1825 / 11 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

R E a E O L n e E L L T he

42

Handel den er in der nationalen, die Erzeugnisse des Bodens in Schuß nehmenden, und in den Spefula- tionshandel oder den antinationalen' abtheilte; er be: zeichnete alle die Vortheile des erstern, und alle Nach- theile des leßtern; alles von den Nachbaren beziehen, sagte er, ohne ihúen dagegen zurücfzugeben, müßte einen traurigen Erfolg hervorbringen. Handelsfreiheit bedingte Gegenseitigkeit ; eine Nation, die sich rühmt, die Pro- duftion des ganzen Universums am wohlfeilsten . zu ver- faufen, ist nahe daran, diesen Vortheil zu verlieren, denn wenn andere nicht mehr im Stande sind, - zu ver- faufen, so wird der Ankauf früher schon unmöglich. Der Redner ging alle Systeme der Oefkonomisten durch, um zu ‘zeigen, wie Unrecht es sey‘, in der politischen Hefkfonomie allgemeingültige Regeln aufstellen zu wollen. Die Verhandlungen wurdeu am 5. fortgeseßt. - Herr Fabri - Longree bemerkte mit Vergnügen daß die Anhänger des großen Handels, die erstaunenswürdi- gen Resultate des Gewerbfleißes anerfénnen, denen sie Englands außerordentlichen Wohlstand mehr als dessen Handelssysteme zuschrieben ; sciner Meinung nah, ver- dankte dieses Reich seine riesenmäßigen Wirkungen am meisten deni Umstande, daß fremde Nationen so viele Willfährigkeit zelgten, sich täuschen zu lassen, : Herr de Staffart wünschte, daß die Eingangsrechte fár im Auslande bereitete Getränfe verdoppelt rwwúrden. Herr de Celles sprach \i< für ein liberales System im Austausch dev gegenseitigen Erzeugnisse aus, er sagte, die vermehrten Proßibitiv - Maßregeln ließen den Kon- tinental- Blokns wieder aufleben, dessen Wirkungen der davon gehegten Erwartung so wenig entsprochen hätteu, als diesen. je dadurch ‘entsprochen werden fönnte. Er ging dany auf Frankreihs Handelspolitik über, und meinte, es läge im Jnteresse Frankreichs setbst, sich im Mittelpunkt von Europa nicht zu vereinzelen. Die Noth- wendigkeit , das Recht der Repressalien selbst| mit ßigung auszuüben, schien ihm gefährlih ; man muß von denen faufen, an die mau verkaufen niôchte ; Handels-

freiheit sey ein fruchtbringender und großmüthiger Grund-

saß, allein ihm folgen, heiße den Zweck verfehlen , aber die Zeit des Nachdenfkens, der überzeugenden Vernunft werde auch bei den Nachbaren walten. :

Herr Fallon wünschte mit einem Male Maßregeln der Strenge gegen Frankreich ergriffen, um dieses Reich zu einer billigen Uebereinfunst zu zwingen. Das Ver- bot Französischer Weine, oder doch ein sehr hoher Ein- gangszoll, würde das einzige Mittel seyn, diesen Zweck zu erreichen. ' Viele Personen würden durch einen sol- chen Vorschlag ershre>t, man müsse aber dessen Folgen genau erwägen, und bedenken, daß auch außerhalb Frank- reih Weiné und zwar gute Weine erzeugt würden ; dadurch verliere eine solche Maßregel ihr Abschreckeudes. Die Burgunder und die Bewohner der Champagne stel- len si, áls verlachten sie eine solche Drohung, und wä- ren gleihwohl niht wenig davor ers<hre>t. Ju der That wäre es keine Kleinigkeit, und nur ein einziger

Federstrih hinreichend, diesen Herren ein Deboucheé zu-

nehmen, welches der aueführenden Nation einen jährli- chèn Vortheil von mehreren Millionen Fr. zu Wege bringe. i Die Sißung ward bis zum 7. vertagt. 48 Frankfurt a. M.-, 2. Jan, Die Abrehnuùz am leßten Monats\chluß ist nicht nur ohne Gefährde bewerk- stelliget worden , sondern hat auch unter Umständen statt gefunden , die von no< glüä>licherer Vorbedeutung -schei- nen. Es war Geld im Ueberfluß auf dem Plate so daß der Diskonto bis auf 5 unter starker Nachfrage na< Wéchseln aaf London , Amsterdam, Berlin „und Augsburg, herunuterging , und in Proiongationen fast gar nichts mehr zu machen wak, weil die Nachfrage noch Komptanten dergestalt zunahm , daß in einigen Gattun- gen vou Effekten, wie z, B, in Wiener Baukaktien,

begann es zu frieren y

migten Geseße geht

\ ¡weiten Sefretär Hr. Andrea Papadopulo.

