1825 / 60 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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der dritten Depesche vom 22. Febr. wird angezeigt, daß die Unterhandlungen eine ungünstige Wendung genom- men haben. Wir hatten die elende und ungesunde Jn- sel geráumt, und die. Birmanen hatten gegen einige brittishe Offiziere, welche von ihnen eingeladen waren, ans Ufer zu kommen, eine verrätherishe Gewaltthätig- feit ausgeübt. Wir forderten Genugthuung dafúr, aber sie wurde. uns nicht gewährt, und mittlerweile waren 2 Korps der Birmanen nah der Sylhet-Gränze vorge- rúcft, und die Feindseligkeiten hatten ihren Anfang ge: nommen. Am 24. Febr. erließ die Regierung‘ in Cal- cutta eine Proklamation, in welcher sie alles das, was sie von dem König von Ava erlitten hat, herzählt, und die auf Befebl des Generalgouverneurs gegen die Be- sibungen jenes Monarchen statt gefundene Bewegung der brittishen Truppen anzeigt.

Wir führen daher (sagen die Times) einer -Jn- sel wegen, die buchstäblich nicht einen alten Schuh werth ist, und von deren Besiß in der Meinung der indi\hen Regierung die Ehre des brittischen Reichs ab- hängt, einen fostjpieligen Krieg. Eine Beilage zur Hofzeitung vom 23. Febr. eathält Auszúge aus den Depeschen des Generalgouverneurs in Sndien vom 14. Jul und 6. Sept. 13824 mit den Berichten über alle auf dem birmanishen Gebiete bis zum Eintreten der regnigten Jahreszeit statt gefundenen Vorfälle. Die vier ersten Depeschen haben auf die Ercignisse an der Chittagong- Gränze im Monat Mai Bezug, welche, ob- gleich von feiner entscheidenden Art, dennoch günstig für uns waren und genügende Beweise von dem Geiste und der Unternehmung unserer Truppen, verglichen mit denjenigen des Feindes, lieferten. Lieutenant Guy von den Seesoldaten, Oberstlieutenant Richards und Kapi- tain Horseburgh waren bei jenen Gelegenheiten die be- fehligenden Offiziere. Die fünfte Depesche ist von dem Brigadegeneral Campbell. aus Rangoon, worin er einen Bericht úber das Tressen mit den Birmanen giebt, welche lebtere am 2. Juli, 12,000 Mann stark, unsere Stellung angriffen, aber mic großem Verluste ihrerseits und unbedeutendem Verluste unsererseits zurückgeschla- gen wurden. Das folgende Dokument ist 11 Tage |\pàä- ter datirt, und gleichfalls von dem General Campbell, worin er die für den Feind schädlichen Folgen seiner Niederlage beschreibt. Die leßte Depesche ist von dem- selben General und stattet über die Expedition , den Syriam- Fluß hinauf, Bericht ab. Selbige endète be- fanntlih damit, daß der Feind, mit Hinterlassung eines großen Theiles seiner Kanonen und seiner Ammunition, seine Position verlie), General Campbell sagt darin, daß zufolge eines ihm zu Ohren gekommenen Gerüchts der Prinz von Sarrawaddy mit 70,000. Mann auf seine (des General Campbell’s) Stellung vorrücte.

Inland.

Aachen. Für das Gymnasium zu Düren wird gegenwärtig ein anderweites Gebäude, welches dem Zweck e Unterrichtsanstalt mehr entsprechen wird, einge- richtet.

Mit den Kandidaten, welche im Septbr. v. J. aus dem katholischen Schullehrer - Seminario zu Brühl ent- lassen worden, ist man in den Gemeinden, wo solche dermalen als Schullehrer fungiren, einstimmig sehr zu- frieden und wird die große Wohlthat, welche aus dem Bestehen des gedachten Seminarii dem Elementar- Schulunterricht erwächst, lebhaft empfinden,

Gedruckt bei Feister.

Für die Bewohner der RheinNiederungen „: wel( durch ‘die stattgehabten Ueberschwemmungen in Not

E T Rei 0 G m hiestgen Regiéerungsbeziff | 0 | i ; ; i ege Theilnahme bewährt. - Außer verschiedenen j S f { H Î derweiten Privatsammlungen belaufen sich die bei di Y l c U ß l \ < c da d j / E l U n Q.

