1872 / 63 p. 13 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

klassischen Metrum), Thomás von Kenipen, von Themar, Sebastian Brant, Alexander Montanus, Jodocus Clichtoveus/ acob Ferrerius, Helius Eoban Hessus, Erasmus.

Dann folgen mit Melanthon die Dichter der Reformations8-

eit. Von Melanthon selbs sind neun Dichtungen, meist im lassishen Metrum. Es folgen dann die Übrigen aus der Re-

formations8zeit : Urban Regius, Georgius Thymus (mit seinem: aufer immensam Deus aufer iram, einem »der großartigsten und ergreifendsten Lieder, die je gebetet oder gesungen worden« wonach Georg Vetter sein »Laß Herr vom Zürnen über un ellenden«), Paulus Eber, Hermann Born mit seinen lateinischen Schulliedern, Joh. Stigel Reinhart Lorich, Georg Fabricius, Andreas Ellinger, Georg Buchanan (ein S Ludwig Helm- bold, Hieron. Weller, Joachim Camerarius, G. Aem. Oemler, Nic. Selnecker, Silv. Antonianus, Ant. Muretus, Rup. Bellar- min, Wolfg. Ammonius, Tobias Aleutnerus. Unter diesen sind mehrere, welche au deutsche Lieder gedichtet ; andere haben ältere lateinische umgedichtet oder anstößige Lehren entfernt (z. B. aus Lauda Sion);/ andere wieder haben deutsche Kirchen- lieder ins Lateinische überseßt: 3 B. Luthers: Arx firma noster Deus est Ex inferis acclamo te, oder besonders oft: Erhalt uns Herr: Serva Deus yerbum tuum, und: »Uns ist geboren ein Kindelein« in: Nobis puer nunc natus est, das wie eine Rüküberseßzung den älteren Liedern, Puer natus das wie ene T an die Seite tritt. Besonders boten in dieser

Zeit die Psalmen, aber„auch andere biblische Stoffe den Jnhalt.

Der zweite Theil dieses ersten Bandes von S. 365 884 ist überschrieben: »Zur Bibliographie« , wo der Verf. unter 579 Nummern einige Handschriften, meist alte, sehr oft die ersten Drucke bis zum Jahre 1675 als Ergänzung zu seinem früheren Werke gleichen Namens vom Jahre 1855 beschreibt und die darin enthaltenen Lieder dem Anfang nah aufführt. Diese Arbeiten legen für die wissenschaftliche Behandlung des Kirchenliedes und seiner Geschichte die nothwendigen , unum- saftng, ja in sehr V Sie bestimmen Zeit und Ort der Ab-

Adam Wernher egius, Jacobus eyer, Zacharias

assung, ja in sehr vielen Fällen auch den Verfasser, wie sie enn auch die ursprüngliche Gestalt und Form des Liedes bieten. An einigen sehr lehrreichen Beispielen in der Vorrede wird gezeigt, von welcher edeutung sie für die Hymnologie find. ir wollen nur auf ein interessantes Faktum aufmerk- sam machen. Die Zeit, in der a sein Lied: »Eine feste Burg« gesungen, wird bekanntlich sehr verschieden bestimmt; bald während des Wormser, bald er während des Aug8bur- r Reichstages. Schneider, in seiner Aus8gabe von Luthers iedern *), sucht nachzuweisen, es sei am 1. November 1527 ge- dichtet. Dem gegenüber giebt der Verf. den Nachweis, daß es zuerst, soweit es bis jeßt ermittelt ift, in dem 1529 zu Wittenberg erschienenen Gesangbüchlein steht; mit- n weder zu orms, noch zu ugsburg entstanden ein kann; aber auch Schneiders Zeitbestimmung Vei nicht halt- bar; denn daß Luther es ein und ein halbes Jahr sollte E liegen lassen, sei schr unwahrscheinlich, zumal 1528 das Ge- sangbüchlein zu Zwickau erschien.

