1920 / 65 p. 4 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

L ta A cic B E

4 - # s aa e B 4

De E t

E L iri emiE

registers eingetragen worden:

genieure, Bezirksgruppe Bayern, und dem Arbeitgeberverband der chemischen Jndustrie, Sektion V11I, am 6. Dezember 1919 abgeschlossene Tarifvertra g zur Negelung der Gehalts- und AUrveitsbedingungen für Chemiler und Ingenieure mit ab- geschlossener Hochschulbildung, ferner für folche tehniswen An- gestellten, die nah Leistung und Stellung akademisch Gebildeten aleich zu achten sind, wird gemäß $ 2 der Verordnung vom 253. Dezember 1918 (Neichs-Geseybl. S. 1456) für das Gebiet des Freistaats Bayern rechts des Rheins für allgemein ver-" bindlich erfk'ärt. dem 15. Februar 1920.

arbeitéministertum, Berlin NW. 6 Ra 33/34, Zimmer 161, während der regelmäßicen Dienfistunden eingesehen werden.

dex Cillärung des MNeichsarbeiteministeriums verbindlich ist, können von den Vertragêparteicn elnen Abdruck des Tarisvertrags gegen Ecstatiung der Kosten vcrlangen.

„registers eingetragen worden:

im Kreise Freystadt, Provinzial-Arbe'\tgeberverband für das Baugewerbe, dem Zentral- verband der Zimmerer Deutschlands, Gau 3, dem Zentral- verband : Deut 1919 abgeschlossene Tarcifvertcag zur Negelung der Lohn- und Arbeitsbedingungen der gewerblichen Arbeiter im Bau- gewerbe wird gemuäß 8 2 der Verordnung vom 23. Dezember 1918 (Neichs-Geseßbl. S. 1456) für die Orte Neusalz a. O., Alt-Tschau,

DuelanntmaGunnug,

Unter dem 8. März 1920 ist auf Blatt 752 des Tarif- registers eingetragen worden : Der zwischen dem Deutschen Textilarbeiter-Verband und dem Verband von Arbeitgebern der Sächsischen Textil-Jndustrie zu Chemniß (unter Zuzichung der Tariskommission für die

Stumpf- und Handschuh-Apprelur) am 9. Oktober 1919 ab aeschlossene Tarifvoertrag zur Neaelung der Lohn- und Arbeitsbedingungen für die gewerblichen Arbeiter in den Strumpf- und Handschuhappretur-en wi: d gemäß $ 2 der Verordnung vom 23. Dezember 1918 (Neichs-Gesepbl. S. 1456) für das Gebiet der Kreishauptmannschaft Chemniß für allge mein verbindlich erflärt. Die allgemeine Verbindlichkeit beginnt mit dem 15. Januar 1920. :

Der Neich3arbeitsrninister.

I: Busse,

Das TLarifregister und die Registerakten können im Reichs- arbcitsministerium, Berlin NW. 6, Luisenstraße 33/34, Zimmer 161, während der regelmäßigen Dierftflunden eingesehen werden.

Arbeitgeber und Arbeitnehmer, für die ter Tarifvertrag infolge der Erklärung des Reichéarbeitêminislecriuums verbindlich ist, können von den Vertragéparteicn einen Abdruck des Tarifvertrags gegen Crstaitung der Kosten verlangen.

Berlin, den 8. März 1920.

Der VNegisterführer. Pfeiffer.

Lan Mm-a. u n g,

Unter dem 8. März 1920 ist auf Blatt 746 des Taris- registers eingetragen worden : Der zwischen dem Arbeitgeberbund sür das Baugewerbe von Naugard, dem Deutschen Bauarbeiterverband, Zweigverein Naugard, und der Zahlstelle des Zentralverbands der Zimmerer unb verwandten Berufsgenossen Deutschlands für Naugard i. Pomm abgeschlossene und am 17. Mai 1919 in Kraft getretene Tarifvertrag zur Regelung der Lohn- und Arbeiisbedingun- gen für die gewerblichen Arbeiter im Baugewerbe wird gemäß S 2 der Verordnung vom 23. Dezember 1918 (Neichs-Geseßpbl. S. 1456) für allgemein verbindlih erklärt für die Orte: Alt- mühl, Venterdick, Bernhagen, Beesentin, Benzrode, Cramens- dorf, Carzig, VDöringsyagen, Düslezbeck, Damerow, Doroten- hof, Eichenwalde, Eberstein, Friedrichsbera, Friedrih-Wilhelm- hof, Franzfelde, Freiheide, Fanger, Farbezin, Grävenhagen, Bließ'g, Hirschwalde, Harmsdorf, Hindenburg, Hoheulenz, Heinrich8hof, Hohen Schönau, Jarchlin, Kattstart, Kniephot, Külz, Klein Benz, Kier, Kriewiß, Langendorf, Leeshof, Leiitilomw, Langkafel, Minter, Maskow. Matdorf, Neuendorf b. M., Neuendoif b. N, Naugard, Neuhof, Neu Massow, Oite: dorf, Piepenburg, Plantiflow, Pflugrade, Pagenkopf, Notenfier, Rehagen, Niedefeld, Reptow, Schniitriege, Schas- brück, Schönhaus, Sabow, Groß und Klein Sackshof, Schwing- mühle, Strelowhagen, Schwarzow, Schleißin, Schönhagen, Spe, Trechel, Voigtshagen, Vierhof, Verchentin, Wilke nfelde, Wilhelmsfelde, Wa!sleben, Weitentagen, Wolchow, Wussow, Wismar, Waugeriy, ZampelHagen und Zickerke. Die allgemeine Verbiadlichkeit beginut mit dem 1. Dezember 1919. Sie erfaßt nicht die Arbeitsverhäitnisse von Arheitezn, die in einem Be- triebe, der nicht Baubeliieh 1, dauernd mit Ausbesserungs- arbeitern beschäftigt sind. Der Reichsarbeitsminister. J. V.: Geib.

