1872 / 129 p. 9 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

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i E D B A A S d ues Sbi6a: Made LaB dire

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_Jáhres 1865. D

„rung 22 Thlr, 27 Sgr. Im ganzen: Staate waren

daß über den Erfüllungsort eine besondere Verabredung getro _— An der Königlich württembergis<hen land- und E und nun V ersien, 29 Tage--verstreichen läßt, chie on e- | forstwirthschaftl ichen Akademie: ohenheim befinden “fi reitwilligkeit zur Lieferung dem Käufer anzuzeigen (zu kündigen ), | im laufenden Sommerhalbjahr -98 Stu irende; nämli< 71 Land- fommt erst dann in Verzug , wenn der Käufer am 30. SPOE, ir wirthe (worunter 13 Württemberger? und 58 Nichtwürttemberger) und Empfangnahme der Waare bei ihm sih gemeldet hat. Art. 355, 357, | 27 Forstwirthe (18 Württember und 9 Nichtwürttemberger). Von 324, 342 A. D. H. G. B. den 67 Nichtwürttembergern sind 25 aus anderen deutschen: Staaten, nämlich Preufen 11 Bave 0 Bremen Elsaß ie 1 ährend 49 rauns<weig en - rg, Bremen j ‘Je 175 | i sonstigen Ländern angehören , nämli n SREE 1917: Rußland 7,

Statistische Nachrichten. t Schweiz, Serbien und- Amerika je 4 Griechenland 2, Luxemburg Und

; L T A e änien je 1. Verglichen mit der Frequenz des leßten Halb- Ka dem vorläufigen Ergebnis der Zählung vom 3, Dezember | jahes (108) ergiebt tine Abnahme um H, wogegen eine Ver Es : ia. i R: Chri j ne Zuna

20,145,713, männlichen und 20,895,060 weiblichen Personen , #0 daß gien dem vos Ren Are jahr (1872) : T Ine also das männliche: Geschlecht mit 4908 pCt.j/ das weibliche dagegen | ¡Nach ‘den siatistischen Notizen úber die Religion in den mit 50,92 pCt. vertreten ist Dieses Ueberwiegen des weiblichen | Rereinigien Staaten betrug die Zahl der Kirchengemeinden am Geschlechts ist schon seit langer Zeit in Deutschland vorherrschend ge- | 1, Juni 1870 72,451. Die Zahl der Kirchengebäude wird auf 63,074,

wesen und: es wurden bereits im Jahre 1766 bei-einer-im preußischen | dex Kirchenb 21,659,562 Personen, der Werth des Kirchen- Staate stattgefundenen Volkszählung auf 1000 männliche 1053 weib- erfa vent cus auf D681 E angegeben. Folgendes sind. die

liche Personen ermittelt. Jm Allgemeinen werden zwar mchr Knaben, vtkircen : tien (reguläre) 3,997,11 ptisten (irreguläre als Mädchen geboren; doch verliert sich bas anfänglihe Uebergew<! $63,019) Mbmisch-Katholishe 100614 "Co RAUai 721A, des männlichen Geschlechts durch die größere Sterbl c<kcit dèr Knaben | Episcopal 991,051, Lutherish 997,332, Methodisien 6528/2091 Pres- und sinkt später ‘noch tiefer dur größere Anstrengungen, Kriegsdienst | hyterianer (reguläre) 2,1989007 andere Presbyterianer 499/844. Diese und Auswanderungen der Männer; so daß im- mittleren und späteren | Kirchengemeinden sind im Besiß: folgenden Eigenthums: Baptisten Lebensalter die Kopfzahl des weiblichen Geschlechts ersahrungem ata [reguläre)- 39,229,220 Dollar, Baptisten (irreguläre) 3,378,977 Doll. eine viel größere ist. In den einzelnen deutschen Staaten stellt Römisch-Katholische 60,978,666. Dollar , - Congregational 25,0696 nach der leßten Zählung von 1871 das Verhältniß der Geschiehter | Hollar; Episcopal: 36,514,549 Dollar; Cutberisthe 14,917,747 Dollar folgendermaßen; E int: wabl Methodi en 69,854,121 Doll.j Prasbotertaner (reguläre) 47,828,732 E 431% 5069% ad: Cobrg-Gotha t 40% 5! 60% Dollar; vabhyterianer (andere) Ô) 3024 ollar. auenbur 33 » 4967 » en-Altenburg.- 4873 » 5127 » /

