1825 / 51 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

sen, alles auf seinen ursprünglichen Plaß wieder hinzu- thun, man habe es versäumt, «und ein Jahr später sci die Revolution von Neuen ausgebrochen. geachtet stimmt der NRedüier im Allgemeinen für“ das Geseß. Herr v. Salaberry unterstüßt das -Geseß und beweiset mit vieler Sorgfa!t, wie nüßlich dasselbe den jeßigen Eigenthümern von Nationalgütern sein wird. Jch selbst, sagt der Redner, bin unpartheiish, - denn wiewohl / ih ausgewandert bin, obgleih mein Vater und-i< selbst verurcheilr wurden, so fann i< von der Revolution nur das fordern, was mir die Monarchie nicht wiedergeben fann, den Kopf meines Vaters. Herr Dúpont (de PEure). Endlich erndtet Frankfk- rci<h die bittern Fruchte des Wahlen: Ges:bcs vom Jahr 1820. Die Cbarte ist ‘nur no< ein Trugbild, nur das . Verbindungsmittel zwischen der Aristokratie und der

Ministermacht. Dieser Entschädigung werden no<h an- dere folaen: zuerst wird der Clerus fommen, bewaffnet mit dem fürchterlichen Geseß des Sacrilegiums. . . (Ausbruch ‘des Mißfallens zur Rechten, —: Zur Ord- nung Sie beschimpfen die Pairsfkammer 2c.; auch er wird'an dem reichen Gastmahle, das Sie- bereiten, “Theil nehmeu wollen, Die Emigrirten selbst, werden sih, wie Jhnen schon ein Redner gesagt hat, mit dem gegenwärtigen Geseß nur für den Augenblick begnügen. Die Emigration will man belohnen? Aber es weiß Je- dermann, daß die Emigrirten, ‘um die Mitwirkung Oesterreichs zu erlangen , - die Abtretung eines Theiles von Franfkrei<h versprochen hatten. .. . (Zur Ordnung, zur / Ordnung.) Der Redner stimmt \{ließli< gegen das Gele. —- Der Präsident fordert den zunächst ein- geschriebenen Redner auf, das. Wort zu / nehmen, viele Stimmen rufen aber, zum Schluß, andere verlangen die Vertagung bis auf den folgenden Tag, was denn endlich auch statt findet.

Reute. 104. 55 bis 104. 75.

London, 19. Febr. Im Unterhause machte Herr Brougham gestern den früher angekündigten Antrag, Abgeordnete des katholischen Vereins zu Dublin vor die Barre des Hauses zu lassen und zu vernehmen , ehe man über die, gegen diesen Verein gerichtete Bill ver- handle. „Wollen wir etwa, sagte er unter anderem, die Reclamationen der Katholifen mit den. kfränkenden und hdöhnenden Worten erwiedern: roir wollen über Euch Urtheil sprechen, aber Euch nicht hôren! Wie, gere<ter Himmel, wäre: das ‘der Enipfang, den wir den Bitten von 6 Millionen Menschen angedeihen ließen. Seit wann spricht man in England Urtheil ohne vorgängige Vernehmung. Die Folgen einer Úbercilten Entscheidung sind so \chre>li<, daß selbst die Glieder, welche .für die Einbringung der Bill gestimmt haben, nicht. minder ‘als wir verlangen müssen, sich alle mögliche Aufklärung zu verschaffen. Bei einer Menge analoger Umstände hat das Parlament nie versägt, die interessirenden Theile zu vernehmen. Wem in der That in diesem Hause ein aufrichtiges Verlangen waltet, die Gemüther auszu- sôhnen, fo hat sih nie eine günstigere Gelegenheit dazu geboten. Die Männer, die sich nah -den Pforten des Hauses dräáugen, nm vor Jhnen Gehör zu erlaugen, sind in so hohem Grade die Deposirarien der aligemei- nen Stimme, daß bei deren Zulassung vor die Barre

man sagen fönnte: ganz Jrland stehe. vor : Jhnen.

