1825 / 88 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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Der Kriegs - Minister brachte vorgestern ein Geseß in diese Kammer, dahin zielend,. die am 10. Au- gust 1792 bewiesèae* Treue der braven Schweizer zu be- lohnen. Es joll nämlich - allen noth lebenden Unterof- fizieren und Geweinen von dem ehemaligen Schweizer: Garden - Regiment eine jährlihe Pension von 300 Fr. für die Sergeants, 250 für die Corporale und 200 für die Gemeinen lebenslänglih ausgeseßt werden.

Am 22. d. wird das Hauptquartier der Reserve- Division, welhe Spanien jeßt räumt, in Bayonne ein- treffen; dasselbe briht am 12. von Victoria auf.

Der öffentliche Unterricht hat dur< den, für alle Freunde der Religion, der Sittlichkeit und der Mo- narchie sehr shmerzlihen Tod des Hrn. Petitot, welcher in dem Ministerium des Herrn“ Erzbischofs von Her- mopolis jenem wichtigen Verwaltungszweige vorstand- cinen empfindlihen- Veriust erlicten. Auch als Schrift- steller genoß Hr. Petitot, durch seine Ueberseßung des Kifieri und durch andere Werke, eine vorzügliche Achtung.

Rente 102, 30. 102. 25. :

London, 5. April. Gestern hatte der spanische Gesandte und am Sonnabend der Gesandte der Veret- nigten Staaten von Nordamerika Geschäfte mit dem Minu1jter Canning im auswärtigen Amte.

Das Gefolge des Herzogs von Northumberland als- diesseitigen außerordentlichen Gesfandtea bei der Salbung Sr. Mai. Karls X. wird aus nah an 100 Personen bestehen, zur Hälfte Dienerschast, zur anderen Hälfte aber junge Edelleute.

Nächst dem hoben Verdienst, eine heilsame Verän- derung in unserm National - System auszusinnen, steht unserer Meinung nah (lagt der Courier) das Verdienst, dieselbe zur rechten Zeit in Vorschlag zu bringen. Der Taftc eines vollendeten Staatemanns wird nie deutlicher sichtbar, als wenn derselbe eine Abwcichung- von dex al- ten Regel, wodurch sonst allgemeine Unruhe“ und Be- sorgniß erregr worden sein würde, unter Umsiänden an- empfichlt , welche das Vorurtheil entwassnen und der Maaßreg:l ein aufrichtig:s ‘und aflgemeines: Willkem- men! sihecn. Daß dieser Ruhm dermalen dem Herrn Huskisson gebührt , zeigen die Bemerkungen, welche alle Provinzialblätter enthalten; wir theilen nachstehend dase- jenige mit, was in dieser Hinsicht im Cork - Advertiser zu lesen gewesen ist: „Das Ziel des- Ministeriums tft mit wenig Worten das: das vereinigte Königreich zur Manufaktur und zum Waaren: Magazin für die gauze Welt zu machen und unserer Wohlfahrt keine anderen Schranken übrig zu lassen, als die des Erdballs selbst, na< déssen vollständiger Bevölkerung und nach erlangs-, ter hôchster Stufe des socialen Zustandes. Ueber Rect- procitär, welche Einige no< immer als einen Stein des Anstoßes betrachten zu múüssin glauben, kann nichts treffenderes und einleu<tenderes gesagt werden, als von Hrn. Huskisson geschehen. Zunächst haudeln wir zu unserem eignen Wohl; und das erstreben wir; nächft- dem aber werdeir andere Länder, ‘durch die unsersecitige Annahme ihrer Erzeugnisse, gleichviel ob solche roh oder verarbeitet sind, direct oder indirect genöthigt, die un- sercn anzunehmen. Wir fköunen ihre Güter nur mit den unseren, in einer oder der anderen Gestalr, bezah- len, und sie mússen bald finden, daß, je wohlfeiler sie solche vershaffen, das heißt: je zwangloser und je wenigèr Abgaben unterworfen, dies um so vorcheil- hafter für sie selbst ist. Fremde Nationen fönnen wohl

einige Zeit lang illiberal bleiben ; aber wir schlagen jebt- die beste, vielleicht die einzige wirksame Bahn ein, sie zu einem ander:n Verfahren zu zwingen.//

Nachrichten aus Malta zufolge hatten die Besow nisse wegen Einbringung des gelben Fiebers durch Baum-

Am Sonnabend sind Briefe aus Lissabon bis zu 13. März eingelaufen, Graf v. Palmella sollte am { nach: England unter Seegel gehen und eine portugi

Er wird den Hrn. Silvestre Pinheiro mitbringen, ein Mann, der zur-Constitutions- Zeir im Ministerium j nen Posten bekleidete.

