1825 / 75 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

wahl durch das Repräsentantenhaus mit der ersten Ku- gelung zu Stände gekommen. - -Die Freunde des Frie- dens haben mit Vergnügen gesehen, daß Hr. Adams den Vorzug vor seinem Mitbewerber, Gen. Jackson, erhalten, der von einer zahlreihen, unruhigen, nichi sehr friedfertig gesinnten Partei unterstüßt wurde. Hr. Adams, der bei mehreren Europäischen Höfen in diplo matischen Verrichtungen gestanden „, hat sich bei densel- ben allgemeine Achtung, nicht allein dur< Klugheit und Mäßigung, sondern auch dur< Geschicklichkeit in Be- handlung der Geschäfte erworben.‘

Man melder aus Neuyork, vom 12. Februar. Die dreizehn Staaten, deren Repräsentanten sich für die Erwählung dés Hrn. Adams zum Präsidenten ver- einigt haben, sind : Maine, Neuhampshire, Massachu- setts, Rhodeieland, Connecticut, Vermont, Neuyork, Maryland, Ohio, Kentucky, Jllinois, Missouri und Louisiana. Die sieben für Gen. Jackson: Neujersey,

‘“Pensylvanien , Sädcarolina , Tennessee, Alabama, F

Mississipi , Jndiana, Die vier für Hrn. Crawford: Delaware, Virginien, Nordcarotlina, Georgia. Es ist unläáugbar , daß der Uebergang des Hrn. Ciay und sei ner Freunde zur Partei des Hrn- A. diesen glücklichen Ausgang entschieden hat; sie werden die Uneigennüßig- feit und Vaterlandeliebe, welche sie dadurch bewiesen, shon darzulegen wissen , mittlerweile haben sie von der demofkfratishen Partei jr Schmähungen deshalb zu erdulden, von deren Zügellosigfkeit das Ausland sich

* schwerlich einen Begriff wird bilden können, Diese

Schmähungen brachen s{<hon vor der entscheidenden Wahl in einem Grade dus, daß Hr. Clay sich genö- thigt sah, Schuß dagegen beim Repräsentantenhause

selbst zu suchen, indem er die Prüfung eines erschie: \

nenen verläumderishen Briefes forderte, der mit der Beschuldigung anfängt: „„Clays Freunde hätten schon seit einiger Zeit dahin gewirkt , daß sie, gleih den Schwei:

‘zern, für diejenigen fechten, wollten, welche sie am besten

bezahlen würden; //- weiterhin wird darin behauptet, daß sie si von den Freunden des Hrn. Adams im Staats: Departement förmlich mit Gelde für ihre Vota hätten bestehen lassen, eine Nichtswürdigkeit, wozu von Jacksons Freunden, denen es auch angeboten worden, sich niemand habe willig finden lassen, und es sei Clay das jebige Staatssecretairs-Amt des Hrn. Adams ver- sprohen. Alles Behauptungen dle sich bei unsrer shrankenlosen Oeffentlichkeit von selbst widerlegen, in-

dessen ernannte doch, auf Antrag des Hrn. Forsy th,-

das Haus etnen besonderen Ausschuß zu deren Prüfung. Wie diese ausfallen wird, liegt nah dem Urtheil, das die Mehrzahl desselben Hauses seitdem durch ihre Wahl gefállt hat, außer ee, -

Dem Congresse sind Papiere in Betreff der An- sprüche Americanisher Bürger an Spanien wegen erlit- tener Verluste dur<h Seeräubereien, die in Westindien unter Aufzièhung der Spanischen Flagge begangen wor- den, vorgelegt, au<h ein Schreiben des K. Ministers des Auswärtigen, Hrn. Zea -Bermudez, wornach der König von Spanien Hrn. Jose v. Héredia zum Ge- sandten bei den V. St-. ernannt und ihm den Austrag zux Untersuchung diesex Reclamationen ertheilt hat.