Bayern -- 4871 » 5129 » | Schwrzb.-Rudolstadt 4876 » 5124 » Kunst und Wissenschaft. Sachsen 4885 » 5115 »| » Sondershausen 4862 » 5138 » | “Das 5, Heft von Dr. G. Hirth's »Annalen des Württemberg 4818 » 5182 » | Walde> u. Pyrmont 4694 » 5306 » | Deutschen Reiches« Feipai 1 Verlag von Hirt hat folgenden Baden .……......-. - 4877 » 5123 » Reuß ä. A is Cre 6 4932 » 5068 » Inhalt: Die deutsche vie Ma (vollständiger h

a 4949 » 5051 » | Reuß j. L. ..--- 4879 » 6121 » | handlungen über das- Geseß vom 4. Dezember 1871 | nas Para- MNe>lenbrg.-Schwer. 4876 » 5124 » | Schaumburg-Lippe. 4962 » 5038 » | graphen geordnet, nebst Denkschrift vom 4. Mai 1872). “Erster Be- Medlenburg Streliß 4852 » 5148 » | Lippe 4917 » 5083 » | rit des Reichskanzlers über Selgreung! und Verwaltung in Elsaß- Oldenburg... 4921 » 5079 » | Lübe... 4813 » 5187 »' | Lothringen- für 1871—1872. Das Programm der deutschen Freihänd- Sachsen-Weimar. 4869 » 5131 » | Bremen 4864 » 5136 » | [er, - Frauenarbeit in den Fabriken. Vorläufige Ergebnisse der Volks- Braunschweig 4987 » 5013 » | Hamburg 4877 » 5123 » | zÄhlung- vom-1. Dezember 1871. Programm 2c. der Wiener Welt-

Sas 4907 » 5093.» | Elsap-Lothringen .… . 4894 » 5106 » | gusstellung 1873. ie Handels- und Schiffahrtsverträ ie deut : i e ei

Sachsen - Meiningen 4901 » 5099 » Au A Mga | lands mit. dem Auslande. - Der Huldaer Hirtenbrief. Das männliche Geschlecht ist hiernach allein in Lauenburg über- | Marine-Akademie. Die Stärke der deutschen Heere im Feldzuge 1870 wiegend (50/33 pCt:); den für das ganze Reich berechneten mittleren | bis 1871. ;

Durchschnitt von 49,08 pCt. erreicht und Übersteigt dasselbe in Preußen (49,31 pCt.), | Hessen (49,49 pCt.)j Oa (49,21 pCt.),- Braun- : {weig (49/87 pCt.), Anhalt (49,07 pCt.) euß ä. L. (49,32 pCt.) 6 ( SalaenbangVinde (49/62. pCt.) und Lippe (4917 pCt.). In allen | Posen; 31, Mai. (a Mart Der Gang des Woll- übrigen deutschen Stäaten- überwiegt das weibliche Geschlecht, am, geschäfts is als matt zu bezeichnen: Das Geschäft auf den auswär- meisten in Walde> (53,06 pCt.), Lübe> C Ct., Württemberg! | tigen Lagern hat fast ganz naGgeen e weil die Konsumenten die (51/82 ÞpCt.)) Coburg «Gotha (5h60 p( t) e>lenburg - Streliß; | nahe bevorstehenden Märkte zur De>ung ihres Bedarfs abwarten (51/48 pCt.) Schwarzburg-Sondershausen (51,38; pCt). - Was die: | wollen. - Hier kamen in leßter Zeit wegen zu hoher Forderungen der einzelnen Provinzen Preußens betrifft, so ergiebt f< für diesclben roduzenten nur wenig Abschlüsse au Gieterungswollen zu. Stande. folgendes Verhältniß der Geschlechter : ür einen Posten leichter Wolle) deren stets ute- Wäsche bekannt ist männl. weibl. männl weibl. : | wurde 70. Thlr. bezahlt, kleinere Partien. sin mit 64—68 Thalern ruten 4847% 5153% | Schleswig-Holstein . 4980%5020% | abge <lossen worden, was gegen VOriGeige Wollmarktspreise einen randenburg 4966 » 5033» | Hannover 4965 » 5035 » | Aufschlag von 5—8 Thalern ergiebt. Es sind bereits einige Posten 4889 » 5li1» estfalén 5087 » 4913 » | neuer Schur eingetroffen, welche eine recht gue Wäsche zeigen. „Bel 4845 » 5155 » | Hessen-Nassau 4851 » 5149 » | der sehr günstigen Witterung ist eine gute Wäsche im Allgemeinen zu