Nach Privatbriefen aus Madrid soll sich Hr. Uge dadurch die Ungnade des Königs zugezogen haben, d er geneigt gewesen, bei einer neuen Anleihe dis Cort Obligationen zu einem gewissen Preise anzunehmen.

Die Spanische Regierung hat ihren ganzen Qu silbervorrath vou 414,000 Quintals aus den Minen y Almaden an ein Franzdsi\hes Handelshaus, zu 38 Y ster das Quintal, verkauft.

Auf Lloyds ist heute die Nachricht von einem y heerenden Brande auf der Jusel St. Thomas eiy gangen. Das Feuer brach am 12. Februar, Mory um 8 Uhr, auf dem Marfte aus, und griff so <1 um sih, daß shon am Mittag der westliche Theil Stadt in Flammen stand. Mehr als 500 Häuser w den ein Raub der Flammen und der Schaden wird 12 bis 2 Millionen Dollars ges{häßtz -besonders hal die ärmern Klassen seyr gelitten und es wurde sogli eine Subscription eröffnet, tie 10,000 Piaster einbraá

Dresden, 11. April. Wegen der am 1. d. Y glücklih erfolgt:n Entbindung Jhro K. K. Hoheit b Frau Großherzogin von Toscana, Nichte Sr. Maj. di Königs, wurde gesteru bei Hofe Gala angelegt, und i den Hof - uud Stadtkirchen Vormittags der Ambros nijche Lobgejang abgesungen.

Mittags fand Königl: Familientafel, und Abeul Appartement in den Paradesálen des Königl. Schl Jes statr. i J

Kassel, 12. April. Se. königl. Hoheit der fürs habzn allergnädigst geruhet, Ihren. Gelchäfrsträgl

mee, Karl Friedrih Wilkens; unter dem Name Wilkens von Hohenau in den Adelstand des Ku fürsteunthums zu erheben.

_ Stocholm, 1. April, - Da die Gefahr wegen di (früher gemeldeten) Pferdeseuche vorüber zu sein sein jo wird das Lager auf Ladugardsgärdet doch statt fi den. Gleich darauf werden JI- MM. und KK. H nach Ramiósa abreisen , und von dert der König u die Königin, begleitet von dem Norw. Staatsminist Herru v. Sommerhjelm und einem nicht- zahlreich Gefolge, nah Norwegen.

Ín Folge eines K. Schreibens an den Gener Zoll - Director wird zum Zwecke genauerer Bestimmun gen in unserm Zolltarif den K. Ministern in Englan Frankreich, Niederland und Hamburg aufgegeben , mil Hülfe der K. Con]sula jedes Ortes Muster und Probe von den vorn:hmsten Ellenzeugen , Manufacturwaartl Rauch - und Schnupftaback und Eisenfabrikaten anz 1chafen und anherzusenden.

Hier ist ein Höfer Namens Boman gestorben , dl sein ganzes Vermögen von mehr als 100,600 Rrthr, Bt an milde Anstalten vermacht hat.

Str. Petersburg, 5. April. Se. Maj. der Kai ser haben Höchstihren Leibarzr, den wirklichen Etats rath Stofregen , zum Zeichen Jhres besonderen Woh! wollens gegen dessen ausgezeihneten Dienst, zum Rik ter des Ordens vom heil. Wladimir zweiter Klasse, (f nanut. 4

Der im Januar 1823 verstorbene Taganrogs( Kaufmann Depalda hat ein Kapital von 100,000 Rw bel, um von den Zinsen dess:lben ein Hospitium fü!

wolle no< ni<t aufg:hôrt und es war daher durch einen Befehl des General-Gouverneurs diz Einfuhr dieses Artikels bis auf weiteres verboten. Die Jusel hat durch |

15 Schiffbruch und Unglück erlittene und mit Krank heit ‘behastete dúrftige Seefahrer , voizugsweise vol

: außerordentlihe Därre gelitten; doch war nach neuesten Berichten etwas Regeu gefallen. Lum

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sche Fregatte mate si< zu seiner Aufnahme ferjs{aganrog zu errt

am fônigl. preußisheu Hofe, Major à la suite der A

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riehisher Nation zu unterhalten , und 20,000 Rubel Hau oder zum Ankauf cines angemessenen Gebäu- ves für diese Anstalt vermacht. Auf Ansuchen, der Testa- nénts- Vollzieher und. mit Genehmigung Sr. taje des daisers haben F. Maj. die Kaiserin Maria die}jes‘-in ichtende Hospitium unter Höchstihren Zub genommen.

