1825 / 11 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

B B S E Sept e S E EZ T R C E E L T E Ri iat

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Denkwär digkeiten des Herzogs von Otranto, Ministers der Gèneral - Polizei.

_(Mémoires de Tomph Fouché, duc d’Otrante, mi- nistre de la police générale. Seconde Partie; 1 vol, in 8. a Paris, chez Lerouge, libraire, Prix

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¡„¡„Jekt, wo ih, von Allem enttäusht, hoh über allen Erbärmlichfeiten, über allem falschen Glanze ho- her Würden schwebe; jeßt, wo ih blos no< für die Rechtfertigung meiner Absichten fämpfe, erkenne ih zu spát die Leere der cntgegen geseßten Partheien , die sich die Leitung der Angelegenheiten der Welt streitig ‘ma- <en: i< fühle, ih sehe es, cin mächtigerer Lenker lei- tet, ordnet sie, mit Verachtung unserer tiefsinuigsten Kombinationen.‘/

Mit diesem Geständniß beginnt Fouché den zwei- ten Theil seiner Memoiren. Der erste Band endigte mit Fouchés Ungnade, in Folge welcher das Portefeuille der hohén Staatspelizei in die Hände Savary's über- gieng. Das Kaiserreich war damals im Zenith seiner Mächt, und seine militärischen Gränzen fatinten feine Schranken mehr. Ein kaiserliches Dekret ernannte den Herzog von Otranto zum General-Gouverneur von Rom. Diese Ernennung war nur ein ehrenvoller Schleier, um die Ungnade zu verhüllen. Lassen wir den Verfaf- ser. der Memóöiren selbst reden. :

„Meiner Lage und des Wohlstands wegen mußte ih mehrere Tage lang den Aerger in mich \{<lu>en, Savary bei dem Antritt seines ministeriellen Noviziats als Mentor zu dienen. Man fühle wohl, daß ich die Gutherigfeit nicht so weit trieb, ihn in die hohen My- sterien der politischen Polizei eiwmzuweihen ; ich hâtete mich sehr, ihm hierzu. den Schlüssel zu geben , -der einst zu unsérm gemeinschaftlichen Heile beitragen fonnte.‘/

_ Statc der Abschiedsaudienz, um die Fouché gebe- ten hatte, ethielt derselbe den Befehl, sich nach dem Schlosse Ferrières zu begeben, wo er bald Berthier, Féal und Dubois eintreffen sah, welche die geheime Korrespondenz und die- vertraulichen Befehle Bonapar- ces zurücfforderten. Jm Weigerungsfall war dem Po- lizei s Präfekten Dubois auferlegt, ihn zu verhaften, und seine Papiere unter Siegel zu nehmen, Fouche erzählt das Weitere also: ¿ As D

„Von meiner Redlichkeit wahrscheinlich gerührt, be- anügte sich die faiserliche. Kommission mit einigen un- bedeutenden Papieren, die i< ihr zuzustellen beliebte ; endlich, nach den úblichen Höôslichkeits - Bezeigungen, strie: gen Berxthier, Real und Dubois wieder in den Wagen,

und fuhren nach Paris zurü,

„„Nächtlicher Weise s{<li< ih mich durch das Pfôrt- <en meines Parks heraus, stieg in das Kabriolet melt- nes homme d’affaires, und eilte in Begleitung eines Freundes nah der Hauptstadt, wo ich incognito in mel- nem Hotél in der Straße du: Bac abstieg, Dort er- fuhr ich, zwei Stunden herna<h (denn alle meine Nekbe waren ausgespannt), daß der Kaiser, auf den Bericht Fer Vorgänge zu Ferrières, in einen heftigen Zorn ge- nathen sey, daß ‘er, nachdem ér in Drohungen gegen mich ausgebrochen , - ausgerufen habe: ich hâtte seine Kommissarien zum Besten gehabt, es wären Einfalts- pinsel und Bérthier sey in -Staatsgeschäften nichts als

ein altes Weib, das sich von dem verschlagendsten My schen des ganzen Reichs habe mystifiziren ua gts

„Folgenden Tages, um 9 Uhr Morgens, eile i nachdem ih álkles erwogen, nach St. Cloud; dort tr ih bei dem Großmarichall des Palastes ein.

legen, den Kaiser unverzüglich zu sehen und ihm zu h

weisen, daß ich sein bitteres Mißtrauen und seinen uy

gerechten Argwohn nicht im geringsten verdiene. Sag Sie ibm, ich bitte Sie: ih erwarte in Jhrem Kabin daß er mir eine Audienz von einigen Minuten zu h

