1897 / 147 p. 4 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

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_ Abg. von Kardorff (Rp.): Wir haben in Preußen und im Meiche große Summen aufgewendet zur Au A der Beamten- besoldungen. Diese Aufbefserungen sind erfolgt auf Grund älterer sagen. Gleihwohl habe i< {on im Abgeordnetenhause ausge- prochen, daß der Zeitpunkt für die Se [Mng EUngen ein un- günstiger sei, weil die Landwirthschaft sich in einer f befindet und kein Verständniß für diese Mehrausgaben hat. Ih bin mit meiner Auffassung allein geblieben. Nachdem die Beamtengehälter in dieser Weise erhöht sind, erachte ih es für die zwingende Pflicht der verbündeten Regierungen, endli< etwas zur Dele tguas des Noth- {tandes der Landwirthschaft zu thun. Es find verschiedene Anforde- rungen gestellt: worden, z. B. bezüglih der Aufhebung der Zollkredite, aber es ist ni<ts geschehen. i :

Abg. von Ploes (d. kons.): Im Großen und Ganzen kann ih mi dem Vorredner anschließen. Meine Freunde haben für die Vorlage

estimmt, und i< werde es wohl diesmal au< thun, wenn au< mit <werem Herzen. Wir wollen aber keine Rachepolitik treiben dafür, daß die Gesetzgebung gegen uns so stiefmütterlih gewesen ist. Wir wünschen, daß etwas (ür die produktiven Mittelstände geschieht, für die bisher nihts gesehen ist. Bei Schluß der vorigen Session ist das Börsen- geseß erlassen, es ist aber heute no< ni<ht dur<geführt. Wir haben eine Interpellation unterlassen, weil eine solhe morgen no< im Abgeordnetenhause zur Verhandlung kommen wird. Es herrs<t im Lande große Erbitterung darüber, daß das Börfengeseß no< nicht San ist. Das wird der Schwäche der Reichsregierung zuge- E und deshalb ift das Vertrauen zur Regierung im Lande gesunken.

Abg. Schwarze (Zentr.) bemängelt, daß infolgéè unrichtiger “big «ugs für die Beamten des Statistishen Bureaus nichts ge-

ehen fei.

Abg. Dr. von Jazdzew ski (Pole) erklärt, daß seine Freunde den Beamten gewähren wollten, was die Regierung verlange; fie ver- Iangten aber von dem Reichékanzler und der Regierung, daß die Beamten angewiesen würden, gere<t zu verfahren gegen alle Landes- angehörigen. : : :

Darauf werden die Besoldungsverbesserungen ohne weitere Debatte im einzelnen bewilligt. i

Es folgt die dritte Berathung des Gesezentwurfs, betr. den Servistarif und die Klasseneintheilung der

Orte.

Die Vorlage wird unverändert na<h den Beschlüssen der zweiten Lesung angenommen, nahdem zwei Anträge, die Städte Lößen und Mililsh aus der TV. in die II[. Servis- Tlasse zu verseßen, abgelehnt waren.

Schließlich wird der Geseßentwurf, betreffend die Abänderung der Gewerbeordnung, in namentlicher Ab- stimmung mit 183 gegen 113 Stimmen angenommen.

___ Schluß 4/, Uhr. Nächste Sizung Freitag 12 Uhr, ags, betr. die Vermehrung des Artilleriematerials U: 1, W).

Preußischer Landtag. Herrenhaus. 23. Sißung vom 24. Juni 1897.

__ Auf der Tagesordnung steht die Berathung und Beschluß- fassung über die geschäftliche Bchandlung des Gesetzent- wurfs zur Ergänzung und Abänderung von Be- stimmungen über Versammlungen und Vereine.

Staats-Minister von Puttkamer: Die Vorlage ist die wih- tigste von allen, mit denen das Haus in den leßten Jahren be- {äftigt gewesen ist. Wenn ih meine Meinung darüber ausspreche, weiß ih allerdings nit, ob ih der Regierung damit einen Dienst erweise; denn bei der ungemeinen Unvolksthümlichkeit meines Namens is alles, was i< sage, in weiten Kreisen des Volkes von vornherein verutheillt. Da ih aber zehn Jabre lang in der vordersten Reihe derer gestanden habe, welche den Umsturz bekämpften, so bin ih gewissermaßen berufsmäßig in der Lage, au< zu dieser Vorlage Stellung zu nehmen. Vorweg möchte i< au< die Behauptung zurü>weisen, als ob die Reichs- regierung ihre dem Reichstage in dieser Beziehung gegebene Zusage nicht loyal erfüllt habe. Daß eine einfae Aufhebung des Koalitions- verbotes dem preußischen Landtage nit annehmbar zu machen sein würde, konnte die preußische Regierung sich obne weiteres sagen; kaum im Abgeorèbnetenhause war das zu erwarten. Auflösung des Abgeordnetenhauses, liberaler Pairss{ub im Herrexhause, sol{e Gemwaltmittel fonnten nur vom Standpunkt eines Theils des Reiché- tages für die preußishe Regierung in Betraht kommen. Es war also vollständig in der Ordnung, wenn die preußische Regierung ih ents<loß, das Vereins- und Versammlungsre<t im Ganzen zu revi- dieren. Diese Revision nimmt den Faden wieder auf, wo er nah dem Erlöschen des Sozialisten- und nah dem Scheitern des Umsturz- geseßes fallen gelassen worden ist. Die Regierung verdient dafür unsere größte Anerkennung; denn wenn eine folHe Frage einmal an- geschnitten ist, kommt sie niht wieder zur Nube, als bis sie gelöst ift, und wenn das au diesmal vielleicht nit gelingt, so wird sie, sei es aus der Initiative der Regierung oder aus unserer, gelöst werden. Der Ent- wurf ist in sehr verstümmelter Form zu uns gekommen. Im Lande sehen Tausende königstreuer loyaler Männer der Ausdehnung der sozialiftishen Gefahr mit Bekümmerniß zu und erwarten driugend, daß der Regierung die Energie wiederkebre, welhe die Zurü>drängung dieser Gefahr erfordert. Die Opposition gegen die Vorlage hat das quuge Rüftzeug der Argumente wieder mobil gema<t, welhe seiner

