1825 / 17 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

E R L E

e

«7 F Uzi Rd Æ E) M es 4 4 e

domaine heimfallen sollten, entscheide es die Frage zu Gunsten des Staats; dies thue das vorliegende Geseß. Sie werden bemerfen (fuhr er fort) daß man nicht Königl. Ordonnanzen, die vor der Charte erlassen wor- den, in -Frage zieht, daß man sonach die Macht von der selbige ausgeflossen keineswegs angreisst. Der Einwurf des Hrn, v. Labourdonnaye ist mithin ohne Grund, weil man die Rückgabe der Güter nihc zum Gegenstand der Streitfrage maht. Das Gesel is vollständig, der 4. Artikel ist an der rehten Stelle; denn in dem Gesebß über die Civilliste hat man die Apanage der Prinzen fesizustellen und mithin zu bestimmen welche Güter un- ter diesen Titel besessen werden sollen.

Nachdem hierauf Hr. Dudon, der Finanz-Minister und Hr. v. Labourdonnaye nochmals gesprochen schritt die Kammer zur Abstimmung über die einzelnen Artikel ; die beiden ersten wurden einstimmig, der dritte nach ei- niger unerheblichen Einrede von Seiten des General Foy und Hr. Dudon der 5te ohne Wiederspruch der 4 aber nur mit einer geringen Majorität angenommen und als es nunmehr zum Abstimmen über das ganze Gesel kam, fanden sich bet 303 Stimmenden 278. weiße nnd nur 25 \{<warze Kugeln ; das Geseß wurde sonach, unter dem Ruf: es lebe der König! angenommon.

Neunte 102, 5% 90.

London, 11. Jam Sontag Movgen kam der Königsbote Warren mit Depeschen von Sir H. Wel- lesley aus Wien und selbigen Tages der Königsbote Dy- fes mit Vepesclen von Paris im auswärtigen Amte an.

Sonnabend wurde der Königsbote mit Depeschen an die K. Consuln in Colambien u. st. w. aus dem aus- wärtigen Amte nach Súd- Amerika abgefertigt.

Die Nachricht , daß das von Halifax zurückgekehr- te K. Schiss Samarang von Wüúrmern zerfressen sey, hat sich ais eine bôse und eiggenuúüßkige Nachrede aus- gewiesen. Der Präsident der philoscphi;chen Gesellschast in Portsmouth, Hr. Call, bezeugt dfsentlich , daß nie ein Schiff nach einer gleih langen Reise mit cinem reineren Boden zurückgekehrt seyn könne und Sir H. Davy it jeßt dorthin abgcreist.

Die Times sagen in Beziehung auf die Correspon- deuz zwischen den HH, Canning und Rusch wegen des Tractats úber die Erflárung des Sclavenhandels für Seeraub: „Wix können - nicht umhin , lebhaft mit dem Brittishen Minister die ungleich) Stellung. zweyer Regierungen zu fühlen deren eine die Macht hat , cinen Traltat zu ratificiren die andere hingegen darin unt-r einer höheren Gewalt steht, welche mit der Únterhandlung selbst vorhin nichts zu thun gehabt hat. Der Senat der V. St. änderte an einem, von Sr. Maj. förmlich ratificirten Tractat und zwar, wie aus Hru. Canniags Depeschen hervorgeht, um eine Bestim. mung (in Bezng auf das gegenseitige Durchsuchungs- recht) zu sireichen, rung selbs urspringlich aufgeseßt worden.

em Laufe des vorigen Jahres wurden 2460 Jndis viduen iun der Old - Bailey vor Gericht gestellt, und von diesen 1419 schuldig befunden. Von diesen \#o s{<uldig befundenen wurden 149 zum Tode verurtheilt, und von diesen nur 11 hingerichtet nämlich: für Mord 1, fár Schießen in der Absicht um zu tôdten-2, fit Ausgeben falscher Banknoten 1, fúr Einbruch und ge- waltsames Oessnen von Schlössern 3; Ur Mou <eu von Handschriften 2, für Stehlen in Wohnhäu- sern 1, für Straßeuranb 1, Die Zähl der Hingerich- teten im vorigen Jvhre ist die kleinste, die vi:lleicht je bekannt gemacht wurde, denn es erlitten die Todesstrafe im Jahre 1818 23, im Jahre 1819 29, m Jai! 1820 43, im Jahre 1821 33, im Jahre 1822 28, im Jahre 1823 18 und im Jahre 1824 nur 11. Jn 7 Jahren wurden daher vom 1414/ zum Tode - Vert? theilten nur 176 hingerichtet. Es verdieut noch dbe-

auch nur ein Hunderttheil dieser seit so langer Zeit au

die von der Amerikanischen Regie- |

merkt zu werden, daß von welche im Laufe des vorigen Jahres im Gefängnisse de Old - Bailey saßen , nur ein einziger daselbst an Kronk, heit gestorben ist , ein Umstand, der den Aerzten jenes Etablissements viel Ehre macht.

