1825 / 8 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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in den dazu bestimmten Zeiträumen, wiederholt aufge- fordert. Berlin, den 7ten Januar 1825.

Königliche Jmmediat-Kommission zur Ver- theilung von Prämien “auf Staatsschuld- scheine. gez. Rother. Kayser. Wollny. Krau fe. Deputirter der Unternehmer:

C. W. Benecke.

Angekommen. Der wirkliche Geheime Ober - Fi- nanz - Rath, Präsident der Hauptverwaltung der Staats- shulden und Chef des Seehandlungs - Justituts, R 0- ther, von Lüben;

der Regierungs - Chef Präsident, Freiherr von der Horst, von Minden;

der Kaiserl. Russische Feldjäger, Solonin, als Courier von Strzalkowo.

Abgereist. Seine Durchl. der Kaiserl. Russi- he General. der Jufanterie und außerordentliche Ge- sandte am Königl. Französischen Hofe, Fürst Wolkon s- fi, nah Paris ; .

: der General - Major, außerordentl. Gesandte und diesseitige bevollmächtigte Minister am Königl. Sardini- schen Hofe, Graf zu Waldburg-Truchses, nach

Turin; der Kaiserl. Russische Feldjäger , Lieut. Siekow, Paris;

als Courier nach

der Kaiserl. Russische Feldjäger , Lieut. Múller, als Courier nah Königsberg in Pr.

der Kaiserl. Russische Felejäger, Lieut. Gussow, als Courier nah St. Petersburg.

Durchgereist. Der Königl. Großbrittannische Kä- binets- Courier Latchford, von Loudon- nah Sr. Pe-

tersburg.

IL, Zeitungs-Nachrichten. A

Paris, 4. Jan. Ju- der gestrigen Sißung wur- den der Deputirten-Kammer folgende Gesel - Entwürfe vorgelegt: 1) fúr die Civilliste, 2) über die, den vor- maligen Eigenthümern derjznigen Grundstücke, welche

die Ausgewanderten confiscirt und zum Vortheil des Staats verkauft worden, zu ge- währende Entschädigung; 3) Über das Amortissement und über die facultative Vérwandelung der Zprocentiget in 3 oder 4 proceutige Renten. Nach“ dem erstgeda chs ten Gejeßentwurf werden die von dem hochsel. Könige acquirirten Güter über welche er nicht besonders be- stimmt hat, mit der Kron - Dotation vereinigt. Die Civilliste des Königs ist für die ganze Dauer seiner Re- gierung auf 25 Millionen festgeseßt, welche jährlich vou dem Königl. Schaß auf Verfügung des Ministers des Königl. Hauses zu zahlen sind. Ju gleicher Weise sol- len jährli<h 7 Millionen , als Appanage für die Prin- zen und Prinze\sinneu des Königl. Hauses vom Schabe gezahlt werden. Die vermöge der Königl. Ordonnanzen vom Mai, Septbr. und Oktober 1824 dem Zweige Or- leans zurú> erstatteten, aus der Appanage welche durch die Edifkte von deu Jahren 1661. 1662 und 1692 für Monsieur, Bruder Ludwigs XIV. festgestellt worden, her- rührenden Güter sollen fernerhin mit gleichem Rechte von dem Chef des Zweigs Orleans und dessen männli- her Descendenz bis zu deren Erlöschen besessen worden, dann aber an die Krone zurückfallen. Eine Summe von 6 Millionen soll zur Bestreitung der Kosten súr die

in Folge der Geseße über

| u. s. w. eingetragen werden.

Entschädigung z 2) von der Zulassung zur Entschädigun und deren Liquidation; 53) von den Deportirten uy Verurthèilten; 4) von den Gütern welche Spitäle und anderen Wohlthätigkeits - Anstalten zu gehöre 5) von den Rechten der Gläubiger in Bezug auf d Entschädigung, und 6) von den Fristen der Anmeldun

