1897 / 214 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Der Landgerichts - Rath Feihtmayer in B, der Rechtsanwalt, Justiz - Rath Neu ß in Aachen und der Notar Coninx in Düsseldorf sind gestorben.

Ministerium für Handel und Gewerbe.

Der Dortmunder Mosaikfabrik in Dortmund ist die Ns für gewerbliche Leiftungen in Bronze verliehen worden.

Hauptverwaltung der Staatsschulden.

Bekanntmachung.

Die am 1. Oktober 1897 fälligen Zinsscheine der preu- ßishen Staats\s<hul den werden bei der Staats\chulden- Tilgungskasse W. Taubenstraße 29 hierselb —, bei der Reichsbank-Hauptkasse, den Regierungs-Hauptkassen, den Kreis- fassen und den übrigen mit der Einlösung betrauten Kassen und Reichsbankanstalten vom al d. M ab ei elóst. Auch werden die am 1. Oktober 1897 fälligen Zins- Peine der von uns verwalteten Eisenbahn-Anleihen, mit Aus- nahme der nachstehend besonders erwähnten Schuldgattungen, bei den vorbezeichneten, sowie bei den auf diesen Zinsscheinen vermerkten Zahlstellen vom 21. d. M. ab eingelöst.

Die Zinsscheine der na< unjerer Bekanntmachung vom 16. März 1896 vom 1. April 1896 ab in unsere Verwaltung gekommenen Anleihen der Saal- und der Werra-Eisenbahn- Gesellschaft werden au< in Zukunft nur bei den bisherigen Einlösungsstellen eingelöst. : Á

Die Zinsscheine sind, nah den einzelnen Shuldgattungen und Werthabschnitten geordnet, den Einlösungsstellen mit einem Verzeichniß vorzulegen, welches die Stüczahl und den Betrag für jeden Werthabschnitt angiebt, auf erehnet ift und des Einliefernden Namen und Wohnung ersichtlih macht.

Wegen Zahlung der am 1. Oktober fälligen Zinsen für die in das Staatss Q uldbu< eingetragenen Forderungen be- merken wir, daß die Zusendung diejer Zinjen mittels der Post sowie ihre Gutschrift auf den Reichsbank-Girokonten der Empfangsberechtigten zwischen dem 17. September und 8. Oktober erfolgt, die Baarzahlung aber bei der Staatsschulden - Tilgungskajse am 17. September, bei den Regierungs-Hauptkassen am 24. September und bei den sonstigen außerhalb Berlins damit betrauten Kassen am 27. September E : :

Die Staats\chulden-Tilgungskasse ist für die Zins- zahlungen werktäglih von 9 bis 1 Uhr, mit Aus\{luß des vorlezten Werktages in jedem Monat, am lezten Werktage des Monats aber von 11 bis 1 Uhr geofsnet. :

Die Jnhaber preußischer Konsols machen wir wiederholt auf die dur uns veröffentlichten Amtlichen Nachrichten über das Preußische Staats- <uldbu<h“ aufmerksam, deren 6. Ausgabe dur jede Buchhandlung für 40 Z oder von dem Ver- leger J. Guttentag in Berlin durch die Post fre1 für 456 S zu beziehen ijt.

Berlin, den 6. September 1897.

Hauptverwaltung der Staatsschulden. von Hoffmann.

Evangelisher Ober-Kirchenrath.

Der in die Oberpfarrstelle zu Strasburg U.-M. berufene hisherige Superintendent der Diözese Neustadt-Brandenburg, Pfarrer Spieß in Brandenburg ijt zum Superintendenten der Diözese Strasburg, Regierungsbezirk Potsdam, bestellt worden.

Personal-Veränderungen.

Königlich Preußische Armee. Portepee -Fähnrihe x. Ernennungen, Beförderungen und Versepungen. Im attiven Heere. Homburg v. d. Höhe, 5. September. Königin von Italien Majestät, zum Chef des Hess. Jäger-Bats. Nr. 11, Prinz Ludwig Ferdinand von Bayern, Königliche Hobeit, Königl. Baver. Gen. Lt., zum Chef des 3. S{lef. Drag. Regts. Nr. 15, Herzog Karl Tbeodor in Bayern, Königliche Hobeit, Königl. aver. Gen. der Kav., zum Chef des Drag. Regts. Freiherr von Manteuffel (Rbein.) Nr. 5, ernannt. Beamte der Militär-Verwaltung.

Dur Allerböchsten Abschied. 24. August. Lütgert, Bierbaum, Zabimstr. von ter Kriegéshule in Hanncv bezw. Potédam, bei ibrem Auésceiten aus dem Dienst mit Persioa der Charakter als Rechnungs-Rath verliehen.

Durch Verfügung des Kriegs-Ministeriums.

J iernen-Insp. in Berlin, auf seinen Antrag zum 1.

erfion in den Rukeftand verscßt. i. Fraxz, Garn. Verwalt. Ober-Insp. in VFrfterburg, mm 1. August 1897. Girmann, Kasernen-Insp. auf Probe ia, Ohle, Kasernen-Insp. auf Probe in Thorn, zu

Offiziere,

G li. Hoffmann, Garn. Verwalt. Insp. in Oldenburg,

Glaubiß, Garn. Verwalt. Infp. in Tilsit, Winkler, Garn. Verwalt. Inv. in Hanau, Lindemann, Garn. Verwalt. Jasp. in Holberstatt, Koppelkamm, Garn. Vetwalt. Insp. in Weißenkurg, Müller, Earn. Verwalt. Insp. in Küstrin, zu Garn. Verwalt. Ober- Inspektoren ernannt. Liestmann, Kasernen-Insp. in Osterode, na< Wittenberg, Babuke, Kasernen- Insp. in Wittenberg, nah Oftzroze, versett. li. Mertins, Garn. Verw. Obker-Insp. in Neisse, zum [t. Direktor ernannt. . Auguf Schröder, Garn, Verwalt. Insv. in Swine- mürte, n2< Altenbura, Heffter, Garn. Verwalt. Insp. in Aiten- burg, na< Swinemünde, verseßt.

