1872 / 132 p. 10 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

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nur {wer würden entziehen [önnen; und das is ein Zustand, von dem Sie verlangen können, daß die Staatsregierung ihn nicht herbeiführe. Aber, meine Herren, ich habe sür mich die Ueberzcugung gewonnen, daß, wenn das ganze Institut des Veterinärwesens und das gesammte Verhält- niß desselben auf dem Standpunkte bleibt, den es jeßt hat; wenn es nicht mit neuen Faktoren unter Jhrer Qs Rg 5 wird, daß dann auch nit cin A mchr als bisher für das Veterinärwesen ausgegeben werden wird. Eine Theilung der sa<li<en Fonds wird eintreten müssen; die sachlichen Verhältnisse bleiben dieselben, Und wenn die E Fonds in ihren Ausgaben überschritten werden müssen, so werden e dies nicht auf Grund neuer, sondern alter Bedürfnisse. Gerade die Fonds zu E olizeilihen Zwe>en wurden alljährlich reichlich ja um das Dreifache dessen; was auf dem Etat steht; überschritten. Man hat die Dinge eben nicht in der Hand, ih erinnere nur an die Ausgaben für die Rinderpest! as die persönlichen Ausgaben betrifft,aneine Herren, so ist das sehr ernst erwogen worden. Das gesammte Pensum wenn es ret ist Menschenkräfte nah Bruchtheilen zu taxiren— das gesammtePensum, was in den arbeitsvollen ießten Jahren— dic Rinderpest macht eben diese Arbeit in meinem Ministerium, geleistet wurde, ist ungefähr der achte Theil der Arbeitskraft desjenigen Rathes; der diese Angelegenheit be- arbeilct, und in dieser Perzeugans bin i< der Meinung gewesen, daß in der That das nunmehr mit seincn Kräften besser ausgestattete landwirtbschaftlihe Ministerium besser als es no< vor wenigen Jahren ausgestattet war in der De ist, ohne eine neue Kraft zu S dasjenige zu leisten; was bisher im Kultus-Ministerium geleistet ist. | Ich mag nun noch einen Bli>k hinüberwerfen; weil eine ver- wandte Materie berührt wurde, auf das Etatsgeseß. Die Fonds sind danach bewilligt zu bestimmten Zwe>en fie dürfen nicht zu an- deren Zwe>en, sondern immer zu jenen verwandt werden ; zu von den staatsre<tli< geordneten Organen Dabei soll es ver leiben. mir \<eint also au< ein s{lagendes Moment gegen die Richtigkeit des Verfahrens der Staatsregierung aus der Beziehung, die der Herr Abg. Virchow vorhin zu dem laufenden Etatsgeseß eintreten licß; ni<t entnommen werden zu können. i Später fügte der Staats-Minister v. Selchow hinzu: Ich halte mich verpflichtet, nur eine ganz kurze Bemerkung dahin zu machen, daß ich es lebhaft bedauern würde, wenn ih mi< vorhin undeutlih oder zweideutig S haben sollte. Es is mir nie- mals eingefallen, von einem Beschlusse des Hauses zu sprechen; ob das Wort über meine Lippen gegangen is, weiß ih nicht; Thatsache ist es aber jedenfalls nur, daß einzelne Stimmen in diesem Hause nach der angedeutetcn Richtung hin laut gewocden find. Diesen Stimmen ist von feiner Seite widersprochen worden, und in sol<hen Fällen pflegt die Regierung sie gern zu beachten und als Stügße ihrer Hand- lungen zu benußen. Hätte dagegen ein Beschluß des Hauses über die Materie vorgelegen, dann würde ja die ganze heutige Diskussion über- flüssig sein und au< {werli< mehr stattfinden.

