1825 / 10 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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Spanien. Der Moniteur meldet ans Madrid vom 23, December: der König befindet sih weit besser, obwohl die Gicht ihn. no< nicht ganz verlassen har. Im März werden JJ. M, M. si<h nach Aranjuez be- geben, vorher aber den Prinzen Maximilian von -Sach- sen und dessen erlauchte Tochter nah la Granja und Pardo begleiten um ihnen diese Schlößer zu zeigen.

Unsre Regierung scheint si< dermalen sehr mit ei- ner großen Ausrüstung na< Amerifa zu beschäftigen. In einem leßhin gehaltenen Kriegsrathe hat man sich auss<ließli< mit dieser wihtigen Angelegenheit befchäf- tigt und an die General - Kapitaine in den Provinzen sind darauf bezúglihe Befehle ergangen. Nach Aussage des Kapitaines eines englischen Fahrzeugs was in die- sen Tagen in Cadix eingelaufen, ist derselbe auf der ho- hen See der wie früher gemeldet worden zu Ferrol und Corunna gebildeten Expeditionen begegnet; dieselbe wurde von vier oder fünf theils französischen theils spanischen Kriegsschiffen escortirt. Auch mit Formi- rung einer den Verhältnissen angemessenen Armee ist man fortwährend eifrig beschäftigt 5 es soll mit Nächstem ein Dekret wegen neuer Aushebung von 35000 bis 40000

dann erscheinen. Wie man versichert, hat der Mini» ster der auswärtigen Angelegenheiten von unserem Con- sul in Algier die Meldung erhalten, daß der Dey den General Lopez Bannos- zu seiner Disposition gestellt habe. Man sagt sich auch für gewiß, das zu Anfang Januars ein neuer Plan des öôffenlichen Creditwesens, welchen der Finanz : Minister dem Könige vorgelegt, befannt gemacht werden solle.

Nachstehendes ist die zwischen Sr. Maj. dem Kôö- nige von Spanien und Sr. -Maj. dem Könige von Frankreich, wegen Verlängerung des Aufenthalts eines Theils der französischen Truppen in Spanien unterm 10, Decbr. abgeschlossene Convention:

Da Se. Kathol. Majestät der König von Spanien und Indien für dienlich erachtet haben, einen Theil der fran- zösischen Armee länger als bis zum ersten Januar 1825 ín Jhren Staaten zu behalten, um Zeit „zur vollständi; gen Reorgauifation der spanischen Armee und zur Be- festigung der wiederhergestellten ôdffentlichen Ordnung zu haben; und da Se. Allerchristlichste Majestät dcr König von Franfrei<h und Navarra Sr. Kathol. Maj. einen neuen Beweis des lebhaften und ausrichtigen Jn-

- teresse für Seine erhabene Person, für die Befestigung Seiner legitimen Autorität und für die Wohlfarth Sei- ner Völker zu geben wünschen; so- haben Ihre Majestä- ten beschlossen, zu dem Ende eine neue Convention ab- zuschließen, und deshalb Bevollmächtigte ernannt, näm- lich: Se. Kathol. Maj. Don Francisco de Zea Bermu- dez, Ritter 2c. Jhren ersten Staats - Sefretair 2c, und Se. Allerchristlihste Maj. den Herrn Karl Joseph Ed- mund von Bois - le- Comte Ritter 2c. Jhren Geschäfts- träger bei Sr. Kathol. Maj., welche, nach Austauschung ihrer in guter und gehöriger Form befundenen Vollmach- ten, über folgende Punkte übereingekommen find:

1. Das gegenwärtig in Spanien stehende französi-

he Armeekorps soll, vom 1, Jan. 1825 abuur noch aus - 22,000 Mann bestehen.

2. Diese Truppen werden in folgende Pläße ver- theilt: Kadix, Jusel Leon: und deren Gebiet, Barcelona, San: Sebastian, Pampelona, Jaka, Seo d’Urgel, und San Fernando de Figueras. :

3, Außer diesen Truppen bleibt in Madrid und der Königl. Residenz, wo S. Kath. Maj,. sich befinden wird, eine aus zwei Schweizerregimentern bestehende uud von einem General befehligte Brigade, um: in Verbindung mit den spanischen Truppen den Dienst bei S. M. und der Königl. Familie zu versehen. :

4, Die französishen Truppen sollen alle Pläbe räumen, welche sie, außer den im Artifel 2, genaunten, besebt halten, und die zu keiner der neuen Besaßungen

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gehörende Truppen werden am 1. Januar 1825 den marsch nah Franfreich antreten.