5. August. Lindow, Garn. Verw. Ober-Insp. auf Probe in Brandenburg, zum Sarn. Verwalt. Ober-Infp. ernannt. Stiebert, Kasernen-Iniv. in Trier, na< Berlin, Bra>, Kasernen-Insp. in Straßburg i. E., nah Trier, Schatte, Kasernen-Insp. in Spandau, na< Straßburg i. S., verseßt.

6. August. Zichieshang, Garn. Verwalt. Insp. in Stade, auf seinen Antrag zum 1. November 1897 mit Penfion in ten RNahbe- stand recießt.

9. August. Anger, Garn. Verwalt. Insp. in Berlin, na< Insterburg, Sheppan g, Kasernen-Insp. in Brandenburg a. H., nah Berlin, veriezt. Schaub, Kasernen-Insp. auf Probe in Münster, Schwarz, Kasernen-Insp. auf. Probe in Berlin, zu Kasernen- Inspektoren ernánnt.

10. August. Odendahl, Kasernen-Jnsp. in Freiburg i. B., als Garn. Verwalt. Ir. sv. auf Probe nah Dessau, Klein, Kasernen- Insy. zu Königéberg i. Pr., nah Freiberg i. B., verseßt.

13. August. Bodenftein, Proviantmeister in Brandenburg

„als Proviantamts-Direktor auf Probe nah Cassel, Herrgesell,

iantzmts- Assist. in Demmin, nah Stralsund, zum 1. Sep-

897 verseßt.

14. August. Kohlmann, Kasernen-Jnsp. in Düsseldorf, nah Dt. Eylau verseßt. : df Ï

20. August. Müller, Proviantmeister in Colmar i. E., nah Brandenburg a. H.,, Schubbe, Proviantamts-Rendant in Verden, als Proviantmeister auf Probe nad Colmar i. E., Ku bn, Proviant- amts-Rendant in Neumünster, nah Verden, Damms, roviantamts- Assist. in Kolberg, als Proviantamts-Kontroleur au Probe nah Minden. Prißniß, Terpiß, Proviantamts- Assistenten in Minden bezw. Köln, nah Straßburg i. E. bezw. Kolberg, zum 1. Oktober 1897 verseßt.

23. August. Kühn, Unter-Roßarzt vom Hess. Feld-Art. Regt. Nr. 11, zum Roßarzt ernannt.

26. August. Abendroth, Kafsernen-Insp. in Berlin, nah Brandenburg a. H. verseßt. i

30. August. Richter, Kasernen-Insp. in Oldenburg, als Garn. Verwalt. Insp. auf Probe na< Stade, Wold, Kasernen-Insp. iîn Schwerin, nah Oldenburg, Kolle, Kasernen-Insp. in Berlin, rah Schwerin, verseßt.

Königlich Bayerische Armee.

Portepee - Fähnriche 2- Ernennungen, Beförderungen und Verseßungen. Im aktiven Heere. 2. September. Wilhelm, Kronprinz des Deutschen Reichs und Kronprinz von Preußen, Kaiserlihe und König- lihe Hoheit, à la suite des 1. Ulan. Regts. Kaiser Wilhelm II., König von Preußen, gestellt. i

Abschiedsbewilligungen. Im aktiven Heere. 22. August. Elsäßer, Hauptm. a. D., in die Kategorie der mit Pension zur Dip. stehenden Offiziere eingereiht.

25. August. v. Sicherer, Oberst-Lt. z. D. und Kommandeur des Landw. Bezirks Rosenheim, mit der Uniform des 7. Inf. Regts. Prinz Leopold, Landmann, Major z¿. D. und Bezirks-Offizier beim Bezirks-Kommando Rosenheim, mit der Uniform des 11. Inf. Reats. von der Tann, v. Beust, Major z. D. und Bezirks-Offizier beim Bezirks-Kommando Wasserburg, mit der Uniform des 18. Inf. Regts. Prinz Ludwig Ferdinand, Hö1<, Major z. D. und Bezirks-Offizier beim Bezirks - Kommando Amkerg, mit der bisherigen Uniform, mit der geseßlichen Pension und mit der Erlaukniß zum Tragen der vorbezeichneten Uniform mit den für Verabschiedete vorge{chriebenen Abzeichen der Abschied bewilligt. ;

Fm Sanitäts-Korps. Dur Verfügung des General- Stabsarztes der Irmee. Dr. Renner, einjährig - freiwilliger Arzt vom 1. Pion. Bat., zum Unterarzt im 12. Inf. Regt. Prinz Arnulf ernannt und mit Wahrnehmung einer offenen Assist. Arztstelle beauftragt.

Offiziere,

Nichtamfkliches. Deutsches Rei.

Preußen. Berlin, 11. September.

Jhre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin, Jhre Majestäten der König und die Königin von Stalien, Seine Königliche Hoheit der Prinz-Regent von Bayern und Seine Majestät der König von Sachsen kehrten, wie „W. T. B.“ meldet, gestern Nachmittag um 11/7, Uhr zu Wagen aus dem Manövergelände nah Homburg zurü.

Ueber den Verlauf des gestrigen Manövers wird berichtet : Vier Armee-Korps der Ost-Armee überschritten die Defileen bei Friedberg, Karben und Vilbel und griffen die auf den

öhen von Ober - Erlenbah bei Homburg stehende West- Abtheilung an. Das linke Flügelkorps versuchte eine Um- fassung des Feindes, wurde aber durch einen Vorstoß voa jeiten der West - Abtheilung wieder gegen Vilbel zurü>gedrär gt. Nun befahl Seine Majestät der Kaiser der Kavallerie einzu- greifen. Die gesammten Kavallerie-Massen der Ost-Armee (zwei Divisionen) vollführten eine großartige Attace gegen das Zentrum der West-Abtheilung. Die Schügzenlinien, die Reserven und die Ar- tillerie wurden durhbrochen, der Feind mußte scine Stellung räumen. E der Kavallerie verfolgten zwei Armee: Korps tambour battant die zurü>gehenden Wejt-Truppen. Auch der rechte Flügel des Feindes mußte si<h nun von Homburg zurüdziehen. Die beiden Armee-Korps auf dem rechten Flügel der Ost-Armee verhinderten das Entweichen des Feindes nah Norden zur Haupt-Westarmee. Die West-:Abtheilung wurde infolgede)jen geaen den Taunus geworfen. Endiich brahie cin no<h- maliger Kavallerie-Angriff die legten Abtheilungen des Feindes welche bei Ober-Erlenba<h Stand zu halten versuchten, zum Weichen. Nach 12 Uhr Mittags verkündeten Signale die Be- endigung der Uebungen und damit den Schluß dar diesjährigen Manöver.