Herr Wynn sprach gègen die Zulassung der katholischen Abgeordneten; es würdcn sonst,- meinte er, alle möôg- liche Vereine die Barre des Hauses belagern und vór fommenden Falls: gehört sein wollen. Der Admiral York erklärte seinen Unwillen darüber, daß die Verfech- “ter der Katholiken die Regierung fortwährend mit der Rache von 6 Millionen Menschen zu- bedrohen schiènen. Der General-Anwaltr erklärte, daß, da der. katholische Verein ungeseßlih und verfassungswidrig sei, dessen Abgeordnete nicht zugelassen und angehört werden fönn-

Dessen un--

209

[ten Herr Rice suchte zu beweisen, daß frühere Fi vorhanden wären, - die«zu Guusten der Zulassung | iiländischen Deputirten sprächen. „Unter der Regi rung-des Königs Anna‘, sagte er, und ls hierauf 4 ziemlich allgemeines Gelächter erfolgte, fuhr er fort' „j Königin Anna, wollte ih sagen, ich hatte mich y sprochen , -do<h nein, ich hatte mi<h nir versprochq habn denn -niht auch die Ungarn gesagt: Moriamj »ro Rege nostro Maria Theresiíia! (allgemeiner Bj fall) Unter jener Regierung also und selbst unter d Regierung Georgs 1k. sind fatholishe Deputationen y die Barre des irländischen Parlaments gelassen word Wenn man die jeßigen Deputationen zurückweisti,

wird die desfallsige Verantwortung auf's Ministeri } fallen. Der- Minister Peel erklärte darauf, daß diese Verantwortung gern auf sich nehmen wolle. D Parlament músse mit der Zulossung an die Barre s máßig verfahren; man werde sih entsinnen, wie e Philantrop mit den Negern von Antigoa vor der Baz habe erscheinen woslen; und am Ende werde es, wey man hierin nachsi<tig sein wollte, so weit fommen, d die Radicalen mit dem Verlangen einer Parlament Reform vor dem Hause selbst erscheinen. Bei | Abstimmung wurde Herrn Broughams Antrag mit 2 gegen 89 Stimmen verworfen.

Einen úberzeugenden Beweis für die Núßlichl einer freiern Einfuhr von fremd&u Metallen liefert i Erfolg der Herabseßung des Einfuhrzolls auf Seil Obaleich dêr Einfuhrzoll auf rohe Seide -erst seit di 1. Mai von 55 Schill. auf 3 Pence pr. Pfund her g’selzt wurde, so ist doh von jener Zeit an bis jeh verglichen mit einem vorangegangenen Zeitraume v aleicher Länge, die doppelte Quantität Seide verarbei! worden. Wie vortheilhaft. (bemerkt deshalb cines unse Blätter) würde es nicht sein, wenn man der britischen F dustrie gestattete, die jährlich aus Deutschland kommen ungeheure Quantität Zink, die gegenwärtig in ihr! rohen Zustande nach Jndien versandt wird, zu verl beiten. Es liegen in diesem Augeublicë 15,000 Toi von besagtem Metalle in den London Docks; der Pr desselben ist ungefähr 20 Pf. St. pr. Ton, währ derjenige des Kupfers von 80 bis 140 Pf. St. i Die “edlen Metalle dürfen frei eingeführt werden , wi rend die núßlichen Metalle fremden Ursprungs, wel Millionen Menschen im vereinigten Königreiche chäâftigen fônnten, dur< auferlegte Zölle, welche ein Verbote gleichen, verbannt sind. Wir hoffen, daß | Minister ihre Pflicht thun und eine -sih so- widersp! chende Politik abändern werden.

Consols 932 #.

Karlsruhe, 23. Febr. Die erste Kammer ha! sich gestern unter dem Vorsiß ihres Präsidenten, & Hoheit: des Herrn „Markgrafen Wilhelm, - versamm um die Deputation zum Empfang Sr.- Königl. Hoh des Großherzogs bei der morgenden feierliche Eréjfnui des Landtags zu wählen, Die nach der Dicihenfol durch das Loos hiezu bezeichneten Mitglieder sind ? Herren Fröhlich, v. Neveu, v. Kettuer, „v. Kleil Provisorische Sekretäre - wurden dio beiden - jüngst Mitglieder, die Freiherrn v. Gemmingen und v. Rü!

Die zweire Kammer hat die Prüfung der Wa) aften fortgeiezt. Die vorgestern gewählten Mitglied der Deputation sind die Herren Abgeordneten Dühmi Roth, Steinmann, Schnebßler und Sulzberger.

