1825 / 22 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

Der Mord der weiblichen Kinder unter den Jahrejahs in Ostindien.

Man ist der Meinung, daß dieser unnatúrliche Gebrauch erst seit 500 Jahren in Judten sein Dasein hat, und von den Jahrejahs nach einem der Einfälle der Mahomedaner aus dem Grunde angenommen ist, damit sie ni<t nôthig hatten, ihre Tôchter den Mahomedanern zu Frauen zn geben. Der Gebrauch ist in directem Widerspruch mit den Lehren des Shaster (ihrer heiligen Schrift), wel- cher den Frauen und Kindern den größten Schunk zusichert. Jn einem dek Texte desselben heißt es: „Das Tôdten von hundert Kühen ist gleich dem Tödten eines Braminen ; das Tôdten von hundert Braminen ist gleich dem Tôdten eines Frauenzimmers ; das Tôdten von hun- dert Frauenzimmer ist gleich dem Tôdten eines Kindes, und das Tôdten von huadert Kiudern ist gleich einer Lôge.‘/ Lektere wird für ein fo schre>liches Verbrechen gehalten, daß es der Vergleichung gar nicht sähig ist. Die Strafe für das Verbrechen des Kindermords ili beinahe eben jo seltsam als der Text, der diesen Mord zum Verbrechen macht. Kindermörder beiderlei Ge- {lets sind nämlich zu einer besondern Art Hôlle ver- dammt, wo sie von eben so vielen Maden, als sie Haare auf dem Körper haben , gequält werden., und jo daun als Aussáßige mit gelähmten Giiedmaaßen wieder auf die Welt kommen. Um ® vou den, Urs t ne solche Bestrafung erzeugten Schrecfnissen zu befreien, úbernehmen es die Rajgors oder Familien - Bramiuen der Jahrejabs welche wohl einsahen „. daß der Ge- brauch des Kindermords die Amalgamation der Maho- inedaner uud Jahrejahs- wirksam verhinderte =— das Verbrechen auf ihre eigne Schuldern zu laden und per- sönlich für die Folgen verantwortlich zu sein, und der \<rec>éli arme und erniedrigte Zustand, in welchem fie sich jeßt b:sinden wird von den Jahrejahs als et Zei zen des himmlischen Zornes ür die auf diele Art Uber: nommenen Verbrechen betrachtet. Ai Lau Ur Hit hôrte die Ursache welche zu diesem Gebrauche gesührt hatte, auf, aber der Gebrauch selbst wurde fortgeseßt. Die Jahrejahs, die eine úbertriebene Jdee von ihrer eigenen Wichtigkeit haben, fanden es stets schwierig ihren Tôchtern passende Männer zu ver|schassen. Dieser Gebrauch befreiete sie nun von aller Sorge, von allem Aer-

ger und von allen Kosten für ihre Töchter, deshalb trieb sie |

ihr Stolz und Geiz an, sich zu Gunsten desselben zu erklä

daß der Gebrauch cin altes Vorrecht ihrer Caste sei.

Die Folge ist,

nur sieben Beispicie davon statt fanden.

machen, ist die Mutter in der Regel der Heuker ihres eigenen Kindes, “Die Art des Mordens ist indessen

nicht immer dieselbe. Gewöhnlich wird dem Kinde Ö- pium in dem Mund gegeben, oder ihm, um das Atrh- men zu verhindern, die Nabelschnur über das Gesicht gezogen. So abgehärtet sind die Gefühle der Jahrejahs gegen diesen Gebrauch geworden, daß wenn man einen von ihnen über die Entbindung seiner Frau befragt: w0- mit sie ihn beglückt? und er antwortet, sie hat nichts zur Welt gebracht, dies in dem Sprachgebrauch des Landes so viel heißt, als daß sie ein Kind weiblichen Geschlechts geboren, und es sogleich aus der Welt geschasst hat. Die größte Zahl der so gemordeten Kinder weiblichen Ge- hle<ts ist 5000, und die fleinste 1000 das Jahr.

Gedruckt bei Feister.

Aula

i Bromberg. Der Betrieb der Tuchmacherei {y ziemlich lebhaften Fortgang. Es wurden im Mony Dec. fabricirt in der Stadt Czarnikau 35 Stück Tug 8 Stúck Boy z; in Filehne, 9 St. Tuch; in Sch lanke 1290 St. Tuch. | Landsberg a. d. W. 300 Stuck, zum Preis von 6 Rth

15 Sgr. das Stück, zu 15 Berliner Pfd. gerechnet, un}

versendet zur Leipziger Messe sind am 19. Dec. 15 Stúck. Jn der Stadt Radolin 120 Stúck Tuche, iva che nach Czarnifau zu dem Preise von 5x bis 6 Rit: abgeseßt worden sind. Jn der Stadt Chodziehen ay Stúck Tuche. Jn Samoczyn 1520. Jn Margonin 133 und in Schneidemühl 10 Stúck Tuch, überhaupt 20 Stück Tuche. j