Nachmittags um 3 Uhr fand im Kurhause zu Homburg eine Tafel zu 160 Gede>en statt, an welher außer Jhren Kaiserlihen und den Jtalienishen Königlichen Majzejtäten au< Jhre Majestät die Kaiserin Friedrich, Seine Königliche Hoheit der Prinz-Regent von Bayern, Seine Majestät der König von Sachsen, Seine Kaiserliche Hoßeit der Großfürst Nikolaus von Rußland, die bayerischen Prinzen und die anderen Fürstlichkeiten sowie der Reichskanzler Fürst zu Hohenlohe theilnahmen. Seine Majestät der König von Ftalien toastete dabei auf das ruhmvolle deu!she Heer, und Seine Majestät der Kaiser brate ein dreifahes Hurrah auf die tapfere italienishe Armee aus.

Nach der Tafel begaben S1h Jhre Majestäten der Kaiser und der König von Jtalien, Jhre Majestät die Kaiserin Friedrih, Jhre Majestäten die Kaiserin und die Königin von Jtalien, sowie Seine Königliche Hoheit der Prinz-Regent Luitpold und die bayerishen Prinzen zu Wagen nah dem Bahnhofe. Auf dem ganzen Wege wurden die Allerhöchsten Herrschaften von dem dichtgedrängten, na<h vielen Tausenden zählenden Publifum mit begeisterten Hochrufen begrüßt. Bis zur Abfahrt des Zuges - blieben Jhre Majestäten im Fürsten- pavillon des Bahnhofes in lebhafter Unterhaltung ver- sammelt. Alsdann führte, nah allseitiger überaus herzlicher Verabschiedung, Seine Majestät der Kaiser Jhre Majestät die Königin Margherita zu dem Salonwagen, während Seine Majestät der König Humbert Jhyrer Majestät der Kaiserin Friedri<h den Arm bot. Auf dem Bagnjteige hatten fi<h das nächste Gefolge und der Ehrendienst der italienishen Majestäten, sowie der Bürgermeister Dr. Tetten- born und der Kommandant von Homburg, Major Graf von Hutten-Czapski eingefunden. Bei der Abfahrt des Zuges, wel<hé furz nah 5 Uhr erfolgte, wurden die Jtalienischen Königlichen Majestäten abermals auf - das lebhafteste und herzlihste von dem zahlreihen Publikum begrüßt. Bald darauf reiste au< Jhre Majesiät die Kaiserin Friedrich und wenige Minuten -später- Seine Königliche Hoheit der Prinz-Regent von Bayern ab. Abends um 8 Uhr gab Seine Majestät der Kaiser Seiner Majestät dem König von Sachsen das Geleit nah dem Bahnhofe und verabschiedete Sich dort von Allerhöchstdemselben in herzlichster Weise. ,

gute Vormittag 111/, Uhr haben Jhre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin Homburg v. d. H. verlassen und Sich mittels* Sgnderzuges nah Schloß Wolfsgarten bei Darmstadt zum Besuch Jhrer Königlichen Laie des Sroß- herzogs und der Großherzogin von Hessen eben.

Zur Untersuchung des gestern vor Urbach bei Köln vor- ekommenen Eisenbahnunfalls hat sich der Wirkliche Geheime ber-Baurath im Reihs-Eisenbahnamt Stre>ert an Ort

und Stelle begeben.

Der Kaiserliche Gesandte in Sto>kholm, Wirkliche Geheime T Graf von Bray-Steinburg is von dem ihm Aller- höchst bewilligten kurzen Urlaub auf seinen Posten zurü>- gekehrt und hat die Geschäfte der Gesandtschaft wieder über- nommen.

Der Regierungs-Rath Müller zu Merseburg ist vom 1. Oktober d. J. ab der Domänen-Abtheilung des Königlichen Ministeriums für Landwirthschaft 2c. als ilfsarbeiter und der Megterunge-Aier Schwarzlose aus Königsberg, z. Z Hilfsarbeiter im Ministerium für Landwirthschaft 2c., vom 1. Oktober d. J. ab der Regierung zu Merseburg zur weiteren dienstlichen Verwendung überwiesen worden.

Der frühere preußishe Regierungs-Assessor und Fürstlich lippishe Kammer-Rath und Kammerherr a. D. von Wussow ist auf seinen Antrag wieder in den preußischen Staatsdienst übernommen und der Regierung in Lüneburg zur dienstlichen Verwendung zugetheilt worden.

Der Regierungs - Assessor von Be>kerath zu Trier is mit der Vertretung des Landraths zu Altena beauftragt worden.

Homburg v. d. H., 11. September. Seine Mazestät der Kaiser hat, dem „W. T. B.“ zufolge, an den Ober- Präsidenten der Provinz Hessen-Nassau nachstehenden Erlaß gerichtet:

„Ich will die Provinz Hefsen-Nafsau, insbesondere Homburg, nitt verlafsen, obne Ibnen auszuspre<en, daß der Uns, der Kaiserin u Königin, Meiner Gemablin, sowie Meinen Fürstlihen Gäfn gewordene überaus ber;lihe und patriotishe Empfang Mi wit besonderer Freude und Genugthuung erfüllt hat. Id ersude Sie deéhalb, allen denen, die dur<h den reichen festlihen Shmu> der Stadt sowie dur< fonstige Veranstaltungen dazu beigetragen baben, Uns den Aufenthalt bierselb zu einem fo angenehmen und erinnerungsreichen zu gestalten, Unsern wärmsten Dank zu übermitteln. Zur besonderen Befriedigung bat es Vèir gereiht, daß die zu den diesjährigen Herbstübungen zufammengezogenen Truppen troß der ganz erbeblih gesteigerten Einrquartierungélasten in der Pro- vinz überall einz zufriedenstellente Aufnahme gefunden haben. Sie wollen au dies zur öffentlihen Kenntniß bringen.

