1825 / 57 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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lungen über das Entshädigungsgeseß fortgefahren. Herr Düparc schlug vor, daß die Entschädigung auch súr Renten gegeben würde. die auf Grundstücke fundirt wa- ren. Er: stú6t seinen Antrag darauf, daß “in mehréren richterliheu Urtheilen dergleihen Renten als IJmmobi- lien angesehn worden sein. Dieser Vorschlag wurde vom Minister des Jnnern und von Herrn Par- dessús befämpft, indem hierdurch das eigentliche Prin- zip des Geseßes, welches ledigli<h auf eine Entschädi- gung für verlorenen Grundbesiß gehe, verrúckt werden würde. Der Vorschlag des Herrn Düparc wurde auch mit einer großen Stimmenmehrheit verworfen. Der Präsident verlas nun den zweiten Artikel des Geseßes, welcher bestimmte Regel, zur Feststelung der einzelnen Entschädigungssummen, giebt. Bei dem Verkauf von Emigrirten- Gütern ist nämlich zwiéfah verfahren wor- den: das Geseß vom 12. Prärial des 8ten Jahres der Nepublifk verordnete, daß jedem solchen Verkauf eine Schäßung des reinen Ertrages des Gutes im J. 1790 vorangehen. sollte. Fúr jedes Gut, welches nach diejem Geseße verkauft worden ist, soll nun die Entschädigung ] aus einem Nominal - Kapital (in dreiprocentigen Ren: ten) auf Höhe dec zwanzigfachen Ertrages im J. 1790 E bestehn, Für alle Güter aber, welche vor jenem -Ge- seße verfauft worden sind, und wo also eine solche Schäßung nicht stact gefunden hat, soll das Nominal- Kapital der Entschädigung dem Preise gleich sein, zu welchem das Gut verkauft worden ist, und zwar mit Rüäcksicht auf den damaligen Werth der dafür in Zah- lung gegebenen Assignaten, nach den vorhandenen Ent- werthungstabellen dieser Papiere zur“ Zeir des Zuschla;- ges. Die Kommission har zu diesem Artikel nur eiue wesentlihe Veränderung vorgeschlagen, dahin gehend, daß ein Reservefonds gestiftet werde, um die unmöglich zu vermeidenden Ungleichheiten in dên einzelnen Ent- schädigungen, so viel wie-es thunlich ist, wieder auszu- gleichen. —= Nach den bestehenden Gewohuheiten mußte nun vont den 21 Amendements, die außerdem vorge- \chlagen sind, zuerst das Amendement zur Berathung fommen, welches am meisten von dem Gescbentwurfe abweicht. Dies 1 ein Vorschlag des Herru von Le- zardieres, Nach demselben soll, nach einer anzulegen- den Tabélle, die ganze Entschädigungssumme auf die einzelnen Departements verthetlt, sodann die eingezoge- nen Güter gegenwärtig abge|<äßt, als Werth derselben der hundertfache Betrag ihrer Grundsteuer im- J. 1814 angesehen, uud hiernach die Entschädigung in den ein- zelnen Departements auf den ihnen zukommenden An- theil an der ganzen Summe, nah Maaßgabe des Wer- thes der Güter angewiesen werden. Herr von Ma r- tignaf. Die Regierung hat keinesweges die sih hier darbietendeu Schwierigkeiten verkaunt, und würde gern gesehn haben, daß ihr ein vortheilhafteres Vertheilungs- mittel, ‘als das von ihr vorge\chlagene, gezeigr würde. Die Idee des Hrn. v. Lezardieres ist indessen durch aus unausführbar. Die Grundstücke sind schon beim ersten Verkauf in 450,000 Theile und späterhin noch viel mehr zersplittert , die einzelnen Parcelen aber gäuz- l¿<h umgewandelt worden. Wo ein Schloß zu „sehen war, steht jeßt eine Hütte; wo ein Wald stand, sichr man jeßt eincn Aker. Unter unsern Augen, in dieser Hauptstadt, sind aus Gârten und Häusern Straßen geworden. Wie ‘aber in dèn Steuerlisten dieser neuen Grundstücke die ehemaligen Besißungen wieder heraus- finden? Das Améndernent wurde noch von mehreren Rednern angegriffen, von andern und. besonders von Herrn v. Beaumönt- vertheidigt, der zwar einräumte, daß selbiges nichr alles ausgleiche, dagegen aber behaup- tete, es sei viel zweckmäßiger, als der Vorschlag des Ministers. Diésen griff er besonders an, und sagte, der Zufall alicin werde. der Vertheiler der Entschädigung