Diese Forshungen kommen namentlich zu Gute den Lie- dern des Erasmus Abberus, Mathe us, Seb. Heyd, Heinrich Egel; ferner sind die Originaldrude von den bedeutendsten Dichtern, die bisher wie verschollen oder unerhört waren, in ras Anzahl S e von Ioh. Leon, Ludw. Helm-

old, Martin Behm, Ambr. obwasser, N. Selnecker, Caspar Fuger, Caspar Melissander, Mart. Moller, Cyriacus Schnee- gaß, 2: en Barth, Ringwaldt u. A. lber nicht blos auf das ober-deutsche Kirchenlied haben \sih diese Forshungen erstreckt, sondern es find auch die nieder- deutschen, ferner die des O bus von 1566 und 1639, auch katholische Liederdrucke wie ie der Schwenkfeldianer gd wegen Adam Reußner und Dan. Sudermann) berücksichtigt.

Als bedeutsam für die bent des ganzen Standes des Kirchengesanges in der evangelischen Kirche lgen dann am Schluß abgedruckt die Vorreden der bedeutendsten Gesangbücher von 1529 bis 1644, 42 an der Zahl ; ebenso zweier niederlän ischer.

Der im Jahre 1867 vollendete zweite Band (1867: 1195 Seiten) enthälk eine Sammlung von Liedern kirchlichen Jn- E aus der Zeit von 868 bis 1518 soweit sich die Zeit der ieder bestimmen läßt, deren Verfasser nicht bekannt sind, in chronologischer Folge. Vertreten sind von Otfrid von Weißen- burg an bis auf Hans Sachs, sofern seine und mancher ande- ren Dichter vorreformatorische Lieder mit aufgenommen wer- den mußten, 86 Dichter; von mehr als der Hälfte der aufge- nommenen 1448 Lieder find die Verfasser unbekannt. Aufge- nommen sind auch (Nr. 508 bis 524) einige Proben des eist: lichen Schauspiels, z. B. ein Passionsspiel aus dem 13. Tahr- hundert, die Marienklagen aus einem Osterspiel. In einem

®) Berlin 1856.

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Register ist der Versuch geniacht, sie nach ihrem Inhalt zu ordnen ; derselbe ist äußerst mann! faltig. i

Der dritte Band, erschienen 1 0, enthält auf 1275 Seiten die Lieder des ersten Geschlechtes der Reformation von Luther bis Nicolaus Herman, und zwar 1487 an der Zahl. Wäh- rend in seinem früheren Werke aus dieser Zeit nur 78 Dichter aufgeführt waren, find in diesem noch 88 bisher nicht bekannte oder weniger beachtete , unter ihnen mehrere von edeutung, wie Caspar Löhner, Georg Grunwald, Christian Adolph, Nic. Amsdorf, Joachim Magdeburg - Joh: Schönbrun, Jos. ilt- A u. a. hinzugekommen. uerst kommen die Lieder Luthers 54), dann die Lieder derjenigen Dichter, welche Luther bei den von ¿hm herausgegebenen Gemeinde. - Gesangbüchern und den unter seiner itwirkung entstandenen Chor - Gesang- büchern 119 Erwägung gezogen - (P. Speratus, J. Jonas, Elis. Creußiger, Laz, Spengler, JOO. gricola, L: s +094 Styfel, H. Müller, oh. Kolroß, M. Greiter, L. Oeler, W. Dach- Fein, A. Knöpfen, G. Grunwald, A. Reußner, H. v. Wert- “ae J. Sanftdorfer, J. Schnesing, J. Walther, I. Freder,

» Wäße (mit 162) I. Horn, (leytere beide von den böh- E Brüdern), dann die, welche an diesen keinen Antheil haben (darunter A die Lieder der Wiedertäufer). Die {on exctenenen vier Lieferungen des vierten Bandes bringen den Akfan der Lieder des zweiten Geschlechts der Reformation , von Paul Eber bis Bart olomäus Ringwaldt.