Homburg v. d. Höhe, 10. September 1897.

WilhbelmR.

Jhre Majestäten der König und die Königin von Jtalien haben an den Bürgermeister von Homburg Dr. Tettenborn ein Schreiben gerichtet, in wel<hem der An- erkennung für den Allerhöchstdenselben bereiteten s{hönen Em- pfang Ausdru> gegeben wird. Beigefügt ist die Summe von 5000 Francs zur Vertheilung an die Armen der Stadt. Dir hi sigen katholischen Kirche haben die italienischen Majestäten den Betrag von 1000 Francs überwiesen.

Baden.

Seine Königlihe Hoheit der Großherzog vollendete am vorgestrigen Tage das 71. Lebensjahr. Aus diesem Anlaß prangten, wie die „Karlsr. Ztg.“ berichtet, die Straßen der Residenzstadt Karlsruhe in festlihem Fahnen- \hmu>. Um 7 Uhr Morgers ertônte feierlihes Fest- geläut, und vom Lauterberg her donnerte der Kanonensalut. Bald darauf eckflang vom Thurm der evangelischen Stadtkirche Choralmusik. Um 10 Uhr wurde in üblicher Weise Fett- gotteedienst in dén Kirchen abgehalten. Nach Beendigung desselben vollzog si<h im kleinen Saale der „Fesihalle“ ein feierliher Aft: Es wurde einer Anzahl Arbeiter aus dem Bezirk Karlsruhe das im Jahre 1895 von dem Großherzog gestiftete Ehrenzeichen für treue Arbeit verliehen. Vertreter des Stadtraths und des „Frauenvereins“ wohnten der Feier bei. Am Nachmittag fand im Gartensaale der Museumsgesellshaft unter zahlreicher Betheiligung cin Fest mahl statt, bei welhem der Staats-Minister Dr. Nokk den Trinkspruh auf den Großherzog ausbrahte. Den Schluß der Feier bildete die Festvorstellung von Richard Wagner 's Oper „Lohengrin“ im Hoftheater. Auch in allen anderen Städten des Großherzogthums is der Geburtstag Seiner Königlichen Hoheit in -ergebender Weise gefeiert worden.

Oldenburg.

Gestern Mittag fand im Elisabeth Anna - Palais zu Oldenburg die Taufe des am 10. August d. J. geborenen Sohnes Jhrer Königlichen Hoheiten des Erbgroßherzogs und dec Erbaroßherzogin statt. Der junge Herzog erhiclt, der „Weser - Ztg.“ zufolge, die Namen Nikolaus Friedri Milhelm. Die Taufe wurde dur< den Ober - Hofprediger, Geheimen Ober - Kirchen - Rath D. Hansen unter Beistand des Hofpredigers, Geheimen Kirchen -Raths NRamsauer vollzogen, und zwar in Gegenwart Jhrer Königlichen Hoheiten des Großherzogs, des Erbgroßherzogs und der Erbgro# herzogin, der Großherzogin-Wittwe Marie von Melenbur0/ Schwerin, Ihrer Hoheiten des Herzogs Johann Albre! Regenten des Großherzogthums Med>lenburg-Schwerin, der Herzoge Adolf und Heinrich, des Herzogs und der Herzog! Paul zu Me>lenburg, des Herzogs Peter von Oldenburg Jhrer Durchlaucht der Prinzessin Heinrih XVII]. Reuß, sow? Jhrer Königlichen Hoheit der Prinzessin Heinrih von Preuf#? und anderer Fürfuichkeiten. Pathen waren Seine Maje® der Deutsche Kaiser, Allerhöchstwelher Sich durch den Gener Obersten der Kavallerie Grafen von Waldersee vertreten Ließ, und Seine Majestät dèr Kaiser von Rußland. Die UrgroF mutter, Jhre Durchlaucht die Prinzessin Adolf von Schwa? burg-Rudolstadt, - hielt den jungen Herzog über die Taufe darauf übernahm Jhre Königliche Hoheit die Erbgroßherzog! den Täufling und empfing mit ihm den Segen des Ober- Hofpredigeré.

Sachsen- Meiningen.

Nach einer im „Regierungsblatt“ veröffentlichten Bekannb- machung des Staats - Ministeriums finden am 28. d. M. die Neuwahlen zum Landtage des Herzogthums statt.

Oefterreich-Uugarn. j

Der Kaiser ift gestern Nachmittag mit großem Gefolge in Totis (Ungarn) ein etroffen. um festlichen Empfange Seiner Majestät hatten ih, wie , . T. B.“ berichtet, die Spitzen fämmtlicher Behörden des Komitats, sowie eine nach Tausenden zählende Menschenmenge eingefunden. Auf die Begrüßungsansprache des Obergespans entgegnete der Kaiser mit dem Ausdru> seines aufrihtigen Be- dauerns über die Schädigung, wélche das Komitat durch die lezten Uebershwemmungen erlitten habe, und \pra< die Hoffnung aus, da die Bévölkerung die in der Gegend kon- zentrierten Truppen mit gewohnter Gasifreundlichkeit aufnehmen werde. Vom Bahnhofe begab si der Kaiser nah dem Sloß des Grafen Franz Éstérhazy, wo eine Ehren - Kompagnie mit der Fahne Ausstellung genommen hatte. Zur Be- grüßung waren daselbsi die Erzherzoge Joseph, Rainer und Eugen, die sämmilihen Offiziere der Manöoverleitung und die Manövergäste anwesend, welche bereits am Mittwoch dort angekommen find. Jm Shlofse angelangt, unterhielt ih der Kaiser längere Zeit mit den Erzherzogen, den Generalen und dem Grafen Esterhazy. Am Nachmittage fand in einem Zelt am See das Diner ftatt. Wie bei den leßten Manövern, so wird au diesmal der Chef des Generalstabes, Feldzeugmeister

eibherr von Be> nah unmittelbaren Befehlen des Kaisers die Oberleitung der Manöoer übernehmen. An die Spitze der Operations-Abtheilung tritt wiederum Oberft Potiorek und an die Spiße der Detail-Abtheilung Oberst Schemua vom Generalstabe.

