1825 / 44 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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net werden? Wird denn nicht ein dringendes Bedúrf niß gefühlt, unsern Geseßen den religid\sen Charafter, den sie so ‘lange entbehrt haben , endlich zu geben ? Längst fordert die öffentliche Meinuñg ein Geseß wider die Heiligthumsschändung , hat si< hierúber auf das unzweideutigste in den Kammern, in den Departemet- tal- Versammlungen , in den höchsten Gerichtshöfen der Monarchie ausge\prochen. Der Minister führt hier zwei Erkenntnisse der Kön. Gerichtshöfe zu Toulouse und zu Bordeaux an, die ganz in diesem Sinn abge: faßt sind. „Wenn aber , fährt er fort, sih die allg:- meine Meinung so deuclih ausspricht, so kann die Res- gierung dazu nicht taub sein. Das Geseß geht auch nicht zu weit, wie von einem Redner (dem Grafen Molé) behauptet worden is. Eine bloße Súnde fann und foll das Geseß nicht. bestrafen; wenn aber die Sünde sich durch äußerliche Handlungen fund thut, die einen Frevel gegen die Gesellschaft ausmachen, #o wird sie ein Verbrechen, und muß von Arme der Gerechtig- feit erreicht werden fönnen. Eben so wenig ist dies Geseß ein Eingrisf in die Charte. Die bisherigen Ge- seße strafen die Störungen jedweden Gottesdienstes, und hierdurch sind alle Neligionen in so weit gleich- mäßig ges<hüßkt, als sie ein gleichmäßiges Juteresse ha- ben. Die katholische Religion hat aber Mysterien , die ihr ganz eigenthümlich sind, und man fann jag:n, dap sie in dem bisherigen geseßlichen Bestimmungen den Schuß “nicht gefunden hat, dessen sie vermdge ihrer Ei- genthúmlichkeit wirtlich bedarf, während die Übrigen Religionen durch die vorhandenen Ge]:he wirklich hin- reichend geschüßt sind. „Was endlich die vorge}chlagenc Milderung der Strafe betrisse, so fônne er sich nicht dafür erflären , indem man, wenn die Hei- ligthums|chändung für das größte Verbrechen angesehen wird ; nichr dafúr eine Strafe bestimmen fônne, die mehrere Grade unter der höchsten Strafe zu stchu fkom- me. Diese Ansicht sei auch von jeher die herrschende gewesen; da ‘schon die Geseßgeber in Acgypten und Athen den Heiligthumsschänder, den Meineidigen , den Gotteslästerer der höchsten Strafe wúrdig gehalten hätten. Jn Rom sei, vor dem Christenthume chon, der Hgi- ligthumsschänder wie der Vatermörder mit wüthenden Thieren in einem Sack gebunden in die Tiber gestürzt worden. Die Verhandlungen wurden am 19. U 4 4 fortgeseßt.

Es hac si< hier ein Verein zu Gunsten der Grie- den gebildet. Jedermann, der eiten jährlichen Beitrag von 50 Fr. unterzeichnen will, fann demselben beitreten. Ein Ausschuß von 20 Mitgliedern besorgt die Korrespon- denz uud Leitung der, zum Zweck der Wirksamkeit des Vereins gereichenden Geschäfte. Folgetide Perjonen sind Mitglieder dieses Ausschusses: Hr. André Cottier, der Graf vou St. Aulaire, der Vicomte vou Chateau- briand, der Herzog von Choiseul, die Hru, Benj. De- lessert, Firmiu Didot und Eynard, der Graf Matthieu Dumas, der Herzog von Fißb- James, der Graf von Harcourt, die Herren Lafitte, Laine de Villeveque 2c. Durch die Bemühungen dieses Vereius ist bereits der

Absch{uß einer Anleihe bewirkt worden, welche sich auf

0 bis 15 Millionen Nominal - Kapital beläuft und in, auf den Juhaber lautende Obligationen von 2000 Fr. getheilt - ist. Nach dem desfallsigen Vertrag kann die Anleihe binnen hier und dem 30. Septbr. d. unter denselben Bedingungen auf deu doppelten Betrag erhöht werden. Durch eine Unterzeichnung an welcher lediglich die Mitglieder des Ausschusses Theil genommen, ist so viel zusammen gekommen, als zu Bestreitung der Er- ziehungsfosten auf 6 Jahr für eine Auzahl juager- Grie- ea erforderlich ist, und dur< cin an deu Prôfidenten der griechischen Regieruug erlasseues Schreiben ist. der: selbe ersucht wordeu, eine Auswahl solcher jungen Grie- hen zu treffen , deren Familien sich in dem dermalizen