Alle diese Lieder sind wie die in den früheren Bänden stets nach den ältesten Quellen gedruckt; in den auf jedes einzelne folgenden nmerkungen ist das Nöthige darüber ge- sag! auch sind die weiteren Drucke, welche verglichen sind, da- sel st aufgeführt und die Lesarten aus ihnen, sowie die etwai- gen r jenes ersten, welche im Abdruck verbessert werden, verzeichnet.

So viel liegt von dem Werke vor. Zu erwarten is noch, wenn die Liedersammlung bis zu dem N eitraume abgeschlossen sein wird, nach der Vorrede (2. Bd. S. V.) ein Schlußband mit einer eingehenden DGraGuna der Geschichte des Kirchenliedes und seiner Dichter und ein Wörterbuch für

alle s{wierigen Ausdrücke.

n der Vorrede zum ersten Bande seines Werkes dankt der Verfasser jenen M nnern , welche die Einladung zur Sub- \kription auf dasselbe unterzeichneten. Wilhelm und Jakob Grimm in Berlin, Friedrih Sander, EOOA Uhland, Vilmar und andere hervorragende Vertreter der deuts hatten das Werk empfohlen. E rühmt er aber auch die fördernde Hülfe König Frie die sein Werk nicht zu Stande gekommen wäre. »ITh gedenkea so schreibt er am Schluß.der Vorrede, vin tiefer Rührung de Königs Friedrich ilhelm 1V. von Preußen , den Gott, zu dessen Zeugnissen er sich bekannt, vor größeren Leiden hinweg- gee Ex wandte dieser meiner Arbeit sein Königliches

ohlwollen zu sie würde ohne seine Unterstü Reife gediehen sein: ein Gerin es unter dem Vielen, das er

gethan, für mich ein Großes, wo ür der Dank nicht ersterben wird. «

Beiträge zur deutschen und preußischen-Geschi hte und Landeskunde in Shulprogrammen.

I. wird die Besondere Beilage des

Unter dieser Rubrik »Deutschen Reichs-Anzeigers Und Königlich Preußischen taat8- Abhandlungen in Schulprogrammen nebst edrängter Jnhalts- Uebersicht liefern. Für dieimal werden i t blos gie Mo granime des Nen sondern auch der nächst vorhergehenden Jahre Berücksichtigung finden. :

Der Stellinga -Bund. 841 $43. Jur Geschichte des Unterganges gemeiner Freiheit in eutschland. Von

x Dr. Hermann Derich8weiler. Cöln, Friedrich- Wilhelms-Gymnasium, 1868. 4. 22S.

Karl der Große vermochte den Widerstand der Sachsen nur dadur niederzuschlagen, daß er das Interesse der Ede- linge von dem des Volke trennte. Schon 785 waren jene großentheils von den an estammten Göttern und Saßungen g und in die Stellung von Königlichen Beamten und

ehnsleuten getreten. Doch verzweifelt wehrte sich das Volk, namentlich auch wegen des Zehnten, der nach seiner An- shauung dén Freien zum der Eintritt in das väterliche Erbe von der Unterwerfung unter den Kaiser und die Kirche abhängig. Die Entscheidung traf der Königliche Amtmann. Er Ged auch, wer persön- liche Kriegs8dienste leisten, wer nur Geld beisteuern, wer gan frei sein sollte; denn jeder freie Gaubewohner war nicht blo

bei der Lande8ßvertheidigung, wie bisher, sondern au beim Angriffskriege gegen entfernte Länder zur Mitwirkung ver-

ichtet. Dadurch geriet pi igkeit von b dehnéadel und verarmte.