Auf eine Bemerkung des Abg. Dr. Virchow entgegnete der Staats-Minister Dr. Falk:

T< muß nun allerdings bekennen; daß es nicht ein lapsus ,

lingüae des Herrn Abg. Virchow war, als er si< auf die Ordre von 1847 bezogen hat. Jh habe gegtanttn er bezieht sih auf die- jenige Ordre, die das gegenwärtige inisterium der Medizinal-Ange- legeheiten auf dasjenige Fundament gestellt at; auf welchem es fh befindet, und das is die Ordre von 1849. Jh werde darauf zurü>- fommen. T<h muß mich aber von vorn herein gegen einen ver- wahren, ald einen, der überall anerkannt worden sei; sowohl Seitens der Ministerien, als Seitens der Wissenschaft, nämlich den: daß Alles; was als Verordnung des Königs vor der Verfassung in der Geseß- fammlung (e hat; im Sinne der Verfassung Geseß sei. Da- mals war der Sinn ciner Verordnung, weil man so \harf nicht \hied, ein etwas zweideutiger, man verstand Dinge darunter, die unter das Geseß fallen; aber au< Dasjenige, was die Verfassung Verordnung im engeren Sinne nennt; und daß davon immer

ausgegangen ist 7 zeigt die Entwi>elung der Verhältnisse, deren ih.

vorhin Erwähnung zu thun versäumt habe. gn der Kabinetsordre von 1847 is} von der Thierarzneischule die Rede, und diese is dem jeßigen Kullusministerium überwiesen; im Jahre 1849, als bereits die oftroyirte Verfassung galt, ist nicht blos bei einer Aenderung in Bezug auf den Lehrplan ein Mitanhören der anderen Ministerien, bei Gegenständen, die sie interessiren, ihre Zuziehung bestimmt wordcn,/ nein; der größte Theil des gegenwärtigen Medizinalministeriums ist damals von dem Ministerium des Innern auf das Ministerium des Kultus übertragen worden. Wenn im Jahre 1849 als die alten ustände do<h no< sehr im Gedächtniß der Ministerien waren; o verfahren worden is, so glaube i< fann man mit allem Rechte in diesem Verfahren einen Ausdru> dafür finden, daß man ein [ne Procedere nicht als Akt der Gesekgebung an- sehe; sondern ledigli der Exekutive. Es is au später so verfahren worden s is Ihnen ja noch die Zeit erinnerli< als die Kom- petenzgrenze geregelt wurde zwischen demMinisterium r Handel und Ge- werbe und dem Ministerium des Innern. Siefinden De Uer Nen ra vom Staats - Ministerium ; vielleicht au< nur von den betreffenden Ministern unterzeichnet, in den Jahrgängen der Geseßsammlung von 1852 und 1858, die das ganze Gewerbe - Polizeiwesen von dem, einen Ministerium auf das andere übertrugen; un ihre Gültigkeit ist; so viel ih weiß, nicht bezweifelt worden. ; Der Staats - Minister v. Selchow erwiderte dem Abg. Dr. Virchow: i : T< muß dem Abgeordneten Dr. Virchow doch eins antworten. So \ivenig mir; wie dem Staats-Ministerium, is es jemals in den

Sinn gekommen, Se. Majestät zu bitten, einen Schritt zu thun; wo-"

durch die Verfassung verleßt würde. Wenn Se. Majestät unter dem

23. Januar 1819, also zu einer Zeit; wo die Verfassun bereits be- stand, eine Ordre erlassen hat, worin die C atOR der Behörden aungclproen ist, und die Ordre erlassen wurde ohne Mitwirkung des Landtages, so glaube i< und glaubt jeder im Staats-Ministerium, daß wir Sr. Majestät, wenn wir Allerhöchstihm die Bitte vortragen; eine neue abändernde Ordre zu unterzcihnen, nicht bitten, die ver- fassungsmäßigen Rechte dieses Hauses zu verleßen. Dazu würde \i<h Niemand von uns entschließen.