5. Das Militairkommando in den na< Art. 2. y französishen Truppen zu beseßenden Städten und F stungen, werden die durch Dienstschreiben damit begy tragten französifhen Officiere führen, und die Bezj hung zwischen den französischen Kommandanten yy den Generalkapitainen oder dem Vizekönig von Navary in den Städten, wo si<h die französische Behörde nj der Spanischen vereinigt finden wird, bleiben so, nj sie durch die leßtere Uebereinkunft festgeseßt sind.

6. Die französishen Kommandanten verfügen h hufs des ihnen anvertrauten Dienstes ‘Über alle Krieg vorräthe jeder Art, welche in den beseßten Pläßen h findlih sind, und von Seiten Spaniens geliefert werd sollen. Aus den Magazinen darf nichts von den zu: d Vorräthen des Plabes gehörigen Waffen oder Muniti fortgeschafft werden außer mit Bewilligung des franzi hen Kommandanten.

7, S. Kath. Maj. übernimmt die Einrichtung h Kasernen und Magazine, das Material der Spitälz die Transporte, Militairetappen, die Verproviantiru der Festungen, die Ausbesserungen“ und andere nöthig j erachtende Gegenstände. j

8, Die durch Art. 10 des Vertrages vom 9. Fel festgeseßte Vergütung für die Ausgaben an Sold, bensmitteln, Ausrüstung und Junstandhaltung, well den Unterschied zwischen dem Friedens- und dem Krieg fuße ausmachen, wird, nah Maßgabe der Truppenz vermindert, auf 900000 Fr. monatlich bestimmt.

9, Beide Regierungen werden sich über die nöthig Maßregeln einigen, um den Betrag- der im Art. 6 d Vertrags vom 30. Juni d. J. angeführten Ausgab festzustellen und deren Erstattung zu sichern. h i

10, Da S. Aller<hr. Maj. nur auf den Antrag Kath. Maj. Truppen in Spanien zurÜctläßt so werd

diese Truppen zurückgenommen werden, sobald die inl

teressirten Theile es für nöthig befinden werden, mi Beobachtung der im Art. 16 der Uebereinkunst vom/! Febr. leßthin enthaltenen Beschränkungen.

11. Alle Bestimmungen der Uebereinkunft vom | Februar und des dazu gehörigen- Reglements: die di Uebeinkunft von 10. Februar, den Dienst der Militai post betreffend, welche in dem, na< der jeßigen Lag der Dinge zwischen den beiden Regierungen abzuscli ßenden Uebereinkommen nicht abgeändert werden endli alle Bestimmungen des Vertrages vom 30. Juni, wel den gegenwärtigen nicht zuwider sind, werden währ des Bestehens dieser Uebereinfunfe in voller Kri bleiben. |

12, Gegenwärtige Convention soll ratificirt, u die Ratisicationen in möglichst kurzer Zeit ausgetausl werden, :

Türfkfey. Die Allgemeine Zeitung enthält gende Mittheilungen: Triest, 26. Dec. Nachrichten ai Zante vom 13, d. zufolge soll Colocotroni, der Sóh|

f welcher aufs Neue Unruhen gegen die griechische C!

tralregierung angestiftet hatte, nah Einigen hingericht! nach Andern einem förmlichen Gefechte, das er Truppen der Regierung lieferte, umgekommen seyn.

Aus Hydra melden Privatbriefe vom 2.. Dec., daß f dem bei Candia gelieferten Seetteffen, in den Gewäss( von Rhodos -ein neues Gefecht statt gefunden- hall

J worin eine ägyptische Fregatte verbrannt, und mehr Transportschifse weggenommen seyn sollen, Leßtere Na!

ri<ht wird. durch ein, ‘heute in 21 Tagen aus Tjches! hier eingelaufenes Schif mit wenigen Abweichung ebenfalls gemeldet.

