1825 / 88 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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Wissenschaftliche Nachrichten. auf 2,275,000 Thlr. zu

(Schluß des im gestrigen Biatte abgebrochenen Artikels : | sich úber Baumwolleu- Manufaktur und Handel.) Mas nun den anderen Theil der inländischen

Baumwollen - Fabrikation betrifft, dessen Wi: kfjam-

écit nur dahin gehet, fremde Gespinunste zu ver

weben, fo dürste dessen Betrieb im Jahre 1823,

etwa Folgendes ‘ergeben haben: Es sind úberhaupt zum Verbrauch im Lande eingegangen 5,619,625 Pfund Baum? | Land. wollen Garn, oder in runder Zahl 5,600,000 Pfund. Wird Durchschnittsweise der Preis des Pfundes engli\hen Garns, welches in sehr verschiedenen Num- mern bezogen wird , nur. zu 1 Thaler- angenommen, |0 giebt dres einen Kostenpreis von 2 800,000 Thalern in runden Zahlen für die verarbeiteten 5,600,000 Pjqund.

Aus den eingehenden englischen Garten werden in unsern Manafafturen Gewebe hergestellt, welche größten; theils zum Bedru>ken gebraucht werden. Man kann

‘Hierbei den Werthszusalß zu dem des Webermaterials,

durch den Weber, Bleicher - - Färber- , Druckers-, Ap-

pretirer- Lohn , und den Fabrikations -- und Handelsge: f

winn, mindestens auf das Vierfachè annehmen. So0-

nach würden a!so dem Kosten oreise von 2,800,000 Tha- lern , hinzutreten 11,200,000 Thaler ; und der Werth des Waarénprodufts aus dem eingeführten fremden Ge spinsten käme überhaupt auf 14,000,000 Thlr, zu stehen. Das Ganze der Fabrikation zusammengefaßt giebt folgende Resultate : om Jahre 1823 haben die- Baumwollen - Manu- fafturen zu ihrem Betricbe aus dem Auslande bezogen: Spinnmaterial « « « - für 1,087,500 Thaler Werths, eb material... +5 2,800,000 5 s zusammen ..««+. .. 5 3,887,900 i f

hieraus siud dargestellt : i « 20,025,000

WOERa a0 07e 0a 0/00 9 «Der Ertrag wäre « + + -_‘ 16,137,500 Gewinn, MWirfr man die 137,500 Rihlr. hiervon no<h weg,

für etwa verbrauchte fremde Färbematerialien u. dergl., so bleibt in runder Summe gegen 16 Mill. Thaler, als reiner National - Gewinn, den die im Jahre 1823 auf die Veredlung der roheu Baumwolle und fremden Garne und der Verschluß. der dadurch erzielten Waaren ver: wendeten Arbeiten und Kapitale geliefert haben.

Der Werthsbetirag- des verarbeiteten fremden Ma- terials zu dem der daraus hervorgebrächten Waaren fommt hiernach beinahe wie 1 za 5 zu stehen, und nâ- herr sih aljo dem Verhältnisse, im Ertrage derx engli hen Manusfäfturen gewissermaaßen,

Dieses wäre [chon an sich selbst ein recht {nes

J Resuicat der auf diesen Gewerbsbetrieb gerichteten Jn- dustrie im Volte! Es wird aber durch den glül.chen

Umstand bedeutend erhöhet, daß von den Waaren, die sie liefert, ein sehr betráchtlicher- Theil uicht im Lande verbleibt,. sondern ins Ausland abge)elt wird.

Nach - den amtlichen Angaben sind im Jahre 1823 an Baumwollen - Stuhl - und gestricéten Waaren 20,222 Centner ins Ausland gegangen. Se6sr man den Werth cines: Centners Baumwollen Waaren nur auf 250 Thlr., jo beträgt derselbe für dieje 5,055,500 Thlr., und man sieht hieraus, daß der Kostenpreis des eingehenden fremden Materials dur<h die Ausfuhr eines Theils der daraus verfertigten Waaren [hon überschließend gedectt vird, da der Kostenpreis des ‘ersteren nur 3,887,500 Thlr. beträgt, mithin hiernach die Baumwollen - Fabri:

lig sein zu können.

hohen Grad von Zwar fann die

zn dieier wie 1 zu 15

werden.

rang-und des Erwerbs werden verdient. Die tende - Erblúhen diefes aljo hôc<sst wünschenswe

Chemie nicht erfahren Muster gehört ein geb

Erfahrung hat gezeigt,

Festig?eit erblühet; ja

gen. Die zunehmende wollen : Waaren -

fortschreitet.