eit gegen das Sozialistengeseß und die Umsturzvorlage geltend ge- mat wurden. Hätte au nur eines dieser Argumente nur annähernd den ibm beigemefsenen Werth, so würde ih der Regierung rathen, no< heute den Entwurf zurü>zuziehen, aber so liegt die Sache niht. Entweder wir erwehren uns der foztaldemokratis<hen Gefabr, oder sie vernichtet uns, sagte bei der Berathung des Sozialistengeseßes Herr Bamberger. Jenes Gesetz ist drakonisch, aber loyal ausgeführt worden, das will i bier ein für alle Mal betonen. Keine andere Partei bat darunter zu leiden gehabt ; kein einziger Fall der Art if vorgekommen, nit ein- mal der Versu<h ift gemaht worden. Wenn es nun heifit, man werde mit sol<en Mitteln die Umfturzpartei stärken, so ist dem gegen- überzustellen, daß rah dem Erlaß des Gesetzes die fozialdemokratiscen Wahlstimmen fast ganz vershwanden, bis man 1887 anfing, die Zügel fallen zu lassen, und die Zahl si< wieder bob. Erst nah dem Ér- löschen des Geseges hat die Sozialdemokratie lawinenartig zugenommen. Die leßten Wahlen haben die ungeheure Z1bl von 1 7009 C00 Stimmen ergeben; wo soll _denn das enden? Wer bätte vor 10 Jahren daran gedacht, daß die ungeheuren Arbeitseinstellurgen stattfinden würden, wie sie jeßt in Schwung gekommen sind? 1885 genügte ein einfaher Ministerial-Erlaß, sie zu verhindern. Wo waren damals die gewaltsamen Versuche der Strikenden, die Arbeitskollegen von der Arbeit abzuhalten? Also is das Ausnabmegeseß zwar nit im stande gewesen, die Sozialdemokratie einzutämmen, aber es hat die verhältnißmäßig ruhigen Zustände bei uns aufre<t zu erbalten vermocht. Die Bewegung foll an Tiefe verloren, an Breite gewonnen haben; die Sozialdemokraten sind eine radikale Arbeiterpartei geworden. Das ift ein verbängnißvoller Irrthum. Die Sozîial- demokratie giebt das vor alien Dingen selbst ni&t zu; sie bleibt die internationale revolutionäre Sozialdemokratie, die siz war, sie bat keines ihrer Ziele aufgegeben. Solches behaupten zu wollen, \<lägt den Thatsachen ins Gesicht. Sie ift allerdings vorsidhtiger in der Laktik geworden, sie will aber Vernihtung der bestehenten Ge- sellshaftêordnung, sei es auf dieserz, sei es auf jenem Wege. Geiftige Bew-gungen sollen nur mit geistig-n Mitteln bekämpft werden. Auf diese Weisheit brauchen ihre Vertreter nicht sebr ftolz zu sein; sie ift ganz unbrauchbar in Beziehung auf die Sozialterzokratie. Sie bat ja noch beute ihre pseudowissenshafilicen Vertreter: aker als politische

ei ift sie keineswegs harmlos oder keus<. Was if nun dagegen a7 Die Großinduftrie der fihen Städte ift die Nährmutter dieser Partei; das platte Land ft m Ganzen bisher, Gott fei Dank, davon verschont geblieben; es gilt jeßt, den Riegel vor- zushieben. Es i eine unglaubliche Thorheit der sozial- demokratis<hen Partei, daß sie glaubt, die ländlihea Wähler durh die Retensarten ihrer Führer auf ihre Seite zu bringen. Aber gelingt es ihr, diese auf ihre Seite zu bringen, dann is der Anfang vom Ende da, und die Verant- wortung dafür zu übernehmen, wäre ein ungeheures Wagniß, was ih au den Herren im anderen Hause zu bedenken gebe. Da reiht denn die Vorlage, wie wir sie bekommen haben, nicht entfernt aus. Heben wir das Verbot des Inverbindungtretens der Vereine auf, so kommt das vor allem den Sozialdemokraten“ zu gute. Wir würten also ledigli einen weiteren Riegel fortshieben, und der Aueshluß der Minderjährigen is niht im Geringsten eine ausreihende Kompenfation dafür. Der Standpunkt, daß die Theilnahme an Vereincn und Ver- sammlungen zur Erziehung unserer Jugend beitrage, ist nah meiner Ansicht geradezu haarsträubend. Die gebildeteJugend gehört in die Studier- stube und in die Bildungsanstalten, die Arbeiter gehören in die Werkstatt und in die Fabrik. Wir verlangen also mehr. Nachdem die Revisionsfrage aufgerollt ist, muß fie gründlih durhge|sprohen und auéreihend beant- wortet werden. Ih nehme an, daß wir eine Kommission einjezen werden. Der Regierungsentwurf greift theoretis< in die Verhältnisse aller Parteien ein. Wo if der Feind? Der Feind ift die Sozial- demokratie, die muß vor allem bekämpft werden, und es genügt ein Gesetz, welches diese aus\<{ließli< bekämpft. Darum sollten wir das Gesetz zuspiten auf die wirkli<en Umsturzparteien. Erstens haben wir dafür die überwältigende Mehrheit in diesem Hause, im anderen Hause würden wir uns von den Freikonservativen ni<t zu trennen brauchen und mindestens eine an die Mehrbeit grenzende Minorität erhalten. Ein sol<es Gese würde der Heutigen Lage Rechnung tragen und nüßlih wirken. I<h weiß, daß dieses hohe Haus {on mehr als einmal si< als die unershütterlihe Stüße der Staats- ordnung geltend ga hat, es wird fih au< diesmal niht von dem richtigen Wege abbringen lassen. l :

Bber-Bütrgermeister Giese- Altona: Der Aus\{luß der Minder- jährigen aus den Versammlungen erscheint einem großen Theil meiner politishen Freunde als ein sehr wirksames und nüßli<hes Mittel zur Verbesserung der bestehenden Zustände auf diesem Gebiete. Gegen die Auswüchse der Sozialdemokratie müssen aber no< besondere Vor- kehrungen getroffen werden, denn es muß das Nechtsgefühl ershüttern, wenn ofen und straflos in Versammlungen die Grundlagen unserer Staatsordnung verhöhnt und angegriffen werden. Dcr Regierung müssen zu diesem Zweke Machtmittel in die Hand gelegt werden. Die Sozialdemokratie spielt den Kampf um die politishe Macht auf das wirthshaftlihe Gebiet über, und das bedroht die Prosperität des Landes geradezu. Der leßte große Hafenstrike in Hamburg hat uns in Altona das gründli<h zum Bewußtsein ge- brahi. Nach der Beendigung des Sirikes sind 20 000 Arbeiter in Hamburg dieser Partei beigetreten, das beweist, deß die wirthschaft- lihen Fragen nur benußt werden, um die politishe Partei zu stärken. Das ift zum theil durch direkte Bedrohung und Gewalt herbeigeführt worden, die Arbeiter wurden in die Strikekassen hineingezwungen. Und diese Dinge stehen nicht vereinzelt da; auch die Landwirthschaft kann in Mitleidenshaft gezogen werden, wie Vorgänge in Ungarn beweisen. Die Strafe allein stellt die Ne<htsordnung nicht wieder her ; die Regierung muß NRepressivmittel haben, um vorbeugend eingreifen zu können. Auch mit dem Belagerung8zustand und mit der Selbsthilfe der Unternehmer würden wir ni<t weiter kommen. Das Vereins- und Versammlungêreht bietet hier eine immerhin nußbare Handhabe. Angesichts des Terrorismus, welhen die Sozialdemokratie ausübt, steht mir die Freiheit des Einzelnen höher als die Freiheit des Ver- fammlungs- und Vereinsre<ts. Wir werden eine Kommission nieder- seßen müssen. Lieber wäre cs mir ja gewesen, wenn die Aktion von Reichs wegen erfolgte; da aber von dort nichts zu erwarten ift, sehe ih au kein Bedenken darin, den Weg der partikularen Geseßzgebung zu beschreiten, und boffe, daß uns die übrigen deutshen Staaten bald na<folgen werden.