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bin ih, sagte ih zu Duroc, es ist mir Alles daran g

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Preußische Staats-Zeitung.

meine

NE 11.

willigen geruhe. Sogleich, sagte Duroc;z „„es ist m

sehr lieb, ten.‘ Dies waren seine eigenen Wortez sie reit sich zu der Îdee, die ih ihm von meinem Schritte j geben wünschte. bei der Hand, und führte mi<h in das Kabinet di Kaisers. Aus Napoleons Aussehen und Haltung erri ih seine Gedanken. Wort hervorzubringen, sagt mir viel Schmeichelhaft« und geht so weit ,„_ mir sogar eine Art von Reue ül sein heftiges Benehnien gegen mich zu zeigen; herna mit einem Tone, der zu sagen schien, er bôte mir v selbst ein Pfand der Versdynung,. verlangte, forderte | zuleßt seine Korrespondenz. „„Sire,‘/ sagte ih ihm ui {estem Tone, ich habe sie verbrannt.// Das ist ui wahr, ih will sie, antwortete er mit verhalten Grimme. Sie ist zu Asche. Gehen ste fort (Wo mit einer Kopfbewegung und einem zerschmetternd Blicke gesprochen). Aber, Sire. Hinaus, sage | Jhnen ! (Worte, in der Art betont, mix vom Bleibt abzurathen). Jch hielt ein kurzes, aber inhaltschwe Memoir in der Haûd bereit, und beim Herausgeh legte ih es auf einen Tisch, und begleitete diese Ben gang mit einer ehrfurchtsvollen Verbeugung, Der ser, ganz glühend vor Zorn, nimmt das Papier, ul

zerreißt es. | (Fortseßung folgt).

Königliche Schauspiele.

Donnerstag 13. Jan. Jm Schauspielhause. A Begehren Maria Stuart, Trauerspiel in 5 Abth

von Schiller.

Freitag 14. Jan. Jm Schauspielhause: Je toll je besser, fomish. Singsp. in 2 Abtheil. , Musik fom. Ballett

Mehul, Und Herr des Chalumeaux, 1 Aufzug, von Herrn Tíictur.

Meteorologische Beobachtungen. [Barometer | Therm. | Hygr. [Wind | Witterung,

S.W. | trüb, Regengest? 1S.W. | trüb, Regengesti!

S.,W. |trüb, Regengest?

11, Sân, |A. 28° 34‘|4 4°%,| 93° 12. Jan. F. 289 F —# A Zis 919 M. 28° 32! |4-529,,| 899

———————HH E E Ä T

Gedruckt bei Feister.

daß Sie Wasser uner Jhren Wein \<ü Als Duroc zurú war, faßte er mi

Er, ohne mir Zeit zu lassen (s

Redacteur Joh nf

Beritt, Freitag, Vf

I Amtliche Nachrichten. Mir d. t f Ds Tages.

n VIII, Ziehung der Prämien-Schein - Nummern zu Staats Schuldscheinen fiel die 3te Haupt-Prämie von

0,000 Rthirn. auf Nr. 148,878; 2 Prämien von 2000 |

thlr. auf Nr. 22017 und 22,629; 2 Prämien von

000 Rthlr. auf Nr. 139,088 und 257,319 5 10 Prä- |

ien von 500 Rthlr. auf Nr. 951. 17,414. 33,905. 949, 116,985, 122,394. 178,866. 182,648. 292,629.

id 296,078, 17 Prämien von 200 Rthl. auf Nr. 15,969. |

9,395. 122,501. 125,692. 125,938. 128,404. 131,794. 3,582. 173,699, 177,830, 203,030. 205,074. 213,309. 13,631- 233,220. 266,602, und 281,748. Die Ziehung ird fortgeseßt.

II, Zeitungs-Nachrichten. A usland.

