1825 / 84 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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nunmehr auf 10,690,608 Doll. (im Jahre 1795 war sie nech einmal so viel) und die Ausgabe ist auf nahe 18 Millionen Doll. geschäßt. Um dieses Deficit möglicher- _ weise zu de>en, |<lägt der Finanzminister die Wieder- herstellung des Tabacks - Monopol’s uúd die Wiederein sezung jener Ausfuhyrzôlle auf Gold und Silber vor, welche vor der Revolution bestanden. Da man im Be griff steht, so viele Bergwerke in Mexifo zu bearbeiten, so dúrfre das Einkommen aus diesen Zöllen für die -Re- gierang sehr einträglih werden.

Wissenschaftlihe Nachrichten. Wesentliche Verbejserung der Sinumbra- Lampen.

Der Gebrauch der Astral- und Sinumbra- Lampen (wird immer allgemeiner. Es ist daher sehr erfreulich, daß die Verfertiger derselben darauf bedacht sind, sie zu verbessern und ihnen die möglich vollkommenste Beichaf- fenheir zu geben. Bei der gewöhnlichen Einrichtung, welche sowohl die französischen, als auch die bisher hier verfertigten Sinumbra-Lampen hatten, war es ein Feh- ler, daß die Röyren, durch welche das Oel aus dem ringförmigen Oelbehälter dem Dachte zufließt, nicht auf eine leichte und bequeme Weije gereinigt werden konn: ten. Sie verstopften sich daher häufig, und man sah sich danñ jederzeit genöthigt, sich wegen ihrer Reinigung wieder an den Fabrikanten zu wenden, womit theils Kosten, theils die Unannebmlichkeit verbundèn waren, sich der Lampen auf eine Zeit hindurch nicht bediznen zu fônnen. Die hiesigen Mechaniker und Lampen - Fa- brifanten, Gebrüder Müller, Friedrichsstraße No. 83 wohnhaft, welche sich durch die Produktion vieler nüßli- hen Jnftrumente für den wissenschaftlichen Gebrauch, und mancherlei Gegenstände für den Hausbedarf, rühm- lichst auszeichnen, weshalb sie von der Afademie der Künste auch kürzlich zu atfademiihen Künstlern ernaunt worden sind, haben den gedachten Fehler ‘an den Sinumbra. Lampen gehoben, und solche dadurch wirklich recht wesentlich verbessert. Die neuen Lawmpeü, welche sie jeßt verfertigen, haben eine solche Einrichtung, daß die Zuflußröhren des Oels zum Dacht, mir der größten Bequemlichkeit gereinigt werden können. Es ist dazu weiter nichts erforderli, als daß die Schrauben, welche die Oeffnungen vom Oelbehälter verschließen, worin das Oel eingegossen wird, abgenommen werden, und daß man mit einer Feder oder Haardürste bis zum Dacht hineinfährt. Hiervei erfolgt die vollflommenste N-ini- gung; und es ist die Brauchbarkeit dieser Sinumbra: Lampen dadurch in der That um Vieles erhdhet, indem am Oelbehälter alles so geblieben, daß fein Schatten entstehen fann. Die Gebrüder Máller liefern diese neue Art Lampen in. sehr verschiedenen , geshmackvollen For- men und Gestalten; besonders aber mit einem Fuß in Mussir-Gold, welches der ächten Bronze sehr ähnlich er- scheint. Diese recht angenehm verzierten Lampen sind verhältnißmäßig nicht kostbar, und würden sich, nach der Meinung der Verfertiger, sehr gut zu Geschenken eignen. Wie dem sei; so ist sehr zu wünschen, daß unsere Lampenfabrifanten eifrigst bemüht sein mögen, es dahin zu bringen, durch erhdhete Brauchbarkeit, Schönheit und Wohlfeilheit ihrer Fabrikate, die vor- züglich preiswerthen französishen Lampen vom hiesigen Marékte zu verdrángen, wovon,immer noch zu viel eingehen.

(Fortseßung des im vorigen Bl. abgebrochenen Artikels.)

Eine lángst blúhend Jndustrie hat in dem Zeitraum, wovon die Rede ist, unverhoffte Fortschritte gemacht. Es ist die der Seidenmanufaktur.