2.26 weniger geben, als ihm zufomme.

wird aber nicht sondertich tröftlih für diejenigen s die nur ein Viertel dessen erhalten, was ihnen gebüh [wenn man zu ihnen sprihe: Jhr könnt zufrieden denn die Masse ist befriedigt, und Jhr gehört Masse. Man fann si<, fuhr er fort, nicht mit wissenheit entschuldigen, niht einen Jrrthum vorgeb: denn man würde, wollte man den Artikel des Ges vorschlages annehmen, Recht annehmen. Ein willkührlicher Jrrthum ist gj eine Ungerechtigkeit. Die Kammer ging am 28. q einander, ohne rücfsichtlich des gedachten Amendem etwas entschieden zu haben.

Alle Tagblätter, sagt die Etoile, nicht nur die sigen, sondern auch die Provinzialblätter und [lbs ay wärtige, haben sih das Wort gegeben, große Neu keiten zu verbreiten, Der Londoner Courier sprach 4 stern von einer Kriegserklärung der Vereinigten St ten gegen Spanien (S. Art. London), und der C rier srancais sagt, Generals Jackson zum Präsidenten, dieses Gerücht y

daß die -Jusel Cuba si<h fúr unabhängig erklärt u mit der mexicaniscen Regierung verbunden habe. Das Memorial-Bordelgis: spricht- von“ bevorstehender. A kunfe mehrerer französischen Regimenter in Spanien.

laud sich dur< einen Vertrag zur Wiedercroberung

land, Einigen zufolge, die Balearischen Juseln , ol nach Auderen Kalifornien abtreten werde. Das Jo! nal des debats ist geneigt, an eineu Kongreß hieselt| zu Fassung eines Beschlusses hinsichtlich) der neuen an rifanischen Staaten zu glauben. Alle diese ‘Neui keiten (fügt die Etoile hinzu), welche ohne Zweifel eit den, werden das Schicksal ïo vieler anderen von du selben Tagblättern aufgetischten Nachrichten haben, w geben deshalb den Lesern jener Blätter den Rath, (h

Allgemeinen alle Neuigkeiten der Art einer Probe wv etlichen, Tagen auszuseßen; dies wird fie vou der U heilen, ferner daran zu? glauben. -

Der König von Portugal hat, wie die Li bonner Zeitung meldet, das Entlassungsgesuch des lei! hin interimistis< zum Minister der auswärtigen Aug legeziheiten ernaunten Hrn. Pinheiro - Ferreiro - auz nommen und an dessen Stelle, ebenfalls einstweili Hry, v. Mello ernannt.

Papavoine hat gestern gegen das über ihn gefäáll Todesurtheil Appellation eingelegt. Rente 1035: 25 105. 35.

London, 26. Febr. Gestern erfolgte nah einig! Debatten die dricte Lesung der Bill wegen der gesd widrigen Vereine in Jrland. Sie ging mit einer M jorität von 130 Siimmen- (226- gegen - 96) durch.

Am vorigen Mittwoch haben der Capitains Frau

zu Liverpool, Unter dem Zuruf einep - großen Meuß Volés, für ipre Entdeckungsreise eiugeschifst, : Die Fonds sind heute etwas gesunken;

Courier, in Folge des verbreiteten Gerüchts ,

Krieg erklärt hätten.

Das Befinden des Ministers. Canning bessert sil von Tage zu Tage z doch kann er no<h nicht ausgehen Der französilche Gesandte Prinz v. Polignac ha gestern im auswärtigen Amte mit dem Kanzler di Schaßkammer Geschäfte gehabt.

Consols 93, F. È.

sein; er werde dem Einen viel mehr, dem Andern viel

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Will-man, sagte, sich damit begnúgen, die Masse zu befriedigend, |