Das Tarifregislcr und die Registerakten kênnen im Neichsarbeits- ministerium, Berlin NW. 6, Luisenslraße 33/34, Zimmer 42, während der regelmäßigen Dienststunden eingesehen werden.

Arbeitgeber und Arbeitnehmer, für die der Tarifvertrag infolge der Grklärung des Neichsarbeltsministeriums _verbindlich ist, können von den Vertragéparteien etnen Abdruck des Tarifvertrags gegen Er- stattung der Kosten verlangen.

Berlin, den 8. März 1920.

Der Negistexführer.

Pfeiffer.

Bekanntmachung. Unter derm 6. März 1920 ist auf Blat! 733 des Tarif-

Der zwischen dem Bund angestellter Chemiker und Jn-

Die allgemeine Verbindlichkeit beginnt mit

Der Reich8arbeitsminister. I. V.: Geib.

Tas Tarifregijter und die Negisterakten können im Retchs-

Arbeitgeber und Arbeitnehmer, für die der Tarifvertrag infolge

Berlin, den 6. März 1920. Der Negisterführer.

Imi

Pfeiffer,

Bekanntmachung. Unter dem 6. März 1920 ist auf Blatt 730 des Tarif-

Der zwischen dem Arbeitgeberverband für das Baugewerbe Siy Neusalz'Oder, dem Schlesischen

christlicher Bauarbeiier Deutschlands und dem schen Bauarbeiterverband, Bezirk Breslau, am 26. April

Heinzendorf, Költsch, cia]: Teichhof, Liebschütz, Di. Warten- berg, Bobernig, Modriß, Aufhalt, Rauden und Reichenau für all- gemein verbindlich erklärt. Die allgemeine Verbindlichkeit beginnt mit dem 1. Februar 1920. Sie ati nicht die Arbeitsverhält- nisse von Arbeitern, die in einem Betriebe, der nicht Baubetrieb it, dauernd mit Ausbesserungsarbeiten beschäftigt find. Der Neich3arbeiisminister. J. V.: Geib.

Das Tarifregisler und die Negisteralicn können im Neichsarbeits- ministerium, Berlin NW. 6, Luiserstraße 33/34, Zimmer 161, während der regelmäßigen Diensistunden eingesehen werden.

Arbeitgeber und Arbeitnehmer, für die der Tarifvertrag infolge der Grklärung des Neichsarbeitsministeriums verbindlih ift, können von den Vertragbparteien einen Abdruc des Tarifvertrags gegen Gr- stattung der Kosten verlangen.

Berlin, den 6. März 1820.

Der Megisterführer. Pfeiffer.

fee m mar)

DBelanntma@ung.

Utiter dem 8. März 1920 i} auf Blait 755 des Tarif- registers eingetragen worden:

Der zwischen dem Verband von Arbeitgebern der Säch- sischen Textilindufirie, dem Deutschen Textilarbeiterverband und dem Zentralverband der Maschinisten und Heizer am 283. Of- tober 1919 abgeschlossene Tarifvertrag zur Regelung der Lohn- und Arbeitsbedingungen für die gewerblichen Arbeiter in den Tuchfabriken wird gemäß $ 2 der Verordnung vom

der Stadt Pößneck i. Thür. für allgemein verbindlich erklärt. A OOMOne Verbindlichkeit beginnt mit dem 15, Januar

Der Reich3arbeitsminifier. J. V.: Geib.

Das Tartifregister und die Negisterakten kéênnen im Neichsarbeits- ministerium, Berlin NW. 6s, Luisenstraße 33/34, Zimmer 161, während der regelmäßigen Dienststunden eingesehen werden.

Arbeitgeber und Arbeitnehmer, für die der Tarifvertrag infolge der Grklärung des Reichsarbeitsministexiums verbinolih ist, können voy den Vertragsparteien einen Abdrudk des Tarifvertrags gegen Er- stattung der Kosten verlangen.

Berlin, den 8. März 1920.

Der Negisterführer. Pfeiffer.

Bekanntmachung.

_Vnuier dem 8. März 1920 ist auf Blait 744 des Tarif- registers eingetragen worden :

Der zwischen dem Deutschen Arbeitgeberverband für das Baugewerbe, Ortsgruppe Oppeln, dem Deutschen Bauarbeiter- verband, Bezirksverein Oppeln, dem Zentralverband der Zim- merer und verwandter Berufsgenossen Deutschlands, Gau Oberschlesien, und dem Zentrolverband christliher Bauarbeiter Deulschlands, Verwaltungsstelle Oppeln, am 230. Juni 1919 abgeschlossene Tarifvertrag zur Regelung der Lohn- und Arbveitsbedingungen für die gewerblichen Arbeiter im Bau- gewerbe wird gemäß $ 2 der Verordnung vom 23. Dezember 1918 (Reichs-Geseßbl. S. 1456) für das Gebiet des Stadt- und Landkreises Oppeln für allgemein verbindlich erflärt. Die allgemeine Verbindlichkeit beginnt mit dem 1. Dezember 1919. Sie ecfaßt nicht die Arbeilsverhältnijsje von Arbeitern, die in einem Betriebe, der niht Baubetrieb ist, dauernd mit Aus- besserungsarbeiien beschäftigt sind.

