1825 / 58 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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eingetroffen. Vom 14. Von den Mördern, welche im Jahre 1820 den General-Polizei-Direftor in Neapel, D. Francesco Campietri , getôdtet hatten, wurden die- ser Tage zwei auf dffentlihem Plabe hingerichtet, und mehrere andere zur Kerfkerstrafe verurtheilt. Gestern hatte der f. f. ôsterreihishe Botschafter, Graf von Ap- poney, die Ehre Sr. Maj-stät in einer Audienz das ei- genhändige Glückwünschungsschreiben seines Souverains zur Thronbesteigung zu übergeben.

Drontheim, 9. Febr. Jn der Nacht vom 1. auf den 2. d. fand hier, in Folge eines heftigen Sturms aus Westen, eine Uebershwemmung statt. Das Wasser stürzte Über die Bollwerke auf die Nordseite der Sand- straße, so daß der Boden, worauf die Häuser standen, zusammenstürzte und die Häuser niedergerissen werden mußten. Die arbeitende Klasse hat am meisten durch die Ueberschwemmung gelitten; doch ist glücklicherweise fein Mensch dabei ums Leben gekommen. :

Bei Stavanger ist der Heringsfang seit einigen Tagen sehr reichlih ausgefallen. Von den Anhöhen außerhalb jener Stadt bemerkte man eine Menge Wall- fische, ‘auf welche denn auch aufs thätigste Jagd ge- macht wurde. /

Túrkey. Die Allgemeine Zeitung giebt folgendes Prrvatschreiben aus Semlin, vom 17. Febr. Fürst Milosch hat über die Ereignisse in Servien an das hie- sige Generalfkemmando die unten folgende Communika- tion gemaht. Im Widerspruch mit dieser wichtigen Erklärung, die ziemlih deutlich auf weitverbreitete Ver- zweigungen hindeutet, bebauptet man in Belgrad, es streiften noch einzelne Jnsurgentenhaufen in Servien herum. Abschrift: „„Hochwolgeborner Herr! Euer Hochwolgeb. werden bereits von den Unannehmlichkei- ten, welche dieses Land unlängst heimgesucht haben, un- terrichtet sein. Sehr überzeugt, daß alles, was zum Wohle dieses Landes und zum Meinigen dient, Sie interessirt , beeile ih mi<, Jhnen von allen diesen Un- annehmlichkeiten in einigen Zeilen nähere Kenntniß zu geben. Es fanden sih mehrere Menschen , welchen die Ruhe, deren ih und dieses Volk in kritischen Zeiten s)seit Jahren genossen, ein Dorn im Auge war, und welche nichts sehnlicher wünschten, als auf irgend eine ersinnliche Art dieselbe zu erschüttern , und mich und dieses Volk gegen die hohe Pforte“ in Aufstand zu brin- gen. Viele Jahre arbeiteten diese Menschen immer fort daran, mich zu einem Bruche mit dieser Macht zu bewegen. Sie konnten sih bei mir aber feines Erfol- ges erfreuen, und mußten ihre Pläne und Vorschläge scheitern sehn. Nach diesen fruchtlosen Anstrengungen griffen sie endlich zu dem Mittel, den Distrikt von Se- mendria und einen kleinen Theil des von Kragojevaz zu vermögen , mich mit Gewalt, und mit den Waffen in der Hand, zur Erklärung gegen die Pforte zu zwingen. Da ich aber zu gut das Jnteresse dieses Landes kenne, und Ruhe und Ordnung liebe, auh fünfmalige Auffor- derungen zur Ruhe und Auflösung der bewaffneten Bandén nichts vermochten, #o entschloß ih mich unter Gottes Beistand, mit bewaffneter Hand die Ruhe her- zustellen. Es gelang, und einige zwanzig Aufrührer, nebst dem Haupträdelsführer, dem Ex - Priester Miloe Popovics auch Diak genannt, und seinem Bruder Mi- lics, wurden lebendig gefangen, und in. Gegenwarc der Verführten erschossen. Die übrigen entwaffnete man, und stellte somit die Ruhe her. Der Handel wird nun wieder den Weg gehen , den er vor dieser Störung ge gangen ist, Jch bitte dieses zu Jhrer eigenen Kennt- niß zu nehmen, da Ew. Hochwolgeboren daran liegen muß, davon unterrichtet zu sein. Jch habe die Ehre

