1825 / 87 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

Gestern fand zu Gloucester, Lodge die Vermählungs- feier d:s Grafeu von Clanricarde mit der einzigen Toch- : ter Hrn. Canmnings statt -- Die Trauung wurde durch Ö den Bischof von London -verrichter. Der Fürst Paul Esterhazy is von seinex Reise nach Paris wieder hieher zurückgekehrt. Morg-n wird der Finanzberiht über das erste Quartal dieses Jahres bekannt gemacht. Die dôffenr- lichen Einnahmen haben si<h in all-n Zweigen vermehrt. Man glaubt fortwährend, daß die Minister noch in der diesjährigen Parlamentssißung eine Veränderung der Getreide: Geseße vorshlag:n werden , und hosst, die Einfuhr des fremden Getreides werde gegen einen Zoll von 12 bis 15 Schill. von Weizen frei werden. Jn vielen großen Handelsstädten werden Petitionen zux j i Aufhebung des Getrèidezwanges abgefaßt und auch hier | haben zu diesem Behute achtzig der ersten Handelshäu- ser, worunter sich viele Deutjche befinden, den Lord- Mayor aufgefordert, einen Gemeinderath zu halten und bei dem Parlamente eine Bitt]christ einzureichen.

Die erste regelmäßige Dampffahrt über das Atlan- tische Meer wird jeßt zwischen Fal:nouth und Brasilien eingerichtet, und das Dampfpaquetboot Hibernia binnen furzem die Reise nach Para, Maranham, Pernambucco, Bahia und R10o de Janeiro autreten,

Der Eifer für Verbesserungen nimmt täglich zu. Unter den 383 Privatbills, welche dem diesjährigen Parlamente zur Sanction vorgelegt worden, befinden sih 122 wegen Errichtung von größeren oder fkteweren öffentlihen Weg-n, 30 fúr Eisenbahnen, 5 für Canäle, 10 für B:ücken, 16 für Anleaung neaer Häfen, Quats nund Werften, 8 wegen neuer Pflasterung von Städten, 12 wegen Gasbeleucytungen, 11 wegen Wasserwerken, 13 für die Erbauung neuer Kirchen uud Capellen, 3 | wegen neuer Gefängnisse, 4 wegen Märkten, 3 wegen Ba, néuer Stadtviertel und 44 die auf Verbesserung des ; Landbauwesens, als Austrocknungen, Urbarmachungen 2c. ] sich beciechen.

| Einem Befehle- vom Kriegsamte zufolge, soll fünf- tig jeder Gemeiner der Brittishen Armee mit einer Bibel versehen werden. :

Das Britti:che Museum hat einen shäßbaren- Zus- wachs an der orientalis<hen Manuscripten- und Ant è- quitáten: Sammlung des verstorbenen Risch erhalten, wofür das Parlament 7500 Pfd. Sterl. bewilligte. Nach dem Gutachren mehrerer, deshalb zu Nathe gezo:

; gener Gelehrten, würde man gegenwärtig die Persischen | | Manuscripte in Persien selbst theurer bezahleu müssen, als sie in Europa zu stehen kommeu,.

Zu Gibraltar is der Preis des Getreides wegen des großen Mangels im súdlichen Spanien beträchtlich gestiegen.

Ÿ Con'’ols 93. #.

München, 8. April. Jn der sechsten öffentlichen Sißung der Kammer der Abageordueten erstattete unter andern der erste Ausïchüß Vortrag über den Antrag des Abgeordneten Ziegler, die Einführung der O-ffent- lichfeit und Mündlichkeit der Rechtspfl-ge betreffend. Der einstimmige Antrag des Ausschusses geht dahin: ¿die R-gierung zu bitten, die im Landtags - Abschiede vom 22. Juli 41819 ‘in Ansehung des dffenttichen und mündlichen Rechrsverfahrens gegebene Zusicherung bei

der Entwerfung der Geseßbücher in Ersüllung zu bringen.“ Túrkey. Aus Konstantinopel vom 10, März wird

(in der Allgew. Z:itung) Folgendes gemeldet: Die Ruhe in der Hauptstadt is jeit der bekannten Verschwörung vollkommen hergestellt, und die Meuterer sind fast ins€- gesammt entweder hingerichtet oder dem Bostandschi _ Baschi übergeben. Der abgeseßkte Janitscharen - Aga ist __na< Brüssa verwiesen, und Ghalib Pascha, der sich

