1825 / 43 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

minal - Capital in dreiprocentigen Papieren (also 30 Mill. Renten à 3 ) nicht übersteigen, und davon nichts zu irgend einem andern Zwecke verwendet werden dürfe. Was die Feststellung der Summae bei den einzelnen Entschädigungs - Ausprüchen betrifft , so erflärt der Re ferent, daß die Commission sich darauf beschränken müs- se, die Vorschläge des Ministeriums zu empfehlen , da sie ungeachtet ihrer sehr sorgfältigen Prüfung durchaus nichts zwe>émäßigeres habe auffinden können. Auch in Hinsicht der übrigen 15 ersten Artikel hat die Commil|- sion feine wesentlihe Veränderungen in Vorschlag ge bracht. Die Artikel 16 und 17 beziehen sih auf die den Hospitien früherhin úberwiesenen Nationalgüter. Wie jene Artikel im Entwurfe stehen, bestimmen sie, daß die Emigrirten wieder in den Besiß dieser Güter würden treten können, wenn sie den gedachten Institu- ten die von der Regierung als Entschädigung erhaltenen Fenten überließen. Der Referent sagt, die Commission habe erachtet, daß den Hospitien eben so wie Privaten der Besiß ihrer Güter durch den 9. Art. der Charte gesichert sci und habe daher einen Mittelweg vorgeschlagzn, nämlich den: der ehemalige Eigenthúmer eines solchen Guts solle die Befugniß haben, es dadurch wieder zu erlangen, daß er der Stiftung ein Einfommen in Staats-Renten sichert, welches dem wirklichen Ertrage des Gutes gleich sei. Hier wurde der Redner durch Murren nach-allen Richtungen hin unterbrochen ; einige Stimmen riefen: „Wie denn, wenn der Zinsfuß der Renten herabgeseßt wird?‘ Andere: ¡Wie denn, wenn die dreiprocentigen zu 30 on der Bôrse verkauft werden ?‘/ Der Präsident ließ seine Klingel ertdnen und die nah und nach hergestellte Ruhe gestattete den Referenten fortzufahren, Die weitere von der Com- mission vorgeschlagenen Amendements beziehn sich auf die Art und Weije, wie die Gläubiger der Entschädig- ten, deren Titel älter als die Confiscation sind, behan- delt werden sollen. Der Berichterstatter stimmt hierauf im Namen der Commission sür die Annahme des Ge- seßes mit den Amendements, und schließt mit einem Aufruf an die Mitglieder der Kammer und alle dieje- nigen, welche vermöge der Oeffentlichkeit der Verhand- sungen, darin gleichsam eingeweiht werden; er fordert sie auf, dies Geseß nicht als eine Veranlassung zu be- handeln, zum einges<hlummerten Haß zu erivecen, jam- mervolle Spaltungen hervorzubringen nud ungerechte Anklagen zu bewirken.

Dreißig Redner haben sich einschreiben lassen, um für, drei und zwanzig um gegen das Gesel zu sprechen. Der Präsident s<lug hierauf vor, den Anfang der Debatten auf deu 17. festzuseßen; Herr Casimir Perier verlangte aber das Wort, um dagegen zu reden. Ich beabsichtige, sagte er, auf eine viel längere Vertagung anzutragen, (Zeichen der Ungeduld zur Rechten) ich hâtcre es schon früher gethan, wenn nicht der gegenwär; tige Augenbli> mir sehr geeignet dazu geschienen hätte. Die der Kammer vorgelegten Fragen stechen mit den Fragen über unsere Finanzen in der engsten Verbindung, Se. Maj. haben selbst in JFhrer Rede auf den blühen- den Zustand derselben Bezug genommen, Js: es nun nicht einer gesunden Logif angemessener, ist es nicht durchaus nothwendig, die Kammer authentisch über den Finanzzustaud Frankreichs zu unterrichten, ehe man da- ran denten fann, die Schulden des Landes um tausend Millionen zu vermehren? Und doch ist der Kammer weder das Gese wegen der Rechnungslegung für 1823 noch das Budget für 1826 vorgelegt worden. Ein zweiter sehr wichtiger Grund, um die Vertagung zu verlangen, liegt serner in den Ereignissen, die seic der Eröffnung dieser Sißung auswärts statt gefunden ha: ben ; denn es fragt si<h, ob es nicht rathsam ist daß wir, ehe úber Privat- Juteressen hier entschieden werde, unsere Vorsicht auf die Ereignisse lenfen, roelche durch

die. jebigen Debatten des Englischen Parlaments herbei, geführt werden fönnen ; (allgemeine Bewegung in de Kammer) ih trage also darauf an, daß die Debatten wegen der Entschädigung frühestens erst na< erfolgte Vorlegung der oben erwähnten beiden Geseße beginnen,