mit Hochachtung zu verharren Milosch Obrenovics, 9 jaz von Servien. Kragojevaz, den (1) 13. Febr. 1825, Nach einem Schreiben aus Smyrna vom {1 Jan. ist der abgeseßte Seraskier Derwisch - Pascha y den Griechen: bei Armiro, im Meerbusen von Velo, fangen worden. Der Bei von Castri hat seinen gti chischen Unterthanen erklärt, er sei nicht mehr j Stande, sie zu beshüken, und sie könnten daher hi ziehen, wo sie wollten, Es heißt, Patras habe f ergeben, und die Garnison als Geißeln die zwei Neff des Mustapha - Bei nebst zwei Aga’s angeboten; | Griechen boten als Geißeln einen Neffen des May Bozzaris nebst vier andern angesehenen Person Nach deren Auswechslung gingen aus der Festung zn Deputirte nah Napoli di Romania, um mit dem $ reftorium die Kapitulations-Punkfte zu verabreden. Nach einem Schreiben aus Smyrna vom 31. J machte Jussuf Pascha nach der Ankunft einer aus Y veja- angefommenen Expeditiomw, aus 31 mit Trupy und Munition beladenen Schiffen bestehend, - ein Einfall in das Junere von Morea, und drang bis 6 stun, 14 Meilen-von Patras, wohin er sodann ny vieler Beute und zahlreihen Gefangenen zurück gi

Jm Dezember famen zu Napoli di Romania. ¡ns

Griechenfreunde aus Amerifa an, wurden abet y Präsidenten Conduriotti falt aufgenommen.

Ein Schreiben aus Naxos vom 9. Dezember n def, daß die griechische Regierung den Erzbischof di Insel, den sie geheimer Einverständnisse mit dem $ pudan-Pascha beschuldigte, habe nebst seinem Archi verhaften und nah Napoli dk Romania führen lasst Es wurde ein neuer Erzbischof gewählt, der aber (

tonate 250 Piaster ah Napoli di Romania zur |) terhaltung seines gefangenen Vorfahrers schien muß,

Triest, 19, Febr. Wir haben feine neuen direkt Nachrichten aus Morea, allein- eben eingehende Brii! aus Venedig von gestern melden, daß sich dort | Sage von der Uebergabe von Patras an die- Grie) verbreitet habe. Die hiesigen Griechen sehen der Y stätigung dieser wichtigen Nachricht - mit Sehnsucht en gegen.

Königliche Schauspiele.

Mittw. 9, März. Im Schauspielhause. Die unt brochene Whistparthie, Lustsp. in 2 Abtheil., von Schall. Hierauf: Strudelköpfchen, Lustsp. in Aufzug, von Th. Hell. (Mll. Carol. Bauer: Bertha)

Wegen Unpäßlichkeit der Mad. Komitsch, fann| Schauspiel : Torquato Tasso, an diesem Tage ni gegeben werden.

Donnerst. 10. Im Schauspielhause: Die 0 fangenen, Lustsp. in 5 Abtheil., nah Plautus, (N einstudirt.) Hierauf: Die eifersüchtige Fra Lustsp, in 2 Abtheil., nah dem Engl, von Koßebue.

Meteorologische Beobäôchtungen., Barometer | Therm. | Hygr. | Wind|

7. März A. 28° 4|—1°“ 72° S, 8. Márz |F. 289 5‘|—150] 77? | SO. |hell, Wolken, F M, 28° 6'|4+3°% | 56° SO. |bett, Wolken, Wi

Witterun,

sternhell, Frost |

Gedruckt bei Feister-

Redacteur Joh

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Preußische Staats-Zeitung.

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«Mg 58.

Berlin, Donnerstag,

1, Amtliche Nachrichten.

E Kronik des Tages.

i Berlin, den 10. März.

Des Königs , Majestät hoben am 5. d. M. _dem dniglichh Neapolitanifhen Gesandten, Herrn Marqguis on Gagliati, einé Audienz zu ertgeilen und aus den ánden desselben das ihm von Seiten Sr. Majestät s jeßt regierenden Königs beider Sicilien, Franz des I., 1gegangene neue Beglaubigungsschreiben entgegenzu- hmen geruhet. Da Se. Mäjestät dem gedachten Monarchen, glei<h nach seiner Thronbesteiguug, die )rden Jhres Reiches zugesandt hatten und Se. Sici- anische Majestät Allerhöchstdenselben darauf die Kô- iglih- Neapolitanischen Orden überschickr habe, so nd die Insignien dieser Orden Sr. Majestät gestern on dem Herrn Marquis von Gagliati in einer dem- elben zu diesem Zwecke abermals bewilligten Audienz berreiht worden. |

Im Bezirk der Königl. Regierung

Arnsberg ist der bisherige Prediger Theodor drocéhaus zu Rúggeberg zum Pfarrer der evangelischen emeinde in Kierspe und der Kandidat Heinrich Seiden stúcfer aus Soest zum Pfarrer der. evange- i<-lutherishen Gemeinde in Ostdônne ernannt ;

zu Danzig ist der evangelische Pfarrer Grzywacz m Losendorf als Prediger nah Tiegenhof bestätigt.

