1825 / 16 p. 3 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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nem Fall aufzugeben - noch unter irgend einer Bedin- gung nach Napoli zu gehen entschlossen jet,

Die Beseßung der Aemter scheint von Anfang an viel Mißvergnügen erregt zu haben. Die öffentlichen Blätter von Mesalongi und Athen erlaubten sih hämi- s<he Bemerkungen darúber. Jn der hellenischen Chro - nif (vom 12. November) ging man so weit, laute Klage zu führen, „daß gegen die ausdrúcfliche Anordnung des Geseßes der VollziehungErath meist ans den vorigen Mitgliedern bestehe, daß dieß den Einfluß einer Partei deutlich an den Tag lege, und daß die Herr- \chaft derselben nur in Despotismus oder Anarchie en- den könne.“

Bald darauf vernahm man , daß, während von al- len Seiten große Anstalten zur engern Einschließung der Festung Patras von der Land - und Sceseite verkündigt wurden, die Türken einen Ausfall aus dieser Festung gethan , Schre>en und Verheerung auf viele Meilen weit verbreitet, ein von Constantin Bozzari commandirtes Corps von 400 Mann úberfallen, und nirgends Wider- stand gefunden hatten. Hierüber ließ seibst die unter unmittelbarem Einflusse der Regierung stehende Zeitung von Hydra (Geselzesfreund vom 17. Noevembex ) folgendermaßen vernehmen: „„Die Belagerung voi Pa- tras wird seit einiger Zeit mit der größten Unordnung und Nachlässigkeit geführt. Es ist nicht genug zu bejam- mern, daß nach allen auf dieses Armeecorps verwcudes ten Kosten , die Provinzen von Patras und Gastouni fortdauernd von der Festung aus heimgesucht w-rden, daß neuerlich ein heftiger Ausfall Statt gehabt , wobei die Túrken ungestraft das Land verwüstet , was sie von Menschen vorfanden, getödtet oder zu Gefangnen gemacht, und siegreich zurückgekehrt sind. Derselbe verabscheu- ungswürdige Egoismus der stets der Harmonie in den Geschäften im Wege steht, hat auch in der Provinz Ar- cadien Zwietracht ausgestreut. Die Regierung für die allgemeine Sicherheit wachend, har ein Truppen- corps dorthin gesendet, um die Unruhestifter zu züchti- gen z . es ist zu hoffen, daß diese Maaßregel die besten Folgen haben wird.‘

As dieß geschrieben ward, wak in Arcadien und Elis alles im offenen Aufstande gegen die Negenten. Die Colocotroni, Delijani, Sisini, Zaimi, Londo und andere Chefs der anti - demofkratishen Partei schienen nur auf einen Anlaß zu förmlichen Feindseligkeiten zu warten ; und dieser ward ihnen durch einen Streit mit den Behörden von Tripolizza gegeben. Unterdessen hatte die Regierung voi Napoli ein Corps von 2000 Mann unter Anfhrung eines gewissen Papa Flesso ge- gen sie anrücen lassen.) Es fam*auf der Straße nach Tripolizza zU einem blutigen Kampfe, worin Pano Cotocotroni (der námliche , der sich so lange ge- weigert hatte, die Festung Napoli den Democraten zu überliefern) getödtet, der zweite Anführer Staico aber gefangen wurde, nachdem bie Feinde ihm beide Hände abgehauen hatten. Durch diese Niederlage, und den Tod seines Lieblingssohnes zur Wuth Yesriéden , rief Colotroni, der Vater, nun seinen ganzeti Heerbann zu: sammen, und seßte o mit Gier Truppe, „die ber 6000 Mann stark seyn soll, gegen Tripolizza in Marsch.

