1872 / 130 p. 14 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

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Herzoglich Anhaltische Magchinenbau-A nstalt

und Visengiesserel

zu Bernburg a. d, Saale.

[M. 693]

Von den vom Herzogl. Anhaltischen Landesfiskus jüngst zum Verkauf gestellten sogenannten „Harzer Werken“ ist das obige Etablissement seststehender Maassen das weitaus werthvollste Objekt: der Verkauf desselben wurde aber andauernd an den gleichzeitigen Miterwerb der Harzer Ber werke geknüpst und ist es nur ge- lungen, das Bernburger Werk nunmehr auch ohne den erwähnten, möglicher Weise lästigen, Appendix aus der Hand des Staats zu erwerben, weil die Abneigung gegen den Industriebetrieb für fiskalische Rechnung in den maassgebenden Kreisen, trotz langjähriger günstiger Resultate, immermehr Platz grifls.

Vorbehalten für die Persektion des Kaufvertrages war die Einholung der Ge-

A des Landtages, die mit 20 gegen 12 Stimmen nunmehr ertheilt worden ist.

Das Etablissement selbst hat einen seit länger als 25 Jahren (1844) ‘dgn pe Betrieb: in Bernburg, mitten in der Stadt hart an der Saale gelegen, hat es den grossen Vortheil des direkten E bis ans eigene Terrain heran, was na- mentlich dem Robheisenbezug von England wesentlich zu Gute kömmt.

In einer der industriellsten Gegenden wird es umschlossen von 40 Zuckor-

fabriken, 30 Kokhlengruben und der Leopoldshaller Kalisalzindustrie; sämmtlich

sind sie, im Hinblick auf die vorzügliche Leistungsfähigkeit des Herzoglichen Werkes; das anerkannt das Beste in seiner Art lielert, naturgemäss auf dasselbe hingewiesen.

Der amtliche Rechnungsabschluss des Vorjahres ergab für den Staat einen Reingewinn von rund Thlr. 40,500; sür dies Jahr sind, gselbsì bel ganz unver- änderter Betriebs- und RechnungsWweise Thir. 50,000 gesichert. Zu berücksichtigen ist aber, dass bei diesen Gewinn-Ermittelungen stets die fortgesetzten grossen Ver- wendungen für das Werk selbst aus dem Betriebe voraus bestritten wurden.

Der nahe Zusammenbang des Werkes mit Leopoldshall und seiner rapide wachsenden Industrie ist, wie in den Landtagsverhandlungen von der Opposition bei der Werthtaxirung besonders betont worden ist, hauptsächlich in Rechnung zu ziehen; so beschästigen zum Beispiel die aus Leopoldshall vorliegenden DA Oen im Verein mit der übernommenen kompletten Ausrüstung mehrerer Zuckerfabriken die Anstalt bis tief ins nächste Jahr hinein. |

Mit wenigen rationellen, verhältnissmässig mit nur geringen Kosten auszuführen- den und voraussichtlich bis zum Herbst fertig gestellten F rweltertngeanlattéhn ist aber die Leistungsfähigkeit bedeutend zu erhöhen und bei dem musterhast voll- kommenen Zustande, in dem sich Gebäude, Inventarium, maschinelle Kräfte etc. be- finden, eine Rente zu gewinnen, wie sie nur die berühmtesten Maschinen -Werk- stätten abwerfen.

Behufs Erwerbung und Fortführung des Werkes in ausgesprochener Weise hat sich eine Aktien-Gesellschaft unter der Firma

Vormals Herzoglich

Anhaltische Maschinenbau-Anstalt und Eisengiesserei

zu Bernburg a. S. konstituirt und ist als solche in's Handelsregister bereits eingetragen worden.

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e e verbleibt den bewährten Händen des vieljährigen Leiters des

Herzogl, Maschinendirektor Herrn F. A. Grund,

im Verein mit dem

R A MerTs E M E Herru F. Röhl,

eb des Etablissements geht bereits seit I. Januar d. J. nung der Gecsellschaft und tritt dieselbe damit gleich in eine L N summe ein, die an den in diesem Jahre bereits fertig gestellten umsangreichen

Arbeiten erzielt worden ist, so dass die Aktionäre Divide S nde für das volle lanfonde Jahr erhalten. Ein bedeutender Nutzen vorweg liegt serner, angesichts der exor-

bitant gestiegenen Eisenpreise, in den mit übernommenen Vorräthen.

Die Gesellschast hat sich konstituirt auf der Basis eines Grund- Kapitals von

Dasselbe berechnet sich wie folgt :

Erwerbspreis des Etablissements, Inven-

tarii, aller maschinellen Einrichtungen, ex-

klusive einer à 4!/,°/, verzinslich eingetragenen Hypothek von Thlr. 125,000 = e 0 o. DIE: 279.000; ___ Rohmaterialien, Vorräthe, unsertige Ar- beiten, Modelle im Herstellungspreise von ca. 75,000 Thir. Alles, wie es am 31. Dezember ging und stand e, Baar werden zur Gesellschastskasse ein-

gezahlt als Bau- und Betriebs-Fonds.

Thlr. 500,000.

»„ 100,000.

„125,000.

Thir. 000. Die Gesellschaft hat inzwischen auch das an das Werk anstossende E gebäude (früheres Münzgebäude), welches durch seine Situation das Etablissement zu arrondiren berufen ist, erworben, sowie auch die bergstädtische Wasserkunst nebst Zubehör, welche bisher die Bergstadt mit Wasser zu versorgen hatte, laut der geschlossenen Verträge, und nach deren Perfektion, in 2 Jahren, frei von diescr Last, als Eigenthum auf die Aktien-Gesellschast übergeht.

Von dem sest übernommenen Aktienkapital von Thlr. 500,000 stellen die Unter-

zeichneten Thir, 400 000

unter nachstehenden Bedingungen zur öffentlichen Subskription.

Berlin, 3. ui 572. WVolkmar & Bendix.

SubsKkripltions-Bedingungen,

a) Die Aktien werden voll gezahlt ausgegeben und sind darauf Zinsen vom

I, April a. c. à 5 pCt. zu an Die Aktionäre treten dagegen in den Genuss des vollen Rein-

erträgnisses des ganzen laufenden Jahres; daher gelangen die „Anhal- tischen Maschinenbau-Aktien“ im Handel, ansserhalb der SubsKription, mit 5 pCt. Zinsvergütung vom [, Januar a. ec. zur Berechnung.

b) Der Subskriptions-Preis ist pari, |

c) Bei der Anmeldung sind 10 pCt. des gezeichneten Nominal-Betrages baar oder in guten Werthpapieren zu hinterlegen.

d) Im Falle der Ueberzeichnung des aufgelegten Betrages bleibt Reduktion der einzelnen Anmeldungen vorbehalten.

e) Für die zugetheilten Beträge werden voll eingezahlte Aktien oder Interims- Scheine gegen Baarzahlung der vollen Valuta von 100 pCt. und der unter a. bemerkten lausenden Zinsen à 5 pCt. vom L April a. c. unter Anrech- nung der bei der Zeichnung deponirten 10 pCt. ausgehändigt. Der Zeit- punkt der Abnahme wird ehestens bekannt gemacht.