noch Miethzins bezahlt wurde, um nur die Lieferung deken zu ' können. Wirfce man am Schlusse de leßten Jahresperiode einen vergleihenden Blick auf dj Kurse der Staatseffekten , wie ste dermalen stehen , uy wie sle zu derselben Zeit 1823 standen, so ergiebt si als Resultat, daß sie inmittelst um den Durchschnit betrag von mehr als 10 Proc. sich gehoben haben , mw bei die mannihfaltigen intermediären und vorübergehen den Schwankungen jedoch welche größtentheils sie" nod höher zu treiben strebten, nicht in Betrachtung kommt

St. Petersburg, 29, Dec. Se. Maj. haben uy term 24. d. JFhrem hohen Geburtstage, den Befehlsh ber des ersten Jufanterie- Korps, General Woinow, zu; Befehl das Garden - Korps, den Dirigirenden des Krieg ministeriuums, General Tatischschew, zum Kriegsminj ster, und den General - Lieutenant Paskewitsch zu Jhre General - Adjutanten mit Beibehaltung des Befehls d ersten Garden - Division, ernannt.

Se. Maj. haben siebzehn General -Majore zu neral -Lieutenanten erhöhet und eilf neue Genet Majore ernannt.

Der Kollegienrath Philipp Wigel ist zum Vie Gouverneur von Bessarabien ernannt.

Da die Zahl’ der Geschäfte, welche in der dritt Abtheilung der Kanzelei des Finanzministeriums verha delt werden, immer beträchtliher wird, so haben Sj Maij. ihr den Namen: Special - Kanzelei für die Kt dit - Operationen beigelegt und befohlen, daß sie aus de Abtheilungen bestehen soll. Der würkl. Etatsrath Wreoi schenfo ist zum Direktor derselben ernannt.

) Ein Ukas des dirigirenden Senats von 7. Du ist des Inhalts, daß aus allen Gerichtsbehörden di Privat - Kapitalien, die binnen zehnjähriger Frist w niemand in Empfang genommen worden, än die Vei I verdienter Civilbeamten einzusendea ind. Die Witterung in einem Theile von Sibirien wi dieses Jahr sehr merkwürdig. Jn Werchnei : Udinl (im Bezirk Jrkutzk, 900 Meilen von St.- Peterebun 51° 49, nôrdl, Breite) war die größte Kälte im Wi ter 33° Réaumur. Am 10. Juli hatte man eine uud trägliche Hiße, wie man sie nur in Aegypten kennt das Thermometer zeigte im Schatten 334 Grad. D reichliche Thau, der in jeder Nacht das Land erfrisct und der Schatten der Berge rettete no< einen Thel der Erndte vom Verdorren. Aber schon den 8. Aug Ó i nud den 6. Sept. hatte m s<hon 5 Grad Kälte. Schnee gefallen. : :

Tür kei. Folgendes ist die vorgestern erwähnte Prü lamation des griechischen gesebgebendeu Körpers an ü Nation: „„¿Hellenen! Das heilige Pfand der, durch eu gemeinsame Zustimmung in Epidauro und Astros gent | heute in die Hände jener. eut Mitbürger über die. ihr selbst gewählt und nach den 9 seßlihen Formen zu Hüätern und Vertheidigern derselbi Gesecbe aufgestellt habt. Mit der heiligen Pflicht 6 Stellvertretung beauftragt haben Dieselben, nach Vorschr| der Konstitution, zu Gliedern des vollziehenden pers exnannt: die HH, G. Cunduriotti , P. Boctass Assimacchi Fotilla , Anagúüosti Spilliotachi und Gi vanni Coletti; und aus diesen zum Präsidenten. dess ben Körpers: den Hrn. G. Cundüriotti umd zum Vi prásidenten den Hrn. Bottassi. Zum Präsidenten d geseßgebenden Körpers würde erwählt Hr. Pauuzzo N tara (er |hielt die gestern mitgetheilte Rede bei Erö nung der Sißbungen des geseßgebenden Körpers) ; zul Vic:präsidenten Monsignore di Vrestene Teodorito , zl ersten Sekretär Hr. Givvanno Scaudalidi und zu Da dit! Glieder nach Vorschrift des Wahlgeseßes ernannt wu den, so beginut morgen glücklicher Weise die drit