Auch verfertigten die Tuchmacher in diesen 4 Sti) ten zusammen 167 Stuck Boy; davon sind resp. q fauft, das Stück Tuch zu 7 bis 9 Netlr., vertauscht " gen Wolle 658 Stück Tuche und 72 Stück Boy, du Stück zu 4 Rtlr. ]

Es verblieben Hiernach bei den Tuchmachern dff

Chodzieshner Kr. noch im Bestande 1436 Stúck Tuch und 95 Stück Boy. Jun der Stadt Zabischin 50 Stü Tuche und 30- Stru> Boy.

Der Bau der neuen Kun ststraße, welcher n

nicht unterbrochen worden ist , gewährt den Handarbis

tern und Gespannhaltern einen, wenn gleich nur g ringen Erwerb.

Am 5. Dec. fand man auf dem Felde bei der Stau

Czarnikau noch blühende Keornblumen,

Liegniß. Der Leinen - Handel befindet sich n in derselben Lage wie in den leßten verwichenen Mon ten und die Weber sind beschäftigt.

Obgleich der Flachs in der Umgegend von LapeF bedeutend wohlfeiler geworden, so behauptet sich def

das jeßt zum Kauf gekommene neue Gespiunst im v rigen Preise. Coblenz. ceste Mann im Kr. Mayen, Christian Neurath, ü 99, Jahre seines Alters. Er war 1725 zu Pismes j Tyrol gebohren und kam noch in seiner Jugend nal Safsig, Er behielt seine Gceistesfräfte bis an sei Ende.

Mittwoch, 26. Jan.

Im Schauspielhause: Di

ren. Sie fingen bald an, ihn als eine ruhmwürdige Aus- | Schachmaschine, Lustsp. in 4 Abtheilungen. zeichnung zu betrachtzn, und eiuige hrer Frauen , die | aus Mangel hatten aus einem audern Stamme genom- f hann, Trauersp. in 5 Abtheil., von Shakspeare men werden müssen, sagten zu d-:m Obersten Walker, | G, ] ( Fin 8 Althtil,, mit Ballets. daß jedes Kind weiblichen Geschlechts, f sobald es geboren ist, ermordet wird, es sei denn, daß i der Vater den Wunsch zur Erhaltung desselben äußert f cin Wunsch, der indessen noch vor einigen Aahren fúr f so s<impfslih< gehalten wurde, daß unter 5000 Familien |

Um möglicher- |

weise den Gebrauch in unsern Augen noch: gräulicher zu |

Donnersít. 27, Am Schguspieldaunse: Kountg Freit. 28. Jm Opernhguse: Olimpia, große Öt Musik von Spontini.

Metcorologishe Beobachtungen

Barometer |Therm. | Hygr. [Wind | Witterung, 22 Jan, A. 289 42/4110 892 1 NO.. (tiv, 2%, Jau. |[Y. 28° 246004 4 N ND, [0 / Noer N. 28° u 82% 1M, u, 2 A E O, ] trüb, Frost. 4s Sin 4 0 O S Or. M. 289. 0] 02 172° N, 0b, Sol,

Be ri ch tigung. Im vorgestrigen Bl. der St. Z. un ter den amtlichen Nachrichten l. Abgereist. Der Kaiserli

Russische Feldjäger, Lieutenant Otto, als Courif

von Brüssel nach St Petersburg.

Ferner, im Artikel Paris, in ‘der 13ten Zeile | Geldbußen st Schuldbußen , und Art. London , in d! Zten Z. l. Betrachtungen st. Berathungenz endli im Art. Liegniß, Z. 3. l. 1020 evangelische Haup! und Nebenschulen , st|, 10,020,

Fedacteur Joh!

Davon wurden verkauft nF

Zu Saffig starb“ am 21. Dec. der (M

fs

|Preußische Staats-Zeitung.

Ne 22.

Berlin, Donnerstag, den 27sten Nannatr 1825,

I,

Des Königs M \otterie- Direction angestellten

Amtliche Nachrichten.

Mvonil bas Lg

ajestät haben den bei der General- Geheimen expedirenden

Secretair Würst zuny Hofrath ernannt.

Der bicherige Privat-Docent Dey,

zum außerordentlichen Professor in der Fakultät der hiesigen Universität ernannt worden.

Seine Hessen -

angekommen. Bei der am 20. 21.

genen 6ósten Königl. winn von 10000 Thlr. a Schweidnih ;

| 2500 Thlr. fiel | ger in Posen

winne zu 4 Gewinne zu 1200 Gewinne

2200803

1 500

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0s und 10093, .0

17209.

winne zu M0, 0211, 04105 25091.

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0319.