VereinigteStaaten vonNordäâmerika. D Moniteur enthált folgenden Auszug eines Privatsch!! bens aus Washington vom 10; November. „„Die Z naht heran, wo die Wahl des Präsidenten erfolgen wil

Seit der Stiftung der Union hac noch bei feiner Wah

Dieses

Foun, Kriegsminister; Clay, Präsident der Repräjen-

husúben./“ :

Mana für si< zu haben, und der General Jackson auf ie 47 Stimmen von Pensylvanien, Tenessee, Alabama

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„elche wie befannt aller vier Jahre erfolgt, ein so hart- ¿>iger Kampf unter den Kandidaten zu dieser Würde, (e dieses Mal zahlöeicher als in irgend einer frühern Epoche sind, statt gefunden. Bei den früheren Wah en hatte man zwei, drei, und selbst vier unserer Staats- änner in die Schranken treten sehen, diejenigen aber, ie, nachdem sie die dffentlihe Meinung hinreichend ondirt, wenig Aussiche auf ein günstiges Resultat jahrgenommen hatten, zogen sich wieder zurück, und iberließen das Feld beiden Mitbewerbern, welche die iste Hoffnung auf einen glucklichhen Erfolg hatten. Mal ist dem nicht so. Zu Anfang des Caucus Anhänger und Stimmen) traten fünf die hôchste Würde auf den Kampfplaß: Staatsse- Col-

Hewerbung um Pandidaten um amentli<h die HH. John Quincy Adams, retair; Crawford, Staatssefretair der Finanzen ;

antenfammer, und der General Jacfson. Ein einziger Hr. Colhoun) hat seit cinigen Monaten auf die. Kan- idatur Verzicht geleistet, und die vier andern fämpfen m die öffentliche Gunst mit unerschütterter Beharrlich- it und Aussichten, welche sih einander fast das Gleich- ewicht halten.//

,, Die Wahl des Präsidenten geschieht dur<h Wahl- ánner, welche von jedem Staate, und zwar entweder ireft von dem Volke, oder indirekt von den legislativen ammern, je nachdem solches von deu respektiven Ver- assungen der einzelnen Staaten vorgeschrieben ist, dazu rnannt werden, und die Anzahl der Wähler jedes ein- lnen Staates wird nah der Zahl der Bevölkerung des- lben bemessen. Daraus erhellt, daß alle Staaten, 0b- hon sie úbrigens gleiche Rechte haben, dennoch keines- egs gleichen Einfluß auf die Wahl des Präsidenteu

„Es giebt in allem nur 261 Stimmen, welche auf olgende Weise vertheilt sind: Maine 9; New - Hamps- ire 8; Vermont 7; Massachussets 15; Rhode - Islands : Connecticut 8; .New-York 36; New - Jersey 8; )ensylvanien 28: Delaware 3; Maryland 11; Virgi- ien 24; Nord- Cárolina 15; Súd- Carolína 11; Geor- ien 9; Alabama 5; Louisiana 6; Missisippi 3; Tenues- 2e 11; Kentufi 14; Ohio 16; Judiana 5; Illionois « Missouri 3.44"

„Bis jeßt scheint Hr. Adams die 51 Stimmen von Naine, Massachussets, New - Nampshire, Rhodes- Js- ind, Connecticut und Vermont zu vereinigen. Hr. rawford die 48 Stimmen von Virginien, Nord - Caro- na und Georgien: Hr. Clay die 46 Stimmen von )hio, Kentufi, Indiana, Zllinois, Missouri uud Loui-

nd Missisippi rechnen zu können.‘/

„Es ist nun die Frage, fúr welhe Kandidaten sich ie 69 Stimmen von New - York, New - Jersey, De- | ware, Maryland und Süds- Carolina erklären wer- en. Jn dicsen funf Staaten daher, und vor allen in ew-York, welcher allein die Hälste dieser Stimmen- hl umfaßt, bieten die Freunde der vier Kandidaten lle Mittel zur Gewinnung von Stimmen auf. Es ist hwer mit irgend einiger Bestimmtheit das Resultat jrer Bemühungen vorauszusehen; wenn man aber ir- nd einen Schluß aus der Thätigkeit und der Zuver- <t ziehen därf, welche die Haupttugenden der Coucur- nten an den Tag legen, so dürften die HH. Craw- brd und Jackson die meisten dieser 69 Stimmen für < haben und wenn Hr. Clay nicht wenigstens 6 Stim- en mehr als Hr. Adams erhält, wird ihm keine Hoff-

tersuhen das Scrutinium und

absolute Mehrheit ihrer Stimmen

ung bleiben, dieses Mal gewählt zu werden, obschon er “T der populáreste „unter den vier Kandida- ist. ;; Keiner von den Kandidaten aber, was den. oben gestellten Berechnungen zufolge hôchst wahrscheinlich / hat' in den Wahlcolleg ien die absolute Mehrheit alley