Die Entschädigung besteht na<h Tit. 1. in einy in das große Buch der öffentlichen Schuld einzutrage den dreiprocentigen Rente; die: Eintragung erfolgt nid mit einemmale auf den ganzen zu bewilligenden Betra sondern in fünfjährlichen Terminen vom 22. Juni d, Y ab, jedsmal zum fünften Theil, und hiernach werden dj Renten - Jnscriptionen den vormaligen Eigenthüme; oder deren Stellvertretern- ausgeantwortet. Zu Ausfü rung der diesfälligen Bestimmungen wird dem Finan Minister ein Credit von 30 Millionen Z3procentiz Renten eröffnet, welche mit 6 Millionen zum 22. Ju d. J. mit anderen 6 Millionen zum 22. Juni 15) Der Geuuß der Zins geht von dem Tage an, wo die Eintragung autorisi worden. Zur Anmeldung und Liquidation von Entschi digungsansprüchen sind, nah Tit. 2. berechtigt: der vo malige Eigenthümer und in dessen Ermangelung d Erben in directer oder in derx Seiten - Linie, welche da selben zur Zeit der Promulgation des Geseßes repräse tiren, berufen sind. Die Anmeldung erfolgt beim Pi fect, welcher solche dem Domainen - Director des Y partements zugehen läßt, der sodann das Entschädigunz Bordereau aufstellt. Dieses wird demnächst durch d Práfecten nebst den Belegen dem Finanz-Minister übg reiht, wobei er sowohl Über die Berechtigung ui Eigenschaft des Reclamanten als auch über die Angi ben des Bordereau sich gutachtlih zu äußern hat. D Finanz- Minister prúft, ob von der Entschädigungs Summe Abzúge zu machen sind, als: für Schulda

welche Seiten des Staats für den zu Entschädigend(® bezahlt worden 2c. demnächst läßt er das Entschädigungig

Bordereau und das etwanige Verzeichniß der zu con pensirenden Summen an eine von Sr. Maj. zu erne! nende Liquidations- Commission gelangen. Leßtere jo! bestehen: aus vier Staats - Ministern, drei Staats - N then vom Rechnungshofe und sechs Requetenmeisten als Berichterstatter.

Die Kommission schreitet zunächst zur Prüfung di Rechte der Reclamanten. Jm Fall sie deren Bel nicht in Ordnung oder für unzureichend erachtet, v

weist sie die Reclamanten an die Gerichtshöfe, dan vou diesen über die Rechtstitel contradictorisch mit df

Königl. Procurator entschieden werde. Jst die Fnstrufrid der Rechte für genügend erkannt, oder sol<hes von dil Gerichten festgestellt worden, so befiehlt die Kommissio} daß den Berechtigten Abschrift der in den Provinz aufgenonimenen Bordereaus und des Nachweises der | Antrag gebrachten Abzüge mitgetheilt wird, und #<r tet selbst zur Liquitation. Jst leßteres bewirkt, so | nachrichtigt die Kömmission die Berechtigten von ih! Entscheidung und läßt solhe dem Finanzminister zu heu, der dann die Eintragung der Rente auf die HY der liquidirten Entschädiqung, in den vorgeschrieben! Terminen bewirkt. Nach Tit. 3. finden die obig Bestimmungen auch auf diejenigen Güter Anwendun! welche zum Nachtheil von Deportirten oder Verurthelf ten confiscire und verkauft werden. und andere Wohlthätigkeits - Anstalti|

an Spitäler

gegeben worden , es sey nun, als Ersaß für ihre v}

äußerten Güter, oder als Bezahlung der vom Stau schuldigen Nummern geschehen, auf die vorstehend b stimmte Entschädigung Anspruch haben sollen. Na

C0 un : l Tit. 4 bestimm daß die vormfaligén Eigenthümer von Gütern, well

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om Staate nicht liquitirt sind, nur in Ansehung des 2nvitals ihrer Schuldforderung Gültigkeit haben. Nach ie, 6. müssen die Entschädigungforderungen in folgen- den Fristen angemeldet werden: van dew Einwohnern des Königreichs binnen einem Jahre; von denen, welche ih außerhalb des Reichs aber in Europa befinden, bin- nen 18 Monaten und endlich von allen außerhalb Euro- a befindlichen binnen 2 Jahren.

Die beiden Spanischen Generale Morillo und Gallesteros haben Audienzen bei S. K. H. dem Dau- phin gehabt.