Der Finanz-Minister bestieg hierauf die Rednerbühn: |

und entgegnete, der erste Zweifel, der eben vorgebracht worden sei, würde durch die Anzeige gehoben werden, die er der Kammer hiermit mache, daß ihr die beiden fraglichen Geselze den. Was aber die politishen Betrachtungen betreffe,

die Herr C. Perier angestellt[habe, so könne das]Ministeriun F der Kammer die Versicherung geben, daß dieMaaßregelu, Y

zu denen man sich gegenwärtig in England entschlossen habe (die Anerkennung von Mexico und Columbien) sehr wohl vorausgesehen und in Erwägung gezogen wor den wärenz sicherlich würde die Regierung das in Red stehende Geselz selbsk zurücfgenommen haben, wenn jen Maaßregeln irgend eine Gefahr für Frankreich ahnen ließen. Nach einigen Debatten entschied die Kamm, daß am 17. die Verhandlungen über das Entschädigunzs Geseß beginnen sollten, Am Schlusse der Sißkßunz fúndigte der Präsident an, daß am 16. (an wel< das Budget der Kammer vorgelegt werden soll) Hen Húüerne v. Pommeuse den Commissionsbericht über du Rentengesels erstatten würde.

ente 103.65.

London, 10. Febr. (Ueber Paris). Im Miu hause machte vorgestern Lord Landsdown den Antr auf eine unterthäuige Adresse an den König worin Se. Maj. um Mittheilung der ganzen Correspondenz des Vicekónigs von Jrland mit der Regierung in tref der religidsen und politischen Gesellschaften gu ten werden solle. Die Königliche Rede (agte er) hu uns die Versicherung ertheilt, daß Ruhe in Irland

die sich in jener Junsel gebildet haben , zu unterdrüda Wir bedürfen sehr bestimmter Auskunft , jprechende Worte mit einander zu vereinvaren. M hat, so weit meine Kenntniß reicht, irgend ein Mini sterium von der Geseßgebung so )strenge Acte verlan ohne ihr deren Nothwendigkeit vollständig dargethan jl haben und ohne daß vom Parlament selbs eine Unta! \uchungs - Commission niedergeseßt worden wäre. Au bitte ih, nicht unbeachtet zu lass.n, daß die F egierul

hat, ein Beweis daß derselbe nicht ungeselzlich is Bedenken Sie daher wohl, was Sie thun , wenn Si ohne authentische Documente vorschreiten. Unter dn Vorwande , einem Uebel abzuhelfen, was nicht vorhi

den ist, werden Sie ein wirkliches Uebel erzeugen; i J t die es, wie sli|tegeln , welche Se. Maj. i der unglüclichen Opfer der Ueber|{<hwemmung angeord-

werden Jrland die Rußÿe entreißen , die Thronrede zugiebt, genießt. úberdem au<h wohl in Acht, Mylords, Worte zu kämpfen. Haben wir nicht erlebt daß (1

Nehmen Sie l)

Minister die Unterdrückung des fatholischen Aus {us 4 in Jrland bewirfte ; und was war die Folge davon. 1}

schon am 16. vorgelegt werden wür

nicht g

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olland äußerte sich zu Gunsten des Antrags, derselbe “urde jedo< mit einer Majorität vou 22 Stimmen 12 gegen 20) verworfen. ; Der Prinz von Polignac hat gestern Abend mit ren, Canning gearbeitet ; gestern ist auch ein Courier on unserer Gesandtschaft in Paris hier angetroffen. | Mas Tagblatt the Globe meldet, das die seit fur- ¿m verbreitete r von einer Anleihe für St. Domingo ganz grundios jet. Die Mie mexicanische Anleihe erregt befondere Mufmerfsamfeit ; sie steht auf 34 Prämie. ] Wir fônnen nicht begreifen , sagt der Courier, arum die Pariser Blätter sich in Muthmaßungen und Erläuterungen der lelzten Ministerial-Veränderungen in hissabon ergehen. Sie lassen sämmtlich es sich angelegen lin, in diesem Ereigniß etwas mehr als die freie Aus- hung der Königlichen Autorität zu sehen. Einerseits thuen sie, als erblicéten sie dartn den Triumph der eng- [ischen Politif, während sle andrerseirs nachdrü>lih be: haupten, daß Frankreichs Einfluß dadurch nicht gelitten be. Was liegt denn erstaunliches darin, wenn Großbrittannien einigen Credit in den Conseils eines Staats hat, der, wie Portugall, überall vom Meere R ugángig ist? Wir sind gewiß, daß die erleuchteten Mitglieder des Kabinets der Tuillerieen die Sachen]nicit us einem so unrichtigen Gesichtspunkte betrachten.

