehmen, eine Adresse an den Reichskanzler Fürsten von Biz3marck gerichtet, aus welcher wir folgenden Passus hervorheben :

Fassen wir nun das Resultat unserer Anführungen zusammen, so ergiebt si, daß auf 128 verschiedenen industriellen Etablissements im Jahre 1878/79 91 832, im Jahre 1880/81 jedoch 109 664, also 18 282 oder 209/% Arbeiter mehr beschäftigt waren, daß sih nah den weiter vorliegenden, niht zur ziffermäßigen Vergleichung geeig- neten Berichten au auf den meisten anderen Etablissements die Ar- beiterzahl vermehrt hat und daß die Arbeiter auf den allermeisten eb Bericht erstattenden 184 Etablissements au mehr verdient

aben. /

—.Dem „Deutschen Handels-Arhiv“ wird aus Straßburg berichtet :

Die Baumwoll-Industrie erfreute sich Ende 1880 und Anfang 1881 eines befriedigenden Geschästsganges, wozu die „anhaltend gute Lage des Zeugdrucks nicht wenig beitrug; mit dem Sinken der Preise für Rohstoff trat zwar während der Frühlings- und Sommermonate

Großbritannien und Jrländ. iruar. (Allg. Corr.) Der irishe Staatssekretär Forster ist gestern Morgen in Begleitung des General- Prokurators für Jrland nach Dublin abgereist.

Die Zustände in Jrland bieten seit einigen Tagen in der That kein erfreulihes Bild dar; Mordthaten, Mord- ersuche, Angrisse auf die bewaffnete Macht, Brandstiftungen und andere Gewaltthaten sind an der Tagesordnung, und die gehen fast immer straffrei aus, Unter diesen Umständen

London, 21. Fe-

haben si mehrere fatholishe Bischöfe veranlaßt gesehen, in ihren Fastenhirtenbriefen auf die gegenwärtigen Zustände des

Undes hinzuweisen. ;

22. Februar. (W. T. B.) Das Unterhaus seßte heute «Berathung der Angelegenheit Bradlaughs fort. Der | ier Gladstone erflärte, daß Bradlaugh si des flagranten

horsams s{uldig gemacht habe. Er glaube aber, das Haus ide seine Befugnisse überschreiten, wenn es Bradlaugh ih zulicse; man möge der Opposition die Aufgabe über- | sin, geeignete Maßregeln ausfindig zu machen. Northcote | lubte, das Haus müsse si ernstlih über die Haltung ins Leiters betlagen (Beifall), und verlangte, daß der nant at arms angewiesen werde, Bradlaugh zu ver- snden, die Barre während der Berathungen zu über- sh, Jnzwischen erschien Bradlaugh und nahm unn Plaß ein. Der Sprecher lenkte die Aufmerfksam- bites Hauses auf diesen neuen Ungehorsam Bradlaugÿs. N Cladstone ein Einschreiten ablehnte, so ersuchte ihn | Muhle seine Motion zurückzuziehen und dieselbe dur fol- qud Nolion zu ersezen: Da Bradlaugh der Autorität des Elngehorsam entgegenseßt und die Autorität des Hauses wnälabe, indem er verlangte, einen Eid in unregel- ntWse zu leisten, so ist ec aus dem Hause auszuweisen, MstMlwurde mit 291 gegen 83 Stimmen angenommen. Mljisfimmte mit der Minorität. Gladstone enthielt immung. Die Neuwahl an Stelle Bradlaughs l ayordnet. Bradlaugh verließ hiernah das Haus. ltishe Agitator Michael Davits, welcher s zu Zit in Haft befindet, ist in Meath ohne Oppo- n jim Mitgliede des Unterhauses gewählt worden.