chen Wissenschaft | rich Wilhelms 1V., ohne |

ung nicht zur

Anzeiger8« hinfort jährlich eine Uebersicht der hierher gehörigen |

örigen herabdrückte. Ferner war |

E

der gemeine Freie immer mehr in

Reichs unter Ludwig dem Frommen ergab viele nde. Als nun sein Sohn Lothar 841 die Schlacht von Fontanet verloren atte, rief er das Volk zu seiner Rettung an, und unter eme Aegide bildete si der Bund der Stellinger, d. 1. der Wiederhersteller, welche die Herren und Priester verjagten und die alte Ver- assung wieder erstellten. Der Bun behauptete sich gegen E Lehn8adel Ludwigs des Deutschen und verfolgte unter Lothars Führung Kar den Kahlen gegen Paris hin. Zwar wurde Lothar wegen eines Bündnis)e solcher Art der Herr- schaft E unwürdig erklärt ; doch seine Erfolge an der Spiße dieses Bundes zwangen bald die Brüder zu nterhandlungen, und Lothar opferte treulos seine Mayergen Verbündeten. Der Stellinga - Bund wurde völlig zersprengt. Der Sieg der Lehns-Aristokratie über die alte Verfassung war damit entschieden. Markgraf Gero, die Stiftskirche zu Gernrode und die Gersdorfer Burg. Von H. Pröhle. Berlin, Louisenstädt. Realsch. 1870. 12S. 4.

Die Abhandlung zerfällt in 3 Theile: 1) Beschreibung der Stiftskirche. 2) Geschichte Geros und der Stift8kirche. 3) Die Gersdorfer Burg. In den beiden ersten Abschnitten folgt der Verfasser wesentlich den Schriften von O. v. Heinemann und Schnaase über diesen Gegenstand. Einiges Neue liefert er über die Lokalität der Ungarnschlacht von 938. Die aus späterer Zeit r ura von Gersdorf (Gerwigsthorp B, ist ledigli unrichtige Namensdeutung mit Gero in Verbindung ge rden. N arina

Studien Zur Geschichte Kaiser Friedrich 1. I. Friedrich I. Anfänge. 1152—1158. Von Dr. H Pr ugt. Dana, Gymn. 1868. 38 S. 4.

Das deutsche Königthum war unter Conrad III. der Hierarchie völli erlegen. Daher war es ein Bruch mit Con- rads ganzer Politik, als dieser auf dem Todtenbett seinen Neffen Friedrich von Schwaben zum König empfahl. Frle- drichs Königthum erstrebte pon Anbeginn Befreiung von E Bevormundun und Ans des Reichs.

azu gehörte vor allem Friede mit den Welfen. Er ließ daher Heinrih dem Löwen 1454 Bayern wieder zusprechen und be- \chwichtigte die Feinde, die ihm in Folge davon neu erwouchsen, durch kluge Verhandlungen, unterstüßt von dem Waffenruhn, den er auf dem ersten Römerzuge erworben hatte. Freilich gewann er den Herzog Heinrich von Oesterreih nur um hohen Preis, indem er im fast die Territorialhoheit einräumte; aber ein anderer Ausweg war kaum vorhanden... :

Friedrichs weiteres Streben ging dahin, die Schirmherr- chaft über die gesammte Christenheit und die Oberhoheit über die nördlichen, östlichen und südlichen Nachbarn des Reichs wieder geltend zu machen, und bald bekannten sich Dänemark, Böhmen und Polen wieder als seine Vasallen ; den bedeutend- sten und dauerndsten Machtzuwachs brachte aber die -Erwer- bung von Burgund.