Consol 95 7.

Königreich der Niederlande. Am 13, Dec, fai in der Sißung der zweiten Kammer der Generalstag ten ein Geseßes - Entwurf, Maaßregeln zur Hemmung des Negerhandels betrefsend, in Berathung. Aus de bei diesem Anlaß vom Deputirten van Alphen gehal tenen Rede ist nachstehendes Bruch stück von Interesse „Der Kampf zwischen den Grundsäßen der Gerechtig feit, des ewigen Sittengeseßzes, der verkannten Mensch heit, und der Habgier, dem Golddurste und deu Va dúrfnissen der Kolonien, dieser so ungleiche Kampf, dessen Zweck so edel ist, weun auch seine Beweggründe zweideutig gescienen haben, verlängert sich , und zwa leider ohne irgend einen erscheidenden Erfolg, je meh und mehr. Die particlle Aushebung, der Maugel eine allgemeinen , offenen und positiven Zuüsammenwirkunz támmtlicher verbündeten Mächte war Ursache, daß di Preise des Kauf objekts gesteigert wurden, und eben dadurch die Habgier angesporiut , das Loos der Sclaven während der Ueberfahrc, bei dem Verkauf und der Ab lieferung, ja durch die verbietenden Geselze selbst, in mer härter ward. Die Philosophie hat ihre Träun und Verirrungen , das Verbrechen núzte sie als Maske; Ueberspannung und Gleißnerei folgen guf einander, dit Systeme ändern si<h, aber ewig fest stehen die® Vor [christen der christlichen Moral ; fie duidet feine Scla verei, Diesen Vorjchristen muß feierlich gehuldigt wel den. Uur úber den Negerhaudel rictig zu urtheilen, muß man alle Ursachen und Beweggründe, die ihn bu günstigen , genau kennen. Die große Men schenfülle au dem weitge{sttecéten Festlande von Afrifa , der Wider1will gegen Arbeit unter einem Klima, wo die Natur - \pendet und so wenig fordert , die Lüsternheif der D nach europáischen Waaren, die berauschenden Getränfe al die wir sie gewöhnt haben, der a llerunumschränkteste Despo tismus, die Vertheilung eines un:rmeßlichen, größten theils no< unbekannten Gebietes, die Unmöglichkeit

d A

A A - r 1 i a b J

jenen Haudel gewöhnten Länder zu bemeistern, teresse, welches die Fürsten und Häuptlinge der Stämni dabei haben, diesen Handel, als cinen wesentlichen Zwei ihrer Einkünfte, als die Basis ihres Finanz - Etats, af recht zu erhalten, die Bedürfnisse der auf einem Kw tinent, wo es an Arbeit mangelt, und dessen Bewohn! noch minder, als die Afrikaner, zum Arbeiten tuichti) sind, errichteten Kolonien; dies sind Ursachen get die das Gedeihen dieses stets fortstehenden Handels vet übrgen. Fügt man noch bie Gerechtsame der aus di Arbeit der Sk-.aven gegiündeten Kolonien, und die M nung hinzu, daß man durch Abschassung. des Negerhal dels einen Eingriff in ihr Eigenthum man ferner, daß der Fanatismus sich in das mis<t und seinen Bannfiuch über eine verworfene Mel \chenrace aus!pricht; bedenft man dieses Alles, so wil es niht länger befremden, daß cin Grundsaß ewig! Gerechtigkeit gegen so viele Jnteressen, so viele Leide schast:-n, so wenig vermöge. Dies sind Ideen ; hier fol gen Thatsachen: Es ist ein beurkundetes Faktum, di im Laufe des Jahres 1822 28,246 afrikanische Sfla ven zu Rio- Janeiro eingebraht wurden, die Za) der - Eingeschiffceen betrug 81,240 woraus folg! daß 52994 während der Ueberfahrt gestorden sind, das zu Baba —-g000 eiligesubye wurbenz die Eiufubr auf der .Julsel Cuba no@ mner for dauert. Es ist Thatsache, daß innerhalb 6 Monate in den Jahren 1820 und 1821, hunterttausend Schwal} auf 424 Fahrzeugen aus den Mändungen von vier Strb