Der dem Hause der Abgeordneten vorgelegte Entwurf eines Gesetzes, betreffend die AusSdehnung der Ge- Le der Preußischen Bank auf die freie Hanse- stadt Bremen , lautet: Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden König von Preußen 2c. E l E Ens beider Häuser des Landtages der Mon- ra E A Die Preußische Bank is ermächtigt, in der freien Hansestadt Bremen eine Bank-Kommandite zu errichten und daselbs na< Maß- EN der Bestimmungen der Bank - Ordnung vom 5. Oktober 1846 ankgeschäfte zu betreiben. Urkundlich 2c.

Kunst und Wissenschaft.

Prag, 6. Juni. (Prag. Ztg.) Verein für Geschichte der Deutschen in Böhmen. Sipung der ersten Sektion. Schon im Jahre 1867 hatte rof. Dr. Ludwig Schlesinger in der ersten Sektion einen \<riftli<hen Antrag eingebra<hth der mit dem Hinweise auf die Wichtigkeit der Derselbe der deutschen Städte Böhmens die eingehende Durchforschung derselben aufs Wärmste vertrat, Erst im Jahre 1868 fam dieser Antrag zur Verhandlung. Mit der munifizirten Unter- stüßung des Ausschusses wurden dann die Archive des Saazer, Ege- rer und p res d Kreises in Angriff genommen und die von den Herren Dr. Schlesinger, Renner und Wilischko zu wiederholten Malen abgegebenen Referate über den Umfang ihrer Forschungen crwoeisen relativ so günstige Resultate und so wichtige Entde>ungen, daß aus dem unscheinbaren Antrage der Gedanke erwu<s, die verborgenen Schäße ans Tageslicht zu ziehen und sie in Form von rfun- denbüchern der gelehrten Welt zugängli<h zu machen. Die Schöpfung eines großen Regestenwerkes, eines »Codex diplomaticus municipalis« wie es z. B. Schlesien und Posen in den Werken Stenzels und Wuttkes besißt, das mußte das Gesammtresultat aller solchen Arbeiten glei<hsam die Krone des Gebäudes sein; cin großes Diplomatiarium der Deutshböhmischen; ein Sammelwerk von »Ur- fundenbüchern« der einzelnen bedeutenden Städte als die beredtsten Denkmäler des Wirkens und Webens reinster deutscher Eigenart für Kultur und Fortschritt selbst auf dem kleinsten Gebiete. Heute ist bereits der erste Schritt zur weiteren Verwirklihung des Plans ge- \{chen. Dr. Ludw. Swlesinger übergab als das Resultat seiner Forschungen der ersten Sektion ein »Urkundenbuh« der K. Stadt Brüx zur Prüfung und begleitete es mit einem eingehenden Berichte, der von dem Geschäftäleiter zum Vortrage gebracht wurde. Die Sektion beschloß mit Einstimmigkeit auf Antrag des K. K. Landes- Schulinspektors Werner, dem Ausschusse die Herausgabe des Urfunden- buches wärmstens und eindringli< zu empfehlen.

Aargau. Das »Tagblatt« berichtet über interessante Entde>un- gen , die fürzlih wieder bei den Erdarbeiten auf dem Kurhausplaße von Baden gemacht wurden. So grub man in den leßten Tagen eine römische Topfbrennerei aus. Der Töxferofen hat eine Länge von 6 bis 7! und is chen \o breit und etwa 6 bis 7! ho<. Er ist aus Ziegelstücken aufgemauert, mit einem größeren Gewölbe von etwa 3! Höhe und 2! Breite, von welchem re<htwinklig horizontal nah jeder der beiden Seiten bin je 3 Züge auslaufen von 3 bis 41 Weite und 2 Höhe. Die Züge, sowie die innere Wand des Gewslbes sind meist no< mit Lehm ausgestrihen. Daß es nicht eine gewöhnliche Zicgel- brennerei war, beweisen die kleineren Dimensionen der Anlage, während für eine Töpferei in der Nähe befindliche Haufen von größe- ren und kleineren Scherben zeugen. Ziemlich häufig sind auch größere, ves Maß haltende Been, in der Form unserer Milchbe>en, zu finden.

ie die gefundenen Ueberreste zeigen, wurden Geschirre gemacht aus

ewöhnlihem Lehm und aus feinerem Thon. Der Hals einer auf- efundenen Amphore maß 35! Durchmesser.