*) Zu gleicher Zeit sollen die Hydrioten und Spezioten einen Aufruf an die Moreoten erlassen, und ihnen exklärt haben, daß, wenn sie nicht sogleich der rehtmäßigen Negterung Gehorsam leisteten, man díe Túrken gegen sie aufbieten und türkische Truppen nach der Halbinsel überseßen lassen würde. Dieser Aufruf ist uns jedoch bis jeßt nicht zu Gesicht gekommen, (Anm, d, ôster. Beob.) :

(Nach der Ausfage eines zu Corfu angefommenenen Sceoffiziers soll er diese Stadt wirklich beseßt haben, *)

Von den neuen Vorfällen zur See war man in Corfu nur unvollständig unterrihte. So viel wußt, man aber, daß nur ein Theil der ägyptischen Flotte in die Häfen von Candia hatte einlaufen können. Nichts desto weniger waren die Griechen über eine Landung in Morea immer noch sehr besorgt. Aus dieser Besorg niß, wo nicht aus dem innern Zustande der Halbinsel, ertlárt sich, daß die vor Patras angelangten, und zuy Blockade bestimmten 8 griechischen Fahrzeuge, diese Station, nach glaubwürdigen Anzeigen, in der Mitte des Dezembers wieder verlassen hatten.

Neapel, 4. Januar. Heute Morgen hat ei Schlagfluß das Leben Sr. Maj. des Königs beider Si zilien geendet. Am Abend vorher hatte der Kdnig, we gen eines leichten Catharrs, welchen er sich am 30, Dec, auf einer Jagd zugezogen, den Befehl gegeben ihn nid cher zu wec>en bis er rufen würde. Da dieses Rufe jedoch ungewöhnlich lange ausblieb, so êffnete man gu aen. 02 Wr Morgens die Thür und fand den Könj codt im Bette. Der Körper war bereits fo falt, daj der Tod schon einige Stunden früher erfolgt seyn mußt Sr. Maj. Lebensart und Munterkfeit waren bis zun lebten Augenblicke unverändert geblieben.

Der König Franz 1, welcher seinem erhabenen Vater in der Regierung gefolgt ist hat folgendes Di fret erlajjen:

Franz L. von Gottes Gnaden, Kdnig beyder Sici| lien, von Jerusalem 2c. Mitten in dem Schmerze wi}

hen Wir über das plößlich erfolgte Ableben Sr. Maj des Königs Ferdinand, Unjeres erhabenen Vaters em

pfinden, und da Wir wollen, daß Alles so wie zur Zei

seiner Regierung fortgehe; haben Wir beschlossen un! beschließen hiermit:

1) Alle Autoritäten in Unserem Königreiche beydt Sicilien bleiben in der Ausübung ihrer respektiven Fun tinen. |

2) Unser Rath Staats - Minister und Prásider des Minister - Raths, alle Unsere Ráthe Staats-Minister Unsere Minister, Staats - Secretaire und Unser Genen Stellvertreter Unserer Besißungen jen seits des Fu sind mit der Ausführung des gegenwärtigen Decrets bi auftragt.

Neapel, 4. Januar 1325. Q, S A contrasign. De Medi

St. Domingo, Die Etoile theilt im neuesta Blatte aus Port-au- Prince vom 17, Nov. meh auf die leßten Unterhandlungen mit der dasigen Regi rung mit Frankreich Bezug habenden officiellen Afte! cie mit, Am Schlusse derselben befindet sich folg de furz zusammengefaßte Darstellung. :

Am Jahre 1814 wollte man uns die absolut Oberherrschaft Frankreichs auflegen; 1816 begnüd! man sich mit ciner fonstitutionellen Oberher chaft; 1821 verlangte man nur noch eíne einfa

Ob erherrlichfeit (souzeraineté) 1823, bei der U5 terhandlung des Generals Boyé begnügte man sich,

Sn Angesicht dieser , größtentheils durch die neuesten g <is<hen Zeitungen selb chon bestätigten Thatsachen, v

terfángt si der Constitutionnel noch am 28. December F

versichern, „die innern Streitigkeiten unter den Grie!

wären bis auf die leßte Spur vertilgt!“ (Anmerk. d}

oster, Beob.)