Reg. - Haupt -- Kasse vereinnahmten milden Gaben d Bewohner des hiesigen Reg. - Bezirks auf den Gesammt betrag von 5491 Thlr. 26 Sgr. 9 Pf. Derselbe j dem für den Reg. - Bezirk Düsseldorf constituirten Cey tral - Hülfs- Verein für die nothleidenden Bewohner d Rhein - Niederungen theils überwiesen worden, thi wird solches für die nächste Zeit noch statt finden.

Die Bereitwilligkeit, welche die hiesigen Bewohn zur Erleichterung der Lage jener Unglücklichen hierdur zu erfennen gegeben , ist eine höchst erfreuliche E scheinung, als die Mehrzahl derselben in gegenwärtige Zeit auf Versagungen mancher Art eingehen muß.

___ Breslau. Die Gemeinde Lüssen Striegausch Kreises hat auf eigne Kosten, ohne Beihülfe des P trocinii, ein ganz neues; sehr geräumiges, in aller Y ziehung musterhaftes Schulhaus erbaut, und die Schi mit dem gehörigen Lehr Apparat versehen. '

Zu dem Neubau eines Schulhauses in Groß-Pety wiß Trebnikber Kreises, haben die ansehnlichen Baukost das Gräflich von Danfkfelmannsche Dominium mit F ui die Gemeinde mit 2 (nebst Leisturig aller Hand - uy Spanndienste) bestritten.

Die kleine und nur aus 11 Wirthen bestehen Gemeinde Crompusch Oelser Kreises hat bei dem ringen Einkommen des -dortigen evangelischen Schi lehrers, demsclben eine Verbesserung von 2 Schess 12 Meben Korn und 6 Thlr. 7 Sgr. Cour. an Geh Lewilligt.

Danzig. Die Bürger und Rentier Jacob ui Anna Fähdrichschen Eheleute in Elbing haben der da) gen evangelischen Kirche zu Heiligen - Drei - Königen t Kapital von 1000 Rthlr. nebst rückständigen Zinsen è von a 5 Prozent, geschenft. t

Minden. Eine Quantität Hafer ist für Hande äuser in Bremen aufgekauft worden, Bielefeld macht bedeutende Versendungen | von feiner Leinewand nas Frankreich. Garn findet fortwährend "nur zu gering Preisen Absaß. Dem Betriebe der Mühlenwerke, z. F dex Eisenhämmer und Papiermühlen im Kr. Büren | die gelinde Witterung und der Ueberfluß an Wass nicht unvortheilhast gewesen,

Mg 00.

Berlin, Sonnabend, den 12ten März 1825.

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Die Etoile vom 3. enthält bei Gelegenheit der De- batten úber das Entschádigungsgeleß folgenden Aufsaß:

Um das Jahr 696 der Stadt Rom wurde Cicero- durch die Ränke und die Gewaltthättgkeiten des Clos- dius gezwungen aus seiner Vaterstadt zu entfliehu. Dies jer Tribun ste>te das Haus seines Feindes in Brand, bemächtigte sich eines Theiles des Plaßes, auf welchem es gestanden hatte, und ließ auf den andern Theil eine Bildsäule der Freiheit seßen. Cicero drückt sich in dem zweiten Buche seines Werkes über die Geseße, rücksichts lich jener Frevel, folgendermaaßen aus: „„Kaum hatte ich Rom, -in Folge der Verbrechen einiger verderbten Bürger, verlassen müssen, so wurde auch die Religion geschändet und unsere - Götter selbst verfolgt; an der Stelle ihrer Altäre aber erhoben si<h Tempel zu Ehren der Frechheit.// Als nun der berühmte Redner vön seis- nen Mitbürgern war zurückgerufen worden, wollte er den Plaß, auf welchem sein Haus gestanden, wieder erlangen ; er vertheidigte sein Recht vor dem Priester- Gericht, und so entstand die herrliche Rede: pro domo sua, Clodius hatte ihn einen Verbannten geheißen, ¿Die Verbannung, antwortete Cicero , ist die Strafe eines Verbrechens oder die Folge eines richterlichen Ur- theils. Man fann aber eben so wenig behaupten, daß ich eines Verbrechens \{<uldig, als daß ein wirkliches Urtheil über mich gefällt worden sei. Will man meine Abreise als Argument gegen mih wenden? Jch habe aber nur der Gewalt nachgegeben, indem ih mein Vas terland verließ.// Die Priester gaben ein Urtheil ab, welches im Senat lange Debatten veranlaßte. Trok des Widerspruchs des Clodius und seiner Anhänger wurde entihieden: das Haus des Cicerò solle wieder aufge-- baut, und für scine úbrige Verluste ihm eine Ent- schädigung von Seiten des Staats gegeben werden. Die ganze Geschichte der Emigration spie- gelt sih genau ab in diesem Theile des Lebens des großen Redners, der anscheinend selbst die Emigration oder die freiwillige Verbannung -rehtfertigen wollen, in- dem er spricht: „Um des dffentlihen Besten willen dasjenige verlassen, was man nie geachtet oder geliebt hat, ist fein großer Beweis von Anhänglichkeit am Va- terlandez aber um dessenwillen die Gegenstände verlassen, von denen man sih nur mit dem tiefsten Schmerze los- reist, dies heißt, sein Vaterland lieben; denn man op- fert ihm alsdann seine theuersten Gefühle.// Es scheint, daß unter ‘dem Tribunat des Clodius die Rômische Freiheir viel Aehnlichkeit mit der Freiheit unserer neuen Republikaner gehabt hat. Hören wir an, was Cicero - hierüber: sagt: „Welcher Göttin aber hat Clodius mein Haus geweiht? Er nennt sie die Freiheit! Man hat ihr also mein Haus angewiesen, nachdem man sie aus der ganzen Stadt verbannt hat. Was! Man hatte die Unverschèmtheit, eine Bildsäule der Freiheit auf der