Gewerbe und SandDesl.

Das unterm 25. September v. J. unter der Firma »Guano- Niederlage und Danziger Superphosphat-Fabrik, Aftien- getr iwane zu Danzig gebildete Aftienunternehmen hat die Aus-

chnung des Danziger Geschäfts auf Stettin ins Auge gefaßt.

Stettin, 4. Juni. Die Einnahme des »Baltischen Lloyd« hat im vorigen Monat 90,153 Thlr. und bis ult. Mai überhaupt [ara bid Thlr. (19,882 Thlr. mehr als die Gesammteinnahme in 1871)

etragen. j

reslau, 5 Juni. [Wollmarfkt.] Das Geschäft auf den Lägern nahm seit gestern einen le ruhigen Gang. Jm Laufe des heutigen Tages wurden mehrere Posten Posener Wollen verkauft [o welche vorjährige Preise angelegt wurden. Das Ry gestern ver- aufte Quantum diesjähriger Wollen wird auf ca. 3000 Ctr. ges{äßt; von denen nur gut behandelte Wollen 2—4 Thlr. über vorjährige Wollmarktspreise erzielten.

6. Juni. Die Zufuhren dauern fort; Käufer verhalten \i< noch rescrvirt. Bis heut Vormittag sind ca. 5—6000 Ctr, gehandelt

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wötdey wer Is vorjährige Preise, für einzelne Partien auch einige Thaler mchr bezahlt wurden.

Liegniß, 5. Juni. Zum Verkauf gestellt waren 2800 Etr., dar- unter ?/, Rustikalwollen. Die Wäsche zeigte si< im Durchschnitt mittelmäßig. Bis Mittag waren Rustikalwollen fast ganz, Dominial- wollen zur Hälfte aus dem Markt genommen. Käufer sind zumeist rheinische und \{<lesishe Fabrikanten. Don: inialwollen erzielten 72 bis 88 Thlr. mit Auss{<ußbedingungen;, Rustifkalwollen 60—66 Thlr. ohne Aus\hußbedingungen.

Um 2 Uhr Nachmittags wird der »Bres[. Ztg.« telegraphirt : Die Anfuhr beträgt gegen 1800 Ctr. Dominial- und 1000 Ctr. Rustikal- wolle, wel><e l ßtentheils verfauft wurden. Feine Dominialwolle erzielte 75—83 Thlr. ordinäre Dominialioolle 64—75 Thlr.; Rustifal-

r wolle 63—68 Thlr. Die Vene Nationalbank bes<loß; den

Brüssel, 6. Juni. Diskont von morgen ab von 5 auf 4 pCt. herabzuseßen.

Qur Bade- und Reisesaison.

Aus dem Central-Eisenbahn- und Reise-Comtoir Berlin; Neue Grünstraße 22).

1) Mit dem 1. Juni cer. ist auf den meisten Bahnlinien Deutsch- lands cin neuer Fahrplan in Kraft getreten.

Die Potsdam-Magdeburger Verwaltung verausgabt jeßt nur no< iCtägige Doppelbillets nah Harzburg und Goslar; au< pur die Tarifsäße für Personen und Güter im- direkten Verkehr mit

clgien und Frankreich herabgeseßt worden und ein neuer Tarif der direkten Billets von Berlin nah Stationen über Magdeburg hinaus aufgestellt worden. : :

2) uu dem Anhaltishen Bahnho fe kommen 8tägige Billets nah drn via Halle zur Verausgabung und verkehren die Züge der Anhaltischen -Bahn, welche früh 7 und Abends 7% Uhr von erlin nah Dresden abgehen, direkt mit den böhmischen Bade-Orten: Tepliß, Carlsbad, Marienbad, Franzensbad u. \. w.