Dex Neichsarbeitsminisler.

J. V.: Geib.

Das Tariífregister und die Registerakten fônnen im Meichs- arbeitsministertum, Berlin NW. 6, Luisenstraße 33/34, Zimmer 161, während der regelmäßigen Viensistunden eingesehen werden.

23. Dezember 1918 (Neichs-Gesezbl. S. 1456) für das Gebiet

Arbeitgeber und Arbeitnehmer, für die der Tarifverirag infolge der Erklärung des Reitsarbeitsministeriums verbindlih ist, können von den Vertragsparteien einen Abdruck des Tarifvertrags gegen Erstattung der Kosten verlangen.

Berlin, den 8. März 1920.

Der Negisterführer. Pfeiffer.

Qn memt

Bekanntmachung.

Unter dem 9. März 1920 ist auf Blatt 766 registers eingetragen worden:

Der zwischGen dem Verein Deutscher Chromo- und Burk: papierfabrikanten E. V, dem Verband der Fabrikarbeiter Deutschlands, Siß Hannover, dem ZentralverbanDd christlicher Fabrik- und Transportarbeiter Deutschlands, Siß Aschaffen- burg, und dem Gewerfverein Deutscher Fabrik- uud Hand- arbeiter H. D., Siy Berlin, om 23. Juli 1919 akb- geschlossene Tarifvertrag zur Regelung der Lohn- und Arbeitebedingungen der Arbeiter in den Betrieben der Vunt-, Chromo- und Metallpapierfabrikation wird aemäß $ 2 der Verordnung vom 23 Dezember 1918 (Reichs-Gesebbl. S. 1456) für das Gebiet des Deutschen Reiches für allgemein vei- bindlih erklärt. Die allgemeine Verbindlichkeit beginnt mit dem 15. Dezember 1919. Sie erstreckt sich niht auf sogenannte gemischte Betriebe, d. h. auf Papier- und Pappenfabriken, die im Nebenbetrieb eine Streicherei betreiben.

Der Reichsarbeitsminister. Schlicke.

Das Tarifregister und die Registerakten können im Meihgarbeits, ministerium, Berlin NW. 6, Luiseustraße 33/34, Zimmer 161, roährend der regelmäßigen Dienststunden eingesehen werben.

Arbeitgeber und Arbeitnehmer, für die der Tárifvertrag infolge der Erklärung des Reichsarbeitsministeriums verbindlich ist, können von den Vertragéparteien cinen Abdruck des Tarifvertrags gegen Er- stattung der Kosten verlangen.

Berlin, den 9. März 1920, -

Der Negisterführer.

des Tarif:

Pfeiffer.

Bekanntmachung.

Unter dem 9. März 1920 is auf Blait 76 lfd. Nr. 2 des Tarifregisiers eingetragen wordén:

Zu dem allgemein verbindlichen Tarifoeitrage vom 9. Mai 1919 für das Nohrlegergewerbe in Bexlin uud Umaegend ift mit Wickung vom 1. Oktober 1919 ab zwischen den Vertrags- parteien ein Nacht!ag vereinbart worden. Der ent\preend dem Nachtrag abgeänderte Tarifvertrag wird gemäß 8 2 der Verordnung vom 23. Dezember 1918 (Reicys-Gesepbl. S. 1456) für das Nohrlegergewerbe in dem Gebiet für all: gemein verbindlich erklärt, das durch eine folgende Orte ver- bindende Lirie begrenzt wird: Fürstenwalde, Strausberg, Wer- neuchen, Be1nau, Orarienburg, Nauen, Werder, Zossen und Königswusterhausen. Die genannten Orte fallen in das Gebiet. L allgemeine Verbindlichkeit beginnt mit dem 1. Ofklober 1919.

Der Reichsarbeitsminister. J. V.: Geib.

Das Tarifregister und die Regisicralten können im Reichsarbeits- ministecium, Berlin NW. 6, Luisenslraße 33/34, Zimmer 16, während der regelmäßigen Dienststunden eingesehen werden.

Arbeitgeber und Arbeitnehmer, für tie der Tarifvertrag infolge | der Grklärung des NReichsarbeitsministeriums verbinblih it, können von den Vertragéparteien einen Abdruck des Tarifvertrags gegen Erstattung der Kosten verlangen.

Berlin, den 9. März 1929.

Der Negisterführer. Pfeiffer.

Wohlfahrtspflege während des Krieges genehmigte 1) öffentlihe Sammlungen, 9) Werbung von Mitgliedern, 3) Vertriebe von Gegen stän den.

Preußen.

Ministerium des Janern. Jn der Zeit vom 7. März bis 20. März 1920 auf Grund der Bundesraisverordnung vom 15. Februar 1917 üver

Scemannémission in Berlin- Dahlem

' 1 | Volksbund DeutsdeKriegsgräber- | fürsorge, Berlin

Landesvereins vomMoten Kreuz, Berlin |

erlin | j

fämpfung der Tuberkulose

Berlin, den 24. März 1920 Der Minisier des Jnnern.