Spanien. 98, März (im Aristarque)

Nach Privatbriefen aus- Madrid vom war der Gesundheitszustand es Königs wieder so gut, daß Se. Maj. in der näch - olgenden Woche mit der ganzen Königl. Familie nach ranjuez abzugehen gedachten, wo dann . auch der Ab- hied Sr. Kdnigl. Hoh. des Prinzen Maximilian von Zahsen und der Prinzessin Amalia statt finden follte. Hr. Martinez, ein reicher Goldarbeiter in Madrid, atte Befehl defommen, zum 5. April alle. das Silber- eug, womit Se. Maj. Jhren erhabenen Schwiegerva: er zu beschenfen beabsichtigen, bereit zu halten, Ihre Maj. die Königin haden Jhrer Schwester ein silberne€ Fafel- Service, eine silberne Toilette und mehrere an- e mit Edelsteinen verzierte Kostbarkeiten zum Ge-

henf gemacht. Man glaubte in Madrid, daß Hr. Ugarte, der den anfänglich abgelehn-

o< immer daselbst verweilte, n Gesandtschaftsposten in Turin doch no<h annehmen erde. E

Spanisches Amerika. Von dem Jnhalte der gestern erwähnten) Botschaft des Vicepräsideutcn San- inder an den Congreß von Columbien theilen wir noch plgendes mit. Nachdem derselbe in Bezng auf England o< die Hoffnung ausgesprochen, baß eine Enticheidung i Bezug auf die Anerkennung Columbiens bald zu er- arten siehe, und nachdem er sodann bemerft hat: daß Sendung des Königl. Niederländischen Commissairs, e Quartel, „„der mit Vollmachten und Versicherun- von dem Statthalter von Curacao, in Krafc be umter Befchle ‘der Regierung‘/ zu Bagota angefom- i, + gatiz denselben Erfolg wie die Ankunft der eng- schen Comuln, aus gleihen Gründen, gehabt habe, denkt er der Verhältnisse zu Haity.

„Die Oberbehöôrde von Haiti, sagt er, hat gleich- lls einen dffentlichen Agenten bei der Regierung Co0- imbiens beglaubigt, -der den Abschluß eines Defenslv- Bündüisses mir uns wider jeden Einfall aus anderen zebieten vorschlug. Die in den Vorschlägen vorwalten-

Sprache der Freiheit und die Privatdienstleistungen, elche der Libertador und Prásident durch menschen- eundlihe und gefúhlvolle Aufnahme ia einem trauri- nZeitpunkte *) erhielt, hießen die vollziehende Gewalt

ähwohl niht das, in diejer hôchst zarten Verhand-

ug erforderlihe Benehmen verkennen, Haiti hat jeine nabhángigfeit wider die Ansprüche Frankreichs verthei- gt, von welchem es einen Theil bildete, wie Colum- en jeßt die ihrige wider Spanien vertheidigt. Ein efensiv-Búndniz mit Haiti würde uns einem Kriege it einer Nation bloßgestellt haben, wider welche wtr ine Beschwerde führeu und die wir nicht zu Feindse- jfeiten reizen dürfen. Der Vortheil der Republik er- rdert es, die Zahl ihrer Feinde zu vermindern, die er der voraeschiagene Tracrat vermehrt haben und gra- unter Umständen eingetreten sein wúrde, wo die pan. Regierung sih äußerst bemüht, Frankreich in ei- u Krieg mit Amerika zu ziehen. Nie kaun das In- esse Haitis mit dem Unsrigen in Beziehung auf die tmaligen Murterländer gleichgéstellt. werden, Es ist erdings eine Sympathie in dieier Husicht vorhanden ischen Columbien und jenen Staaten Americas, dîe her vou Spanien abhingen, und dieserhalb hat die