Bis zum 3. Oft. war sehr v}

43

veriode der Einseßung der Negierung. Hellenen! die Hüter und Vollstre>er der Geseße, die Stellver- eter und die Glieder des vollziehenden Körpers , haben or Gott und den Menschen, ihre Pflichten streng zu füllen / versprochen, und dieses Versprechen feierlich it dem Eide besiegelt, daß sie bei ihrer Verwaltung ¿tes die mit eurem Blute geheiligten Justitutionen zur prundlage nehmen, und bet ihrem öffentlichen Bertra- ¿n eure Wohlfahrt und die Vertheidigung eurer heili: i und unverjährbareu- Rechte, für deren Erhaltung ip. das eigene. Leben gegen die blutdürstigen Barbaren jagtet, zu ihrem Hauptzweke machen wekden. Al- in wäre dies zur Begründung unserer Unabhängigkeit, x Herbeiführung der öffentlichen und Privat - Wohl- ghrt hinreihend? Gewiß nicht! Zur Erreichung die- s Zweckes müssen auch die Regierten Achtung für die jesee. und Gehorsam für die Vollstre>er derjelben an n Tag legen. Die diesen zur Vollziehung anvertrau- n Gesebe sind das Werk eurer Zustimmung ; aber ohne jchorsam: von eurer Seite fônnen sie ihre Pflichten iht erfüllen, ni<t die Geseße handhaben uicht ihren we> , eure Wohlfahrt erreichen ! Die Erhaltung unsjrer. ¿uren Freiheit , die Befestigung unsrer Unabhängigkeit, eser reichen Quelle alles Guten, hängt demnach von x Unterwürfigkeit unter die Geseße ab. Kaum war an entschlossen , die Macht der Geseße anzuerkennen, nd sogleich befestigte sich die Regierung, die griechi- hen Waffen zeigten sich überall siegreich, und zn Land id zur See_ erhoben sich Trophäen , glänzender noch s alle vorherigen! —. Patrioten, die ihr au< in den ößten- Gefahren die Entmuthigung nicht kanntet ; edle rieger , die ihr euer Blut für das Vaterland vergosset ; dörger , Freunde der guten Ordnung! Athmend unter m heilsamen Einfluß einer und derselben Regierung horchend , laßt uns immer mehr und mehr die Zunci- nug der: christlichen Souveraine: und das Wohlwroollen s gebildeten und menschenfreundlichen Europas erwerben, d wir wekden dereinst wieder den aufgeklärten Nationen igezählt ‘werden, und Theil nehmen an ihrer Wohl; rht, Mit soïhen Gesinnungen und Handlungsma- men fônnt ihr sicher sein, daß die dritte Periode der insebung der Regierung die rühmlichste und denfkwür- gste unsers Kampfes um Unabhängigkeit, und das Un- rpfand des Glückes der griehishen Nation sein wird. apoli di Romania, 10 (22) Oft. 1824. Der Vice- sident: (Unterz.) Vrestene Teodorito. Der erste Se- etäâr: ‘Unterz.). Giovanno Scandalidi.‘/

Die allgem. Z. theilt folgende Privat - Correspondenz- vhrihten mit: Triest, 24. Dec. Jn dem Seegefechte von 3. Nov. bei Candia gerieth die ägyptische Flotte in so gro- Unordnung daß sie auf Candia feine Truppen ans ind seßen konnte, wie der Plan lautete, und nur zwei chiffe in das zum Winteraufenthalte bestimmte Suda langten. - Bis zum 26. Nov. waren die Griechen im- er in den Gewässern von Candia, und fein türkisches hrzeug hatte sich der Jnsel genähert. “Das Meer war mals sehr stürmisch geworden, und man glaubt, Jb- him habe sich, da ihm die Winde feine andere Rich- ng zuließen, na< Cypern oder Alexandria gewendet.

