1825 / 2 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

Baumwollhandel schien eine Mine des Reichthums für den Pascha zu werden, Man war allgemeihn daselbst der Meinung , daß die Liverpooler Kaufleute die Hauprfkäu- fer seyn würden, und daß- der gtößte Theil der Baum- wolle - Erndte des Pasha’s nah -Eugländ gehen würde ‘eine Meinung, die sich dur< die Thatsache bestätiget daß von den 6 Schiffen, welche Ende August und A n- fangs September mit Baumwolle aus Alexandrien se- gelten , 3. nah Liverpool und 2, nah London bestimmt waren. | Der mit Portugall seit dem -Jahre 1703 bestan- dene Vertrag na<h welchem si{< England anheischig ma<hr, dem französischen Wein einen höhern Zoll als dem portugiesischen aufzuerlegen , läuft, da er von Zeit zu Zeit erneuert wurde, im nächsten Jahre ab. z Brüssel, 27. Dec. bisher alle von der zweiten angenommenen Geseße ében- falls genehmigt hat, soll Freitag das Butget mit großer Stimmenmehrheit angenommen haben.

Aus Port Mahon wird vom 29. v. M. geschrie- '

ben, daß die K. Fregatte Algiers dort mit ziemlicher Havarie von Smyrna angekommen war.

Die Gewässer wachsen leider,! aufs neue aa. und bedrohen die angrenzenden Ländereien.

Gotha, 25. Dec. Wir haben am vorgestrigen und gestrigen Tage ein Fest gefeièrt, das nicht nur die Bewohner Gothas angeht, sondern auch viele Männer in allen Gegenden Deutschlands, die auf dem hiesigen Gyninasium ihre Bildung erhalten haben ; das Fest der dreihundertjährigen Stifrung sowohl dieser als der Bür- gerschule. Es war’ ein Freudenfest über die Blüthe die- seë Anstalten und ein Dankfest gegen die Heroen der

Reformation, dercu Sorge zur Verbreitung ihrer liht- vollen Lehre auf die Errichtung der hiesigen und ande- rer Schulen ging; gegeu die erhabenen Gründer und

Erhalter unserer Schule; gegen dié würdigen Lehrer endlich, die ihr Leben dem Unterrichte mit so großem Erfolg zum Besten der- Meuschheit widmeten.

Am 821. Dec. , des Morgens 9 Uhr, zogen von dem Rathäuse aus unter Begleitung vou Musik die“ sämmt- lichen Schüler, die Lehrer, die Beistlihen der Stadt, die Mitglieder des Magistrats u. \. w. in festlichem Zuge zur Angustinerkirhe, wo einst vor zoz Jahren Martin Luther sein weitreihendes Wort erschallen ließ. Mit Gottesdienst sollte das Werk beginnen.

Na der kirchlichen Feièr versammelten si< in dem

festlih ausges<hmücfteu Lehrzimmer der Classe Prima |

die Gymnafiasten, die verehrten Lehrer derselbeu, die an-

wesenden Fremden und alle diejenigen, welche durch ihre | besondere Theiliahme an dem Gymnafium hierher ge- führt wurdén. Es wohnten der Versammlung die Mit-

gliedér des Stadtraths, der Geistlichkeit, diejenigen der

hoheu Behörden wie nicht weniger die Herrn Staats- minister bei. Jn einer Rede in lateinischer Sprache gè- | / würdiger Director Kirchenxath Ddö- ring, welcher seit 1786 dieser Anstalt vorsteht, der ver:

dachte unser

gangenen Zeit, für die Seegnungen dankend, durch

welche alle Stürme det Aussenwelt an ihr glücklich vor-

übergegangen seyen und dur<h welche sie ihre jeßige

Blüthe erlangt habe. Jn einer deutschen Rede ooll Krafct und Wahrheit, )childerte dann der Professor

Kries die Mittel, der Schule ihre zeitherige Wohl- fahrt zu fichern. Musik schloß “die Feier.

Am gestrigen Tage hielten in festliher Versamm- lung fünf Schüler Reden. in verschiedenen Zungen. “Ans der Schweiz, 10. Dec. Drei “Gegenstände,

welche auch für die übrige Schweiz und selbst für das Aus-

land nicht ohne Juteresse sind, insofern eine Menge von Fremden dur< unsere Gegend, von Basel aus durch das

Mänsterthal ihren Zug nah dem Waadtlande, Genf und : V | Bergwerkskundige und Statistiker Jnterefe haben;

dem bernischen Oberland nehmen, beschästizen gegenwär- tig die dffentlihe Aufmerksamkeit. Der erste ist die Er- bauung eines Dampfschiffes zur shnellen und bequemen

Befahrung der Seen von Neuenburg und Bécl;“ der

Die erste Kammer, welche

| wäthetr hat.