Stimmen, nämlich 132 fär sh, und wenn es Hrn. Clay gelingt, ciner von den dreien, welche die meisten Stim- men für sih haben, zu werden, so is alsdann sehr viele Wahrscheinlichkeit vorhanden, daß er von der Repräsen- tantenfammer gewählt werden dürfte, welche, wie be- fannt, in dem Falle, wenn fein Kandidat die absolute Majorität erhält, mit dem Rechte bekleidet ist, aus den drei Kandidaten, welche in den Wahlfollegien die mei sten Stimmen crhalten haben, den Präsidenten zu er- wählen.‘

¡Wenn Hr. Clay sich nicht in diesem angegebhenem Falle befinden solite, glaubt man allgemein, daß die zahl- reichen Freunde, die er in diesem Zweige der Legislatur hat, si<h fúr Hrn. Crawford verelnigen werden, um für diesen die Präsidentur zu erlangen , dessen Grund- [äße und politisches Benehmen in ihren Augen vor- wurfsfreier als die der HH. Adams und Factfson sind, Man hat anßerdem nicht vergessen, daß, als vor acht Jahren Hr, Monroe> als Kandidat zur Präsidenten- würde auftrat, Hr. Crawford freiwillig zurücftrat, um feinen Zwiespalt unter der republikanischen Partei zu veranlassen, und die von dieser Partei ebenfalls unter- stüßte Ernennung Monroes zweifelhaft zu lassen, Zu- verlässiz würde er in der angenommenen Vorausseßung für jenes patriotische Opfer entschädigt werden: ande- rerjeits, wenn er au<h weniger populär, weniger beredt, und nicht so eifrig für die Rechte des Volkes als Hr. Clay bemúht ist, stellen ihn seine Talente, seine langen Dienste und sein Patriotismus in die Reihe unserer ersten Sttatsmänner. Es ist daher wahrscheinlich, daß, wenn Hr. Clay die Präsidentenwürde nicht erhált, solche Hrn. Crawford zu Theil werden wird.

„Dem Gese6 zufolge, müssen die Wähler vor dem 1. December ernannt seyn, weil an diesem Tage in als len Staaten der Union die Wahl des Präsidenten und Vicepräsidenten vorgenommen wird. Die Stimmen für diese beiden Beamten werden auf zwei besondere Stimm- zettel geschrieben. Die Büreaux der Wahlkollegien un- entwerfen ein Verzei ch- niß der Kändidaten mit Angabe der Stimmen, welche ein jeder der Kandidaten erhalten hat; dieses Verzeich- niß, welches von dem Präsidenten und den Sekretären des Kollegiums verificirt werden muß, wird alsdann atz den- Präsidenten des Senats der vereinigten Staaten nach Washington eingejandt.// i

¡¡ Alle diese Verzeichnisse fleiben bis zum 9. Februar folgenden Jahrs in enger Verwahrung, an welchem Ta- ge der Präsident des Senats solche in Gegenwart des Senats und der Repräsentauten- Kammer untersucht. Wenn feiner der Kandidaten zur Präsidentur oder Vis ceprásidentur die absolute Majorität der Wahlstimmen erhalten hat, so erlischt die direfte Ernennung von Sei- ten der Wahlkollegien der Staaten, wie der Artifel 12 der Amendements zur Konstitution besagt; und das Recht der Ernennung fällt der Repräsentantenkammer allein anheimz diese darf aber nur unter den drei Kaudida- ten, welche die relative Majorität erhalten haben, wählen.“

(„Jn

her zum Abgang des alten, Präsidenten bestimmt ist, die

dem Falle, daß am 4. März, dem Tage, wel- und Eintrittt des neuen Repräsentantenkammer die feinem ‘aus den drei

ihr vorgeschlageuea Kandidaten gegeben hätte, soll der Kandidat zur Vicepräsidentur, wenn er bereits erwählt ist, von Rechtswegen mit den Functionen des Präsiden- ten, auf vier Jahre bekleidet werden, wie dies in den Fällen von Abgang mit Tode, oder Unfähigkeit des Präsidenten geschieht. Wenn aber au<h die Ernennung des Kandidaten zur Vicepräsidenten - Würde noch nicht erfolgt seyn sollte, muß der Senat aus den beiden Kan- didaten, welche die meisten Stimen für sich haben, einen

erwählen.“