1825 / 70 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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sämmtlich beseitiget sind / so wird er hier eine zeitlang großen Einfluß auf ‘die Geschäfte ausúben,. bis ein neuer uniternehmender Nedbenbuhler ihn abermals zur- Unthä- tigfeit verdammt. S ; Stockholm, 11. März. Gestern gaben Se. K H. der Kronprinz, zur Feier des Namenstages J. M. der. Königin einen großen Maskenball, zu dem 5 bis 600 Personen eingeladen waren. Die Mannigfaltigkeit und Pracht der Costúme, die reihe Beleuchiung und Ausschmückung der Gemächer bildeten einen überaus úberrashenden Anbl:>. Um Mitternacht tanzte eine aus 16 Paaren bestehende Quadèrille, an deren Spihe sich der Kronprinz und die Kronprinzessin befanden, vor JJ. MM. ein eigends für diese Gelegenheit compo- nirtes Baller. Um 1 Uhr wurde ein glänzetides Abend- essen aufgetragen, und nah demselben noch bis 4 Uhc Ttorgens getanzt. : Die von - der Regierung ernannte Committee für die Sreinfohlen - Werke in Schonen vertheilt gegen- wärtig die Actien. Jede Actie kostet 500 Rthlr. und das ganze Actien- Capital beläuft sich auf 200,000 Rthlr. Portugall. Aus Oporto wurden im vorigen Jahre 26,724 Pippen Portwein ausgeführt, - nämlich 19,968 nah England, 5293 na< Buenos-Ayres, 648 nah Nord: Amerika, 238 nah Cayenne, 138 nah Ruß- laud, 120 nah Bengalen, 90 nah Holland, 72 nach Hamburg, 48 nach Dänemark, 36 nach Gibraltar, 24 nah Schweden und der Ostsee, 11 na<h Preußen, 7 nah Neu-Foundland, 8 nah Spanien, 2 nach Franf- reich, 1 na< Genua und 1 nah Triest. | Vereinigte Staaten von Nordamerika. der Sibung des Kongresses zu Washington am 3. Jan. überréichte Hr. Benson den Bericht eines Hrn. Strorrs aus Newhampshire, ber den Ursprung, Fortgang, jebigen Zustand und die Aussichten des Handels und der. Han: delsverbindungen zwichen den Gegenden am Mississippi und den innern Provinzen Mexico’s, wovon der Druce verordnet wurde. Hr. Storrs nahm an einer aus 80 Personen, 156 Pferden und 23 Wagen und Karten be stehenden Karavane Theil, welche lebt verflosseuen Mai und Junius vom Missouri aus eine Unternehazung nach Santa Fe in Neu- Mexico machte. Seine Erzählung ist sehr interessant und so romanhaft sie auch flingt, so hat doch die Wirklichkeir die seltzamsten Gebilde der Einbil- dungsfraft Úberboten. “Die Reise vom Missouri nach Neu- Mexico, welche nian früher für eine Chimäre hielt, if jeßt nihrs Ungewöhuliches mehr. Santa Fe, fürz- (ih no< als das äußerste Ziel für die amerifkanischén Spefkulationen betrachtet, wird gegenwärtig von den unermüdlihen Bürgern der vereinmgten Staaten nur no<h fúr cine Station oder vielinehr für einen neuen Anfangspunkt der Reise gehalten. Stact "von diejèm Puntte heimzufehren, theilen sih hier die Karavanen und ihre einzelnen Theile {lagen verschiedene Richtun- “gen ein, um ueue Absaßwege aufzusuchen. Einige gin- gen den Fluß hinab bis Passo del Norte ; andere bis zu den Bergwerken von Chihuahua und Durango in der Provinz Neu - Biscaya ; andere: nah Sinera und Sinatori am Californischen Meerbusen; und no< an- dère, neue Verxbindungslinien mit dem stillen Meere aufsuchend, unternahmen es, dem Abhange des nord- amerifani]<hen Kontinents nah Westen durch die uner: forshten' Gegenden von Muttnobugtch und Buonaven- tura zu folgen. Der Ertrag der diesjährigen Uaterneh- mung hat sih auf 190,000 Dollars baar in Gold und Silber , außer den kostbaren Pelzwaaren , belaufen, Diese für einen au ffejinenden Handel beträchtliche Summe verdient vorzüglich die Aufmerksamkeit des Kongresses, als eine vorläufige Andeutung, was aus einem regel-

mäßigen und beshüßten Handel werden fönnte. Dy Hauptartifkel , welcher hier in Tausch gegeben wird , j einer, den die vereinigten Staaten selbst in großem Ueber, fluß besißen, und welcher noch einen ganz bésondery Vortheil darbietet, indem er nämlich, ehe er das Ge biet der Union verläßt, zuvor die Reise durch diesel macht ; denn die Baumwolle, welche it Süden wäcs,

wird im Norden verarbeitet und na, Westen auszu

führte, 5-0: [.04-n D.