3) Die Berlin-Sörlißer Eisenbahnverwaltung Laas seit dem 1. Juni fünf Sorten Rundtourbillets mit 30tägiger Gültig- feit, welche den Besu<h von Bad Muskau; Görliß, Bad Flinsburg; Bad Warmbrunn, Salzbrunn; Charlottenbrunn, Altwasser, Reinerz, Cudowa, Landec> U. f. w. c i et auch erhält man auf dem Görlißer Bahnhofe direkte Fahrbillets k. und U. Klasse von Berlin na< Wien (1l, Kl. 15 Thlr. 26 Sgr.) über Liebenau, Turnau;

naim, Îglauy Stoerau u. st. w. Dieser direkte Wiener Zug fährt in Berlin Nachmittag 2 Uhr 15 Minuten ab und trifft ohne Wagen- pet am anderen Tage Vormittags 9 Uhr 10 Minuten in ien cin.

4) Die Niederschle #\is{-Märfk ise Eisenbahnverwaltung hat seit dem 1. Juni au<h Mittwo<h Nachmittags und tägli<h mehrere Lokalzüge von Berlin nah Köpenick, Friedrichshagen und Erkner cin-

elegt hat, wodur< deny in diesem Außenringe von Berlin wohnen- den E eine bequeme und \{nelle Verbindung mit Berlin ge- oten ist.

5) Am verausgabt :

Lehrter Bahnhof werden gegenwärtig 10tägige und 6wöchentliche Doppelbillets na< dem Harze (Thale und

Wernigerode), sowie 14tägige Rundtour-BVillets na< dem Rheine. Die Tnhaber der leßten Billets dürfen sowohl zur Hin- als au zur Rückfahrt die Anhaltische event. die Lehrter ahn benußen. Zwei- mal täglih werden vom Lehrter Bahnhofe Züge abgelassen, welche ohne Wagenwechsel direkt in 54 bis 6 Stunden na Thale event. Wernigerode fabren. Der Fahrplan bietet neben eínem Schnell- und Courierzuge no< einen Expreßzug, welcher ebenfalls ohne Wagenwc<sel in 95 Stunde Cöln erreicht. Die Benußung solcher Doppel- und Rundtourbillets berechtigt zu 50 Pfd. Freigepä> und MLAERIZ der Schnell- und Courierzüge; au<h vierwöchentliche Billets nach London via Rotter- dam, Harwich und fünftägige nah Arnheim, Utrecht; Amsterdam und Rotterdam werden bei direkter edition an diesem Bahnhofe ver- ausgabt, desgleichen findet nah ldenburg und Leer via Stendal, Lehrte, Bremen eine direkte Personen- un Gepäbeförderung statt.

6) Bei der Berlin-Hamburger Bahn fteht die Einführung Arr Rundtour: Berlin, Hamburg, Lübe> (Travemünde), Berlin in

usficht.

Du Besuche Wiens wird neben den Routen Über Dresden- Pra, Breslau-Oderberg und Görliß - Reichenberg jevt \hon die neue Stre>e Eger-Pilsen-Wien via Leipzig benußt und von Vergnügungs- reisenden fann in geeigneter Weise au< der Weg über Passau ge- nommen und von dort aus das Dampfboot na< Wien zur Weiter- reise gewählt werden, da die Fahrt auf der Donau zwischen Passau U. ien sehr viele landschaftliche Reize und romantische Bilder

ietet. Meiterhin bietet die österreichische Staatsbahn über Pesth und Baziasch cine direkte Beförderung nah Konstantinopel.