Die Provinzialzeitungen enthalten ein Rund- chreiben des Hrn. von Villele an die Präfekten, in velhem derselbe leßteren aufgiebt, zu verhindern, daß Agenten si<h zwischen die Administration und die alten migrirten Besißer von Grundstücken drängen, indem es des Königs Wille sei, daß die Entschädigung ganz in die Hände der Berechtigten komme, und nicht cin Raub ver Agenten werde. Der Minister giebt die Versiche- ung, daß, sobald. die Entschädigung geseßlich anerkannt orden, die Administration jedes Mittel ergreifen werde, ven ehemaligen Eigenthümern die Beweise ihrer Rechte nd Ansprüche zu erleichtern, bis dahin aber würde es i<t wohl thunlich sein, irgend einer Anforderung der Art zu genügen, möge selbige auch ausgehen von wem je wolle.

Rente. 102. 40, 50.

London, 1. Jan. Nach den, aus ganz authenti- hen Quellen erhaltenen Nachrichten glauben wir ver- ihern zu fônnen, (sagt das Iournal the Sun) daß ge- enwärtig im Schaß der ostindischen Compagnie zu Cal- ulta ohngefähr 18 Millionen Pf. Sterl. liegen. Unge- hter des großen Aufwands welchen der Krieg gegen die Birmanen verursacht, glauben die wohl unterrichteten Personen, daß die Ueberschüsse der Einnahme -der Com- agnie zu dessen Bestreitung hinreichen werden ohne man die obgedachte Summe anzugreifen brauche.

Alle Nachrichten von der Zurückziehung irgend eines er Minister, wegen Mangel an Einigkeit im Kabinette ind, (sagt ein Privatschreiben aus London in öffentlichen Blättern) dermalen ungegründet, und für den Behuf er Stokbörse erfunden, d. h. von Leuten, welche die Preise her Staatspapiere herunter bringen möchten. Die An; elegenheiten, welche unser Kabinet seir Kurzem fo viel eschästigten, waren die von Griechenlaud, Amerifa und (rland. Dies ist gewiß, und eben so gewiß, daß nie ine größere Uebereinstimmung der Ansichten unter den Ministern geherrsht. Wer aber sagt, er wisse wie nd was man beschlossen, der sagt eine Pradhlerei; das rittishe Kabinet besteht aus zu zuverlässigern Männern, ls daß es seine Beschlússe vor der Zeit ins Publikum ommen ließe. Eine irländische Zeitung versichert, alle

fandleiher in Jrland hätten gemessenen Befehl erhal- (n, den Behörden unverzüglich alle Personen anzuge- en, welche Schießgewehre auslôsen würden. bahr, so hat die Regierung wirklich angefangen Besorg- isse zu hegen, und vielleiht niht mit Unrecht. Der tholishe Verein verstärkt sich täglih, und dem leßten Derichte zufolge belief sich seine Einnahme in der ver- vssenen Woche auf beinahe 1000 Pfund. Dabei reden ie O’Conells und Shiels, und andere Führer der Par- i unverholen von der Möglichkeit, daß Jrland, so wie merifa und Griechenland, seine Rechte zu erkämpfen aben fönnte. Das irländische Volt ist bekanntlich sehr izbar, und da die Geistlichkeit in genguem Verständniß it dem Vereine zu sevn scheint, so ziemt es der Re- erung wohl zu wachen. Der Zustand Jrlands is in- ischen ein neuer Beweis, wie leiht ein Volk durch darteigeist und Vorspiegelungen demagogischer Thoren

Ist dieses"

wecen, und den Katholiken desto eher die Zurückzade ihrer noch fehlenden Bürgerrechte (die ihnen beim Fort schreiten des Zeitgeistes do< nothwendig früher oder später werden müssen, auswirken, jondern es würde au Zutrauen bei den brittischen Kapitalisten erregen, und ohne Zweifel viele derselben bewegen, Fabriken in Jr- land anzulegen, wo der Arbeitsloyn so viel wohlfezuer ist als in England und Schottland; bejonders da die Fabrikarbeiter in diesen beiden Ländern sich oft so wi- derspenstig zeigen, und wie in diesem Augenblicke zu Glasgow, nicht nur höheren Lohn, sondern auch größere Macht in den Fabriken fordern. Jch bleibe indessen immer auf meiner alten Meinung, daß das erste Mir- tel, um Jrland zu beshwichtigen, die sogenannte Eman- cipation der Katholitfen ist, welche aber doch von der Vorsichtsregel begleitet seyn müßte, die Wähler der Par- lamentsglieder auf eine fleinere Anzahl und achtbareiïe Klasse der Bürger zu beschränken, als sie es jeßt ist. Zu der Zeit, wo man in England allen, die ein freies Ein- fommen von eigenen liegenden Gründenzu dem Betrag von 40 Schilling hatten, das Wahlrecht gab, war dies eine bedeutende Summe; während es heur zu Tage eine er- bármliche Kleinigkeit ist. Mich dünkt, daß wenn einmal die vornehmen Katholiken und besonders die lärmendeu Advokaten Mittel sehen ins Parlament zu fommen und einträgliche Aemter zu erhalten, jeder zu sehr auf leine eigenen Vortheile bedacht seyn wird, um noch jo fest am Ganzen zu hängen. Man muß indessen gestehen, daß die Bchandlung von Jrland ein äußerst schwieriger Punkt ist, besonders da die Regierung gegen so vie- lerlei widerstrebende Vortheile anzukämpfen hat.