Neu-Tschau, Tichiefer, Alte: Fähre, Tschöplau, 4

Zugunsten der Kriegsgräberfürsorge

9 | Verein für Wohlfahrtsmarken, Zugunsten des Zentralkomitees zur Be- | Der Verein

E S G C S Jtame und Wohnort die Mittel Zeit und Bezirk, & Zu fördernder Wohlfahrtszweck b cir PRETE in denen das Unternehm-n ) t w G S des Unternehmers s ai ans ausgeführt wird 1) Sammlungen, 1 | Volksbund Deutsche Kriegsgräber- | Zugunsten der Kriegsgräberfürsorge Ter Bund Bis 30, Juni 1920. Preußen. fürsorge, Berlin i Geldsammlung. / 2 | Komitee für deutsche evangelische | Zum Besten der Scemannsmission Das Komitee Im Jahre 1920 in den Städien:

YAgchen, Birmen, Bonn, Coblenz, Cöln, Crefeld, Düreny Düsseldor, Duisbu'g, Elberfeld, Essen, Godes- | berg, Langenberg, Lennep, Vöré, Mülheim (Rhein), Mü!heim | (Nuhr), M „Gladbach, Nemschei®, | Rheydt, Solingen, Stolberg, | Wesel.

2) Werbung von Milgliedern.

| Der Bund Bis 30, Juni 1920. Preußen.

|

3) Vertriebe von Gegenständen. 1 | Zentralkomitee des Preußischen Erfüllung der saßungêmäßigen Aufgaben | Notes Kreuz |

Bis 31. Dezember 1923. Preußen Vertrieb von Kreuzpfeunntg farten und Maiken. (Vertrieb von Haus zu Haus ausgeschlossen

Bis 31. Mai 1920. Preußen.

| Vertrieb von Wokhlfahrtsmarken-

| (Verlängerung einer bereits erteilten | Erlaubnis.)

J, A.: Graeser.

Nichtamtliches, (Forisezung aus dem Hauptblatt.} Sachsen.

Nach einer Meldung des „Wolffschen Telegraphenbüro3“ hat sich in Crimmitschau ein zehnköpfiger, im Gegensaß zur sächsischen Regierurg stehender Afktionsauss{chuß gebildet. Seit Donnerstag ist dort die Arbeit wieder aufgenommen worden. Die Bezahlung der Streiktage wurde erzwungen.

Hessen.

Das Ministerium des Jnuern gibt dem „Woilffihen Tele- graphenbüro“ zufolge beîannt, daß auf Befehl des Reichs wehr- ministers an Stelle der Kommandeurs der Reichswehrb1igade 11 in Caffel, Generalleutnants von Stolzmann, der Jnfanferie- führer Nr. 11 und hbessishe Landeskommandant in Bad Nau- heim, Generalmajor Kundt, zum Militärbefehlshaber im unbe- seßten Teile des Freistaats Hessen ernannt worden ist. Als Regierungskommissar für- die preußischen Kreife des Bezinfs soll der stellvertretende RegierungEprästdent Dr. Colsmann in Frankfurt a. Main bestellt werden. Der verschärfte Aus- E für das Gebiet des Freistaats Hessen ist aufge- oben.

Danzig.

Die unabhängige und die kommunistische Partei forderten zu gestern nachmitiag zu einer Demonstrations- versammlung auf dem Heumarft auf, in der, wie Telegraphenbüro“ meldet, zu den Vorgängen in Deutschland Stellung genommen und folgende Forderungen aufgestellt werden follten:

1) Auflösung aller reakiionären Militärfor-nationen, der Ein- wohnerwehr und der Technischen Nothilfe, Errichtung einer Sicher- heitswehr aus organisierten Arbeitern ;

9) Freilassung aller politischen Befangenen ;

3) sofortige Aufhebung des Streikyerbots ;

4) sofortige Aufhebung des Entwurfs der EGrwerbslosenfür!orge, (Erhöhung der Arbeitslosenunterstügung um 509/@ und Weiterzahlung der Winterbeihilfe ;

5) Wiedereinstellung aller gemaßregelten Arbeiter der Neich8- werft, der städtischen Betriebe und der Schichauwerst.

Der Oberkommissar Sir Reginald Tower erließ daraufhin durch Maueranschlag eixe Warnung, in der er bekanntaibt, daß er Störungen der öffentlichen Ruhe, Ordnung und Sicherheit mit allen Mitteln entgegentreten müßte. Der Abhaltuna öffentlicher Versammlungen stehe vihts entgegen, und das freie Wort solle auch niemandem beschränkt werden. Da jedoch die Emberufer der beabsichiiaten Versammiung in nicht mißzuverstehondec Weise zum Ausdruck gebracht hätten,

daß sie den Umsturz erstrebten und die Näteregierung errichten wollten, müsse er olle ordnungliebenden und besornenen Elemente der Einwohnerschaft vor der Teilnahme an diejen Bestrebungen nachdrüklich warnen. Die Einwohner des Gebietes der zukünftigen Freien

zuerst vor Augen halten, daß nur die Aufrechterhaltung voa Ruhe und Ordnung die Erfüllung seiner hohen Aufgabe ermögliche: Die Selbständigkeit Danzigs zu bewahren und die Grundlagen für seinen wirtschaftlichen Aufschwung und für eine bessece Zukunft seiner Beivohner ficherzustellen. Gemwalttätigkeiten und Umsturzbewegungen hingeuen fönnten den wirischaftlihen Aufschwung und die politishe Selbständigkeit Danzigs \{chwerer gefährden, als es einzelnen Teilen der Bevölkerung Danzigs bisher zum Bewußt- sein gekommen zu sein scheine. Tower ermahnte dann noch- mals die Teilnehmer der Versammlung, sich jeder öffentlichen Ruhestörung zu enthalten, da er hiergegen mit allen Mitteln einschreiten würde.