4785 » 5215 » | Rheinland .….…--- .. 5039 » 4961 » | erwarten. : : tj x 4949 » 5051 » | Hohenzollern 4834» 5166» | : Strehlen, 31. Mai. Bei dem heute- hier abgehaltenen -W ol l- Im Allgemeinen leben in -den_östlihen Provinzen etwas mehr! markt wurden /1015-.Centner einshürige, größtentheils -Rustikal- weibliche Personen, als in den westlichen. Am stärksten war das| |. Wollen zum Verkauf gestellt die auch, bis auf fleine Partien j \{on weibliche Uebergewicht in Schlesien (52,15 pEt.) Posen (51/55 pCt.)y | bis Mittag aus dem Markt genommen waren. Bar wurde E Preußen: (51/53 pCt.), Hessen -Nassau (51/49 pCt.) und Pommern | feine Wollen 5—80 Thlr., für mittelfeine Wollen 65—69 Thlr., sür (51,11 pCt.). Mehr Gleichgewicht zeigen: Sachsen (50,51 pCt y Han-| | ordinäre Wollen 58—63 M) (1— Thlr. mehr- als im an nover (50,35 pCt.), Brandenburg (50,33 pCt.)- und ( leswig-Holstein: |. Jahre..pr. EGZ Rene aare: war nicht-zu Markte gekommen. (Ga pCt.), während das männliche Geschleht - überwiegend ist in! Wien, 27. Mai. Die Zufuhren von neuen Wollen treffen esifalen (50,87.pCt.) und der Rheinprovin (50ja9 pCt.): / Geht man | noch immer sehr para ecin-und- wird überhaupt: wenig. u Markte auf die einzelnen Regierungs- resp. Landdrosteibezirke zurü>, so zeigen | gebracht, das eiste sofort auf Grund- höherer Absh ufe zur Ab- eine überwiegend männliche - Bevölkerung: Arnsberg (52,30 pEt | lieferung _ gelangt. Käufer zeigen si e Fer und wollen die Düsseldorf: (51,09 pCt), Lüneburg Pet Berlin (50,42 pCt.), | Forderungen der Eigner“ nicht: bewilligen tit Hinbli>, daß der-Bedarf Aachen (50,33 pCt.)7 Hannover (50,25. pCt.y Magdeburg 50,21 pCt.), | angesihts dér Ege ituation im Stháäfivollwaaren - Geschäfte Trier (50,11 pCt.); Osnabrü> (50,08 pCt.). - - —___! | nit dringend ist und der Jmpört von Überseeischéti Wollen érkcichtert Nach einer - von der Königlichen Regierung zu Düsseldorf | is da Amerika: die Kauflust béreits gestillt hat; die Preise ‘der über- veröffentlichten Nachweisung bestanden zu Ende des: vorigen Jahres fen Wollen erhebli< nachgegeben häben' und der Bezug auch noch im Bezirk dersclben 64. Sparkassen; deren; Einlagensummen- für | durch die e ait R Le Zeit wieder etwas verschlehterten Va- jede dieser Kassen speziell angegeben sind. Am Sch usse des Jahres |' luta-Verhältnisse erleichtert ist: Andererseits aber“ hat die Wollpro-

Gewerbe und Handel.