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Kampfe am meisten ausgezeichnet haben und dieselh na< Paris zu senden. , Y

Auch an der nördlichen Kúste von Frankrei zu Calais, Boulogne 2c. hat die Sturmfluth am 4 sich zu einer seit 25 Jahren nicht statt gefundenen Höhe erhoben und mancherlei Schaden angerichtet. :

Lucian Murat befand sih, wie die Etoile mel det, zu Gibraltar, um, wie er sagte, sich nach vg vereinigten Staaten zu begeben. Auf spanischem Ge, biete ergriffen, ward er verhaftet und nach den Gefäng, nissen von Algesiras gebraht. Bei seiner Ankunft e selbs ward er von dem General Jos. O’Donnel vernom men/ der ihm nicht verhehlte, daß er von Madrid Ve fehl erhalten habe, ihn, sobald erx das spanische Gebict betrete, verhasten zu lassen.

Zu Berichtigung der, von liberalen Blättern gege: benen unrichtigen Nachrtchten über Vorgänge in Ori nada melder die Etoile, daß der General - Kapitain D. Vincçcente Quesada sich des ihm ertheilt gewesene Befehls, den Marquis von Ofalia zu beshúßen, geht rig encledigr und die Versuche mehrerer Meuterer fráf: tig vereitelt habe. Weit entferut, ihn deshalb zu tadely habe vielmehr der König von Spanien ihm seine Zu [riedenheit bezeigt und ihm erlaubt nah Madrid y fommen, um heine Aufwartung zu machen. \

Rente 103, 15 40: ; :

London, 11. Febr. Gestern machte Graf Liverposl im Oberhause die Motion „auf Ernennung eines Auss<us jes zur Untersuchung des Zustandes von- Jrland, insen derheit in Beziehung auf die Umstände, weiche zu Un ruyen in jeuem Theile des Vereinigten Königreichs ge- führt haben möchten „// „welche. nach einigen Erinne gen des Grafen v, Darnley , Marquis v. Landsdow und der Lords Holland und King genehmizt wurde,

Im Untcrhause kfúndigte am Sten Hr. Maberly zum 3, März eine Motion wegen Aufzebung der festu Taxen an.

Vorgestern wurde das Unterhaus nicht vollzählig,

Den bèi weitem größern Theil der Sißung ven

22 Uhr, ohne zu Ende zu kommen, füllte die Diseussion iber den Antrag des Hrn. Goulburn zur Einbringung ciner Bill zur Verbesserung der Gesebe in Bezichun auf gesezwidrtge Vereine in Irland, worüber alle daran cheilnehmende Mitglieder äußerst lange Vorträge hielten, Hr. J. Smith erklärte, daß wenn die vorzuschlagendèn Maaßregeln auf Verkürzung der bürgerlichen Recht des Volkes von Jrland hinauslaufen jollten, er si censeiben bei jedem Anlasse entgegenlegen werde (Hört!) Hr. Abercromby: Ju dem Gesühl, daß dem Volke Jr lauds nun und nimmer sein Recht werde iwviederfahreu éónnen, so lange ihm nicht seine Emancipation zugt standen werde, und daß alle andern Maaßregeln wedit Hossuung no< Nußen gewähren könnten, werde er mit allen Kräften dem Vorschlage des hochgechrten Herren sich widerjeßen (Lauter, langewährender Beifall.) Sir H, Paruell: Éin Eingriff der Regierung in diese! Hinsicht. werde, da er für sich allein nichts bezwe>en tónne, zu immer gewaltthätigeren führen müssen (Hôört!), Hr. L. Foster sprach fúr den Autrag. Hr. J. Williams entschieden dagegen. Hr. Peel hôchst ausführlich dafür und sebte sich unrer lautem und allgemeinem Beifall,

gewendet worden.// (Lauter Beifall )

