1825 / 106 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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Geseß, ‘welche mit einer Majorität von 42 Stimmen angenommen worden; und doch ist fein Geses mehr Angriffen von Seiten einer Anzah[ unjerer Tagblätter ausgeie6t gewejen, als gerade dieje beiden.

Nachrichten aus Bayonne zufolge befindet Herr Ugarte sich no<h immer daselbst und nichts deutet dar- auf hin, daß er bald abreisen werde.

Nach Briefen aus Catalonien haben die franzôsi- shen Truppen am 9. April Hostalrih und Cardona ge- ráumt und. die spani¡hen Truppen sind am selbigen Tage dort eingezogen.

Rente 101. 80— 101. 65.

London, 29. April. Se. Maj. hielten vorgestern das angekündigte zweite Lever und ein Bath: Ordens- Capirel. Die Versammlung war wohl um 100 Perso- nen zahlreicher als beim ersten Lever. Die Deputation Jrischer Katholiken unter Anführung des Grafen von Fingal überreichte eine Bitt)chrift. Der Gesandte der Vereinigten Staaten. Hr. schi:ds - Audienz.

Gestern erhielt Graf Lieverpool Audienz bei Sr. Majestäc. :

Jm Untérhause- sprach- gestern Hr. Grenfell die Er: wartung aus, daß irgend ein ausgezeichnetes- Mitglied in diesem oder dem andern Hause einen Antrag aus eine, etwa erforderliche Aenderung des Krönunzseides machen werde. Man hält fast allgemein den Tyron- erben nicht für berechtigt, eine Aenderung im voraus für ungülcig erklären zu wollen. :

Die Times sagen: ‘„„Der Thronerbe ist allgemein anerfannt, zu sehr ein Ehrenmann, als daß er, wie ein Gerúcht sage, zu seiner neulichen Erklärung von dem Lord - Kanzler instigire seyn tônne. Die K. Cin- willigung zur Emaucipations - Bill - ist daher nicht zu hoffen, so lange der pràjumiive Erbe den regieren; den Souverain überleben wird. Wir wundern uns da- her niche, daß Hr. Canning das Podagra hat.‘/ ‘Sie meincu übrigens, daß es- eine übertriebene Ausicht und Gewissenssctapel sei, wenn der Hochsel. König und Se. K. H. jeßt einen Grund wider die Zulassung der

_ Katholischen Emgncipation in der, in Rede stehenden Stelle im Krönungsetde gefunden. Die ganze Stelle lautet wie folgt:

Der Erz- oder Bischof fragt: ¿Wollen Sie mit der Auwendung Jhrer äußersten Macht die Ge)jebe Gor; tes, das wahre Bekenntniß des Evangeliums und die gelebli< eingeführte Protestantishe Reformirce Religion aufrechterhalten? uud wollen Sie den Bischdfen und der Geistlichkeit dieses Köuigreihs und den ihneu au; vertrauten Kirchen alle R-chte und Privilegien, die ihnen allen und jeden geseßlich zustehen oder zustehen werden erhalten?“ Der König oder die Königin autwortet: „„Ales dieses verspreche ih zu thun.

Am Schlusse der Rede, welche Herr Canning am 25. im Unterhause zu Guusten der Emaucipation der Katholiken hieit, jagte derselbe: Jch muß endlich noch einige Bemerkungen- machen, welche die ganze AufmerÏ- samkeit des Hauses verdienen , weil sie nicht bloß den

inuern Zustand Jrlauds, sondera den Ruhm und die Sicherheit des“ ganzen Reichs betresseu, So wie uuser innerer- Wohlstaud sich hebt uud fortschreitet, unsre Macht sich befestigt und ausdehnt, wächst auch die Wahrscheiulihkeit, daß, wie es oft bei einzelnen Men schen der Fall ist, unsre Nachbaren neidish auf uns hinbliéen und uns von dem Gipfel, auf dem wir stes hen , herabzubringen suchen werden. Wohin werden sie daun wohl ihre Blicke wenden? wo die shwache Seite uusers Reichs suchen? Die Antwort ist, leihe. Nir- gends anders als in Jrliand. Dorthiu wird ihr Jn- stinct sie führen z dort, dort werden- sie sageu, ist Eng- l1inds \<wache Seite, dort is es anzugreifen ! Es ist