1865 betrug die Total - Einlagensumme sämmilicher Sparkassen des duftion überhaupt: abgenommen und reiht nur knapp hit, den Be- f

Regierungsbeziris inklusive Reservefonds: 6/354,337-Thlr. ; gm <lusse | darf zu'de>en. Ueberdies: haben Eigner die Wollen selbst zu ' hohen des vorigen Jahres- dagegen inklusive Reservefonds 11,742,665 ‘Thlr.j Einlösungspreisen ‘iti Händen: Bei solcher \hroffen ‘Haltung der so daß si dîe Gesammt-Einlagen innerhalb- sieben Jahre najegu uer: Eigner und: Consumenten beginnt nun heute | der Pesther - Medardi- doppelt yaben. Ende W671 betrug das Sparkapital pro Kopf ‘der: Be“ Marft; und nach den bereits ‘eingetroffenen Berichten entwi>elt fih völferung 8 Thlr. 25 p eg:n 5 Thlr. 3 Sgr. 4 Pf. zu Ende des | au< das Marktgeschäft.sehr schleppend.-- Auf dem - hiesigen Plave is Die ‘höchste Einlagensumme p e die; Sparkasse: der | in ‘der leßten Woche wenig VEFaCvM en, Von fiebenb rgener Wollen Stadt Esscn mit 1,5985533 Thlr. - Jhr zunächst sichen Kreis und Stadt | wurde: Einiges zu 120 Fl. genommen und zeigen die Preise gegen Elberfeld mit 1,071,121, Stadt Steele mit 826,690, Kreis und Stadt dén Vormonat einen“ Ab Ls von 14 Fl- Áu den Fabrikpläßen Barmen mit 724,433 und Creseld mit 715,352: Thlr. Qu Ende-des | ist es im Woll ebenfalls sehr stille und kommen: ntr ‘verein- vorigen Jahres waren- in der Rheinprovinz 102 Sparkassen vorhan- | zelte Umsäße in üb ecis<en und! russis< gewas@énen Wollen vor. den , mit: ciner Cam me von 25,745,267 Thlr.; was pro Kopf Kopenhägen/ 31.-Mai. Sämmilliche hauptstädtis<e Blätter der Bevölkerung ein parfapital von-7 Thlr. 3 Sr: ergiebt, Die | theilen jeßt mit; daß die Eröffnung der nordischen agr verp Provinz Westfalen- hatte am 31. Dezember: v. J. Sparkassen, mit | und Kunstausstellung definitiv am 13. Juni und zwar in Gegen- einer Einlagensumme «von 39,517,966 Thlr. ; pro Kop der Bevülke- | wart des Königs stattfinden wird. Jn Verbindung mit- der us- 18 Sparkassen | stellung wird vom 4- bis 6. Juli eine skandinavische national-skon0- vorhanden mit Einlagen zur Totalsumme von 165,136,474 Thlr.

mische Versammlung abgehalten. werden. : i Zweite Beilage

dru der Ver- F

3333 | Zweite Beilage zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

„M 129.

Dienstag den 4 Juni

1872.

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Nichtamtliches. Deutsches Nei.

Bayern. München, 31. Mai. Der Ober-Stallmeister des Königs, Graf Holnstein, hat am 29. Mai einen fünf- monatlichen Urlaub erhalten.

_— 3. Juni. (W. T. B.) Die hiesige Universität hat in Folge eines am 31. v. M. vom akademischen Senate gefaßten Be- \{lusses die Erklärung ergehen lassen, daß sie auf die für die 400jäh- rige Jubelfeier ins Budget cingestellte Summe von 26,000 Fl. ver-

ichten müsse, wenn die Verwendung derselben an die Aus- ührung des vom Landtag als Beschluß ausgedrückten Wun- sches, daß nur infallibilistische Lehrer für Kirchengeschichte und Philosophie auf die betreffenden Lehrstühle berufen würden, geknüpft werde. ; e>lenburg-Schwerin. Schwerin, 1. Juni. Der Großherzog und die Mo herzoutn, sowie der Herzo aul und die Herzogin Marie find gestern zum Besuche de rbgroßherzogs mit zahlreichem Gefolge im ade Johanni®- erg eingetroffen. i

Sachsen - Altenburg. Altenburg, 1. Juni. Der Prinz Moriß is heute Abend aus Karl8bad wieder hier- her zurückgekehrt. | :

Sachsen:Coburg-Gotha. Gotha, 1. Juni. Der seit Pfingsten beurlaubt gewesene Landtag trat gestern wieder S , um die rückständigen Vorlagen zu erledigen,

a das Mandat der Abgeordneten mit Ende Juni d. J. ab- läuft. Nach der Berta a des Spezial-Landtages soll der ge- meinschaftlihe Landtag in Coburg zusammentreten.