Heute früh fuhr der Kaiser mit dem engeren Gefolge na<h dem Manöverfeld, und zwar zunächst na<h dem westlich von Totis gelegenen Orte Kocs, wohin sih die Oberleitung der Manöver eine halbe Stunde früher begeben hatte.

Die amtliche „Wiener Zeitung“ veröffentlicht die Kaiser- lihe Verordnung, dur<h welche der österreihishe Reichsrath zum 23. d. M. einberufen wird.

Frankrei,

Der König Alexander von Serbien is nah einer Meldung des „W. T. B.“ mit dem König Milan in Paris eingetroffen. Der König Alexander begiebt sich zum Besuch der Königin Natalie nah Biarrig. :

Auf Grund des am 2. Juli 1893 erlassenen Geseßes über die Vermehrung der Fuß-Artillerie um zwei Bataillone zu je sechs. Batterien hat der Präsident der Republik, na<hdem im Jahre 1896 drei von den in Aussicht genommenen wölf Batterien errichtet worden, die vom Kriegs-Minister bean- tragte Aufstellung von vier weiteren genehmigt, zu deren Bil- dung der Hecreshaushalt die nöthigen Geldmittel und das Ersaß- geshäft die erforderlihen Mannschaften verfügbar gemacht hat. Von diesen vier Batterien werden je eine dem 7. und dem 16. Bataillon zu Langres bezw. zu Rueil (ve:schanztes Lager von Paris) und zwei dem 11. Bataillon zu Lyon zu- getheilt werden. Die 4 von Batterien, welche zu diesen Bataillonen gehören, erhöht fih hierdur auf fünf für das 7., aht für das 11, neun für das 16. Den Zeitpunkt für die Aufstellung der neuen Batterien zu bestimmen, ist dem Kriegs- Minister überlafsen.

Rußland.

Der „Regierunasbote“ veröffentlicht Kaiserliche Hand- schreiben an den Großfürsten Michael Nikolajewitsch, den Kriegs-Minister, General Wannowski, den Genceral- Feldmarshall Gurko, den General-Gouverneur von Warschau Fürsten Jmeretinsky, den Kommandanten der Truppen des Wilnaer Militärbezirks, General Troßky und den Kom- mandeur des ŸI. Armee-Korps, General Kulgatschew, worin denselben, dem „W. T. B.“ zufolge, der Dank des Kaisers aus- gesprochen wird für die vorzügliche Leitung der diesjährigen

anóver der Truppen des Warschauer und des Wilnaer Militär- bezirks, beziehungsweise für die Mitwirkung der Genannten bei der vortrefflihen Ausrüstung der von dem Kaiser besih- tigten Festungen und für die musterhafte Ausbildung der Seiner Majestät bei Bielostok vor-geführten Truppen.

Der General: Konsul Hartwig is zum Vize-Direktor des Asiatishen Departements im Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten und der dramatische Zensor bei der Ober- Preßverwaltung, Kammerjunker Graf Murawjew zum Chef des Zentralcomités für die ausländische Zensur ernannt worden.

__ Mit Bezug auf die armenishe Agitation im

türkischen Reiche schreibt der „Regierungsbote“, wie dem „W. T. B.“ aus St. Petersburg gemeldet wird: „Jn der Presse tauchen von Zeit zuy Zeit Nachrichten über das Auftreten ver- schiedener armenisher Comités im ottomanishen Reiche auf, welchen die Absicht zugeschrieben wird, nah dem Beispiel des vorigen Jahres zu Gemwaltthätigkeiten und zur Aufreizung ihrer fried- lihen Stammesgenossen zu Unruhen überzugehen. Solche Nagthrichten finden einige Bestätigung in den kürzlih vor- gekommenen bewaffneten Zusammenstößen zwishen Armeniern und Kurden an der türkisch - persishen Grenze sowie in Kon- stantinopel selbst, wo die Schuldigen die Armenier waren. Unsere Regierung hat ihrerseits der armenishen Agitation ihre volle Theilnahmslosigkeit gezeigt, da dieselbe keinen Nutzen bringen und die Lage nur verschlimmern kann. Man muß hoffen, daß der gesund denkende Theil der Armenier durch die That das Beispiel eines richtigen Verhaltens den Er- cignissen gegenüber geben und dur< nothwendige Einwirkung wf dieFührer der Agitation neues Elend abwenden wird.“

Spanien.

Die Nachricht von der Einnahme der Stadt Vic- toria de las Tunas durch die cubanischen Auf- ständishen, welhe gestern in Madrid eintraf, hat, dem „W. T. B.“ zufolge, daselbst große Bewegung hervorgerufen. Der Minister-Präsident und Kriegs-Minister, General Azca r- raga sandte an den General Weyler ein Telegramm, in welchem er weitere Mittheilungen über die Einnahme der Stadt erbat. Der General Weyler hat darauf geantwortet, er eine Expedition zur Wiedereroberung der Stadt

ictoria de las Tunas entsenden werde. Abends trat der

inisterrath zusammen, um sih mit dieser Frage zu be-

äftigen. Die Regierung beschloß, energis< vorzugehen und wor Verstärkungen na< Cuba zu entsenden, falls diese ort nothwendig sein sollten. General Weyler wird im Mertommando auf Cuba verbleiben. Jn dem gestrigen Teraid wurde auch der Entwurf eines Neformdekrets big die Philippinen verlesen; dasselbe fand die Billigung er Minister und wird heute der Königin-Regentin zur nterzeihnung unterbreitet werden.

b Dér Präfekt von Madrid hat seie Entlassung ge- geben; an seine Stelle tritt Vicomte Jrue ste.