Die Eisenbahnbillets j Ceniralcisenbahn- und Reisecomtoir verkauft. gle mittelt dasselbe für die Hundstagsferien vom 6. Juli bis 5. Au ust cr. ermäßigte 4wöchentliche Eisenbahnbillet na< Thüringen, München, Wien, sowie na dem Rheine, Elsaß (Straßburg) und der Schweiz.

Bei Entnahme von Familicnbillets sind die Preise billiger ge- stellt. Jn diesem Com'oir wird auch Auskunft über alle Eisenbahn- und Reisc-Angelegenheiten ertheilt, besonders über die in Berlin, Prag, München, Frankfurt a. M, Wien U: \. w. zur Ver- ausgabung femmenden ODoppel- und Rundtourbillets durch Bayern; Tyrol und Jtalicn. Ebenso verkauft das Comtoir die heslen Reischand- und Coursbücher/, au<h find für Badercisende die Kurlisten pro 1572 und aus früheren

Qu gleicher Zeit ver-

ir die Lehrter Bahn werden au< im

von allen berühmten Badeorten zur Einsicht ausgelegt. Eine re>t lreihe Betheiligung an der Reise na<h dem Elsaß; den Schlacht- eldern, den Vogejsen, Straßburg U: \. w. steht in Ausficht.

Für die Schweiz von Basel aus kann si in jeder Tourist ver- trauensvoll an das Reise-Institut »Aegide« in Basel, vertreten von C. Huber und M. Berne>, wenden, dessen soeben erschienenes Reise- handbuch unter obiger Firma in Zürich bezogen werden kann. Die ständigen Auskunftbureaus befinden si< in Zürich, Luzern, Juterlaken und LELA n on di E Ea i

Zur Reisesaison dieses Jahres empfichlt das geographis<e Institut zu Weimar seinen Verlag an Reisekarten in leute tem farbigen Karton in 150 Nummern ; u. a.: Nr. 8. Deutschland, 10. Deutschlands Eisenbahnen; 11. Preußen und das deutsche Reich, 12. Prov. Preußen, Posen; Polen, 13. Prov. Pommern; 14. Prov. Sélesicn, 15. Prov. Brandenburg, 16. Prov. Sachscn,-: 17. Prov. S O) 18. Hannover, Oldenburg, Braunschweig; 19. Westfalen; Rheinprovinz, Hessen-Nassau, 20. Bayern j 21. Württem- berg und Baden ; 22. Sah enz 23. Me>lenburg, 24. Thüringen 15 Ae 38. Elsaß-Lothringen / Nordöftl. Frankreich; 83. Thüringen in 5 Bl. à 10 Sgr., 84. Eisenach und Umgeg. 10 Sgr. , 85. Jlmenau mit Panorama vom Ki>elhahn 5 Sgr.

5 Der Personecnbesu< der nachstehend aufgeführten der bis 31. Mai d. J. beziffert sich wie folgt: Lande 347, Reinerz 271 Salzbrunn 291, Warmbrunn 930 (inkl. 577 Passanten), Kösen 175, Lippspringe 293, Oeynhausen 5197 Wiesbaden 13,704, Ems 2330 (infl. 868. Passanten); Soden 7967 Aachen 9557; Burtscheid 489,7 Kreuznach 1371, Kissingen 1610, Baden-Baden 7431, Carlsbad 458, Gastein 325, Marienbad 1890, Tepliß und Schönau 9472 (infl. 7131 Passanten).

__— Die Berlin - Hamburger Eisenbahn-Verwaltung wird während der diesjährigen Badesaison Personen und deren Recise- ppa von Berlin nah den Nordscebädern Wy > und Sylt (ab

usum per Damp, mit dem um 11 Uhr Abends von Berlin abgehenden Courierzuge direkt befördern.

Bad Soden, 4. Juni. Die Fürstin Bismar> und ihre Tochter sind zur Kur angekommen und bewohnen die Gemächer des Lan Ia e S I Sanitäts-Rath Dr. Thilcnius. Die Kurliste vom 2. d. M. bringt 796 Nummern gegen 524 am 31. Mai v. J.