“Paris, 7, San. Die Deputirten - Kammer schritt ihrer vorgestrigen Sßung zur Ernennung verschiede- jer Commissionen, als namentlich: 1) fúr die Prúfung des vesebentwurfs wegen Festseßung der Civilliste, desglei- «u 2) sür die Prúfung des Geseßentwurfs wegen ehrerer Austausche zwischen Privatpersonen und der rondomaime 2c. Die erstere besteht aus dem Marquis , Vailly, Graf Casteja, Graf Juiguné, Hr. Chilhaud de Rigaudie, Grafen Blangy, Graf v. VBaublanc, dem Bicomte v. Harcourt, Hr. Hocquart und Grafen Rougé. Der Oberbefehlshaber der Occupations-Armee in Bpanien General-Lieutenant Vicomte Digeon ist am 9, Dee. in Bayonne angelangt, von ‘wo derselbe ‘sich ah Bordeaux begeben hat. Am 2ten ist er von da nach Varis zurückgegangen. :

Der gegen den Buchhändler Lerouge und Drucker efebvre wegen Drucks und Herausgabe der, hier ein roßes Interesse erregenden: Denkwürdigkeiten des Her- ogs von Otrante, (Fouché) von den Erben des leßtern, ie solhe für unächt erflären, erhobene Proceß ist in ster Jnstanz gegen die Beklagten entschieden und diese r Auslieferung sämmtlicher Exemplare des Werks, it der Bestimmung, daß sie für jedes ni<ht wieder erbeigeshaffte Exemplar 5 Fr. an die genannten Erben ahlen sollen, verurtheilt worden. Man ist sehr ge- e e es bei diesem Urtheil sein Bewenden behal-

wird.

Rente 102. 85. 90. :

London, 3. Jan. (über Paris) Hr. Cannirig ist on dem Gichtanfall gänzlich hergestellt und gestern nach

n 14ten Januar 1825.

i Bath abgereist , woselbs- au<h der Graf von Liverpool

sich b-fin det.

Es i nur zu wahrscheinlich, daß unsere Regierung

i j unerfreuliche Nachrichten aus Jndien erhaletn hat ; wäh- Gei. der am 12. und 13. Januar d. J. fortgeseb- |

rend die Auswahl der englischen Truppen gegen die Bir- |manen im Osten beschäftigt ist regen sich die Pinda- | ris und die Mahratten im Norden und Westen auf eine beunruhigende Weije. Ein sehr bekannter Kauf- | mann ist so eben aus Peru angefommen; am 5, Sept. | hatte er Callao verlassen, Damals ging dort das Ge- | rücht , daß Couterac des Bolivars Truppen am 29. Aug. vollständig geschlagen und. am 30. vollends vernichtet habe. Gewiß ist, daß Lima zu der Zeit noch in den Händen der Royalisten war und man daselbst vollkom- mene; Ruhe genoß. - A Unsere Blätter beschäftigen sich fortwährend sehr angelegentlich mit der Sache des Hrn. O’Connell und mit dem fatholischen Verein.

Consols. 95. F. y

Brüssel, 5, Jan. Am Neujahrs - Abend war | bei Hofe Ball und Souper, wozu mehr als 600 Per- | sonen eingeladen waren, und dem die ganze jeßt anes sende Königl. Familie mit Ausnahme Sr. Maj. bei- wohnten, obschon-es mit Jhrem Befinden eine bei wei- tem bessere Wendung nimmt.

In der neuen Abfassung des Zollgeseß - Entwurfes ist die Besteurúng des Spelzes ein Zusaß, der sich in den vorigen nicht befand. | j Die Kirchendiebstähle , dereu Zahl in unseren súd-

lichen Provinzen {seit langem her unübersehlich ist, fin- den sich nun auch in den nördlichen ein und namentlich sind in der Weihnachts - Nacht aus der kathölischen Kirs- che zu Rotterdam fúr 10,000 Fl. Werth geraubt werden.

Die Staaten von Ost - Flandern haben beschlossen, den Canal von Ghent. nah Sas - van - Ghent in glei <her Tiefe von 15 Fuß mit: dem von Sas - van - Ghent nach Terneus auszuführendeu graben zu lassen , was den Kostenaufwand um 375,300 Fl. vermehren wird, wovon drei Fúünftheile der Provinz und zwei der Stadt Ghent zu Last fallen werden. Beide Canále müssen bis 1327 vollendet seyn. : /

6. Jan. Jn der Sißung der zweiten Kammer der Generalstaaten;am 4. Januar wnrde úber einen Gesekent- wurf, welcher Veränderungen des Zolltarifs bestinmen soll, verhandelt. : :

* Die Herren von Hemstra, de Volsberg, Meulenaer und andere, hoben ganz vorzüglich die Nothwendigkeit hervor, den Acferbau zu heben ; sie fanden: den vorgelegten Geseßentwurf ihren Absichten zwar nicht vôllig genü- I gend, stimmten aber dafür, in Betracht, daß derselbe | den Weg zu künftigen umgreifenderen Maßregeln bahne. Herr de Gerlache sprach in einer langen Rede vom

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