1825 / 33 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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ten einführen will, haben mehreren Europäern Gelegen- h:it gegeben / ihren Kunstfleiß dahin zu verpflanzen. Vor vier Jahren begann Hr. Bafi, Apotheker von Ber ola, seine Versuche, Salpeter durch Abdampsung an der Sonnenhilßze zu erhalten. Er \<loß mit dem Vice- fônig cinen Vertrag ab, dem zufolge er gegen ein Ge- schenk von 500,000 Francs versprach - 4000 Centner Salpeter jährlich zu liefern. Da er es jedoch nicht weiter als auf 9500 brachte, #0 wurde ein neuer Ver- trag abgeschlossen, dem zufolge Hr. Bafi ein Geschen f von 250,000 Fr. gegen elnë jährliche Lieferung von 3000 Centner Salpeter erhielt. Dies Geschenk wurde ihm auch seitdem theils in Produften, theils în Baareim ausgezahlt. Dic Salpeterei des Hrn. Bafi ist zu Be- dricheyn befindlich, w9 der Vicetônig große “Bauten unternahm. Bereits sind 43 Bajsins, in welchen die Abdampjung vorgenommen wird, im Gange. Der auf diese Arr gewonnen? Salpeter fommt der Regierung nur auf 15 Piaster der Centner zu stehen, während der dur<h Húlse des Feuers gewonnene, 60 Piaster fostet. Die Errichtung der dazu nôthigen Bauwerke kostete dem Vicetônig 40,000 Beutel; dic Unterhaltung derseiben, die Besoldung der Chefs und der Lohn der Arbeiter beträge monatlich 1200 Beutel, Eine andere tostspie- lige Unternehmung, die aber in der Folge reiche Früchte tragen kann, ist die Pflanzung von Maulbeerbàumen zu Quady Tumlat, die dem Vicekdnig auf 45,000 Beu- tel zu stehen fommkt. Eine Kolonie von 500 Syriern beschäftigt sich daselbst mit der Zucht der Seidenwürmer. Von 27,000 Feddans Landes, die zu Quady Tumlat gehören, sind 2000 Féddans mit Maulbcerbäumen be- pflanzt, und da jeder Feddan 350 Bäume enthält, jo iebt es dasclbst 1,050,000 Maulbeerbäume, welche von 4000 Râderdrunnen bewáässert wurden; 6000 Ochhen, von 2000 Fellahs geführt und gepflegt, wurden dazu verwendet, das Wasser in die Wassergräden steigen 2 machen. Die jährliche Ausgabe betrug 4800 Beutel. Seit Vollendung des Kanals von Zafazik jedoch, dessen Gewässer leicht auf die benachbarten Ländereien abgelei- tet werden können, hat si obige Ausgabe um 1400 Beutel vermindert, indem cin Theil der Bruunen über- flússig geworden ist - Diess grope Anstalt hat indessen im Jahre 1822 nur 900 Ofas (cine Ofa etwa 5 Pfund) Seide geliefert ein schwacher Ersaß súr so große Aus- Aan, Man muß uns{trettig den großen Ansichten des Vicefdnigs Gerechtigkeit (viederfahren lassen; er hat die Keime der Kultur in einem Lande auegestreut, das er mit weiser Duldsamkeit beherrscht; er liebt die Wi1- senshaften und munterk sie dur<h Belohnungèn auf. Vor einigen Jahren hatte er zU Bulac unter Leitung des Osman - Cssendi (auch Nour- ed - dyn genanat) ein Lyceum mit ciner Bibliothek angelegt, wo junge Leute von geschickten Lehrern in er Mathematik, der Zeichen: funst und der Meßfkunst unterrichtet werden. Sie ler- nen auch die französische und italienische Sprache, um solche Werke, welche der Erziehung, die man ihnen giebt, angemessen sind, úberseßen zu fônnen. Der gelehrte Osman selbst hat sich in Jtalien und zu Paris gebildet.

Das Ceremoniel an dem Hofe von Ashantee (der jeßt eine jo leidige Celebrität erhalten hat) ist et- was lástig fúr Ambassadeurs. Die Hôflichkeit fordert es nämlich dort, den fremden Gesandten bei der 'evfelt Audienz wo indglich umzurennuen und etwas mit Füßen zu treten. Dupuis, der als engl. Gejandter von Mo- adore aus zu dem Könige N Ashantce geschi>t wur de, ‘¿hlt seine erste Audienz aljdò: l G eit M, Sauptitatt fam den Reisenden eine Abtheilung Soldaten eutgegen - die auf englische Art gekleidet und bewassuet waren und von einem weißen