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die dur< Affiliation oder Correspon- zusammenhängen, Cide t autorisirt sind, oder Personen we- Bekennruisses ausschließen, ven dem Geseß erreicht und ihm unterzogen wer-

des Katholischen Vereins inister von wenigiteus neun wo aber

Gesellschaften, t anderen Geselz nich hres Reli hlagenen Bei Hinwegräumung würden die K. M Volfs unterstüßt worden sein ; enden Geiste der Unpar- da muß die Zustimmung mein werden.‘/

die Times, Assoziation esto betrúbender zeigt sie wir stèhen nicht länger an, Meinung dahin olchen Ge/

venz mi abnehmen,

heilen des Maaßregel im offenlteg feit ausgeführt wird»

naße völlig allge e Mehr, fatholische

sich die Frage entwif- sih von allen Set:

unsere ungern ge- daß die Fort- ellschaft, die si<h das genaueste úber jedes einzelne AÄndivi- des Königs an- st unter der Leitung von Per- ¿ger Gewalt úber ihre cigenen uder die dev t damit enden muß, alle Frland umzustoßen. ( lobenswerth und nüß- nicht auch zu {chlech- enden? sind sie nicht dem Willen orfen, für deren storrischen Eigen- elbst niht Búrgschafst leisten darf nux allein dem hôch- weil die Nas: t mißbrauchen sellte, die Jedermann fennt, und die Gegen die Gewalt der Asso- anke dar. Wir geben es lung dieses Uebels würde die Emanzi- Spiel einmal gewonnen, so ist die Spieler würden die und jedes Anzeichen her Gesinnung würde sich all-

auszusprechen , dauer ciner | ind ausgedehnteste Recht von 6 Millionen hrend sie selb ven steht , die weit wen leidenschasten welche ihnen gehord>) und jedes Ansehen in daß ihr Zweck billig, solche Werkzeuge

Unterthanen mat

Volksmenge,

wahr sein, z ih warz aber sind ten Entzwecfen anzuw von Menschen unterw in Niemand sie |\ Eine solche Gewalt, ouvernement auvertraut werden im Falle dieses seine Mach Schranfen besißt, vermann anwenden fannu. ziation bietet sicl hu, die beste ation sein.

» fein Schr

Wâáre das s mehr als wahrscheinlich , farten aus den Händen ler Laune und aufrühreris mâhlig verlieren.

Unglúücklichherwei]e

verwichener Nacht und zwar bis diesen Morgen un

ist aber das Uebel ein selches, eigenthümliche Bösartigkeit und dliche Heilung, für eine Sißunaga Die Emanzipattion Das Parlament fönnte, gegen welche die gt ausspricht. sie selbst diesen Tadel hre Jrländischen Zei: ob sie ihre

Ir fa- daß die Ka-

Schádlichfeit , jede grün wenigstens, unmög fun nicht. ausgeführt werden, feine Maßregel durchseßen, drittische Nation sich fast verein! vir den Katholiken sagen , sh zugezogen, tungen aufgebr Vedrúckungen einste>en un jn ihnen, neiu. tholifen in Jrland hre moralischen Hülfsquellen vereinigten, Wünsche zu erreichen; es w

lich gemacht ha

fo sind lia Uno 1 acht gegen uns, und sragen, d shweigen sollen ? Es war billig und recht, und in England ihre Talente und um den gro- ar untadel- welche Kraft in einer und die Anschuldigung, als wären <lugen, aber sie haben diese nússen dafür leiden. e Behinderung

jen Zweck ihrer haft, daß sie Vereinigung ruhete/ îe unter sich uneins, nieder] hre Kraft mißbraucht, und 1 atholiken haden durch die eigen dem Reiche eine Natioualwunde beige- Reich hat

der Welt zeigten,

fmanzipation das vercinigte das Recht, die D

eigenen titwirfkung aller seiner Un- Verwaltung der öffentlichen Angele: Dieser Grund is es, Stimme zur Ver- erheben.

Ihm folgte Hr. Denman mit einer langen Erörterun „daß es eine der ungerechtesten , unbegründitsten und wie er sicher glaube verderblichen Maaßregeln sei, die jemals in diesem oder irgend einem Christl. Lande a

Wo0hlfahre terthanen, bei der (enheiten zu fordern. vor allem andern vermochte, unsere theidigung der farhoiiichen Emanzipation zu Da wir uns aber genöthigt sehen, dieje fúr jeßt n wir die Katholiken, welche ihre 7 Merden sie sich unterwerfen, bis die ge zung gestilir worden ? oder wollen sie