Graf von Klin>owstroem: Der uns aus dem anderen Hause zugegangene Torso ohne Kopf und Beine is für uns ganz un- annehmbar. Wir sind der Staatêregierung für ihre Vorlage ganz besonders dankbar, indem sie uns dadur zeigt, daß fie ents<lofsen ift, den ftaatsgefährlihen Bestrebungen der Sozialdemokratie energisch entgegenzutreten, und wir vertrauen, daß der jeßt betretene Weg nit wieder verlafsen werden wird. Alle Gründe, welche die Gegner des Geseßes im anderen Haufe angeführt haben, bezeugen nur, daß die Herren entweder das Wesen der Sozialdemokratie ni&t verstanten haben, oder die alten liberalen Schlagwörter dem Wohle des Vater- [landes vorzogen. Ganz unverständli<h war mir die Haltung der Nationalliberalen, von denen i< in der That ein größeres Ver- ftändniß erwartet hätte. Geradezu naiv ift es, zu fragen, warum niht im Reiche das Gesey gemaht wird. Bei der jeßigen Mehr- heit im Reichstage ift do< an eine ordentlihe Regelung der Sabe nicht zu denken, und es war geradezu Pflicht des führenden Staats im Reiche, die Sache in die Hand zu nehmen. Was man sonst vorgetragen hat, ist reine Theorie; man steht mit uns auf dem- selben Boden, verweigert aber die praktis<e Ausführung. Mit dem Geseß allein soll ja die Sozialdemokratie nicht bekämpft werden : aber haben wir mit unferen Bestrebungen auf Vertiefung des religiösen Gefühls, auf Hebung des Mittelstandes auf die Unterstützung der Nationalliberalen zu re<hnen? Um damit vorwärts zu fommen, müssen wir vorber der sfozialdemokratishen Agitatkbn und Wühlerei einen Riegel vorschieben. Die Erregung gegen das Gesey is wie beim Volksshulgeseß eine fünstlihe. Au?gegangen ist die Bewegung wieder von den großen Städten wunder- barer Weise, denn gerade sie hätten das größte Interesse an der Re- pression des Umîturzes. Eine große Stadt nach der anderen geht an die Sozialdemokratie verloren ; wenn die Sache fo weiter geht, werden wir au< bald die Sozialdemokraten im Landtage baben. Und was foll dann aus dem preußishen Staat, aus dem Deutschen Reich werden ? Es klingt wunderhübs<, daß es si< um die Wahrung des vornehmsten Bürgerre<ts handelt; aber wo ift denn das freie Ver- eint- und Verfammlungêre<t der bürgerlichen Parteien in den großen Städten geblieben? Gerade die Sozialdemokratie ift es, welche ihnen ibr freies Versammlungêreßt nimmt. Herr Zelle s{üttelt den Kopf; es mag ja in Berlin anders sein; aber in anderen Städten sind die Sozialdemokraten sogar mit Drescflegeln in die Ver- fammlungen anderer Parteien gedrungen und haben sie zur Auf- lôfung gebraht. Scllten die großen Städte au< nur ein Fahr ohne die Machtmittel des Staats existieren, so würden wunderbare Zustände herauskommen. Auf dem Lande leben wir in Rube und Frieden mit unseren Arbeitern, in cinem erträglichen Verhältniß. Kornmt dann eine Reichétagswahl, fc kommen zmöôlf Sozialdemokraten uns aus der Stadt auf den Hals und begen, hegen die A:beiter gegen die Arbeitgeber auf, und die Folgen fühlen wir no< Monate lang nah- ber. Diesen Leuten ftehen wir völlig re<t- und \{hvublos gegenüber. In dieser Beziebung muß uns die Regierung Schuß und Hilfe ge- währen, weil wir die Machtmittel der Städte niht Haben. Die Sozialdemokraten, welhe die bürgerlite Gefellshaft nicht anerkennen, sfi2 mit Gewalt umftoßen wollen, baben niht die Rechte der anderen Bürger. Ih wünsce, taß ein Gesetz bald zu stande kommt, und da muß ih praktische Politik treiben, ih muß dem Geseg eine möglihst milde Form geben, aber au< die Sozialdemo- kratie, die ih meine, beim Namen nennen. Deéhalb wird meine Fraktion in der Kommission für tie freikonservativen Anträge ein- treten, in der Erwartung, daß die Regierung auch die ernste Absicht hat, das Resultat dieser Arbeit dem anderen Haufe torzulegen. ir wollen ein Kompromiß s{ließen, aber dann auch die Aussicht haben, daß die Vorlage im anderen Hause wieder zur Verhandlung kommt. Ich hoffe, daß sih die Regierung dahin erklären wird. In der Prefse lieît man, daß die Regierung nur zeigen wolle, daß das Herren- baué nit auf dem Standpunkt des anderen Hauses stehe, und daß fie bann die Sesfion wegen der Aussichtslofigkeit der Vorlage schließen werde. Ih hoffe, daß fich das niht bewahrheitet.

Minsster des Jnnern Freiherr von der Re>e:

Es wird, wie i< annehme, zur Klärung der Sache beitragen, wenn i< auf die eben an mi seitens des Ferrn Grafen Klinkow- stroem gerihtete Anfrage glei< jeßt antworte. (Bravo!) Ich bin in der Lage, die von ihm eben ausgesprohenen Zweifel zu beseitigen und ibn in dieser Beziehung vollftändig zu beruhigen. (Bravo !) Meine Herren , die Königlihe Staatsregierung legt den größten Werth darauf, die Reform der Vorschriften über das Vereinswesen in einer ihrer geseßgeberishen Absicht entsprechenden Art und Weise zum Abschluß zu bringen. Sie wird daher, falls aus den Be», rathungen dieses hohen Hauses, wie ih hoffe, ein dementsprehender Gesetzentwurf hervorgeht, dem Hause der Abgeordneten noch in dieser Session zu einer anderweiten Beschlußfaffung Hierüber Gelegenheit geben. (Lebhaftes Bravo !) Meine Herren! Ob ih in der Sache selbst mich zu äußern no< Gelegenheit nehmen werde, wird von dem Verlauf der Diskussion abhängig sein. (Bravo!)

Ober-Bürgermeister Zelle: Als das Bürgerliße Geseßbu verabschiedet wurde, hat der Kanzler das Versprechen abgegeben, daß die Aufhebung des Koalitionsverbots separat geregelt werden sollte, und der Reichstag, der es von Reichswegen wollte und damals fonnte, gab nah. Wenn jeßt an dieses Verspre<hen ers{<werende Bedingungen geknüpft werden, so kann das ni<ht als etwas Erwartetes erscheinen. Aus den gehörten Reden hat #i< die Gewißheit entwidelt, daß weder die Präventivanträge der Konser- vativen, no< die Regierungsvorlage Annahme finden; an- genommen werden wird die freikonservative Formulierung. Sie rihtet si< gegen die gemeingefährlihen Bestrebungen der Sozial- demokratie, Besicebungen, die wir alle gleihmäßig für \{ädli< halten und mit gleicher Kraft bekämpfen. Aber wie ein solhes Gesetz wirkt, darüber gehen die Meinungen auseinander. Ih habe diese Wirkungen während der ganzen Zeit in dieser großen Stadt mit an- gesehen und kann die Meinung des Herrn von Puttkamer nicht theilen. Es sind künstli<h Märtyrer geshaffen worden. Graf Klin>kowstroem ist, was die Handhabung des Vereins- und Versammlungsrehts an- betrifft, immer Hammer, niemals Ambos gewesen. Die Ausführung, wie fie Herr von Puttkamer im Auge hat, würde nah meiner Ansicht gegen die Reich8gejseßgebung verstoßen. Daß eine fol<e Formulierung im Hause der Abgeordneten auf Annahme zu renen hätte, ist nah dera feterlihen Ausfpruche der Nationalliberalen, die man do< ni<t so minderwerthig einshäßen muß, ausgeschlossen. Jh werde gegen eine Vorlage stimmen, die diese Gefstalturg angenommen kat.