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*) Als General Bolivar, aus Venezuela vertrieben, per- lich na Haiti flúchtete.

dâchtige und verrätherische Benehmen

Regieruùñg dieser Republif eine Verbündung- unter den neuen Amerikanischen Staaten befördert und abgeichlos» sen. Die zwischen diesen und uus best-henden Trafktas ten verhindern uns jedo durch ihre Be]chaffenheit selbst, uns in Bündnisse mir Ländern einzulassen, die der Spas- pischen Nation nicht angehört haben, und ein Trußs bündniß mit Haiti würde unsern Verbündeten ohne de- reu Kenntniß oder Zustimmung einen neuen Feind zu- ziehen. Sie wissen, meine Herren! daß der östliche Theil der Jusel St. Domingo Frankreich durch den Baseler Frieden zugehörte und herna<h dur den Pa- riser an Spanien zurückgegeben wurde; daß die Ein- wohner der Scadt Sauûto Domingo sih 1822 für un- abhángig erflárten; daß sie in den leßcen Tagen ihrer politischen Existenz die Columbische Fahne erhoben ; und daß das Oberhaupt von Hatti dieses Gebiet seiner Herr- schaft unterworfen hat, aus Gründen, die nicht genau befaunt sind, obgleih das Grundgesch zum Vorwande angeführt worden. Nicht scheint es, daß -das Benehs- men des Präsidenten von Haiti ihm die Feindschaft Spaniens zuziehen sollte, der einzigen Nation, mit der wir im Kriege sind; weil, als die Haitishen Behörden den vormals Spanischen Antheil der Jusel beseßten, sie niht von einem Spanijchen Gebiete Besiß nahmen, sonde(h von einem unabhängigen Lande, das einen Wunsch kundgegeben hatte, sih unter den Schuß Colum- biens zu stellen. Alle diese Gründe haben die vollziegende Gewalt bewogen, den Vorschlag des Hattischen Agenten an die kúnftige Versammlung der vereinten Bevollmächtigs ren der Americaniichen Regierungen zu verweisen. Frank- rei und unsere Verbündeten werden aus diesem offsuen Benehmen die Grundsäße und die gute Politik der Co- lumbis<hen Regierung wahrnehmen; ersteres insonder- h-it muß einiehen, daß wir mit Aufrichtigkeit und gus ter Absicht bei den Schritten verfahren, die wir gethan, um Se. Allerchristl. Maj. der Republik geneigt zu mas chen, und daß wir nicht der Franz. Regierung das vers jener Perjonen beimessen, die mit der Fregatte Tarn in unserm Lande ankamen und deren Reise einen Besuch bloß um die Lage unsrer Angelegenheiten auszufundschaften, zur Absicht zu haben lchien.““

Der übrige Theil der Botschaft bezicht sich auf die inneren Angelegenheiten.

J. 6m d.

Aachen. Die eifrigen Bemühungen, welche die Ortss vorstände fast durhgehends auf die Gemeind-:-Obstanpflans- zungen, diesen wichtigen Zweig des Communalwesens, während der leßteren Jahre unausgeseßt verwandt ha- ben, sind nicht unbelohnt geblieben ; der gedeihliche Forts gang der Gemeinde -Obstbaumpflanzungen zeigt jet schon die erfreulichsten Resultate. Aus einer amtlich angefertigten Haupt: Uebersicht ergiebt si< 1) daß in sámmrtlichen Kreisen des Regierungsbezirks 109 Obst- baumichulen vorhanden sind; 2) daß darin gegenwärtig

noch 164 590 Wildstämme besteben, daß aber 3) nur allein seit dem Jahre 1823 dis 1824: 49,838 Edelstäámme

gezogen wurden.

Bromberg. Jn den Kreisen Bromberg und Mogiluo hebr sih der Handel mit Schwarzvieh und Wolle. Mehrere Schaafheerden- Besiber haben bereits die künftige Schur verfaust und es wird von ihnen, bei dem Stelgen der Wollpreise, alles Mögliche zur Vers edelung ihrer Heerden angewandt. Auch die Tuche inacherei erhált si<h in einem erwünschten Fortgange ; es wurden im Monat März verfertigt, 1) in der Stadt Chodziesen 432 St>. Tue, 2) in Margonin 242 St>., 3) in Samoczin 1300 Stck., 4) in Schncidemügl 12 St>.z; mithin in allem 1986 Stücke Tach und tu