Stadt Dayzig müßten ih

Tschecho-Slowakei.

Wie die „Bohemia“ meldet, ist im Einvernehmen der deutschen politischezn Parteien und im Zusammenhang mit der deutschen politishen Arbeitsstelle eine Deutsche Nach- richtenstelle G. m. b. H. begründet worden. Jhr Ziel ist ein ständiaer schrifilicher, telephonischer und telegraphischer Nach- rihtendienst für die Blätter des Jn- und Auslandes sowie Propaganda im Jn- und Ausland im Interesse des gesamten Deutschiuras.

Polen.

Die bolschewistishe Offensive gegen Polen auf einer Front von 560 km dauert laut Meldung der „Times“ an. Die Angriffe im Mosyr-Abschnitt sind wieder auf- genommen worden und auch weiter südlich an der rumänischen Grenze wird heftig gekämpft.

Großbritannien und Jrland.

Im Unterhause stand vorgestern die allgemeine Lage in Europa zur Beratung.

Laut Bericht des „Telegraaf" eröffnete Asquith die Aussprache und bat die Negierung um Auskunft über die Lage in Deutschland, Hierauf besprach er die türkishe Frage und erklärte, seitdem der mohammedanischcen Welt bekanntgegeben worden set, daß der Sultan aus Konstantinopel vertrieben werden solle, sei es aus politischen Gründen \{chwierig, diesen Beschluß zu wiverrufen. Asquith Ta ih mit der furhibaren Lage in Oesterreich, wo die Krankenhäuser seit Monaten ohne Medizin, die Wohnungen ohne Brennstosf und die Kinder ohne Schuhwerk seien. Zum Schluß verwies Asquith auf die Notwendigkeit, den vormaligen Feinden, Deutschland ein- begriffen wirtschaftlih auf die Beine zu helten, damit sie in der Lage sind, den angerichteten Kriegsshaden zu vergüten. Clynes (Arbeiterpartei) {loß sich den Darlegungen Acquiths an und erklärte, die reaktionäre Bewegung in Deutschland habe bewiesen, wie ge- fährlich es sei, ein ganzes Volk ohne die notroendiaen Lebensbedürfnisse zu lassen. Der Premierminister Lloyd George ging ausführlich auf alle Punkte ein und sagte, es jei ein Glü, und zwar nicht allein für Deutschland, daß der monarchistishe Putich mißalückt sei. Die Verzögerung in der Lösung der türkischen Frage erklärte er mit der

Tatsache, daß Wilson im vergangenen Sommer darum ér- sucht habe, mit der Lösung zu warten, bis er die Ameri- faner darüber befragt habe. Es sei schwiexig, Konstantinopel

unter internationale Verwaltung zu stellen. Das Versprechen, daß der Sultan im Besiß der Stadt bleibe, wenn die Christenmorde auf- börten, übe einen großen Cinfluß aus. Hierauf befaßte sih Lloyd George mit der Lage in Mitteleuropa und sagte, man habe Deut sh- land mehrmals mit Krediten geholfen. Solange aber keine Nuhe und Ordyung in diesem Lande herrsche, habe das alles keinen Zweck. Jm weileren Verlaufe seiner Nede seßte fsich Lloyd (SBeorge ausdrücklich für Frankrceih ein, das diesen Krieg nit gewollt habe, aber im Veibälnis mehr Söhne verloren habe als alle anderen beteiligten Staaten, das seine Industriegebiete verloren und für setne Wiederherstellung so viel aufzu-

„Wolffs |

|

|

wenden habe. Lloyd George fragte, ob Frankreich gus reiner Menschenliebe seine Rechte auf Entschädigung aufgeben folle, und wies darauf bin, daß gar kein Grund dafür bestehe, eine Revision des Friedens8vertrages zu verlangen. Er sagte, dem Versailler Vertrag zufolge könne Deutshland selbst eine Festseßung des angerichteten Schadens und der Efschädigungssumme, die zu vergüten es imstande set, vornehmen. Biéher habe dies Deutschland jedoch noch nicht getan. Es liege im Interesse aller, daß der Indusirie Deutschlands wieder geholfen werde. Wenn Deutschland Kredite nötig habe, dann solle es angeben, wie viel. Wenn die Sache Deutschlands gerecht sei, so werde sie erwogen werden.

Der Lordgeheimsiegelbewahrer Bonar Law teilte dem House mit, daß der Amtsrichiecr von Dublin gestern morgen von vier Männern aus der Straßenbahn geholt und auf offener Straße erschossen worden sei.

Frankrei.