Der Courier sagt: „Jm Allgemeinen gesprochen, f werden alle Gesellschaften in Yrland, die mit dem An \pruche, auf Abhülfe von Beschwerden zu würken, si eine bleibende Dauer geben und Geld sammeln, um cine solche continuirlihe Aústalt zu unrterhalten und

geben , so frage tif jet sein wird genwärtige Ausfrei

einen Krieg führén, den fortzuseßen unbezweifelt in ihrer Macht steht, indem sie das armselige Landvolk Jrlands, zu un- geseßlichen Ausschweifungen, zu nächtlichen Mordthaten n. Verheerungen anreizen? Wir wollen nicht die Frage untersu- hen, welche besondere Vortheile das Arláudishe Land- volf sich dadurch versprechen kann, daß es die Befehle Anderer zu seinem eigenen Verderben ausführt. Die Wahrdgeit ist , daß dem Jrländischen Bauer die Eman- zipation praftisch nicht näher angeht, als den Bauern in Yorkshire ; scin großes Interesse ist, durch das Ges seß beshüßt zu werden. Gerechtigkeit auf gradem und offenem Wege zu erlangen beides sicherte ihm Jr- lands Gouvernement lange schon, ehe man von einer Assoziation hôrte, und während die fatholischen Herren von den Sißen im Unterhause ausge|<lossen waren, wie sie es noch jeßt sind. Wir wollen aber nicht mit den Katholiken über ihre politischen Rechte streiten ; wir sind mit ihnen einverstanden: der Zwist unter uns beruht nux darauf, welche die s{nellste Art sey, diese Jechte erfülle zu sehen, und deshalb wünschen wir den Katholiken denen wir auderwárts chou gejunde Rathschläge, wiewohl vergeblich, mittheilteu zu vers stehen zu geben, daß wenn ihr wirklicher Wunsch er- folgvelle Erlangung, und nicht beunruhigender Aufruhr ist, dann ihre wahre Politik ihnen heis<ht, die Gemü- cher der Protestanten in England zu versdhnen. Kön- nen wir für jeßt nicht die Gewährung des Gutes erlangen , welches wir ihnen ertheilt sehen möchten , #0 ist unser nächster Wunsch, ihnen zu der Erlangung des- selben zu helfen, sobald die Umstände einen solchen Ge- genstand begünstigen. Ihre eigene vorherrschende ge: waltjame Hestigteit hat eine fernere Geduld nothwen- dig gemacht , handeln sie endlich mit Weisheit, suchen sie die Eriangung eines Gutes nux allein auf dem Wege, auf welchem es zugänglich ist; wollten sie aber das Geses mit eigener Hand ausüben, daun werden wir für uns selbst sowohl als ihrentwegen darum trau ern, dáß sie die Folgen solcher Handlungen tragzn müssen.

Vom 12. Februar (úber Paris). Jn der gestri gen Sißung des Unterhauses waren die irländischen Vereine dex alleinige Gegenstand der Verhandlungeu und ‘obwohl die Sißzung bis halb 2 Uhr Morgens dauerte, kam man doch noch nichr damit zu Ende.

Der fatholische Verein hat in Dublin- eine Ver- sammlung gehalten, um Über dic ihn bedrohende Gefahr zu rathsch:agen. Man beschloß, durch den Grafen von Donouighmore dem Parlament eine Bittschrift überrei- hen zu lassen, des Endes, daß eine Untersuchung der Statten der Gesellschast angeorduet werde, che manu durch ein Geseß über deren Existenz bestimme.

Wir habea nuordamerikanische Blätcer bis zum 19. Jan. erhalten. Der Präsident Monroe hat eine Bot\chaft au den Congreß gerichtet, worin er das Ver- langen ausspricht, daß im Augenbli seines Abtvretens von der Staats - Verwaltung eine {strenge Untersuchung úber seine Geschäftsführung, insonders über die Ver- wendung der dentlichen Gelder erôffnet werden möge. Der in dieser Botschaft herrschende biitere Ton, läßt vermuthen, daß Hr. Monroe gegeu die von seinen Fein: den ausgesprengteu ehrenrührigen Gerúchte schr empsind- lih ist. Ju ‘Folge dieser Botschaft ist ein Aus\<uß von 7 Mitgliedern exnannt worden, welcher demnächst dem Congreß Bericht erstatteu soll,

Der Prásident hat die Ratifikation des Traftats mit Rußland angezeigt. Durch denselben wird von die- jer Machr in Einverständniß mit den vereinigten Staa- ten, die Demarcations-Linie auf der Nordwestküste von Amerika auf den 54sten Grad 40 Min. nördlicher Breite festzelebßt. :

Ju den Amerikanischen Blättern findet fich keine Erwähnung des Sicegs, welchen, wie von anderex Seite

Gry ragte E M e Pr RET s y ú E