Freiherr von Manteuffel: Nah den Verbandlungen im Reichstage von 1896 ist es unzweifelkaft, daß eine Restriktion in Ver- bindung mit der Aufhebung des Koalitionsverbots eintreten würde.

err von Stumm und ih baben das im Neichstage damals betont. Slloyalität fann man also dem preußishen Staats-Ministerium nit vorwerfen. Daß die Anträge von Zedliß der Neich8geseßgebung anheim fallen, kann ih niht zugeben. Da, wo das Reich verjagt, muß jede pflihtbewußte Staatsregierung ihrerseits eintreten. Wir gehen au mit einem fol<en Beschluß keineswegs weiter, als andere Einzelstaaten gegangen find; im Gegentheil giebt es in vielen Einzelstaaten hon viel \{ärfere Bestimmungen. Daß hier ein neues Ret geschaffen würde, kann ih also ebenfalls nit finden. Die meisten Parteien re<nen leider immer no< darauf, bei den Wahlen in den Soziak- demokraten Bundesgenossen zu finden, daber ihr Wideiwillen gegen die Annahme der Regierungsvorshläge; und dieser Punkt ift mir der allerbedentlihfte in unserem heutigen Staats- und Gesellschaftsleben. Der Regierung bin i< für ihre leßte Erklärung fehr dankbar. Es wäre au< wirkli eine traurige Sache gewesen, wenn mit der Dur(h- beratbhung dieses Gesetzes daéselbe niht an das Abgeordnetenhaus zurückgegangen wäre; dann hätte man in der Praxis ge!agt: die NRe- gierung hat wieder die Courage verloren und das Geseß zurü>gezogen.

Ober-Bürgermeister Wefterburg - Cassel: Ich halte troß des Geist-8 und des Ernstes, mit der bis jeßt die Vorlage besprochen ift, dieselbe für ein todtgeborenes Kind. Daß der Torfo niht Gese wird, nehme ih mit Sicherheit an. Es bliebe die Möglichkeit der Annahme der Anträge von Zedlitz. Daß diese im Abgeordnetenhause Annahme finden, halte i< für ausgeshlofsen, dafür steht mir die kate- gorise und authentis&e Erklärung des Abg. Hobrecht. Nach einer so markanten Stellungnahme kann die nationalliberale Partei nit zurü>, wenn fie ni<t alle Achtung im Lande verlieren will. Also wird aus der ganzen Sache nihts werden. Im Gegen- sa zu vielen der Vorredner bin ih ni<t der Ansiht, daß der Regie- rung ein Dank für die Einbringung der Vorlage gebührt. Eine fo ausfihtslosfe Vorlage, deren Scheitern gewiß ist, einzubringen, bedeutet allein {on eine aufßerordentlihe Stärkung der Sozialdemokratie. Bei den nächsten Neichstagtwablen werden Sie die Folgen sehen. Vom Star dpunkte des Reich?s, das wir dc< hohhalten müssen, find überhaupt folhe Vorschläge als partikularistishe bedenklih. Als das Soztalistengesehz ablief, war na meiner Meinung der Neichêtag einstimmig darin, daß es nit verlängert werden folle. Mit neuen Zwancs8maßregeln gegen die Sozialdemokratie vorzugehen, würde nur heißen, die Partei, die immer mehr in die Breite und auseinander gebt, wieder zusammen zu <weißen. Das können wir niht mitmacen. Ueber den kläglichen Rest der Vorlag-, den Auss{<luß der Minderjährigen, brauche ih wobl kein Wort mehr zu verlieren; es möchte davon das Dichterwort gelten: „In den Ozean \{ifft mit tausend Masten der Jüngling, still auf gerettetem Boot treibt in den Hafen der Greis.“

___ Freiherr von Stumm: Das hätte id nicht für mögli gehalten, daß einmal bebavptet werden würde, der Reichétag sei einig gewesen in der Meinung, das Sozialistengeseß niht zu verlänzetn. Man war vielmehr in der grofen Mehrheit mit der Verlängerung und zwar auf unbegrenzte Dauer einverftanten, und das Gesey kam nur zu Falle, weil die Nationalliberalen den Ausweisungsparagraphen nit bewilligen wollten. Die sämmtlihen Gegner des Gejeßes hier haben sih eines sehr maßvollen Tones befleißigt. In den anderen beiten Hâufern hat man aus der Müde einen Elephanten gemacht, vom WortbruŸ des Kanzlers, von Reaktion, von Herbeirührung russischer und <inesischer Zustände geredet. Im Lande hat man allerdings jzne Meinung gehabt, daß das Koalitionsverbot ohne Kompensationen au*- gehoben werden würde, weil ein großer Theil unserer Presse gewohrt ist, dur< Fälshungen der Thatsachen die öffentliche Meinung zu ver- wirren; aber im Reichstage hat es keiner geglaubt. Der Kanzler hat in feiner Erklärung, die er bei der Verabschiedung des Bürgerlichen Gefeßbuchs abgab, von den Korrelaten gar nidt gesprochen. Ich aber habe damals namens meiner Partei ausgeführt, daß wir gegen das Bürgerliche Geseßbu< stimmen würden, wenn die Aufhebung des Koalitionévexbots hineinkäme. Daß an unbedingte Aufhebung des

8 ni<t gedawt wurde, beweist ja auch die na<hfolgende Rede des Volképarteilers Haußmann. Wenn Herr Richter nahher in einer von Majestätsbeleidigungen triefenden Rede erfläârt, daß meine Auffassung für die Reichsregierung ja gar niht maßgebend ift, fo versteht \si< das ja ganz von selbft. Wenn aker jemand behauptet, es sei die Sache anders verstanden worden, so ist das krafse Heuchelei. Zur Sache selbst muß ih zu- nächst das Reaktionsgeschrei für eine geradezu unglaublide Ausartung erklären. Von Kautschuk fann man viel eher beim bayerischen Vereinsgesey reden. Ohne eine gewisse Latitude geht es bei solen Dingen niht. Man kann si ja auf den Antrag von Zedlitz zurü>- ziehen; ih hätte au< gegen die Faffung der Regierungévorlage nihts einzuwenden. Diese ganze Kautshuftheorie ift aker nur ein Vorwand, tenn im Antrag von Zetligz ift von Kautschuk keine Rede mebr. Der Aus\{luß der Minderjährigen ist unter allen Umständen völlig unzureichend, wenn er au< einen gewissen Fortschritt bedeutet. Der Staat hat heute viel zu wenig Machtmittel dem Umsturz gegenüber ; sie müssen verstärkt werden von den ftaatterhaltenten Faktoren, min- deftens muß ein Ersaß für das Machtmittel gefunden werden, welches der Staat hier aus der pr geben foll. Herr Zelle spriht daven, daf es sih hier um ein Reichsgeseß handelt; dann hätten si ja die Nationalliberalen mit ihrem Torso ebenso weit vom Reihsgeset ent-