Jn der Deputiertenkammer führte Barthou in der Besprechung der Jnterpell ationen über die auswärtige Politik der Regierung io seiner gestern bereits zum Teil mitgeteilten Rede dem „Wolfsschen Telegraphenbüro“ zufolge roeiter 0u8:

Während eines Jahres habe Lloyd George den politischen Nugen und den Wahlnugzen gehabt und jet ziehe er aus den Zugeständ- nissen, die er zuaunslen Deutschlands machen wolle, ebenfalls Nuten, und Frankreich sei es, das allen Verwünshungen und der Nevanche ausgeseßt sei. (Lebhafter Beifall.) Deutschland entziehe fich den wichtig#ten Vertragsbestimmungen, namentlich im Hinblick auf die Cotwaffnuna und die Kohlenlieferungen. Attentate gegen französishe Offizieee und Soldaten kämen bäufig vor. Barthou verlas einen Bericht des Generals Niessel über den schle{(ten Willen Deutschlands und über seine Absicht, den Meklamationen Frankreihs eine Vienge besonderer Argu- mente entgegenzustellen. Er fragte, ob der Ministerpräsident nch durch solche Gründe aufhalten ließe. Die Allierten müßten gewiß eine gemeinsame Politik verfolgen, aber wenn es sich um Attentate gegen tranzösishe Offiziere handele und wenn die Ulliterten eine ge- wisse Scheu empfänden, die notwendigen Maßnahmen zu verlangen, dann könne Frankrei unmöglich seine Politik von den Schwankungen der Alliierten abhän.ig machen. Frankreich müsse mit seinen Alliierten handeln, aber wenn sie niht mitzehen wolltea, auch obne fie. Frank- rei set noch groß und star genug, um die Beleidigungen, die in der Verleßung des Vertrags liegen, zu verfolgen. Von der alten deutschen Armee verblteben 100 000 Mann, außerdem erxisliere eine

neue Armee von 300 0090 Mann ; ganz abgesehen von den Truppen, die

aufgestellt worden seien unter Verleßung des Friedenösverirags. Barthou sagte, er glaube, daß man fich unglücklicherweise in einer Krise befinde. Das dürfe man nidt mit Stillschweigen übergehea. Barthou be- sprach alsdann die Nichtratifizierung durch Amerika und sagte, es sei auch feine Hoffnung, daß Amerika \{ließlich doch noch ratifizteren

werde. Vor allem aber sei es bedauerlich, daß es dem Völker- bunde, der ein Instrument des Friedens und des Fortichritts sei, niht angehöre. Ba1tho1 wunderte \ich, daß L-rd Robert

Gecil von dem Vorteil Englands in Afrika gesprochen habe. Eng- laod habe auch in Europa seine Sicherheit erbalten dur die Zer- störung der deutschen Flotte, während Frankreich noch niht einmal wisse, warum die deutihe Armee entwaffnet worden sei. Man habe pie deutsde Armee als eine segreihe Armee nah Deutschland zurück- f: hren lassen. England habe die Zerstörung der deutschen Flotte v:1langt. (Lebhafter Beifall ) Barthou beklagte fih auch darüber, daß die allgemeine Dienstpflicht in England vershwunten sei. Wie gestalte sih die Lage Fiankreihs8 angesichts dieses Zuständes ? x«rantrei ‘föônne nit seine Armee zerstören und es könne auch nicht sagen, es gebe keine Dienstpfliht mehr. Auf England aber ruhe die Last niht mehr, einen Teil der Jugend unter Waffen zu halten. Mit Schärfe wandte sich Barthou gegen die Versuche, den Friedensvertrag zu revidieren. Diese Nevision werde doh nur aemacht w-rden auf Kosten von Frankreih und zum Nußen von Deutschland. Der Ministerpräfident habe gehandelt, die Einigkeit der Allierten sei bergestellt worden und er hoffe, daß fie fortfahren werde, sich zu bestätigen. Der Interpellant ging alsdann dazu über, das russische Problem zu besprehen, und sagte, man solle sich in aht nehmen, daß man aygesihts der Haltung von Nittt und der Tatsache, daß Lloyd George die italienishe Politik er- mutige, nicht in Rußland zu spät komme. Schließlich erklärte er, Amerika habe im Kriege 51 000 Soldaten verloren. Das bedeute einen Mann auf 200) Einwohner, Italien 465 000 Mann, das bedeute einen Mann auf 79 Einwohner, England 835 000 Mann, also einen Mann auf 56 Einwohner, Frankreih angeblich 1 350 000 Mann, was aber in Wirklichkeit hinter der Wahrheit zurüdbleibe, also einen Mann auf 28 Einwohner. Diese Toten, diese Ruinen seten die Zeugen Frankreichs ; sie legten Deut'cland, welches das Dóésastre verursaht habe, die Notwendigkeit der Wiedergutmachungen, die im Friedenévertrag einaescrieben seien, auf. Mit zu Herzen sprechender Stimme sagten Frankreiß8 Tote zu Frankreidhs Nlliierten, daß die Solidarität aufrechterhalten werden müsse, die während des Krieges bestanden habe.