Der Samarang, Kriegsschiff von 28 Kanonen, hat von der Statiou von Halifax zurücffehren müssen, weil die neue Art,_ die Schisse vor Verderben zu \{<hüßen, gänzlich fehlgeschlagen ist. Der Samarang wurde un- ter der Aufsicht von Sir Humphry Davy in Portsmouth ausgerúster. Es wurde Zink mit der Verkupferung in Verbindung gebracht, in der Absicht das Kupfer durch seine galvanishe Wirkung vor der Orxidation zu |{<üßen. Dieses ist zwar erreicht worden, die Thierchen aber, welche der Rost des Metalls tôdtete, nagten jeßt das Holz ín solcher Sicherheit, daß der Bauch des Schisss ganz mit Parellen, Wüúrmern und Seckräutern bede>t ist, und das in solchem Grade, daß es nicht mehr mit Sicherheit gesteuert werden konnte, und nach England zurück fehrte, um auf die Werste gebracht und neu ge- füttert zu werden.

Brüssel, 4. Jan. Aus einer in unseren ôflentlichen Blattern befindlichen Uebersicht ergiebt sich, dap die Hans delösgeschäfte in Antwerpen während 1824 bedeutend ad- genommen haben. Zwar ist in diesem Jahre dex Ab- ja des Kaffee’s beträchclih höher gewesen, allein dieses fann dem außerordentlichen Vorrathe, welchen die Kaus leute von diesem Erzeugnisse hatten, zugeschrieben wel- den. Uebrigens kann man diese Verkäufe als gezwun gen ansehen, da sie nicht dur< Einfuhr gedè>t worden. Es wäre nicht unwichtig, die Ursachen einer so bedeuten- den Abnahme in dem Handel einer Stadt nachzufor- hen, deren Wohlfahrt in der freien Schiffahrt auf der Schelde, ihrer Lage und dem jeßigen Stande der Dinge begründet zu seyn \chien.

Spanisches Amerika. halten folgende Notizen über Columbia: Zu den Ursa- hen, die das Aufblühen der Knltur în diesem Lande hemmen, gehört besonders auch der Mangel an Verbin- dung zwischen den ver)chiedenen Provinzen und der im höchsten Grade erschwerte Verkehr. Nur von einigen Sechäfen führen Wege in das Junuere des Landes, von welchen keiner befahren werden fann. Wie nachtheilig dieser Mangel an Transportmitteln auf den Handel, die

Oeffentliche Blätter ent-

der Bösewichter von seinem wahren Vortheil verleitet erden fann. Irlands Juteresse ist offenbar Ruhe, iede, Einigkeit und Gehorsam gegen das Geseß. Die- Fs wúrde uicht nur bei den Protestanten Zutrauen er- angeme{sensten sind,

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Tit. 5, sollen die Einsprüche gegen die Ausantwortu! der Renten -Juscriptionen, welche von den Gläubige! der vormaligen Eigenthümer erhoben werden, auf Recht! Titel, die älter sind als die Consi»ocation, beruhen, u!

Obsequien des hochsel. Köuigs und für die Salbung Sr. Maj. des jeßt regierenden Königs gezahlt werden. Das zweite Geseb zerfällt in sc<s Titel, nämlich: 1) von der Bewilligung (Allocation ) und Natur der

Jndusirie und den Ackerbau wirken muß, ist leicht zu erachten, Selbst die Kulturzweige, die dem Lande a werden mit großer DNachläßigkeit