andere betrifft das Anerbieten des Hrn. Perdonnet von Vivis, der, von Paris aus, zwei Millionen Franken den Kantonen Waadt, Bern, Freyburg und Solothurn

* von Seite eiuer Zahl Aktionärs anbietet, weun der Ka

nal von Entre- Roches vollendet, und dadur< die Ver- bindung des Genfersees mit dem Neuenburgersee bewerk, stelligt wird, wogegen alsdann die Zusicherung von Zoll,

gebühren verlangt würde; der dritte Gegenstand endlich |

hat ein Unternehmen zum Zwe>, das \<{on lange im Wurfe lag, nämlich die Einrichtung einer Kuran- ]stalt für Personen, welche unscre warmen oder falten Seebäder, die Ziegenmolke oder Eselsmilch in der herrli- hen Gegend von Biel gebrauchen wollten, und solche wiederholt zu benußen wünschten, ohne daß ihnen bis jeßt auf befriedigende Weise entsprochen werden fonnte.

Copenhagen, 25. Dec. Der schre>liche Orcan, welcher hier am 20sten d. wüthete, har beträchtlichen Schaden angerichtet. Vorzüglich hat die Capelle bei der Helms - Kirche sehr gelitten. Die Kupferbede>ung des Thurms der Frauén - Kirche war heruntergerissen und

lag zusammengerollt auf der Straße. Ju einer der gro |

ßeu Königl. Pflanzungen waren 4000 ziemlich starke Bäume umgerissen worden. daß der Barometer dieser Tage unter Erdbeben gestan den haben foll. |

Zwei Dänische Schiffer, Capit. Emmerich und Ca-

pit. Ravn sind, nachdem sie 11 harte;Stürme in der of F

fenen See ausgestanden, glúcéfli<h in Mandahl ange fommen.

Aus Hölsingör wird unterm 23. Dec. gemeldet: Am 2o0sten von Abends 9 Uhr bis spät nach Mitter nacht wüthete hieselbst ein furchtbarer Orfan aus Süd west, welcher an Thúrmen und Dächern mancherlei Ver wüästungen anrichtete, und den Hölzungen vielen Scha- den zugefügt hat. Von den hier auf der Rhede liegen- den Schiffen strandeten zwei englische mit Zimmerholz be- ladene ni<ht weit von

von seinen Anukeru losgerissen hatte, strandete sÜdwärts von hier bei Skotterup. dan hat bereits Nachrichten aus Fühnen und Jüt land bis nah Ripen hin, daß der Orkan dort auf die selbe Weise und mit denselben Würkungen wie hier ge So wie er aber hier um 8 Uhr Abends anfing und bis 1 Uhr Morgens anhielt, so wird aus Odensee gemeldet, daß er dort von 6 Uhr Abends bis Mitternacht gewährt habe. : Aus Aarhuus schreibt man: ¿„Bei dem Städtchen

Holm, eine halbe Meile vou hier, ereignete sich new}

lich eine merfwürdige Naturbegebenheit. Auf einem ziemlich hohen Hügel sprang plöblich an drei verschie denen Stellen ein mehrere Zoll dier Wasserstrahl glei<h einem Springbrunnen aus der Erde.// Stockholm, 21, Dec. Am 17ten d. nahm der

Reichsmarschall, Graf Flemming, seinen- Siß als Pr&f

sident im Kammergericht ein.

Graf Carl von Löwenhjelm wird, dem Vernehmén nach, als außerordentlicher Gesandter nah Paris gehen, um Sr. Maj. dem König von Frankreich die Glückwüu he unsers Monarchen zu dessen Tronbésteigung: zu über bringen. : i :

Der norwegische Staatsminister Peder Anker ist am 1oten d. mit Tode abgegangen.

vom 19ten v. M. sehr gelitten. Durch das in die Spei her der Kaufleute eingedrungéne Wasser sind mehrer Waaren beschädigt worden.

Die folgende, dffentlich erschienene Auskunft úber unsere Eifengewinnung und Veraxbeitung dürfte"

Die Roheiseu - Bereitung im Reiche. fowohl in als außer den Berg: Districten, geschah im Jahre 1 20 zusammen in 51,742 Tagewerken (von 24 Stunden,

——

Bemerkenswerth ist es, |

Helsingborg auf der schwedischen | Küste, und ein anderes englisches, mit Bohlen belade | nes Barkschisf, welches sich auf der Kopenhagener Rhede f

fünftiger Wassersnoth.

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¿s und ein halb Stunden; 1821 in 30,687 T. 11 ein Viertel Stunden; 1822 in 22/700 T. 4 St.z 1825 in 56,062 T. 17 und ein halb St.; im Mittel also jähr- lih in 30,310 T. 17 Stunden.