Türkei.

Die „Times“ meldet aus Kanea vom gestrigen Tage, daß die Pazifikation im Bezirk Kanea einen glatten Fort- gang nimmt. Die internationalen Truppen haben fast alle Außenposten p und so die türkishen Truppen innerhalb des Kordons gebra<ht. Der bisherige Präsident der fretishen Nationalversammlung Benizelo is mit seinen An- hängern nah Athen abgereist.

Amerika.

Auf Cuba ist gestern die Stadt Victoria de las Tunas, ein strategish wichtiger Punkt in der Provinz Santiago de Cuba, von den Aufständischen eingenommen worden. General Weyler beabsichtigt, dem „W. T. B.“ zu- folge, eine Expedition zur Wiedereroberung der Stadt zu entsenden.

In Uruguay soll es, nah einer Meldung des „Reuter- {hen Bureaus“ aus Montevideo, zum Frieden s\<luß zwishen der Regierung und den Aufständischen ge- fommen sein. Dr. Ramirez, welcher die Verhandlungen führte, kehrt heute aus dem Lager der Aufständischen zurü.

Arbeiterbewegung.

Aus S<harley in Schlesien wird der „Köln. Ztg.“ telegrapbiert : Auf der neuen Helenengrube if infolge des Ausftandes der 1300 Mann zählenden Belegschaft der Betrieb der Erzwäsche, welche 1000 Mann beshäftigt, eingestellt worden. (Vergl. Nr. 212 d. B.)

Aus Winsen a. d. Luhe wird dem „Vorwärts“ berichtet, daß der Ausstand der Lederarbeiter (vgl. Nr. 194 d. Bl.) dur eine Uebereinkunft mit dem Arbeitgeber beigelegt worden ift.

Aus Rofto& berichtet die „Rost. Ztg.“ : Der Kohlenarbeiter- Aus|and (vgl. Nr. 213 d. Bl.), soweit man von einem folchen reden fann, bat vorläufig sein Ende erreiht. Die Arbeiter, denen es nit um Erhöhung ihrer bisherigen Lohnsäße, sondern vielmehr um feste Regelung ihres Lohntarifs zu thun ift, haben am Donnerstag Mittag auf sämmtlihen zum Löschen ibrer Kohlenladungen im Hafen liegenden Dambpfern die Arbeit zu den alten Lobnsäßen bis zum 15. d. M. wieder aufgenommen. Wie der Berliner „Volks-Ztg.“ mitgetheilt wird, sollen statt der bisherigen 42x bis 43 „4 für die ge- löste Tonne vom 15. d. M. ab 45 4 gezahlt werden.

Aus Birmingham meldet ,W. T. B.*: Der Trade- Union-Kongreß (vgl. Nr. 211 d. Bl.) nabm eine Refolution an, einen Aus\{uß zu ernennen, um einen Plan für die Vereinigung aller Trades:Unions im ganzen Lande zu entwerfen. Die Delegirten der Bergwerks-Arbeiter enthielten fih der Abstimmung.

Aus Krakau wird der „Ostsee-Ztg.“ geschrieben: Einem Be- rihte aus Sos8nowice zufolge fanden Ausschreitungen unter den Ausständigen der Georg-Grukbe statt, sodaß Kofaken requiriert und viele Verhaftungen vorgenommen werden mußten. (Vgl. Nr. 208 d. Bl.)

Kunft und Wissenschaft,

Nach dem Verwaltungsberiht des Märkischen Provinzial - Museums für 1896 hat si< die Zahl der Mufeums-Gegenstände im verflofsenen Jahre um 2277 Nummern vermehrt, sodaß der Gesammtbestand jest auf 78 491 Nummern angewachsen ift. Namhafte Bereicherungen sind besonders bei der fulturhistoris<en Abtheilung zu verzeichnen, denn hier betrug der Zugang an Bildern allein 715, an vorgeshi<tlihen Gegenständen 400, an folhen aus neuerer Zeit 499, an Büchern 290 2c. Von den größeren Stiftungen, die im leßten Fahre dem Museum gemacht wurden, hebt der Bericht hervor : die des Konsuls Merling, welcher für das Museum den großen Bleibtreu’shen Karton zu dessen Gemälde „Die Berliner auf dem Schlachtfelde zu Großbeeren“, eine größere Kupferstit-Sammlung und Erinnerungen an Kaiser Wilhelm 1. ankaufte; die Stiftung des Rentiers Valentin Weißbah, der auf einer Auktion das vollständige Heft der Rosenberg'schen Kupfe:stihe „Les cris de Berlin“ erstand und es dem Museum überwies, und endlich die testamentaris<z Zu- wendung des verstorbenen Stadtraths Albert Schmidt, laut welcher dessen sämmtliche Alterthumsgegenstände in den Besi des Museums übergingen, darunter fehr werthvolle Porzellane , Gläfer und Münzen. An die Geschenkgeber konnten im leßten Jahre drei filberne Anerkennungézeihen und aht Diplome verliehen werden. Inégesammt hat das Museum bisher sieben goldene und 66 silberne Anerkennungszeihen, sowie 222 Diplome ver: liehen. Die Sammlurgen des Museums wurden im Berichtsjahre von über 10 000 Personen besichtigt. Ueber den geplanten Neubau des Märkischen Museums äußert sich der Bericht wie folgt: „Der nun seit aht Jahren shwebenden und dur das leider erfolglos auégefalene Wettbewerbverfabren lediglih verzögerten Angelegenheit, betreffend die Errichtung eines besonderen Gebäutes für das Museum, zu dem hon seit Jahren die E>baustelle des Köllnischen Parkes an der Wall- straße und Waisenbrü>ke bestimmt ist, wurde seit Eintritt des neu- gewählten Stadt-Bauraths Hoffmann erhöhte Aufmerksamkeit zuge“ wandt. Für die neu aufaenommenen Bauentwurfsarbeiten wurden pro 1897/98 15 000 #4 in den Etat eingestellt und mit den Arbeiten im April dieses Jahres begonnen, sodaß der Bauentwurf voraus- sihtlih im nächsten Winter den städtishen Behörden zur Beschluß- fassung eaen dürfte und der Bau selbs im Frühjahr 1898 be- ginnen fann.“