Bremen, 30. Mai. Die Bürgerschaft beschäftigte si nts aus Anlaß des Jahresberichts der Schuldeputation mit

er Lehrerbildungsfrage und den Verhältnissen des hiesigen Seminars. Die weitere Erwägung der BRoe egen ee wurde der Schuldeputation anheimgegeben. Heute wurd eine Be- kanntmachung des Erbe- und Handfesten-Amts, welche die durch die Münzreform erforderli werdenden Veränderungen der Vorschriften für Hausverkäufe u. dgl. betrifft, erörtert und beschlossen, sie der juristishen Kommission zur Prüfung zu er lsa Lothri Straßburg, 1. Juni. D Isaß - Lothringen. raßburg, 1. Jun. er Munizipalrath von Straßburg hat am 29, Mai ein- immig einen Protest gegen den Tadel. beschlossen, welchen der in Paris tagende Untersuchungs8rath für die Kapitulationen über die Straßburger Nationalgarde auszusprechen fich ver- anlaßt gefunden hat. Er protestirt im Namen der Bewohner gegen das vom Untersuchungsrath ausgesprochene Urtheil über ie Haltung der Nationalgarde und der Civilbevölkerung und drücét den Wunsch aus, daß eine Gegenuntersuhung eröfsnet werden möge, in welcher die Aussagen aller Derjenigen anzu- hören wären, welche in Betreff dieses Gegenstandes genau und authentis< unterrichtet seien.

Oesterreich - Ungarn. Wien, 3. Juni. In der eutigen Sizung des Abgeordnetenhauses erstattete er Minister des Jnnern in längerer Rede Bericht über die Katastrophe in Böhmen und die von der Regierung in dieser Angelegenheit bereits getroffenen Verfügungen , und stellte in Ausficht , daß zur Mer bhung, der von der Uebershwemmung heimgesuchten Gegenden die Bewilligung eines Kredits verlangt werden würde. Der von Herbst gestellt Dringlichkeit8antrag, der Finanzausschuß solle über die Böhmen u gewährende Staatshülfe schleun!i st berichten, wurde ein- stimmig angenommen. Der Unterrichts-Minister beantwortete die Interpellation, betreffend die konfessionellen Vorlagen, dahin, daß die Berathung über die fraglichen Geseßentwürfe im Schooße der durch viele Arbeiten in Anspruch genommenen Regierung noch nit ab n en sei und daß die Vorlage derselben in

der'nächsten Session des Reichsraths erfolgen würde. Bei Be-

rathung des Einführung8geseßes zur Stra E wurde der von Tomaszcezek namens. der Minorität des Ausschusses eingebrachte Antrag, die neue Strafprozeßordnung gleichzeitig in Galizien, Bukowina und Dalmalien einzuführen, fast ein- U ata anab tis Der Antragsteller hatte im Namen aller Abgeordneten jener Länder erklärt, daß dieselben einstim- mig für diesen Antrag einstehen. Der Justiz-Minister hatte fich ebenfalls mit demselben einverstanden erklärt.

Belgien. Brüssel, 1. Juni. Der Gesandte v. Balan stellte gestern in Laeken dem Könige der Belgier den preußi- {hen Hauptmann im 2. Garde-Regiment, v. Sommerfeld, vor, welcher seit Kurzem als Militär-Altaché der hiesigen deutschen Gesandtschaft beigegeben ist.

Großbritannien und Jrland. London, 1. Juni Ihre Majestät die Königin wird, den getroffenen DisSpositio- nen zufolge, bis ungefähr den 17. d. in Balmoral verweilen und alsdann na< Windsor - Castle zurückkehren. Der Hof legt am 2. d. in Folge des Hinscheidens der Erzherzogin Sophie von Oesterreich Bolton e Trauer an. Für den 22. d. 1 ein Lever im St. James - Palast angesagt , bei welchem der Prinz von Wales zum ersten Male seit seiner schweren Kranf-

heit die Königin vertreten wird.