" bacésblätrer, 6 mit Bier 2c. beladen waren ,

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cine qua non die Entschädigung zu fordern, welche wir früher angeboten ; vermöge welcher Rückehr zum Heherrschungs - Geiste will man uns denn Jahre 1824 einer äußeren Oberherrschaft (souverainete extérieure) unterwerfen? Was ist denn diese äußere Hberherrschaft ? Sie besteht, unserer Meinung nach aus :weierlei Rechten; das eine, welches sich auf das Pro- tectorat beschränkt; dies ist dasjenige was man uns yorhâlt , das andere aber, was sich auf die äußeren Ver- háltnisse soroohl die politischen als comimnerciellen erstrectt, und was man in derFolge gelten zu machen nicht ermangeln wurde, Aber, von welcher Seite wir auch diese Sou- verainetät ausehn mögen, sie sheint uns für unsere Si- cherheit schimpftich oder zuwiderlaufend und deshalb ver- werfen wir sie. Tula

Bres lau. Die im J. 1824 zu relígiôsen und firchli- hen Zwecken bestimmten Vermächtnisse beliefen sich auf ¿ : : - 39,085 Rthlr. 19sgr. die zu milden Stiftungen Ms + 0 10

Unter ersterer Summe sind jedoch auch fatholis«)e Kirchen - Fundationen aus dem Oppelschen Regierung s-

Aepartement enthalten.

Die Handelsgeschäfte auf hiesigem Plaße im vorigen Jahre waren jowohl in Ansehung der Ein - ais

Ausfuhr schr lebhafr.

Auf dem am 4. Decbr. beendigte hiesige Elisabeth- Fahrmarkt wurde beträchtliche Anftäufe von Birlauer und anderer wollenen Waaren , so wie von Leder gemachr. einwand wurde weniger gesuht und war gegen den vorigen Markt etwas in Preise gesunken.

Für den Getreideverkehr scheinen sich ebenfalls gún- sigere Aussichten zu óffnen, indem man Milderung der englischen Geseße über die Getreide - Einfuhr zuversicht- li hot , und auch manche überseeische Versendung von Mehl vorbereitet wird.

Der Absaß von Zink war etwas ins Stocken ge- rathen.

Danzia: Jn Danzig 9 Wi Seeschiffen Úber- haupt 16 eingefommen, wovon 7 mte Ballat, 2 mil

[Stückgut , 2 mit Hanf, 1 mit Eisen und Theer, 1

mit Leinsaat beladen waren; 95 derselben famen aus

Englischen , 4 aus Rußischen ; 3 aus Dänischen , i aus Schwedischen und 3 aus Hansiati]chen Häfcn.

Abgegangen sind úberhaupt 22, näánlio. 12 mit Holz 1 mit Waizen , 1 mit Gerste, 1 mit Mehl, 2% e Ae, L mit Stute, T mit Leinsaat „. und 1 wit Ballast beladen. Davon 2 na< Preußischen - 13 nah Englischen, 2 nach Niederländischen , 1 nach Fran- sischen , 2 nah Dänischen und 2 nach Schwedi]chen Häfen bestimmt. :

Stromwáärts kamen 64 Fahrzeuge und 180 Holzs trachten.

An Elbing snd .2 Preußische Schisse zur Aus- besserung eingegangen.

__ Stxromwärts kamen an,- 99 Fahrzeuge, worunter 75 mit Getreide, 8 mit Kaufmannsguüter, 5 mit Tas und 1 Holztracht. Im Laufe des vorigen Jahres sind úberhaupt : angekommen 122 Sceeschisse aus Preuß. Hafen ; 296 ¿ Engl. ¿ 169 Nied erl. 7 Franz. 58 Dâni}ch. 22 Schwed. 2 Jussisch. 47 Hanseat. 19 Hannôdv. 15 Spanis. h Mecklenb, -

