1825 / 68 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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Obsckon (wie gestern gemeldet worden) einige der neuesten, aus Ostindien uns zugekommenen Nachrichten weniger gunstig lauten, jo wird do< im Allgemeinen die Hoffnung gegeben, daß der Krieg sich jeße zum Vor- theile der britti)<hen Waffen wenden werde. Aus Ran goon gehen die Nachrichten bis zum 22. October. Ein Detaschement unserer Truppen unter Obersilteut. Smith war beim Sturmlaufen auf die Birmanischen Verpfäh- lungen zu Aunaben und Keyfloo abgeschlagen worden, der Feind hatte es aber ungerathen gefunden, in diesen Leiden Stellungen einen neuen Angriff abzuwarten und war, nah dem Berichte des, mit einer stärkeren Macht wider ihn angerü>ten Brigadiers M'’Creagh, nah dem Dorfe Kaghahie abgezogen, das er ebenfalls auf Annä- herung unserer Truppen und zwar in großer Unordnung verließ. Uebrigens hatte Gen. Campbell Tavay und verschiedene andere Forcs auf der Küste von Siam er- obere. Man erwartete in kurzem eine entscheidende Schlacht, da die ganze Macht der Birmanen unter dem Fürsten Sirawaddy dem Heere des Generals Campbell Magnet zwischen Prangoon-und Ummerapoora Posto faßte. , Bekanntlich ging vor vielen Jahren die brittische Fregatte Lutine, die eine große Summe baares Geld am Bord hatte, unfern der holiäundischen Küste unter. Einige Jahre darauf wurden von dem gesunkenen Wrack einige achtzig tausend Pfund gerettet, welche natürlich die holländishe Negierung in Besiß nahm. Obgleich nun späterhin einige Engländer mit Taucherglocken nach Holland gingen, um no<h mehr des in den Tiefen des Meer-:s liegenden Goldes, ohngefähr no<h 2,000,000 Pf. St., zu retten, so wurde ihuen dies doch ntcht von der holländischen Regierung gestattet, weil, leßtere sagte, das Schiff zu einer Zeit untergegangen, als si<h Holland mit England im Kriege befand. Von dieser Weigerung hat nunmehr benannte Regierung in Folge einer mit dem Herrn Canning getroffenen Ver-

einbarung nachgelassen und zwei Engländer sind vor furzem nit einer Tauchergloke nah Holland gesegelt. Alles was von dem Wracke gerettet werden wird, wird

halb der holländischen und halb der eùglischen Regie- xung zufallen. :

Wir glauben , sagen die Times, es wird bekannt Fein, daß der Sclavenhandel gegenwärtig größtentheils unter französischer Flagge betrieben , uud so géschi>t von den Kaufleuten jenes Landes gesührt wird, daß ste in den meisten Fällen der Wachsamkeit der an der Küste von Afrifa stationirten englischen Kriege schiffe entgehen. Einige hierauf Bezug habende merkwürdige Thatsachen sind uns von einem Handels- Correspondenten mitge- theilt worden , die wir sehr gern bekannt machen, weil wir hoffen, daß sie dazu dieneir werden, diejenigen der dffentlihen Schande bloß zu stellen, welche auf diese Art der Gewinnsucht jedes menschlile Gefühl aufop- fern. Man versichert uns, daß die Seestadt Nantes im Westen von Frankreich der Fleck ist, wo die meisten Unternéhmungen , Sclaven von der afrikanischen Küste wegzuführen, unternommen werden, und wo es wenige Kaufleute giebt, die, Reichthum besikend, sih niht au< von der Habsucht und dem zu erwartenden großen Ge- winn, zur Theilnahme an diesem nihtswürdigen Han- del hinreißen lassen. Wirklich ist das System daselbst zu einer solhen Vollkommenheit gebracht worden, daß der Gewinn 3 bés 400 pCt. ist und die Unternehmun- gen zu 20 bis 50 pCtr.- Prämíe versichert werden köôn- nen. Der Unternehmer gewinnt also die drei - oder vierfahe Summe seines Capitals und die ganze Neise dauert selten lánger als 6 Monate. Wir empfingen vor einigen Tagen Nachrichten aus Cuba , aus welchen hervorgeht, daß daseibst das Nanteser Schiff Orphee mit mehr als 500 Scläâven an Bord angekommen ist.

Es heißt au<h , daß einige Kaufleute in Ancwerpen !

wie.

