1825 / 29 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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den Kreis der Entschädigungen enger zu ziehen, so fônne dies niht zum Nachtheil der Rentiers - gereichen, die Frage bleibe doch dieselbe; es fomme auf Schließung der durch die Revolution entstandenen Wunden an. Hr. Perier trug deshalb auf Verweisung der Petition an die betrefsende Kommission an. Hiergegen \prach demnächst Hr- v. Berbis, und rechtfertigte den Antrag der Kommission, indem in der That die vorliegende Petition nicht den Gescßentwurf wegen Entschädigung der Ausgewanderten betresse- mithin auch nicht an die lediglih zu dessen Prúfung bestimmte Kommission ver- wiesen werden könne; durch eine solche Verweisung würde man gewissermaßen die Initiative zu einem neuen Geseß neymen, und wenn einmal von Entschädigung aller durch die Revolution in ihrem Eigenthum verleßz- ten die Rede sein solle, so kônne man auch nicht blos bei den Rentnern (nächst den Ausgewanderten 2c.) stehen bleiben, man werde auch die Opfer des Maximum und der Assignaten entschädigen müssen. Diese würden wiederum vielleiht den Vorzug vor den Rentnern in Anspruch nehmen. Die Kammer werde fühlen, wie es unmöglich sey, alle Uebel der Revolution auszulô- schen, alle Wunden zu heilen; man músse daher noth- wendigerweise einen Unterschied machen. Was hat des- halb, fuhr er fort, die Regierung thun wollen? Sie hat cinem geheiligten Princip, dem des Eigenthums, Gerechtigkeit angedeihen lassen wollen, denn auf dem Eigenthum ist die ganze Gesellschaft gegründet. Das Eigenthum aber beruht im Grund und Boden. Das Grundeigenthum verließen heißt die ganze gesellige Ord- nung in ihren Grundlagen untergraben. Die Verleßung des Grundeigenthums ist von ganz anderer Wichtigkeit als der Banqerott der Renten und A}ssignaten. Jch bestehe auf der Tagesordnung. Der Deputirte Mechin äußerte große Verwunderuug, daß sein Vorgänger habe behaupten können, das Eigenthum beruhe blos im Grund und Boden. Manbe- richtigte ihn, daß Hr. v. Berbis gesagt habe : das Eigenthum beruhe hauptsächlich im Grund und Boden und nach- dem er auch diese Behauptung für unrichtig erflärt, indem alle Art des Eigenthums für gleich unverleßlich erachtet werden msse, trat Hr. v. Martignac auf und sebte aus cinander, wie Hr. v. Berbis ganz misver- standen worden, wenn man vermeine , derselbe halte nicht alle Arten des Eigenthums fúr gleich unv-rleß- lich; die Worte desselben hätten osenbar feinen ande- ren Sian, als den , daß die’ Verlebung des Grundei- genthums am meisten Gefahr bringend für die Gesell- schaft sei ; eine Behauptung mit der man zu allen Zeiten Úbereinstimmen werde. Der Redner seßte dann noch náher aus einander, wie die Kammer ganz aus ihren Grenzen heraustreten werde, wen? sie eine Pe- tition wie die vorliegende an die Commission zur Prúü- fung des Geseßentwurfs für die Entschädigung der Ausgewanderten verweise. Es ward fodann über den Antrag : zur Tagesordnung weiter zu schreiten , abdge- stimmt und derselbe fast einstimmig (nur sieben Stim- men von der äußersten Linken waren dagegen) ange- nommen.

Rente 103. 10.

London, 25. Jan. Man spricht von bevorstehen- den Veränderungen bei der Armee ; die Infanterie - Re- gimenter sollen mit 2 Compagnien vermehrt werden ; die Cavallerie im Verháltnißk. Von einem Regimente, das 10 Compagnien enthält, sollen nur 6 nach den Colonien gesandt werden können.

Man geht damit um, eine dritte Universitär zu York zu gründen , wozu der bekannte wohlthätige Graf Fißwilliam (er unterstüßt wöchentlich 500 Arme) 50,000 Pfd. Sterl. ausseßen will. Jam Jahre 174g waren in Cambridge 1500; 1813: 2805 Studirende. Zehn Jahre später wuchs die Anzahl auf 4277, und im vorigen Jahre. betrug sie 4489.