Schon beim Vertrage von Konstanz 1153 war der Vortheil auf seiner Seite; er verhieß Unterwerfung, der auf- rührerischhen Römer, Verzicht auf einen einseitigen Frieden mit | und Schuÿ gegen die Griechen ; ieß die Kaiserkrönung, kirchliche Verfolgung von Friedrichs Feinden und Verzicht auf rar Vereinbarung mit Griechen und Normannen. riedrichs Kaiserkrönung er- [00s 1155 dur Hadrian 1V. Bald klagten beide Theile über Ber- ragsbruch. Da rief auf dem eich8tage zu Besançon 1157 ein pâäpstliches Schreiben einen offenen Konslift hervor. Eine Stelle desselben besagte , der Kaiser habe vom Papste beneficia empfangen , was der Kaiser- liche Kanzler Reinald von Dassel jedenfalls a rei mit »Lehen« lag und da die päpstlichen esandten nicht widersprachen, 0 mußten fie vor der Entrüstung des Kaisers und der Fürsten - eine schleunige R antreten. Da nun selbst die deulschen Bischöfe für den Kaiser Partei nahmen, #0 erklärte der Papst 1158, der Ausdruck beneficia conferre solle nicht bedeuten »Lehen auftragench«, sondern »Wohlthaten er- weisen. « So hatte sich 1n sech8 Jahren die Stellung des Kaisers zur Kurie geändert.

Eine Unter de

der Pap

Die Norddeutsche Feldpost im Kriege 1870—71.*)

Obwohl die Feldpost keine Frieden8organisation zur Unter- lage hat, A ine Baut den während de N ledens getroffenen Vorkehrungen, schon am 94. Juli 1870, 9 Tage nach dem Allerhöchsten Mobilma ng8befehl, die Feldpostanstalten zum Abmarsch bereit. Schon die ersten Formationen erforderten

Nach: Die Norddeutsche Feldpost während des Nrieges mit

Gedruckt in der

die Gestellung 968 Feldbpostillonen , womit 3 Armee-Postämter,

\chaffnern,

von 270 Oberbeamten, 188 Felopo e : /

1 n Elapben Posbiteio 1 Feld - Ober - Postamt / appen - Posidireliionen/ 8 [3 Teldpostämter, 27 Feldpostexpeditionen der Infanterie-Divisionen und 13 der Reserven, zusammen 60 en ebildet wurden. Im Laufe des Kriegs wurden von den 13 Feldpostämtern die 13 Avantgarden-ELPe- ditionen als selbstständige Feldpostepped ers abgezweigt und 9 Feldpostämter X11. und XI . Armee-Corps) so wie 2 & ld- postexpeditionen überetatêmäßig formirt, so im Ganzen 77 Feldpostanstalten mit 292 Oberbeamten, 902 Unterbeamten, 994 Postillonen, 869 Pferden und 188 Fahrzeugen bestanden.

Um die 4600 norddeutschen Postan alten jedem Qweifel über die Spedition ür di ile Armee bestimmten Sen- dungen zu überheben, erri -Postamt in Berlin, Caffel, Cöôlu,-Frankfurt a. M., H eipzig und Saar- brücken große Depots (Postsammelstellen), nach welchen alle Sendungen von den Lokalpostanstalten auf dem kürzesten Wege geleitet wurden. Eine »Feldpostüberficht«, die 64 umfaßte und 39 Mal aufgelegt wurde, s die Postsammel-

ellen 2. über den Division verband und Standort 4m Lau- enden ; Berichtigung8naweisungen wurden täglich in Exemplaren versendel.

Wir können der Entwickelung des deutschen Feldpostwesen®, dessen Course sih nach und nach bis auf 5100 Kilometer und über 3000 Quadratmeilen erstreckten, hier nicht folgen, auch nicht die großen Schwierigkeiten ugen, mit denen due Post nach allen Richtungen zu fämpfen hatte. Wir beschränken uns darauf, die Leistungen der Feldpost in dem Zeitraum vom 16. Juli 1870 bis 31. März 1871 in Zahlen usammenzustellen : Auf dem ofkkupirten Gebiete wurden 7 mobile Feldpost- anstalten , 136 Feidpostrelais y immobile Postanstalten U. Dgl., 40 Landespostanstalten , 158 deutsche Postanstalten in Elsaß- Lothringen, zusammen 411 Anstalten, errichtet. Hierzu wurden 2140 Posftbeamte verwendet; 3761 andere waren zu den Fahnen eingezogen , so daß der Friedenspostdienst 5901 Beamte ent- behren mußte. Von diesen find 125 gefallen oder im Felde