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- Elberfeld, 22. März. Am 14. d. fand hier die dritte General - Versammlung der Rheinisch Westindischen Com- pagnie statt. ‘Nach Jrhalt des dabei verlesenèn Vor- trags der Direction haben die Geschäfte der Compagnie einen so guten Fortgang gehabt, daß, so wie _ nach der,

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in der vorjährigen Generalversammlung vorgelegten Yj lanz, auf die damals begebenen 1000 Actien eine Divi dende von 4 pCt., außer den gewöhnlichen Zinsen ausg theilt werden fonnte, jeßt auf die nunmehr begébene 1460 Aktien abermals cine Extradividende von 4 p; ausgeschrieben werden fann. Um-Jhnen (heißt es j dem Vortrage) einen Ueberblick des Wachsthums d Geschäfte der Kompagnie zu geben, erlauben wir ung Jhnen in's Gedächtniß zurückzurufen, daß die Waare

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“Ausfuhr der Kompagnie in Fn Jahren 1821 und 189

sh auf Uge im Jahre 1823 allein betrug sie NOLE O 4 I 0-683 Hg 700,000, und (m Jahre 1526 «12727222 14 950,000, oder im Ganzen, bis zum Schluß der vorjährigen Schif fahrt , 2,286,000 Thlr. preuß. Cour., wozu, nach dy vorliegenden" Tabellen, alle Provinzen Deutschlands, j großer Mannigfaltigkeit der Waaren, beigetragen habn, | Es ist aber keineswegs die direfte Ausfuhr dur die Kompagnie allein, welhe wir Jhnèn als den w sentlihsten Vortheil zu schildern beabsichtigen, den Jh Stiftung dem Vaterlande- zugewandt hat, es ist vid mehr die in Folge davon in Deutschland Statt gefut dene allgemeinere Anregung und Ermuthigung zu úby seeishen Unternehmungen, welche wir als die wohlthh tigste Wirkung betrachten und die von Niemand- in A rede gestellt werden fann, der unbefangen den Zustan der überseeischen Ausfuhr deutscher Fabrikate aller Ai vor dex Periode der Gründung der Rheinisch: Westindi schen Kornpagnie mit dem jeßigen vergleicht. Wir sin) überzeugt, sie wird bei dem Gegenwärtigen nicht steht bleiben, da der Impuls gegeben, der Weg gebahnt un die Konkürrenz erwacht ist, die eine Vermehrung di Ausfuhr zur uothwendigen Folge haben muß.

Rthlr. 636,000 belief;

Königliche Schauspiele. |

Dienstag, den 29. März. Jm Opernhause: Fl delio, Oper in 2 Abtheilungen, Musit* von L. va Beethoven. ;

Mittwoch, 30. Im Schauspielhause: Jf\idoß und Olga, Trauerspiel in 5 Abtheilungen, v, C

Raupach. i Der Anfang dieser Vorstellung ist an diesem Tag

um 7 Uhr... i

Meteorologische Beobachtungen.

Barometer| Therm. | Hygr. | Wind| Witterung. -

25. Márz |A._ 28° 0‘|4-31°] 74° | SW. [trüb geg Monbblid 26.. März|F. 28% |4-2° | 91? |SW. | neblicht, M. 28° 221° |4-310| 83° |SW|— A. 283° 210 +1194] 80® |.SW. |fernhett.

27. März |F. 28° 1‘]-4-0°%“ | 89° | SW. |Nebel, Froft.

1M. 28° 1/|4-5% | 71° | SW. |Sonnenblicke.

A. 272117/| 44° | 67° |SW. Wind, trüb.

28. Márz|F. 11 [44° | 88° |SW. |trüb, etw. Negen, |ff M. 28° !! 46% 1 73° 1SW. | mitde,

Gedrut bei Feister.

Rédacteur Joh

Ia

Preußische Staats-Zeitung.

Me Tue

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40.

Berlin, Mittwoch, den zosten März 1825.

L, Amtlihe Nachrichten.

Kronik des Tages.

Se. Majestät der König haben dem Kammerherrn Baron von Patow, zu Lübben in der Nieder - Lausiß, den Ste. Johanniter- Orden zu verleihen geruhet.

Der bisherige Ober - Landesgerichts ; Referendarius Göring ist zum Justiz - Kommissarius bei dem Ober- Laidesgerichte zu Marienwerder bestellt worden,

Abgerei sst.- Seine Excellenz, der Ober-Land-Mund- “i Graf Henkel von Donnersmark, nach reslau.

II, Zeitungs-Nachrichten, Ausland.