Von Stangen - Eisen und gröberem Eisen - Manu- fact sind bei den Wagen angekommen: im Jahre 1620: 356,966 «S. Pfd. 15 Pfd.z 1821: 568,051 S. Pfd, 12, 43 1822: 573,791 S. Pfd. 5, 23 1825: 367/544 S. Pfd. 19, 1, oder im Durchschnitt jährli 330,790 S. Pfd. 19, 5 Berggewicht; verwandelt in Stapelstädtisches Ge- wicht 453,470 S. Pfd. 1 L. Pfd. 5 Pfd. q 3

Die Eisen - Ausfuhr betrug dagegen in Stapelstäd-

| tischem Gewichte ; 1820: 348,405 S. Pfd. 9, 2z 18621: | 3 0,991. S. Pfd. 5, 125; 1822: 574514 S. Pfd. 11, 16 oder im Mittel

5) 18625: 429,712 S. Pfd. 14, 1 375/405. S. Pfd. 18 L. Pfd. 18 Psd. /

Der Belauf der privilegirten jährlihen Schmiede- Arbeit war am z1, October 1824 an geshmiedetem Stangen - Eisen 377,505 S. Pfd. 10, 9. Nuß - Ci- sen 40,345 S. Psd. 16, 5; und diverjer Schmiede- Arbeit 2,605 S. Pfd. 2; oder zusammcn 420,454 S, Pfd. 8 L. Pfd, 12 Pfd, Berggewicht. j

St. Petersburg, 18. Dec. 1824- Wir lesen jeßt hier mit Erstaunen, und nicht ohne Lächeln die höchst übertriebenen und nicht selten abgeshmactten Nachrichten über die Ueberschwemmung vom 19. No- vember. Personen, gänz außer der Lage den Umfang des Uebels kennen zu lernen, oder die jedem Straßen- Gerüchte Glauben beigemessen, haben gleih Anfangs ihre auswärtigen Correspondenten mit den ungereimte- sten Nachrichten getäuscht. Leider trugen im ersten Schrecken auch. einige unserer Zeitungen dazu bei. Schon eine Woche nach der Ueberschwemmung waren, einige abgelègene Gegenden ausgenommen, beinahe alle äußer- lihe Spuren derselben vers<hwunden. An Theurung ist nicht zu deaken, Mangel ist nie gewesen, die Preije sind jeht wenig erhdht. Der Menschen Verlust beträgt auf eine: Volfs- Menge, die im Sommer mit Militair und Angekommenen 400,000 Menschen weit übersteigt, höchstens 500, die in abgelegenen Stadttheilen ein Öpfer der Fluth geworden. „Die Verluste an Waaren-

| Utensilien und Sachen von Werth sind zwar uicht un-

bedeutend, aber im Ganzen ohne allen Einfluß auf den deutlichen Wohlstand der Stadt. Die Regierung hat den Zoll von allem Beschädigten erlassen. Jn den Hülfs- Vereinen melden sich wenig Personen mehr, solche Ar- men ausgenommen, die es auch früher waren. Von den ‘eingegangenen Summen ist kaum ein Viertheil ge- braucht. Krankheiten haben uicht überhand genommen. Der Verlust an hölzernen Brücken und so weiter ist längst erseßt. Der Schaden an Gebäuden is im Ganzen unbedeutend, er besteht hauptsächlich in Kachel- öfen, hölzernen Zäunen und der eingedrungenen Feuch- tigkeit, das meiste ist, shon reparirt. Nachrichten, wie folgende: das Wasser- sey in die Kaiserlichen Zimmer gedrungen, die Garde - Kavallerie habe mehrere tausend Pferde verloren , Kaufleuté hätten. ihre Bücher einge- búßt, die - Grundbauren . der Brücken seyen zerrissen, viele Dächer seyeu auf die Straßen geworfen, vieles Papiergeld sey weggeshwemmt, das Wasser sey durch Arsenikfässer vergiftet worden, und Menschen davon ge- storben , und viele dergleichén Dinge sind gänzlich und zum Theil boshaft erdichtet, oder nur in sehr geringem

| Grade wahr. Ein Faktum is es dagegen, daß von oiner Frederifsstad in Norwegen hat durch. den Sturm}

Besaßung von 48,000 Mann bei so vielem Wachtdienst,

nur einer vermißt wurde. |

Kurz das Uebel unserer Ueberschwemmung ist bei weitem mit den Verwüstungen nicht zu veêgleichen, die

ähnlihe Naturbegebenheiten in andern Gegenden um

dieselbe Zeit angerichtet haben, und es scheint, als ob

man: sich bald mehr vor den Folgen falscher Nachrichten als der. Ueberschwemmung selbst zu fürchtca haben dürfte. Eben so ruhig sind alle verständigen Leute in Ansehung ' Es ist durchaus feine Wahr-

beigemessen wird. Ein anderer Columbier ,

scheinlichfeit, daß ähnliche Sturmflutheu, je die Höhe

von sieben Fuß im Durchschnitt übersteigen dürften,

und eine solhe Fluth fann nie so zerstdrend- wirken,

wie allzudienstfertige Correspondenten über die vom

19: November glauben machen gewollt.