1 Amtliche Nachrichten.

Kronik des Tages.

acstehende Allerhdchste. Cabinets - Ordre : Auf. Jhren Antrag vom 22sten v. M. will Jch die Porto - Taxe fúr Courshabende Papiere dahin de- clariren , -daß nah $. 37. des Regulativs vom 18ten December v. J. für ausländisches Papier- Geld und alle Courshabende Papiere na<h dem : jedesmaligen Course in Preuß. Courant nicht ein- Viertel ;z sondern ein Zehntel des Porto für Sil- bergeld ($. 32. des-Regulativs) zu entrichten ist ; auch genehmige i<, daß Courshabende Papiere in recommandirten Briefen gegen die Brief - Porto- _ Taxe (s . 7. und $. 20. des Regulativs) unter der Bedingung mit der Retitpost befördert werden fôn- nen, daß der Jnhalt zwar ebenfalls richtig declarirt werden muß, von der Post aber dafür keine Ga- rantie geleistet wird.

Berlin, den bten März 1825. ged, Friedrich Wilhelm. n

n Staats-Minister - General-Lieutenant , Grafen von ottum und an den General-Postmeister v. Nagler, wird hiermit zur allgemeinen Kenntniß gebracht.

Berlin, den 140ten März 1825. General-Post-Amt.

Königliche Schauspiele. h Im Bezirk der Königl. Meran. ug ust i l: jz Magdeburg ist die erledigte evangelische Pfsarrslele Freit. 11. März. Im Schauspielhause: Belmon M eofebér g, a der Didzes Osterburg, dem Kandidaten

und Constanze, Singsp. in 2 Abtheilungen, Nes Predigtamts, Unger , verliehen, 6G

E TOE eRR E zu Stralsund is der Rector und Hülfsprediger

udwig Theodor Lappe zu Swinemünde zum Pa-

or zu Bodstede ernannt worden.

Meteorologische Beobachtungen. Barometer | Therm. | Hygr.| Wind] Witterung

9. Márz |A. 28° 72/ —1104] 570 O, i Frost, i II 3 eitung 3 i N ä <ri<ten.

10. Márz|F. 28° 73/|—37%] 70? | O, hell, dunstig, Fri M. 282 72/|4-2% | 57° | SO. [ven angenehm, |

Ausland.

- Paris, 5. März. Die Deputirten-Kammer jat in ihrer Sibung vom s: abermals eine Reihe von Verbesserungsvorschlägen zum zweiten Artikel des Ent- hâdigungsgeseßes verworfen , . die nicht wesentlih von en hon früher vorgebrachten Amendements abweichen.

Redacteur J oh!

S E CS G C U R cit ad R f Es dias I A A, g E EE 2 Sin c é Frté E eei A LA E E i A üt E E f L E: ¿A E MRE