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Unter den Gesellschaften, deren Zahl Hier mit j dem Tage wächst, sind auch vier, welche die Hauptsiysi

mit besscrem Brodt Fléish , Milch und Fischen vers H G o Personen haben dabei das Leben verloren.

hen wollen ; eine derselben, die für gute unverfälsáy Milch sorgt ist schon in Thätigkeit, und scheint vi} Bceyfall zu finden. |

Man berechnet, daß 200 Hände mit Maschin gegenwärtig eben so viel verarbeiten, als vor 40 Sul ren 20 Millionen. Die Masse der dur< Maschinen i| Großbritannien verfertigten Kunsterzeugnisse ist so gr daß ohne dieselben 400 Millionen Arbeiter dazu nôth

seyn würden, und dennoch können die Fabriken mit F

Aufträgen nicht Schritt halten. Sachfundige Männer sind der Meinung, daß my

Dampfbôten und eines das Atlantische Mecr mit

Südsee verbindenden Canals in weniger als jechs Woch

werde zurücklegen können. | Es sind gegenwärtig 16 verschiedene Gesell schaft

zur Betreibung des Bergbaues in America in Us} | / un ngung einiger Psalmen eine der Feter des Tages an-

tigfeit.

Am 20. sind die neuen Abgeordneten für die Si Americanisheu Staaten von Plymouth abgesegelt,

Zwischen den neuen Brittish - Westindischen J seln und den neuen Süd- Americanischen Staaten [( unverzüglich eine Paquetfahrt eingerichtet werden.

Aus Cosscy in Norfolk wird vom 20. Januar meldet : „Auf dem Camin des Zimmers, wo ich reiß steht jeßt ein Glas mit einer Rose, einer Nelke, Pi meln, Veilchen, Schlüsselblumen , Goldlack und Mau fraut, alles aus unserm Garten gepfläft und in of ner Luft vor einem Tage oder zwei gewachsen. 17. hôrten wir die Droßel zum erstenmale in dies Frúhling- Winter singen.‘

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welchem zugleich eine Niederlage von Schießpulver war, dur<h cine Explosion zertrümmert, welche zu gleicher cit die benachbarten Häuser sehr beschädigte. Mehrere

Múánchen, 28. Jan. Die getreuen Bewohner der Hauptstadt feierten heute Vormittags mit erneuer- ten Gefühlen der Andacht das glorreiche Namensfest J-

daj. der Königin unserer Allergnädigsteu Frau. Die

P éénigl. Garden, so wie die übrigen Truppen der hiesis ¿en Besalzung und Abtheilungen des Búürgermilttairs

begaben sich gegen 10 Uhr in glänzender Parade nacl) der St. Michaels- Hoffirche, w0 im Beisein JJ. ff.

Hoheiten des Kronprinzen und des Prinzea Karl ein

: solennes Hochamt und Tedeum abgehalten wurde.

bald die Fahrt von Europa nah Ostindien mitt Zur námlicheu Zeit wohnten einem gleichen Gottes- F dienste Jhre Excellenzen die Herren Staatsminister, der

Staatsrath und das Personal der verschiedenen Admi.

nistrations - und Justizbehörden in der Domkirche zu U. ie, Frau bei.

Die evangelische Gemeinde hatte sich um 11 Uhr in ihrer Pfarrkirche versammelt, wo nach Ab-

passende Predigt gehalten wurde. Die israelitischen

‘Einwohner verrichteten in ihrer Synagoge gleichfalls

Gebete und sammelten dabei für die Armen. Und so vereinten alle Herzen, von der innigsten Verehrung und liebe zu der erhabenen Monarchin durchdrungen , ihre glühenden Wünsche und flehten zu Gott um neuen Se- gen für Sie und den geliebten Vater des Landes, mit Dessen Wohl Jhr Glück unzertrennlich verbunden ist. Se. Majeität der König haben Allerhôchstihren Feldmarschall und erblichen Reichsrath , Herrn Fürsten arl von Wrede, unterm 15. Januar d. A, au) dei r dritten Ständeversammlung, zum ersten Präsden- n der Reichsräthe zu eruennen geruht. | Aus der Schweiz vom 24, Jan, Das Schreiben des

Am Sonnabend lief zu Deptford das erste, ¡Mi 1 ( Hhristen de Riaz, in Betreff der vorgeblichen Protestation

Fahrt zwischen hier und Calcutta bestimmte Dam [hiff, Enterprize, von 500 Tonnen, ins Wasser.

des Schweizer-Regiments das seinen Namen trägt, an General de Gady wegen der Sendung nach Madrid,

vom 28. Jan. Am Dienstag gab Graf Liverpool [Wel E E in der Schweiz öffentlich bekannt gemacht worden,

seinem Hause in Whitehall ein großes Cabinets - Mah} (t

m die deshalb in Umlauf gebrachten Gerüchte auf ih-

Vorgestern war Cabinetsrath im auswärtigen An g Len wahren Gehalt zu beschränken. „Madrid, 27. Dee.

von 5 bis nah 8 Uhr. Ein auf gestern angeseht Cabinetsrath wurde wieder abgesagt.