„Dtankreih, Paris, 22. Februar. (W. T. B.) Die bige tussishe Botschaft ist angewiesen worden, dem General Skobeleff die Kaiserliche Ordre zuzustellen, un- #nlglid nah St, Petersburg zurückzukehren. Wie es heißt, kindet ih General Skobeleff zur Zeit in London. U „Agence Havas“ bezeichnet die Nachricht, daß G am- mie General Skobelesf in Nizza zusammengetroffen sei, gründet. 4 i Ne hiesigen Zeitungen glauben, daß der Zwischen- U des Generals Sfobeleff durh seine Desavouirung “h des offiziellen russishen Organs erledigt sei. Auch qoanbettistischen Blätter tadeln das Auftreten Skobeleffs. h ournal „Paris“ sagt: Um Europa zu verwirren und gMieden zu bedrohen, den die ganze Welt nöthig habe, i 8 denn do ganz anderer Dinge als der flammenden n dees russischen, von seiner Regierung schon desavouir- E m,/8, debruar. (W. T. B.) Das „Journal officiel“ i Enflidt die Ernennung s bisherigen Ministerresidenten u M Roustan, zum Gesandten in Washington le Ernennung des Präfekten des Departement Nord, 9n, zum Ministerresidenten in DUniS

Italien, Rom, 23, Februar (W. T. B.) Der igt è Cris pi wird in e 8 bis 10 Tagen den Be- n Ven Geseßentwurf, betreffend die Auslieferung

êrbrehern, der Kammer vorlegen.

Türkei, Konstantino “T B)

] pel, 22. Februar. (W. T. B.)

inken der b entlihen peeuzitGen Ge- iner paaft fand gestern auf der deutschen Botschaft ein und anes Heute besuhte die Gesandtschaft das Schaßhaus

ein sühlbarer Rückgang ein, der sich jedoch im Monat August son wieder zu Gunsten dieser Industrie, in Folge starker Nachfrage bei erhöhten Preisen für Rohbaumwolle, deren Produktion in Amerika überschäßt worden war, sowie steigenden Preisen für erstere, wandte. Die Erhöhung der Zölle [chüßte vor Ueberfluthung des deutshen Marktes, so daß man die Lage dieser Industrie hier, wenn aub noch für keine glänzende, fo do für eine gesunde hält. Sollte dieser Zustand andauern, so dürfte dieser Industriezweig wieder ein blühender werden und die schledten Resultate der überftandenen früheren Jahre einholen. Was die industriellen Verhältnisse Bishweilers anbetrifft, so haben au sie, insbesondere die der dortigen Hauptindustrie Tuch- und Buck{skinfabrikation gegen das Vorjahr cine kleine Besserung erfahren; es hat mit der veränderten Zollpolitik eine geringe Zunahme der Produktion, wie eine, wenn auch unbedeutende, Aufbesserung der Preise stattgefunden. D: ausgewanderten Deutschen führten sofort in Bisch- weiler eine andere Fabrikation ein, wohl einsehend, daß den früheren Fabrikaten glatte einfache" Stoffe —, deren Absaßgebiet haupt- \ählih Frankreich war, der neue französische Zollsaß“ von 10 9/6 des Werthes entgegenstand __ C8 ist unzweifelhaft, daß diese Fabrikate seit den neuen Zollgeseßen in Deutchland, namentli, was die geringeren Buckskins und halbwollenen Artikel anbetrifft, willigere Aufnahme finden und au bessere Preise erzielen.

Einer Rundschau der „Elberfelder Zeitung“ über den Eisen- und Kohlenmarkt entnehmen wir folgende auf Deutschland bezügliche Stelle :

In dem Ruhrkohlenrevier wie im Aachener Bezirk ist der Ver- kehr auf .dem Kohlenmarkte in Rücksicht auf die gegenwärtige Jahres- zeit recht rege. Im Eisengeschäft in Rheinland-Westfalen, sowie in Luxemburg und Lothringen dauert eine günstige Stimmung an. Die Werke sind auf längere Zeit voll beschäftigt und die Preise werden fest behauptet. Jn Schlesien ist die Lage des Eisengeschäfts ebenfalls unverändert günstig, indem auch dort bei den Cisenwerken umfang- reiche Bestellungen eingegangen und zu erledigen sind, auch die Noti- rungen auf dem bisherigen Niveau verbleiben. j

Die „Norddeutsche Allg. Zig.“ meldet aus Wien:

Bemerkenswerth ersheint die Bildung eines Reformvereins in Wien selbst, der auf Einführung wirthschaftliher Reformen abzielt, und dem zumeist Geschäftsleute des mittleren Und des höheren Bürgerstandes angehören. In der konstituirenden“ Sißung Hielt Dr. Pattai eine Rede, aus der wir folgende Auslassung über die konser- vative Bewegung in Deutschland zitiren wollen:

„Im benachbarten Deutschland hat die von Tag zu Tag sihtli, ja reißend an Macht und Einfluß gewinnende konservative Richtung sid mit allen jenen wirthschaftlihen Reformen identisch erklärt, dur welche eben die Schäden des gegenwärtigen Zustandes beseitigt und den sonst unvermeidlihen Verwickelungen der Zukunft rehtzeitig vor- gebeugt werden soll... Diese Partei ist somit konservativ darin, daß sie die Grundlage der Gesfellshaftsordnung, auf der all’ unsere Kultur und Sitte beruht, lebenskräftig erhalten will. Diese Partei ist aber zuglei eine wahre Reformpartei, in dem Sinne, daß sie diese Aufrechterhaltung anstrebt durÞd Mittel, welche fih als eine wahre Regenerirung der vorhandenen Ordnung darstellen, indem sie dieselbe in Einklang mit den ganz verän- derten Produktionsbedingungen der Gegenwart bringen, welche, da sie die Härten der gesellsaftlihen Ordnung beseitigen, sie zuglei kräftigen gegenüber den Stürmen, die sonst deren Grundfesten erschüttern fönnten. Heute, wo der Staat keineswegs als bloßer Polixiorga- ni8mus dem Einzelnen gegenüber steht, sondern wo die Mitwirkung der Vürger an der Gesetzgebung, der Schuß des Einzelnen in Justiz und Verwaltung durch alle Instanzen durchgeführt, das Geseß ‘an Stelle der Willkür getreten, „ist-aber auch nit die geringste Gefahr vorhanden, den Wirkungskreis ‘des Staates nah den verschiedensten Richtungen hin zu erweitern.“ Í N

Der „National-Zeitung“ entnehmen wir Fol- gendes: | : | /

Von den Steinkohlenzehen" des niederrheinish-westfälischen In- dustriebezirks wurden an Steinkohlen und Koke durchschnittlich per Tag abgefahren, Wagen zu 10 t:

1.—15. Febr. 16,—31. Jan. 1.—15. Febr.

1882 1882 1881

Auf der Berg.-Märk. Bahn - 3149 3286 2770 Köln-Rechtsrheinisce B. 3903 3993 S Rhei- nishe und Hannover- {e Bahn 3620 Zus. 7052 7979 6390

Vrisidenten Eaid-sejeisfeiten und speiste bei dem Minister-

Statistische Nachrichten.

Waareneinfuhr des deutschen Zollgebiets im Jahre 1881. Das jüngst veröffentlihte Dezemberheft der Statisük des Deutschen Reichs enthält die Uebersichten über die Einfuhr und Ausfuhr der wichtigeren Waarenartikel im deutschben Zollgebiet für den Monat Dezember 1881 und das Jahr1881. Danach hat die Einfuhr im Jahre 1881 im Allgemeinen beträchtlich zugenommenz insbesondere „gilt dies von denjenigen Waarenartikeln, welche in Folge des Zolltarifs vom 15. Juli 1879 mit einem Zoll neu belegt oder im Zolle erhöht wurden. Daß bei diesen Artikeln eine erheblihe Zunahme der Einfuhr stattfinden würde, konnte vorausgesehen werden, da die Einfuhr hiervon im Jahre 1880 in Folge der Aufhäufung großer verzollter Vorräthe im deutschen Zollgebiet vor der Wirksamkeit der Zollsäße des Tarifs vom 15. Juli 1879 verhältnißmäßig gering war. Doch kommt cine bedeutende Zunahme der Einfuhr auch bei folchen ¿ollpflichtigen Artikeln zum Vorschein, welche von den Aenderungen des Zolltarifs im Jahre 1879 nit betroffen worden sind. So stieg u. a. die Ein- fuhr von frischen Südfrüchten von 74 075 auf 88 352 D. C. (Doppel- centner zu 100 kg) oder um 19 9%, die Einfuhr von Korinthen und Rosinen von 127738 auf 152 159 D. C. oder gleihfalls um 19 9% und die Einfuhr von Kakao in Bohnen von 22 466 auf 24018 D. C. oder um 7 %. Eine Abnahme der Einfuhr tritt nur bei wenigen der im Jahre 1879 mit einem höheren Zolle belegten Finanzartikel her- vor, Nennenswerth sind in diesec Beziehung Mandeln, deren Ein- fuhr um 1808, und anderer Wein als Schaumwein in Flaschen, dessen Einfuhr um 1645 D. C. zurükging.