Theilnehmer des Gewinns und der Nichtswürdigkeit Unternehmens dieser Art sind, Die Capitaine der den Sclavenhandel- ausgehenden Schiffe unterhalten mit den Sclaven - Lieferanten am Ufer dur< Sig und durch diese erfahren sie, wenn alles zur Vers fung der unglü>lihen Neger bereit ist, und y die englischen Kriegsschiffe nah einem andern Yj der Küste gesegelt sind. Die Treue der Matres sichern sich diese Unmenschen dur<h Bestehung und du hohen Lohn. Wir fürchten sehr, daß, so lange di Handel durch einen so großen Gewinn anlot, Versuche der Regierungen, ihn zu unterdrücken, fru los sein werden.

Der Plan, von der Southwark - oder eisety Brücke eine 65 Fuß breite Straße nah dem Mansy House anzulegen, zu dessen Ausführung 600,000 Str. erforderlich sind, ist nunmehr gebilligt worden.

Wiesbaden, 12. März. Sr. Herzogl. Dur wurde am 4. d. M. nachstehende Adresse von der H renbanf überreicht : Uit

Durchl. Herzog, Gnädigster Herzog und Her!

Ein Zeitraum von sieben Jahren ist vorübergegu gen, seitdem Ew. Herzogl. Durchl. die erste Stän versammlung in hôchster Person zu erden geruht Die jeßt ebenso wiederholte hôchste Erdffnuung der zul ten Stände-Versammlung hat eine Erinnerung neu lebt, die wir sieben Jahre hindurch in treuem Hetj bewahrt und erhalten. Die erste Wahlperiode ist n vollendet. Eine zweite beginnt, und in den neuen Kri treten neue Wahlstäude ein. Was die. Wiedergewäh ten schon früher auf derselben Stelle gelobt, auch fi und getreulich gehalten, werden die Ne-eugewählten i der kommenden Zeit gleihmäßig bewähren. Wenn ti öffentlichen Einnahmen und Ausgaben von ‘den Beh den und Ständen geordnet, wenn erspart worden, t Ersparung mödgli<h, wenn man nie den Zweck und di Befugnisse der Stände aus den Augen verloren , so is hier und überall ‘auf dem Wege zum Guten Ew. Herzogl! Durchl, höchster Wille den Ständen“ vorausgegangu Indessen waltet jeßt eine harte Zeit. Handel und Gi werbe sind gelähmr, und der Grundeigenthütuer leid an dem Unwerth aller Produfte. Judem diesen jedo [chon einige Erleichterung geworden, und Ew. Herzog Durchl. der Zukunft noch mehr vorbehalten, geben ni uns auch diejer béruhigenden Hoffnung mit vollem W trauèn hin. Denn tief und unvergänglich, wie auf E gegraben, ruhen im- Gedächtniß der treu ergebenen dankbaren Stände die edeln Worte, welche Ew. Herzo( Durchl. vor sieben Jahren gesprochen: „daß nämlill Ew. Herzogl. Durchl. Wille und Bestreben stets un überall nur «durch das lauterste Wohlwollen für die Gi sammtheit uîd für die Einzelnen bewegt wird.‘

Wir ersterben in tiefster Ehrfur<ht Ew. Herzog Durchl. unterthänigst treu gehorsamste Mitglieder d Herrenbanf. : Graf v. Elz, Präsident.

Höchstdieselben geruheten hierauf zu erwiedert „Jh sehe sehr gerne alle Jahre die Stände mein! Herzogthums um mi< versammetkt, weil nichts mir al genehmer scin fann, als daß auch sie ‘oft Gelegenhä finden mögen, si< von Neuem von meiner unwandd baren Absicht zu überzeugen, úberall Ordnung zu han! haben, und die Zusagen zu erfüllen, die von mir frúhd schon den Ständen gegeben worden sind.‘

Hierauf wurde an demselben Tage die nac<folgénd Adresse der Landesdeputirtenversammlung hö<sten Ort übergeben: |

Durchl. Herzog, Gnädigster Herzog und Herr!

Eine neu gewählte, in Gefühlen und Gesinnung mit der abgegangenen eifersüchtig wetteifernde, Depw tirten - Versammlung widmet als Dollmetscherin - de Herzens-Regungen ihrer lieben und getreuen Mitbärgt!