Wie ,W. T. B.* aus Rom meldet, hat die dortige Geo graphishe Gesellshaft nunmehr die wissenschaftlichen Resultate der Exvedition Bottego veröffentliht. Dieselben betreffen das untere Somaliland, die Landschaft Borani bis an den Nudolf- und den Stefanie-See und das Nilthal. Die Expedition stellte dana<_ hauptsähli< fest, daß si<h der Fluß Omo in den Rudolf-See ergießt, und erforshte das obere Bed>ken des Sobat, welher als legter Nebenfluß auf der re<ten Seite dem Nil zufließt. Sie nahm Pläne von dem südäthiopishen Gebirgssto> auf und stellte den Lauf des Sagan- Flusses bis zu dessen Einmündung in den Stefanie - See fest. Sie entde>te ferner den großen Pagade-See, dem fie den Namen „Regina Margherita* beilegte, und nahm von der ganzen westlihen Küste des Rudolf-Sees Pläne auf. Von de 6000 km Landes, welhe Bottego erforshte, liegen 3000 km in Gegenden, die bisher no< niemals von Europäern betreten worden sind.

Land- und Forstwirthschaft.

Washington, 10. September. (W. T. B.) Nach dem Monatsbericht des A >erbau-Bureaus der Vereinigten Staaten über-die Getreideernte war der Durchschnittsftand des Mais am 1. September d. F, 79,3 gegen 84,2 im Vormonat und 91 im vorigen Jahre; der Durhschnittsftand des Weizens 85,7 gegen 74,6 im Vorjahre, des Hafers 84,6 gegen 74 im Vorjahre, des Roggens 90,1 gegen 82 im Vorjahre und jener der Gerste 86,4 gegen 87,5 im Vormonat und 83,1 im vorigen Jahre. Der Durchschnitt ter Baumwollen-Grnte stellt sich auf 78,3. Der Durch- shnittéstand des gleichen Zeitpunktes der leßten zehn Jahre beträgt 79,2. An der Dg erin seit dem leßten Bericht trägt der auf lange Dürre gefolgte übermäßige ‘Regen die Schuld.

_ Sydney, 10. September. (W. T. B.) Hiesige Blätter be- zeichnen die diesjährige Getreideernte als eine ausgezeihnete und \{<äßen den zu erwartenden Ertrag auf 11 600 000 Bushels, wovon 2 500 900 zur Ausfuhr gelangen dürften.

.. -

Verdingungen im Auslande.

Oesterrei - Ungarn. L

21. September, 12 Uhr. K. K. Staatsbahn - Direktion in Krafau: Verkauf von alten, im Materialien-Magazin von Neus- Sandec lagernten Eifen- 2c. Matertalien. Näheres bei der genannten Direktion. i i

95. September, 12 Uhr Mittags. K. K. priv. Aussig-Teplitzer- Eisenbahn-Gesellschaft: Bauausschreibung anläßli< der Herstellung der normalspurigen Lokalbahn Tepliß( Setterz)-Reichenberg. Näheres in der Bauleitungs-Kanzlei der * ussig-Tepliyer-Eisen ahn (Teplitz, Direktionsgebäude, Bahnhof) und beim „Reichs-Anzeiger“. /

1. Oktober. K. K. Staatébahn- Direktion in Krakau: Liefe- rung folgender Materialien: 210 000 kg vershiedener Eisenabgüsse, 12 000 kg Banca-Zinn, 3000 kg Kuvferble< bis 10 mm Stärke, 6000 kg Kuvfzrble< über 10 mm Stärke, 5000 kg Kupferröhren, 5000 kg Kupferstüßen für Siederöbren, 13 000 kg Kapfer in runden Stäben, 500 kg Kupferdraht. Näheres bei der genannten Direktion.

Niederlande. i

30. September. 1 Uhr. Ministerium des Innern im Haag:

Lieferung von Papier verschiedener Sorten für den Bedarf der All- emeinen Landeëdrud>erei in den Jahren 1898 und 1899. Muster, Lieferungsbedingungen und Einzei&nungsformulare liegen zur Einsicht im Ministerium auf und sind kostenlos beim Direktor der Allgemeinen Landesdru>erei erhältlich.

Dänemark. L

18. September. Sigerslevs Antheilsmeierei in Sigerskev pr. Frederik ssund: Lieferung von 45 500 Pfund dänischer oder fremder Rapskuchen in der ersten Woche des Oktober. Angebote mit

der Aufschrift „Sigerslev-Andelsmeieri Pr. Frederikssund“,

Verkehrs-Anstalten.

Der vom 1. Oktober ab gültige Fahrplan für denDirektions- bezirk Altona enthält gegenüber dem gegenwärtigen Sommer- Fahrvlan folgende wesentlibe Aenderungen: Die im Sommer lediglih im Interesse des Bade-, Touristen- und Sonntagsverkehrs vorgesehenen Züge find weggefallen. Der Schnellzug 91 D Köln— Altona fährt ab Köln 12,2L und trifft in Altona 7,29, also 1 Stunde 20 Minuten früber ein. Er erreicht den Anschluß an Zug 572 na< Kiel und 1008 no< Husum und Tondern. Der Schnellzug 92 Altona— Köln fährt von Altona 10,20, also 31 Minuten später ab. Der Personenzug 334 Hamburg Kl.—Blankenese ‘ist 11 Minuten später gelegt.

Bremen, 11. September. (W. T. B.) Norddeutscher Lloyd. PD. „Bayern“, von Ost-Asien kommend, 10. Sevt. Vin. Reise v. Port Said n. Neapel fortges. „Sachsen“, n. Oftasien bestimmt, 10. Sept. Mttgs. Antwerpen angek. „Fulda“, n. New- Vork best., 10. Sept. Vm. in Neapel angekommen.