der 2460 Individuen, [m

begehe: crwögff Spit vero E Griechen unter den

‘‘solunghi bietet

einges{lossen. Judessen sind nach der

67

n im Norden der Linie, in dem Golf von Biasfra, ! ausgelaufen sind. Dieser Golf begreift einen großen Theil der nördlichen , unfern der Linie gelegenen KÜ- sten - welche nicht nur eine geographische Abmarkuang,- sondern auch cinen Gegenseß von Grundsäßen aufstellt ; denn Portugal handhabt fortwährend die Freiheit des Negerhandels im Süden eben dieser Linie. Dieses Kd- nigreich besteht so hartuäctig darauf, daß auf die Vor- stellungen der englischen Regierung zur Antwort gege- hen ward, man würde, wenn no< fernerhin in dieje andelsfreiheit in den súdlichen Meeresgegenden Ein- ciffe gemacht werden wollten alle und jede Verträge als nichtig betrachten. Es ist Thatsache, daß zuweilen, sobald Schisse, zum Sklavenhandel ausgerústet, sich nähern - Häuptlinge im Jnnern des Landes sih aus- machen, ihre Nachbarn mit Krieg úüberziehen, sich einen Weg nah dem Werre bahnen, die Dôrfer auf die hle treffen anzünden und zerstdren sich der Bewohner N máchtigen und mit den - überall wimmelnden - úberall ich durchdrängenden und überall der Wachsamkeit der Kreuzfahrer entschlÜpfenden Schleichhändlern in Deru- rung seben, Es ift Thatsache - daß die Mißhandlun- gen, die Grausamfeit der Haändier, ja jogar die Ern: or: dung der Stlaven im Verhältniß mit der gegenwärtig mit diesem Handel verknüpften Gefahr überhand ge- nommen haben , während vorher durch sehr strenge und ausführliche Vorschriften in Betress des Transports das Loos der chedem unter dem Schuße der damaligen Geseke transportirten Afrifaner gemildert wurde.‘/ I - Dresden, 15. Jan. -Am heutigen Morgen verstarb der Konferenz- Minister und wirkliche geheime Bath, quch Ober - Steuer - Director, Graf von Hohenthal, auf Königsbrück 2c., an den Folgen einer Leberenßündung. Die treuen und ersprießlihcn Dienste, welche er Sr. Majestät dem Könige seit dem Jahre 1775 anfangs bei der Landesregierung, dann als geheimer Referentarius bei dér geheimen Kanzlei, ferner als Mitglied des ge- heimen Finanz- Kellegii und als Appellationsgerichts - Präsident, seit 1307 aber in den bis zuleßt bekleideten hohen Posien, auch bei vielen von Zeit zu Zeit erhalte- nen wichtigen Aufträgen mit rastiloser Thätigkeit, ausge- zeihneter Einsicht und mit dem uneigennüßigsten Eifer geleistet hat, jeite bewährte Vaterlandsliebe, feine ächten <iistlichen Gesinnungen, [eine Gelehrsamkeit, scine Wohl- thatigkeit, der nur der Wahrheit und dem Rechte hul- digeude Sinn, der ihn belebte, werden lange in geseg- neten Andenken bleiben.

Túrkei. Briefen aus Smyrna vom 6. d. zufolge scheinen (wie die Allgemeine Zeitung meldet) die Angele- genheiten der Griechen im Epirus günstig zu stehn. Omer Pascha, Kommandant eines túrkischen Korps von ungefähr 3000 Mann, hat das Lager, in welchem er sich in der Gegend von Carvansara [ehr unthätig gehalten hatte, verlassen, und sich auf Arta zurückgezogen, wo er vielleicht bald genöthigt sein wird, seine Truppen zu verabschieden, da er gänzlich von Geld entblößt ist. Die Befehlen von Maurocordato nal)- men sogleich von der Posicion von Carvansara Besik. Dieser General, der lange Zeit zu Anatolico frank gt legen, befindet sich jeßt zu Missolunghi ; in feiner 2e wesenheit kommandirte Bozzaris, Der Besi von Mis- den Griechen in diesem Augenblic> viele Vortheile dar, um so mehr, als das Korps dee Derwisch Pascha in Thessalien in der Gegend von Alamana durch die erlittenen Unfälle vôllig muthlos geworden M Stellung der Jnsurgenten war in Morea, wo man die Uebergabe der Festung Patras hofte, sehr vortheilhaft. Diese Festung ward von der Secseite durch 10 griechi- [he Kriegs\chisse, von der Landseite durch 6000 Mann Wahl der neuen