Se. Maj. dúrften, Jhres Gicht-Uebels halber , di Parlaments : Session nicht in Person erdf\nen können}

Das Gerücht vergrößert die Zahl von Mannschaft um welche unser Heer verinehrt werden solle, schon al 15,000 Mann. Die Times erklären ‘sich sehr belim mert darúber ; wir hatten , meinen sie, doch schon Sol daten genug zu entbehren, um sie nah Ostindien unl JIrlaud zu [{<i>en,

Es läuft das Gerücht, Lord Combermere wek nach Jundien gehen, um Sir Edw. Paget im Arms Befehl abzulösen.

Unsre Entdeckungs*- Schiffe waren am 3. Aug! mitten im Eise bei Cape Chedley in der Hudsons-Bi von wo sie no<h 1200 Miles bis zur Repulse - Bai ÿ machen hatten, wo sie hatten überwintern wollen,

é Vorgestern ist ein Theil unseres Zollhauses eing stúrzt, was fúr den Augenblick große Verwirrung gu!

Der Courier enthált das in der Republik Gual! mala, zur Begünstigung der Colonisation vom Auslan! her ergangene Dekret.

Capitain Hall sagt in seinem Buche über Colun

bien: „Ein Trnnfkenbold is im warmen Klima nicht

retten. Von 5000 Europäern, die seit wenigen Jaht nach Columbien gegangen, leben nur 300 und drei auf fünfen haben ihren Tod dem Trinken zu verdanken.“

Consols 93 F 2,

Brüssel, 28. Jan. Man versichert jebt, die ers Kammer der Heneralstaaten werde sich nicht vor d 1. März wieder versammeln.

Jn Gent ist das Haus cines Eisenhändlers, il

Mein General! Jch fann mich nicht genug beeilen, Sie zu bitten, sobald als möglich, und in meinem Na- nen’, den beleidigenden Artikel zu widerlegen, der sich im Constitutionel befunden haben soll, und der die mr angedichtete Weigerung /- Spanien zu betreten, betrifft. Jh fenne die erste Pflicht des Soldaten, die in seinem Gehorsam besteht, zu genau, und wenn ich bci diejer Gelegenheit mir hätte erlauben dürfen, irgend ein Be- dauern zu äußern , Spanien zu betreten, }8 wúrde es lein darin bestanden haben, nur zu spät dahin berufen zu werden, um den Ruhm der französischen Armee thei- lin zu fônnen, den sie sich unter dem Befehle des er- auhten Prinzen der an ihrer Spike stand, erworben hat, Haben Sie, mein General! die Gúte, sobald als möglich jenen Artikel zu widerlegen , der mir den bôsen Villen und die Treulosigkeit des (zu Bayonne bekann- ten) Korrespondenten jenes Journals kennbar macht. Meine Ehre und die meiner Nation - verlangen dies ringend von mir. Jch bin 2c. Der Obrist des Schwei- jet: Regiments seines Namens Nr. 2. de Riaz.‘/ Dieses zweite Schweizer- Regiment ist am 40, Dev. zu Madrid angekommen. I Die Regierung von Bern hat , noch als Vor- Ort, durch ein Kreisschreiben vom 9. December v. J. die an der fôniglich niederländischen Kapitulation theil{- Dehmenden Kantone, von der Erneuerung der seit an- Verthalb Jahren unterbrochenen, die Justizverhältnisse ler Schwcizerregimenter betrefsenden Unterhandlungen Kenntniß geseßt. Die Regierung von Bern ladet âhstdem die betreffenden Kantone ein, die angemesse- (n Justruktionen deshalb zu ertheilen. Der Winter,