Hamburg, 10. September. (W. T. B.) Hamburg-Amerika- Linie. PD. „Columbia“, von New-York fommcend, ist heute Nachm. în Cuxhaven eingetrofen. : :

London, 10. September. (W. T. B.) Union-Linie. Dampfer „Goorkha*" ift heute auf der Ausreise von den Canaris he Inseln abgegangen. ;

Rotterdam, 10. September. (W. T. B.) Holland-Amerika- Linie. Dampfer „Werkendam* von Rotterdam nah New- Vork, ist gestern Vormittag in New: York angekommen. D. „Veendam“ von Rotterdam nah New-York hat gestern Nachmittag Lizard passiert.

Theater und Musik.

Schiller-Theater.

Ludwig Anzengruber’s Bauernkomödie „Die Kreuzel- {reiber * ging gestern im Schiller-Theater zum ersten Male mit erfreulihem Gelingen im Ganzen und in fast allen Einzelheiten in Scene. Die frohe Laune und das \{li<hte e<te Empfinden, welche in dem derb und lustig durhgeführten Streit zwischen den Bauern und Bäuerinnen eines österreihishen Gebirgsdorfes zu Tage treten, er- heiterten und ergriffen die Zuschauer am gestrigen Abend ebenso wie vor Jahren, als das Stü> zuerst auf den Bühnen ershien. Befondere Theilnahme erregte wieder die eigentli<h bedeutsamste Figur der Komödie, die des klugen Steinklopferhanns, des Dorfphilosophen, der in Herrn Pategg einen vortrefflichen Vertreter fand. Mit heiterer Zufriedenheit gefellte er sich im Wirthshaus zu den jungen fröblihen Burschen und erzählte im leßten Aft mit er- greifendem Ernst dem Gelbhofbauern den Ursprung feiner glüdlichen Lebentanshauung. Die Gestalt des Gelbhofbauern gewann dur das Spiel des Herrn Ludwig Neuert eine Kraft und Lebensfrishe, welche den Chestandsscenen mit seinem jungen Weibe zu starker und lustiger Wirkung wverhalfen. Fräulein Barth trat als des Gelb- bofbauern fluges und gutes Weib Josepha \{<li<t und natürli auf und gewann dur< ihr angenehmes Wesen und unge- fünsteltes Spiel das Interesse der Zuschauer. In kleineren Rollen thaten si< Herr Eyben als der alte Brenninger und Herr Laurence in der Partie des fröhlihen Wallfahrers Altlehner hervor. Die Wirthéhaus- und Dorfscenen waren geschi>t vorbereitet und wed>ten ebenso wie die tüchtigen Einzelleistungen lebhafte Heiterkeit und

kräftigen Beifall. Lessing-Theater.

Die Erwartungen derjenigen, welche glaubten, Ernst von Woslzogen?s neue vieraktige Komödie „Unjamwew e“ würde wegen ibrer Anspielungen auf aktuelle Zeitfragen und bekannte Per- sönlihkeiten der Kolonialpolitik einen sensationellen Verlauf nehmen, erfüllten si{< bei der gestrigen Erstaufführung des Werkes ni<ht. Der Autor hat nur im allgemeinen seine leb- haften Sympathien für die Gründung deutscher Kolonien darin dargethan, gewissermaßen die Anschauungen weiter aus8- esponnen, die er in fnapperer Form in dem weit bühnenwirk- falen Lustspiel „Die Kinder der Excellenz“ bereits ausgesprochen hat. Das foloniale Element is in der neuen Komödie durch den Afrika - Reisenden Dr. Franz Ewert vertreten , welhem es im Verlaufe des Stücks gelingt, eine Aktiengesellhaft zur Avsbeutung des von ihm entdedten Gebiets von „Unjamwewe*“, in Ost-Afrika, zu begründen und {ließli als Rci(s-Kommissar dorthin entsendet zu werden. Im übrigen aber ist dieser Dr. Franz Ewert ein Romanheld, wie er in manchem Buche steht, dem die Herzen aller Frauen und Mädchen zufliegen, welche seinen Weg kreuzen, der aber die glänzendsten Partien von sich weist, um einer kleinen Schauspielerin willen, mit welcher ibn eine Liebe, ähnlih der zwis<hen Egmont und Klärchen, verbindet. Der ganze zweite Akt des Werks, welcher den Gang der sonst wenig fesselnden Handlung völig unterbriht, ift diesem Liebesidyll gewidmet: ein Abschnitt für sich, dessen [lyris<e Stimmung seinen Cindru> «uf die Zuschauer nit verfehlte und starken Beifall hervorrief. Für die übrigen europäischen Abenteuer des theils als edel» müthig, theils als rüd>sihtslos gezeichneten Afrikaforshers war das Ins teresse niht allzustark. Manche witzige und geistreihe Wendung wurde bela<ht, manche Episode beifällig aufgenommen, aber am Schlusse schienen die Applaudierenden do< stark in der Minderzahl zu fein. Die Darstellung war im allgemeinen vortrefflih. Die männliche Haupt- rolle des Dr. Ewert spielte Herr Klein mit mancher feinen Nuance, aber in der Erscheinung nicht jugendlih genug, namentlih in dem oben carakterisierten zweiten Akte. Hier war Fräulein Glsinger als Schauspielerin Kathi Weinzierl von herzgewinnender Anmuth und Natürlichkeit. Cine weitere größere und \<hwierige Rolle spielte Fräulein Illing, welche eine für den Aftikaforscher zuerst Feindschaft, dann Freundschaft und \{hließlih Liebe empfindende Frau darzustellen hatte. Sie entledigte sich der wenig dankbaren Aufgabe mit großem Geschi> und verlieh der ziemlih unglaubwürdigen Gestalt Farbe und Leben. Die übrigen Rollen treten nur in mehr oder minder dank- baren, zum theil {on verbrauchten Episoden hervor; die Danmien Jäger, Pagay, Carlsen, Grüning u. A., die Herren Pfeil, Rohland, Halm, Guthery, Werner, Waldow und Senius nahmen si derselben na< Möglichkeit an. Die Regie batte der Autor selbst, welcher namentli< na< dem zweiten Akt lebhaft hervorgerufen wurde, mit großem Verständniß geführt.