Nah Barthou begründete der Radikale Margaine seine VFnterpellation über die MWlederanknüpfung der Handelsbeziehungen mit Nußland. Auf eine Frage des Führers der Radikalen Herriot erklärte dez Minister Le Trocqueu r, England habe 18 Millionen Tonnen Kohlen jährli, also 60 vH seiner versügbaren Mengen, an Frankreich zu liefern versproben. Lloyd George habe ihm die Hilfe Englands zugesagt. Der Ministerpräsident Millerand tagte daraufhin : wenn gemeinsame Gegner Englands und Frankreichs versuhen jollten, augenblidliche Meinungéêverschiedenheiten als Trennung der Alliierten zu betraten, würden sie erfahren, daß die Allianz fh nicht gelockert habe. Der Sozialist Cachin forderte die Anerkennung der Sowjetrepub!ik und die Wiederherstellung des Friedens zwischen Rußland und Polen. Er sprach die Befürchtung aus, daß Konstantinopel und tie Meerengen eine Beute Englands würden, und kritisierte die {französische Politik gegenüber der Lünfkei. Er verurteilte die Entsendung von Truppen kach Syrion, worüber das Parlament gar nicht befragt worden sei. Bezüglich des Ver: sailler Friedensvertrags sagte der Nedner, seine Partei werde die

Regierung darin unterstüßen, aus Deutschland an Wiedergutmachungen .

herauszuholen, was im Rahmen des Möglichen liege. Aber Deutschland hätte versucht, fih der Erfüllung seiner Verpflichtungen zu entziehen, vor allem bezüglich der Auslieferung der Schuldigen. Sn ihrer Note vom 14. Februar hätten die Alliierten dieses bestätigt. Sie seien weit davon entfernt, auf irgendeines ihrer Nechte zu ver- zichten, die ihnen nach Artikel 228 und 230 des Firiedensvertrags zu- stechen. In der Frage der Kohlenlieferung müsse er betonen, daß diese Lieferungen nit erfolgt seien und daß die Wiedergutmachungskommission mit dieser Frage betraut worden fei. Weiter habe Deutschland sich den Verpflichtungen bezüglich seiner Entwaffnung entzogen, und es habe erreicht, daß die für den April vorgesehene Herabseßung der Stärke auf 100 000 Mann auf den 10. Juli dieses Jahres verschoben worden sei ; darüber hinauszugehen sei unsinnig. Vor allem müsse man Deutsland in den Stand sßen, zu zahlen Der Ministerpräfident Millerand erwiderte dem Vorredner, daß die Alliierten überein- gekommen seten, die Sowjetregierung niht anzuerkennen. Wenn französische Kausleute und Industrielle gleich den amerikanischen und englischen Kaufleuten und Industriellen sich über die Lage Nußlands und die uu e feiten unterridten wollten, so würden sie die Unterstüßung der Regierung finden. Die Alliterten wollten eine lebensfähige Türkei schaffen. Cin folhes Ziel sei durchaus vereinbar mit der Freiheit der Meerengen und der Wahrung der wirt- schaftlichen und finanziellen Juteressen Frankreichs in der Türkei. Wi dem Versailler Frieden:v.rtiag sagte der Ministerpräsident :

ie Kontrollkommission habe festgeste: t, daß Deutschland nis unternommen habe, um seine bewaffnete Machi zu verringern, Cs

habe „fis vielmehr dieser durch den Vertrag begründeten Verringerung widerteßt. Es habe fogenannte Poligetleuppén geschaffen, die, aber nichts weiter seien als Reserven, und die ea dem Geiste des Vertrages wider[präMßsat, Es handle au în dieser Frage um etne offensihtlihe Verlegung der Vertragsbestim- mungen. Hinsichtlih der Kohlenlieferungen fei Deutschland auch vor Avébruch der Unruhen im Nuhrrevier seinen Ver- pflihtungen nicht nathgefommen. Jafolge des Mgr auf die Kontrollkommission und des Militärputshes vom 13. März habe diese Kommission vorerst ihre Tätigkeit einstellen müsen. Wegen der Angriffe auf die alliierten Offiziere in Berlin und Dremen habe

Mar}\chall Foch den Allitecten einen Vorschlag unterbreitet, der Miedergutmachungen uad neue Garantien gegen eine Wiederkehr

solcher Creignisse verlangt. Bezüglich der Entsendung von deutschen Truppen in die neutrale Bou des Ruhrgebiets fragte Millerand, wer denn den Alliierter die Sicherheit biete, daß die deutsen Truppen nach Wiederherstellung der Ordnung die neutrale Zone wteder ver- lassen würden. Zum Schluß betonte der Ministerpräsident die un- bedingte Notwendigkeit der Durchführung der Vertragsbestimmungen. Die Lage sei schwierig, und diese Schwierigkeiten forderten un- bedingt eine eint eitlihe Front der Alliterten gegenüber den deutschen Versuchen, si& den vertraglichen Bestimmungen zu entziehen. Er werde Bedacht nehmen auf die Ertlillung dieser Bestimmungen und er fei ficher, daß auch die Alliierten diese Sorgen der französischen Negterung teilten, Die Erklärungen Lioyd Georges im Unterhause ließen die Annahme als berechtigt erscheinen, daß feste Beschlüsse bevorstünden.

Die Kammer, die der Rede des Ministers Beifall spentete, vertagte darauf die weitere Aussprache.

Einige Pariser Bläiter melden, die englische Regierung habe eingewilligt, die gesamte Handelstonnag e Deutsh- lands, die Frankreich in Verwahrung hat, also 500 000 Tonnen, unter noch nicht näher bezeihaeten Bedingungen vorläufig Frankreich zu überlassen.

Ftalien.