Heute um 10 Uhr ist Gottesdienst in den Stal firhen der beiden <ristlihen Konfessionen; Se. Köui Hoheit der Großherzog werden demselben, mit dl Prinzen des großherzoglichen Hauses und Allerhöch ihrem Hosstaat, in der evangelischen. Stadtkirche bi

wohnen. Múnchen, 23. Febr. Gestern Abend wurde d!

dem hiesigen Kirchhofe die Leiche des am verslossen

Îdur< Magaziniren des Getraides-, etwa durch

203

Sonnabend. den 19. Febr. an einem Schlagflusse dahier verstorbenen Generallieutenants Franz von Elbracht, Ricepräsidenten des Generalauditoriats, Kommandeur des f. Max - Joseph - Ordens 2c. unter Bezeigung der cinem Range gebührenden ‘militärischen Ehren zur Erde hestattet. /

d Vom Main, 24, Febr. Das Churfärstl. Hessische Ministerium des Jnnern hat durch die vier Regierun: aen die 22 Kreisäámter des Landes aufgefordert, mit Beiziehung der Polizei - Kommissionen und der Mitglie- der der landwirthshaftlihen- Vereine, die unten folgen- den Fragen zu beantworten ‘wovon wir die zahlreichen nter - Abtheilungen weglassen).

4. Beschränken sich die niedrigen Preise auf das Getraide, oder erstre>en sie sich auch auf andere Erzeug- nisse der Landwirthschaft ? : I, : 92. Jst die Ursache der gegenwärtig niedrigen Preise ur in den reichen Erndten der leßten Jahre zu suchen, demnach nur als vorübergehend zu betrachten ?

3. Wenn die Frage unter 2. nur zum Theil zu be- jahen ist, demnach auch bleibende Ursachen anzunehmen sind, welches sind diese Urjachen, namentlich in Chur- hessen und dessen nächsten Umgebungen? Hiebei wird unter anderm gefragt: Wie läßt si<h die Erscheinung reimen , daß die Bevölkerung seit Einführung der Schuß: vocéen, und somit die Konsumtion bedeutend zugenom- men, die Branntweinbrennerei sich erweitert, und den, no<h Bedarf, Verzehr und Handel im Junern des Lan- des sih nicht vergrößert, sondern verringert haben?

Aus den Erörterungen der wahren Ursachen des gegenwärtigen bedenklichen“ Zustandes wird sich dann er- geben, ob es Mittel gebe, wodurch die Staatsregierung denselben abzuändern oder zu erleichtern vermöge, und erwarten Wir darüber geeignete Vorschläge. Dabei ist aber zu berücksichtigen, daß die Beförderung des Han; dels Über See nicht in der Macht eines Staates stehe, und eine Verminderung der Abgaben der Unterthanen, so. wie eine Verwandlung derselben in Fruchtabgaben unthunlich sei, und sih namentlich darúber zu äußern:

A, Jn wiefern auf Verminderung der Production auf irgend eine Weise einzuwürken räthlich und möglich seiè, insbesoudere 1) dur< Beschränkung des Kartoffel: baues und der Fabrikation aus Kartoffeln; 2) durch Aenderung der Wechselwirthschaft, und 3) Erzwingung und Beförderung des Anbaues von Handels- und Ge- werbspflanzen ?

B. Wie der wenn der Ueberfluß von

Absaß zu befördern seie? und zwar 1) vorübergehender Art wäre, Bildung on Privargesell|<haften, auf dem Wege von Aktien, und wenn dieses der Fall wäre, ob sih im Kreise Un ternehmungen dieser Art erwarten lassen; wenn aber 2) der Ueberfluß wenigstens zum Theil bleibend erscheinen sollte, ob, und wie auf größern Verbrauch im Innern und dur<h Ausfuhr zu würken sey? :

Stockholm, 18. Febr. Se. Maj. der König ha- ben sich ‘eine Uebersicht der steigenden Bevölkerung Schwedens seit 1748 vorlegen lassen , die vou Hrn. v. Leyonmär> mit dem unermüdetsten Eif:-r zu Stande gebracht worden ist und die erfreuli<h(ten Resultate ge- währt. Man hat den ganzen Zeitraum in drei Ab» schnitte, jeden zu 25 Jahre getheilt. Jm Jahr 1748 betrug die Volkszahl in Schweden, mit Aus|<luß vou Finnland: 1,756,482 Köpfe z im J. 1775: 1,950,797 K. im J. 1798: 2,5553 298 K. und im J. 1825: 2,667,457 K. Die Zahl der Ehen war 1748: - 512,5543 im J. 1773: 351,172; im J. 1798: 427,250; tm J: 1825: 477,656. Die Bevölkerung ist also nach obiger Angabe in den verfloßnen 75 Jahren jährlich im Durchschnitt um 12,680 Köpfe gewachsen. Dor Zuwachs ist jedoch gtôßer, jemehr man si< unsrer Zeir nähert, wo der Einfl ¿ß zunehmenden Wohlstandes, vermehrten Cultur