101 O1, 11602, 13904. 15132, 15992- 10301, 19481. 21765. £260. 24467.

3. 3824. 5140. 51868.

500 Thlr. auf No. 199. 1216. 26437. 30638. 55281. und 301415 25 Ge- 34. 3498. 5749. 0210, 12100, 13007, 185457, A127 20015.

10539: 12553. I45AI, 15424 160537. 18458. 19517. 21660.

M L 1777

winne zu 2,1702. 150 Thl, auf No.

25059. 56631, 37329. 386008. 38927 S048t, N, too J.

1568. 1595. 1907. 202

_-=- D

5405. D E 6447. 0800. 0953+ 0994- 9260. 9201. 9298. 93206. 9854

10977. 12600.

14597.

15543

16538. 16527, 20041, 22018. 23197. 24004» 25490. 20057. 20570, 290602. 31001,

r C ry / 32054t°

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auf Dev. 4. HLOO JO00 d 3378. 4521. 4413. 4400. 4

013, S070, O 10796 1/15 7

1105. 12703.

14757.

15668.

10700

16720.

20452.

22170,

23395

24017. 25520. 20072. 26657. 29957 S17OO, 32955:

Durchlaucht der Landgraf Friedri< v. Cassel, ist aus ‘dem Mecflenburgschen hier

und 25. d. M. gèezo- Kleinen Lotterie fiel der Hauptge- uf No. 14741 bei Gebhardt in folgenden 2 Hauptgewinne zu 29 und 29606 bei Leipzi- und bei Wiesenthal in Wittstok; 3 Ge- Tir. a U 17/708, Thlr. auf. M0: 000. 3775. iw toco Thi. aur 31551. 51876. und 40899; 10 Ge- 2 104.

m E 502453

1 58.

111095. 12935- 14911, 1 5072- 17263. 1 6680- 20047.

222206.

Casper medizinischen

Audienz sein

M NONO) Ge-

2, f habe.

550309, 55105 366004. 56902. 37770. 0/001 50349. 59218. 39457. 39504 40090. 4097158. 409859. 412235 41291, 41309 415153: 41595. 41827. 41855 und 41959

Der unterm 20. Oftober v. J. zur bö5sten Lotterie befannt gemachte Plan, bestehend aus 42000 Loosen zu 3 Thlr. Einsaß und 9000 Gewinnen is auch zur nächstfolgenden 67sten Lotterie beibehalten, deren Zies- hung den 2, März d. J. ihren Anfang nimmt.

Berlin, den 26. Januar 1825. Königlich Preußische General - Lotterie- N

IL, Zeitungs-Nachrichten. AULlAU

Paris, 20. Jan. Vorgestern hat der Graf de la Pueble e del Maestre dem Könige in einer Privat- Beglaubigungsschreiben als Gefandter Sr. Kathol. Maj. úberreiht. Auch Hr. James Brown úberrreichte Sr. Maj. in einer Privat - Audienz feine neuen Beglaubigungsschreiben als außerordentlicher Ge- sandte und bevollmächtigter Minister der Vereinigten Staaten.

Wir haben , sagt die Etoile, in frühern Blättern nur untersucht, welhe Folgen die von Enaland er- griffene Maßregel wegen der mit Mexico uud Colum- dia zu schließenden Handelsverträge in commercieller und politischer Hinsicht haben fönne, und wir haben gefunden, daß die Vortheile derselben beynahe gleich Null, wenigstens weit unter den Nachtheilen sind, die jolhe mit sich führt. Jeßt bleibt uns noch zu unter- suchen übrig, in wiefern jener neue Act der englischen Diplomatie die Lage Fraufkreichs wirklich verändert Zuvörderst muß dabey bemerkt werden, daß je- ner Act keineswegs unvorgesehen war; ganz Europa war darauf vorbereitet; ja man fann sogar bemerfen,

344081. 34514. 36627. 56870. 37571. 37024

Z4411. 35909. 375371. 38777

34295 35892. 37257. 538035.

daß Hr. Canning frúher die Anerkennung der Unabhän- | gigkeit der spanisch - amerifanishen Republiken ange-

j éúndigt hatte, bisher aber alles sich auf Handelstracta- _Îten mit zweyen derselben beschränkt.

Frankreich hat seine Handels - Interessen Schulz

) zu gewähren, zu dem Ende wurde ein Handelstractat

h)

“mit dem König Ferdinand abgeschlossen, welcher den

| französischen Schiffen die Häfen der spanischen Kolo-

“T nien erôfsnet, und sie haben unter dera Schuße franzd- . ÿ sischer Kreußer in zenen Gewässern die größte Sicherheit

genossen. Keiner der von England abzuschließenden Ver-

; i tráge fann nur die Festseßung enthalten, daß der brit» z, | tische Handel mit Ausschließung des französischen be- . | gúnstigt werden solle.

Das hat Niemand zu besorgen