Rush erhielt seine Ab? }

Das Haus ist zwar wohl der Meinung, unser Lay habe feinen fremden Angriff zu. fürchten ; allein i< ha mich verpflichret , dasselbe zu versihern , daß, wenn dj Katholiken länger in ihrem jeßigen Zustande verbleibe man dadurch eine Krankheit nährt, die ihren Siß did neben den wichtigsten Lebensadern hat, und es dann | ner großen Gewalt bedarf , dieselbe todtbringend macher. Wunde heile, die seit so lange an dem Staatskörpi nagt ; daß es die Hoffnungen derer vereitle, die u úbel wollen, und da Einigkeit stifte, wo jene Trenuun zu finden hoffen, damir jene Wunde, wenn es nochma| ndihig werden jollte, unjre National. Ehre zu verthei) gen geheilt werde, ohne daß eine Narbe davon nad eibe. i

Die Sißung des Unterhauses vom 26., worin di zweite Lesung der Bill des Hrn. ward , endigte sich erst am folgenden Morgen um 23 Uh Die Motion des Herrn Whitinore auf Ernennun} eines Ausschusses zur Untersuchung der Körnge\elze war diesen Morgen um 2 Uhr mit 187 gegen 47 Stimmaß verworfen. Hr. Huskisson machre seine veësprochne Et flárung fúr das náchste Jahr die aber jederman ziemlich dunfel finden will, b a

Wir eriunern uns, sagen die Times, daß der ve storbene Herzog v. Bedford ,- ein nie ohue Achtung zl nenneuder Name, fleufzend erflärte, daß „„die traurig! Wahrheit“ jeßr úber allen Zweifel hinaus liege, daj England nicht Korn genug producire, um seine Bewoh ner zu nähren ; damals war das Korn sc{re>li< theur, Daun fam eine Zeit der Fúlle und die „„traurige Wahr heit‘ stand nun, na< Graf Liverpool,“ eben so fest, daj England ‘nicht Einwohner genua- hade, um alles Kort was es hervorbringe, zu verzehren. Jeßt, glauben wir, sind wir auf die frúyere traurige Wahrheir zurückzw fommen, daß wir zuviel Mäuler für unser Kort haben,

In einer dieser Tage hier gehaltenen Versammlun von Müúllern ist auf Antrag eines Mitgliedes der vei núnftige Beschluß mit| Acclamatiou gefaßt worden; um freie Korneinfuhr zu bitten, damit wir es, durd unsre vortrefflichen Maschinen in Mehl verwandelt, ausführen fönuten.

Die Regierung hat gestern mit mehrern nach Ruß land handeinden Hänsern beträchtliche- Contracte weg! Hanflieferungen abgeschlossen.

Die neuesten Depeschen vom General - Lieutenau! Barn:s, dem Goaverneur von Ceylon, vom 9ten Net v. J. haben nichts Wichtiges mitgebracht.

Von Lissabon sind Briefe bis zum 17ten April an aefonimen ; sle geben aber nicht den mindesten Aufscluß úber die von Sir Charlee Stuart gepflogenen Unter handlungen. Es heißt jedoch, unjer Bothichaster werèt die Houprtstadt Portugalls nicht so- bald verlássen , - al man anjanugs erwartet hatte. s

__ Die Columdiiche Kriegs\chaluppe Bolivar hat, wit Nachrichten aus Havanna vom 9ten März melden, eit Spauisches, mit 16 Kanonen bewafsnetes und reich be ladenes Schiff Taraniala, aus Cadix, genommen, dessel Ladung an Quecksilber u. st. w. auf 500,000 Piaster g hält wird. :

Zur Verlegung des Sikles der Columbischen R& gierung von Bogota nah Ocana soll hauptsächlich di Entfernung der bisherigen Hauptstadt von der Seeküstt Veranlassung gegeben haben , wodurch die immer wid tiger werdenden Verbindungen mit Europa bisher eint großen Zögerung unterworfen waren.

Die Morning - Chronicle will wissen: in den lebten Tagen des Februars wären in der Hauptstadt Mexics einige Bewegungen vorgefallen, welche die Verweisung m-hrerer Freunde des Vicepräsidenten, Generals Bravo, unter andern des befannten Finanzministers Alaman zur Folge gehabt hätten. Man schrieb diese Machinationen

zu bedauern, daß sie, allem Anschcin nah, Recht haben.

nit? sowohl der Eifersucht der Partheien Victoria's und Bravo's, als: den Feinden der republikaniichen Re;-

gierungsforin zu. der Morning - Chronicle, erklärt jedo< die Nachricht für

yóllig ungegründet.