Die Cultur der Maulbeerbáume hat sehr zugenom- men, Man schást die neuen Anpflanzungen bloß von

1849 bis 1823 auf mêéhr denn Eine Million Stü Doch können sie no< immerhin vermehrt werden, ohne daß man fürchten darf, man werde mehè Seidenwürmz ernähren, als zur Erzeugung der Seide gehören, die dj französishen Manufakturen gebrauchen. ;

Ehemals erzog man nur den Wurm, der die gy wöhnliche gelbe Seide liefert. Diese ist zu den weiße Geweben nicht wohl brauchbar, und verliert viel Abgang und Kraft, wenn sie dazu bereitet wird, bleih auch nicht lange weiß. Jn China findet man ein Wurm, der eine ganz voll?ommen weiße Seide hervy briuge. Man nennt sie Sinaseide; sie ist vorzüglis wegen ihrer Kraft und Weiße zur Fabrikation von Krey und Túll geeignec, Schon vor 40 Jahren hatte my diesen Wurm in Frankreich eingeführt. Doch war y beinahe ganz aufgegeben worden, Seit 1808 ist dessy Zucht aber wieder aufgenommen worden. Die Gesel, [haft zur Aufmunterung der Künste und Manufaktur jebte einen Preis darauf. Die Zucht dieser fostbauy Chrysalide verbreitet sich mehr und mehr. Sie lie Fáden von hdherem Werthe, als der der gewöhnlida gelben Seide, und wird im Handel wit Begierde gy jur. Dies reizt den Landmann zur Zucht dieser neu Gattung von Wärmern. Von jeßt an verbraucht Franß reih in seinen Fabriken das Drittel der Sina-S eid

die China oder andere Gegenden allen industridsen Nf

tionen lieferte.

Die Kunst, die Seide zu spinnen, hat merêli Fortschritte gemacht. Herr Sensoul erhielt eine goldeu Medaille für einen Apparat, die Cocons mittelst Dam) abzuhaspe!n. Herr Bonnatd hat die Tirage der Seil jo vervollflommnet, daß ein einzelner Cocon abgewidd werden kann, wodurch man einen so feinen Faden ( hálr, wie ihn die zartesten Gewebe nicht verlangen.

Man wußte bis jet nihc die Floretseide (Bou de Soie) auf Maschinen zu spinnen. Herr Pas Esmieu hat dazu eine Anstalt errichtet, in welcher di selbe bis zu No. 140 ausgesponnen wird. Er liefe auch die Gelpinnste zum Brochiren aus Seide u1 Wolle gemiicht.

Die Seidenweberei hat sehr bemerkenswerthe Vei besserungen erfähren. Die alten W be- Verrichtung waren sehr zusammengeseßt; und mit eimer Meng Schuúre und Fußtritte belastet; sie erforderten mehr! Menschen zum Betrieb. Junge Mädchen oder Knah! shadveten ihrer Ge}undheit durch die |<w're Arbeit d Z'ehens. Gegenwärtig sind alle diese Schwierigfkei beseitigt. Der von dem Herrn Jacquart erfundene n Mechanismus macht die schädliche Verrichtung des J

“hens entbehrlih. Auf dem Jacquartshen Stuhl w!

den gemusterte Zeuge, wie auch ihre Zusammen sebßu! sein mdge, durch einen einzigen Arbeiter hervorgebrad|! und dieser arbeitet mit so viel Leichtigkeit und Schnt ligkeit, als ob er das einfachste Gewebe fabrizirte. *)

Königliche Schauspiele.

Montag , 11. April. Jm Schauspielhause: ¡2 Bürgermeister von Saardam,‘/ oder „„Die zwei Peter; Lustsp. ‘in 3 Abtheil. , von Römer. Hierauf : ¿D Kuß nah Sicht,‘/ Lustspiel in 1 Aufzug.

*) Diese Art von Kunshweberei is bereits seit mehre Fahren ebenfalls in den preußfishen Seidenmanufakturen geführt; namentlich findet ste hier und in Elberfeld fast all meín Statt. Sie gehört in der That zu den bemerkensm! thesten Verbesserungen des Manufakturwesens in der neu Zeit. Man hat ganz neuerlih in England Vorschläge gemas die Jacquartsche Einrichtung noch zu vereinfacben, und ist y damit beschäftigt, Apparate nach diesen Vorschlägen zu erbaul um sie zu prúfen, und zu versuchen, was sie leisten.

Gedruckt bei Feister.

Redacteur Jo)

Allgemeine

yreußishe Staats-Zeitung.

N

S4.

Berlin, Dienstag, den 12ten April 1825,

L Amtliche Nachrichten. Ao 26.24

Der Oberlandesgerichts - Referendarius Weber ist m Justiz - Commissarius beim Land - und Stadtge- dte zu Quedlinburg bestellt worden,

Im Bezirk der Königl. Regierung

j Danzig ist der evangelische Pfarrer Zuther zu jnewin bei Lauenburg ermächtigt worden, das Pfarr- t bei der gemishten Kirchen -Gemeinde zu Krokow, o bereits ein reformirter Prediger angestellt ist, für e Lurheraner zu verwalten. +

Der Commendarius Wygoßki zu Wernersdorf bei Narienburg ist als fatholisher Pfarrer zu Königsdorf sätigt und

der Candidat Ernst August Nathanael Bert- ng als evangelischer Pfarrer zu Loeblau ernannt orden.