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.— Die hiesigen euglischen Handelshäuser erhielten

hatte na Magnesia begeben müssen, als ganz schuldlos

anerfannt. Man glaubt also, daß er nächsteus y zurücktehren dürfen. —.Am 3. d. war eine außerord liche Rathsverjammlung beim Musfti; der bevorstehe, Feldzug und die bedrängte Finanzlage waren dy Hauprtgegenstände. Unterdessen sind vor einigen V 11 Kriegs\chiffe nah den Dardanellen ausgelaufen, sih dort mit der früher abgegangenen Expedition vereinigen, und die Befehle des Kapudan Paschas erwarten. Bestätigt sich aber die allgemein verbre Sage, daß Jbrahim Pascha die Gewässer von Ca verlassen, und nach Aegypten zu gesegelt sei, #0 i dieses Jahr, wenn er anders nicht wieder zurü an feine große Unternehmung zur See zu den Viele bezweifeln indeß die ganze Nachricht. Puy ist nah allen Berichten in großer Gefahr. Dag soll si<h Odysseus für die Pforte erflärt haden. Ei ineinen indessen, dieses Gerucht werde nur ausgestt um den Fall von Patras weniger \<hmerzhaft zu ma

die Nachricht von der Aufhebung der levantischen pagnie, von dem Abschluß der neuen griechischen leihe, und die Anzeige, daß Lord Strangford, ung tet seines, den túrfishen Ministern vor seiner Ab gemachten Versprechens, nicht mehr hierher zurüf< werde. Alles dieses, verbunden mit den an den fra sisben Botschafter Grafen Guilleminot gleichzeitig Paris gekommenen Berichten, in Betreff der englis Anerfennung der súdamerifanischen Freistaaten, worl Graf Guilleminot soglei eine Konferenz mit, dem N Effendi begehrte, scheinen der Pforte Besorgnisse ein flôßen, daß England in Hinsicht Griechenlands eiu ähnlichen Gang ein <lagen tönnte.

Spanien. Nachrichten aus Madrid vom 4 März zufolge, (welche der Aristarque mittheilt) ist| dem Sturz des Herrn Ugarte wiederum won Mi rial - Veränderungèn die Rede. \

Der General - Schaßmeister D. Victor Soret | auf Ansuchen die Erlaubniß erhalten, sich zur Her! lung seiner Gesundheit auf 6 Monate nah Sevilla begeben z der erste Vüreau- Chef des Schaßes, Hr. Y res : Roel, wird inzwischen seine Stelle vertreten.

Am 19. sollte zu Ferrol die neue Königl. gatte la Fraltad vom Stapel laufen ; vor kurzem ebendaselbst eine andere. neue Fregatte, Jberta, U Stapel’ gelassen worden. E I ,

__— Nach Briefen aus Madrid, welche (wie Etoile nah dem Echo du midi me'det) in Bayonne gekommen waren , hat das Ausscheiden des Hrn. Ug dort eine sehr lebhafte Sensation verurfachr und betrachtet solches nicht als die bloße Entlassung eil Ministers, sondern a!s Zeichen, daß etne neue Pol angenommen werden solle.

Aus Vittoria wird unterm 29. März gemel! daß der General-Lieutenant Ordonneau Befehl erhalt! den bisher von setner Dicision beseßten Theil Spani! zu ráumen. Am 2. April sollcen die Truppen aus brechen anfangen; Santona, Victoria, Tolosa, Sar! gossa und Corunna werden geräumt, jedoch bleibt franzôsishe Garni]on in Santona bis zur Anfkuuit | spani\chen Truppen. Jm Norden Spaniens ble Pampesuna und St. Sebastianp in Katalonièn Figut und Barcelona und im Súden das wichtige Cadix nerhin von den fr2nzôsi-<hen Truppen beseßt; in Mad bleiben die b iden Schweiz-r-Regimenter. -

Spanisches Amerika. Nachrichten aus drid vom 29. März zufolge (in der Etoil:) hat die N gierung Depeschen“ von dem Vicekônig von Peru erh ten, welche aus Cuzfo vom 18. October datirt si Der Vicekönig giebt darin Rechenschaft über die V ihm getroffenen Anordnungen für den, von ihm in P [on zu leitenden Feldzug geg-n Bolivar und spricht auf die Tapferkeit und Subordination der spani}