fernt. Bayern, Sachsen, Hamburg haben {hon ein viel allgemeineres Gesey, welches viel weiter geht, als die hier verlangten Vollmachten ; ob aber Reuß ä. L. au ein folhes Recht hat, ist de< ziemli gegn ei der Arbeiters{ußgesezgebung von 1890 bat si der Streit zwishen mir und den Sozialdemokraten hauptsächli< darum edreht, ob $ 153, die s{<härfere Bestrafung derjenigen, die die Arbeitsgenofsen an der Fortseßung der Arbeit hindern, ange- nommen wurde oder nicht. Die Regierung hat ihn fallen lassen. Die Ver- handlung beweist aber, daß man hierin do<h eine s<arfe Waffe gegen die Agitation der Sozialdemokratie zu erbli>en hat, L es also do< no< wirksame Wafen gegen fie giebt. Nichts ift unrihtiger, als die Behauptung, daß die Partei sich jetzt einer I alen Tonart befleißigt. Ob ein Sf langsam angebohrt oder plövlih auf den Felsen geworfen wird, ist für die Pfliht des Steuermanns ganz glei; er hat das Schiff zu retten. Zu diesen Steuerleuten gehört vor allen Dingen auch dieses Haus, welches sich stets als Stüßze und S$uß von Thron und Altar bewährt hat. Stelle es das Gejeß wieder her, es wird au< aus den Kreisen der Industrie lebbafte Zustimmung finden; die gegentheiligen Behauptungen der Prefse sind einfah unwahr. Die Chance des Ge- seßes im anderen Hause betreffend, habe i< Kenntniß von Strömungen, wel<e auf die Nationalliberalen dabin einen Dru> ausüben, daß sie entweder für die Vorlage stimmen oder ih der Abstimmung enthalien follen. Leßteres gehört do< ni<t zu den Un- möglihkeiten; es ist ni<t unwahrscheinli<h, daß vielleicht ein Dutzend zum Verlassen des Lokals bewogen werden kann. Was das bei der geringen Mehrheit bedeutet, brau@ze ih nicht aus- zuführen. Ih spre<e für meine politis&en Freunde und für weite Kreise im Lande, nicht bloß für industrielle, sondern für alle patriotischen Kreise im Lande, der Regierung meinen Dank aus für die Energie, die sie wiedergewonnen hat. Die Zahl dieser patriotishen Leute wird wachsen, wenn die Erkenntniß si< Babn bricht, daß diese Energie stetig ift. Es handelt sih hier um eine große und s{<were Ver- antwortlihkeit, Regierung und Herrenhaus müssen ihre Schuldigkeit thun, und das Abgeordnetenhaus trägt die Verantwortung, wenn aus der Sale nihts wird und die Regierung ihr Versprechen nit einlösen kann. 2:

Ober-Bürgermeister Beer - Köln: Auch i< war na< dem, was ih aus den Berichten erfahren hatte, der Meinung, daß der Reichs- kanzler eine einfade Aufhebung des Koalitionsverbots von Reichs- wegen in Aussicht stellte. Jh bedauere, daß bas nicht gesehen ift, und ih bedauere überhaupt jedes Abbrö>eln der Reichzkompetenz, die man vielleiht einmal wieder sehr nöihig hat, wenn die Landtage un- bequem werten. Aber hier haben wir es ja mit einer ordnungsmäßigen Vorlage zu thun. Ich fteh2 auf dem Standpunkt des Regierungs- programtns, welches jeßt wieder in Bielefeld fo stark betont worden ist; ih stehe ebenfo energis< auf dem Standpunkt der Bekämpfung der Sozialdemokratie mit aller Energie. Troßdem kann ih der Vor- lage der Regierung niht das Wort reden. Selbst die Konservativen waren ja nit unbedingt dafür. Will man weiter gehen als der jetzige Torfo, dann ift mir der Antrag Zedliß sympathisher. Aber jetzt kann ih au dafür kein Bedürfniß anerkennen. Man hat auf Hamburg verwiesen. Ja, dort besteht jz das Vereinsgeseß, wie Sie es gern haben wollen. Was hat es denn genüßi? Die Versammlung in Königsberg mit den Dresäflegeln kann au für die Verschärfung des bestehenden Nechts ni<t ins Feld geführt werden. Die Matt der Agitation foll beshnitten werden. Ja, wie wollen Ste der Agitation von Person zu Person in den Werkstätten zu Leibe gehen? Damit er- reichen Sie also auch nihts. Aus dem Bedürfniß ift der Gesetzentwurf ja garnicht entstanden, sondern aus einer äußeren Verankafsung; tis dabin hat kein Measch diese Vershärfung verlangt. Gewiß können Fälle eintreten, wo jede Rücksicht aufhört, wenn wir etwa Anarchistenkomplotte haben. Aber wir leben dc< in einem tieferen Frieden als seit Jahren. Und haben die s<arfen Gefeße in den Staaten, wo sie bestehen, der Sozialdemokratie ges{adei ? Solche Gesetze follte man nit gelegent- li< machen; denn sie verbittern nur. Daß im preußischen Landtage sozialdemokratisce Tendenzen zur Geltung kommen, das haben wir do< wohl vorerst niht zu befürhten. Eile bat also der Gesetzentwurf niht. Ja, wenn er die Sozialdemokratie vers<winden matte, gerne ; aber zur Zeit können wir uns begnügen mit dem Torfo, den wir bekommen haben. Der Weg dcr sozialpolitishen Gesezgebung muß unentwegt weiter beshritten werden; davon versprehe i< mir viel mehr als von einem folden Ausnahmegeseß.

Graf von Pfeil- Hausdorf: Auch ia unserem Hause treten in der Debatte die Theoretiker auffallend hervor. Die Entstehung8- ges<i<te des Entwurfs ift mir höchst gleihelültig; die Vorlage wäre au< gekommen ohne den Auer’shen Antrag. I< würde es den Nationalliberalen zur großen Ebre anre<nen, wenn sie troß ibrer bis» herigen Haltung zum Wohle unferes Vaterlandes eine Vorlage an- nähmen, wie wir sie für nothwendig halten. Alle Gutgesinnten werden durch die Form, die der Antrag zon Zedlitz bietet, niht berührt, und tie Sozialdemokraten werten keineëwegs überras@t, sie wissen ganz genau, was kommen würde. Von der grauen Theorie des Aus- nahmegeseßes mag ih ni<ts wissen. Jeder, der sih einer Straf- that shuldig mat, muß der ge]eßlihen Strafe unterliegen ; das gilt au< von Geseßen, die sih gegen diejznigen wenden, die das Eigen- thum fkonfiszieren, die Staatso1dnung umstürzen wollen.