IL, Zeitungs-Nachrichten. A usland.

Paris, 5. April. Eins unserer Blätter meldet, i der Salbung würden die Marschälle die vormalige ‘telle der vier Pairs des Reichs, der Herzôge von urgund, von Normandie und von Aquítaine und des rafen von Toulouse einnehmen. Die Etoile hált diese ahricht fúr grundlos und meint, sie môge wohl daher standen sein, weil bei früheren Salbungen der erste arschall die Funktionen des Connetable, nah Aufhe- ng dieser Stelle, verrichtet und mit entblößtem Degen r dem König hergegangen. Dieser Gebrauch werde uthlih beibehalten werden, cben so auch der Gebrauch, nach drei andere Marschälle die Krone, den Scepter d die Hand der Gerechtigfeit zu tragen gehabt. Die [tlihen Pairs, fährt die Etoile fort, wurden fast im- er von den Prinzen von Geblüt vorgestellt. Wir auben jedoch, - daß jeßt die Prinzen von ‘Geblüât mit rem eignen Titel bei der Salbung erscheinen und eine airs Deputation die weltlichen und geistlichen Pairs ktreten wird.

Se. K. H. der Prinz Friedri<h von Sachsen ist iter dem Namen eines Grafen von Hohenstein am

7 23. Márz in Strasburg angelangt und hat von da díe Reise nach Lyon fortgeseßt. :

Nach einer Entscheidung vom 10. v. M. wird die

bronzene Venksáule des Generals Pichegru auf dem St. Petersplaß zu Besancon, dem prächtigen, von Carl Via

| erbauten Rathhause gegenüber errichtet werden.

Der Genzralieutenant und Pair von Frankreich, Graf v. Hedöuville ist in der Nacht vom 30, auf den 31, März auf seinem Landgute bei Arpajon verstorben.

Der Großherzog von Toscana hatte den berühmten JImprovoisator Scriggi zu hôren gewünscht und gab ihm selbst als Stoff der zu improvisirenden Tragôdie den „„Tod der Maria Stuart.// Die vortreffliche Jmprovisas- tion dauerte 1 Stunde und 54 Minuten und ergriff und rührte den Großherzog so wie die großherzogliche Familie und ein zahlreihes Auditorium auf das lebhafs reste. Am folgeuden Tage übersandten Se. K. H. durch Jhren Haushofmeister dem Herrn Scriggi 2000 Fr. und zwei Tage nachher durh Jhren Kabinets - Ses eretair eine Verfügung, wodurch ihm eine Pension von

2400 Fr., als Aufmunterung angewiesen wurde, des-

gleichen au< das Adels - Patent erster Klasse, auf Ansuchen der Stadt Arezzo, Scriggi’s.

Aus Constantinopel wird uns (sagt die Etoile) folgendes gemeldet: Es hat sih hier ein entsebliches, uner- hôrtes Ereigniß zugetragen. Jn der. Mitternachtstunde gingen zwei Mann von dem Wächter-Corps läugs den Häusern an dem fleinen Begräbnißplabe hin, lich gewahren sie einen Lastträger mit einer großen Kiste beladen, und erhalten von ihm, auf Befragen, zur Ant- wort, daß er die Effeften eines Reisenden, der eben im Begriffe stehe , von hier abzugehen , nah dem Schiffe bringe. Sie s{<dpfen jedo<h Verdacht, bringen den Last- träger nach dem Hause, aus welchem derselbe gekommen war, zurú>, und da er die Eröffnung der Kiste, unter dem Vorwande, daß er den Schlüssel dazu nicht habe, verweigert, eilt einer der beiden Türken zu dem Bachs Aga (Anführer der Wächter) um ihm von dem Vor- gange Meldung zu ‘machen, während der andere bei dem Lastträger bleibt. Der Bach - Aga föômmt schleunig mit Mannschaft herbei, man schlägt die Kiste auf und findec zwei zerstücfelte Leichname, den eines Franfen und einen júdishen. Dies gab auf einmal Licht über frühere Er- cignisse, indem nämlich, wie man sich entsann, mehrere Fndividuen zu Pera und zu Galata plôblih. verschwun- den waren, ohne daß deren Anverwandke und Freunde ihnen hätten auf die Spur fommen fônnen, Der Bache Aga ließ unverzüglich das fraglihe Haus und noch vier andere, die nebst demselben isolirt lagen, umringen und die jorgfältigsten Untersuchungen . anstellen, bèei denen sich daun ergab, daß jene fünf Häuser mit einander îín

leßteres dem Geburts - Orte

geheimer Verbindung standen. Beim Nachgraben ent-

Plô6s

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