E y L R L s i A L E C ia blt 4E Ce B E t i Gi E R E: 3 (4E FRe P. D. C IIE GIME (Ci ¿Le M IETEI Ae: T ¿N L E E T na in L SUR A 8 r 4 p Puh 4 ait PORE S E 3); R R E t I Kx Ci 12 h E S E Ie M 2 ahe R L: eA E e tet Wo T E En el

niß:

JFhrer Unterthan}

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die Ersilinge ihret Wirksamkeit den . Dank - und Ehr fur<tsöbezeigungen, die die in Höchster Person gnädigst vollzogene Eröffnung ihrer Thätigkeit, und eine nur Liebe, Weisheit und Huld athmende Eröffnungs - Rede vom Throne in ihr nothwendig anregen mußte. Sie fühle sich durch das: von Cw. Herzogl. Durchl. mit freu digen Gefühlen öffentlich ausgesprochene rúhmliche Zeug- daß die siebenjährige Thätigkcit der abgetretenen Versammlung ganz den Zwecken und Erwartungen, die sie hervorgerufen hat, entsprochen habe, in ihrem neu bernommenen s{<weren Berufe ermuthiget und gefräf- tet. Sie wird. bei: Erledigung ihrer Vollmacht gerne den Fußtapfen und Gtenzlinien folgen, die ihr durch diéselbe bezeihnet wurden, wohlerwägend : daß eben die von Ew. Herzogl. Durchl. gnädigst aufgezählten wohl- thätigen Resultate ihrer , unter der willfährigsten und einsichtsvollsten Unterstüßung der Höhernu Landesbehör- den, sieben Jahre hindurch in ruhiger Besonnenheit fortge“eßten Bemühungen ihr die sicherste Bürgschaft leisten fônnen, daß auch sie auf dieiem Wege und be- sonders bei den zum Voraus schon von Ew. Herzogl. DQurchl. huldreichst angeordneten vorbereitenden Ein!ei- tungen, dem Ziele ihrer Anordnung und Zusammenbe- rufung mit einiger Zuversicht sich nähern werde. Dem Vaterherzen Ew. Herzogl. Durchl. konnte wohl keine Wahrnehmung und Aeußerung innigere Wonne als jene géwähren, daß die Landes-Ausgaben von Jahr zu Jahr s< mindern werden, und daß neben den det Gults- Vésibern bereits hon zugewendeten Erlcichterungen nocl erfreuliche Aussichten zu einer größern Schonung der- selben vorhanden seien. Versicherungen der Art aus dem Munde eines tief fühlenden Landesfürsten, der nur im Wohle seiner Unterthanen das Seinige zu finden weiß, sind lindernder Balsam für die Wunden, die ein un- glúcliches Verhängniß dem größern Theile unserer Mit- bürger geschlagen hat. Möge es der Weisheit und un- ermüdeten Sorgfalt Ew. Herzogl. Durchl. gelingen, die deßfalls unseren Gewaltgébern erdffffneten freudigen Aus- sichten realisiren, und so den Andrang Höôchstdero liebe: vollen Herzens und das Bedürfniß geliebter Unterthanen befriedigen zu fönnen. Möge es aber auch uns vergönnt sein, den vertrauensvollen Erwartungen entsprechen, und dur< unser zwe>nübliches, ständisches Verhalcen auf irgend eine Weije die zärtliche Liebe und Sorgfalc danf- bar erwiedern zu fönnen, mit der Ew. Herzogl. Durchl. unermüdet das Beste der Gesammtheit- und eines jeden Unterthanen zu beherzigen, und nach allen Kräften zu erstrebel gewohnt sind. :

Wir erharreu in tiefshuldigster- Verehrung Ew. Herzogl. Durchl. unterthänigst treu gehorsamste Deputirten-Versammlung.

“Herber. ¿ûlfer. Brand.

Se. Herzogl. Durchl. geruhten in folgenden Aus- drücéen darauf zu antworten: „„Es gereicht mir zum be-

sondern Vergnügen wahrzunchmen, daß auch die neu

erwählte Depucirtenversammlung den Standpunkt ge- nau fennt, auf welchen sie in Ausübung ihrer ständé- hen Thätigkeit gestellt ist, und daß ih auf ihre thätige Unterstüßung meines Bestrebens, das Beste des Landes ju befördern, sicher zähleu kann.“

Aus der Schweiz, vom 9. März. Dem RNepre- sentantenrath des Kantons Genf ward am- 16. Febr. der Kommissionalberiht über die Angelegenheit der Festungswerke erstatter. Auch in der Kommission wa- ren die Meinungen getheilt , so daß von eilf verschiede- nen in derselben erörterten Vorschlägen feiner eine ent- <hiedene Mehrheit gewinyen mochte. Der dem Staats- Rath in Antrag gebrachte Plan begreift einige Re- duftion in den bestehenden Werken und der Kostenan- lag der erforderlihen Arbeiten ward auf 1,800,000 Genfergulden angegeben , die zur Hälfte vom Kanton, ur Hälfte von der Stadt Genf bezahlt werden sollten.