Professor Dr. Hins<ius: Herr von Stumm hat vor einigen Tagen hier au< die Mitglieder des Lehrkörpers der Berliner Universität angegriffen und sie beshuldigr, wenigstens indirekt, der rothen Revolution zu dienen. Ich weise namens der drei angegriffenen Dozenten diese Angriffe auf die Universität Berlin zurü>. Daß solche revolutionären Bestrebungen bei uns Entgegenkommen finden, dagegen protestiere ih auf das Entschiedenste.

Ober-Bürgermeister Bender- Breslau: Ih bestreite, daß die Dinge seit 1890 irgendwie s{limmer geworden sind. Die Arbeiter- partei sicht die Sozialdemokraten als ihre Standeétvertreter an, und wer wollte ihnen das verdenken in einer Zeit, wo si<h alles auf Standesvertretung aufbavi ? Daß fie sich dabei irren, weiß ih sehr wobl. Die Störungen öffenilicher es müßten als Haus- friedensbruch viel härter als jeßt bestraft werden; denn fie rihten si (ggen ein Ret, welches für das öffentliche Leben unerläßlich ist. Das

esch wird aber rur no< mehr dazu beitragen, die maßvollen, rubigen Kreise aus tem öffentlihen Vereinsleben wegzudrängen, und unser öfent- liches Leben leidet darunter, daß die s<arfen, hôößlihen Intere ssengegensäße es beherrshen. Au Herr von Stumm hat heute Ausdrü>e wièStebbe f, FUO u. s. w. angewandt in einer Weise, die man an dieser ruhigen Stelle nit gewöhnt ist; wie will er in dimselben Sinne also n2< außen auf das Vereinéleten reformatorish wirken? Herrn Professor Scmoller nennt er einen Sozialdemokraten. Die Sozialdemokratie blüht am meisten in dem Staat mit der \<ärsst:n Verein8geset- gebung. Wenn der Sozialdemokrat gezwungen wird, s{heinbar maß- voll aufzutreten, wird sein Einfluß auf d'e \{wankenden Massen gerade gesteigert. Der Kommißmus des Herrn Stumm, ‘der jedem alles zuméessen will, was er s{<reiben, denfcn, urtheilen, sagen darf, ist mir ebenso widerlih, wie der Kcmmunismus der Sozialdemokratie. Die besondere Behandluug der Minderjährigen kann ih au< nicht billigen. Auch die Behandlung der Verfafsungsfrage hat meinen Beifall niht. Die Verfassung hätte ausdrüdlich ucändert werden mü#en, das verlangt das Staatsgrundgesey. Ich stimme gegen das ganze Sesep, \<on weil es aus diesem Grunde etwas Unordentliches an at.

Freiherr von Stumm: Die Herren Be>er und Bender haben wohl nit daran gedacht, daß die Sozialdemekraten in Frankreich Marseille beberrs<hen und die Stadt nahezu ruintiert haben. Herr Bender billigt die Ausschließung der Minderjährigen niht; er würde anders denken, wenn er in den Versammlungen bei uns im Kohlen- reviex Ban gehört hätte. Wenn mi< Herr Bender wegen gewisser Auédrücke gewissermaßen zur Ordnung gerufen hat, so kann ih mi nur zu biesen Ausdrücken no<mals bekennen ; & sind durch- aus zutreffend Rin Daß Herr Shmoller ein Sozialdemokrat sei, habe ih ni<t behauptet. Gegen meine neuerlichen Ausführungen hat si< Herr Naumann, haben sih die Leipziger Professoren in \{arfen Erklärungen gewendet, die gar niht das treffen, was ih aus- geführt habe,

Damit {ließt die allgemeine Diskussion. Freiherr von Manteuffel ata die Verweisung der Vorlage an eine Kommission von 15 Mitgliedern. Der Vorschlag wird ange- nommen und die Kommission sofort dur< Acclamation gewählt.

Schluß 4/4 Uhr. Nächste Sißung Sonnabend 1 Uhr. (Kleinere Vorlagen.)

Haus der Abgeordneten.

99. Sißung vom 24. Juni 1897.

es den ersten Theil der Sißung ist gestern berichtet Worden.

Zur Berathung stehen lediglih Petitionen.

Eine Petition von HeleneKange und Marie Mel lien in Berlin beantragt, zu erwirken, das den Frauen, welhe die vor- \hriftsmäßige Netifeprüfung abgelegt haben, der Besuch der preußischen Universitäten unter denselben Bedingungen wie den männlihen Abiturienten gestattet werde.

Die Unterrichtskommission beantragt Uebergang zur Tagesordnung.

Abg. Ri>ert (fr. Vag.) bedauert, daß die Kommission in ihren An- shauungen über dieses Petitum einen Rü>kshritt gemaht habe. Die Berechtigung dieses Petitums sei im Reichstage, und zwar niht nur bon der „veiblendeten Mehrheit“ des Herrn von Zedliy, allgemein anerkannt. Von allen Kulturstaaten verhalte sih allein Preußen ab- lehnend. Die Frau n haben, führt Redner weiter aus, aus eigener Kraft das Mädchengymnasium geschaffen, das männlihe Geschlecht sollte diese Ausdauer und Kraft bewundern; die Regierung hat nur ihr Wohlwollen ausgedrü>t und Verhandlungen über die Frage ver- sprocjen. Es ist aber ne< ni&ts geshehen. Große Gelehrte, wie ¿. B. Helmboly, erkennen die Berehtigung des Frauenstudiums an, andere Professoren follen die Theilnahme der Frauen fi< ver- beten haben. Wer sind diese Herren? Die öffentliche Meinung wird über sie zur Tagesordnung übergehen. Hat denn das ftärkere Gefchlecht ni<ht mehr Courage gegenüber den paar Frauen, die einen Beruf erstreben? Die Eigenart der Frau soll dem Studium ent- gegenstehen. Wir haben du schon gesehen, was diese Eigenart leisten kann. Professor Max Müller in Oxford, erst ein Gegner des Frauen- tudiums, hat sih na< seinen Erfahrungen bekebhrt; er sagt: Die Männer lernen, \o s sie können, die Frauen lernen, so viel sie können; die Männer follten von den Frauen lernen, wie man lernt. Alle anderen Staaten haben das Frauenstudium zugelassen. Haben die Männer etwa Furcht, daß die Frauen ihnen das Brot nehmen ? In 18 Jahren, von 1877 bis 1895, haben nur 250 Frauen in Eng- land das medizinis<e Staatsexramen gemacht. Fürchten Sie alo nicht, daß alle unsere Frauen Mediziner werden. Warten Sie doch ab, wie weit die Kraft der Frauen reiht. Jch beantrage die Ucber- weisung der Petition als Material an die Regierung, damit diese wichtige Kulturarbeit foctschreitet.