und der Schußblattern-Jmvyfung immer merklicher wird. Fin J. 1810 war die Volkszahl 2 Mill. 377,150 K., im J. 1820 : 2‘ Mill. 584,690 und sie hat sich seit der Ankunft des Königs wenigstens um 350,000 K. ver- mehrt, da im Jahr 1823 die Mehrzahl der Gebornen gegen die der Gestorbenen 42,192 ausmachte und ver- floss:nes Jahr, für welches aber die Bevölferungslisten noch ni<t zu Stande sind, wenigstens eben #o viel be- tragen-hat. Höôchstwichtig ist die Blatternimpfung ge- wesen. Im Jahr 1779 starben an den Blattern über 15,000 Menschen, 1784 über 12,000, 1800 gleichfalls úber 12,000, 1go1 Über 6000, 1822 aber nur 11, uud 1625 nur 37.

Im Fahr 1825 wurden in Stocfholm 2705 und in den Provinzen 95,554 Menschen geboren. FJunner- halb 26 Jahren ist in Stocéholm die Zahl. der Gebor- nen nicht größer gewesen und in den Provinzen hat sie sih nie so hoh belaufen. Die Zahl der Gestorbenen hat dagegen im Jahr 1825 hier 2315 (lo gering war sie seit 1816 niht) und in den Provinzen 53/254 be- tragen, wie sie seit 25 Jahren nicht war.

Der König hat jeine aufmerfsame, väterliche, über jeden Zweig der Verwa!tung wachende Sorgfalt auch no< auf einen audern hôchstwichtigen Gegenstand ausgedehnt. Seit lange war die Errichtung einiger Correctionsháu- ser befohlen, wo man bemúht war, die sittlichen Anla- gen jener Unglücklichen zu verbessern, di* eine vernach- lássigte Erziehung in der Kindheit zu Verbrechen und. Unordnungen verleitet hatte. Das Schwedische Vol ist bekanntlich fcomm und brav, und bei dem rauhen Clima des Landes an Arbeitsamfkeit und Thätigkeit ge- wöhnt. Daher kommt es duch seinen Character den Bemühungen der Regierung bei ihren Bestrebungen bestens zu Hülfe, Die Zahl der Verbrecher ist im Ver- hältniß zur Bevölkerung in Schweden weit geringer aís anderwärts. Die Zahl der verurtheilten Verhafteten beläuft sih noch nicht auf.g00, und derjenigen, die we- gen polizeilichen Vergehungen und Herumtreiberei ge- fangen slben, nicht über 700. Demungeachtet war die Aufsicht über das Gefängniß bisher unter verschiedene Verwaltungszweige zerstreut, so daß der Dienst merk- lih darunter litt. Deshalb hat nun der König eine General-Direction der Gefängnisse ernannt, welche- Al- les, was die Disciplin und Oeconomte der Gefängnuiß- und Correctionshäuser betriffr, unter sich hat. Sie be- steht aus einem Mitgliede des Staatsraths, dem Gra- fen von Löôwenhjelm, einem Mitgliede des obersten Ge- richtshofs, Hrn. v. Mannerstam, und einem Mitgliede des Staatscomptoirs, Hrn. Tunelius. Außerdem hac auch no<h der König die Bildung einer -Gesell chaft zur Verbesserung der Gefängnisse genehmigt, die ersten M-t- glieder derselben ernanux und sich selbst zum Beschäber der elben erklärt. Der Kronprinz wird das Präsidium derselben führen. Man veripricht sich von dem wohl- thätigen Einflusse derselben, gewiß mic vollem Rechte, sehr viel Gutes, da ihr täglih der Zutritt zu den Ges- fängnissen ofen steht und sie vorzüglich für die Wieder- aufnah me gebesserter Ströflinge in die menschlihe Ge- jelljchaft Sorge tragen wird. Hier, in Stockholm, soll ein Correctioushaus errichtet werden, wo die Verhaftes- ten nicht bloß Gelegendgeit erhalten werden / durch ent- sprechende Arbeit für ihre Bedürfnisse zu jorgen , son- dern auch noch etwas für die Zeit, wo sie wieder auf freien Fuß fommen , zurüzulegen. Achnliche wohlthä- tige Maaßregeln sind auch für Norwegen befohlen wor- den, und zu dem Ende bereits eine Committee in Chri- stiania gebildet, an welcher der General: Procureur von Falseu , der Hofmarschall, Baron von Wedel-Jarlsberg, und der Professor, Dr. Holst, Theil nehmen. j

Rom, 12. Febr. Die Anzahl der P:lgrimme iu dem Fremdenho\pize bctrug im Januar 536 Personen, darunter 446 Máuner, und 90 Fraueusperj}onen.