Beifall uud Annahme.

andere verfaufen will, und Mittel, éehrs gehört, erfolgt -

der Zeit anzunehmen

ebenfalls beleben.

im Baumwollen - Waarenhandel ergebende Ausfal der Bilanz doch zu gering, um für das Land nachthej Der National - Gewinn von meh als 16 Mill. Thlra., welchen, wie oben gezeiat worden, das Baumwollen - Fabrik - Gewerbe im J- 1823 abge, worfen hat, erstattet alles, und giebt demselben eine Wichtigkeit und Näöblichkeit für da

fation mic dem umfassendea Betrieb dersetbêèn in Groß britannien nicht in Vergleich gestellt werden, da sie sid

doch eiñen verhältnißmäßig bedeutenden Werth, und di Vortheile, die sie gewährt, verdienen immer beachtet 1M Sie bietet si< dem Lande in jeder Beziehuy als eine ergiebige Quelle der Besché frigung,

Die Kattundruckerei insbesondere ist eine Kun), deren- Betrieb uud Fior sehr zu bestreben . is. Jy Ausúbung erfordert wissenschaftliche Kenntnisse. Mi fann darin nichts leisten, wenn man in der Physik un

und eine ni<ht gemeine Kunstfertigkeit des Ausfúührert _— Dies Gewerbe nimmt also den Beistand der ‘cxra cis Wissenschaften und der bildenden Kúnste stark ‘in A spruch, und sein Betrieb dient dazu, die wissenschaftli Bildung und das Kunstgeschi> der arbeitenden Klass mehr zu verbreiten und zu erhdhen. Eine Folge, di die Wichtigkeit ihres Betriebs sehr vergrößert! - Man hat gegiau®t, j hibitiv-Systems sei nothwendig zum Beskehon und zuy ‘Flor der preußischen Baumuwollen - Manufakturen. D

Sie haben sih bei der H tzn, sondern sind auch zu hdherer Vollkommenheit un

eröffnete Concurrenz mit dem Auslande selbst beigetr

Theil aus den eigenthümlichen örtlichen Verhältni unsers Landes hervorgehet, sichert ihnen den Abjaß, u <húüßt sie davor, durch andere verdrängt zu werd Glücklicherweise kömmt man überall Einsicht, daß, wenn man die Früchte seines Fleißes d man auch wieder von, den ihrit! annehmen muß, weil. sonst das Bleichgewicht der Kräs das zur Erhaltung eines lebendigen Vi aufgehoben wird, einseitige Verarmu! und fein Vortheil. bringender- Handel existirt finn. Die Gestalt, welche der Welthandel in der Fo

Industrie unbezweifele zum Vortheil gereichen, und d wichriaen Zweig derselben, die Baumwollen-Fabrifkatil Jhr Werrh für das Ganze wird 6

in Zukunft gewiß noch höher steigen.

stehen fommen würde, #9 ist de

inlándishe Baumwollen - Fabri

verhält. Aber sie hat deshal

A{[l geWMWeine

reußische Staats / Zeitung.

“N 86

der Nil Berlin,

Sonnabend,

den 16ten April 1825.

an, die benußt und erweitert ¡p Erhaltung“ und das fort\c<ri núßlihen Gewerbszweiges su rth.

I Amtliche N

00ND €86

c

Se. Königl. Majestät hab

ist. Zur Darstellung gefälligy ildeter Geschmack des Angebus

Pri

die Aufrechthaltung des

daß sie desselben nicht bedürfe andelsfreiheit nicht nur erh

Zhulanstalt daselbst, und Ausfuhr der preußischen Baut i

infonderheit der gedruckten Berlinsrauden zum Pfarrer iu Krap Túcher, beweiset am Besten, daß die Fabrikation dauer!

{uh auf den neuen Märkten, der europáischen Judustrie in andern Welttheilen j dien, finden die Produftre des preußischen Gewerbfleiß

die fi

Angekommen. Der Ka

hre Preiswúürdigfkeit, die zl

immer mehr |

verspricht, wird déèrpreußisá

Paris, 9. April. Jn ammer vom 6. hat der G

fatiou 1,168,000 Thir. mehr ins Land zieht, als sie fur den Stoff zu ihrem Betrieb an das Ausland abgiebt.

Sind nun auch zufolge dieser Angaben, im Jahre 1823, 9100 Ztnr. auslándishe Baumwollen - Stuhl: und gestri>re Waaren eirg?gangen und im Lande ver- vraucht worden, deren Werth nach unjern Aunahmen

Freit. 15. April.

gehren 4 F. Kind: Musik von

Gedrucét bei Feister.

Kdn igl iche

„Der Freishüß,“

nissions- Bericht Über das En (attet.

Schauspiele. Jm Schauspielhause. Oper in 3 Abtheil: C, M. von Weber.

nan damals wohl. ermessen ,

Redacteur J of

auf Buch zum Landrath des Nieder-Baruimschen «eises allergnädigst zu «ernennen geruhet.

Der bei dem hiesigen Stadtgerichte stehende Justiz ommissarius Buse ist zugleich zum L s im Departement des Kammergerichts bestelle worden.