Von zehu griehis<hen Schiffen, welche Patras blo; ten, sind vier in den Hafen von Lepanto eingelau- n, um die dort befindlichen türkischen Schisse zu ent- nen, und die Schlösser Rumeli oder Lepanto zu be- ohen. So fann Patras um so weniger Lebensmittel halten. Doch werden die Griechen, wie es scheint, ‘se Festuug nicht eher angreifen, als bis sie alle mdg- hen Streitkräfte gesammelt haben, um sich cines guten folgs zu versichern.‘

Spanien. Die Etoile giebt aus Madrid vom » Dec. folgendes Cirkular des Königl. Raths

von Kastilien über die Einführung und das Verbot von Büchern. *)“

Kein Buch darf, ohne Autorisation des Raths von Kastilien vom Auslande eingeführt werden. Die init einer solchen Autorisation nicht verschenen Bâücher sollen cben so wie verbotene auf den Zollärntern ange- halten uud confiscirt, der Einführende aber no<h überdem an Geld ja selbst, na< Umständen; förperlih bestraft worden. Die Untersuchung auf dem Zollamte soll durch den Administrator und zwei Revisoren deren einen der Prásident des Conseils, den anderen aber der gewöhn- liche Didôcesan ernennt, vorgenommen werden; sie wird sich ni<ht nur auf die Bücher sondern auch auf die einzelnen Papiere in welche Paquete oder Kisten etwa eingeschlagen sind, auf die Paquete selbst, auf Kupfer- )tiche, Gemälde, Kisten, Fächer und andere Mobilien welche man mit Bilderi 2c. zu verzieren pflegt, erstref- fen. Alle Buchhändler müssen dem Rath binnen 6 Mo- naten ein Verzeichniß der etwa in ihrem Besiße befin d- lichen fremden Bücher übergeben, bei Strafe a!s Hch- ler von Contrebande angesehen zu werden. Die Pri- vatpersonen Bücher besißen, müssen dem gewöhnlichen Didöcesat, lichen Strafen übergeben.

Dex Präsident des Raths , dié Vorsteher der Au- dienzen und Kanzeleien so wie die gewöhnlichen Didce- saue fönnen- die Buchhandlungen so oft untersuchen las- sen, als sie triftige Gründe zu dieser Maaßregel -haben ; eben so auch die Privatbibliothefen auf eine Angabe von wenigstens drei Zeugen 2e. : e a

Nachdem der Rath von Kastilten Sr. Maj.- ein Gutachten .úber die Königl. Verordnung vom 16. Oct. vorgelegt, durch welche der König der Obex - Jntendenz der Polizei und den Polizei - Intendanten die Sorge anvertraute, alle vom Auslande eingeführten ,- und seit dem 7. März 1820 gedruckten Bücher ‘zu sammeln; ïo hat der König diese Verordnung für ungültig erflà c und die den ‘Königl. Befehl vom 11. April wieder in Kraft gesebt- s /

Spanisches Amerika. Englische Blätter geben folgende Auszúge aus dem Argus von Buenos - Ayres: Mitte September war das Kriegsschiff - welches zur Unterstüßung der Patrioten - Seemacht in Peru bestimmte ist, noch nicht gesegelt „_ aber dié Ausrüstung dieses ‘und auderer Schiffe wurde seit dem Erscheinen der Asia mit verdoppelter> Thätigkeit betrieben. Am 15. Sept. soll- tent in Santiago , der Hauptstadt, die Deputirten Wahlen zu - dem neuen von dem Director zusammenbe- rufenen Eongresse statt finden. Leßterer wird in Quil- jota , eine Stadt von untergeordnetem Range, die je- doch 10,000 Einwohner hat, scine Sißungen halten. Glaubwürdige Privatbriefe drücken die Meinung aus, daß die lieberale Partei bei den Wahlen triumphiren wird. An die Stelle des frank gewordenen Sennors Campino war Sennor Zanartu zum bevollmächtigten

zinister bei der Regierung der Vereinigten Staaten von Nordamerika ernannt worden, |

Buenos-Ayres, den 20. Oct. Die chilesche Post, welche am Montag - anlangte, bringt feine

welche etwa ohne Autorisation verbotene folche binnen zwei Monaten bei Vermeidung der geseßz-

*) Jndem dieses Circular diè, dur< das Dekret vom 16, Oktober der Polizei ertheilten Befugniße aufhebt, annullirt dasselbe mithin auch die berüchtigte (fameuse) Ordonnanz des Hrn. Rufino Gonzalez vom 14. Nov. Zu bemerken ist, daß die Königl, Verordnung vom 11- April nicht sagt, was man mít deu-dermalen“ bei den Buchhändlern vorhandenen Büchern die vom Conseil nicht genehmigt werden, machen werde, Der \panishe Minister hat jedo bereits auf die Reklamationen der Gesandtschaften - namentlich der französischen und nieder- lándischen geantwortet, daß diese Bücher wieder ausgeführt

werden könnten, (Note der Etoile.)