der zuerst mit ziemlicher Strenge in der Schweiz be- gonnen hatte, ijt seitdem viel milder geworden, und hat weder große Schneelasten noh bedeutenden Frost ge- bracht. Man befährt die großen Straßen des Simplon, des Splügen, des Bernhardin, des Stelvio und des Mont-Cenis no< mit Bequemlichkeit, und selbst der große Bernhardsberg, der in dieser Jahreszeit sonst immer schr gefährlich is, wird noch von vielen Rieisens den überschritten. Der größte Frost war im Monat November nach den Beobachtungen im Hospiz am 25 und 23: 6 Grad unterm Gefrierpunft, und der mindeste am 3: 2 Grad úberm Gefrierpunft, Jm ganzen Mos- nat ist nur 4 Fuß 7 Zoll Schnee gefallen, wovon die Hälfte wieder weggeschmolzen ist. Zu Genf war die Temperatur außerordentlih mild, und zu Zürich hat man, in einem offenen Garten, zu Ende Decembers noh Rosen am Stocke gesehn. Die Abweichung der Magnetnadel betrug am 31. December auf der Stern- warte zu-Genf 19° 19/. Die Chorherren vom großen Bernhardsberg haben wicderholt bekannt gemacht, daß sie fremde bedúrftige Reiseude immer gastfrei aufuchmen, und dret Tage lang unentgeldlich verpflegen. Sie beschweren sich zugleich über den Mißbrauch, den einige Betrúüger si<h erlauben, indem sie unter ihrem Ntamen, sowohl in Deutschland als in Franfreih und in andern Ländern, milde Beisteuern einsamm:ln, da se durchaus Niemand außerhalb den Gränzen der Schweiz senden, und es eben deshalb fúr nôthig erach- ten, das Publifum darauf aufmerfsam zu machen. Man ist fortwährend mit der Erbauung des großen, ss nen Hospizes aus dem Simplon beschäftigt, welches Napoleon begründet hat, und das ebenfalls von den Chorherren des großen Bernhardsberges besorgt werden soll. Jn dem alten thurmähnlichen Hospiz, welches der Familie Stokalper gehört, halten sich gegenwärtig nur zwei Väter auf. Die Wohnung auf dem großen Berns hardsberg selbi ist um eim Stockwerk erydhet worden, um mit mehr Gemächlichkeit die große Zahl von Rei- senden aufnehmen zu können, die úber diesen Bergpaß ziehen. Ein ähnliches Hospiz ist von den Vätern des Bernhardsherges auf dem Bergübergange des Val Doùds bia, zwischen den Thälern der Sesîa und Lesa, in Pie- mont, begründet worden. Man behauptet, daß die Kan- tone Uri und Tessin eine Uebereinkunft wegen der Wiedererbauung des Hospizes auf dem St. Gotthard treffen werden, welches sih jeßt im allerelendesten ZU- stande befindet, und dem vom úblen Wetter úberra]chs- ten Reisenden kaum ein schirmendes Dach und die noth- wendigste Nahrung darzubieten vermag. Das Spital oder Gasthaus auf -der Örimsel ist bedeutend erweitert worden, und der Gasthalter macht seinem Stande Chre- was in der Schweiz als eine Seltenheit erwähnt were den muß. Das Spital Sr. Maria auf dem Lukmanier ist ebenfalls verbessert worden, während die auf dem Septimer, dem Weissenstein , an der Scaletta und Fluela sich in einem kläglichea Zustande befinden. Dic Wirthshäuser des Stelvio, des Bernina und des Furno dagegen sind gut. Der \údliche Abhang der Alpen ist no< ganz frei vom Schnee, und selbst in den Grau- buúndtner Hochthälcrn Affers, Ober: Engadin, Lugnuelz- und Davos liegt ev noch nicht besonders hob, und in feinem Vergleich mit dem vorigen Fahre. Bei Tusis im Domleschg, wird eine neue HBrúcke über den Rhein und die ‘Albula erbauet, da die uber den erstern bei Fürstenau bestehende im Sommer burchaus nicht ge“ braucht werden kann.

Ancona, 15. Jan. Durch ein aus Zante am 11. d. abagesegeltes Schif sind Briefe und Zeitungen aus Missolunghi bis zum 5. Jan. hier eingegangen, Un- geachtet einiger Varianten stimmen sie in der Haupt- jache darin úberein, daß der n dorea entstandene Bürgerkrieg gedämpft, und die Ruhe hergestellt sci.

V A T F N E A U DT M A O P I E Si A "ia M C E ME AO A O 7 R E P-M

(r “R E" E EBURS Ri O: SR E S M MAINES O I E IIE E 8 E L E P A E S T8 B D E S I E I E S S IIRE A S RB i: R A A R E Wt. 7