: s ¡Theils ‘der Jlias auf Papyrus, die ein, für Hru. Ban J< wünsche deshalb, daß das Haus disMtes reisender Franzose auf der Jnsel Elephautine in Hber-:Aegypten gefunden, ist- hier angekommen.

roe, nachdem er dem Dienste seines Vaterlandes einen qroßen Theil seines Lebens gewidmet; am 23. März

gehen.

Littleton beschlos(MGränzen des Districts Columbia zu geleiten.

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Der Globe, sonst ein warmer Freund

Der anti guarishe Schaß einer Handschrift eines

Nach dem National - Jntelligencer wollte Hr. Mon:

uf sein Pachtgur in London - County, Virginen, abd- „Eine große Anzahl unsrer Mitbürger,“ seßt enes Blatt hinzu, . „beabsichtigt, diesen erlauchten und jetehrenswerthen- Mann des Vaterlandes bis an die

Nachrichten aus Pto. Cavello vom 9. März zufolge hatten die Franzosen die Biokade aufgehoben.

Man hat ‘die Besorguiß, daß Marq. v. Maguan her als der Ueberbringer unseres Handels - Tractats, bers Campbell, in Bogota eintreffen dürfte.

Man berechnet, daß wenn die große Speculation n Baumwoölle, die den Preis um 150 pCr. gehodeu, ih hâle , die jeßigen Juhaber eine Million Sterling erdienen werden.

Consols 92. j 7 i

annover, 3. Mai. Se. Königl. Hoheit, der Beneràl-Gouverneur sind, begleitet von dem Geheimen- Rath und General-Wasser-Bau- Direktor Schulte, gestern on hier abgercist, in der Absicht, die von den Sturm uten am 4. Februar heimg?suchten Gegenden zu be eisen, Hdchstdieselden haben Sich gestern nach Lúne- urg begeben, werden von da ab über Harburg, Stade, teuhaus, Ribebüttel nah Bremerlehe gehen, und über ‘ittmund, Norden, Emden, Leer, Aurich und Olden- rg hicher wieder zurückkehren. Die Abwesenheit Sr. Fdnigl. Hoheit dürfte etwa 14 Tage dauern.

In dem Jahre 1824 sind in dem Königreiche 8,017 Knaben und. 26,291 Mädchen, zuïammen 54,308 inder geboren. Nach Abzug von 2034 Todtgeborenen, eiben 52,274 Lebendiggeborene. Die Zahl der G- {tor uen beláuft sich auf 32,204, nämlich 16,256 männli- en, und 15,948 weiblichen Geschle<hts, Es sind mit- n 20,070 mehr geboren als gestorben. Gegen das ahr 1823 stud 520 weniger geboren, und 16 weniger stôrben. - Unter den Gestorbenen erreichten 81 Perjo- n ein Alter von 91 bis 100 Jahren und darüber, und 7 verloren ihr Leben auf eine gewaltsame oder un- úéiiche Weise. Couficmirt sind 31,126, und gegen s Jahr vorher, 1277 mehr. Copulirt sind 12,142 aare, und gegen das Jahr 1823, 175 Paare weniger.

Karisruhe, 30, April. Gestern Vormittag über- ahte. eine Deputation dex zweiten Kammer, den räsidenten, Kreisrath Dr, Kern an ihrer Spiße, r. Königl. Hoh. ‘dem Großherzog die-Geseßesentwürfe

Betreff des Budgets der Amortisationskasse für die hre 1825— 27, der Ausgabe von Rentenscheinen für gelôste Entschädigungen , und der Zustimmung zu-deta gen den Wassershäden aufgenommenen Anlehen von 0,000 A. Der Prásident übergab dieselben mit einer ede, worin nebs der Versiche-rung der Treue und hánglizzfeit der Kammer an die geheiligte Person è Regenten, insbesondere noch der. meisk ungetheilten stimmung der Kammer , als erfrenlihes Resultat ge- hter Anerfennung, Erwähnung geshah. Se. Königl. heit geruhten zu erwiedern, daß es Allerhöch stden- ben zur aufrichtigen Freude gereihe, .Jhre nur auf è Beste gerichteten Absichten von den getreuen Stän- 1 anerfaunt zu sehen. Die angenommenen Geseßes- Wschläge seien gerecht und wohlthätig, sie bezwecen

Hülfe bei unvorgesehenen Unglücksfällen. Se. Königl- Hoheit sprahen sodaun wiederholt Jhre Zufriedens heit mit dem bisherigen Benehmen der zweiten Kame mer aus; was bis daher geschehen, gebe die sicherste Beruhigung, der gegenwättlge Landtag werde ersprieß- lihe Folgen haben. Höchstdieselben fügten noch bei: „Allgemein, und auch im Ausland, wird das gute Be- neqmen der zweiten Kammer anerfannt; Sie werden derselb:-n meine Zufriedenheit eröffnen. ‘/

München, 29. April. JZhre Königl. Hoheit die Frau Kron-Prinzejsin is gesteru mir JI- KK. HH. den Prinzen und Prinzessinnen nah Würzburg abgereist.