<Migen ,

so wie auf deren Enthusiasmus für die von

Truppen, 01 ihnen vertheidigte gerechte Sache gegründete Hoffnuug aus ¿ daß seine Operationen den ‘besten Erfolg haben

würden. Auch hat die Regierung Nachricht erhalten, daß der Vicekônig und der General Valdez sich zwichen Andalmailas und Abanucay , 40 (französishe) Meilen nôrdlich von Cuzfo , mit dem General Canterac vereint haben , wodurch die königliche Armee auf 14,000 M. frieggewohnter und wohl disciplinirter Truppen auge- wachsen ist. Es befinden si< mehrere Regimenter vor- treffliher Kavallerie. darunter , woran es den Judepen- denten gebricht. i

Diese Nachrichten werden (den Meldungén aus Madrid zufolge) durch die Depeschen des zu Rio Ja- neiro resizirenden Grafen von Vallehermoja vom 14. Januar, aljo von einem sehr spáten Datum, bestätigt. Glaubwürdige Briefe aus Rio Janeiro melden, daß nah der Vérsicherung des Capitains der englische Fre- hatte Waver - tree , welche Quilca am 10. Novbr. ver: assen , durch die Offiziere eines zwei Tage vorher dorti ngelangten engli], en Kriegsichisss die Nachricht dahin hetommen , die von dem Abentheuerer Guije befehligte Fregatte Prueba sei von dem Linienchisse Asia in gauz nbrauhbaren Zustand verseßt wurden und hade nur nter dem Schuße der Nacht zu entrinuen vermochr.

Dieselben Briefe sprehen von einer andern De- jeshe aus Quilca vom 12. November, von einem sran- dsishen Schiffs - Capitaine, nah welcher damals dort die Nachricht verbreiter gewesen, der General Valdez habe die Avantgarde der von dem Genéral Sucre be ehligten Rebellen - Armee ge]<hlagen. Ju den Blät: eru der Carracas- Zeitung, El Colombiano, bis zum 0. Februar, welche (wie der Courier meldet) in Lon- on angefommen waren, ist vou dem eut]cheidenden diege, dew, nach frúheren Meldungen in englischen dlâttern , der General Sucre, in Abwesenheit Bolt ars , im Decemvder dei Guamanguilla über die Roya- sen - Armee erjochren haben, und wobei der Gen.ral anterac, schwer verwundet, in die Gefangen]chafst der iidependenten gerathen sein sollte, nicht die Rede ; die ereits von ver|htedenen Seiten gegen jene Sieges- ahrichten echobeneu Zweifel erhalten sonach ein neues jewicht.

Die obgenannte Carracas Zeitung enthält die dotschafr, mit welcher der Vice- Prasident von Colum en, Hr. Santander, in Bolivars Avrwesenheit, am Januar den Congreß erôffnet hat. Er äußert darin vdrderst seine Freude, daß der Congreß pünktlich an w constitutionsmäßig festgeseßten Tage seinen Anfang immen und sicht dies „„als eine Befestigung des po- ischen Systems‘/ ‘an. Dann klagt er, daß das Mut- land, nach einem 15jährigen, fruchtlojen Kampfe, \< immer ni<ht Friede machen und auf die Basis der lerfennung der Unabhängigfeit unterhandeln wolle. } würde eben desyalb aber nihts versäumt, um die publik gegen jeden Angriff von Seiten Spaniens zu ern, Von dem Kriege in Peru 1pricht der Viceprá- ené mit großem Vertrauen. „Der Befreier, sagt er ter andern, hat alle Schwierigkeiten = die Mehrzahl è Feindes, Unglúcksfälle dur<h Voreiligkeit, Schwäche d Treulosigkeit, Ungewißheit hiusihtlih des zeitge gen E-ntreffens der Verstärkungen besiegt und un- stúüßt von dem Parriotismus der ihrer Pflicht treuge benen Peruaner und der Tapferkeit der vereinigten nee einen wichtlgea Theil des weitausgzedehnten Ge ts befreit, das früher die Spanischen Truppen beïeßt ten, nachdem er sie in Junin so hart gedemüthiar. ne Zweifel werden die Hülfsforps, welche im Oktober ì Panama nah Pzru abgegangen sind, zu rechter t eingetroffen sein und dur< Erweiterung des Ope. ions[hauplabes die bereits errungenen Vortheile be- den Befreiungstag Peru's herbeiführen und

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Süd ; America’s Schicésal unwiderruflih feststellen.// Nachdem der Vice: Präsdent einen flüchtigen Blick auf andere Theile von Amexica, das Unternehmen und den Tod Jturbide's, die Angelegenheiten von Guatamala, den Zustand von Brasilien nnd die Verhältu(ssÞ zwischen Columbien und den Vereinigten Staaten erwähnt, ges denfr er dessen, was hinsichtlich Englands vorgefallen ist.