Von den landwirth\scchaflichen Produkten haben mehrere evheblih geringere Einfuhren aufzuweisen, nämlih: Fleis (Alles in

2 Doppelcentnern) —49 532; Schmalz —160 520; Butter —1023; Käse —2454; Eier —5988; frische Weinbeeren (vom 1. Juli 1881 an zollpflihtig) —121 752; getrocknetes Obst —28 947; Hopfen —2427; Schafvieh und Lämmer (Stück) —119 771. Die Mindereinfuhr von getrocknetem Obst wird indeß zum größten Theil kTompensirt durch die Mehreinfuhr von frishem Obst mit + 25 533 D. C., die Mindereinfuhr von Fleisch und Schmalz durch die Mehr- einfuhr von Schweinen und Spanferkeln im Betrage von 92 168 Stück. Von Kühen, Jungvieh und Kälbern wurden 25 377 Stü mehr, von Desen 3069 Stück weniger eingeführt; die Zunahme entfällt also mehr auf die Einfuhr von Zuchtvieh, die Abnahme auf die Einfuhr von Schlachtvieh. Die Cinfuhr von Noggen fiel von 6 895 634 D, C. im Jahre 1880 auf 5 754558 im Jahre 1881, also um 1 141 076 D. C. oder 16,6 9%. 5

Bei- den wichtigeren Roh- und Hülfsstoffen der Industrie hat gleihfalls eine starke Erhöhung der Einfuhr stattgefunden. Von Belang ist diese Zunahme auch bei solchen Roh- und Hülfs\toffen, welche zollfrei geblieben oder im Zollsaße feine Crhöhung erfahren haben. Bemerken8werth sind in dieser Hinsicht folgende Mehrbeträge der Einfuhr: Baumwolle + 84341; Flahs und Hanf —+ 277 1315 Heede und Werg + 9774; Jute —+ 10 381; ungefärbte Seide —+ 4036; rohe Schafwolle +— 86068; Shoddy und Flockwolle —+ 6556 ; Eisenerze + 84 834; rohes Zinn + 8139; Häute und Felle zur Lederbereitung + 9809; Lumpen —+ 36 971; rohe und Érystalli- sirte Soda + 13069; Schwefelsäure +— 12 840; schGwefelsaures Ammoniak —+ 8690; Knochenkohle + 85 265; Chilisalpeter —+ 348 723 ; anderer Salpeter +- 8853; Chinarinde 6695; Farb-

neu j

holz + 40440; Glycerin und Glycerinlauge + 11 953; Terpentin- harz und Terpentin 4+ 67 609 D. C. Daß die Zunahme der Ein- fuhr im Jahre 1881 bei den im Jahre 1879 mit einem Zolle neu belegten oder im Zollsaße erhöhten Roh- und Hülfsstoffen der Industrie nit blos auf RNebnung der verminderten Einfuhr im Jahre 1880 zu seben ist, kann hiernah wohl angenommen werden. Von diesen weisen Mehrbeträge der Einfuhr auf: RNobeisen

—+ 124058; Holzborke und Gerberlohe + 23 261; falzinirte Soda

If festes Palm- und Kokosnusöl + 19 537; Stearin, Pal-

mitin 2. + 19296; „europäishes, weihes Bau- und Nußholz

+ 1875 087; Dachschiefer und Scieferplatten + 134 825 D. C.

Die Zahl derjenigen bedeutenderen Roh- und Hülfss\toffe, welche in

geringeren Mengen als im Vorjahre eingeführt wurden, ist dagegen

eine beschränkte ; es sind in dieser Beziehung nur zu nennen: Blei-

und Kupfererze —42 616; rohes Kupfer —12 812; Aeßnatron —24 563; Schwefel 20309; Palmkerne 827 15; Talg 8823; Cement —24 178; europäisces, hartes Holz —316 328; außereuropäishe Hölzer 7939; Stein- und Braunkohlen, sowie Koks —1 807 731 D. C. Hieroon wurden dur den Zolltarif vom 15. Juli 1879 Aetnatron im Zolle ermäßigt, Talg, sowie euro- A E Holz und außereuropäisce Hölzer mit einem Zolle elegt.