Copenhagen, 30. April. Der interimistische General - Gouverneur der Köduigl. Westindischen Jnseln, Kawmerherr Bardenfleth, hat betichtet: es sey auf Sr. Tyomas ein Complott entde>t worden, daß den Zweck hatte, Seeräubereien auszuüben und besonders sich der Schisse zu bemächtizen, die, mit Ladungen cersehén, den Hafen von Si. Thomas verließen. Ein den Meuterern zugehdriges Seeräuberfahrzeug, Ysabel, ist aus des Gouverneurs Veranstaltung von Sr. Maj. Brigg St{. Croix aufgebracht worden und lébterer har zur Üäbstellung der in den Westindiichen Gewässein sich mnehrenden Seeräubereien auf ein jummarischeres gericht- liches Verfahren und Verschärfung der Straf - Gesebge- bung angetragen, Se. Maj. der König haben demnach cine Verordnung erlassen, worin es unter andern heißt: „„Nachdem wir uns bereits mit and-:rn seefahrenden Sraaten gemeinschafclih augelegen seyn lassen, den df ter in deu Westiudi]hen Gewässern vorkommenden See- räáubereien Einhalt zu than, so finden wir Übecdies noch dienlich, cin gerihtlih:s Verfahren anuzuordueu, w9s cur< jene Sachen jo schnell als möglich zu Ende ge- bracht werden. Wir befehlen deshalb, daß J-der, der úberwiejen wird, sih in eine Verbindung cingelassen zu haben, welche die Ausrústung eines Seeräuderfahr- zeuges zum Zweck hat, oder der auf einem solchen Schiffe gedient, oder den Seeräubern eine Beute nach- gewtejen oder auf andre Weije wesentlich die Seeräube- rei besórdertr oder zu befördern gesucht hat, soll gezenkr iverden, diejenigen aber, die auf cine miuder wirksame Weije an jol<hen Verbrechen Theil genommen, mit Fes stungsarbeit auf einige Jahre oder, nah den Umständen auf Lebenszeit zu beitrafen sind.‘

Cenedoa, 18. April. Vorgestern Mittags trafen Se. Majestät der Kaiser mit den Erzherzogen Rainer und Frauz Karl hier ein, - und empfiengeu die Aufwar- tung des Bischofs und der Behörden. Abends wareua die umliegenden Hügel shdn beleuchtet. Am folgenden Tag nahmen Se. Majestät das Rathhaus, den bischöf- lichen Pallast, und mehrere andere Gebäude und Jn- stitute in Augenschein. Die Hauptstraßen der Stadr waren beleuchtet. Heute um 6 Uhr früh seßten Se. Majestät mit be;den Erzherzögen, f. k. Hoheiten, die Reise über Belluno fort.

_ Rom, 20. April. Jhre Majestáten der König und die Königin beider Sizilien, welche den Jubiläums- Ablaß zu gewinnen wünschten, verfügten sich zu diejem Ende am 15. d. Nachmittag mit Jhrem Gefolge in die Laterankirhe und in die Kirche St. Maria Trastevere- am 16. Morgens aber in die. Vatifankirche, wo Sie aus den Händen des h. Vaters das h. Abendmahl! und damit auch den gewünsdten Jubiléums- Ablaß erhielten. Der Pabst erwiederte später den Besuch der Souve raine in ihrem Absteigequartier, im Palleste Farne}es Der- König besuchte mit seiner Gemahiin und vi-:len Kavalieren und Damen vom Hof auch das Spital der Pilger , Sie theilten Almosen aus, und schrieben Sich eigenhändig in das Buch der Brüder und Schwestera déeser Erzbruderschaft der h. Dreinigfeit ein. Am 17. d. reisten Jhre Majestäten wieder von Rom ab.

dnung im Staatshaushale, und eiue augenblickliche