Er bewerfr, daß die als General / Consul und Consuln hinúbergesandten Personen nur als in „deu Provinzen von Columbien“‘/ anstatt „in der Repudlik‘/ angestellt und „an die dort errichtet sein werdenden Behöôrdeu‘/ beglaubigt, in ihren Vollmachten erschienen sind, das Völferrecht aber vecwehre, jo!<he Anstellungen, weun nicht cine förmliche Anerkennung der Unabhängig» keit und des Bestandes als Staat vorhergegangen , an- zuerkennen. „Ju die peinliche Lage gestellt, die Repu- blik täuichen zu sollen durch ge)ezwidrige Anerfennung von Personen als beglaubigte Consulu, die nicht mit Empfehlung „an die Regierung Columbiens‘/ angefom- men waren und nicht als fúr „„die Häfen dev Repu- blik// bestimmc, founte ich kein Bedeuten tragen, díe Anerkennung (das execquatur) ihrer Ernennung zu ver- weigern und ließ den Commissarieu Sr. Großbric. Maj, neine gewichtigen Gründe hiezu auseinanderjeßen die Versicherung hinzufúgeud, daß ih, um einen neuen Bes- weis der Freund|schafc und des guten Willens gegen die Britti]che Regierung und Nation abzulegen, den zu diesen Conjulsstellen ernannten Personen gejtatten wol- le, den Handel und das Juteresse Englischer Untertha- nen in der Eigenschaft ais Agenten zum Schuße für Seesahrende und Handel zu shirmen. Die Commissa- rien nahmen dieje Bedingungen gerne an, ohne sich auf B.streitung der starïen Gründe, die ich angeführt, einzulassen. Weun der Congreß sich eriunern wird, daß ih mich (n meiner ‘vorigen Bochschaft verpflichtete , im Laufe der, mit den Commissarien Sr. Großbr. Maj. zu eróffneuden Unterhandlungen die Würde der Regie- rung und die Vortheile des Columbijchen Volkes nicht aus den- Augen vérlieren zu wollen „- so wird er jeßt cinseheu, daß ih meiner Verpflicheung stren ze nachges tommen- bin! Das Srtaatsreche bestimme die Zulassung von Consuln micht als eine strenge Verpflichtung eiuer Nation gegen die andre; diese kann einzig aus abge- |<lossenen Tractaten oder Uebereinkúnsten, oder von ei- nem Friedens und Freund chafts Verhältnisse zwischen Nationen , deren Unabhängigkeit gegenseitig anerkannt ijt, eutsteyen. Diejer Grundjalz, den die Engl. Regie- rung elbst kürzlich gegen den General-Consul von Bue- n0s Azres in London befolgt hat, wúrde die vollziehende Gewalt berechtigt haben, das exequatur zurückzuhalten, venn auch die Vollmachten der Conjulu würklih rich- tig Über|chrieben gewesen wären, Seitdem hat wegen Beförderung der Anerkenuung unsrer Unabhängigkeit uichcs verlautet. Die Regierung Sr. Großbr. Maj- lápc diejelbe von eigenthúm!ihen Juteressen Großbri- canniens und von der Beschaffenhetc der Nachrichten, die sie von ihren Commissacien erhält, abhängen,

ZR Wals 4,14 D,

Liegniß, Die Leinen - Manufactur wird leblyaft betrieben, doch siud die Preije der rohen Waare ver- háltiiißwáßig no< niedrig. Bedeutende Quañtitäten leinene Garne werden fortgeseßt. ausgefüh't. Die Lein- wand - Bleichen sind stark belegt, Ordinaire Tuche ünd auf der leßten Franffurter Messe zwar ziemlich abgegangen, obichon zu niederen Preisen, uach feineren Sorten hal! sih uur geringe Nachfrage geäupert. Für den Abjaßz des schlesi]cheu Glases ist die genaunzte Messe gunjiig ausgefallen,

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De S R E M Aga pre E H es E = p Tee” r e INENICCEE LIS D s R B L E E e s r L SIRRS L LI E Ma C M P E pie 2 T4 aa “ee M M I V, N - - L P p ‘2 ¡dp N m E

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