Neger angeführt wurden. Sie gehörten zur Leibwag des Königs, und sollten den Gesandten zur Hauptst, geleiten, VBowdichs Abbildungen und Beschreibung der Stadt fand Dupuis untreu; sie war nicht bes als die úbrigen Städte auf der Goldfüste, (

jedocl bevölkert. Jedoch) si

Als der Gesandte und seine Begleiter h,

König begrüßt hatten, mußten sie sich auf einen an}

wiesenen Posten stellen, um den Gegengruß des Könj zu *mpfangen. Eine große Anzahl von Staats- yy Hofbeamten eröffnete einen langen Zug. Zulekt fam

einzelne Männer zu dem Gesandten, ihm die Annäheru

des Königs zu melden. Man sah Fackeln in der Fe lodern, und die Spielleute des Königs verfündigten sj

Ankunft. Als die ersten Fackeln sich dem Plaße, wo Gejandte saß, auf etwa 50 Schritte genähert hatten, d : hob sich ein wildes Geschrei und Geheul, wobei zuglid die Spieclleute den betäubenden Lärm verstärkten. Pil f troß ih lebhaften Widerstandes von der Königlichen Leibues Man umringte nun den Siß des Gesu

lich wurde die Wache des Gejandten ,

geworfen.

preußische Staats-Zeitung.

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L, Amtliche Nachrichten.

ten, um ihn gegen den Andrang des Kriegsvol!es F

[húßen, aber vergebens, .sein Siß wurde umgewotsy und erx wäre beinahe auf die Erde gefallen, hâtte ihn nicht seine Leibwache , wieder auf die Beine geholfen. Die Leibwache des nigs war nun mitten unter dem Gefolge des Gesan) ten, Einige hatten lange Hörner von Elfenbein y hdôlzerne Trommeln, womit sie cine ohrenquälende Mis machten, während andere ihre Fackeln und frumn Säbel drohend, jedoch mit Vorsicht shwangen. Y Leibwache des Gesandten hatte sich indeß wieder g sammelt, und ihm einen sichern Plaß hinter tin Baume verschafft, Der Traghimme!, worunter der nig war, näherte sih. Eine Abtheilung von Kriegs teu, mit Federn, goldnen Zierrathen und Schellen [<müd>t, ging voran, und machte. gewisse Bewegung welche die beim Kriegstanze gewöhnlichen Anrufun vorstellten. Ein riesengroßer Neger folgtz dem Zu mit dem blutgefärbten Hezferstuhle und heulte den Ÿ desgesang. Herolde riesen des Königs Titel und V fenthaten aus. Auf ein gegebenes Zeichen folgte \ wilden Verwirrung eine ehrerdietige Stille, Des F nigs Traghimmel stand vor dem Gesandten. Der Ÿ nig nahm ihn freundli<h bei der Hand, sprach einj

bewilltkommende Worte, und als er die Uebrigen geg) Die Feierlichfeit wa: F

hatte „. brach er wieder auf.

Ende , Gesandten und sein Gefolge in die Herbergce.“/

A

Bienst. 8, Im Schauspielhause : Ksönig F

hann, Trauersp. in 5 Abtheil., von Shafkspeare,

Mittw, 9. Im Schauspielhause: Heinrich F

Vierte. (Erster Theil) Schausp. in 5 Abtheil. , " Shafspeare.

Im Opernhause: Redoute. ¿u 2 Rthlr. für jede Person sind bis Heute Nachinl tag 5 Uhr bei dem Kastellan Hrn. Sattler | Opernhauje, bei dem Kastellan. Hrn. “Adler Schaul\pielhause, und Adends nach Eröfsnung des Hi ses an den beiden Kassen zu haben.

Meteorologische Beobachtungen Barometer | Therm. | Hygr.| Wind | Witterun

N 210 M Se O72 N, |Sternblicke, 6, Febr. / 4 /

7. Febr.

E 299 C T5 NW. Kälte, Sonnensd M. 289 32/|—2°/ | 63° } NW, beiter, grolh

Gedruckt

bei Feister. Redacteur Jo

die nicht minder . gelitten hat

und die Fackelträger des Königs brachten F

Einlaß : Bil!

Publifandum.

Dem Vernehmen nah, wird seit der Einführung des neuen Chausseegeld - Tarifs vom 15. Au v: I. bei einigen Hebungsstellen von dem Land - Fuhrwerk ein hdheres, als das frühere Chausseegeld erhoben , unter dem Anführen , daß das Chausseegeld durch den neuen Tarif erhöhet worden sei.