: Im Bezirk der Königl. Regierung

1 Oppeln! ist der Kandidat der Theologie Greiner m Wini Hülfsprediger bei der ‘dasigen evangelischen Kirche zur Begründung dieser hat lsügd zum Rektor und ersten Lehrer bei der evangeli]then

der zeitherige katholische Pfárrer R ichter in Groß-

r Maskow, als Courier von St. Petersburg. Abgereist. Se. Excellenz der Hofmarschall und ntendant der Könt1gl. Schlösser und Gärten Freiherr on Malbßahnu, nah dem Mecklenburgischen , und der General „Major und Commandeur der 7ten Ka- allerie: Brigade, von Sohr, nach Magdeburg.

achrichten. T.4.g: 6: s

en den Domherrn von

Notarius publi-

piß ernanne worden.

iserlih Russische Feldjä-

11, Zeitungs-Nachrichten. Ausland.

der Sißung der Pair s- raf Portalis den Com- tshädigungs-Geseß abge

] Er- erinnerte au die Geschichte der Confisca- Auf Mionen uud wie dieselben eins der schre>lihen Mittel ewesen seien, um eine durchgreifende Umwälzung -der jestehenden Verhältnisse zu Stande zu bringen, indem

daß nur durch eine gäuz-

liche Veränderung des Grundbesißes alle Erinnerungen verwisht und alle Monumente früherer Zeit zerstört werden fonnten , wurde diesen Maaßregeln eine so schre>liche Ausdchs nung gegeben ; 23. Juni 1793, jeille ni<hr Bürger dieser Städte waren , tlárr, wenn sie dieselben nicht binnen 24 Stunden vers- lassen würden, \hmachteuden Priester als Emigrirte bezeichnet. Leute, die längst vor dem Ausbruche der Revolution gestorben waren, wurden ins Leben wieder gerufen, auf die Emis

deshalb, sagt der ‘Berichterstatter, deshalb wurden durch ein Dekret v. alle si< in den SrädtenLy-n, Mar- Caen aufhaltendén Franzose, die für Cmigrirte. ers

Bordeaux ,

Eben \o wurden die in Gefängnissen

grirten - Liste gebracht, «und solcher Gestalt ihre Famis lien geplunder. Wo ih eine reiche Erbschaft zeigte,

‘wurden durch ein Dekret alle bekannten und unbefanns

ren Erbberechtigten für Emigrirte erklärt, und- die Erb- ¡chaft eingezogen. Ja man entblôdete sich nicht, den

Hohn mit der Raubgier zu vermischen , und Hospitäler

auf“ die Emigrirten - Liste zu brungen , die Emuigration ist aljo der Vorwand, nicht die Ursache der Confiscation gewesen. Die Unglücklichen Folgen dieses Frevels an dem wichtigsten Eigenthume sind es, denen, }o viel wie möglich abgeholfen werden sol. Es ist also nicht von der Emigration, sondern recht eigentlich vom verleßten Grund - Eigenthume die Rede. Diese Verleßung an einer oder an mehreren Familien ausgeübt, ist stets für das Ganze äußerst nachtheilig; denn durch dieselbe wird Haß und Erbitterung erzeugt und Revolutionen weit über ihre eigentliche Dauer no<h ausgedehnt. Es ist also dem Juteresse Aller angemessen, daß denjenigen, deren Grund» Eigenthum verleßt worden is eine -Ents schädigung gereicht werde, darum ist auch das gegen- wärtige Geseß durchaus feine belohnende, sondern eine ausgleichende wieder gut machende Maaßregel. Das Maaß der Entschädigung ist auch nicht nach der Treue, nah der Aufopferung Einiger festgeseßt. Das Geseß kennt keine Ausnahmé keinen Unterschied , der Perso- nen, es existirt für dasselbe nur das eine Moment, nämlich die Confiscation von Grund - Eigenthum. Es geht niht auf Meinungen , auf Handlungsweisen zu- rúc; es kommt dem Republicaner von der Gironde, dem Royalisten von Toulon dem Opfer und dem Ges \ellen Robespierre’s zu statten, so bald sie in Folge der revolutionairen Confiscations - Geseße in ihrem Grund- Eigeuthum- gelitien haben. Der Redner zeigte nun weiter den Unterschied zwischen den Verlusten an ‘unbe- weglichem und an beweglichem Eigenthum, er ging fer- ner in das CEinzélne des Geseßes ein, und schloß mit dem Autrage - auf Annahme des Geseßes mit einigen Amendements. Wenn leßtere von den Pairs gut ge- heißen werden, so muß das Geseß noch einmal der De: putirten - Kammer vorgelegt werdet.

g R A AJRA A F L, E E N

S E S E E Ie M T A Hr P A Ee I Dem

E R I A