Coblenz. Die Krankheit unter den Füchsen hu

noch immer nicht ganz aufgehört, -denn obgleich sie sch

stark im Abnehmen ist, hat man dennoch wieder meh rere solcher verdächtigen Füchse getödtet.

Die Gemeinde Niedermendig (Kr. Mayen) wil ein neues Schulhaus bauen, und zwar so, wie man s wohl selten hat. Da in ihrem Banne die berühmt Múhlensteinbrüche liegen, so wünschen die Einrohnet, daß dieses seltene Erzeugniß in seiner ganzen Soliditit und Schönheit an ihrem Schulhause sichtbar und deni nach “die ganze Fassade-. in rauh bojssirten Quadern auf

geführt werde. /

Erfurt. Der Besiber der Trinkbachs - Mühle bij Frauenwald, Gottlieb Kahl, hatte leßteres Dorf an 6. Febr. früh 7 Uhr mit seinem 19zährigen Sohne vet lassen, um sich nach seiner nicht weit entfernten Mühl! zu begeben, als beide Reisende durch eine in Folgt heftigen Sturmes von dem nahen Gebirge herabstür zende Schueemasse vershüttet ivürden. Dem Vater gu lang es sih sofort heraus zu’ arbeiten, der Sohn konnt aber erst durch die aufgebotenen Männer von Frauen wald nach 3stündiger Arbeit aus dem tiefen Schneé in ganz besinnungslosem Zustande hervorgeholt werden, Dutch ‘sofort angewendete zwe>mäßige Mittel“ gelang es, den Verunglückren nah und nah zur Besinnung and zum Leben zurückzubringen.

Magdeburg. Jn den Tuch- und Wollenzeug Manufakruren und Fabriken findet immerfort eine reg Thâätiakeit stat. Der Absaßz der wollenen Waaren if fúr die Fabrikanten zu Burg, Salzwedel und Aschers leben auf der leßten Braunschweiger Messe zu deren Zufriedenheit ausgefallen. Auch im Saat- und Ot handel sind ziemliche Geschäfte gemacht worden.

Ksnigliche Schauspiele.

Mittw. 23. März. Im Schauspielhause. Zum Ern stenmale: Steckenpferde, Lustsp. in-5 Abtheilunget von P. A. Wolff. Vorher: Er ist mein Mant Scene aus dem Vendeekriege , in 1 Aufzug, von C Meisl, : :

Donnerst. 24, Jm Opernhause. Auf Begehren] Die Jungfrau von Orleans, romantische, Tragb

die in 5 Abtheil., von Schiller,

Meteorologische Beobáchtungen. Barometer| Therm-| Hygr] Wind | j Witterung,

21. März |A. 28° 6| 4-106 62° | NW. |trüb, 22. Máärz|F. 28% 54‘|4-1°% | 67? |NW. Be Thauwettet. M. 28° 5i|--2154] 63% | N. trüb, Thauwetter,

Gedru >t bei Feister.

Nedacteur Joh

[ee P E t Bit C E R t E A 7 S S L Y BERl A O D R: di t s D s Dee t 2; 9 a0 R Mg: c V3 A M R E Es E d fo A ha s E A E S Ss E C R S 1 A Soi ie P T C Pt 3X PRLLTR G E D mis s P E e O A S r e R I A E A T Tr: L E V E E t i s L, dli E, c A A a e M L E R e, A fe S

Bein ‘von «Herrn Dúham

j auh von Neuem seine Gründe dazu und

"Veranlassung, das ganze Geseß- anzugreifen.

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preußishe St

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aats-Zeitung.

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Berlin, Donnerstag,

L Amtlihe Nachrichten. Kronik des Tages.

Angekommen. Der wirklihe Geheime Ober-. inanz - Rath, Präsident der Hauptverwaltung der Staats - S<hulden und Chef des Seehandlungs - Ju- sticuts, Rother, aus Schlesien.

11 Zeit#ngs-N achrichten, ‘Ausland.

Paris, 17. März. Jun der vorgestrigen Sihung der Deputirten-Kammer erstattete die wegen des

Entschädigungs - Gesehes - bestehende Commission ihren

Bericht über die. ihr in der vorleßten Sißung zugewie- senen vier Amendements. Jhr Antrag s&mmtliche Amendements zu verwerfen, war haupt\ächli<h darauf gegründet, daß es nichr angemess:n jei, wenn*die Kam- mer, wegen der ausnahmsweise bei Rückcession von Emi- grirten- Gütern zu erlassenden Proportionalsteuer, die Juítiative ergreife; die Kammer habe schon in mehreren ähnlichen Fällen gescheut , dem Königlichen Willen vor- zugreifen, und habe es bei G:legenheiten vermieden, wo doch ein solches Verfahren mehr* als in. der gegen- wärtigen zu eutshuldigen gewesen wäre. Die Amende ments wurden von Herrn Bacot von Nomanus in Schuß geuommen, wobei er anführte, die Kammer habe ohnedies sich schon fúr. dieselben günsiig gezeigt, indem

den 24sstten M äârz 1825.