„sei

geflissentlih einen Jrrthum

\porden.-

daß vielleiht die Ernennung h

anlaßt hatte. Der Judicateur von Bordeaux mel

Der Konstitutionel will wissen, daß Spanien und Ru

Amerika verbunden hätten, und daß Spanien ai Ri

gen Kasseehaus- Pólitikern zuan Zeitvertreib dienen wi

Meinung über so viele Ereignisse aufzuschieben und it

lin und Dr. Richardson si<h am Bord. des .Colombi

nach dal daß dit vereinigten Staaten von. Nordamerika Spanien des

rússel, 28. Februar. Aus -dem Bericht der E úber den Geseßvorschlag in Betreff ei- ¿s Credits von aht Millionen zum Zweck der -Her- ellung der Fluthverheerungen u. s. w., worüber heute je zweite Kammer entscheiden wird, geht hervor , daß lle Sectionen ihre Zustimmung gegeben haben, nur hat an erachtet, es dürfe in dem Geseße ‘nit gesagt erden, daß die Gelder auch zur Linderung des Schick? (ls der unglücklichen Opfer dienen sollen ; dies wurde vorsichtig genannt, weil es den Eifer, durch freiwil- ge Gaben zu Hülfe zu fommen, abfühlen fônnte. ine andere Section war der Meinung, daß man bes Ee und wohlfeiler dur<h eine Privat-Anleihe gegen 1 yCc, zum Gelde fommen föôunte. Endlich ist erachtet daß das Geseß von allen Unfällen, die si ährend der. Session ereignet, sprechen müsse, so daß ie in Nord-Brabant erlittenen mit einbegrissen würden, s ist au<h der Wunsch geäußert worden, daß der zwei- ¿n Kammer seiner Zeit von e Verwendung der Gel- echenschaft abgelegt werde.. | G me die erste: unter diesen Bemerkungen hat die egierung geantwortet: sie glaube sich nicht mit Her- tellung aller (Deich-) Schäden befassen zu mússen,- sou- ern bloß mit denen, welche nach den bestehenden Ge- eben für ihre Rechnung seien, Es sei nothwendig, Deich-Collegien Unterstühung und Vorschüsse zu leisten nd au< von allgemeiner Wichtigkeit, Familien, die (les verloren haben, wieder zu Brod zu helfen, so weit je freiwilligen Gaben etwas zu wünschen übrig ließen. (uf die zweite: daß- man sich, nach dem Geseßentwurf, ¿e Gelder na< und na$ und nach Maaßgabe des Bee ürfnisses werde verschaffen können, um jo mehr, da dér dis weniger belästigend ausfallen werde, als durch ein rivat: Anlehn. Auf die dritte: daß man diese Maaß- egel als außerordentlich für ein außerordentliches Un- angesehen haben wolle und daß die Schäden in Nord - Brabant, von S S Section spreche, nicht onders schwer gewesen leien. l l E De eterubez 1. Márz. Gestern Vormittag ge- uhten Se. Königl. Hoheit der Großherzog den Depu- ationen beider Kammern, welche zur Ueberreichung ver Danfadressen der leßtern beauftragt waren, Audienz u ertheilen. Jn der am 26, v. M. gehaltenen 2ten iung der ersten Kammer legte der Regierungs Kom ¡issár. Staatsrath Bch eine Uebersicht der Einnahmen nd Ausgaben der Amortisationskasse von den Jahren

ammer , daß. die dem großherzogl. Sraatsministcrium vorgelegten Bemerkungen des landständischen Ausschus- es úber die Prüfung der Amortisations-Kasse für das Rechnungsjahr 1823. in dem landständischen Archiv de- jonirt seien, um ‘der. Budget Kommission vorgelegt zu verden. Zugleich ertheilte er Nachricht von dem zu uterstüßung: der dur< die außerordentliche Ueber- <wemmung im vorigen Spätjahr verunglückten Men' Achen und zu Herstellung der Staatsbauten mit Geneh- igung des gerade versammelt gewesenen ständischeu (us\<hu}es gemachten Staatsanlehen von 700,000 f. Die zu Prüfung -der“ Vollmachten der gewählten Mitglieder ernannte Kommission erstattete hierauf Be- iht Âber das Resultat ihrex Untersuchung. - Die Kam- ex erflárte nah dem Antrage derselben sämmtliche Wahlen für: gültig. N e R 27. Sehr. Die Kammer der Abgeord- eken hat gestern dur< eine Deputation Sr. Maj. dem Könige angezeigr , daß sie fonstituirt sei. Die Depu- ation wurde von Sr. Majestät hôchstgnädig, und mit en Aeußerungen- des allerhöchsten Vertrauens auf die Einsicht und Treue der Kammer, besonders in der ge: enwärtigen shwierigen Lage der Finanzen , aufgenom en. Heute begann die Wahl der Aus|[<üsse, wodur {<) ils Mitglieder des ersten oder Gesebgebungs- Ausschusses

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821, 1822 und 1823 vor, und eröffnete zugleich der

gewählt wurden : Freiherr v. Leonrod, Kiliani, Hohen- egger, v.- Reindl, Ctar, v. Dresch, v. Holzshuher, Rud- hardt, v. Camuzzi. kh Vom 28. Februar. Se. Maj. der König ha- ben den 2,. Márz als den Tag der feierli<hen Eröffnung der landständishen Sißungen festzuseßen geruht.