WSie wissen , auf welcher Grundlage das Gleichgewicht on Europa beruht, und es ist deshalb nicht wahrschein- ih, daß Maaßregeln, i Aufre<hthaltung dieses Gleichgewichts geeignet und, be- sonders jebt, Í hon ihnen als feindselig gegen werden. bft von einer Faction ab, herrsche; dieselbe Rede fordert uns jedoch auf, Verein, in diesem Lande und von Personen noch hdherer Wich- igkeit in fremden Ländern zu sein, um so widtFheeignet , die Aufmerksamkeit derjenigen Macht zu er- egen, die mehr als eine andere bei der Erhaltung der Ruhe und der legitimen Autoritát in Portugall inter essirt ist. Es bedarf alles im aus einem solchen Ereigniß die Grúnde zum An- riffe eines Ministeriums (des franzôsischen) herzuneh- nen, welches demselben nicht zuvorkommen fonnte, wäh- tend eben dieses Ereigniß nur dazu dient, den Frieden feine Maßregel gegen den fatholischen Verein ergrisFCuropa’s anf den zu Wien im Jahre 1814 gelegten Grundlagen zu befestigen,

welche so augenscheinlich zur für die Ruhe Europa's so nôthig sind, Frankreich angesehen deren Ausführung zu Lissabon so versucht worden ist, welche vor- hoher Wichtigkeit

Die Pläne, das Werkzeug von Personen waren unstreit!g

des bôslichen Parteigeistes,

vom 11. Februar. Se. Maj. der König sind

von ihrer Un päßlichkeir völlig wieder hergestellt.

Consols 93#. Brússel, 13. Febr. Zu den wohlthätigen daß-

zur Hülfe und Unterstüßung

let hat, gehdôrt der Befehl an alle mit Korn beladene hiffe sich sogleich nah den Orten zu begeben, welche m meisten Noth gelitten haben.

Se. Königl, Hoh. der Prinz von Oranien ist in

dessen Statt sahen wir den katholischen Verein. Begleitung seiner Adjutanten ehegestern Abend um halb

bea Sie auch diesen auf; und er wird unter ande!

Namen wieder erscheinen.

edle Marquis ,

s

Der Graf v. Liver « Ee î » je t ( i, T , entgegnete unter anderem: er habe gewünscht, daß der interessanteste Ort in Holland, den die Fremden be-

zehn Uhr von hier nach Holland“ abgereiset.

Aus Amsterdam meldet man, daß der Fle>ken Brook,

ehe er die von Seiten der Regieru suchen, um ihn zu bewundern, bis zu eincr Hôhe über-

, Â Af m s ; A Gu » Co fz dem Hause vorzuschlagende Maßregel angret]e unl hwemmt ist, die in Erstaunen jeßt.

tadle, abgewartet hätte ,- daß ihm die Bill ihrem gi N zen Juhalte nach bekannt geworden wäre.

Sache bedürfen. WV und Die E}

wir näherer Auskunst in der befinden uns hinsihtli<h der Grundlagen des fatholishen Vereins noch im Dunklen. seßung einer Untersuchungsfommi|sion (Seiten des

ments) würde jedoch die Sache zu sehr in die gánystund und fúg:n männiglich zu wissen : ziehen, ih widerseßze mich deshalb dem Antrag. oMhältnissen nachgebend und um den

Jch vilsgtizen Bl. jedoch fuhrer sort feineswegs in Abrede stellen do) Vesikergreifungs - Patent ist \ tel Enn i f | lauhr des Herzogs von Sachsen - Meiningen folgendes Zw erschienen : i

Gotha, 13. Febr. Gleichzeitig mit dem (im vo- der St. Z- mitgetheilten ) getneinschafrlichen von Seiten Se. Durch-

„Wir, Bernhard Eri < Freund, von Got-

actes Gnaden, Herzog zu Sachsen 2c. thun hiermit

„Nuk bei Ver Folgen einseitiger

E ri“ ÎPrAgs A f 72,» 207i Vi fp:

Besikergreifungen zu begegnen und jede. Störung des ruhigen friedlichen Zustandes unter den deutschen Bun- Na zu vermeiden, haben Wir, fraft des Besiß Ergreifungs - Patents vom Heutigen, geschehen lassen, daß das Herzogthum Gotha - Altenburg von den derma- len bestehenden Staatsbehörden, unter Unserer und der beiden übrigen souveränen Agnaten in der Sachsen- Gothaischen Linie Autorität, forthin, ohne alle Abände- rung in der Regierungsweise, verwaltet werde. Wir verbinden aber hiermit die Erklärung, 1) daß diese Ver- waltung keineswegs als ein Zustand, welcher re<htli< fortdauern dürfe, sondern lediglich als ein aus den an- gegebenen Gründen unvermeidlich hervorgegangenes Jn- terimisticum zu betrachten ist, 2) daß durch dieses Jn- terimisticum Unseren ausschließlichen Rechren zu der er- dffsneten Staats-Succession das Mindeste nicht vergeben werden solle, 3) daß Wir, während des Zwischenzustan- des, von den Staatseinfünsten des Herzogthums S. Gotha - Altenburg, - welche nur diesem Staate gehören und fúr diesen Staat zu verwenden sind, durchaus nichts beziehen wollen, 4) daß Wir von Sachsen: Hildburghausen und Sachsen - Koburg - Saalfeld ein Gleiches erwarten und wider eine gegentheilge Maaß- nehmung, wie gegen Alles, was eine Theilbarkeit des Staats - vorausjeßt, und unter dieser Vorausseßung beliebt werden möchte, auf das Feierlichste protestiren. Meiningen zur Elisabethenburg, den 11. Februar 1825. (Unterz.) Bernhard Eri c< Freund,

Stade, 10. Febr. Soweir die bis jebt hier ein- gegangenen Nachrichten reichen, sind in dem Herzogs thume Bremen uud dem Lande Hadeln, durch die Sturmfluchen und Deichbrüche etwa 7000 Häuser un- ter: Wasser geseßt und viele derselben zertrümmert; über 50,000 Mensch:n sind in die größte Lebensgefahr, Noth und Armuth verseßt, und eine zahllose Meuge größeren und kleineren Viehs ist von den Wellen verschlungen worden. Meyr als 200 Menschen haben ihr Grab in den Fluthen gefunden. Die jou|ï so glücklichen und ge- segneten Mar]chgegenden bieten j26t in einer weiten Srtrecfe von etwa 12 Quadrat - Meilen zwischen Har- burg, Ribtebüttel und Bremen, ein herzzerreißendes Schauspiel und das Bild eines durch Stúrme, Fluthen und Deichbrúüche herbeigesührten namenlosen und in |ct- nen Folgen und Wirkungen nicht zu berehnenden Jam- mers, eine unabsehbare Wassersläche und Ueberschwem- mung dak.

Vom 12. Bei der durch die lebten unglücklichen Ereignisse in den meisten Mar]c<- Distriften entstande- nen Höhe des Binnenwassers und der durch die Bract- stellen erdssneten Kommunikation zwischen den Strômen und dem Binnenlande ijt zu besorgen, daß raubgieri- ges Gesindel sich zu Schiffe an den durch die Fluthen am meisten heimgejuchten Orten zur Nachtzeit sich ein- \chleiche und an der mehrerwärts noch unbewachten Habe der Einwohner sich vergreisen werde. Won der Königl. Landdrostei hieselbst sind hiergegen die nôthigen BVor- f:grungen getrossen, und 50 Thlr. Prämie denjentgen ausgelobt, welche die Habhaftwerdung solcher Verbre- cher durch zweckdienliche Nachweijungen möglich machen.

Ein Jufanterié- Kommando ift heute von hier nach Buxtehude abgegangen, um den Räubereien Einhalt zu thun, welche in der N Meile alten Landes an den verlassenen Häusern verúbt werden. 5 N

Ss E atraihon der Königl. Landdrostei hieselbst vom 8. und 9, d. M. sind, zur Sicherung des raschen Fortgangs der an den zerstörten Deichen vorzunehmen- den Arbeiten , Versügunyen getrof Die Aemter sind angewiesen, zum Hauen des zu den Nothdeich- Arbeiten in den herrschaftlichen Forsten anzuwei|endeu Holzes die erforderlichen Arbeiter, und zu dessen Trans-

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porie nah den Bauplähzen die nöthige Anzahl Fuhren

Poft i, E B