Romanía statt gefunden, ernstliche Mißhelligfkeiten unter- den Jusurgenten selbst ausgebrochen. 7

Der Karakter der Oberhäupter der Griechen scheint immer der alte zu bleiben, faum sind sie vom Glück be- günstigt, so vergessen sie alle frühern Leiden, und die Verdienste derer, die ihnen zur Seite standen. Nur diz größte Gefahr fann Einigkeit unter den Parteien und Chefs hervorbringen,

Aus Odessa vom 20. Decemö. nannte Blatt rolgende Mittheilungen: Nachrichten aus dem Peloponnes geben einige Winke, welche die nun wohl ganz vereitelte Expedition Jbrahim Pascha’s, crols der so weit vorgerückten Jahsszeit , keineswegs |0 <imári\< erscheinen lassen, als man anfangs glauben wollte, Colocotroni erwartete nux Sbrahim Pascha, um die Centralregierung in Napoli Romania zu stürzen. Sein Unternehmen scheiderte, weil er es zu frúh begann z sein Sohn fiel in einem Tressen - daß er der Regierung lieferte. Kurz vor diesen Eretguisjen hatte Jbrahim Pascha , bei Candia dur<h Sturm und griechi]|<e Brander die erste Niederlage erlitten - und sich hierauf nach dem Meerbusen von Macri zurückgez0- gen, Von hier lies er am 25, Nov. um zweitenmal aus, joll aber nah einer abermaligen Niederlage in den : nemlihen Gewässern na). Berlusk von L Schiffen, eilig gegen Alexandria hingeseegelt jeyn. Lebz- eeres wird wenigstens in den neuesieu Briesen aus Kon- stantinopel für gewiß angegegebeu. Die Griechen be- haupten , dem Colocotroni sei die Hospodaren - Würde versprochen worden, itn Falle des Unternehmens gelänge. Dbgleich nun der Peloppones durch Vereitlung diejer An\chläge der größten Gefahr , die ihm bis jeßt gedroßt hat, eutronnen ist, jo hat doch Colocotroni’s Absau 11s ter den jezigen Umständen der Sache der Griechen

enthält das odge-

in mehr als einer Beziehung sehr tiese Wunden geschlagen. Spani\ches Amerika, Der Newyork Mer- cantilá «Advertiser. vom. 15, Dec. liesert Auszúge aus mehrern Nummern der mepxicani|chen Zeitung Ll- Sol, bis zum: 2, Mon, Ls geht aus {elbigen hervor, daß Ende Oct. der Versuch zu einem Aufstand in der mexi- canischen Haupstadt gemacht wurde , ader daß der Lom- mandant, General Mora, Mittel fand dle Missethä- ter oder Räuber wie sie genannt werden - größtentheils gefangen zu nehmen, und daß sie nunmehr vor ein mi- litgirishes Tribuual g- stellt werden sollen. . Jn dieer Zeitung (El - Sol) befindet sich auch eine Nachricht aus Guayaquil vom 28. Sept., uach welcher Bolivar Jeu- seits Guamanga einen zweiten entscheidenden Sieg über die Spanier erfochten haben soll, ob abermals über Canterae odex úber ein Corps das zur Unterstüßung der Canteracshen Urmee abgesandt wal, wird nicht ges meldet. Aegyp ten... Die in Paris von Aegypten únter-der Reg L t

erschienene Ge {chi <te ierung Mohamed St. Z. vom vor. F úber die Verthe1-

lung der Ländereyen folgende Notizen Das Landvolk in Aegypten, oder die Fella h S, wWwa- ren früher größtenth-ils Leibeigene, und jedes Dors hatte einen oder mehrere Grundherren, M ultezim 6, welche die Grundsteuer bezahlten. Bald nach einer Ankunsft in Aegypten ließ der Vizekönig eine allgemeine Verme|- sung der Ländereien vornehmen , durch welche es sich fand, daß die Multezims fast das Doppelte mehr au Ländereyen besäßen als sie dem Fiskus versteuerten- Die Multezims wurden nun vom Vicekôuig außer Besiß geselzt, und die Fellahs erhielten das Eigenthum der von ihnen gebauten Aecker - aber zugleich and diè Ver: pflichtung, den Myry, oder die Grundsteuer davon, uad zwar nach der neuen Vermessung (also mehr) zu bezah- len. Die Multezims empfingen zur Schadloshaltung cine lebenslängliche Pension , welche den ursprünglich

Aly s (voraus ing Nr. 49%, de einiges mitgetheilt worden) gieb

F

Regierungsmitglieder, welche vor Kurzem zu Napoli di