Der Geburtstag der Königin Victoria wird heute in London, Windsor und allen Garnisonstädten des Königreichs offiziell gefeiert. In London paradirten die Haus- truppen im St. James Park und wurden die üblichen Kanonen- shüsse abgefeuert. Am Abend finden bei den Kabinets8ministern offizielle Bankette statt. /

Der Prinz und die Prinzessin von Wales trafen heute an Bord des Dampfers »Maid of Kent« von Calais in Dover ein, woselbst Prinz Arthur dieselben begrüßte, und seßten bald darauf die Reise nah London fort.

Der Prinz Christian von Schleswig-Holstein hat fi gestern nach erhaltener Kunde von dem Ableben seiner Schwester, der Prinzessin Augusta, nah Pau begeben.

3. Juni. Im Oberhause machte Granville , im Unterhause Gladstone die Mittheilung , die amerikanische Fassung des Zusazartikels zum Washingtoner Vertrage be- züglich der Zurü>knahme der indirekten Ansprüche sei von den Kronjuristen als genügend erachtet worden, auch habe Amerika den Wunsch geäußert, daß dieser Theil des ZJusagtartikels keinerlei Modifikation erleide. Die obwaltenden Schwierig- keiten bezögen si< vornehmlich a die in dem ZJusaß- artikel aufgestellten Verpflichtungen für die Zukunft. Die Regierung könne \i< bis jezt no< nicht darüber aus- lassen, ob eine Verständigung gegen werde , sie hoffe aber sicher die O zu besiegen. Jm Oberhause fündigte Lord Russell die Einbringung seiner bekannten Reso- lution für morgen an. Granville erklärte hierauf, falls ein Tadelsvotum über das Verhalten der Regierung in der Ala- bama-An ges verhängt werden sollte, werde dieselbe einem solchen bestmöglichst zu begegnen suchen.

Im Unterhause theilt Lord Enfield auf eine bezügliche Anfrage mit, die provisorische Beibehaltung des diplomatischen n! beim päpstlichen Stuhle sei nothwendig, weil die: Kurie jede Beziehung zu einem gleichzeitig beim italienishen Hofe eglaubigten Vertreter Großbritanniens ablehne. Bouverie kündigte eine der Russellschen analoge Resolution an, betreffend die Einstellung der Arbeiten des Schied8gerichts bis zu erfolgter E Qurücknahme der indirekten Ansprüche seitens

merikas:

Frankreich. Paris, 2. Juni. Die verschiedenen par- lamentarishen Gruppen beschäftigen sich gegenwärtig mit den Wahlen, die nächsten Dienstag in den Abtheilungen attfinden und deren Zweck ist, die Budget-Kommission für 1873 zu er- nennen; sodann mit den Ernennungen für den Staatsrath. Der Kommissionsbericht über den Antrag Haentjens, wel- cer verlangt, daß der Krie 8rath auch sein Gutachten über die Kapitulation von Paris abgebe, schließt fol endermaßen : Nichts in der Belagerung von Paris gleicht dem; was sich ander- wärts zugetragen hat, Vom Tage an, wo die deutschen Armeen die Stadt einshlossen , bis zu dem, wo ihnen die Außenforts übergeben wurden, hatte der Gouverneur von Paris, Mitglied der Regierung, keine Gewalt ¡ die von derjenigen sciner Kollegen verschieden war. Er besprach mit ihnen alle ertheidigungsmaßregeln, beugte sih vor den Beschlüssen der Majorität und mußte sogar den von Tours und Bordeaux kommenden Instruktionen Rechnung tragen. Als er dann, nao 43monatlihem Kampfe, am Vorabende der Hungersnoth den Widersiand aufgeben mußte ; so war es nicht der Gouverneur der fapitulirte , sondern es war die Regierung , welche cinen Waffen- stillstand erlaugte Wenn die Kommission, die mit der Prüfung der Handlungen der September - Regierung betraut ist ihre Arbeiten beendet hat, so wird es Zeit sein, Ihre souveräne Kon- trole über alle politishen administrativen und militärischen Hand- lungen der T e B Regierung auszuüben, die Jhnen voraus- ging und den Theil der Verantwortlichkeit zu bestimmen, der jedem