Bei der Einfuhr von Industrieprodukten sind erhebliche Unterschiede, gegen die des Jahres 1880 weniger häufig. Eine wesent- lihe Zunahme „im Jahre 1881 resultirt nur, wie in Folge der Mindereinfuhr im Jahre 1880 vorauszusehen war, bei Baumwollen- garn, Leinengarn, gezwirnter Seide, Wollengarn, ungefärbter Lein- wand, Zwillich und Drillich, Farbholzextrakten, \{miedbarem Eisen, Maschinen, Korkwaaren, Leder aller Art und einigen anderen der im Jahre 1879 mit einem höheren oder neuem Zolle belegten Artikel ; eine Abnahme hingegen bei: roßen Eisenplatten und -Blechen (—4202), groben und ganz groben Eisenwaaren (—10 641), Röhren aus s{chmiedbarem Eisen (—5468), Glas und Glaswaaren (— 2272), Lichten „(—1819), Papier mit Ausnahme von grauem Lösch- und Packpapier (—1046) und unbedruckten wollenen Tuch- und Zeug- waaren (—2239 D. C.). Alle übrigen Differenzen in der Einfuhr von Industrieprodukten im Jahre 1881 sind gegenüber der Einfuhr des Jahres 1880 von geringerer Bedeutung.

Ee deutsche Reichspost im Jahre 1880. (Stat. Corr.) Herkömmlicer Weise haben sih auch im leßten Berichtsjahre die Leistungen der Reichspostverwaltung vergrößert, Es wuchs die Zahl der Postanstalten um 3,17 % auf 7 540, fo daß von den 44 510 289 ha (ungerehnet 434 381 ha Wasserfläche) ihres Gebietes je 5903 ha eine Postanstalt besißen und bei gleihem Tempo im Sommer 1883 durch- schnittlich jede Postanstalt von ihren vier nähsten Nachbaren nur noch eine geographishe Meile entfernt sein wird. Verringert haben si die Postämter dritter Klasse durch _Heraufrücken oder Umwandlung in eine Agentur, ferner auf 12 die Hülfsanstalten für Landbrief- bestellung und auf 34 die Umspannorte. Die amtlichen Verkaufs- stellen für Post-Werthzeichen vermehrten ih auf 7704, die Brief- kasten um 4,81 % auf 47 602 und die Ortschaften, in denen Brief- kasten aufgestellt waren, auf 35 680; immerhin ift bislang nur etwa die Hälfte aller Gemeinden und selbständigen Gutsbezirke mit solchen

Post-Briefkasten versehen.

Posthaltereien gab es zu Ende 1880 noch 1244 mit 1150 Post- haltern, 4577 Postillons, 10469 Postpferden, 3605 privaten Post- halterei-Wagen und 1373 Schlitten; je dihter das -Eisenbahnneßz wird, desto weniger nöthig werden Posthalter sein. Die Anzahl der im Besiße der Verwaltung befindlichen Dee hat sich auf 4343 Postwagen auf Landstraßen und 972 auf Cisenbahnen vermehrt, die der reichseigenen Schlitten auf 972 vermindert; außerdem hat die Reichspost 341 Abtheilungen von Eisenbahnwagen gemiethet.

Wenn man den 63 413 Beamten, welche das Gesammtpersonal der Post- und Telegraphenverwaltung bilden, 5600 nicht angestellte Posthalter und Postillons zuzählt, so kommen auf eine Postanstalt dur{snittlich 9,15 Personen und ein der Brief- und Telegramm- beförderung Dienender auf 550 Bewohner des Postgebietes.

Die Länge der Postcourse betrug, ungerechnet die Seewege,

auf Cisen- auf Land- auf Wasser- ahnen straßen straßen im Jahre 1880: Kilometer 26 170 90496 (2125 Zunahme gegen 1879: Prozent N 1,87 14,55 der zurückgelegte Weg: Kilom. 87 206 784 51621 281 752 833 Zunahme gegen 1879: Proz. Ja 2,26 15/58

Häufigkeit des Courses: durch- Int L 3 332 898 354

Immer noch hat si die für Postverkehr verfügbarè Wegelänge

stärker als die Bevölkerung vermehrt, und ist die Frequenz d * Post-