Dit gottesdienstlihe Feier wird morgen, St, Michaelshofkirche statt haben. i

Wien , 26. Febr. Ucbermorgen tritt Se. Durch- laucht der- Fúrst Metternich die Reise nah Paris an, um seine Gemahlin, deren Gesundheit sehr s{<wanfkend geworden ist, zu besuchen. Die Reise des allerhö<h<- sten Hofs nach Jtalien wird erst nah den Osterfeiertas geu statt finden, a

Vom 2. März. Die Klagenfurter Zeitung ente hált folgenden Auszug eines zuverlässigen Schreibens aus St. Veit vom 25. Februar: „„Jun der Nacht vom 20. auf den 21. d. M. ereignete sih bei uns eine Na- turersheinung, die in unserem Alpenlandt zu den sehr seltenen gehöôret, und darum einer Erwähnung verdient z es waren dies mchrere Erderschätternngen, die sich in Zwischenräumen. von mehreren Stunden folgten. Schon um halb 1 Uhr um Mitternacht hôrte man ein dumpfes Getöse, welches miteinem Beben der Gebäude und des Erdbodens verbunden, jedoh nicht von bedeu- tender Heftigkeit warz um halb 4 Uhr Morgens aber folgte eine Erschütterung, die mehrert Secunden anhielt ; die Thiere ängstigten sich schon einige Secunden vor dem Eintreten dieser Erscheinung, die Vögel in den Käfichen flatterten heftig, die Hunde winselten und drängten sih zu den Betten ihrer Herren, die Pferde sprangen und stampften in den Ställen ; endlich ließ sich ein dumpfer aber heftiger unterirdi]<her Donner hören, die Erde erschütterte- sich in deutlich wahrnehmbareu Schwingungen, die Fenster klirrten, die Glöckchen in den Zimmern und an den Thüren läuteten, und Alles wurde von einem bangen, beängstigenden Gefühle aufgeschre>t. Um halb 7 Uhr Morgens den 21. wiederholte sich diejes Phánomen zum dritten Male, jedo< nicht stärker als das erste Mal. An den Gebäuden siud zwar keine be- deutenden Beschädigungen geschehen, denno<h waren die Spuren dieser Erschütterungen an mehreren geborstenen Oberböden und dergl. bemerkbar. Das Barometer zeigte gleih nah dieser Begebenheit keine bemerkbare Ver|schie- denheit gegen vorigen Tag, schwankte auch nicht heftig, und stand imwer einige Linien über . den mittiereu Stand. Die Richtung dieser Erderschütterung fann nicht mit voller Gewißheit angegebeu werden, sie schien aber von Südwest gegen Nordost zu gehen. Auch hatte dieselbe, lo viel bis nun befannt geworden, feine be- deutende Ausdehnung, da man dieselte nur durch das Glanthal bis gegen Wieting und Eberstein stärker bes merkt hat. Diesen Naturersheinungen folgten am 24. Abends halb 7 Uhr und in der Nacht gegen halb 12 Uhr noch zwei kleinere Erschütterungen, worauf heute Morgetis etwas Schnee fiel, ohne daß das Barometer sich in seinem Srande bemerkbar geändert hat.‘ - Turin, 19. Februar. Der König hat den Grafen Paolo Francesco di Sales zum. außerordentlichen Ges sandten und bevollmächtigten Minister am faiserl. ruj-

en Hofe ernannt. tg L 19, Februar. Die Räuberbanden werden vou den päbstlichen Karabinieren so. thätig verfolgt, daß man von der Bande des Gasbarroue die sieben verwe- gensten Spießgesellen gefangen har. Einer derselbeu côdtete seinen Ranbgenossecau, und ergab sich dann auf Disfretion. Man hat Gasbartoni’'s- Dolch gefunden. Der mit Gold und Silber prächtig eingelegte Griff war an mehreren Stellen mit Blut befle>t. j

Neapel, 12. Febr. Der König ist mit dem Her- zog von Calabrien, D. Ferdinando, und dem Fürsten von Capoa, D. Carlo, vom Schlosse Catvi hier wieder

in der