Dies ist aber unrichtig, wie jeder, welcher sich die Mühe giebt, den an jeder Hebestelle angehefteten Ta- tif anzusehen, sich leicht úberz-ugen wird. Durch den neuen Tarif sind nämlih nur die Sáßke 1. und 2. für die Fracht - und Personea-Wagen erhöôhet worden; der Saß 3. aber, welcher alles úbrige, und mithin auch das Gandfuhrwerk triffr, ist unverändert aus dem alten in Iden neuen Tarif übernommen worden. A Zugleich diene zur Nachricht, daß die Chausseegeld- Pächter nah ihrem Kontrakte verpflichtet sind, jedem, Îder es verlangt, Quittungen über das erhobene Chaussee- Igeld zu ertheilen, wodut< der Beweis einer geschehenen Uleberhebung leiht zu führen Ur,

Berlin, den 7. Februar 1825. Der Minister des Handels.

Graf von Bülow,

He Zeitungs-Nachrichten.

Uuselan dh

Paris, 1. Februar. In der Sißung der Pairs- Kammer vom 31. Jan. wurde zuerst der Marquis von Malleville , dessen Zulassung am 29sten ausgesprochen worden war, introducirt. Hierauf berichtete der Her- ¡0g von Escars úber zwei Geseß-Entwürfe, deren einer sh auf mehrere von zwei Departements, wegen Local- Ausgaben, votirte außerordentliche Auflagen, der andere aber auf die von denStädten Havre und Laval beabsich- tigten Anleihen bezieht. In den hiernach fortge- “seten Verhandlungen über den Geselz-Entwurf , wegen "der Salzwerkfe im Osten und wegen des Steinsalzlagers "zu Vic, ließen si<h der Graf Roy, der Finanz-Minister, der Marquis von Marbois und der Berichterstatter, [Graf Chaptal, vernehmen, wonach die Generaldiscussion geschlossen, und zur Berathung über die von der Com- mission und von einzelnen Pairs vorgeschlagenen Amen- dements geschritten wurde. Dieselben wurden jedoch

Berlin, Mittwoch, den gten Februar 1825.

sämmtlich verworfen und das Geseß mit einer Majori- tát von 143 Stimmen gegen 33 angenommen, Die nâchse Sißzung is auf den 3ten angekündigr.

Rente 103. 45. 40.

Aus der Schweiz vom 29. Jan. Ein Schreiben des Vororts vom 17. d. erinnert an eine vorjährige Mittheilung vom 11. Oft., wegen der damals in May- land fund gemachten Gleichstellung des Lomdardisch- Venetianischen Reichs mit den Oesterreichiichen Staa- ten hinsichtlih der Ausschließung verschiedentlicher Fa- brifate des Auslands. Berichte des Schweizerischen Generalfonsuls in Mayland vom 15. Jan. melden nun, daß eine neue Kaiserlihe Entschließung diese Gleich- ellung, die mit Anfang des Jahres eintreten sollte, bis Ende kommenden Herbstmonats verschoben hat; daß die Wiederausfuhr fremder Erzeugnisse bis dorthin gegen Rúckempfang bezahlter Eingangezöôlle geschehen , oder auch wohl, mittelst zu erhaltender Lizenzen, vermieden iverden fann.

Die Kaiserlich Oesterreichische Gesandtschaft has gegen Ende vorigen Jahrs den Regierungen der Stände Graubünden und Tessin die Anzeige gemacht, daß der den Straßenbau betreffende, am 20. Mai v, J. zwischen Oesterreich und Sardinien abge[<lossene Vertrag, nach- dem jene beiden Stände demselben auch ihrer Seits beigepslichtet hatten, von beiden Hdfen ratificirt, und unterm 28. Nov. durch ihre Bevollmächtigten ausge- wechselt worden sei. j

dan versichert, die Stelle des schweizerischen Ge- shäftsträgers zu Wien, die durch den Tod des Freiherrn Máller v. Múhlegg erledigt ist, solle bis znr nächsten Tagsaßung nicht mehr beseßt werden. Man hat zu Basel eine Kollekte für die Bewohner der protestanti- hen Thäler in Piemont eröffnet, und der Professor Hagenbach hat in einer Predigt seine Mitbürger einge- laden, dem Beispiele zu folgen, welches die übrigen Kantone der Schweiz dis jeßt in dieser Hinsicht aufge- tellt haben. Das Kapital der Ersparungskasse zu Genf belief si<h am 31. Dee. 1824 auf 1,937,079 fl. und gehörte 3211 Darleihern. Die gewöhnliche Win- tersibung des großen Raths des Kantons Thurgau ist am 3. Januar von dem Landamman Anderwert erdffnet worden, und hat 3 Tage gedauert,

Hamburg, 5. Februar. Die Fluth von gestern Morgen hat die Höhe von 20 Fuß 4 Zoll erreich:, die von gestern Nachmittag war 15 Fuß 9 Zoll. Die vor- láufigen Aussagen über die Würkungen der Fluth am Hanndövrischen Elbufer klingen shre>li<h und es scheint, daß viele Deiche weggeschwemmt sind.

Die Lite der Börsenhalle enthält folgendes aus Rostock, 24, Januar, ¡Keine 5 pCt. mehr!

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