__ Geheimer Regierungs-Rath Dr. Schmidt bestreitet, daß die Re- gierung diese Frage niht mit hinreihendem Wohlwollen verfolge. Es sind bereits mehrere Damen zu dem Abiturientenexamen, zu den Universitäten und au zu dem Doktorexamen zugelassen worden. Die Erfahrungen, die wir damit gema>t haben, sind günstige. Das ist do< schon ein großer Schritt. Nachdem aber dea Frauen die Universitäten seit Jahrhunderten vershlossen waren, kann man die fakultative Zulassung immer no< nur als einen Versuch ansehen; die Meinungen der Universitäten darüber sind no< ni<ht geklärt, und man kann auf sie keinen Zwang ausüben, da von man@ten Seiten die Mögli®keit einer Störung des Unterrihts niht außer Augen gelassen wird. Ueber die Zulassung der Frauen zu den ärztlichen Prüfungen unter Anre<hnung der Hospitantenjahre {weben zur Zeit mit dem Reichékanzler Verhandlungen.

Abg. Dr. Langerhans (fr. Volksp.): Es ist doch eigentli eine Arroganz, wenn wir Männer den Frauen ihre Rechte beschränken. Die Frauen find do gleihbere<tigte Menschen. Wir bestrafen sie auch sür Verbrechen ebenso wie die Männer. Die Eigenart der Frau soll berüdsihtigt werden. Da müssen wir do einmal fragen, ob die Männer nach ihrer (Eigenart überall den rihtigen Beruf haben.

Abg. Dr. Sattler (nl.): In der Kommission wollte man si< das Petitum ni<t ganz aneignen und bes<hloß mit Nücksiht auf die Erklärung der Regierung den Uebergang zur Tagesordnung. Jch <ließe mi<h aber dem Antrag auf Ueberweisung als Material an. Wir haben keinen Grund, die Frauen vom Studium auszuschließen, wir Éônnen uns des Bildungstriebes der Frauen nur freuen, brauchen ais nicht zu fürhten, daß allzu viele si<h dem Studium widmen werden.

Abg. Gerlich (fr.kons.) bestätigt, daß nur mit Rü>ksicht auf die wohlwcllende Erklärung des Regierungskommifsars die Kommission h für den Uebergang zur Tagesordnung entschieden habe. Es handle sich um eine einfahe Frage der Gerechtigkeit. Es entsprehe am wenigsten der Eigenart der Frauen, als Kunstreiterinnen auf den Pferden herumzuspringen 2c. Das Heirathen entsprehe am meisten ihrer Eigenart; da sie aber ni<t alle heirathen können, müssen wir ihnen die Berufswahl ofen lassen, und ih bitte daher um Annahme des Antrages Rickert.

Abg. von Eynern (nl.): Vor einigen Jahren fagte ih: für ein Mädchen von 16 Jahren sei tas Kohbuch besser, als wenn es sich von einem Professor die Schönheit des Apolio erklären lasse. Ich habe infolge dessen sehr viele Zuschriften bekommen und habe mi damit in einen Gegensaß zur Damenwelt gebradt, In vollständig gleicher Weise können wir die Frauen ni<ht behandeln, das is gegen die Naturanlagen, aber wir brauen ihnen au< das Studium nicht zu verslicßen. Wenn wir aber in der Parität immer weiter gehen, muß \<ließli< au e der Gesetzgeber aus Frauen bestehen. Die Scche ist bei der Regierung gut aufgehoben, wir können daher die Petition als Material überweisen.

Der Antrag MRi>kert wird abgelebnt; dagegen stimmen die Konferyativen und das Zentrum. er Kommissionsantrag wird an- genomméit. h i

Mehrere Petitionen beschäftigen si<h mit der Kommunal- steuerpfliht der Beamten und beantragen zum theil gänzliche Beseitigung des Privilegs.

Nachdem Abg. Dr. Langerhans den Uebergang zur Tages- ordnung für das Richtigste erklärt hat und der Abg. Pleß (Zentr.) das Steuerprivileg der Beamten bekämpft hat, beschließt das Haus nah dem Antrage der Gemeindekommission, die Petition der Regierung als Material zu überweisen und die Regierung aufzufordern, dem Landtage, thunlichst in der nächsten Session, einen die Regelung der Kommunalsteuerpfliht der unmittelbaren und mittelbaren Staats- beamten im Sinne des $ 41 des Kommunalabgabengesetes bezwe>en- den Geseßentrourf vorzulegen.

Eine Petition von Kaiser u. Gen. in Breslau um Abänderung der Bestimmungen über die Abzugsfähigkeit der Staats- und Kommunal- steuern bei Berehnung des steuerpflihtigen Einkommens wird durch Veberganz zur AeSe as erledigt. :

Cine Petition von Schmidt u. Gen. in Wiesbaden um Ver- anlagung zur Kirchensteuer in dem Amtsbezirk des Konsistoriums zu Wiesbaden na<h anderen, als den jeßt geltenden Grundsäßen wird der Regierung als Matertal überwiesen. :

Veber die Petition der Vorstände der Fru<htmärkte zu Dortmund, Duisburg und Essen a. d. Ruhr um Beibehaltung der bisherigen Zollkredite auf Getreide geht das Haus zur Tagesordnung über.

Bezüglich der Petition der Gerichts-Assistenten Brendel und Genoffen in Köln um anderweite Berehnung des Befoldungsdienst- alters der Sekretäre bcantragt die Budgetkommission den Uebergang zur Tagesordnung. Ï

Abg. Noelle (nl.) beantragt die Ueberweisung als ‘Material, weil diese Beamtenklasse dur< eine Verfügung des Ministers vom vorigen Jahre in ihren Gehaltsverhältnissen e sei,

Ein reg L ern n ENER M (ae bittet, an dem RKommissions- antrag festzuhalten, weil die jeßige Regelung thatsähli<h im Interesse der Beamten liege,

Das Haus deRtLnt na< dem Kommissiongantrag. Eine große Reihe anderer Petitionen von Juslizbeamten um Verbesserung ihrer Gehaltsverbältuisse wird gleichfalls dur Ueber- gang E Tagesordnung erledigt. ne Petition des Lohnfuhrunternehmers Weiz in Frankfurt a. M. um Gewährung einer staatlichen e EREnA für eine in Berlin zu errihtende Fa<h- und Fahrshule wird der Regierung als Material überwiesen. . Petitionen von Mink und Dr. Schulze in Berlin um unentgelt- liche Veberlaffung der zur Anlegung einer Verbindungsstraße zwischen der Straße „Am Kupfergraben“ und der Oranienburgerstraße erforder- lichen Ländereien seitens des Kronfonds und des Steuerfitkus an die Stadt Berlin beantragt die Budgetkommission der Regierung als Material zu überweisen.

Auf eine Anfrage des Abg. Kir\< (Zentr.) erklärt ein Regie- rungsfommissar, daß die Verhandlungen darüber no<h nit ab- geshlofsen feien.

_ Abg. Felis< (konf.) betont die Nothwendigkeit der geplanten Straße, damit man einen Ausbli> auf das Kaiser Friedri-Denkmal auf der Museumsinfel erhalte.

Das Haus beschließt na< dem Kommissionsantrag.

Schluß nah 4 Uhr. Nächste Sizung Freitag 12 Uhr. (Interpellation des Abg. von Arnim, betreffend die Frühbörse ; Anträge; kleinere Vorlagen ; Petitionen.)

Statiftik und Volkswirthschaft.

Die erwerbsthätige Bevölkerung des hamburgischen Staates nach dem Religionsbekenntniß.