Die Kommission , weil sie. sich weder hicfür no< für etwas anderes vereinbaren fonnte, trug auf Vertagung der Erörterung bis ins Jahr 1831 an. Dér Berichter- statter bezeugte, -daß wie die Meinungen der Kommis- sionsglieder getheilt seien, so finden si<h auch die der Ingenieure getheil. Der Oberst Beaumont, um das Dußtkend der Vor]|c<läge. zu erfüllen , reichte einen zwölf- ten ein , welcher auf eine ungleih bedeutsamere Retuf- tion der Festungswerke antrug, so daß auf dem dadur gewonnenen Boden se<hs und funfzig neue Häuser er- baut werden föunten. Die Prüfung dieses Vorschlags ward der Kommission übertragen und die Erörterung im Representantenrath auf den 21. vershoben. Ju der, demnach am 21. begonnenen und am 23. und 25ssten fortgeseßten Rathschlagung wurden die beiden ersten Ar- tifel des modifizirten Geseßvorschlags , welche auf die am reien Rhoneufer erforderlichen Reparaturen und auf die Errichtung eines Pulvermnáägazins in der. Bâ- stion- du Cendrier Bezug haben , angenommen. Der dritte Artifel, welcher die Entscheidung Úber Fortbe- stand und Reduktion der Arbeiten auf dem linken Rho- neufer verschieben will, ward lebhaft angegriffen und s<wächer vertheidige. Die Meinungen bekämpfen si< mächtig. Die eine, welcher viele ältere Personen vor- züglich huldigen , verlangt die Beibehaltung und Repa- ratur aller bestehenden W.rfe und will nicht zugeben, daß zerstört werden soll, was die Vorfahren mit großen Kosten zu Stand gebracht hatten, was eine Schußwehr der Unabhängigkeit einst gewesen ist und es fkünstig wieder sein köunte. Andere, unter denen sich die ein- sichtvollsten Ingenieure und die besten Redner der Ver- jammlung befinden, glauben , es sei an der Zeit, dée verschiedenen Theile der Genferischen Festungswerke end- lih einmal in Uebereinstimmung zu bingen und ihr System zu vereinfachen ; weder. angenehme Erinnerun- gei noch alte Vorurtheile dürfen die Frage ent\sch:iden, ob die Werke fortbestehen sollen , deren Unterhalt nn- máßig fóstbar ist und die nicht nur beim gegenwärtigen Stand der Kriegsfunst unnüß, sondern wahrhaft gee fèhrlih sind, dur<h Anureizung für“ den Feind und durch gerehte Besorgnisse, die sle bei den Vertheidigern ver- anlassen:: Diese Mitrglieder wunschzu, es möchte ein Reduktionsplan angenommen werden, der den Umfang der Stadt erweitern und die Anlegung etlicher neuen Straßen oder eines nzuen Stadtquartiers gestattet würde, was die sters zunehmende Bevölkerung Genfs so sehr erheischt. Der dafür vom Oberst Dufour ein- gereichte uud vielseitigen Beifall findende Plan, würde nicht über eine Million Genfergulden kosten. Stockholm, 8 März. Nach unserea Blättern sind mehrere neue Communications- Straßen im nôrd- lichen Schweden und bis zum Nordlande hinauf in gus tem Fortschreiten. - Bekanntlich ist auch von Anlegung eines fürzeren- und weniger bes<hwerlihen Weges zwis- [hen Schweden und dem südöitlichen Norwegen die Rede gewesen; derselbe sollte sich vom Eda-s Kirchspiel in Wermland- dur<h die Kirchspiele Röhla und Sfol- lingmarf na< dem Limbro - Wasser in Norwegen und

| von da. dur< Silsfogen und Blakier nah Christiania

erstre>en, hat sich aber nah der Untersuhung des Ma- jors Hallstrôm zu shwierig, bis 46,000 Thlr. Kosten erfordernd und besonders in Norwegen mit bedeutens den örtlihen Hiudernissen verknüpft ausgewiesen. Se. Maj. haben daher verordnet, dieje Unternehmung no< auszuseßen und sollen dagegen zur Ausmittlung einer fürzeren und direfteren Wegziehung vou der Wermlän- dischen Gränze nah Christiania , als die über Kongs- vinger ist, in diesem Jahre: Untersuhungen angestellt werden. é

Das Journal Argus III. will aus ziemli< zuver- lássigen Quellen wissen , daß der völlige Belauf an Guß- eilen, welches zu den vielen Eisenbahnen, die für Engs-