T , 524 überhaupt und zwar 77 mehr wie im Jahre 1823,

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abgegangen 15 Seeschiffe nach Preuß. Häfen. 412 ; E J 206 Niederl. - 32 Dänis. ¿ 17 Schwed. - En Russisch. - 29 Hanseat. - 10 Haunôv. - 4 Spanisch. D Portug. L Amerikan, 2 Mectlenb. 816 überhaupt, und zwar 33 mehr als im Jahre 1823. Am 6. Dee. v. J. wurde das cinem hiesigen Kaufs- mann gehörige neu gebaute Lichterfahrzeug . welches auf der Rheede bei dessen Schisse Perseverance lag mit f\ei-

n

ner Ladung Diehlen vom Sturm auf deu Strand ge-

trieben, und von der Brandung innerhalb weniger Stunden zerschlagen.

Das Herabfidßen bedeutender Quantitäten von Holz hat auch im Dec. , durch die Witterung begünstigt, fortgedauert. Vou der jeßt noch -im Hafen und auf

der Rhede liegenden Schisse hat der größte Theil schon

seine Ladung am Bord, mehrentheils Holz nnd wird nur durch den ununterbrochenen widrigen Wind abge- halten, unter Segel zu gehen Jm Laufe des Mo- nats De“. v. J, sind auch Ankaufs - Aufträge für Gerste aus England hier eingegangen uud bereits zwischen 200 Last davon zur Verladung hier gefaust worden.

N pantfure, Zux Verschönerung und bessern Aus- rústung des 2ten Bataillons 32. Latnidivehr - Regtments, haben die Stände des Cottbusser Kreises aus ihren Er- sparnissen 600 Rthlr. bewilligt und dem Bataillon úber- wiesen. Die von der Kolonie -Gemeinde zu Neu-Dessau im Laufe des Jahres aus eigenen Mitteln erbaute Kirche ist am 24. Octdr. zum gottesdienstlichen Ge- brauch feierli eingeweiht worden. Eine ruhmliche Er- wähnung verdient es, daß der Eigenthümer Andreas Voth daselbst zu deren Erbauung 100 Rthlr. als ein Geschenk dargebracht har. Die Gemeinde zu Seidlis bei Senftenberg erfreut sich jeßt auch ciner aus eigenen Mitteln erbauten Kirche.

Der Armenschule zu Züllichau ist durch deu dorti- gen Kaufmann Müller, ein nahe der Stadt gelegener Ackerfle> von 2 Scheffel Aussaat geschenkt worden. Oie Einweihung der zu Cottbus. mit nicht unbedeutenden Opfern Seitens der Stadt errichteten Elementar - und ändustrieshule hatte am 99, Novbr. in Gegenwart \ámmtlicher Lehrer der versammelten Schuljugend und der dasigen Einwohner statt - welche Feierlichkeit durch den Superintendenten Bolzenthal mit einer Rede: ers êffnet, durch Einführung der Lehrer und Lehrerrinnen, so wie durch eine, von den zum Korrector dieser An- stalt bestellten Kandidaten der Theologie, Krieger wohl- gewählte Rede beschlossen wurde.

Jm Monat December vieses Jahrs wurde im hiesigen Regierungsbezirk an 92,44 Stück Tuche ver- fertig, E bem abgewichenen Jahre sind 15953 Scúck Tuche mehr verfertigt worden als im Jahre 1823 und dieser Gewerbszweig befindet sich demnach offenbar in et- nem erfreulichen Zunehmen.

Königsberg. Beinahe orfanáhnlihe Stürme mit Regen waren so anhaitend - daß die ältesten Men- schen einer ähnlichen Witterung in einem December- Monat sich nicht erinnern, Die niedriggelegenen Stra gen sind hier fast fortwährend úberschwemmt und uux mit Käßnen zu befahren geroesen, die Souterains ha ben oft unter Wasser gestanden, Mehrere Dämme und besonders der Philosophengang und die Gárten des |0- genanuten alten Gartens haben sehr gelitten / das ganze