Laut Meldung des „Corriere della Sera“ hat der Kriegs8-

minister die Entlassung der Jahresklasse 1897 und zahl-

reicher Offiziere verfügt. Es werden ungefähr 100 000 Maun und 6600 Offiziere entlassen. j

Y

Dänemark. : Wie „Tiders Tegn“ erfährt, wird Ende dieses Monats in Kopenhagen eine vorbereitende Konferenz über | die Ireditgewährung an Mitteleuropa stattfinden, - an der Vertreter der dänischen, shwedischen und norwegischen - Ne- oierung sowie der Direktor des englischen Kreditwesens, Sir William Goode, teilnehmen werden. i Türkei. Das Kabinett Sali Pascha ist dem „Wolfsschen-Tele- graphenbüro“ zufolge zyrücgetreten. Damad Ferid Pascha wurde mit der Bildung des neuen Kabinetts betraut.

Amerika.

Das amerikanische Staats departement teilt dem „Wolffschen Telegraphenbüro“ zufolge mit, der Botschafter Mallace in Paris habe die Jnstruftion ezhalten, daß fich die Vereinigten Staaten einer Entsendung deutscher Truppen nah dem Ruhrgebiet zur Niederkämpfung der kom- munistischen Unruhen nicht widerseßen, wenn die deutsche Regierung darum ersuchen sollte.

Dem fanadischen Parlament teilte der Mariaeminister, wie der „Nieuwe Courant“ meldei, mit, daß Kanada Eng!ands Anerbieten betreffs Abtretuna von Kreuzern und Torpedobootszerstörern an die kanadishe Flotte annimmt. Die kanadische Flotte soll reorganisiert und die im Dienste des R id Reiches stehenden kanadischen Offiziere zurückberufen werden.

Ufien,.

Dem „Wolffschen Telegraphenbüro“ zufolge wird aus Beirut gemeldet, daß Emir Fessal den Franzosen befohlen habe, Syrien bis zum 6. April zu verlassen, und daß die Araber den Abzug der Engländer aus Aegypten verlangen.

Statiftik und Volkswirtschaft.

Die Tätigkeit der Gewerbe- und Kausmanns- gerihte {n den Jahren 1914 bis81918.

Der Geseßgebcr hat vier Arten von Gewerbegerihten geschaffen. Neber. einer Gründart in den gemeindlihen Gewerbe- gerichten besteher. drei Sondexarten in den Berggewerbegericten, den Snnungsschiedsgericht-n und den Landesgewerbegerihtèn. Die 2e der Gewerbegerihte betrug nah einx soeben vom Sta- tistishen Reichsamt : veröffentlichten „Statistik der Tätigkeit der Gewerbe- und Kaufmannsgerichte in den Jahren 1914 bis 1918“, die als Beilageheft zum „NReichsarbeitsblait* erschienen ist (39 Seiten, Karl Heymanns Verlag, Berlin), im Jahre 1918 ins- gesamt 891 (gegen 949 i. J. 1913). Hiervon waren 515 (496 i. J. 1913) gemeindliche Gewerbegerichte, 350 (420) Innungsschiedsgerichte, 18 (25) Landeëgewerbegerichte uud 8 (8) Berggewerbegerichte. Die gemeindlihen Gewerbegerichte haben eine stetige Mehrung seit ihrer Ginführung aufzuweisen. Die Berg- und Landecsgewerbegerichte - bleiben sich ziemli gleich, bezw. zeigen eine geringe Abnahme. Die Snnungsschiedsgerichte halten sih der Zahl nah bis zum Kriegs- auébruch auf ziemlih derselben Höhe, zeigen dagegen während des Krieges etnen bedeutenden Rückgang. s

Kaufmannsger id te hat der Gesetzgeber nur in einer Form, | in den gemeindlichen, geschaffen, deren es im Jahre 1918 im Deutschen Reiche 303 gab. Davon waren 257 zuständig für einzelne Gemeinden unter denen fich 223 Gemeinden mit mehr als 20 000 Etnwohnern befinden —, 26 für Bezirke mehrerer Gemeinden und 20 für die Bezirke mehrerer Kommunalverbände oder ‘Teile von solchen." Die Zahl der Kaufmannsgerichte ist von 227 im Jahre 1905 auf 303 im Jahre 1918 gestiegen. A

8 das Iahr 1914 verzeichnet die amtliche Statisttk 100 568 Nechtsstretitigkeiten vor den gemeindlichen, Land-. und Berggewerbegerichten. Die Geschäjts igkeit der Innungsschiedsgerihte ist in der Statistik nicht bexüctsichtigt. Im zweiten Kriegéjahre 1915 gehen diese Rechtöstreitigkeiten auf 64 (24 zurück. Der Rückgang hält auch während der folgeuden -Kriegejahre an, so daß das Jahr 1918 mit 39 055 Rechtsstreitigkeiten den Tiefs- stand der Tätigkeit der deutshen Gewerbegerichte aufzuweisen hat.

Von den 294 221 Klagesachen des Kriegsjahrfünsts wurden an - bängig 6,2 vH au Klage der Arbeitgeber, 01 vH zwischen Arbeitern desselben Arbeitgebers und 93,7 vH auf Klage der Arbe't- nehmer. Ihre Erledigung erfolgte in 39,2 vH -der Fälle durh Ver- aleich, in 12,8 bH durG) fontradiktorische Endurteile, in 11 vH durch einen Verzicht im Sinne des-H 306 der Zivil- prozeßordnung *), in 1,6 vH durh Anerkenntnis, in 17,8 vH durch Zurücknahme der Klage, in 86 vH duch Ver- säumnktisurteil und in 14,6 yH auf andere Weise; 4,6vH der Fälle blicb.n unerledigt.