Spanisches Amerika. (Schluß des in Num. 507 der St. Z. vom vor. J. abgebrecheuen Artikels.)

„Während dieß im Süden von Pzru vorgeht, isi Bolivar im Norden (sein Hauptquartier befindet sich fortwährend zu -Truxillo ) ohne Untérlaß mit der Ver- mehrung und Organisation der columbo - peruanischen Armee beschäftigt, deren Stärke sich den neuesten Au- gaben zufolge, über 15000 Mann Infanteríe und 2000 Mann Kavallerie beläuft. Den Oberbefehl über diese leßtere hatte er dem tapfern Gencral Nicochea Úbertra- gen, welcher vor der lebten Besinahme von Lima durch die Spaniéèr Gouverneur dieser Hauptstadt gewesen, und neuerlich als Erwiederung auf eine Proclamation des Marquis von Torre Tagle, worin derselbe gegen Bolivar aufgetreten. war , und denselben beschuldigt hatte daß er den Plan sich zum Tyrannen von Peru aufzu- werfen, im Schilde führe, in. einer mit lauter Thatsa- chen belegten Schrift die Niederträchtigkeit und die Lä- herlihfeit der von dem Expräsidenten gegen den Liber- tador vorgebrachten Anschuldigungen entwielt hat. Den Oberbefehl über die Infanterie hat Bolivar dem colum- bischen General Sucre übertragen, und demselben den peruanischen General Santa Cruz untergeordnet, dessen im September v. J.- erlittène Niederlage am Desagua- dero lediglih dem Verrath einiger seiner Oberoffiziere

der Gene- commandirt die peruanische Infanterie, welche an 5000 Mann sark, und in Brigaden unter dem Commando der Generale Lara, Cordoba und Ur- daneta getheilt ist; die Avantgarde wird von dem Ge- neral Miller, einem englischen Offizier, in costnmbijchen Diensten , befehligt. Man glaubte, daß Bolivar im Juni an der Spiße dieser Armee wieder vorrúen würde *).‘/ ;

„„Die erste Sorge Bolivars, als er. sein Haupt. quartier zu Truxillo aufgeschlagen hatte, ging dahin, die Peruaner úber die Folgen der statt gehabten Ereig nisse zu beruhigen, und die vollziehende Gewalt der Ne- publik von den dur<h die Umstände für den Augenbli nußlos gewördenen Ressorts zu befreiten. Er ließ zu diesem Énde in das vor uns liegende Blatt der offiziel: n uns von Truxillo vom 5. April Folgendes ein rücken : ge

¡Die Epoche unsers Glücks, der Unabhängigkeit Peru's, hat von dem Augenblicke an begonnen,“ w0 ein verruchter Mandatar (der Präsident Torre - Tagle), die: ses -Ungeheuer von Undankbarfeit und Trenlosigfeit, den Feind in die Hauptstadt brachte. Unsere Drangsale wa- ren aufs Höchste gestiegen, die unselige Saat, welche unter dem Schatten des Paniers- der Freiheit, aufzun- serm unglücklichen Boden ausgestreut worden war, hatte bereits Wurzeln gescylagen ; allein die ‘Factionen sind für immer verschwunden , der Verrath hat seine Maske abgeworfen, es giebt hier nichts mchr als wahrhafte Patrioten. Wir werden alle mit vereinten Kräfteu für die. heilige Sache (des Aufruhrs) wirken, und derjenige, welcher inen Beistand zur Aufrechterhaltuug des hwan-

.*) Neueren Nachrichten zufolge, war Bolivar wirklich von Truxillo aufgebrochen, nnd hatte am 6, August dem De- neral - Canterac das bekannte Gefecht bei Juníu ‘geliefert, welches aber, nach" dem eigenen Geständnisse der den In- \surgenten am meisten gewogenen Londoner Blätter ein bloßes Scharmügtel zwischen den Arriere -Garden der bei: derseitigen Kavallerie gewesen zu seyn scheint. (Vergl. St, Z. vom 3. und 4. Dec. -v- J.) Die neuesten, jedo noch der Bestätigung bedürfenden Nachrichten ber die Fort- \chritte welche nah Neu - Yorker Blättern Bolivar gemacht baben soll, sind in ‘Num. 304 d. Z. vom vor. J. mitgetheilt wovden.

ral Lancar ,