IL, Zeitungs - N ahrihten. Ausland. i

Paris, 3. März. Die Deputirten-Kammer veschäftigte sih in der vorgestrigen Sißung immer neo it dem Amendement des Herrn von Lezardieres. Hr. Calèmard von Láäfayette griff es an, indem er be- hjauptete, die Abschäßung- des Werthes der Güter nach der Steuer - Rolle von 1824 würde eine noch viel un- zleihere Vertheilung der Entschädigung nach sih ziehn, ils wenn man den Vorschlag des Ministerii annehme. Er bezog sih deshalb auf die allgemein bekannte Un-

den 10ten März 1825.

gleihheit, die in der Vertheilung der Grundsteuer herr- [hz2, und die man, umigeachtet aller Bemühungen, noch nicht habe vertilgen fönnen. - Er fáhrte ferner an, diè Comwmnissionen in deu einzelnen Departements, denen, nach Herrn von Lezardieres, die Vertheilung der Ent- schädigung anvertraut werden sollte, würden viel Hin- dernisse bei der Ausführung finden, und es würden nur wenig Persouen geneigt sein, Mitglieder derselben zu werden. Hr. v. Labourdonnaye machte auf Nachtheile des von der Regierung vorgeschlagenen Vers theilungsmaaßstabes aufmerksam. Es ist befaunt, sagte er, daß bei den dur<h das Geseß von 1790 befohlenen vorläufigen Ab\chäßungen nichts als Betrügereien- und

- Winfkelzúge statt fanden. Die Administracoren waren

in der Regel entweder selbst Käufer der eingezogenen Gúter, ode- sie standen mit den Käufern in genauer Verbindung. Die Beweise dieser Verschleuderung des dffentlihenun Guts wurden auch damais dem Convente vorgelegt, und fräftige Maaßregeln gegen diejenigen veranlaßt, die sich solche Güter für einen Spottpreis hatten [zuschlagen lassen. Mit den Maaßregeln gegen Einzelne nicht zufrieden erhob sih aber Baraillon und sprach: „„¿Jhr bemüht Euch umsonst, die Republik von diesen Räubern des Gemeingutes zu reinigen, wenn Ihr den Raub nur theilweise oder mittelbar angreift. Von einem Ende der Republik zum andern muß deshalb die Sturmglocfe geläutet werden. Vermöge allgemeiner Maaßregeln muß man sie angreifen. Strenge Exempel muß man statuiren, auf daß es feinem wieder beifalle, diese schändliche Bahn wieder zu betreten. Nur um diesen Preis kann man. Ruhe und Ordnung gewinnen; denn wie föônnten re<htshaffene Bürger in einer Ver- brúderung mit Bösewichtern leben, die mit Blut be- fle>t, dur< Plünderung reich sind.//. J< kann mich nicht überzeugen, daß die Vertheilung gerecht sein würde, wenn man sie auf jene traurige Grundlagen stüßen wollte. Eben so fehlerhaft ‘ist die von der Regierung vorgeschlagene Maaßregel, - einer einzigen Commission das ganze Geschäft anzuvertrauen, diese föônnte faum in dreißig Jahren mit der Liquidation einer Entschädi- gung fertig werden, auf welche die Emigrirten dreißig Jahre gewartet haben. Der Redner bemühte st{< nun, die Vortheile des Vorschlages des Herrn Lezardieres hervorzuheben, und stimmte s<hließli< dafür. Der Finanzminister versicherte, er würde gern sich mit der Kanimer vereinigen, um Se. Majestät zu ersuchen, andere Vertheilungsnoriuen zu- bestimmen, wenn si<{< Regeln zeigten , die den vorgeschlagenen vorzuziehen seien, Der in Frage stehende Vertheilungsmaaßstab sei es aber nicht; wer in der That würde wohl ein Gut für- den. hundertfachen Betrag seiner Grundsteuer vers faufen wollen? Die Kammer würde entscheiden. Das Amendement wurde no< von Herrn Agier und

S R E H T T E E M L

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