Lippspringe erfreut si schon einer A starken Frequenz. Es verzeichnet dic Kurliste Anfangs Juni über 300 Fremde. Wesent- liche Verb-sserungen hat auch hier die Zeit hervorgebracht , denn es sind neue Promenaden weit um die Arminiusquelle angelegt, Spring- brunnen geschaffen und namentlich gelangt der Kurgast auf cinem be- quemen und {önen Wege zur Jordansquelle. Die Aerzte Dr. Roh- den und Dr. Neumann machen si< um unser Bad verdient , sie er- werben Grundstücke zu gemeinnüßigen Zwe>en, lassen eine Trinkhalle ür natürliche und fünstliche Mineralwasser bauen u. st w. Das

r<ester is dasselbe wie im o Jahr und wird selbiges nächstens in der no< im Bau begriffenen Tonhalle konzertiren.

Johannisbad im Riesengebirge; das böhmische Gastein ge- nannt, is unter den sogenannten »indifferenten oder Okfrato - Ther- men«,j deren Deutschland, man kann sagen Europa, verhältnißmäßig wenige besißt, bisher niht zu gebührender Achtung gekommen; ob- wohl ihm dieselbe in jeder Beziehung als Heilquelle sowohl, wie au< als angenchmer Aufenthalt im Sommer, zusteht. Jn erster Reihe unter den indifferenten Thermen pflegt man Gastein in Oester- rei, Pfäffers in der Schweiz Tepliß in Böhmen, Wildbad in Würt- temberg, Warmbrunn in Schlesien mit einer Beigabe von Schwefel, Lande> ebenfalls in Schlesien mit etwas fohlensaurem Natron, als solche zu bezeihnen, und Johannisbad wird fünftighin als würdiger Repräsentant dieser Klasse von Heilquellen zur Seike stehen.

Die Saison hat unter schr günstigen Verhältnissen begonnen, denn es waren {on am 29. Mai 50 Parteien mit 102 Personen, also um die Hälfie mehr als voriges Jahr an diesem Tage; anwesend. Aus Wien, Berlin, Breslau, Dresden, und sogar aus Nord-Amerika sind Kurgäste gekommen, unter ihnen die Fürstin Thurn und Taxis aus Böhmen und der preußische General von Meyerink aus Berlin. Die M der Saison hat am 15. Mai stattgefunden. i

Johannisbad liegt so reizend in den Bergen j der Duft seiner Wälder und Wiesen j seine gesunde Luft, seine köstlichen Trinfquellen sind \o erfrishend und seine Vollbäder von 23° R. so wohlthuend, daß jeder aas und Se gewiß gern dort weilt. i

Johannisbad is von Berlin aus leicht, billig und s{<nell erreich- bar; in wenigen Stunden is man von dort an der böhmish-s{lesischen Grenze bei Liebau und von da in 2 Stunden am Bahnhof in Freiheit, 2 Stunde vom Kurorte entfernt. Alle Züge von Liebau {ließen an den Freiheiter Zug an. Die wiederkehrenden Kurgäste werden nicht nur die Annehmlichkeit der Zweigbahn empfinden ; sondern au< von manchen Beri ge reaugen des herrlih grünenden Kurortes überra <t cin. Ein neues, hübs< gebautes Theater (von dem Gönner des

ades Cn von Si!berstein); sowie die daneben stehende saubere Villa de elben, erfreuen das Auge des Ankommenden. ;

Auch der Euphemienplaß e anmuthiger oen ein Spring- brunnen ergößt das Auge des Besucher®/ und der neue, prächtige und

es<mad>voll ausgestattete Kursaal des Badebesißers Steffen bietet ban Kurpublikum Piano, Billard, Literatur 2c.

Der dortige Badearzt Dr. Pauer hat den Besuchern und allen Freunden des Ortes eine neue Badeschrift über den emporblühenden

Kurort gewidmet.