Paris, 23. März, Bei der vorgestern in der Deputirten-Kammer fortgeseßten Verhandlung über das Rentengeseß sprach zuer| Hr. Masson dagegen. Dieser Deputirte war in der vorjährigen Sißung Be- tihterstatter der- Kommission zur Präfung des damali- gen Geseßes. Er rechtfertigte seine jeßige Opposition dur die Verschiedenheit beider Geseße und durch. die Verschiedenheit der Umstände; auch tadelt er nicht die Grundlagen des Gesebes, sondern nur die Art und Weise, die man gewählt habe, um zum Zwecke zu fom- men. Er schlug vor, die 5pctige Rente nicht zu 75 sondern zu 80 in 3pctige umzuschreiben. Das Gesebß wurde hierauf vom Herrn v. La Bouillerie (Königl. Kommissarius) vertheidigt, der besonders darzuthun suchte, das jeßbige Steigen der Rente rühre nicht von einer Spefulation, sondern von dem Mangel an vor-

theilhaftereu Placements her. Hr. Sanlot-Bague-

nault bemühte sih dagegen zu beweisen, der in Frank- reich gegenwärtig übliche Zinsfuß sei niht, wie viele behauptet hätten, niedriger wie 5 pCt., auf dieses Fundament fônne man also das Geseß nicht stüßen. Rücksichtlih des Vergleichs zwischen Staatsrenten und Grundstücken, machte dèr Redner die wichtige Bemer- fung, daß nicht blos der Preis der Leßbtern, sondern auch ihr jährlicher Ertrag mit dem Geldwerthe gleichen

Schritt halte. Jedermann wisse, daß der Ertrag der Grundstücke seit 30 Jahren bedeutend zugenommen habe, wogegen das Einfommen in Renten ganz gleih bleibe; so daß wer 30 Jahre lang eine gewisse Summe Ren- ten besessen hätte, nah Verlauf dieser Zeit, wegen der Entwerthung des Geldes, oder was damit synonim ist, wegen der zunehmenden Theuerung, sih um die Hälfte ärmer befinden würde. Hr. Pavy vertheidigre das Geseß. Um uns zu rühren, sagt er, werden immer die fleinen Rentiers vorgeschoben. - Jhre Klagen sind aber die lautejten. Die heftigsten Schreier haben sih hinter ihnen verste>t ; und während sie behaupten, der Staat habe nicht genug Kredit, um vortheilhafte Anleihen zu machen , wollen sie durhaus Gläubiger des Staats blei- ben. Wir brauchen uns wirklih nicht so sehr über die armen Kapitalisten zu-erbarmen, denen 100 Fr. für die Rente angeboten werden, die ihnen 80, 60 ja vielleicht nur 50 fostet. Die Forderungen der Rentiers sind so gestaltet , daß wir Uebrigen, vile pecus (allgemeines Gelächter), die wir an Gut und Blut- so viel schon ge-

F litten, no< verdammt sein würden zu lebenswieri-

ger Strafarbeit (stärkeres Gelächter), um diese un- ersättlihen Speculauten mehr und mehr zu bereichern. Der schon na< der Rede des Königl. Kommissarius von vielen Seiten gemachte aber verworfene Antrag, die Discussion zu \<ließen, ward nach der Rede des Hrn, Pavy erneuert, Die Anzahl der anwesenden De- putirten war jedoh nicht groß genug, um zu deliberi- ren, daher die Sitzung aufgehoben wurde.

Se. Durchl. der Fürst von Metternich, dessen, nur zu sehr begründete Besorgnisse für das Leben seiner Gemahlinn der alleinige Anlaß seiner Reise gewesen waren, wird morgen von hier abreisen.

Rente 102. 90. 103.

London, 18. März. Heute erhielt die Mutiny- Bill die zweite Lesung im Oberhause. Die Bill in | Betreff der direften Steuern ging dur<h den Ausschuß.

Im Unterhause wurde heute von Hr. Talbot eine Bill in Betreff einer Atlantischen Dampfschifffahrts- Compagnie, zur Erleichterung des Verkehrs zwisch Westindien und dem Amerikanischen Festlande eingebracht. Eine Bill, um die Royal - Exchange - Versicherungs- Gesellschaft zur Belegung von Geldern in Grundstücken (Freehold - Property) zu ermächtigen , erhielt die erste Lesung. Die HH. Grenfell und J. Smith machten Bemerkungen darüber, daß das Publikum noch immer vergeblich der vom Lord-Kanzler versprochnen Bill, die

Regulirung von Vereinigungen zu Unternehmungen al- ler Att betreffend, entgegensehe, deren Bedürfniß jede verlaufende Stunde nothwendiger mache, indem nicht Ein Tag vergehe, wo nicht wieder zwei oder drei neue Entwürfe nicht allein der ausshweifendsten Art, sondern auch auf Betrug des Publikums abzweckend, an den

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