geseß zu machen. Man habe im Artifel 1 festgestellt, die 30 Mill. Renten sollten definitiv die Entschädigung ausmachen, und nun bringe man in der Gestalt eines Steuer - Erlasses eine Supplementar- Entfchädigung in Antrag, weld e der Gen. Foy auf 183875 Mill. berechnete (62 pCt. auf die 3000 Mill., worauf sih der Werth der verkauften Güter jeßt belaufen möchte.) Die Rede des leßtgedachten Deputirten war so heftig, daß er mehrere- mal mit dem Ruf „zur Ordnung“/ unterbrochen rwourde.

I Uz:ter andern sagte er am Schlusse seiner Rede folgen-

des: „Die Käufer von Nationalgütern sind auf dieser Rednerbühne Diebe und Bösewichter gescholten worden.

f (Stimmen zur Rechten: Man hat nur die unre<htmä- } gigen Verkäufer Diebe genannt,) Die jeßigen Eigen- I chúmer sind meistens die Sdhne jener Verkäufer. f mögeu bedenfen, f wenn sie ihre Güter den ehemaligen Besißern derselben q wieder verfaufen wollten. 4 das Gedächtniß ihrer Eltern vor der Nachwelt anflagen.

N * . . Sie daß es eine Feigheit von ihnen wäre,

(Großer Lärm) Sie würden

(Nein! Nein!) Sie würden einräumen, ihre Väter seien Diebe und Bösewichter gewesen. (Heftige Unters bre<hung;, Ruf „zur Ordnung‘/) wollte man andere Mittel gebrauchen, um sie zu bewegen, so mögeti sie bedenfen, daß sie für sich den König und die Charte haben und daß sie so stark wie zwanzig zu einem sind.‘ (Großer Lärm. Zur Ordnung. Das heißt die Rebel- lion predigen 2c.) Herr von Lezardieres,“ der das Amendement vertheidigte, sagte hierauf: die Männer, die uns beschuldigen, die Ordnung stören, die Leidens- schaften in Bewegung seßen zu wollen, dürften diese Beschuldigung in einer fürhterli<hen Weise auf sich zu- rücfallen sehen; denn, sind Reden in dieser Versamm- lung gehaltcn worden die jene Folgen haben. könnten, so nimmt wohl hierunter die so eben gehörte Rede die erste Stelle ein. Das Amendement des Hrn. Düha- mel wurde mit großer Stimmenmehrheit angenommen ; ingleichen ein Vorschlag des Hrn. Jacquinot-Pam-

der -diesfällige Autrag der vorläufigen Frage verworfen

worden sei. Auf. den Vorschlag des Präsidenten “er- fläârten die Verfasser der vier Amendements, daß sie ihre Vorschläge in -einen. vereinigen und demgemäß nur i el abgefaßtes Amendement in Dieser Deputirte entwickelte es wurde auch von mehreren andern Mitgliedern vertheidigt. Die Herren Breton, Constant und Foy befämpsten es aber sehr heftig und nahmen aus dieser Debatte. noch. Sie such- ten zu deweisen, wie fehlerhaft es sei, da man nun, zur Erreichuag. des so sehr gewünschten Zwecks: den Na- tionalgütern- ihren. eigentlihen Werth im ‘Verkehr zu geben, genöthigt „sei, das Geseß durch den vorgeschlage- nen Steuer : Erlaß. ret eigentlich zu einem Ausnahme-

Antrag bringen wollten.

pelúne, die Französinnen, welche por dem 1. Januar Ehen mit Ausläudern geschlossen ‘haben, nicht um des- willeu von der- Theilnahme an der Entschädigung aus- zulchließen. Da mehrere Amendements von ihren Ver- fassern zurücgenommen worden waren, so konnte endlich úber das ganze Geseß abgestimmt werden. Das Séfru- tinium ergab unter 383 Votirenden 259 weiße und 124 shwärze Kugeln, Diese bedeutende. Anzahl s{warzer Kugeln bei der geringen Zahl der Mitglieder beider Oppositionen erregte große Verwunderung, Der Prä- sident verkündigte die Annahme. des Geseßes.

J. Maj. die Königin von Spanien hat der Für- )stin von Talleyrand - Perigord das große Band des Marie - Louisen - Ordens verlichen, als ein Andenken an - ihre Bedachtnahme auf Milderung der Lage Sr.