aben ; 187 wurden verwundet; 12 'tPár: pi in Gefangen- haft ; 167 wurden dekorirt. Die Feldpost eförderte 1n dem ange- ebenen Zeitraum 89,659,000 gewöhnliche Briefe und Korrespon- denzkarten, 2,354,310 eitung8exemplare (davon 1,449,550 unter Kreuzband), 43,023 Thlr. in Militärdienstangelegenheiten, 16,842,460 Thlr. in Privatangelegenheiten des Militärs (5,615,830 Thlr. nach, 11,226,630 Thlr. von der Armee ab- esendet); 125,916 - Packete in Militärdienstangelegenheiten, l 53,686 Pacete ín rivatangelegenheiten zur Armee. : Im Feldzugcal8 wurden im Durchschnitt täglich 25 bis 30,000 Briefe, Und in dem Zeitraum vom 28. Juni bis 98. Juli 38,000 Privatpadete an die Truppen befördert. Dem egenüber ergeben fich sür den Feldaug 1870 täglich 200,000 Brie e und innerhalb einer vierwöchent ichen Periode (15. Oktbr. bis 8. Dezbr.) 610,844 Privatpätereien.

Die Lebens- und euerversicherung im preu ischen Staate und ) L Deutsden Reiche 1867 1869. ®)

In Preußen waren in den Jahren 1867 bis 1869 46 Lebens- und Rentenversicherungs- Änstalten thätig, von denen 30 auf Aktien, 16 a Gegenseitigkeit beruhen. Die Zahl der Personen, welche Kap rh E ( e d esta in der ge W L R G h bei 3 esellschasten au [ ( it), versichert hatten, betrug im J. 1867: 188,009, 1868: 216,942) 1869: 946,417; das versicherte Kapital am Jahres {luß 173,632,643 resp. 189,748,217 und 210,549,477 Thlr. mithin im Durchschnitt für die versicherte Person 924 resp. 875 und 854 Thlr. Diese Abnahme in der Höhe der durchschnittlichen Versicherungs8\summe deutet darauf hin; daß die Lebensversicherung mehr und mehr in die unbemittelteren Volksklassen dringt. Die Lane Prämien belicfen sih in den drei

enannten Jahren bei den A tiengesellschaften auf 29.6 resp. 29,8 resp.

0, bei den Gul Gegenseitigkeit beruhenden Gesellschaften auf 34,3 ven: 33,8 und 33,97 im Ganzen auf 30,9 resp. 30,9 und 31,1 pro Mille der Versicherungssumme; und zwoar auf 5/359, 124 resp. 5/81:5/278 und Si E: Qur Auszahlung kamen 2,671,007 re}p. 2,892,051 und 7 r.

Ge en Ae IR@8fall waren bei 4 Gesellschaßen 1012 resp. 1254 resp. 2013 Personen mit 3,472,107 resp. 41647,823 und 6,961,706 Thaler versichert durschnittlich mit 3431 resp. 3706 und Thlr.1

egen 0,69 resp. Hen e Mille de Mien

8gezahlt wurden resp. un 4 M Un Begräbniß eld waren bei 9 Gefellschaften für 91,339 resp. 92,991 und 95,453 Personen mit 5,296,767 resp. 5/465/548 und 5,620,380 Tblr. versichert, durchschnittlich mit 53 ges, 59 und 59 Thlr. Die Prämien hierfür betrugen 199,169 resp. (305 und 205/693 Thaler oder 37/6 resp. 379 und 36/6 Pro Mille. Ausgezahlt wurden 89851 resp. 101,295 und 103,212 Thlr.

*) Nach dem Aufsaß von H. Braemer : »Die Lebens- und die

Aktien;

# ankreich in den Jahren ige De Berliny 1871. nigl. Geh, Ober-Hofbuchdruckerei (R. v. eder).

rung im preußischen Staate und in Deutschland« in der Beiift de drial preuß. statist. Bureaus, Heft 111. und IV., ahrg. 1871. i e :