___ Die am 14. Juni 1895 gezöhlte Bevölkerung von 325 659 männ- lien und 328 300 weiblichen, zusammen 663 959 Personen vertkeilt sich, wie wir dem 18. Heft der „Statistik des hamburgishen Staates“ entnehmen, nah dem Religionsbekenntnisse, wie folgt: Evangelische 617 481 (299 825 männliche und 317 656 weibliche), Katholiken 23 907 (14203 männlihe und 9704 weiblihe), andere Christen 3165 (1627 männlihe und 1538 weiblihe), Israeliten 16860 (8333 männlihe und 8527 weiblihe), Bekenner anderer Religionen 2546 (1671 männlihe und 875 weibli<he). Unter den 663 959 Bewohnern des hamburgishen Staats wurden 297 042 (224 137 männliche und 72 905 weiblive) Erwerbsthätige, 29 817 (334 männ- lihe und 29 483 weiblihe) Dienende im Hause der Herrschaft und 337 100 (101 188 männlihe und 235 912 weiblihe) Angehörige ge- zählt. Von den 297042 Erwerbsthätigen waren: Evangelische 273 710 (205456 männlide und 68254 weibliche), Katholiken 1398 (11598 männlitde und 2387 weiblidte), andere Christen 767 (579 männlie und 188 weiblie), Jsrae- [iten 7997 (5974 männliße und 2023 weiblide), Bekenner anderer Religionen 583 (530 männlihe und 53 weibliche); von den 29 817 Dienenden, fast aus\hließli< weiblihen Geschlezts, waren Evangelische 28 811, Katholiken 746, andere Christen 35, Israeliten 217, Bekenner anderer Religionen 8; von den 337 100 Haushaltungs- angehörigen waren Ebvangelishe 314960 (94056 männliche und 220 904 weibliche), Katholiken 9176 (2588 männlihe und 6588 weib- liche), andere Christen 2363 (1048 männliche und 1315 weibliche), Israeliten 8646 (2356 männlihe und 6290 weiblihe), Bekenner anderer Religionen 1955 (1140 männliche und 815 woeibliche).

Auf die vershievenen Berufsabtheilungen vertheilen si die 297042 Erwerbsthätigen (ohne die Dienenden im Hause der erat wie folgt: Landwirth\<aft, Gärtnerei, Thierzucht,

orstwirthshaft und Fischerei: 10578 (8290 männlihe und 2288 weibliche) Evangelische, 251 (214 männliche und 37 weibliche) Katho- liken, 5 andere Christen, 4 Jsraeliten und 3 Bekenner anderer Re- ligionen; Industrie und Bauwesen: 106 260 (84505 mänxuliche und 21 755 weiblihe) Evangelische, 6450 (5838 männlihe und 612 weiblihe) Katholiken, 299 andere Christen, 1417 Israeliten und 226 Bekenner anderer Religionen; Handel und Verkehr: 95 682 (82 231 männli<he und 13 451 weibli<e) Evangelishe, 3910 (3384 männliche und 526 weibliche) Katholiken, 229 andere Christen, 4557 (4051 männliche und 506 weibliche) JIsraeliten und 264 Bekenner anderer Religionen ; häusliche Dienste und Lohnarbeit wechselnder Art: 12595 Evangelische, 447 Katholiken, 14 andere Christen, 44 Israeliten und 11 Bekenner anderer Religionen ; öffentlicher Dienst und sogenannte freie Berufsarten: 19055 Evangelische, 1666 Kattoliken, 149 andere Christen, 606 Israeliten und 25 Be- Écnner anderer Religionen; ohne Beruf otcr ohne Berufs - angabe: 29540 Evangelische, 1261 Katholiken, 71 andere Christen, 1369 Israeliten und 54 Bekenner anderer Religionen.

Getreidebau und Getreideproduktion in Rußland im Jahre 1896.

Im Jahre 1896 betrug in den 71 Gouvernements und Provinzen des russishen Neihs die mit Getreide- und Hülsenfrüchten bestellte Fläche 80 706 875 ha (in Deutshland na< der Bodenbenußungs- statistik von 1893 15 992 119 ha), wovon 33 567325 ha = 41,5 9/6 auf Winterfru<ßt und 47 139 550 ha = 58,5 9% auf Sommerfrucht entfallen (in Deutschland auf Winterfrucht 51,2 % und auf Sommer- frucht 48,8 9/0). Im Vergleih zum Jahre 1895 hat die Getreide- fläche um 4378 625 ha zugenommen.

Die gesammte Getreide- (und Hülsenfrucht-) Ernte im Jahre 1896 wurde zu 53 769651 t à 1000 kg (im Deutschen Neih im Durch- \<nitt der 10 Jahre 1883/92 zu 16 475 928 t) berechnet, wovon 23 181 861 t = 43,1% auf Wintergetreide und 30587 790 t = 56,9 9/9 auf Sommergetreide entfallen. Nach Abzug der Saatfrucht verblieb von der Gesammternte des Jahres 1896 no< cin verfügbarer Betrag von 43 425 657 t. ;

Im einzelnen entfallen na< den „Mittheilungen des Königlich württembergis<hen Statistishen Landesamts* :

von dem nah von der von dem | Abzug des Saat-

j gesammten bedarfs verfüg- Erntefläche

Ernteertrag 4A E

Ra in | in Tonnen | în | in Tonnen | in 0/0 à 1000 kg | 9% F à 1000 kg | 9%

| 19 634 886 36,5] 15 847 856| 3 3546 974| 6,6| 2 900 898) 420 308| 0,71 312 496) 7 666 526| 14 6 235 820 11 609 194 21,6) 8 946 100) 5 521 975| 10,31 4 479 455) 349 369| 0,6) 274 370) 951 065| 1,81 683 855)

o N

S t i I DLDORDREI M NOOYINDOrS

|

Winter-Noggen . 128 422 756 / Winter-Weizen . | 5 144 568 Semer Saggen 751 524 Somir er-Weizen | 13 374 932 Hafer 16 782 754 Ee A G SOOO A E N ov 471 481 Buchweizen , .| 2587 853 85 irse 2 894 487 2 567 467| 4,91 2450 762|

i 1 030 498 603 822| 1,1 571 990! n E LOOTOOU L 897 065| 1,71 722 050|

Die mit Kartoffeln bebaute Fläche beträgt 3 357 770 ha (im Deutschen Reih im Jahre 1893 3 037 366 ha), die Ernte an Kar- toffeln insgesammt 24 025 152 t (im Deutschen Reih im Durchschnitt der 10 Satra 1883/1892 24586 967 t) und nah Abzug des Saats- bedarfs noh 19 127 600 t.

Auf den Kopf der Bevölkerung (nah der Zählung von 1887 113 354 649) entfallen von der Gesammtgetreideernte des Jahres 1896 474,3 kg (im Deutschen Neich von der Durchschnittsernte der 10 Jahre 1883 bis 1892, bei Zugrundelegung der Bevölkerung von 1890 mit 49 428 470, auf den Kopf 333,3 kg), von der Gesammtkartoffelernte des Jahres 1896 211,8 kg (im Veutschen Reih von der Durh- \f<chnittsernte der 10 Jahre 1883/92 auf den Kopf 497,4 kg).

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